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Veröffentlicht am 2014-01-20 00:56:12 in /vip/

/vip/ 18823: Bernd, ich habe vor einer Weile eine Art Experimen...

madhan4uu Avatar
madhan4uu:#18823

Bernd, ich habe vor einer Weile eine Art Experiment oder, viel eher, eine Selbstbeobachtung begonnen, und ich würde gerne deine Meinung dazu hören.

Ich muss leider gewaltig weit ausholen, ich hoffe, dir vergeht nicht die Lust, das alles zu lesen. Ich habe vor einer Weile schon bemerkt, dass ich in vielen Dingen, gerade in Beziehungen zu meinen Mitmenschen, extrem unkonstant bin. Ich habe zwar ein normales, sogar recht lebhaftes, erfülltes Sozialleben, aber ich bemerke, dass ich kaum eine Freundschaft länger als ein paar Jahre, meist sogar nur zwei, drei, halte.
Ich bin 21, natürlich liegt das zu einem großen Teil auch daran, dass ich Schulen gewechselt, mein Abi gemacht, verschiedene Phasen durchlaufen habe. Natürlich gehen dabei auch jedesmal viele flüchtige Beziehungen vorüber.
Vor einer Weile meldete sich ein Freund bei mir, den ich aus der Schule kannte, wir waren zusammen in der Oberstufe. Nachdem er für sein Studium umzog, wurde unser Kontakt zueinander mehr oder weniger auf das Internet beschränkt - 500 Kilometer waren höchstens ein, zweimal im Jahr zu überwinden. Wir schreiben aber oft, sehen uns auch jedesmal wenn er wieder in seine Heimatstadt zurückfährt. Er erzählte mir, dass mehrere gemeinsame Freunde von uns sich ... nicht beschwert - aber doch angesprochen hätten, dass sie es schade finden, dass wir keinen Kontakt mehr haben. Erst wollte ich noch halbwegs widersprechen, aber dann fiel mir tatsächlich auf, dass ich zu meinen Mitschülern nahezu gar keinen Kontakt mehr habe. Natürlich haben sich die meisten nach dem Abi quer durch's Land verteilt, sich regelmäßig zu sehen ist nicht drin, aber über das Internet hätte ich mühelos Kontakt halten können - habe ich aber nicht. Oder zumindest: kaum. Eigentlich, wenn ich es genau nehme, habe ich nur noch zu ihm Kontakt, und gelegentlich zu meiner Exfreundin, mit der ich alle paar Monate ein paar belanglose Zeilen austausche.
Mir ist dadurch aufgefallen, dass es mir in fast jeder Gruppe so ging, in der ich mich bewegt habe. Ich hatte in meiner vorigen Klasse Freunde – aber nach dem Klassenwechsel rissen sämtliche Kontakte rapide ab. Während der Schulzeit noch lernte ich viele, verdammt viele Leute aus meiner Stadt kennen, und obwohl das meist auch nur flüchtige Bekanntschaften, eben Kumpels, Saufkumpanen, Leute fürs Wochenende waren – ich kenne sie samt und sonders nicht mehr. Ehemalige Kollegen von mir, aus ehrenamtlichen Jobs, Leute, mit denen ich mal Musik gemacht habe, mein damaliger bester Freund aus meinem Kuhkaff – alle Drähte verloren gegangen. Die einzigen Menschen, die ich schon länger als vier Jahre kenne, sind mein bester Freund, der aber recht weit weg wohnt und daher auch nur am Wochenende besucht werden kann, und meine Freundin, mit der ich seit fünf Jahren zusammen bin.
Als ich mal versucht habe, meine Erlebnisse, meine Gedanken, all das, was ich so getan habe über die letzten Jahre, nachzuvollziehen, habe ich gemerkt dass ich zu mir selbst, wenn es nur eine Weile zurück liegt, einfach keinen Anschluss mehr finde. Je weiter ich zurückgehe, desto mehr Details fehlen mir – natürlich, das Gedächtnis funktioniert nun mal so – aber wenn ich mal durch Fotos, durch alte Verläufe, durch irgendwelche Aufzeichnungen aus der Zeit durchstöbere, komme ich mir immer extrem fremd vor. Ich formuliere seltsam, gebe komische Meinungen von mir, schreibe nett mit Leuten die ich nie mochte, bin unfreundlich zu anderen, bin generell ein Mensch, den ich nicht zu kennen glaube.
Ich habe nie das Gefühl gehabt mich wesentlich geändert zu haben, zumindest nicht in oberflächlichen Dingen wie Musikgeschmack, Hobbys, Vorlieben und Abneigungen. Trotzdem scheine ich mich rapide zu verändern.

dhooyenga Avatar
dhooyenga:#18824

Ich habe angefangen, ein Tagebuch zu führen.
Auch aus anderen Gründen, beispielsweise kombiniere ich es mit einem Kalender, weil ich ein sehr schlechter Organisator bin und mir so viele Dinge besser merken kann; auch, weil ich mir selbst vergesslich vorkomme und häufig Kleinkram wie manche Einkäufe, kleine Details bei Verabredungen und ähnliches verpatze und mich dann ewig ärgere. Der Hauptgrund, und auch der Auslöser, war aber die Idee, meine eigenen Gedanken festzuhalten und nach Wochen noch nachvollziehen zu können. Und es klappt erstaunlich gut, obwohl ich schon mehrere Versuche ein Tagebuch zu führen gestartet und wieder abgebrochen habe. Ich zwinge mich zum Schreiben, auch, wenn ich abends müde bin, nichts passiert ist über den Tag, wenn ich angetrunken nach Hause komme, wenn ich nicht in der Stimmung bin. Wenn ich Gedanken habe, die mein Kopf von allein nicht loswird, dann schreibe ich sie auf. Wenn ich irgendeine Liedzeile, einen Textfetzen, ein Bild, einen Traum im Kopf habe, ich schreibe alles rein. Gerade solche Dinge sind mir dabei wichtiger als das stumpfe Auflisten dessen, was ich den Tag über so getrieben habe, denn an solchen Gedanken, solchen Momentaufnahmen hoffe ich mich selbst besser erkennen zu können.
Ich tue das erst seit einem Monat, und noch kann ich alles, was ich niederschreibe, ganz gut wieder rekonstruieren, mir fallen Details ein, die zu den Geschichten und Gedanken gehören. Bei vielen Dingen wundere ich mich aber jetzt schon leicht, warum mir manches wichtig vorkam, manches nicht, warum ich eher einen einzigen Satz eines Bekannten aufschreibe als der Ablauf eines ganzen Arbeitstages, warum ich an manchen Tagen auflisten kann was ich gekocht und was ich mir für Pornos angeschaut habe, an manchen gar nicht, stattdessen nur Gedichtzeilen die ich irgendwo gefunden habe. Um zu verhindern, dass ich heimlich irgendwas korrigiere, hinzufüge oder sonstwie verändere, habe ich mir auferlegt, immer nach einem Monat die ganzen Texte auszudrucken, abzuheften und nicht wieder anzusehen. Nach einem Jahr will ich einen Blick hineinwerfen.

Kann Bernd mir irgendwas dazu sagen? Hat er solche Erfahrungen schon mal gemacht, selber Tagebuch geführt, wenn ja, warum? Ist es seltsam, nach Jahren dort hineinzusehen? Und: Geht es euch auch so, dass ihr euer altes Selbst häufig unverständlich und fremd findet?

anjhero Avatar
anjhero:#18827

Sowas ähnliches kenne ich auch, allerdings in einer anderen Form.
Ich spiele Gitarre.

Und jedes meiner Stücke erinnert mit an eine bestimmte Zeit, als ich das das erste mal gespielt habe.
Sowas ist für mich mein Tagebuch, aber es ist sehr lückenhaft und soll mich eigentlich an die schönen Momente des Lebens erinnern soll.

Mit langwierigen habe ich auch Probleme, aber das liegt wohl eher daran, dass ich anfange sie uninteressant zu finden, oder aus anderen gründen aus meinem Leben stoße, wenn sie denn nicht aus meinem Leben gerissen wurden.
Meine längste reale Freundschaft, bei der ich mich regelmäßig noch mit diesem Menschen treffe ist ein 49 Jähriger Punk den ich seit 5-6 Jahren kenne.
Die längste Digitale kenne ich seit 8 Jahren.
Generell halten die digitalen Freundschaften länger, sind aber nicht intensiv.
Und die Realen habe ich schnell auswendig gelehrnt und das Interesse verloren.

Auch bin ich scheinbar eher Kalt, wenn es darum geht, dass jemand gestorben ist... zumindest nach einiger Zeit.
Als ich 9 war, habe ich beim Leichenschmauß meiner Oma einen Witz gerissen, weil ich es nicht ertragen konnte, dass alle so traurig waren.
Mir ist aufgefallen dass so gut wie niemand die Suppe gegessen hat, also sagte ich mit gehobener Stimme:
"Wer die Suppe nicht will, gibt den Löffel ab." und habe eher leise gelacht, bis meine Schwester meinte, ich sollte lieber nicht mehr kichern...

Naja, viel glück mit deinem Experiment.
Würde weiter lesen.

curiousonaut Avatar
curiousonaut:#18828

>>18827
Die meisten meiner Freundschaften sind ja schon recht intensiv. Die meisten sehe ich mindestens einmal in der Woche, wir unterhalten uns viel, auch über persönliches, unternehmen viel zusammen. Nur fällt es mir wahnsinnig schwer, nach einer "Trennung", zum Beispiel nach dem Abi, nach einem Umzug, nach so etwas halt, den Kontakt aufrecht zu erhalten.
Ich kann mir beispielsweise jetzt schon gut vorstellen, dass ich nach dem Studium zu höchstens einer Kommilitonin noch Kontakt haben werde. Den Rest mag ich zwar auch gerne, aber wir schreiben nicht viel, treffen uns eher so, und sobald wir uns nicht mehr in der Uni sehen, wird das vermutlich abreißen und man schreibt sich höchstens alle Jubeljahre mal was.
Was mich daran ärgert, ist, dass mir die Leute ja trotzdem was bedeuten. Es ist ja nicht nur so eine kumpelige Bekanntschaft, die halt einfach abreißt, sondern die meisten Menschen habe ich oft gesehen, viel unternommen, und erst nach zwei, drei Jahren gemerkt, dass der Kontakt völlig fehlt und man sich verloren hat. Beim "Wiederfinden" prokrastiniere ich dazu auch noch grauenhaft. Es fällt mir schwer, alte Bekannte einfach so anzuschreiben, einfach zu sagen: Mensch, lang nicht gesehen, wann bist du mal wieder in der Gegend, was machst du so? Ich muss immer einen wirklich triftigen Grund finden, die Leute anzuschreiben, ansonsten bin ich richtig nervös, ängstlich, fühle mich schlecht weil ich mich so lange nicht gemeldet habe. Auch wenn sie es genauso gemacht haben.
Wenn ich nach einem Jahr in meinem Tagebuch auf jemanden stoße, den ich nicht mehr gesehen habe, schreib ich ihn an, und wenn es völlig ohne Grund und Ziel ist - das nehm ich mir vor.

erikdkennedy Avatar
erikdkennedy:#18829

>>18828
Schonmal daran gedacht, dass nicht nur Du deine "Freunde" sondern auch deine "Freunde" dich nicht anschreiben? Lerne in zu Kreise:
Innerer Kreis aus Familie und engen (!) Freunden kann gerne mal 75 Jahre konstant bleiben (kommen halt ein paar durch Geburten hinzu, verlassen tut man diesen Kreis nur durch sterben oder drastisches Fehlverhalten).
Der äußere Kreis sind Bekannte, Kollegen, Vorgesetzte, Untergebene, Kameraden, Saufkumpane, Vereinsmitglieder etcpp. Man ist höflich zueinander und benimmt sich...

Einfaches Unterscheidungsmerkmal für Arschbürger:
Du kannst dir von einer Person einfach mal einen vierstelligen Betrag oder mehr zinsfrei auf unbestimmte Zeit leihen -> innerer Kreis. Der Rest ist äußerer Kreis. Ja, so is des.

Das Fühl, wenn innerer Kreis == Leere Menge?
Willkommen daheim, Bernd!

Auch: ich halte dich nach dem geschriebenen für eine oberflächliche Schuchtek. Dein Charakter ändert sich nicht, Du hast einfach keinen. Es ist nix zum wiedererkennen da... Ist vielleicht eine etwas drastische Einschätzung, aber wegen ein bisschen Wischibubu bist Du mit deinem Anliegen sicher nicht nach KC gekommen. Also nimms mir nicht krumm.
Das ist übrigens auch keine per se schlechte Eigenschaft. Kann man gut mit arbeiten, dieser Bernd wünscht sich manchmal etwas mehr Glätte, nicht ganz so viele Kanten...

Dafür hab ich 11 Jahre Berndtagebücher an denen sich zeigen lässt: Bernds gegenwärtiges Versagen lässt sich in einer Linie auf Bernds vergangenes Versagen zurückführen ;_;

Was ich sagen will: investier nicht zu viel darin dich zu ändern. Finde heraus wie Du funktionierst und dann arbeite mit dem was Du bist. Wir wollen doch nicht so enden wie die Omas mit ihren bescheuerten Hüten...

bassamology Avatar
bassamology:#18830

Anderer Bernd hier, 26 Jahre alt.

Ich habe genau vier alte Freunde plus meinen Bruder. Mit denen bin ich schon knapp 15 Jahre befreundet.
Alle andere Leute sind auch gekommen und gegangen und ich muss leider auch sagen, dass mit diesen vier alten Freunden auch nicht immer alles nur super ist.

Aber mit eigentlich allen anderen Leuten, denen ich begegne habe ich gar keine Lust wirklich befreundet zu sein. Ich halte auch nicht mehr den Kontakt zu Leuten, wo ich mich persönlich nicht bereichtert fühle. Ich habe vor dem Abitur drei weiterführende Schulen besucht und habe bis heute an drei unterschiedlichen Universitäten studiert. Die einzigen Leute, die geblieben sind, kenne ich noch von meinem ersten Gymnasium. Dazu kommt noch meine Freundin, die ich im ersten Semester kennen gelernt habe (schreibe gerade an meiner Masterthesis).

Ich muss >>18829 aber zustimmen. Nicht nur ich melde mich nicht mehr bei den Leuten, sie melden sich auch nicht mehr bei mir. Und ehrlich gesagt kann ich das gut verstehen. Meine Freizeit ist mir auch zu schade dafür, mich mit irgendwelchen Leuten aus meiner Vergangenheit auszutauschen, die mit meinem Leben jetzt aber nichts mehr zu tun haben. Mir reicht es, dass ich regelmäßig aus Anstand mit meinen Omas und natürlich meiner Mutter telefoniere. Hinzu kommt, dass ich kein FB habe. Und ich habe auch kein sehr lebhaftes Gedächtnis, kann mich eher an Fakten erinnern. Selbst was mein eigenes Leben betrifft.

terryxlife Avatar
terryxlife:#18831

> selber Tagebuch geführt, wenn ja, warum?
Bei mir war es die Hoffnung meine Psychose/Wahnvorstellungen nachvollziehen zu können. Hat mit deinem Thema gar nichts zu tun, ich weiß.

>Ist es seltsam, nach Jahren dort hineinzusehen?
Es ist vor allem deprimierend. Normale Menschen werden immer glücklicher, ihr erweiterter Freundeskreis wächst beständig, und sie lernen neue Dinge. Ich schreibe seit Jahren den gleichen Scheiß in mein Tagebuch. Lohnt sich nicht, das zu lesen.

>Und: Geht es euch auch so, dass ihr euer altes Selbst häufig unverständlich und fremd findet?
Der Wunsch mich selbst zu verstehen ist jedenfalls gescheitert.

Säge weil nicht relevant zum Fadenthema.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#18832

>>18831
Hö? Genau darum ging es mir doch. Selbstbeobachtung. Die Frage nach der Dauer von Freundschaften war mehr nebenbei, über dieses Thema bin ich ja drauf gekommen.

Ich find es interessant, dass du während einer Psychose Tagebuch geführt hast. Hast du in den klaren Phasen damit besser nachvollziehen können, was bei dir nicht passt, oder war es eher so, dass du in einer Wahnphase reingeschaut und gedacht hast: Wer hat denn den Mist geschrieben?

joshkennedy Avatar
joshkennedy:#18833

Bernd ist 24 und schloss seine letzte feste Freundschaft vor ~ 7 Jahren - sie hält bis heute.
Manchmal findet man den perfekten Freund und manchmal nie.


>>18829
>Du kannst dir von einer Person einfach mal einen vierstelligen Betrag oder mehr zinsfrei auf unbestimmte Zeit leihen -> innerer Kreis.
>Der Rest ist äußerer Kreis. Ja, so is des.

Ich lachte, denn genauso ist es. Er leiht mir bedingungslos jede Summe, die im Bereich des Möglichen liegt.
Dieser Bernd würde ihm ebenfalls vorbehaltslos alles leihen.
Geben und Nehmen funktioniert bei uns.

Bei *jedem* anderen denke ich sofort an Beschiss, Verrat, Intrigen.
Eventuell ist es heutzutage auch gar nicht möglich, tiefere Freundschaften zu schließen,
da jeder Busfahrer per Smartphone unendlich verfügbare Kontakte und "Events" vorweisen kann und Arschbürgerbernd,
der nur in direkten langen Gesprächen und Erlebnissen Vertrauen aufbauen kann, auf der Strecke bleibt.
Scheinbar sind immer weniger Menschen an intensivem Austausch interessiert.

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#18834

>>18833
>Eventuell ist es heutzutage auch gar nicht möglich, tiefere Freundschaften zu schließen
Das denke ich auch, da ich noch nie so einen "wahren" Freund hatte.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#18835

>>18832
>Hast du in den klaren Phasen damit besser nachvollziehen können, was bei dir nicht passt
Ha, schön wär's. Das war ja die Idee gewesen. Leider ist ganz genau das Gegenteil passiert. Ich habe da teilweise bereits verdrängten Krams drin gelesen der neue Schübe ausgelöst hat, teilweise Sachen die so absurd waren dass ich echt nicht wusste ob das noch mein Tagebuch war (die da aber als tatsächliche Geschehnisse drinstanden und *theoretisch* möglich gewesen wären) und der Rest waren komplett isolierte Tatsachenberichte von Dingen ohne Relevanz.

Ich schreibe immer noch munter weiter. Vielleicht wird irgendwann jemand das Ding lesen und davon in irgendeiner Form profitieren. Ich werde es aber nicht sein, ich weiß bei Einträgen von vor einem halben Jahr nicht mehr was ich davon zu halten habe.

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#18836

>>18835
Dann geht's uns beiden wohl ein bisschen ähnlich ... also, klar, bei mir ist es lang nicht so heftig, nur hab ich manchmal Phasen in denen ich sehr viel reinschreibe, auch Textideen, Gedanken zu irgendwelchen Filmen, sowas. An anderen Tagen passierte gar nichts und ich hatte auch nichts, was ich irgendwie loswerden wollte. Grade wenn ich was getrunken hab überfällt es mich meistens und ich schreibe sehr viel zu irgendwas, was mich grade nicht loslässt, das kann sehr ehrlich sein, manchmal auch einfach ein bisschen absurd. Tage später kommt's mir meistens jedenfalls sehr seltsam vor.

bassamology Avatar
bassamology:#18837

Bernd lässt die meisten Kontakte auch ziemlich schnell wieder versiegen. Das liegt aber daran, dass sein einziger und bester Freund ein Grundschulfreund (nennen wir ihn ab hier "A") ist, vor dem Bernd nicht negativ auffallen möchte. Bernd hatte auf seiner weiterführenden Schule auch ein paar Freunde, war aber sonst ein ziemliches Mobbingopfer. Deshalb hat Bernd immer sein Bestes versucht, um beide Freundeskreise voneinander fernzuhalten, damit "A" nichts davon mitkriegt.
Bernd stecke seine meiste Energie also ins Aufrechterhalten der Beziehung zu "A", was alle anderen mehr oder weniger schnell beendete.
Da Bernd obligatorisch unter (diagnostizierter) sozialer Phobie leidet, hat er im weiteren verlauf seines Lebens keine Kontakte geknüpft. Alle anderen Bekannten kamen nur über "A". Zu diesen Kontakten pflegt Bernd aber auch keine wirkliche Beziehung. Er sieht sie nur, wenn "A" ihn zu einem Treffen mitschleppt. Bernd glaubt, diese Leute sehen in ihm eh nur ein merkwürdiges, charakterloses Anhängsel.
Bernd weiß nicht, warum "A" den Kontakt zu ihm schätzt und aufrechterhält. Inzwischen hält Bernd es sogar für besser, den Kontakt einzustellen, da er das Gefühl hat, nur deshalb so verklemmt zu sein und nicht seine wahre Meinung ausspricht, weil er es ihm nur recht machen will um nicht negativ aufzufallen. Deshalb hat Bernd nie wirklich einen Charakter entwickelt.
Bernd hat gemerkt, wie er mehr er selbst sein kann, wenn er mit anderen Leuten abhängt, die Bernd zufällig kennengelernt hat. Aber eine Freundschaft von ~20 Jahren an den Nagel zu hängen kommt Bernd auch blöd vor, vorallem, wenn es mit den anderen Leuten auch wieder nicht klappen sollte.
Bernd hat schon länger das Gefühl eher extrovertiert veranlagt zu sein, es durch seine Gehemmtheit und Phobie aber nicht ausleben kann.
Inzwischen ist Bernd in Therapie und wird es bald mit Medikamenten versuchen. Dann klappts auch mit den Nachbarn -ähh- Freunden.

andyisonline Avatar
andyisonline:#18895

>>18837
Bernd, ich fühle mich genauso. Mein bester Freund seit 6 Jahren ist auf einem ähnlichen Level der sozialen Phobie wie ich, doch seitdem er angefangen hat zu studieren macht er Freunde, trifft sich wieder mit Menschen und hat Spaß. Bernd fühlt sich wie ein Klotz am Bein seines Kumpels. Bernd möchte nicht armseelig der Frend von den Freunden meines Kumpels werden. Ich bin auch eigentlich nicht so sehr an Menschen interessiert aber hätte gerne meinen eigenen Bekanntenkreis.
Es wäre für uns beide besser getrennte Wege zu gehen.

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#18963

Genau das habe ich getan. Jungbernd hier (16 Jahre) hat sich vor knapp einem halben Jahr von seimen Besten Freund getrennt. Warum? Weil Bernd sein Verhalten einfach nur noch als armseelig eingestuft hat (Jedes Wochenende besoffen, Jedes Wochenende Disco, ...) Seitdem ist Jungbernd ohne besten Freund. Er würde sogar so weit gehen, dass er behauptet, er habe nur höchstens 3 richtige Freund, von denen er keinem richtig vertraut. Schade oder ähnliches findet er das nicht. Seine sozialen Kontakte hält er lieber über das Interwebs, weil einfacher. Dort hat er alles, was er braucht. 3 Freunde, denen er komplett vertrauen kann und auch alles anvertrauen kann, KC als alternative zu seinem deaktivierten Facebook (Facebook = Krebs, genug geredet) und P0rN für einsame Stunden.
Alles in allem bereut dieser seine Situation nicht im geringsten. Klar würde es ihm gefallen, mehr Freunde zu haben, aber die Dinge, die er tun müsste, um sozial beliebter zu werden (Hipster-aussehen; Saufen;...) sind es ihm einfach nicht wert.

(USER BÜSSTE FÜR DIESEN POST MIT GUT UND BLUT)

ionuss Avatar
ionuss:#18964

>>18963
Gemeldet wegen Unteralters.

nateschulte Avatar
nateschulte:#18968

>>18964
Halt die Fresse du Vieh!
Der ist vielleicht noch formbar und gibt später einen guten Nazi ab. Sowas können wir hier gut gebrauchen. Unter 18 ist man kein Unteralter sondern Shota oder Loli. Unteralter ist man von 18 bis Anfang 20 irgendwo.

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#18973

>>18964
Diesem Bernd wird herzlichst empfohlen, sich seine Poperze von einer beliebigen ausschnurr Nutte lecken zu lassen.

oscarowusu Avatar
oscarowusu:#19079

>>18963
So ne seiten kannte ich in deinem Alter nicht ...

otozk Avatar
otozk:#19097

>>18837
Hast du schon mal daran gedacht, dass ihr beide vielleicht unbewusst aufeinander steht und deshalb Kontakt pflegt?

andychipster Avatar
andychipster:#19101

Bernd hat seit Dezember rund 65k Wörter Tagebuch geschrieben. Er hat damit angefangen, als er 12 war (das ist nun neun Jahre her) und hat es seitdem mit Pausen von insgesamt ca. zwei Jahren regelmäßig getan.
Daraus hat Bernd gelernt, dass er sich nicht so sicher seiner selbst sein sollte. Das, was er nun tut, wird er in ein paar Jahren schon wieder für naiv befinden und so weiter. Für die richtig alten Beiträge schämt sich Bernd schon sehr.
Auch konnte Bernd erkennen, inwiefern seine Gedankengänge ungesund sind. Er hat neulich wieder in einem Tagebuch aus 2012 gelesen und musste feststellen, dass er über Monate hinweg jeden verdammten Abend besoffen, aber deswegen nicht unbedingt glücklicher war.

Lustigerweise hat dieser Bernd auch eine Psychose, allerdings fällt es ihm immer schwerer, seinem Tagebuch davon zu erzählen, da die Stimmen ständig mitlesen. Teilweise ist er sogar dazu übergegangen, spiegelverkehrt zu schreiben. Er hat ein paar Einträge gefunden, wo er darüber berichtet hatte, wie das mit dem Stimmen angefangen hat und er war sich damals anscheinend ganz sicher, dass sie ziemlich bald wieder verschwinden würden. Bernd tut sich ein bisschen selbst leid, wenn er seine alten Tagebucheinträge so liest.

Das Führen eines Tagebuchs hilft Bernd, loszuwerden, was ihm auf dem Herzen liegt, er hat sonst nämlich niemanden, mit dem er darüber reden könnte. Auch ist es eine der wenigen Konstanten in Bernds Leben gewesen. Leider hat Bernd eins seiner früheren Tagebücher weggeschmissen und einen persönlichen Blog, den er zur gleichen Zeit geführt hat, gelöscht, weil er damals vergessen wollte, wie schlecht es ihm ging. Jetzt bereut er das natürlich. Ansonsten hat Bernd es sich angewöhnt, übermäßig viel zu jammern, aber keine Pläne zu fassen, wie er seine Lage verbessern könnte. Daran müsste er arbeiten.

10/10
Gutes Hobby, würde weiterempfehlen.
Bild relatiert, es ist Bernds kleine Sammlung. Er hat noch ungefähr zehn weitere Tagebücher, aber die sind nur höchstens zur Hälfte gefüllt + die 65k Wörter am Computer.

oanacr Avatar
oanacr:#19102

>>19101
8/10 post. Wert des Lesens. Hatte auch schon ewig vor anzufangen. Nur wüsste ich als Vagabund nicht wie ich sicherstellen kann, dass die Bücher über die Jahre nicht verloren gehen.

kennyadr Avatar
kennyadr:#19130

>>19101
>gelöscht, weil er damals vergessen wollte, wie schlecht es ihm ging
"Heute fange ich neu an, ich lasse mein altes Leben hinter mir"
Tue ich selbst immer mal wieder, am Ende steht man dann genauso wie vorher da, nur dass man etwas sehr Wertvolles weggeworfen hat.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#19155

Freundschaft ein zwei jahre...reicht doch.

andina Avatar
andina:#19162

Ich habe auch eine Weile Tagebuch geführt, vor allem nachdem Ergebnisse passiert waren, derer ich mir klar werden wollte, und die ich festhalten wollte. Habe es leider länger nicht mehr gemacht. Ich zeige mal den ersten Satz im aktuellem digitalem Tagebuch (ein wesentlich älteres ist verloren gegangen, weil ich es im Versteck im Systemordner des damaligen PCs irgedwann nicht mehr gefunden habe):

"Die Idee Tagebuch zu führen ist einfach, dass man mal seine Gedanken verbalisiert. Ich schreibe einfach mal drauf los, aber auch was heute so war. Was ich sonst nicht aufschreibe. [...]"


Ach Kacke Bernd, ich mag nicht weiterschreiben, ich finde gerade zu viele alte Erinnerungen. Ist einige passiert, interessante Dinge stehen da, die ich gar nicht mehr in der Weise in Erinnerung habe ... also interessant. Ich sollte mal wieder weiterschreiben. Viele Emotionen, hab da meine Gefühle reingeschrieben, das darf im Detail nie wer lesen.


Ich gehe jetzt lieber mehr auf die Vorposter ein.
Das mit zwei Freundeskreisen trennen kenne ich. Zwei Masken, keine fallenlassen. Wer mich ausserhalb der Uni sieht, könnte denken ich lerne nicht die ganze Freizeit. Dass die natürlich auch keine Musterstudenten sind ... hat nicht in mein Weltbild gepasst. Ich musste die Maske haben. (Kleiner) Freundeskreis / Familie mit Uni in Verbindung bringen ... bloß nicht, die einen erzählen den anderen was nicht zur jeweiligen Rolle bringt.

Verdammt Bernd, das Problem ist sich in Rollen zwängen zu lassen, die man selber meint spielen zu müssen. Was ich (halbwegs) gelernt habe ist, man muss einfach sein, und die Leute müssen es akzeptieren. Der Kern des Problems sind Selbstzweifel. Wenn du meinst nicht gut genug zu sein, meinst du vorspielen zu müssen was besseres zu sein. Damit baust du dir (gefühlt oder tatsächlich) eine Maske, die nur hält wenn du dauern spielst. Und das Spiel klappt nur, solange du die Kontrolle hast. Sobald du zwei unterschiedliche Rollen kombinieren müsstest verlierst du die Kontrolle, weil die Rollen sich nicht vereinen lassen.

Tagebuch hilft Gedanken festzuhalten. Aber vor allem auch zu verbalisieren. Hast du über deinen Tag nachgedacht heute, oder ihn nur gefühlt? Überleg kurz. Du wirst ein Gefühl zum Tag haben.
Vielleicht ein ungutes, du hast zu wenig getan, du hast es zu schlecht getan, oder dein bestes gegeben aber nicht den rechten Erfolg gehabt. Soweit das Gefühl. Jetzt schreib auf was wirklich passiert ist. Was wolltest du tun, was hast du versucht, was hast du getan, was ist bei herausgekommen. Was sind die Details, woran ist es gescheitert, ist es überhaupt komplett gescheitert? Du wirst dir deiner Probleme, oder allgemeiner dem was du tust viel bewusster. Du wirst manche Gefühle (unbewusst) hinterfragen, du entwickelst andere Gefühle zum erlebten, weil du es erst einmal konkret fassen kannst, wo du es vorher nur als dumpfes Gefühl in Erinnerung hattest.

Was hier sehr hilft, gerne auch schriftlich (chat): Finde einen aktiven Zuhörer. Gerade mit sozialer Phobie gibt es entsprechende Chats, Foren und so weiter. Du kannst deine eigenen Minderwertigkeitsgedanken bekämpfen indem du anderen mit deinen Erfahrungen hilfst, und bist dabei für andere ein aktiver Zuhörer und Ratgeber. Im Austausch (nicht als Tauschhandel, sondern durch das was sich ergibt) werden auch andere dir helfen. Mit einem offenem Ohr, mit Ratschlägen, mir einfachen Antworten wie "Wieso, das war doch eigentlich ein Erfolg für dich, was du erzählst, mal es mal nicht so schwarz".

n1ght_coder Avatar
n1ght_coder:#19163

Ein weiterer Tipp: Finde einen Ort, wo du offen sein kannst. Krautchan mit Anonymität ist manchmal gut, wobei es an passenden Brettern fehlt. Manchmal hilft /b/, meistens ist es grausam. Vieles ist auf /we/ nicht erwünscht oder es ist zu langsam. /he/ gibt es nicht mehr.
Aber auch ansonsten hilft Anonymität nicht. Was du brauchst ist Pseudonymität.
Such dir einen Nick, den du sonst nicht benutzt. Sieh zu, dass du dich damit anonym fühlen kannst. Für Selbsthilfe im echten Leben such dir eine Gruppe wo du hingehen kannst ohne dass es jemand wissen muss.
Jetzt geh hin, und lass deine Maske fallen. Sei offen, sei ehrlich, erzähle deine Probleme, verschweige nichts. Du hast nichts zu verlieren. Im Gegenteil, je offener du bist, je verletzlicher du dich zeigst, desto offener werden die anderen Leute, desto mehr helfen sie dir, es entsteht ein guter Austausch. Das erfordert natürlich eine gewisse Gruppe die zusammenpasst.
Meine Erfahrung mit einer Gruppe zu sozialer Phobie war, dass sie nicht zu mir als "Bernd" gepasst hat. Dort waren Leute mit Panikattacken, Leute die üben sollten Leute die ihnen aufdringlich werden wegzustoßen. Bernd hatte kein Problem damit sich zu wehren wenn jemand ihm komisch kommt, er hatte auch keine echte Panik. Auch Atemübungen die helfen eine Panik zu beenden fand er eher albern.
Also, raus da. Online findet man mehr Leute, und kann die Themen besser selektieren, und sich einen Kreis von Leuten mit denen man gut kann schaffen.
Aber zurück zum offen sein. Wieviele Dinge gibt es, über die du mit keinem geredet hast? Thema Sex? Ich wette da gibt es sehr viele Bernds, die mit ihren wenigen Erfahrungen eine große Scham haben, und daher mit keinem darüber reden können. Und sich gleichzeitig damit ständig herunterziehen, sie selber schämen, es verdrängen. Vielleicht gibt es Dinge, die du sogar Bernd verschweigst?

Eine weitere Sache die hilfreich sein kann zu lernen: Schamvolle Erinnerungen bekämpfen. Hast du Erinnerungen die kommen, wo du dich immer wieder schämst wie du damals gehandelt hast? Wo es dir peinlich ist dich zu erinnern und was du gerne ändern möchtest, wenn es nur rückgängig zu machen wäre. Diese Schamerinnerung ist es auch, die zu Komplexen führt und Selbstzweifeln.
Das Ziel muss es da sein, zu sagen "Hey, das habe ich damals schlecht gehandhabt, ich weiss jetzt wie es besser geht". Teilweise hat man schon kurz nach der Situation gewusst, wie man es (vermutlich) hätte machen sollen. Typisches Beispiel: Bernd sagt etwas um eine Reaktion zu provozieren. Der Gegenüber reagiert anders als erwartet und man hat sich lächerlich gemacht, obwohl man eigentlich vorhatte eine Reaktion zu provozieren um etwas zu erfahren wonach man nicht direkt fragen wollte.
Bernd hatte solche Fälle und hat sich jahrelang immer bei der Erinnerung erneut geschämt, wie doof er dastand als seine Aktion völlig anders aufgefasst wurde als geplant.

Was tut man dagegen? Mir hat eine Technik geholfen, nämlich sich ein Stopzeichen zu setzen. Die Erinnung und Scham kommt, du musst sie bremsen. Ich hatte zwei Visualisierungen:
1) Im Kopf Stop sagen.
2) Mir im Kopf vorstellen wie die Situation sich Comicähnlich in ein Rauchwölkchen auflöst und dann weg ist.

Damit hat es geholfen in der Situation aus dem Gedanken herauszukommen. Die Erinnerung ist nicht weg, auch die Erinnerung ans erinnern einen Moment vorher natürlich nicht. Aber das Gefühl ist gestoppt bevor es sich ausbreiten kann, man schämt sich dann nicht mehr, sondern erinnert sich nur noch. Und kann es rational fassen statt emotional (beschämt). Die Erinnerung kommt nicht mehr so oft, und auf Dauer findet man sie nicht mehr so schlimm. Die Schamerinerung verschwindet und man erinnert sich nur noch an die Sache, und daran was man besser machen sollte.

Zu dem Thema auch noch: Reaktionen provozieren wollen geht eigentlich immer in die Hose. Gerade wenn es darum geht eine Antwort zu bekommen, in der eine Information enthalten ist, die man haben möchte. Die Leute antworten anders als erwartet, weil es andere Menschen sind als du.

vigobronx Avatar
vigobronx:#19164

Freunde und andere Gruppen sind auch für mich (jetzt noch) so eine Sache. Ich habe Probleme es weiter zu treiben. Wie macht man einen guten Bekannten zu einem Freund, wie erhält man eine Freundschaft am Leben? Ich habe das Gefühl es liegt immer an den anderen und ich lasse es häufig verdorren.

Beispiel: Ehemalige Mitschüler, ehemalige Nachbarn. Teilweise gute Kontakte, auch wenige Freunde dabei gewesen (nach Bernds strenger Definition von Freund). Heute keinen Kontakt mehr. Ich lasse es hinter mir zurück, weil ich nicht weiss, wie ich es am Leben erhalte und es mit Leben fülle.
Inzwischen ist auch der Kontakt zu den meisten Studienkollegen weg. Ich habe einige noch (aktiv) im ICQ, aber ewig nicht geschrieben. Manchmal treffe ich einen aus Zufall, er grüßt mich und ich erkenne ihn gar nicht ... und dass die von sich aus den Kontakt halten wollten habe ich nicht erlebt, wobei ich vermute dass ich auch Zeichen übersehen habe, oder es nicht geschafft habe selber die passenden Zeichen zu senden.

Mit ist immernoch unklar, wie man so etwas managed. Wie bekommt man einen Bekannten dazu mit einem mehr zu unternehmen, wie kommt man ihm näher bis es zu einer Freundschaft kommt (versteht Bernd den Unterschied, den ich bei Bekannten/Freunden für mich definieren?), wie hälte man diese aufrecht? Und wie hält man diese, auch wenn man sich länger nicht sieht?
Und schließlich: Wie lernt man neue Leute kennen?
Bei anderen sieht es immer aus, als käme es von alleine, bei Bernd kommt es nicht. Inzwischen hat Bernd keine Probleme mehr mit Leuten, sobald er im Gespräch ist läuft das Gespräch, vielleicht hält man auch eine Weile den Kontakt (wobei der sich wie geschrieben leider oft verliert). Aber erst einmal in das Gespräch zu kommen ist noch eine große Hürde.
Genau das führt natürlich auch zu GF-Problemen.
Bernd hatte bisherige Frauen nur online kennengelernt, gerade weil er dort etwas mehr taktieren kann wie viel er sich traut und es längerfristig ist als ein Gespräch in dem nach 5 Minuten ein erstes Urteil gefällt wird. Die Erfahrungen danach waren aber auch nicht so toll oder von Dauer. Das liegt sicher zum Teil auch an dem Publikum, das man online finden kann, wobei es scheint, dass es inzwischen besser wird.

enjoythetau Avatar
enjoythetau:#19274

Bernd hatte das dringende Bedürfnis, es zu teilen. Ignoriert seinen Pfosten ruhig.
Er hat jetzt beschlossen, sein Leben so langsam auf die Reihe zu kriegen, säuft nicht mehr, will gesund werden, solche Sachen. Er geht dabei recht tollpatschig vor, aber es fühlt gut. Leider musste er feststellen, dass ihn das alles nicht automatisch zu einem anständigen Menschen macht.

>>19162
Bernd mag deinen Stil.

guischmitt Avatar
guischmitt:#19275

>>19274
Es war schon recht spät, als Bernd das die Tage geschrieben hat... wahrscheinlich kann es sowieso niemand lesen :3
Oke wa ales.

mshwery Avatar
mshwery:#19278

>>19274
>Spiegelschrift
Moment, was?


>Sie sagen die falschen Dinge ...
>... stünde ich auf irgendeinem Dach.
Auf einmal bin ich froh nur eine Stimme zu hören, aber dafür wenigstens eine mit leidlich komplexer Persönlichkeit dahinter.

malgordon Avatar
malgordon:#19282

>>19278
Bist Du es, T?
E-Post kommt noch, bin nur gerade beschäftigt :3
Spiegelschrift, damit die Stimmen es nicht lesen können. Es sind meistens auch nur zwei Stimmen und die eine ist mehr dazu da, dass die andere keine Selbstgespräche führen muss.

gretacastellana Avatar
gretacastellana:#19283

>>19282
Ja, aber lass mal lieber anderswo kreiswichsen. Konnte mir den gespoilerten Kommentar nur nicht verkneifen.

Aber interessanter Gedanke mit der Spiegelschrift.

Neuste Fäden in diesem Brett: