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Veröffentlicht am 2014-03-05 21:00:00 in /vip/

/vip/ 19227: Hat Bernd Erfahrungen mit Therapie gemacht? Auf welche...

superoutman Avatar
superoutman:#19227

Hat Bernd Erfahrungen mit Therapie gemacht?
Auf welche Art und Weise wurde Bernd behandelt?
Hat es geholfen?

vocino Avatar
vocino:#19228

Psychoanalyse ist Bruwissenschaft und entspricht etwa der Homöopathie. Das heißt nicht das es nicht trotzdem funktionieren kann, aber man sollte wissen auf was man sich einlässt.

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#19229

Ja habe ich:

Diagnose: Panikattacken, Sozialphobie mit daraus resultierender Esstörung + mittelschwere Depression

Therapie war in meinem Falle eher sinnlos, da man viel mit Verhaltenstherapie arbeiten musste und ich einfach eine andere Umgebung brauchte.

Gefruchtet hat nur stationäre Aufnahme + Antidepressiva zur Unterstützung.

Bei der ambulanten Therapie saß ich nur ein halbes Jahr rum und habe mit der gequatscht.

tjisousa Avatar
tjisousa:#19230

Ich habe 25 Jahre Therapie hinter mir, davon ca. ein Jahr stationär. In einem Satz gesagt: Deutschlands Psychotherapie-Betrieb kann man komplett vergessen.. Ich habe 100 Psychologen gesehen, drei davon taugten etwas. Und diese drei mußten das erfolgreiche, das sie tun, heimlich tun. Denn ihre Methoden werden von der herrschenden Lehrmeinung abgelehnt.

Wenn du erfolgreich Therapie machen willst, mußt du erstens viele Therapeuten ausprobieren, bis du einen guten findest, und zweitens selber kompetent werden, indem du liest.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#19231

>>19230
Was für Methoden sind denn das genau?

markolschesky Avatar
markolschesky:#19232

>>19231

Der eine war Gestalttherapeut, und das wird an sich nicht bezahlt. Gestalt ist gut, wenn man einigermaßen kontaktfähig ist. Ich war es nicht.

Der andere war extrem kreativ und lernte ständig neues dazu. Er kannte alle möglichen Theorien und Sichtweisen. Er hat mich entscheidend an Pränatalpsychologie (also das Leben vor der Geburt, das extrem prägend ist), und Traumatologie herangeführt.

Wenn ich früher den Psychologen gesagt habe, daß ich glaube, das ich traumatisiert bin, dann sagten sie sowas wie "ja sücher, das große Kindheitstrauma". Erst als ich viel über Streß und Trauma gelernt habe, konnte ich wichtige Schritte machen. Sich selbst zu verstehen und anzunehmen und so.

davidsasda Avatar
davidsasda:#19233

Therapeut 1:
>Soso, verstehe. Na dann arbeiten wir mal daran dass Sie X tun.
Therapeut 2:
>Ach? Aber wir sollten erstmal daran arbeiten X zu wiederholen.
Therapeut 3:
>Ja, aber Sie sollten meiner Meinung nach X trotz allem nochmal versuchen.
Therapeut 4:
>Ja wenn Sie meinen X bringt nichts, dann kann ich Ihnen auch nicht helfen.

Verhaltenstherapie ist so 3/10, würde mich nicht noch ein viertes Mal davon überzeugen lassen zu Xen. Manchmal ist der offensichtlichste Weg der falsche, das musste ich aber selbst erst lernen.

pjnes Avatar
pjnes:#19236

>>19232
Das klingt, mit Verlaub, schon ein bisschen haarsträubend, zumindest die pränatale Psychologie.
Was wurde in der Gestalttherapie gemacht?

shalt0ni Avatar
shalt0ni:#19237

Die Frage ist natürlich auch, ob jemand, der eine erfolgreiche Therapie hinter sich hat, noch lauern würde.

Bernd hier war bei zwei Therapeuten und zweimal in der Klinik.
Das erste Mal war er wegen Suizidalität auf der Akutstation. Ohne es zu wissen, war er zu dem Zeitpunkt wohl auch schon leicht psychotisch. Bernd bekam Drogen, die ein bisschen halfen, vor allem aber half es ihm, mit den anderen Patienten zu reden, da er damals kaum Kontakt zu Menschen hatte. Einmal wollte er mit einer Ärztin sprechen, da das Tavor ausgeschlichen und Bernd entsprechend panisch wurde. Er klopfte also an die Tür zu deren Zimmer und wurde prompt angeschissen, man wolle auch irgendwann mal Feierabend machen. Bernd hat also außer der Medikamente nichts an Therapie dort erfahren, was wohl auf der Akutstation üblich so ist, zumal es dort Patienten gab, die viel dringender noch Hilfe brauchten als Bernd. Bernd bildet sich gerne ein, das Personal sei zu beschäftigt damit gewesen, eben diesen zu helfen. (Spaßfakt: Mindestens eine der Personen, mit denen Bernd dort war, hat sich anschließend das Leben genommen, vom Rest hat Bernd nie wieder etwas gehört.) Man muss dazu sagen, dass wenigstens die Pfleger sich Mühe gaben, einen mitfühlenden Blick aufzusetzen. Bernd war übrigens die gesamten zwei Wochen dort bekifft. Am letzten Tag wurden ihm eine Liste mit Telefonnummern von Therapeuten mitgegeben und der Tipp, er solle nicht zum Drehtürpatienten werden. Bernd hatte nicht vor, jemals wieder in eine Klinik zu gehen.

Ein paar Jahre später war Bernd mal bei einem Verhaltenstherapeuten, was längst überfällig gewesen war, er hatte auch schon von über zwanzig Leuten gehört, er solle das ganz dringend mal tun. Er war insgesamt vielleicht viermal dort. Der Therapeut hat während der ersten Sitzung telefoniert, hat Bernd angerotzt, wenn dieser etwas sagte, was dem Therapeuten nicht passte. Er hörte Bernd nicht zu und schien nur sein (damals noch nicht einmal fürchterlich ausgeprägtes Alkoholproblem) zu sehen. Der Therapeut war wahrscheinlich selbst nicht besonders gesund. Im Rahmen dieser Behandlung ging Bernd auch zweimal zur Gruppentherapie, war aber zu kantig, hat also die Mitleidenden verachtet für ihre "Luxusprobleme", sich selbst aber schön verboten, über die seinen zu reden, da es im Endeffekt also auch bloß Luxusprobleme waren und immer sein werden.
Irgendwann ist Bernd also einfach nicht mehr hingegangen.

Ein Jahr später suchte Bernd erneut einen Verhaltenstherapeuten auf, der deutlich freundlicher war. Bernd war allerdings wieder nur drei- oder viermal dort. Es scheiterte daran, dass Bernd sich nicht traute, so offen zu sein, wie es vielleicht notwendig gewesen wäre. Bernd musste Reflektionen schreiben, was ihm Spaß gemacht hat. Auch gab es den einen oder anderen Ratschlag, der nicht einmal schlecht war. Ab ungefähr der dritten Sitzung hat der Therapeut jedoch nur noch Gratisweisheiten rausgehauen, vielleicht wäre es wieder besser geworden, Bernd hatte noch einen Termin, kam an dem Tag allerdings nicht aus dem Haus. Bernd überlegt, dort noch einmal hinzugehen.

Zuletzt war Bernd auf einer offenen Station im Krankenhaus. Bernd bekam dort wieder Drogen, die ihm diesmal zu heftig waren. Es gab niemanden dort, mit dem Bernd hätte reden wollen, sodass er das Gefühl hatte, dort einzugehen. Er hat sich bei seinem Zimmergenossen mit einer Grippe angesteckt, sodass er den halben Tag am Kotzen war. Dieser Zimmergenosse hat außerdem lautstark geschnarcht und übers Telefon seine Familie vollgejammert, die ihn nicht besuchen kommen wollte. Die Privatsphäre hat gefehlt.
Bernd hat verdammt schlecht geschlafen und ist als starker Raucher regelmäßig durchgedreht, da man nur bis 23 Uhr rauchen gehen konnte.
Nach einer Woche hat Bernd sich verpisst. In der Zwischenzeit hatte er einmal an der Gruppentherapie teilgenommen, was in Ordnung war, da die einzige andere Person, die dort war, ein ähnliches Problem hatte wie Bernd. Auf Bernds Station waren überhaupt fast nur Psychotiker, was für eine komische Atmosphäre gesorgt hat. Immerhin schienen fast alle mehr oder weniger krankheitseinsichtig zu sein, es war recht harmonisch, wenn auch bedrückend.
Wenn Bernd mit jemandem reden wollte, wurde ihm das tatsächlich ermöglicht, wobei diese Gespräche nie länger als fünf Minuten dauerten und man die Schuld immer bei Bernd sah.

adhiardana Avatar
adhiardana:#19238

>>19237
Medikamente will Bernd möglichst keine mehr nehmen, auf lange Sicht soll es sowieso besser sein, es zu unterlassen. Niemand weiß so recht, wie diese "Krankheiten" entstehen, blabla, was auch immer. Bernd müsste sich selbst zu helfen lernen, darauf läuft es hinaus.

iamsteffen Avatar
iamsteffen:#19240

Bernd hatte eine Verhaltenstherapie, bei einem Therapeuten der sich aus dem Bekanntenkreis ergeben hat, der auch nicht kassenärztlich anerkannt war. Das heisst, Bernd durfte selber zahlen. Er schien manchmal nicht so seriös, aber er hat gut geholfen. Viel nur reden, bischen mal rausgehen, am Ende hat Bernd u.a. dadurch seine Sozphobie weitgehend überwunden. Das heisst, die Ängst sind weg, was fehlt sind noch einige Hemmschwellen. Also mit Mödchen locker reden ist drin, den ersten Schritt aufs Mödchen zu machen ist noch schwer. Dafür, dass Bernd früher schon Angst hatte am Kiosk zu sagen was er kaufen will ist es aber ein großer Fortschritt. Ich denke einfach, es sind quasi alle schlechten Gefühle besiegt und jetzt heisst es schrittweise lernen was früher aus Angst vermieden wurde.

terpimost Avatar
terpimost:#19241

>>19236
Meine Mutter hatte von Geburt an eine Essstörung, sie weigerte sich Nahrung zu sich zu nehmen. Irgendein Pränatalpsychologe (wenn man das so nennt) hat dann "herausgefunden" dass sie zeitweise die Nabelschnur um ihren Hals gewickelt haben muss.

Keine Ahnung ob da was dran ist, darum die ". Kann man auch schlecht beweisen oder widerlegen. Aber für manches ist eine möglicherweise falsche Erklärung heilsamer als gar keine.

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#19243

Dieser Bernd überlegt sich auch, eine Therapie zu machen, weil er [spoiler]nur noch Spoilertext schreiben kann

buleswapnil Avatar
buleswapnil:#19244

>>19243
Psychosenbernd ist sich nicht sicher, ob Troll

samscouto Avatar
samscouto:#19245

>>19243
>>19244
bzw. welche Art von Troll

nicoleglynn Avatar
nicoleglynn:#19247

Bernd wusste nach Ende des Studiums nicht, wie Job bekomben, wie weiter machen, steckt in einer doofen, nicht funktionierenden Beziehung.

Knapp 4 Jahre tiefenpsychologische Gesprächstherapie führte dazu, dass Bernd die Beziehung beendete, die nicht funktionierende Selbständigkeit aufgab und normales Schaf wurde.

Heute, 8 Jahre später: Bernd hat Familie und einen Job, der ihn nicht glücklich macht, fühlt aber auch nicht wirklich unglücklich.

Wenn du jemanden suchst, der dich an die Hand nimmt und deine Probleme versteht und dann wegmacht, lass es. Wenn du das Gefühl hast, du solltest dringend was ändern, weißt aber nicht so richtig was und wo anfangen, dann hilft es, sich erstmal über sich selbst klar zu werden.

ninjad3m0 Avatar
ninjad3m0:#19248

Dieser Bernd hatte eine ziemlich gestörte Beziehung zu seiner Mutter:
Fast nie gesehen als Kleinkind, Alkoholexzesse und Selbstmorddrohungen als Kind miterlebt , praktisch keine Mutterliebe und ab 12 nur noch Hass und Streit erfahren. Nun ist sie gestorben und ich hab mit der Trauer zu kämpfen (Bernd ist 20).
Lohnt sich eine Beratung? Wenn ja, was genau? Ich weiß noch nicht, wie ich mit der Trauer zurechtkommen werde in den nächsten Monaten, also soll ich lieber jetzt schon anmelden, um dann früher einen Termin zu haben?

Muss ich selber feststellen, was mit mir nicht stimmt (also wo die Probleme liegen, nicht ihre Ursachen)
oder kann der Therapeut das durch die richtigen Fragen herausfinden? Ich hab das Gefühl dadurch allgemein kaputt zu sein, (auch vor ihrem Tod) kann es aber nicht genauer definieren.

vocino Avatar
vocino:#19249

>>19248
Lass dir von verschiedenen Therapeuten Probetermine geben und such dir dann den raus, bei dem du dich am wohlsten fühlst. Wenn sie dir dazu nicht die Gelegenheit bieten, sind sie nicht seriös. Und ja, mach es so bald wie möglich.

adhiardana Avatar
adhiardana:#19396

>>19227
Jau, kannste knicken in den meisten Fällen. Oder auch nicht. Ich hatte mal jahrelang verschiedenste Arschtherapeuten, weil Arschdepri und Hodenkopfschmerz. Viel interessanter, als deren Fragen ist es, zu versuchen, hinter dem gespielten Interesse deren Persönlichkeit zu erkennen und zu versuchen, die Psychos zu beeinflussen und mit ihnen zu spielen. Das war allerdings so hoffnungslos einfach, dass meine Tiefs immer schlimmer wurden. Versuch es, wenn Du es brauchst. Lass deinen Kopf rapieren, denn wenn man sich einredet, jemanden zu brauchen, der einen wie eine Karte auseinanderfaltet, dann wird man nicht glücklich.

necodymiconer Avatar
necodymiconer:#19401

>>19396
>die Psychos zu beeinflussen und mit ihnen zu spielen

vaughanmoffitt Avatar
vaughanmoffitt:#19404

>>19401
Hab ja nicht gesagt, dass ich nicht wirklich einen an der Waffel hatte. Musste ich aber irgendwann selber lösen. Bei dem Weg: Fotze.

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#21148

stoß

bluesix Avatar
bluesix:#21150

>>21148
Du spinnst ja

cat_audi Avatar
cat_audi:#21151

Hat ein Bernd schon mal einen Rorschachtest machen müssen? Was bekombt Bernd da für ein Feedback?

sava2500 Avatar
sava2500:#21152

analytische Therapie. Therapeutin sehr gut, einmal die Woche. Hilft erstaunlicherweise sehr gut und es gelingt in der Therapie Ordnung in Bernds Wirrkopf zu bringen.
Ist nicht so leicht einen guten Therapeuten zu finden, aber die Suche lohnt sich.
Man lernt sehr viel über sich und wie die Psyche funktioniert.
Bei miesen Fühls weil kein gf und anderen Neurosen hilft eine Stunde gut um locker gewordene Schrauben nachzuziehen.
Empfehlung für Therapie ist raus.
:3

erikdkennedy Avatar
erikdkennedy:#21185

>>21152
Ich mache auch eine analytische. Allerdings 2-3 Mal die Woche und im Liegen. Ist das nicht eher der Standard, oder machst du keine klassische?
Ist bei mir ein ständiges Auf und Ab, in instablieren Zeiten wird nur geschwiegen. Man muss allerdings versuchen, sich maximal einzubringen und von selbst zuzusehen. Ein Analytiker zieht einem nichts aus der Nase.

a_harris88 Avatar
a_harris88:#21203

>>21185
Du machst eine psychoanalytische, klassische nehm ich an?
Ich mache eine analytische nach Jung. Für den Otto Normalbernd sind 1-2x die Woche normal, selten gibt es meer. Hat seine Gründe in Jungs Überzeugungen was Therapie angeht. Ich könnte auch im liegen machen, sitze jedoch meistens.
kenne aber jemanden der auch eine hochfrequente psychoanalytische im liegen macht und damit sehr gute Ergebnisse erzielt.

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