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Veröffentlicht am 2014-10-10 13:28:03 in /vip/

/vip/ 21019: Mobbing

safrankov Avatar
safrankov:#21019

Angelehnt an ein paar schöne Fäden, die wir vor einer Weile auf /b/ hatten, und auf einen schrecklichen Zeitungsartikel, den ich heute in den Händen hielt (Bild Verwandt), möchte ich gerne einen Diskussionsfaden über Mobbing eröffnen.

Ich wurde früher selbst gemobbt, im Nachhinein betrachtet war ich aber auch selbst schuld daran. Nunja - schuld vielleicht nicht, weil ich meine Reaktionen nie anders hätte lernen können, also waren wohl meine Eltern schuld, aber ich hätte mich durch kleine Änderungen meines Seins aus dem Mobbing herausbewegen können.

Ich denke, Mobbing ist gerechtfertigt. Man zeigt unsozialen Elementen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, und zwar direkt am Beispiel: "Du reagierst so, wenn dich etwas betrifft." Am besten gefiel mir die Anekdote eines Busfahrers, der davon erzählte, dass der beliebteste Jugne der Klasse bei einem schwulen Blowjob entdeckt wurde, er jedoch sich freute und beim Spott mitlachte und die Sache nach zwei Wochen vergessen war, während es bei Mobbing-Opfern sich jahrelang ziehen kann, wenn sie einmal beim Klogang betrachtet wurden, weil sie jedes mal, wenn es zur Sprache kommt, vollständig arschbürgern.

Irgendwas ist wahrscheinlich im Busch, dass es neuerdings total hip und Hauptstrom wird, sich gegen das Mobbing zu etablieren. Ich glaube, der Gruppengeist soll zersetzt werden. Denn mal ehrlich. Auch wenn jemand "schlimm gemobbt" wird - wenn es wirklich gefährlich oder unfair wird, schreitet immer einer der normalen Mitmenschen ein.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#21020

>>21019
>Ich denke, Mobbing ist gerechtfertigt. Man zeigt unsozialen Elementen, dass mit ihnen etwas nicht stimmt
Es sind aber gerade die Asozialen, die mobben. Ich habe selbst schon gemobbt und kann mit Recht behaupten, das war absolut asozial von mir, auch wenn mit meinen Zielpersonen wirklich etwas nicht gestimmt hat.

>Ich wurde früher selbst gemobbt, im Nachhinein betrachtet war ich aber auch selbst schuld daran.
Mit dem Schuldkomplex bist du hier genau richtig. Weiter so.

albertodebo Avatar
albertodebo:#21021

>>21020
Der Mobber selbst ist natürlich ein Arsch. Wenn das Opfer aber Opfer genug ist, dass die "Normalen" sich denken "hmm, gegen diese Arschigkeit hat er sich aber schlecht gewehrt, warum?", dann führt eins zum anderen.

Wenn ein Arsch die ganze Zeit Leute provoziert, steckt er meist selbst mehr ein und wird am Ende selbst gemobbt,auch wenn er sich nicht opferhaft verhält, so einen hatten wir auch in der Klasse.

VinThomas Avatar
VinThomas:#21025

>>21021
Ach halt die Fresse.

HenryHoffman Avatar
HenryHoffman:#21038

>>21019

Stockholmsyndrom kennste aber schon OP?

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#21042

>Ich denke, Mobbing ist gerechtfertigt.

Dich würde auch ich hänseln, du Arschloch.

kennyadr Avatar
kennyadr:#21054

>>21038
Wie sollte deiner Meinung ein funktionales Kollegium mit einem kleinen fetten provokanten Autisten umgehen?

sava2500 Avatar
sava2500:#21056

>>21054
Schlechter Strohmann ist schlecht.

antongenkin Avatar
antongenkin:#21057

>>21019
geht eben nicht darum dass "unsozialen Elementen" gezeigt wird dass was nicht mit ihnen stimmt.
Das sind Gruppenprozesse die sich ein Gruppenmitglied auserwählen über dessen Ausschluss (was ja ein andauernder Prozess ist-Mobbing)sich die Gruppe definiert und das Gruppenzugehörigkeitsgefühl verstärkt wird.
Die Personen die ausgesucht werden sind vielleicht eher sensibel bzw auf eine Art und Weise verletzlich und eignen sich daher gut als Opfer.
Schlauer Bernd hat Dummbernd hoffentlich weitergeholfen

jqueryalmeida Avatar
jqueryalmeida:#21058

>>21057

Übrigens sind die Mobber selbst oft unsicher, sonst würden sie nicht mobben. Ein ehemaliger Klassenkamerad zB. hat später zugegeben dass er ziemliche Probleme mit seinem Selbstbewusstsein hatte. Nur sagend.

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#21059

>>21057
Dann müsste das Mobbingopfer doch einfach aufhören zu kehren und sich einer anderen Gruppe anschließen.

Aber wenn, sagen wir mal, aus eine Schulklasse mit 25 Leuten in der sich 5 Gruppen gebildet haben, das Opfer in JEDER Gruppe das Ausschlussobjekt ist, ist doch naheliegend, dass es am Opfer liegt.

jjshaw14 Avatar
jjshaw14:#21060

Dieser Faden...

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#21062

>>21059
>Die anderen mögen dich nicht, deshalb mögen wir dich auch nicht
Bitteschön.

stushona Avatar
stushona:#21063

>>21062
Und nach einem Schulwechsel passiert es überraschenderweise genauso, es sei denn Bernd nimmt sich zwischenzeitlich vor, sich anders zu verhalten. Hmm.

Ich habe ein anderes Beispiel für all jene, die so sozialbehindert sind, dass sie Mobbing als Willkür abstempeln.

Stell dir vor es gibt eine kleine Gruppe Leute mit der du dich richtig gut verstehst. Ihr mögt dieselben Dinge, macht ähnliche Späße etc, nur gibt es jemanden, der von seinem ganzen Wesen wie ein spiessiger Beamter wirkt. Entweder er sitzt am Rand, beteiligt sich nicht aber behält euch kritisch und grimmig im Auge, oder aber, wenn er tatsächlich mit euch redet, besteht es meist aus so Sätzen wie "Also nach Paragraph 526 ist unpassend, was du gerade gesagt hast".

Dann kommt irgendeine Moralinstanz und schreibt dir vor, dass du diese Gestalt genauso zu behandeln hast wie deine Freunde, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlt.

Was tust du?

i_ganin Avatar
i_ganin:#21064

>guckt mal was ich gebaut hab

lanceguyatt Avatar
lanceguyatt:#21072

Wer so tut als wäre er jemand, der er nicht ist, wird gemobbt.

soeinfachistdas.jpg

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#21073

>>21063

ihn beamtig behandeln während ich zu meinen Freunden weiter herzlich und fröhlich bin und nur mit ihnen Spaß habe.

Dir hätte ich zu Schulzeiten in der Pause eine Caprisonne abgegeben aber keine große Sache draus gemacht.

samihah Avatar
samihah:#21079

Dieser Faden hier... wer von den Teilnehmenden ist älter als 25?

Fragt man einen früheren Mobber, warum er gerade diese Personen gemobbt hat, kommen Antworten die im Wesentlichen sagen "der war anders" und "der hat sich nicht gewehrt". Ersteres ist auf jeden einzelnen Menschen anwendbar, zweiteres ist trivial, wenn man sich die Zahlen anschaut (ein Mobber mobbt niemals alleine).

Gründe dafür zu suchen, warum jemand gemobbt wurde, dient vielleicht der Beruhigung des eigenen Gewissens. Oder, wenn man betroffen war, ist es ein Versuch den Zufall zu rationalisieren. Tatsache ist meiner Meinung nach, dass niemand selbst daran schuld ist, sondern dass es auf irgendwelche Lebensumstände zurückgeht die man selbst nicht (wissentlich oder gar absichtlich) beeinflusst hat. Mit anderen Worten: Wer gemobbt wird, wird zufällig gemobbt, nicht weil er irgendetwas ist oder getan hat.

Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass man auch zufällig Alpha wird. Wenn man das nicht ist, obwohl man nicht von Anfang an gemobbt wurde, hat man sich das selbst zuzuschreiben.

Säge, weil mich das Thema immer noch sehr unglücklich macht. Und das nichtmal weil ich selbst gemobbt wurde.

grrr_nl Avatar
grrr_nl:#21095

>>21059
Natürlich ist das "Opfer" auch beteiligt. Oft sind es Bernds und Bernhardinen die unbewusst eine Opferhaltung haben und ausstrahlen "mit mir könnt ihr's ja machen". Das kann viele Gründe haben, zum Beispiel einen überdominanten Vater und unzureichendes Selbstbewusstsein oder oder oder. Jemand der sich seiner sicher ist, der selbstbewusst ist, wird nicht gemobbt.
Ich würde in manchen Fällen auch dazu raten, dass Kleinbernd die Faust erhebt und sich Respekt verschafft.

Dann gibt es natürlich auch die Mobbingopfer, die, sagen wir, einfach seltsam sind. Ihr wisst welchen Typ ich meine.
Aus heutiger Sicht sage ich natürlich: aufhören zu kehren, diese Person in Ruhe lassen und gut ist. Klar kann man mal drüber lachen, aber es sollte kein aktives Mobbing werden.
Kinder und Jugendliche sind aber temporär geistesgestört. Also muss man denen das erklären und pädagogisches Personal so schulen dass sie richtig eingreifen. Aber da fängt das Problem ja schon an. Wenn Bernd sich an seine Lehrer erinnert: gaben keinen fick.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#21096

>>21063
Ignorieren.

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#21113

>>21096

Obwohl er Recht hat?

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#21123

>>21072
Ich wurde aber einige Jahre als Kind gemobbt weil ich nie was gesagt habe, außer man stellte mir eine Frage. Ich habe mich da nicht verstellt, ich war tatsächlich so introvertiert.

kershmallow Avatar
kershmallow:#21504

>>21019
Es ist nicht gerechtfertigt, aber es gibt Gründe warum jemand es auslöst. Besser wäre aber, wenn z.B. Lehrer es erkennen und helfen (nicht gegen den Moment, sondern dafür dass jemand sich Hilfe organsiert).

Bernd hatte übrigens da ein interessantes Erlebnis. Immer leichtes Mobbing als Außenseiter. Nie sooo schlimm, aber eben berndig. Irgendwann ging es ihm zu weit und er hat denjenigen der ihn geneckt hat angeschrien. Respekt war nie wieder der gleiche. Die nächsten Tage war Bernd plötzlich weit mehr integriert als sonst, und galt gar nicht als derjenige der rumschreit oder so, sondern anscheinend nur als jemand der sich zu wehren weiß, wenn ihm etwas zu weit geht.
Also, öfter mal jemandem die Meinung geigen. Nicht überzogen, nicht mit ungerechtfertigten Dingen, natürlich nicht mit Gewalt, aber doch gern mal etwas deutlicher werden und nicht nur sachlich reden.

cat_audi Avatar
cat_audi:#21506

>>21095
> und unzureichendes Selbstbewusstsein
>>21123
> ich war tatsächlich so introvertiert

Macht euch mal bewusst, dass das nicht erblich ist. Das hat Gründe.
Vielleicht gerade der überdominante Vater oder auch der kaum vorhandene, aber das sind doch hier nur Vermutungen und Küchenpsychologie. Es bleibt nur, dass es irgendwo her kommt. Und bei den "Von anfang an gemobbt" Leuten ziemlich sicher von etwas worauf sie keinerlei Einfluss hatten.

mikaeljorhult Avatar
mikaeljorhult:#21521

>wenn es wirklich gefährlich oder unfair wird, schreitet immer einer der normalen Mitmenschen ein
nein, sicher nicht immer.
Zu "Mobbing" gehört auch das bloße Ignorieren und die Abgrenzung. Das "Opfer" ist immer alleine und darf in keine Gruppe rein, da kann unmöglich jemand von außen einschreiten.

Außerdem hilft es dir wenig, wenn ein paar Leute zeitweise etwas Mitleid mit dir haben, wenn die gesamte Gemeinschaft gegen dich ist.


>>21506
>Macht euch mal bewusst, dass das nicht erblich ist.
Scheissesturm herrannahend in 3,2,1...

andyisonline Avatar
andyisonline:#21532

>>21019
Du bist ein Riesenidiot, OP.

Faden kann zu.

pdugan19 Avatar
pdugan19:#21555

Zu.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#21590

Früher wurde ich in der Schule nicht wirklich gemobbt. Es gab Zeiten, da kam es mir so vor, und Zeiten, in denen ich ziemlich beliebt war. Ein ewiges auf und ab.
Was ich bis heute nicht verstanden hab, ist wie meine Eltern damit umgegangen sind. Auf dem Nach-Hause-Weg wurde ich mal von einigen Klassenkameraden einfach nur beleidigt, und meine Eltern haben dann sofort deren Eltern angerufen, obwohl es rückblickend eher harmlos war.
Ein anderes Mal wurde ich geschlagen, dann hieß es: "Nee, da rufen wir jetzt nicht an. Die haben dich ja nur geschlagen, und nicht beleidigt."
Dann wieder, ein anderes Mal, hat mich mein Vater voll ins Messer laufen lassen: Er meinte "Okay, wenn du noch mal von ihm geschlagen wirst, sag Bescheid, und ich ruf dort an!" Er ruft also irgendwann an, bekommt von den Eltern natürlich eine komplett andere Version geschildert, weil der Sohn ja so ein Engel ist, und die glaubt dann mein Vater. Den richtigen Ärger hab ich dann abbekommen ("Du kannst mir doch nicht vorenthalten, wie es wirklich passiert ist! Wie steh ich denn da?"), ohne Möglichkeit zu antworten. Am nächsten Tag war ich dann natürlich der Loser, weil ich als Opfer auch noch Anschiss bekomme, während der Täter das "Verständnis" seiner Mutter genießt. Ein typischer Cartman.
Rückblickend glaub ich aber einfach, dass mein Vater letztendlich eine Memme ohne Rückgrat ist, wenn es um die Verteidigung seiner Kinder geht, und es an mir ausgelassen hat, dass er vor den anderen Eltern den Schwanz eingezogen hat.

Genug egozentriert: Mobbing ist einfach asig, punkt. Da gibt's nichts zu entschuldigen oder zu relativieren. Selbst wenn man sich einbildet, das Opfer sei ja durch das Verhalten selbst schuld: Erzwingt Mobbing nicht genau das Verhalten? Womit hat es dann angefangen: War der/diejenige zuerst ein riesiges Arschloch, und bekommt nun die Wut der Klasse zu spüren, oder hat sich irgendein "bully" einen Schwächling rausgeschnappt, der wiederum durch die Passivität der Mitschüler anfängt, einen Hass auf sie zu schüren?

>wenn es wirklich gefährlich oder unfair wird, schreitet immer einer der normalen Mitmenschen ein.
Größter Bullshit überhaupt.

Nächstes Thema: Selbst wenn man sich einem Lehrer anvertraut, bringt es nichts. Es gibt immer Räume und Situationen, in die der Lehrer nicht hinein kann (Sportumkleide, Blind Spots auf den Pausenhöfen, Freizeit), und die schlimmsten Täter können wirklich einen auf Engel und/oder Schleimer machen, wenns drauf ankommt. Das Opfer ist dann nur noch gearschter und/oder wird als Petze stigmatisiert. Es kann aber auch gut ausgehen. kann
Die einzige effektive Lösung bei solchen Dingen ist nun mal leider Gewalt. Ich hasse diesen Ausspruch von Lehrern, dass Gewalt immer etwas schlimmes ist. Wenn du gemobbt wirst, lern Kämpfen und geb den Leuten richtig auf die Fresse. Das ist nun mal die einzige Sprache, die sie kapieren. Wir sind hier nicht im kalten Krieg, sondern auf einer scheiß Schule. Kinder/Jugendliche können grausam sein und kennen im Allgemeinen einfach keine Diplomatie.

>der davon erzählte, dass der beliebteste Jugne der Klasse bei einem schwulen Blowjob entdeckt wurde, er jedoch sich freute und beim Spott mitlachte und die Sache nach zwei Wochen vergessen war
Dafür war er ja auch der beliebteste Junge der Klasse, du Witzbold. Was willst du machen, wenn du tagtäglich verprügelt wirst? Drüber hinweglachen?
Okay, gut, das war jetzt ein Strohmann. Aber inwiefern "einfach mitlachen" funktioniert, hängt nun mal nicht zuletzt von deinem Beliebtheitsgrad ab.


Genug geschrieben, auf mehr will ich auch nicht eingehen. Ich lass das mal so hier:
https://www.youtube.com/watch?v=bSVilNZ_m6A

BillSKenney Avatar
BillSKenney:#21592

Mobbing Opfer suchen die totale Anpassung an gesellschaftlich akzeptierte Normen/geld z.B.Spaetestens in 2. Gerneration werden sie die Mobber.
Fazit. wer zuletzt mobbt , mobbt am besten.

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#21613

Ehemaliger Gemobbtbernd verfolgt aktiv die Leben seiner ehemaligen Peiniger.
Sollte sich sein eigenes Leben innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht zum besseren wenden, wird es in einer Tragödie enden. :3c

tjisousa Avatar
tjisousa:#21620

>>21590
> Ein anderes Mal wurde ich geschlagen, dann hieß es: "Nee, da rufen wir jetzt nicht an. Die haben dich ja nur geschlagen, und nicht beleidigt."
Du kannst dich wehren, es ist rein körperlich. Emotionale Schmerzen (Wobei "beleidigt" da eher harmlos klingt) können hart treffen, ohne dass man sich wehren kann. Selbst wenn man den Täter zurück trifft, solange der es sich nicht in dem Moment anmerken lässt bleibt das Gefühl selber verloren zu haben, während er (anscheinend) cool geblieben ist.

> Rückblickend glaub ich aber einfach, dass mein Vater letztendlich eine Memme ohne Rückgrat ist
Das kann allerdings gut sein. Gerade weil er auch wissen muss, dass der Vater des anderen nur seine Version darstellt.

> >wenn es wirklich gefährlich oder unfair wird, schreitet immer einer der normalen Mitmenschen ein.
> Größter Bullshit überhaupt.
In der Tat, das tun nur mutige. Und die gibt es zu wenig.

> Nächstes Thema: Selbst wenn man sich einem Lehrer anvertraut, bringt es nichts. Es gibt immer Räume und Situationen, in die der Lehrer nicht hinein kann
Es bringt nichts. Aber weil Lehrer nicht richtig handeln. Entweder wird es allgemein Thematisiert "heute reden wir mal über Mobbing" oder du wirst zentral hingestellt "X fühlt sich unter euch nicht mehr wohl" oder es gibt 'pädagogische' Gespräche mit dem Täter mit oder ohne Nennung deiner Person. Dass das so alles nichts bringt und dich nur noch mehr exponiert ist klar, aber der Lehrer meint er handelt verantwortungsvoll und pädagogisch. An sich müsste der Täter einfach mal ordentlich bestraft werden. Zwei Wochen beim Fußball in Sport nicht mitmachen dürfen oder was bei so Kerlen halt zieht.

buddhasource Avatar
buddhasource:#21622

>>21590
>Selbst wenn man sich einbildet, das Opfer sei ja durch das Verhalten selbst schuld: Erzwingt Mobbing nicht genau das Verhalten? Womit hat es dann angefangen: War der/diejenige zuerst ein riesiges Arschloch, und bekommt nun die Wut der Klasse zu spüren, oder hat sich irgendein "bully" einen Schwächling rausgeschnappt, der wiederum durch die Passivität der Mitschüler anfängt, einen Hass auf sie zu schüren?

Es ist ja nicht schuld weil es ein Arschloch wäre, sondern weil es ein unsozialer Außenseiter ist.

Wenn man mit Situationen nicht umgehen kann, muss man öfter rein um Übung zu bekommen. Oder man ist eben ein Spast und verkrampft immer weiter.

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#21623

Mobbing ist ganz einfach das buhlen um den besten Rang in der Gesellschaft. Schonmal nachgedacht warum mobbing meist bei jüngeren auftritt? Weil die noch viel stärker nach ihren Instinkten und handeln. Hausaufgaben werden nicht gemacht einfach weil diese eine negative emotion erzeugen, völlig egal dass das auswirkungen auf die bildung und letztendlich job und lebensstandart im späteren verlauf hat. Kinder beleidigen sich hin und wieder, das ist normal. Abhängig davon wie die betroffene person damit umgeht, was abhängig vom selbstbewusstsein, redegewandtheit und sonstigen fähigkeiten ist, werden der rang festgemacht. Wenn du nach einer beleidigung wie ein arschbürger reagierst sagt das aus du könntest nicht auf dich selbst aufpassen, ergo, dein rang ist niedrig. Es ist völlig normal sich über andere stellen zu wollen, es ist teil unserer instinkte und sobald erstmal jemand mit angeschlagenem selbstbewustsein gefunden wurde treten alle aderen nach um sich über diese person zu stellen und die betroffe person rutsch noch weiter in der hirarchie nach unten. So profitieren alle davon.

adhiardana Avatar
adhiardana:#21626

>>21063
>Dann kommt irgendeine Moralinstanz und schreibt dir vor, dass du diese Gestalt genauso zu behandeln hast wie deine Freunde, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlt.

Ich ignoriere diese Person einfach.

>Was tust du?
Wie gesagt weder in die Gruppe integrieren, noch mobben.
Einfach ignorieren, was ist daran so schwierig?

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#21628

Bin ich eigentlich der Einzige im Faden der das Wort "gemobbt" ortographisch absolut wiederlich findet?

likewings Avatar
likewings:#21630

Protipp:
Ganz wichtig ist es wenn man in einer neuen Klasse kommt sich möglichst schnell (in den ersten zwei Wochen) eine Gruppe zu suchen.
Muss nicht die Alphagruppe sein, aber hauptsache irgendeine Gruppe.
Wenn man nämlich innerhalb einer Gruppe ist, sinkt die Mobbinggefahr deutlichst, weil sich eine Gruppe in sich geschlossen verhält und Angriffe von Außen abwehrt, bzw. einen Angriff auf ein Gruppenmitglied auf die ganze Gruppe sieht.

Wer schon einmal eine Reisegruppe den chronisch überlasteten Hamburger Hauptbahnhof durchpflügen sehen hat weiß wovon ich rede.
Da die Reisegruppen zusammenbleiben will wird knallhart als geschlossener Verbund dort durchmaschiert und anderen Passanten die den Verbund zu Nahe kommen (Eindringlinge) ziemlich unsanft weggedrängelt.

So in etwa funktioniert das bei Gruppen und anderen Mobbern auch.

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#21631

Ich glaube, dass ein großer Faktor bei Mobbing in der Schule ist, dass Schule eine enorm erzwungene soziale Situation darstellt.

In Deutschland sieht Schule ja in der Regel so aus, dass sich die Zusammensetzung einer Klasse über mindestens ein paar Jahre kaum ändert. Nach der Grundschule werden die Karten einmal neu gemischt, doch danach befindet man sich innerhalb einer Jahrgangsstufe an einer bestimmten Schule, wo nur noch bei eventuellen Zweigwahlen die Klassen neu zusammengesetzt werden. Dies führt leicht dazu, dass ein einzelner Schüler über einige Jahre hinweg mit den selben Leuten 90% seiner Schulzeit verbringt. Wenn man noch beachtet, dass gerade in Mittel- und Unterstufe gemischtgeschlechtliche Cliquen/Freundschaften eher selten sind, sieht man das dieser Schüler von nur ca. 10-20 Leuten abhängig ist, um Anschluss in der Klasse zu finden.

Wenn man irgendwie vom Durchschnitt abweicht und/oder nicht so gut mit den Leuten aus der Klasse connecten kann, kann man schnell in einer sozialen Position landen, in der sich niemand aus Freundschaft verpflichtet fühlt einen zu unterstützen, wenn es Stress gibt. Wegen oben genannten Gründen kann diese Position über mehrere Jahre stabil bleiben. Dann fehlt nur noch jemand, der diese Schwäche ausnutzt, und man hat eine typische Mobbingsituation. Die soziale Position ist natürlich nicht das einzige Kriterium, um zum Mobbingopfer zu werden, geistige Reife, körperliche Reife, soziale Intelligenz und viele andere Faktoren spielen ebenso eine Rolle. Die "Kunst" des Mobbings (zumindest der hier beschriebenen Art von Schulmobbing) ist es aber, die schwächste Person in der Klasse zu finden und sie konsequent über ihre Schwächen anzugreifen.

Warum funktioniert dies nun in der Schule so gut? Neben der Stabilität der sozialen Gruppe "Klasse" ist man auch enorm oft auf Interaktionen mit den Mitschülern angewiesen. Bei Gruppenarbeit, im Sportunterricht oder selbst bei normaler Mitarbeit im Unterricht sind die Mitschüler enorm nah an einem dran, außerdem muss man ja mit irgendjemandem die Freistunden, Pausen und Klassenfahrten verbringen. Wenn man einerseits sozial auf seine Mitschüler angewiesen ist und einem andererseits von ihnen Ignorieren bis Feindseligkeit entgegen kommt, spürt man dies an jeder Ecke. Dies entkräftet meiner Meinung nach die These, dass ein Mobbingopfer die Mobber ignorieren oder ihnen aus dem Weg gehen sollte, denn wenn man gemobbt wird, ist die Situation so, dass dies nicht möglich ist. Könnte man den Tätern einfach so ausweichen, würde man nicht gemobbt. Wenn man sich trotzdem in der Nähe seiner Mobber aufhält, dann weil die soziale Situation so ist, dass man sonst mit niemandem interagieren kann.

Dazu kommt auch noch, dass Schule hier grundsätzlich eine Interaktion ist, die mit enormem Druck funktioniert. Die Schüler werden durch Angst und Zwang zum Lernen gebracht. Dies geschieht zwar nicht offensichtlich durch Gewalt oder so, doch für viele Schüler ist es ein enormer Kampf, um z.B. am Gymnasium zu bleiben. Der Druck kann eigentlich aus allen Richtungen kommen, Lehrer, Eltern oder Gesellschaft, meistens auch jedes davon ein bisschen. Für mich ist es nicht überraschend, dass diese Negativität dann innerhalb der Schüler weitergegeben wird, es wird ihnen ja entsprechend vorgelebt. Außerdem ist es mehr oder weniger ein Fakt, dass viele Lehrer sozial zu inkompetent sind, um Mobbing zu erkennen und zu bekämpfen, oder zu desinteressiert oder überarbeitet.

Dieser Bernd wird morgen auch noch was dazu schreiben, warum es 1. faktisch falsch und 2. schönredend ist, wenn man Mobbing als "soziales Korrektiv" gegenüber unangenehmen Personen darstellt. Aber jetzt gehts erstmal schlafi machen.

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#21632

>>21631
Als Du die soziale Kompetenz der Lehrer ansprichst fällt mir folgende Episode ein... Englischlehrerin nimmt Nazibernd beiseite und spricht: "Ich versteh dich nicht. Der X zum Beispiel wird von den anderen gemobbt weil er eine doofe Tucke ist und einfach nicht anders kann. Du hingegen scheinst deine Mitschüler ganz bewusst gegen dich aufbringen zu wollen."
Fühlte verstanden und unverstanden auf eine schrödinger Art.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#21650

>>21623
> noch viel stärker nach ihren Instinkten und handeln
Nein, weil es viel weniger Konzigwenzen gibt.
Du hast einen geschützten Raum. Wer keine Hausaufgaben macht wird nicht gefeuert, sondern ermahnt. Nach dem dritten Mal muss er vielleicht länger bleiben und lernt das nächste Mal abzuschreiben statt keine Hausaufgaben zu haben. Wer mobbed bekommt auch nichts besonders hartes zu spüren, vor allem in Relation zur gefühlten Überlegenheit und Befriedigung durch das Mobben.
Merkt man, wenn man sieht was Leute für Arschlöcher werden, wenn sie einmal so weit oben in der Nahrungskette stehen, dass sie wieder ohne Konsequenzen mobben können. Das wird dann nämlich auch hemmungslos gemacht.

anhskohbo Avatar
anhskohbo:#21652

>>21630
Das Problem für Bernd ist halt, er kommt her und sieht da 5 Gruppen und kommt zu einer "dürfte ich vielleicht ..." und die so geschlossen "eh, guck mal bei den anderen". Da muss man sich auch einmal in die Gruppe reindrängen.

>>21631
Und hier kannst du Schule an den meisten Stellen durch "Unternehmen" ersetzen. Auch häufig wenig durchmischung und lange Zeit die gleichen Kollegen, auch Druck von oben, etc.

>>21632
Trotz/Protest in dir? Wenn die mich schon nicht akzeptieren, dann gehe ich zumindest so weit, dass ich absolut korrekt handele während die anderen trotzdem zur Weißglut gebracht werden?

mactopus Avatar
mactopus:#21670

>>21631
Bernd wartet auf den versprochenen zweiten Teil, nur sagend.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#21692

>>21652
>dann gehe ich zumindest so weit, dass ich absolut korrekt handele während die anderen trotzdem zur Weißglut gebracht werden?
Wat?
Meer wie:
>habe starken Sinn für Gerechtigkeit (wgn. pol. Gr.)
>fühle dich ungerecht behandelt
>versuche es mit Diplomatie
>Diplomatie scheitert / macht alles nur noch schlimmer
>Wie für Gerechtigkeit sorgen ohne die Anderen zu manipulieren?
>Sei böse, werde schlecht behandelt == alles i.O.

Klingt doof, ist es auch und ich wünschte das böse sein fiele mir nicht so schwer. Auch: das Fühl wenn sich den Nazis ursprünglich aus einem bösen Impuls heraus zugewendet und dann bemerkend, dass die auch in oben beschriebener Situation stecken -- nur noch viel unrettbar tiefer.

Neuste Fäden in diesem Brett: