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Veröffentlicht am 2014-01-04 16:07:07 in /w/

/w/ 14114: Hallo Bernd. Warum hat Ba137m1 so eine lange Halbw...

mhwelander Avatar
mhwelander:#14114

Hallo Bernd. Warum hat Ba137m1 so eine lange Halbwerszeit? Es gibt noch einen weiteren metastabilen Zustand Ba137m2, der nur 0,6µs lebt.
2,5 Minuten sind schon irgendwie lange. In dem Buch, das mich auf diese Frage brachte, steht ein M4 an dem Pfeil. Ich glaube, dass das heißt, dass der Übergang eine Multiplizität von 4 besitzt, aber ich weiß nicht, was das bedeutet.

mactopus Avatar
mactopus:#14115

Sowas riecht immer nach Spinverbot.

Wikipedia schreibt, dass das elektrische Feld des angeregten Kerns starken Quadrupolcharakter hat, das eines Gammaquants aber nur Dipolcharakter. Das dürfte wohl allgemein die Erklärung hinter "Spinverboten" sein, Physikbernd darf mich da gerne korrigieren.

albertodebo Avatar
albertodebo:#14116

Kein Spezialexperte,
und in diesem Falle ratlos,
aber Quantenmagik ist eben hart
(und bereits die Modelle der Kerne, Tröpfchen usw. sind grober Unfug eigentlich )


Ist teilweise wie in der Chemie, kann man auch viele Sachen nicht verstehen weil ist einfach so (bzw. die Merkregeln liegen an der unterliegenden Quantenmagie, Beispiel Aromaten oder Schalenfüllung 8)

HenryHoffman Avatar
HenryHoffman:#14117

Wenn ich mich recht erinnere, bedeutet M4, dass das Gammaquant in der M4-Mode abgestrahlt wird (M steht für magnetische strahlung, alternativ gibt es auch E wie elektrische), also nicht als einfache dipolstrahlung (die heißt E1). Die 4 bedeutet, dass es die 2^4te ordnung ist, also ein "sedecimal-übergang". Das erklärt auch, warum die Halbwertzeit so lang ist, denn solch eine mode koppelt nur sehr schwach.

kennyadr Avatar
kennyadr:#14119

>>14117
Ich habe es zwar nicht wirklich verstanden, es klingt aber sinnvoll. Das mit der Kopplung klingt nach QFT, die ich unbedingt hören sollte. Was ist magnetische Strahlung im Gegensatz zu elektrischer?

stushona Avatar
stushona:#14120

>>14119
Die Namen 'magnetisch' und 'elektrisch' sind ein bisschen eigenartig, ja. Es handelt sich einfach um verschiedene Formen des elektromagnetischen Feldes weit weg von der Quelle. Die häufigste ist elektrische Dipolstrahlung. "Magnetische" Dipolstrahlung ist das gleiche, aber mit elektrischem und magnetischem Feld vertauscht.

Das Konzept hat mit Quantenmechanik nichts zu tun, das gibt es auch klassisch; deshalb findet man alles dazu im Jackson (Multipolstrahlung).

Auch die Kopplung von elektromagnetischem Feld an geladene Quellen kann man eigentlich ohne Quantenmechanik verstehen, die ist ja Teil der Maxwellgleichungen.

alta1r Avatar
alta1r:#14121

>>14120
Wie erklärt sich dann die schwache Kopplung? Liegt das am Kernspin des Bariums?

timgthomas Avatar
timgthomas:#14122

Nein. Das liegt daran, dass der Kern klein ist im Vergleich zur ausgesandten Wellenlänge. Lies Kapitel 9 über Multipolentwicklung im Jackson.
Schau mal auf (in meiner Ausgabe) Formeln (9.175) und (9.176).

Der Spin hat aber damit zu tun, dass eine derart hohe Ordnung nötig ist (die so schlecht koppelt).

_kkga Avatar
_kkga:#14123

>>14122
Ich habe wohl eine andere Ausgabe, deine Formeln sind bei mir zur Schattenstreuung, die Multipolentwicklung liegt c.a. 100 Formeln davor. Ich lese mal etwas.

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