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Veröffentlicht am 2014-04-06 11:21:33 in /w/

/w/ 14403: Stencil

wahidanggara Avatar
wahidanggara:#14403

Bernd hatte diesen Faden schon mal auf /k/ erstellt. Nur scheint der Umgang mit solchen Ideen dort wenig kreativ zu sein.

Bernd würde sich gerne die Arbeit erleichtern und seine Schablonen nicht stundenlang mit einem Skalpell ausschneiden.
Deshalb tüftelt er seit Tagen an folgender Idee.

1. Bild bearbeiten
2. Bild auf Laserdrucker ausdrucken
3. Substanz auf dem Ausdruck aufbringen, welche die bedruckten Stellen wegbrennt\ätzt*
4. Hab innerhalb Sekunde eine brauchbare Schablone
5. ???
6. Gewinn
*alternativ wäre es auch möglich die nichtbedruckten Stellen zu entfernen.

Bernd hat es schon mit Kaliumpermanganat und Glycerin versucht.
Ergebnis: Kaliumpermanganat läßt sich relativ gut mit einem Bügeleisen am Druckertoner festbügeln. Die Reaktion mit Glycerin ist bei weitem nicht ausreichend, um ein schnelles, sauberes Loch durch das Papier zu brennen. Eigentlich brutzeltes es nur kurz. Papier kehrte nicht.


Bernd ergurgelte noch Schweizers Reagens Tetrammin-Kupfer(II)-hydroxid als Möglichkeit, aber die Herstellung scheint nicht einfach und Bernd ist kein Chemiker.

Welche einfachen Verfahren oder Substanzen eignen sich, zielgerichtet Löcher in Papier oder Folie zu machen?

Drinvor: Schneidplotter

shadowfreakapps Avatar
shadowfreakapps:#14404

>>14403
Wie wärs mit Photolitograch vergiss es.

Shriiiiimp Avatar
Shriiiiimp:#14405

Man könnte natürlich einen 3D Drucker verwenden, um eine stabile Mehrfachschablone zu erhalten. Diese ließe sich auch nach Verwendung abwaschen.

jrxmember Avatar
jrxmember:#14406

Schau dir mal an wie Hobbyelektroniker Platinen ätzen, die drucken auch nur eine Belichtungsmaske aus, Belichten damit eine Platine die mit fotoempfindlichen Lack beschichtet ist, und Ätzen das dann.

Zum Belichten geht ein alter gebrachter Gesichtsbräuner von Ebay super (meiner hat 9€ gekostet) und Entwickler sowie Ätzmittel kosten auch nur ein paar €. Als Maskenmaterial geht sogar normales Papier.

Statt Platinen kannst du direkt hauchdünnes Kupferblech ätzen. Ist zwar alles nicht so ganz billig wie einfach ausdrucken, aber jetzt das Erste das mir einfällt und das funktioniert. Afaik Ätzen sich so Modellbauer auch kleine Metallteilchen zurecht, da kannst du auch mal Know How abgreifen.

Dann haben relativ viele Copyshops auch Schneidplotter und Plotten dir auch Selbstklebende Folie etc aus, die ist aber recht labberig.

andrewofficer Avatar
andrewofficer:#14410

>>14406
> Dann haben relativ viele Copyshops auch Schneidplotter und Plotten dir auch Selbstklebende Folie etc aus, die ist aber recht labberig.

Beste Idee bis jetzt.

cat_audi Avatar
cat_audi:#14413

>3. Substanz auf dem Ausdruck aufbringen,
Versuche mal Schwefelsäure (Batteriesäure) Bernd. Vorsicht, sie macht keinen Unterschied zwischen Papier und Kleidung.

umurgdk Avatar
umurgdk:#14414

>>14413
Bernd dachte eher an feinvermalene Feststoffe, die sich auf den Toner aufbügeln lassen.

rawdiggie Avatar
rawdiggie:#14415

>>14414
Schwefelsäure ginge allerdings mit Tintenstrahldrucker.

tomgreever Avatar
tomgreever:#14416

>>14413
Dieser Bernd hat mit H2SO4 gute Erfahrung in Sachen Papier ätzen. Bernd wollte immer mal eine alten Inkjet Patrone damit füllen aber hab bisher keinen gefunden mit dem ich mich das traue.
Vielleicht kann ein anderer Bernd das mal probieren.

linux29 Avatar
linux29:#14417

>>14415
Oh überlesen. Hast du es schon probiert? Wenn ja welche konzentration? Welcher Drucker? Hat der es überlebt?
Was etwas stört sind die eingefärbten Kanten allerdings war die Konzentration sehr hoch bei mir.

bluesix Avatar
bluesix:#14418

>>14417
Ein Drittes mal NaOH/KOH Lsg. sollte Cellulose Papier auch ohne Probleme auflösen.

chatyrko Avatar
chatyrko:#14419

>>14418
Nein, das geht in der Tat nicht ohne Hilfsstoffe wie zB CS2 bei der Viskoseherstellung oder die schon genannte Kupferseide.

posterjob Avatar
posterjob:#14422

Ich bin leider nicht so technikbegeistert wie ihr, liebe /w/-Bernds, aber als jemand der regelmäßig Stencils benutzt, kann ich euch sagen dass 10 Minuten Arbeit mit Cuttermesser und Schaumgummi eine absolut überzeugende Schablone ergeben, die man lange nutzen kann, sich einfach bearbeiten lässt und noch dazu durch ihre Schaumstruktur überschüssige Farbe aufnimmt. Das scheint mir der geringere Aufwand zu sein.

Was mich vielleicht interessieren würde, wäre ein Stencil, in Blech gestanzt. Das kann man gut stabilisieren, und, wenn man es nicht versehentlich verbiegt, jahrelang benutzen. Wie würde Bernd das anstellen?

liang Avatar
liang:#14423

Um Blech sauber zu Stanzen, brauchst du einen Stempel mit der exakten Form. Wenn du sehr kleine Dinge stanzt, kannst du eine weiche Unterlage wie z.B. Holz oder Blei nehmen, aber für richtig saubere Stanzungen benötigst du dann noch eine Schnittplatte mit exakt der Form des Stempels + Schnittspalt der von deinem zu stanzenden Material und dessen Dicke abhängt.

Sprich: Stanzwerkzeuge sind sehr aufwendig, und lohnen sich eigentlich nur für die Massenfertigung. Bei Stückzahl 1 die du benötigst ist das nicht sinnvoll.

Es gibt Stanz- und Nibbelmaschinen die einige Standardwerkzeuge in ihrem Magazin haben, und die dir Stück für Stück deine Kontur ausnibbeln. Das Blech wird dabei CNC gesteuert verschoben, und die Kontur Stück für Stück gestanzt. Das ist aber eher etwas grob, das nutzt man in der Industrie für Dinge wie Schaltschränke, Maschinenverkleidungsbleche, solche Dinge. Für feine Arbeiten sind diese Maschinen etwas grob, und die können auch keinen perfekten Radius ohne kleine Absätze wo das Werkzeug jeweils umgesetzt wurde.

Laserschneidanlagen können besonders dünnes Blech sehr sauber schneiden, auch ist die Schnittgeschwindigkeit besonders bei gut laserbarem, dünnen Stahlblech extrem hoch. Auch nehmen die meisten Steuerungen von Laserschneidanlagen heute DXF Dateien an, die man mit den meisten CAD Programmen und Vektorgrafikprogrammen erzeugen kann. D.h. der Fertigungsaufwand für den Fertiger und somit die Kosten verringern sich erheblich.

Es gibt eine Menge Firmen die auf Blechverarbeitung spezialisiert sind und Laserschneidarbeiten durchführen, mittlerweile sogar online - Datei hochladen, Angebot bekommen und bestellen.

Auch möglich wäre, das Blech auf einer flachen CNC Portalfräsmaschine auszufräsen, mit einem Fräser mit einem kleinen Radius wenn du sehr feine Konturen oder fast scharfkantige Ecken benötigst - ganz scharfkantig geht per Fräsen halt nicht, da der Fräser natürlich rund ist.

Was wie schon erwähnt auch sehr einfach und günstig zuhause geht, ist das Ätzen von Kupfer oder Messingblech im selben Verfahren wie auch Platinen hergestellt werden.

http://www.themt.de/mt-0170-etch-49.html

t. Fertigungstechnikexperte

VinThomas Avatar
VinThomas:#14424

>>14423

Was mit noch einfällt: Wenn du deine Vorlagen mit dem Cuttermesser händisch ausschneidest, kannst du dir die eigentlich auf ein Blech kleben und das mit einer Laubsäge aussägen, das geht bei dünnem Material ratz-fatz.

Das Blech muss gut abgestützt sein, ein Stück Holz/Flacheisen/etc mit einer kleinen Bohrung (4-5mm) und einem eingesägten Schlitz geht super, sowas kann man sich dann in einen Schraubstock einspannen.

Laubsägeblätter gibt es für Metall, und durch dünnes Blech geht das auch wie Butter durch. Ich würde dünnes (1mm?), weiches Stahlblech, oder etwas dickeres (2mm?)Alublech vorschlagen, das lässt sich super mit einer Laubsäge händisch sägen.

Wichtig ist ein feines Blatt, am besten mit einer Zahnteilung die kleiner ist als die Blechdicke, damit immer mehr als ein Zahn im Eingriff ist. Sonst hakt das Blatt leicht.

Wo man heute noch Laubsägen bekommt? Püh. Ich habe in der Ausbildung noch händisch Schnittplatten für Stanzwerkzeuge mit einer Laubsäge ausgesägt, ich würde fast eher im Internet nach vernünftigen Metallsägeblättern und einem Laubsägebogen schauen statt in Werkzeugläden, sowas verkauft ja kaum noch Jemand. Sollte preiswert sein, vor ein paar Jahren kosteten Laubsägeblätter nur Pfennige.

Mit einer feinen Schlichtfeile kannst du die Kontur noch etwas glätten und überschüssiges Material abtragen, für Alu die Feile mit Kreide einstreichen damit sich keine Späne in der Feile festsetzen und dir die Oberfläche ruinieren. Blech ganz knapp im Schraubstock einspannen, damit es nicht vibrieren kann, oder in der Hand halten und Feile gefühlvoll mit wenig Druck einsetzen - gerade bei Alu kein Problem.

millinet Avatar
millinet:#14433

>>14424
Stencils aussägen ist leider sehr schwer, weil man viele kleine, fitzelige schwarze Linien hat, für die man erst mal ein Loch bohren, dann das Sägeblatt durchfädeln und dann sehr präzise sägen müsste. Anbei mal eins von meinen Motiven - das wird mit einer Säge nahezu unmöglich. Für kleinere schwarze Flecken und Punkte könnte man vielleicht einen Bohrer nehmen und ihn mehrfach ansetzen, um das ganze "auszustanzen", das habe ich noch nicht versucht, würde ich aber vielleicht bei Gelegenheit mal.

mshwery Avatar
mshwery:#14434

Der Stencil-Heinrich wäre mit vertretbarem Aufwand auszusägen, würde sowas dann aber wenn kein Geldmangel sowieso eher lasern lassen.

Das Motiv das du jetzt pfostiert hast ist so in der Form ja sowieso nicht ausschneidbar, das muss massiv nachbearbeitet werden.

mshwery Avatar
mshwery:#14435

>>14434
Nein. Nur bei der Schrift. Ich kann nachher mal Fotos davon auf Keilrahmen hochladen.

sunshinedgirl Avatar
sunshinedgirl:#14445

>>14435
Hat doch ne Weile gedauert, tut mir Leid, Bernd!
So sieht das dann aus.

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