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Veröffentlicht am 2015-09-12 11:13:20 in /we/

/we/ 51120: Seelsorge für Bernd

pakhandrin Avatar
pakhandrin:#51120

Seelsorger-Bernd nimmt sich eures Kummers an. Egal, was euch zu schaffen macht, ich höre es mir an und sehe, was ich tun kann.
t. Bernd, der in einem Kinderhospiz gearbeitet hat und weiterhin Leidende, Traurige und Sterbende berät und ihnen zuhört.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#51121

>kein gf

falvarad Avatar
falvarad:#51122

>>51121
Na dann erzähl mal. Ist da eine, die du magst? Hattest du ein GF und jetzt nicht mehr?
Wenn du allerdings schlecht gelaunt bist, wegen einer Person, die du weder kennst noch je getroffen hast, warum stört dich das? Ein Mensch, den du nicht kennst, ist auch eine Belastung weniger. Dir dürfte bekannt sein, dass kein GF der Welt nur dafür da ist, damit es dir gut geht. Das Mädchen hat auch eine Menge eigener Probleme, wenn es kein Cyborg ist, und dann würdest du dir wünschen, du wärest wieder allein. Die beste Medizin gegen diesen Zustand ist, zu lesen, wie runter mit den Nerven die sind, die immer eine Freundin wollten und dann eine bekommen haben, die ihnen aber auf den Sack geht mit aus der Luft gegriffenen Pseudoproblemen.

aleclarsoniv Avatar
aleclarsoniv:#51123

>>51121
Das was du dir eigentlich wünschst, ist Selbstachtung. Die kann dir aber kein Mensch verleihen, die kannst du nur in dir selber finden.
Lustiger Twist: wenn du deine Selbstachtung gefunden hast, wirst du nicht mehr sehnsüchtig ein GF herbeiflehen, denn dann wirst du schon mit dir allein zufrieden sein und es auch ausstrahlen. Allerdings wird die Zufriedenheit, die du ausstrahlst, dich so anziehend und interessant machen, dass praktisch jedes Mädchen, das du triffst, dich irgendwie gut finden wird. Du wirst dann vielleicht spaßeshalber mal schauen, wie das ist, Seks und Zärtlichkeit, aber möglicherweise einfach davon Abstand nehmen, weil du erkannt haben wirst, dass es letztlich nur Spielerei wäre für jemanden, der persönlich so gereift ist, dass er sein Ego nicht mehr streicheln lassen muss von anderen Menschen.

shesgared Avatar
shesgared:#51124

Wie Gefühle wegen Ex-GF abstellen?

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#51125

>>51124
Wie ist es denn zu Ende gegangen? Erstmal: tut mir leid für deinen Verlust, Bernd. Aber wenn du jetzt etwas Zeit für dich allein hast, kannst du vielleicht prüfen, was gut war, was schlecht, warum es aufhören musste. War sie deine erste? Das ist meist holprig. Wenn nicht, schau nach, ob du vielleicht Fehler aus der ersten Beziehung wiederholt hast. Aber was auch immer du ausgräbst, ob Fehltritte ihrer oder deiner Seite, habe den Mut, es ihr und vor allem dir zu verzeihen.
Wenn du sie im Alltag öfters siehst, wird sicher öfter wieder ein Gefühl aufflammen, ich würde dir darum raten, gegebenenfalls den Arbeitsplatz etc. zu wechseln, falls es zu hart ist.
Allgemein: du musst die Gefühle nicht abstellen und solltest es auch eher nicht. Das würde sich ja nur aufstauen und irgendwann zwingt es dich von innen in die Knie. Wichtig ist, dass du dich durch deine Gefühle nicht unbedacht zu einer Handlung hingerissen fühlst, ob nun eine Racheaktion oder ein Flehen darum, dass ihr euch mal wieder treffen solltet. Denke daran, dass Frauen in der Regel das Interesse und die Achtung verlieren, wenn ein Typ sich zehnmal am Tag bei ihr meldet, weil ihr das zeigt, dass du mit dir selbst nicht zufrieden bist und nach ihr wie nach einer Droge verlangst. Wenn du in dieser Machtposition wärst, würdest du das Weib nicht auch lieber zappeln lassen? Darum, egal ob du sauer auf sie bist oder nicht, unterlasse den Kontakt, begehe keine Affekthandlungen, aber denke ruhig in der Freizeit mal gezielt über die Zeit mit ihr nach, sieh es als progressive Gefühlsbewältigung.
Kau die Sache in stillen Stunden durch, mach es dir gemütlich, schwelge ruhig auch in schönen Erinnerungen, es kann sogar gut sein, wenn du einfach nichts mehr fühlen willst, dich künstlich in ein Gefühl hereinzusteigern, um es zu überwinden. Lies alte SMS, Emails, Chatlogs, bring dich selbst total zum Heulen, denn es muss offenbar noch etwas raus, aber danach wird es leichter.
Wirklich das wichtigste ist, egal was vorgefallen ist, es hinzubekommen ihr zu vergeben, wie sehr sie dir verletzt hat, und dir zu vergeben, egal was auch immer du getan hast. Wir wollen doch nicht, dass du dich innerlich verknotest und wegen unbewältigter Emotionen irgendwann Bomben legst oder einen Schulbus entführst. :3

rangafangs Avatar
rangafangs:#51126

dfw Kackfäden im Kanal ;_;

mutlu82 Avatar
mutlu82:#51127

>>51126
Tut mir leid, wenn du das für einen Kackfaden hältst. Werde auch keinen zweiten eröffnen, wenn es nicht gewünscht ist. Falls du diesen Faden nicht meinst, es gibt auf jedem Brett Kackfäden, einfach ignorieren.

ripplemdk Avatar
ripplemdk:#51128

>>51125
Sie hat mich betrogen und wusste nie was sie wirklich will. Sie ist aber ständig eifersüchtig.
Die ganze Geschichte stört mich auch nicht mehr und ich habe ihr das auch verziehen, aber ich verstehe ihre Reaktionen nicht. Sie will mich nicht mehr sehen und gestern haben wir uns zufällig getroffen und dann macht sie so eine Eifersuchtsszene obwohl sie es ja augenscheinlich nicht mehr will und ich habe mich ja nur mit welchen unterhalten.

alessandroribe Avatar
alessandroribe:#51129

>>51128
Dann kannst du es dir vielleicht jetzt selbst erklären. Sie ist ein unsicherer Charakter, wie Bernd, nur in der Frauenversion. Ist sie ein Einzelkind? Sie sucht auch nur Bestätigung, das ist ja nicht verboten. Sie klingt traurig und verunsichert, dass sie auf dich als Exfreund eifersüchtig ist. Du hast da wohl einen ziemlichen Moment der Schwäche von ihr miterlebt, und wahrscheinlich bereut sie tatsächlich, wie sie sich verhalten hat.

breehype Avatar
breehype:#51131

>>51129
Naja, sie verhält sich ständig so, sie tut immer so als wäre ich ihr egal, aber dann regelmäßig solche Aktionen.
Nun gut, Bernd befolgt grade die Ratschläge von >>51125 und hofft, dass es mit der Zeit alles leichter wird.
Danke, dass du Bernd zugehört hast.

rohan30993 Avatar
rohan30993:#51133

>>51131
Lass es dir gut gehen, du kriegst das hin. Du kannst es als Input für deine Menschenkenntnis einordnen, denn deine Ex-Freundin ist nicht die einzige, die sich so verhält.

OP ist weiterhin bereit, sich eurer Fragen und Nöte anzunehmen.

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#51143

Bernd ist gerade auf den Faden gestoßen und muss sagen Seelsorger Bernd ist echt gut.
Du erkennst viele Dinge und verstehst die menschliche Seele gut, das es sowas auf kc gibt.

Habe jetzt leider keine so gravierenden Probleme um das Potential selbst zu nutzen.
Vielleicht wenn ich mal ein wenig Zeit habe, komme ich mit einem (mittelgroßen) Problem wieder, vielleicht auch nicht.
Allen Anderen hier (und Seelsorger Bernd) so lange viel Glück.

ryanmclaughlin Avatar
ryanmclaughlin:#51145

>>51120
Gute Idee, Seelsorger Bernd. Respekt für den Dschob im Hospiz.

Weiter machen!

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#51146

>>51143
> Habe jetzt leider keine so gravierenden Probleme....

Gold!
Aber keine Sorge; das wird schon noch!

funwatercat Avatar
funwatercat:#51147

>>51123
Bester Pfosten, weiter so :3

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#51148

>>51120
Hallo Seelsorge-Bernd, ich bin leider ziemlich kurz (1,70m).
Was kann ich tun um alfa zu fühlen?

drinvor haha Manlette

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#51149

Ich fange an, 1994 geboren, arme Familie, Vater die ganze Zeit nur am Arbeiten und verrückte Mutter die wenn der Vater nach hause kommt nur Streit macht und sagt er soll mich schlagen für verschiedene Sachen. Hab später noch 2 Brüder bekommen, ging dann in die Schule, da ständig schlecht gelaunt, und hab kaum was mitgemacht, obwohl es nicht sonderlich schwer war, mit ungefähr 13 angefangen auch aggressiv wie Fick zu werden, dazu noch Selbstmordgedanken, wurde zuhause jeden Tag geschlagen und hab den Frust in der Schule herausgelassen und hab andere geschlagen, mit ungefähr 16 in die Fachoberschule Wirtschaft mit einem Praktikum nebenbei in der Firma meines Vaters die er seit ungefähr 2 Jahren seit dem hat, hab die ganze Zeit nur gearbeitet, und irgendwann die Schule abgebrochen, und dann die nächsten Jahre nur dort gearbeitet, und sobald man nach hause kam nach 12 Stunden Arbeit auf Kc gelauert denn außer Bernd hat einem keiner zugehört, und der Kontakt zu Freunden von früher wurde immer weniger und weniger. Urlaub war einfach nur zuhause sitzen jeden Tag.
Mit 20 dann wurde ich immer depressiver und wollte endlich sterben, aber auch immer aggressiver. Hab auf der Arbeit einen Arbeiter geschlagen weil er sich so dumm angestellt hat, wurde raus geworfen, und alles wurde nur noch schlimmer, mein Vater drängte mich dazu endlich eine andere Arbeit zu suchen denn bei ihm arbeiten könnte ich nicht, doch ich hab keinen Fick gegeben und dachte ich bring mich eh um, also wer kehrt?
Damit er mich nicht nervt hab ich gesagt ich geh zur Bundeswehr, doch für die hatte ich nicht genug Gewicht, musste auf 66 Kilo kommen, hatte 2 Monate Zeit, hat aber nicht funktioniert, und dann setzte mein Vater mir eine Frist, entweder bis dahin bin ich bei der Bundeswehr, oder arbeite weiter bei ihm, doch diese Arbeit war die Hölle, und mein Gewicht hab ich auch nicht steigern können, also 1 Tag vor dieser Frist hab ich mich aufgehängt, war in der Schlinge am rumzappeln, mein Vater bricht die Tür auf und schneidet mich los.
Ich lande in der Klapse, dort bin ich 3 Monate, hab dort ein Mädchen kennen gelernt was genau so ist wie ich, was mich versteht, und komme mit ihr zusammen, und jetzt im Moment bin ich in ihrer Wohnung hier, immer noch in Therapie, immer noch Selbstmordgedanken, und ich muss mir jetzt unbedingt Arbeit suchen, doch sonst ist alles eigentlich ganz ok.

herrhaase Avatar
herrhaase:#51150

>>51149
Hallo Bernd. Wilde Geschichte, ich nehme an, dein Vater wird dein Verhalten für vollkommen unvernünftig halten? Dir fehlt buchstäblich die Luft zum Atmen. Der Druck von deinem Vater und gleichzeitig die ganzen Gedanken und die Wut, die man in der Situation ohnehin schon hat, kein Wunder, dass du da die Kontrolle verlierst. Du willst deine Freiheit, vielleicht nicht die Freiheit alles tun zu dürfen, nur wenigstens die Freiheit, nicht alles tun zu müssen, was einem vorgesetzt wird.
Jetzt hast du etwas Abstand, kannst du dich in der Therapie denn erholen oder meinst du, man will dir vielleicht irgendeine Störung einreden, die du gar nicht hast?
Schön zu hören, dass du dort jemanden gefunden hast. Ich hoffe, dass du dort mal richtig durchatmen kannst.
Also, den Konflikt deiner Eltern und die ganze Familiensituation wird man nicht so schnell entwirren können. Wichtig ist, dass du jetzt Zeit hast, um wieder zu dir selbst zu finden. Kümmere dich um deine Interessen, so gut das geht, lies (vielleicht etwas von Hermann Hesse, falls es dich nicht noch mehr aufwühlt, wird es dir sicher helfen oder dich wenigstens unterhalten, am besten Narziß und Goldmund) wenn du magst und wenn du weißt, was du arbeiten willst, kannst du ja nach Stellen oder Ausbildungsplätzen suchen, falls du einen Betreuer oder Sachbearbeiter hast, wird der dir sicher die ersten Schritte erleichtern.

Es war ein ziemlich drastischer Schritt, dich aufhängen zu wollen. Andererseits hat das deinem Vater deine Entschlossenheit gezeigt, und wahrscheinlich war es das einzige Mittel, das ihm gezeigt hat, dass er so nicht mit seinem eigenen Sohn umgehen kann. Du wirst wahrscheinlich selbst sehen, dass hier keiner der Schuldige ist und nach so etwas in Familienfragen zu suchen, hat keinen Zweck. Es war eine Verzweiflungstat, die deinem Umfeld gezeigt hat, dass du dich nicht so unter Wert verkaufen lässt. Der Konflikt ist damit natürlich nicht gelöst, aber du hast jetzt alles Recht in der Welt, dich um dich selbst zu kümmern. Herauszufinden, was du willst. Wenn deine Eltern mit deiner Entscheidung nicht einverstanden sind oder du dich nicht so schnell entscheidest wie sie es gern hätten, kannst du hoffentlich in Zukunft entweder bei Freunden unterkommen oder ausziehen, denn du weigerst dich ja nicht zum Spaß. Du hast eigene Ideen, aber die können sich nicht regen, wenn die Familie einen ständig aggressiv werden lässt. Ich wünsche dir viel Kraft und das dein Mädchen zu dir hält und die Therapie etwas bringt und dich nicht erst richtig verkorkst! :3

alexcican Avatar
alexcican:#51151

>>51148
Es gibt eine ganze Menge Alphas die so groß oder so klein sind wie du. Vielleicht hast du mal Typen gesehen, die 2 Meter groß sind und eine Stimme wie ein Hamster haben, oder richtige Winzlinge mit einer dröhnenden Subkontrabass-Stimme. Mit 1,70m hast du es noch ziemlich gut getroffen.
Ja, was tut man, um sich alpha zu fühlen? Das klingt sicher komisch, aber suche dir doch ein Vorbild und stelle dir vor, du wärst diese Person. Du wachst morgens auf, läufst verschlafen ins Bad, dann schaust du in den Spiegel und bist Hugh Jackman oder David Bowie oder Jean Paul Belmondo im Filmklassiker "Außer Atem". Da heißt nicht, dass du jetzt wie ein Zuhälter herumlaufen, dir ständig in den Schritt greifen oder breitspurig auftreten musst. Beobachte die Personen, deren Verhalten dir gefällt, spiele es vielleicht für dich ganz zwanglos, spielerisch daheim nach, im Bad, im Alltag wenn niemand zuschaut.
Beschäftige dich gedanklich mit den Figuren und Charakteren, die Eigenschaften an den Tag legen, die du gerne haben würdest. Wenn du Cowboy Bebop kennst, wirst du auch wissen, wer Spike Spiegel ist. Ein kühler, junger Draufgänger mit Wuschelkopf, Raucher und Langschläfer, Pilot und sogar eine Art Held.
Dreh und wende die Alpha-Figur, die du gerne wärst, gedanklich immer wieder um und betrachte sie von allen Seiten. Fragst du dich nicht vor allem:
Wie kommt es, dass (beliebiger alpha) so alpha wirkt?
Weil er keinen Fick gibt. Er kennt sehr wohl seinen Wert, und er kennt die Erwartungen der Menschen, aber in jedem Moment ist er dazu bereit, alles aufs Spiel zu setzen, sein Charakter ist der des Abenteurers, des Spielers, des Jokers.
Aber wie lerne ich, keinen Fick zu geben? Das ist die Frage! Entwickele gesunden Egoismus, entwickele eine Leidenschaft, tue etwas, dass dir Spaß macht, und das für dich praktisch so wichtig wird wie Atmen - gleichzeitig aber lerne, dass du auch ohne deine Leidenschaft sein kannst, und dass dein Wert nicht von Leistung abhängt (stell dir vor, du wärst dein eigener Investor und Sponsor, ein Sponsor der immer zu dir hält, auch wenn du im Dreck landest, ja gerade dann!). Wenn du deine Leidenschaft gefunden hast, was es auch sei, dann hast du schon sehr viel über dich selbst herausgefunden.
Und dann - hast du einen Vorteil gegenüber anderen Typen, die bloß zufällig mal gut aussehen. Nichts ist gefährlicher und gleichzeitig anziehender als ein Mann der sich selber kennt.
Und sollte das nicht klappen, vielleicht kannst du ja irgendwann als Hugh Jackman-Double am Broadway auftreten. Alles Gute, Bernd!

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#51152

>>51151
Bernd... danke. ;_;

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mfacchinello:#51153

>>51151
Wer ist dieser Mann? Der sieht aus wie die Kühlness persönlich!

kennyadr Avatar
kennyadr:#51154

>>51153
Das ist William James, ein kühler Typ, der auf Lachgas hochierte und dann auf einmal die Philosophie von Hegel verstand.

rahmeen Avatar
rahmeen:#51157

Ach Bernd wo soll ich anfangen, mich aufzuraffen fällt mir so extrem schwer und ich finde einfach keine Passion. Bis zu meinem 22 Lebensjahr habe ich mich extrem gehen lassen, dannach aufgewacht angefangen mit Erfolg zu MNTEN, auf mein Ausshen geachtet bin unternehmenslustiger geworden und habe GF aquiriert.
Jetzt wo alles in gereglten Bahnen läuft geht es mir auch auf den Sack, Bernd ist halt ein Spasst und will immer was anderes, alles was ich vorher wollte erscheint mir zur Zeit klein und wertlos. Selbstbewusstsein habe ich auch nicht groß dazu bekommen. Zudem habe ich religiöse Probleme und weiß nicht ob ich im Leben ausschweifen oder weiter auf Nummer sicher gehen soll.

kurafire Avatar
kurafire:#51159

>>51157
Schön, dass du von dir erzählst, Bernd.

> aufgewacht angefangen mit Erfolg zu MNTEN, auf mein Ausshen geachtet bin unternehmenslustiger geworden und habe GF aquiriert.

Mit solchen Referenzen würdest du in einer Berndumfrage schon als knallharter Busfahrer gelten. Du hast die gröbsten Dinge im Griff wie es klingt, aber wenn man sich überall nicht richtig aufgehoben fühlt, wirkt das alles wertlos. Ich würde dir ja beinahe raten, auf ein Abenteuer zu gehen, aber wer begibt sich heutzutage und noch dazu in Deutschland schon ohne Notwendigkeit und die passende Versicherung in Risiken und Gefahren? Auch:

> religiöse Probleme

Was genau meinst du? Hängst du bei den Zeugen Jehovas fest, machst du dir Theodizee-Gedanken oder wie, wenn ich fragen darf, äußern sich diese Probleme?

Es scheint, dass du nach einer Prüfung verlangst. Diese aber klopft wohl eher nicht an deine Tür. Wenn dich dein jetziges Leben denn wirklich so anödet wie du schreibst, könntest du ein Experiment in Leichtsinnigkeit machen. Werde Landstreicher, kauf Trinkern in der Stadt Bier, fahr in eine fremde Gegend und verwickele Fremde in Gespräche, sinnlose, belanglose, interessante, was dir einfällt. Verschenke etwas, lebe eine Zeit lang spontan wie ein Hund.
Ich merke aber schon während ich es schreibe, dass meine Ratschläge wohl ins Leere gehen. Ich gehe davon aus, dass deine Unzufriedenheit daher kommt, dass du vor deiner Familie gut dastehen willst und deshalb etwas Vernünftiges studiert hast.
Wenn das nicht zu sehr nach Trollen klingen würde, hätte ich dir fast empfohlen, einfach aktiv in die Depression reinzugehen, damit du eine Katastrophe provozierst, die dich dazu zwingt, zu handeln. Aber ich will nicht leichtsinnig und auch nicht zu frech sein.
Nimm dir bei nächster Gelegenheit etwas Urlaub und versuche dich zu erinnern, wo du dich das letzte Mal richtig wohl gefühlt hast, wann das war und womit das zusammenhing. Protipp: früher war alles besser ist keine gültige Antwort.

> will immer was anderes

Was hindert dich? Deine Eltern, die dir in die Gedanken hineinfunken? Solange du dich nicht heimisch und zufrieden fühlst, hast du immer das Recht, dich zu ändern, alles neu anzufangen.
Ich verstehe deine Bedenken, aber eigentlich sind das Ausreden. Ich könnte ungerecht sein und sagen, man richtet sich eine schöne Wohnung ein und legt sich eine Freundin an, nur um eine Ausrede zu haben, jetzt nichts mehr zu wagen, denn schließlich hat man eine Verantwortung gegenüber seinem Eigentum, seiner Liierten und seiner Arbeit. Kurz gesagt: Nein, gar nicht. Du kannst so leichtsinnig sein wie du möchtest. Wahrscheinlich ist es auch genau das, was du willst und brauchst, aber dieser Weg würde bedeuten, dass du dich ganz neu definierst. Andere Freunde, andere Gegenden, wer weiß, was du tun wirst und wohin es dich verschlägt.

ayalacw Avatar
ayalacw:#51167

Wie werde ich meine Schulden los, wenn ich derzeit aufgrund einer neu begonnenen Ausbildung nur 550,- € monatlich zur Verfügung habe und laufende Kosten von ca 350,- €?

Es sind doch eigentlich nur 2000,- €. Aber durch meine Momentane Situation fühlt es sich an, als sei es unstemmbar.

thomweerd Avatar
thomweerd:#51168

>>51167

Kleiner Nachtrag: die laufenden Kosten sind meist höher. Und Verbindlichkeiten bestehen zur Hälfte aus Rechnungen, die sobald sie bezahlt wurden, durch neue ersetzt werden.

Ein Teufelskreis.

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kylefrost:#51171

>>51167
Kannst du dich mit der Person in Verbindung setzen, bei der du die Schulden hast? Vielleicht kannst du auf deine finanzielle Situation hinweisen, auch wenn du das schon gemacht hast, und erklären, dass du gern kleinere Raten zahlen würdest.

Bernd Avatar
Bernd:#51172

>>51171
Ja, schneller werden die Schulden dadurch nicht verschwinden, aber du sollst schließlich auch leben können. Ich nehme an, dass du neben der Ausbildung nicht noch irgendeine Arbeit aufnehmen willst / kannst, um dein Einkommen zu erhöhen?
Wenn es nicht gerade Gerichtskosten sind, bei denen Tagessätze schon deinem Einkommen entsprechend festgelegt sind, dürftest es möglich sein, bei der Inkassoabteilung eine andere Ratenzahlung zu vereinbaren. Vielleicht gibt es etwas, das du nicht mehr brauchst und verkaufen kannst?
Solange du dich rechtzeitig bei der Stelle meldest, bei der du Schulden hast und deine Situation erklärst, hast du schon einiges getan. So zeigst du, dass du dich darum bemühst und dann dürften sie von weiteren Aufschlägen oder gar Besuchen absehen.
Vielleicht kann dir aber auch über deine Ausbildung eine kleine Nebentätigkeit vermittelt werden, etwas kleines Inoffizielles, das du nur wenn du es schaffst und nur solange du es brauchst, mitmachst. Schön locker bleiben, es ist zwar eine unangenehme Situation, aber der Betrag ist zu bewältigen. Wichtig ist, dass du den Mut behältst und dich nicht etwa verkriechst, denn besser du erledigst die Dinge wenn du kannst, statt sie zu einem Berg anwachsen zu lassen.

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#51173

>>51172

Danke erstmal für die aufbauenden Antworten Bernd.

Die Ausbildung ist leider eine schulische Ausbildung, aufgrund der ich nicht mehr in Vollzeit arbeiten kann, sondern offiziell auf 450 € Basis (+ Schwarzgeld) arbeite. Das heißt, ich kann nur nach der Schule arbeiten und somit ist mein Einkommenspotential sehr ausgeschöpft.

Ich werde heute einige Anrufe tätigen und hoffen, dass alles einigermaßen glattverläuft und ich irgendwie den Weg in den Schuldenabbau überhaupt finde, um bald ohne diese Leben zu können, das ist wirklich nicht schön.

Danke nochmal.

alv Avatar
alv:#51178

>>51120
Liege im Bett und mache Weini, weil mir nach sage und schreibe 1,5 Monaten in meiner Ausbildung schon von meinem Ausbilder zugetragen wurde, einige Kollegen hätten Zweifel an meiner Motivation.
Womöglich werde ich jetzt innerhalb der 4-monatigen Probezeit irgendwann rausgekickt. Irgendwie hatte ich eh schon in den letzten Wochen vor Beginn der Ausbildung viel Angst und wenig Hoffnung für meine Zukunft im Allgemeinen, während der Ausbildung jetzt ist das nicht viel anders. Habe irgendwie Scheu vor meinen Kollegen obwohl die alle ganz in Ordnung sind.
Hab auch schon ein Studium in den Sand gesetzt, wenn jetzt die Ausbildung platzt, was soll dann noch aus mir werden? Es ist wie eine selbsterfüllende Prophezeiung ewigen Versagertums. Wie viel Hoffnung besteht in unserer Gesellschaft für jemanden, der auf Kritik vom Chef mit Tränen und Verzweiflung reagiert?
Hatte irgendwie gehofft so eine "geregelte Arbeit" gibt einen was, irgendwas. Naja tut sie auch. Rund 700€ pro Monat, bei denen ich weder das Gefühl habe, sie verdient zu haben, noch irgendwas an Energie übrig, um sie genüsslich zu verpulvern.
Mit oder ohne Job, irgendwie läuft es doch so oder so auf den Strick hinaus...

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#51181

>>51178
Lieber Bernd, danke, dass du dich hier meldest.
Wenn ich nicht irgendwie zu jedem Beitrag der hier bisher kam, meine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hätte, hätte es ja keinen wirklichen Nutzen, anderen helfen zu wollen, zumindest sehe ich das so. Was du erzählst, kommt mir aber besonders bekannt vor. Gleich mehr dazu.
Du hast studiert und nun versuchst du eine Ausbildung, das ist mehr als so manche andere können oder sich trauen, die sich von vornherein für einen Versager halten. Aber du siehst es nicht so und dazu vermittelt uns die Gesellschaft und die Familie, dass nichts Halbes und nichts Ganzes auch kein Geld ins Haus bringt. Magst du verraten, was du studiert hast und welche Ausbildung du machst? Und wie sieht es mit Familie aus, haben sie noch viel Einfluss auf dich?
Dass du die Kritik deines Chefs so gar nicht verkraften konntest, erinnert mich sehr an mich. Jahrelang kam es mir vor, als wäre alles an meinem Leben ein Roulette-Spiel, vor allem die Motivation, die Stimmung und das Durchhaltevermögen. Dazu brach ich auch gelegentlich in der Öffentlichkeit in Tränen aus und konnte absolut nicht mit Kritik umgehen. In der Schule war das nicht so schlimm, die Dinge gelangen in der Regel ohne große Anstrengung oder aber sie scheiterten kläglich, aber solange ich mich von vornherein nicht darum bemühte, ging es mir auch nicht nahe. Mein ewig schlechtestes Fach Mathematik brachte mich schon dort gelegentlich zur Verzweiflung. Eine Arbeit, für die ich 3 Punkte kassierte, währenddessen aber hauptsächlich nicht gelernt hatte und Bilder malte, sah ich noch lässig als Erfolg an. Drängte man mich aber, für die nächste Arbeit etwas zu tun, zu lernen, gar Nachhilfe zu nehmen, und dann schrieb ich null Punkte, fühlte ich mich von mir selbst verarscht, von dem Fach verhöhnt und von meiner Mutter, die mich zum Lernen antrieb, betrogen. Mir war immer klar, dass ich nie mit Disziplin oder gleichbleibenden Leistungen brillieren könnte. Ein Praktikum bei einem Schreiner, von dem ich vor Not in der Mitte der Zeit gewechselt bin, zeigte mir zudem, wie wenig ich doch in diese ungehobelte Welt passe. Während in der Frühstückspause die Handwerker dort ihr Butterbrot aßen und Bild lasen, las ich in jeder freien Minute Bücher von Dostojewski bis Adorno und Chuck Palahniuk, aß dort nicht, weil mir die Arbeit nicht gefiel (das Praktikum wurde mir auch praktisch aufgezwungen, weil ich keinen Finger rührte). Gerne verzog ich mich im Sommer hinter die hohen Bretterstapel, während die Handwerker mich suchten und ich dort seelenruhig in der Sonne las.

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#51182

>>51181
Ich versuchte so einige Sachen, verschiedene Studiengänge, unterschiedliche Praktika. Aber nirgends fühlte ich mich wirklich daheim, am ehesten noch ist die Arbeit in Buchhandlungen oder Antiquariaten erträglich, dort habe ich Zeit für mich und viel Stille. Die Dinge, die mir wirklich Spaß machen, hatten und haben nie mit anderen Menschen zu tun gehabt, ich liebe es, zu tagträumen, manchmal eine kleine Geschichte zu schreiben und seit kurzem backe ich selber Brot. Doch um wieder herauszufinden, was ich wirklich gern tue, brauchte ich tatsächlich Abstand von meiner Mutter, die mich keinen Schritt selber tun ließ, und wenn ich einige Ideen hatte, wurde ich nicht selten für unvernünftig hingestellt, denn wie kann etwas gut sein, wenn man damit kein Geld verdienen kann? Ihr Andenken in allen Ehren, befand sie sich wie so viele alleinerziehende Mütter in einer Mischung aus Schuldkomplex und einer noch allzu konservativen Moral, die mehr geschadet hat als genützt. Ich muss ehrlich sagen, ich konnte erst richtig aufatmen in meinem Leben, als meine Eltern nicht mehr lebten, also seit 23.
Warum erzähle ich das? Um dir zu zeigen, dass wir nicht auf irgendeine Hölle warten müssen. Eltern verstehen in der Regel nicht, dass sie kein Recht darauf haben, den Kindern ihren Lebensweg vorzuschreiben. Es ist schon ein Skandal, dass man sich mühsam von ihren Wertevorstellungen zu befreien hat, wenn man auf eigenen Beinen stehen will, nein, wenn man Pech hat, wird man bis ins hohe Alter von ihnen traktiert und wie ein Kind behandelt. Denn besonders alleinerziehende Mütter brauchen ihr Kind bald schon mehr, als das Kind sie braucht. Aber das geschieht selbst in den scheinbar normalsten Familien, dass Kinder und auch junge Erwachsene von ihren Eltern, oft ist es die Mutter, ausgebremst, entmutigt und auf diese Weise schrecklich gequält werden. Alles mit dem perfiden Plan, dass das Kind weiterhin unselbstständig bleibt und der Mutter in ihrem verkorksten, selbst vollkommen orientierungslosen Leben eine Art Partnerersatz wird, solche Fälle sehen wir in Howard bei der Großknalltheorie.
Deshalb, nach dieser langen Vorrede, bitte ich dich, lieber Bernd, darum, nachzudenken, was du in deinem Leben für andere tust, und was für dich.

iamkarna Avatar
iamkarna:#51183

>>51182
Und ob du vielleicht so traurig bist und so eine dünne Haut bei Kritik hast, weil dein Elternhaus dich wo es nur ging, entmutigt hat? Ob sie dir vielleicht nie zugehört haben? Du nie den Mut hattest, gegen die ewig mäkelnden, verurteilnden Eltern, mal den Mund aufzumachen, weil du gut erzogen bist und nach Ruhe und Harmonie suchst?
Deine Eltern wissen möglicherweise gar nicht, was für einen sensiblen jungen Mann sie aufgezogen haben. Leonardo da Vinci sagt, der ist ein schlechter Schüler, der nicht seinen Lehrer überflügelt. Und so ist es auch mit Kindern und Eltern: wenn Kinder sich selbst erforschen, werden sie rausfinden, dass sie die Eltern überflügeln können, sogar sehr mühelos. Wenn sie bemerken, dass alle die Authorität von Eltern, Chefs und Dozenten hauptsächlich daher stammt, dass sie öfters ein ernstes Gesicht machen und ausgesprochen unflexibel im Denken sind, dann ist es ein Leichtes, sie ganz weit hinter sich zu lassen.

> Hatte irgendwie gehofft so eine "geregelte Arbeit" gibt einen was, irgendwas.

Sind denn die Dinge, die du angefangen hast, etwas, was dir wirklich gefällt oder hat man dich dazu gedrängt? Oder hast du dich selbst dazu gedrängt? Es kommt sehr oft vor, dass man glaubt, man müsse doch unbedingt etwas tun, und oft verwechselt man sein eigenes Denken mit dem der Gesellschaft und des Umfeldes, und das Denken der Gesellschaft, der Freunde, der Lehrer und Eltern, wird so laut und dominant, sodass man vergisst, was man eigentlich wollte und was man kann - und gerne tun möchte.

> Mit oder ohne Job, irgendwie läuft es doch so oder so auf den Strick hinaus...

Dafür hast du auch noch Zeit, wenn du älter bist. Ich weiß ja nicht, wieviel du ausprobiert hast, aber ich habe dein starken Verdacht, dass all die Anforderungen an dich dein wirkliches Denken überdeckt haben. Kannst du dich erinnern, wann du einmal gerne etwas getan hast, wo du dich richtig zufrieden oder gar "ganz in deinem Element" gefühlt hast? Vielleicht hast du das auch noch nie, auch gut, dann hast du noch mehr Grund, es herauszufinden.
Wahrscheinlich rede ich von der hohen Kanzel herunter, denn jeder braucht ja Geld, um zu überleben. Aber bedenke mal, ob es wirklich das Richtige für dich ist, was du nun angefangen hast. Vielleicht aber bist du auch ziemlich gut, und du hast bloß Selbstzweifel, die dich ablenken, weil man dir nie im Leben mal auf die Schulter geklopft hat.

adriancogliano Avatar
adriancogliano:#51191

>>51181
Puh, da hast du dir aber echt Mühe gegeben. Danke erstmal.
Magst du verraten, was du studiert hast und welche Ausbildung du machst?
Ich habe Chemie studiert und mache jetzt den Fachinformatiker Systemintegration.
Das Studium hab ich eigentlich nur angefangen, weil es das erstbeste ist, was mir einfiel. Naja, nicht ganz, irgendwo gab es auch den entfernten Hintergedanken "was womit man was verdienen kann". Und in der Schule hat es mir zumindest einigermaßen Spass gemacht, wenigstens solange wie ich fast ohne Lernen durchkam.
Ich dachte, besser irgendwas wo man hinterher (also auf dem Arbeitsmarkt) gefragt ist, als etwas wie z.B. Philosophie was mir zwar eigentlich liegt, aber wo ich nach dem Abschluss hart suchen muss um meinen Platz zu finden und was draus zu machen.
Irgendwie hatte ich damals Angst, in so einem Studium zu versinken und dann niemals die Kurve in diese komische, mir völlig fremde "Arbeitswelt" zu kriegen. In gewisser Weise fehlte mir dazu das "Selbstvertrauen", also die Fähigkeit meinem "Zukunfts-Ich" zu vertrauen, dass es schon rechtzeitig mal für ein Einkommen sorgen wird, dass ich genau wie (fast) jeder andere Mensch dazu in der Lage bin, Bewerbungen zu schreiben, Vorstellungsgespräche zu besuchen und zu meistern etc. pp.. Dies hat mich auch bei der Ausbildungssuche stark unter Druck gesetzt... Obwohl ich eigentlich schon früh den Einfall hatte, Fachinformatiker zu werden (bzw. als eine stabile Grundlage diese Ausbildung zu absolvieren, statt weiter Chemie zu studieren), habe ich Bewerbungen schleifen lassen bis zum Januar diesen Jahres. Habe großes Glück gehabt, jetzt noch eine Stelle gekriegt zu haben.


>Und wie sieht es mit Familie aus, haben sie noch viel Einfluss auf dich?

Könnte man so sagen. Ich lebe noch bei meinem Vater. Er hält sich meistens vornehm aus allem raus was mit meinem Werdegang zu tun hat. Zur Studienzeit hat er Recht früh angemerkt (/meckert), ob ich nicht mehr lernen müsse, mehr aber auch nicht. Da wir zusammen leben hat er natürlich Einfluß auf mich, oberflächlich blocke ich meistens nur ab was er so sagt, aber es trifft mich halt trotzdem. In letzter Zeit geht es eigentlich, er ist wohl ganz froh dass ich jetzt "was ordentliches" mache, aber ich kann mich daran irgendwie nicht erfreuen. Er bemerkt überhaupt nicht dass es mir schlecht geht (lege mich fast jeden Tag nach der Arbeit direkt ins Bett und mache gar nichts) und ich will auch am liebsten überhaupt nichts mit ihm zu tun haben - einfach weil ich das Gefühl habe, jede "Vertrauensbasis" zwischen uns ist weg und er sieht mich nicht als Person, sondern eher als einen Gegenstand. Momentan denke ich einfach, er ist wie ein Roboter, eine Maschine. Als Beispiel: Ich könnte mir nichts vorstellen was ich schildern müsste, damit er mir darin zustimmt, dass es wohl besser wäre, die Ausbildung abzubrechen. Er würde mir mit irgendeiner blöden "Lösung" oder einem Ratschlag ankommen und damit wäre die Sache abgefrühstückt. Eigentlich ist das einzige was mich mit diesem Menschen verbindet, ein paar Kindheitserinnerungen. Aber was mein aktuelles Leben betrifft ginge es mir vermutlich besser, wenn er tot wäre.
Meine Mutter ist nicht ganz so kalt, aber dafür eine übelste Grenzlinienmulle die sich phasenweise auch mal ordentlich zusäuft. Das ist auch der Grund, warum meine Schwester und ich nicht bei ihr wohnen.
Momentan möchte ich sie ebenfalls so gut es geht abblocken, einfach weil ich nicht genau weiß, wo ich dran bin. Als ich mitten im Studium psychisch nicht mehr konnte, war sie mir schon ein bisschen eine Hilfe. Aber da war sie auch selbst eher depressiv, hat sich aber um einen Gesprächsplatz (der scheisse war) bemüht. Momentan habe ich aber überhaupt kein Vertrauen zu ihr, sie hat jetzt wieder einen Freund, der arbeitslos ist und die meiste Zeit bei ihr abhängt und mit ihr säuft. Und generell war sie in letzter Zeit eher manisch als depressiv, sehr oberflächlich, egoistisch, reizbar, besserwisserisch... So jemandem kann man sich nicht anvertrauen.

Also im Endeffekt: Einfluss haben sie eher latent als durch direktes Einwirken, die meiste Zeit sind sie jeder auf ihre Weise viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt...

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#51192

>>51191
>Ausbildung
meinte: Tätigkeit
Hatte noch ca. 3 weitere Posts geschrieben, leider ist dieser vermaledeite Feuerfuchs abgestürzt...
Naja, egal. Hab leider auch keine Lust, nochmal so detailliert zu antworten.. Trotzdem danke für deine Antwort Bernd. Hat mir geholfen (auch wenn ich gerade eigentlich nur Schmerz verspüre, weil locker 30 Min schreiben für die Katz waren).

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#51193

>>51192
>30 Min schreiben für die Katz
Auf /we/ schreibt man eher des Schreibens wegen als um tatsächlich Informationen zu vermitteln, alles nicht so schlimm, Bernd.

lightory Avatar
lightory:#51194

>>51191

> Momentan denke ich einfach, er ist wie ein Roboter, eine Maschine

So werden es wohl viele junge Menschen mit deiner Intelligenz sehen. Es wirkt so, als wären die Eltern nichts weiter als der unbedingte Wille, in dieser Gesellschaft angepasst zu sein und der gängigen Moral zu entsprechen. Diese weitverbreiteten Moral entspricht der altbekannte Spruch: Aber man muss doch was Vernünftiges tun, und wenn nichts Vernünftiges, dann wenigstens irgendetwas, damit keiner schlecht von dir denkt.
So ist es nicht, so war es nie, und es ist schlimm, wieviele Kinder noch nicht das Vertrauen in ihre Eltern verloren haben und sich unbeschreiblich quälen, weil sie glauben, dieser Moral entsprechen zu müssen.
Deine Eltern bzw dein Vater ist natürlich nicht der einzige, der so denkt. Es kommt einmal durch den öffentlichen Druck. Er kann nicht in dich reinsehen und glaubt, er hätte seine Pflicht getan, wenn du irgendetwas tust und damit nicht auffällst, er denkt da wohl in gewisser Weise auf eine sehr grundlegende Weise pflichtorientiert. Du bist in einem gewissen Sinne geistig voraus, ich merke dir an, dass du tatsächlich etwas für Philosophie übrig hast, dass du noch nach dir suchst und du Zeit brauchst, herauszufinden, was du mit Überzeugung tun kannst. Ich kenne das sehr gut, den Tag mit etwas zu verbringen und daheim dann nur noch zu dämmern und sich im Bett zu verstecken.
Der Anspruch, den Eltern ihren Kindern auferlegen, ist heutzutage etwas selbstverständliches, Vater und Mutter machen den Kindern Druck und scheinen dabei selbst vergessen zu haben, wie sie sich damals gefühlt haben. Oder aber ihre Kindheit war so karg, dass ihnen jeder aufbauende Maßstab für Handlungen und Verhalten gegenüber dem Nachwuchs fehlt. Dazu möchte ich dir ein Kapitel aus Khalil Gibrans Buch Der Prophet zeigen. Allgemein würde ich dir gerne ein paar Bücher empfehlen, bin aber gerade noch nicht sicher, was dich am besten aufbauen könnte. Hast du mal etwas gelesen, das dich besonders bewegt hat? Etwas, das deine Art, die Dinge und dich selbst zu betrachten, merklich verändert hat?

http://gedichte-lyrik-poesie.de/Khalil_Gibran_Von_den_Kindern/index.html

aaronstump Avatar
aaronstump:#51197

Hallo ich bin jetzt 26, NEET und wohne noch bei meinen Eltern. Seit dem Abitur vor 4 Jahren habe ich eigentlich nichts gemacht. Ich habe 3 MINT Studien angefangen aber alle 3 direkt wieder verhauen auch weil ich eigentlich nicht richtig dahinter stand und sie nur tat um überhaupt irgendetwas zu tun. Mein Traum ist eigentlich Kunst zu studieren und ich hab mich auch einmal beworben wurde aber nicht genommen.
Die Bewerbungsmappe habe ich damals allerdings auch nur 1ne Woche vor der Abgabe zusammengeschustert. So lief das bei mir immer. Ich schiebe Sachen vor mir her bis es zu spät ist. In der Schule kam ich ständig zuspät, machte nie Hausaufgaben und schwänzte oft weswegen sie mich auch kurz vor dem Abitur fast rausgeworfen hätten.
Jetzt versinke ich seit Jahren in Lethargie. Ich kann mir auch nicht vorstellen mein Leben lang einfach irgendwas zu arbeiten nur um Geld zu verdienen obwohl ich das irgendwann wohl werde tun müssen. Ich halte mich für ziemlich intelligent und bin sehr kreativ und in meinem Inneren existiert eine ganze Welt voller Ideen aber ich kann mich nicht aufraffen daran zu arbeiten. Ich sitzte den ganzen Tag vorm Rechner und versuche nicht darüber nachzudenken. Ich habe inzwischen Angst das mein gesamtes Leben versaut ist wegen dem Lebenslauf. Auch bin ich ziemlich traurig darüber das ich die beste Zeit irgendwie verpasst habe. Andere haben tausend Dinge erlebt, ich bin immer nur daheim gesessen.
Ich weiß eigentlich genau was ich machen müsste und plane das seit Jahren in meinem Kopf. Sport, täglich ausreichend Essen, nicht Rauchen, täglich Malen, Dinge lernen...wenn ich das tue kann ich endlich zu leben anfangen. Aber der Tag an dem ich damit anfange bleibt immer Morgen. Vielleicht mache ich mal ein paar Liegestützte oder zeichne ein bisschen was, aber das halte ich nie länger als ein paar Tage durch bis ich wieder in meinem Trott versinke.
Ich weiß das wenn ich 100% geben würde könnte ich alles erreichen was ich wollte aber ich habe Angst das ich nie dazu kommen werde und alles Potential ungenutzt verstreichen lasse.
Inzwischen habe ich auch niemanden mehr. Von meinen Freunden habe ich mich abgewendet. Es gab da ein paar Ereignisse und ich fühle mich von ihnen irgendwie verraten und auch im Stich gelassen und mir ist nach Jahren aufgefallen ,dass sie eigentlich keine echten Freunde sind und alles nur Schein ist.
Meine Familie ist zerüttet, mein Vater ein jähzorniger Despot der seit jeher alle in seinem Umfeld unterdrückt und runtermacht. Inzwischen erzählt er in der Verwandschaft, dass ich ein Psychopath und nicht ganz richtig im Kopf bin. Ich bin ein sehr stiller Mensch und lasse mein Leben lang seine Wutanfälle nur über mich ergehen weil es kein anderes Mittel gibt. Er hat mir auch schon angedroht mich umzubringen. Irgendwann rammt er mir einen Hammer in die Fresse, solche Sachen. Ist allerdings nicht so das ich Angst vor ihm habe.
Vor einem Jahr habe ich ein Mädchen kennengelernt in das ich mich direkt verliebt hab. Sie mochte mich am Anfang auch nur dann hab ich mich wie der letzte Spast verhalten und sie hat mich komplett abgewiesen. Ich wollte seitdem eigentlich mein Leben auf die Reihe kriegen, mir irgendeinen Job suchen, trainieren und dann als selbstbewusster Mensch zurückkehren aber ich habe nichts davon gemacht.
Die Zeit läuft langsam aus. Wenn ich es nicht bald gebacken kriege werde ich wohl Hartz 4 beantragen, dann wär ich zumindest von hier weg.
Meine Gedanken drehen sich im Kreis, der einzige Ausweg scheint mir das Kunststudium, dann bekäme ich auch Bafög, aber dazu muss ich mich auf den Hintern setzten und endlich anfangen dafür zu arbeiten. Ich weiß nicht warum ich es nicht tue. Ich hasse mich selber dafür.

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#51198

>>51197
Danke für deine Nachricht. Zu deinem eigenen Wohl, zieh aus, brich am besten den Kontakt zu deinem Vater ab. Hartz beantragen ist lästig, aber wenn du zeigst, dass du dich psychisch nicht dazu in der Lage fühlst und Zeit brauchst, um dich auf die Reihe zu bekommen, wirst du weitestgehend in Ruhe gelassen. Du wirst einen Termin beim Amtsarzt haben, dem kannst du erklären, wie es dir geht, dass dein Elternhaus dich so sehr belastet, dass deine Persönlichkeit instabil und neurotisch ist und du nicht belastbar bist, dann wirst du für nicht erwerbsfähig eingestuft und hast deine Ruhe.
Zuerst einmal befreie dich von der Annahme, dass irgendetwas zu spät sei. Niemand lebt dein Leben außer du selbst, deshalb kann auch keiner dir voraus sein. Dein Leben hat Möglichkeiten, die nur du hast und keiner kann sie dir wegnehmen. Sehr wahrscheinlich trägt dein Vater seinen eigenen Minderwertigkeitskomplex auf deinem Rücken aus. Glaube niemandem ein Wort, der es nicht schafft, dir auch nur ein Mindestmaß an Achtung entgegenzubringen. Warum das mit dem Mädchen nichts wurde, hängt daran, dass du das Gefühl der Mutlosigkeit und Minderwertigkeit von deinem Umfeld übernommen hast, und so wirkst du emotional bedürftig auf das Mädchen. Sicher hat sie gemerkt, dass du eine Künstlernatur bist, aber du stehst noch unter dem Bann, dass du machtlos bist. Klinke dich aus von den Leuten, die dich mit Meckerei und ihrem Ungeziefergeist zurück in ihr dunkles Gewaber ziehen wollen. Nimm Abstand, löse dich von der lebensfeindlichen Moral, wo du auch immer auf sie stößt. Nichts ist verloren. Ich habe mich auch mal für das Kunststudium beworben, wurde auch nicht genommen, sicher auch aus dem Grund, weil meine Mappe nicht abwechslungsreich genug war, aber angeblich auch, weil es hieß, dass ich schon zu sehr einen eigenen Weg gegangen bin. Und wenn Studenten zeigen, dass sie sich nicht mehr unterordnen wollen, sind sie an der Kunsthochschule sowieso falsch. Das ist etwas Gutes! Dir wurde bislang keine Möglichkeit gelassen, herauszufinden, wer du wirklich bist und was du wirklich kannst. Schau mal den Film Bad Boy Bubby, da wird gezeigt, dass man jederzeit im Leben durchstarten und sein Glück finden kann, egal wie schlecht die Vorzeichen scheinen. Und wenn du mal viel Zeit für dich hast, würde ich dir den speziellen Tipp geben, eine kleine Dosis Magic Mushrooms zu probieren. Informiere dich und sei vorsichtig, nimm sehr wenig und höre dabei entspannende Musik und beobachte dabei wie du dich fühlst. Oft ist die Hilfe von psychedelischen Substanzen genau das, was man braucht, um wieder Kontakt zu seiner Innenwelt herzustellen. Denn den besten Psychotherapeuten kann man manchmal nicht trauen, bevor man nicht wenigstens wieder den Kontakt zu seiner Innenwelt aufgebaut hat.
Wichtiger aber ist es, dass du dir ein Zimmer oder eine Wohnung suchst. Das ist deine Aufgabe, und du kannst stolz sein, wenn du sie bewältigt hast. Nebenbei signalisierst du damit deinem Vater, dass er nicht die optimale Gesellschaft für dich ist und dass du tatsächlich etwas durchziehst. Du kannst dir auch ein WG-Zimmer suchen, wenn es dir dort nicht gefällt, wird dich keiner dort festhalten. Das Amt bezahlt dir Miete und sogar Kaution, wenn du im Voraus sie informierst, wohin du ziehen willst. Und habe Mut, Künstlern wird manchmal, wenn sie glauben, sie seien am Ende, durch unvorhersehbare Fügung unter die Arme gegriffen, du musst nur etwas wagen. Zum Beispiel kann es sein, dass du irgendwann nicht weißt, wo du schlafen sollst, du sprichst jemanden an und triffst neue Leute, kommst in Gesellschaft, wo man dich freudig aufnimmt, dich versteht und du eine neue Perspektive bekommst. Wage nur erstmal den Schritt, dein eigenes Leben zu beginnen.

yesmeck Avatar
yesmeck:#51199

Du vergleichst dich mit anderen und fühlst dich dann schlecht. Erinnere dich, das Leben ist kein 100-Meter-Lauf, es ist ein Tanz. Manchmal muss man eine Weile lang brüten, bis man den Bogen raushat. Besser aber ist es, Dinge spontan zu machen. Mach sie wenn du Lust hast, aber zieh dich nicht runter, wenn deine Pläne nichts werden. Plane lieber weniger, erwarte weniger, vergleiche weniger, dafür tu mehr Dinge aus dem Schwung einer Laune, beobachte dich genau und genieße. Du brauchst nicht auf andere schauen, wenn es dich traurig macht. Schaut die Leber denn rüber zur Niere und sagt, sie wäre lieber eine Niere, oder sagt das Herz, es ist schlecht und wertlos, weil es nicht das Gehirn ist? Wenn unsere Organe so dächten, würde der Körper streiken und langsam verwittern. Aber das Herz weiß wie jedes Organ, dass es in sich vollkommen ist, es kennt seinen Platz im Ganzen und braucht nicht neben sich zu schielen, es ist unersetzbar. Auch du hast deinen Platz in diesem Ganzen und wenn du ihn kennst, wirst du vielen voraus sein, die bloß wegen ihren Eltern oder der allgemeinen Erwartung in einen Beruf und Lebensweg gedrängt wurden. Und hör darauf, was du selber willst, entwickele gesunden Egoismus, mache Sport, weil du Spass daran hast, nicht aus Pflichtgefühl. Rauche, wenn es dir gefällt. Tu lieber deiner Stimmung etwas Gutes als deinem Geldbeutel, kümmere dich darum, dass du dich wohlfühlst. Werde dein eigener Gärtner, Freude lässt dich gedeihen, halte den Schatten und die Schädlinge fern, die dich mit ihrem zermürbenden Weltbild zurück in ihren Sumpf ziehen wollen, schaffe Platz für neues, entfalte dich, geh aus dir raus, atme die Luft und bewege dich aus dem Schatten deiner Eltern, die ihre eigene Unsicherheit nicht überwinden konnten. Kinder sind grundsätzlich weise, aber der Gehorsam gegenüber ihren Eltern lässt sie das gerne vergessen. Bewege dich aus ihrem Schatten, sie können dir nichts mehr beibringen, außerdem bist du aus einem anderen Holz geschnitzt. Es liegt alles in dir.

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wtrsld:#51200

>>51198
>Künstlern wird manchmal, wenn sie glauben, sie seien am Ende, durch unvorhersehbare Fügung unter die Arme gegriffen, du musst nur etwas wagen.

mactopus Avatar
mactopus:#51202

>>51200
Ich spreche aus eigener Erfahrung. Schon ein paar Mal haben sich Sachen ereignet, die ich nicht für möglich gehalten hätte, die mich praktisch gerettet haben.
Einstellung ist alles. Ändere die Sicht, die du auf du die Dinge hast, und die Dinge, die du siehst, werden sich ändern. Kein Mensch ist so klein, wie er sich fühlt.
Und das, was einer glaubt, zu sein, das was man ihm erzählt, was er sein soll, ist nicht einmal ein Bruchteil von dem, was er wirklich ist.
Mit das Schönste, was ich erlebt habe, war zu sehen, wie Kinder im Hospiz, die ich monatelang begleitet habe, ihrer Krankheit und dem Tod vollkommen seelenruhig gegenüber standen. Die Eltern haben meist die größeren Schwierigkeiten, loszulassen und das große Ganze zu verstehen. Die Kinder aber, so zynisch es scheinen mag, so früh sterben zu müssen, machen das Beste daraus. Und es ist wirklich beinahe beneidenswert zu sehen, welche Ruhe und Freude sie ausstrahlen können, während andere mit einem eigentlich recht hübschen Leben so ganz ohne Orientierung sind. Wenn man ohne eine Diagnose wie die der Kinder sich jeden Tag einmal mit seiner Endlichkeit befassen würde, die Dinge, die einem Sorgen bereiten, man würde friedlich darüber lachen. Vielleicht ist das das Rezept für ein glückliches Leben: jeden Tag eine Viertelstunde über den Tod nachdenken. Dass er uns immer holen könnte. Wer wie so viele unseres Erdteils nur leben kann, indem er dieses natürliche Geschehen so weit wie möglich von sich fern hält, wird wohl erst mit Angst und Schrecken darüber nachdenken.
Komisch ist, dass, je näher man dem Tod selbst kommt, desto ruhiger und friedlicher wird man. Und man kann dem Tod auf so viele Arten begegnen, ohne mit ihm gehen zu müssen. Sterbende Verwandte, Geschichten, Nahtoderfahrungen, Meditation, Drogen, riskante Unternehmungen. Das Erstaunliche: diese Erfahrung, die in gewisser Weise dem Leben erst ihren Wert gibt, indem es so ihre zeitliche Begrenzung erhält, kann so viel mehr lehren als Schulen, Universitäten und schlaue Bücher. Sie zeigt, dass alle Angst, die wir hatten und haben mögen, unnötig war. Wir waren wie Kinder, die glauben, sie würden im Dunkel von einem Einbrecher erschreckt werden, dabei war die ganze Zeit niemand da außer ihr eigenes Spiegelbild im Dunkel.
So ist es mit den Sorgen und dem Angst vor dem Tod: es ist meist nur ein anderer Ausdruck dafür, sich nicht zu sich selbst bekannt zu haben.

“Nature loves courage. You make the commitment and nature will respond to that commitment by removing impossible obstacles. Dream the impossible dream and the world will not grind you under, it will lift you up. This is the trick. This is what all these teachers and philosophers who really counted, who really touched the alchemical gold, this is what they understood. This is the shamanic dance in the waterfall. This is how magic is done. By hurling yourself into the abyss and discovering it's a feather bed.”

― Terence McKenna

https://www.youtube.com/watch?v=8DnQ-nsjcs0

breehype Avatar
breehype:#51204

>>51200 hat nicht widersprochen, sondern dich bestätigt.

chaabane_wail Avatar
chaabane_wail:#51209

>>51204
Ich weiß, hatte aber schon länger daran gedacht, ein paar allgemeine Ratschläge niederzuschreiben.

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#51210

>>51198
>>51199

Danke für die Ratschläge. Ja höchste Priorität hat wohl das Ausziehen, dann kommt der Rest vielleicht wie von selbst. Denke nur das wenn ich H4 beantrage, dass ich dann irgendwie versage und womöglich von einer Abhängigkeit in die Nächste rutsche und dann am Ende da nicht mehr rauskomme. Aber es wär wohl am besten wenn ich einfach mal für eine kurze Zeit Ruhe habe und mich sammeln kann. Und wenn die mich dann zu irgendeinem Job zwingen ist es auch nicht das Schlimmste weil andere Jobs als solche würde ich auch so nicht finden ohne Ausbildung.

Ich weiß nicht ob ich wirklich krank genug bin um komplett das Arbeiten zu verweigern.
Ich habe einmal eine lange Zeit als Zeitungsausträger gearbeitet und bin damit eigentlich gut klargekommen. Nur mit anderen Menschen zusammen zuarbeiten oder sie zu bedienen habe ich mit Probleme. Im Zivildienst ham sie mich gefeuert, eigentlich aus keinem anderen Grund weil die Kolleginen (alte Zicken) mich nicht leiden konnten und sich geschlossen beschwert haben.
Aber vielleicht versuch ich es auch mich krankschreiben zu lassen. Ist ja nicht für immer.

Zum Thema psychodelica/ psilobycin: Die habe ich schon oft konsumiert und hatte viele Schöne und ein paar nicht so schöne Erfahrungen. Sie haben mir die Augen geöffnet und ich würde auch jedem den gleichen Tipp geben soetwas zumindest in Maßen auszuprobieren um in die Seele zu schauen und etwas zu lernen was in dieser Welt nirgendwo unterrichtet wird.
Aber es ist ein zweischneidiges Schwert. Die nicht so schönen Erfahrungen waren unsagbar schrecklich haben aber auch gleichzeitig im Kontrast meine Lebensfreude befeuert und mir gezeigt was für ein unglaubliches Geschenk das Leben ist. So schneidet das Schwert am Ende doch nur in eine Richtung. Als würde der Geist dort geschmiedet wo das Feuer am heißesten ist.
Auch lassen sie mich von einer Welt träumen die nicht existiert oder anders gesagt zeigen mir die graue Wüste der Realität. Die Welt und die Menschen sind natürlich Wunderbar aber die Werte und Ziele die von der Allgemeinheit angestrebt und gelehrt werden sind nicht meine und sie scheinen mir unwichtig.

Aber egal, wenn ich zu dem Thema komme labere ich immer gerne ein bisschen viel, das wird dann auch etwas wirr deswegen belass ich es mal dabei.

Den Rat die Dinge spontaner und weniger verkrampft anzugehen finde ich auch sehr wertvoll. Es ist wohl wirklich so, dass ich immer Unternehmungen wie das Trainieren und sogar das Malen auf Monate plane und dann vor einer Aufgabe stehe die mir von vornherein Angst macht und die ich nicht Mal anfange weil ich mir sicher bin das ich das eh nicht durchhalte und dann wütend auf mich bin. Ich werde versuchen öfter Mal etwas zu tun wenn es mir gerade einfällt und auch Mal so ein bisschen laufen gehen ohne festgelegtes trainingsziel. Dann komme ich auch wieder in Schwung hoffe ich.

Ich werde mir auch den Film mal anschauen den du erwähnt hast. Einer meiner Lieblingsfilme ist übrigens Gattaca. Der handelt auch von einem Menschen der sich nicht unterkriegen lässt und seinen Traum verwirklicht, entgegen aller Wiederstände.

Am Ende nochmal vielen Dank für deine Hilfe, du hast mir Mut gemacht.

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#51212

Meine kleine Schwester, grade in die ferne Stadt gezogen um zu studieren, hat plötzlich MS. Und wie es aussieht eine ziemlich agressive. Das ist sowas von unfair.

yehudab Avatar
yehudab:#51214

>>51212
Hallo Bernd. Das ist hart. Besonders weil ja nicht nur ihre Pläne damit ins Wasser fallen könnten (wenn man jetzt nichts tut, werden sie es wahrscheinlich), sondern auch die deiner Familie, wenn ihr euch persönlich um die Pflege kümmern solltet.
Aber wir wollen hier keine Szenarien entwerfen, um uns irgendwo reinzusteigern. Multiple Sklerose ist eine Erkrankung der Markscheiden im zentralen Nervensystem und die Ursachen haben die Forscher bislang noch immer nicht ermitteln können. Die Therapie besteht grob gesagt in einem Gegenrudern gegen die Symptome, die je nach Stärke und Aggresivität der Krankheit immer mehr Raum gewinnen. Weil die Ursache nach westlichen Medizinmaßstäben noch nicht bekannt ist, behandeln die konventionellen Therapiemaßnahmen meist wirklich nur daran, dass die Auswirkungen der Krankheit eingedämmt werden.
Mit vielen Krankheiten ist es in der westlichen Medizin wie bei einem überfluteten Keller in einem Haus. Der Hausherr ruft jemanden herbei und fragt, was da im Keller nicht stimmt, und der sagt: Guter Herr, Ihr Keller steht unter Wasser! Solange keiner das Rohr repariert, kann man nur ewig das Wasser abpumpen oder heraussaugen. Jeder Klempner würde sich mit der Hand ins Gesicht schlagen. Ärzte tun das nicht, weil sie fest an die lückenlose Richtigkeit der westlichen Medizin glauben. Alle Krankheiten, die sich mit dem gängigen Modell und der herrschenden Ansicht nicht recht beschreiben oder behandeln lassen, sind bloß zufällige Ausreißer. Doch wie heißt es so schön:

"A coincidence is what you have left over when you apply a bad theory." - P.W. Bridgeman

Ob es nun wirklich niemand weiß oder ob die Ärzte durch die Pharmakonzerne bevormundet werden, manche Krankheiten gelten bis heute als nicht heilbar. Dabei wird übersehen, dass wir uns heutzutage praktisch ausschließlich auf vorgefertigte Präparate verlassen, deren Wirksamkeit und Schädlichkeit nicht vollends nachgewiesen ist. Ich will hier keine Stimmung machen gegen die Schulmedizin, natürlich verzeichnet sie auch Erfolge, aber im Falle einer Krankheit die als nicht heilbar gilt, hat es seinen Nutzen, die Sachlage von verschiedenen Seiten aus zu betrachten.
Es gibt vielversprechende Anwendungen für Cannabisöl in den verschiedensten Bereichen. In Deutschland wird es bislang noch nicht vertrieben, während die Herstellung in den Niederlanden nicht ganz billig ist. Aber es hat sich vielfach als das entscheidende Mittel der Behandlung herausgestellt, besonders in Erkrankungen des zentralen Nervensystems.
Freilich ist diese Thematik weitreichend, aber da sie die Diagnose erst bekommen hat, denke daran, wenn die Behandlungen keine Wirkung zeigen, es gibt Alternativen. Am besten wäre es natürlich, so früh wie möglich es mit Cannabis zu versuchen, aber das Thema ist immer noch umstritten und die Erfolge werden schlichtweg ausgeblendet. Auch gerauchtes Cannabis, Extrakte oder Umschläge, besonders in Verbindung mit Brennnessel, können von unschätzbarer Hilfe sein. Wie dem auch sei, ich fühle mich verpflichtet das du von dieser Behandlungsart Kenntnis erhältst, ob es nun zum Einsatz kommt oder nicht. Informiere dich selbst und vielleicht kannst du so deiner Schwester helfen, wo den Ärzten die Hände gebunden sind.

iamglimy Avatar
iamglimy:#51215

>>51214
Das war unprofessionell von mir, es gibt seit 2011 doch ein Präparat mit Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol, allerdings wird es wahrscheinlich nur sehr zögerlich und erst im späteren Verlauf der Krankheit als Zusatz verschrieben, lediglich zur Eindämmung der Symptome. Ich halte das für zu wenig und zu spät, denn es hat sich gezeigt, dass bei rechtzeitiger Behandlung, noch bevor die Symptome ausarten, der gesamte Krankheitsverlauf gemildert werden kann. Du solltest es am besten mit deiner Schwester besprechen, wenn es geht und bei Gelegenheit selbst ein paar Informationen einholen. Noch kann sich so einiges zum Besseren ändern. Ich wünsche deiner Schwester und dir viel Kraft und Mut.

jacobbennett Avatar
jacobbennett:#51220

>>51120
Hallo SS-Bernd,

ich weiß nicht wo ich anfangen soll und vermutlich wirst du nur mir die üblichen Vorschläge machen. Aber vielleicht hilft mir schon das Schreiben etwas.

Ich bin mitte zwanzig, wohne noch zuhause, war eine lange Zeit NEET, hatte noch nie eine Freundin und kam nur einmal in den Genuss von Sex und was dazu gehört.

Suizidgedanken haben mich früher auch geplagt. Ich bin zum Entschluss gekommen, dass ich es nicht schaffe mich umzubringen. Also versuche ich es erst gar nicht mehr.

Noch etwas zu meinem Äußeren. Ich soll gar nicht so schlecht aussehen und ich habe zwei mal in meinem Leben mitbekommen wie das weibliche Geschlecht interesse an mir hatte. Oder ich bilde es mir zumindest ein.

Jetzt kommen wir zu meinen Problemen. Mich stören natürlich auch die ganzen Asylanten und generell bin ich ein kleiner Rassist. Ich werde auch nie genug Geld machen um mir meine Materiellen Wünsche auch nur ansatzweise zu erfüllen.
Das alles wäre mir allerdings vollkommen gleichgültig, wenn ich eine Person hätte die ich lieben und die mich lieben würde.

Ich sitze in meiner Freizeit nur vor dem PC und fühle mich einsam. Gute Freunde helfen ab einem gewissen Punkt auch nicht mehr. Ich werde vermutlich einsam sterben und wenn ich SO die 30 erreiche, ist die Kacke richtig am dampfen!

Wie könnte mein Problem gelöst werden? Ja, ich könnte in die Disko gehen und besoffene Fotzen abschleppen. Dann hätte ich wenigstens Sex, Zärtlichkeit, Nähe, Wärme usw.
Ich könnte über Anschnur-STOPP! Das habe ich probiert. Vergebens. Über einen langen Zeitraum.
Dazu kommt mein schlechtes Bild der Frauen und auch Männer, allerdings können mir die Männer gestohlen bleiben.
Ich kenne wirklich nur 4 Frauen die bis jetzt noch keinen Mist angestellt haben.
Eine Frau mit den selben Interessen zu finden ist schon schwer. Dann aber noch eine die nicht schon 20 Schwänze in sich hatte, eine offene Beziehung führen will oder fett ist.

Wie verdränge ich diese Gefühle? Sie zu verarbeiten schaffe ich wohl nicht. Ich kann mich auch nicht an den kleinen Dingen im Leben erfreuen.
Hätte ich wenigstens Sex und Kuscheleinheiten bis ich mit 40 oder 50 die/eine Richtige finde.

Scheiße Bernd, es treibt mich in den Wahnsinn.

bouyghajden Avatar
bouyghajden:#51226

>>51220
Guten Morgen, Bernd. Da beschreibst du einige Merkmale, die man hier auf KC öfters hört. Auf /b/ kommt es ja bekanntlich vor, dass Fäden nur zu dem Zweck erstellt werden, dass man sich in dieser Stimmung und Einstellung gegenseitig bestätigt.
Es ist schön zu sehen, dass du eine Verbindung ziehst zwischen den Rassismus-Gedanken und fehlender Zuwendung und Geborgenheit.
Es sieht ganz danach aus, als hättest du dir dein Weltbild aus ziemlich deprimierenden Allgemeinplätzen zusammengezimmert, teilweise ist dir das wohl sogar bewußt. Eingekocht klingt deine Nachricht danach, als würdest du dir, wie es heutzutage häufig geschieht, von einer Frau erwarten, dass sie dein ganzes Leben auf einmal von Blei in Gold verwandelt. Gleichzeitig passt dein Frauenbild nicht damit zusammen: wie sollen

> besoffene Fotzen

dir helfen, dein Leben in einem anderen Licht zu betrachten? Der Großteil der Frauen ist nichts für dich, aber wen interessiert der Großteil der Frauen? Auch Frauen, besonders jene, die von Mann zu Mann wechseln, haben ihre Selbstzweifel, gerade deshalb verhalten sie sich so. Sie finden sich selbst belanglos und brauchen einen anderen Menschen, der ihnen zeigt, dass sie schön sind, begehrenswert, jemand, der ihnen zeigt, dass sie liebenswert sind. Und wir wissen auch, wieviele Frauen dadurch ausgenutzt werden, doch zum Ausnutzen gehören immer zwei, und die Frau, die sich ausnutzen lässt, kann das nur, wenn sie ihren eigenen Wert nicht kennt und ihn immer von außen bestätigt haben will. Und dieses Verhalten findet sich bei Männern genauso wie bei Frauen. Es wird ihnen überall eingetrichtert, dass sie ohne einen Partner nichts sind, dass sie ohne Sex die Verlierer seien und dass es komisch ist, mit sich allein ein gutes und erfülltes Leben führen zu wollen.
Warum solltest du einem Weltbild Glauben schenken, das dich als Mensch so vollkommen abwertet? Wenn ein Mann sich für wertlos hält und eine Frau sich für wertlos hält, und beide finden Gefallen aneinander, was wird daraus? Nichts. Es ist eine Zweckgemeinschaft, wie zwei schiefe Hütten, die sich gegenseitig stützen. Aber wenn man sich selbst für eine Null hält, zieht man auch nur Nullen an. Und wenn man Nullen addiert, wird daraus nicht mehr.
Solange du dich für wertlos hältst, wirst du auch nur Menschen anziehen, die sich insgeheim selbst für wertlos halten.
Jetzt kommt der Trick: Für was du dich hältst, bestimmt in letzter Instanz du.

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#51227

Du denkst, es muss sich alles ändern, du hättest gar dein Leben vor die Wand gesetzt, aber könnte das vielleicht einfach das Ergebnis davon sein, aus welcher Perspektive du es betrachtest? Die Mentalität des Volkes ist gesättigt von unrealistischen Idealen, die in den meisten Fällen nicht ermutigen, sondern nur für anhaltende Enttäuschung sorgen.
Ich verschreibe dir die tägliche Einnahme von Ich-gebe-keinen-Fick. Wichtig ist nur, dass du versuchst, dich von dieser Einstellung zu lösen, denn offensichtlich hat sie dir bisher keine Freude gemacht. Sie ist sehr wahrscheinlich das Ergebnis von einem Umfeld, das durch das tägliche Einerlei jeden Schwung verloren hat und durch das Verkehren mit anderen Leuten, die genauso denken, schaukelt man sich gegenseitig hoch. Wenn man sich in einer Umgebung befindet, die einen permanent runterzieht, ist es nicht die schlechteste Wahl, allein zu sein und sich zurückzuziehen. Daran brauchst du nicht unbedingt etwas ändern. Ausschlaggebend ist, dass du für deine Unzufriedenheit nicht jemanden verantwortlich machst, der vielleicht noch weniger dafür kann. Deine Eltern, deine Freunde, Vorgesetzte, Lehrer, sie haben in dir vielleicht diese Stimmung hochgezogen, aber es steckt kein Plan dahinter, dich niederzumachen. Auch Tütenweine haben daran keine Schuld. Die Tatsache, dass man Asylanten für die eigene Unzufriedenheit an den Kragen will, überdeckt den Schaden der wirklich krummen Hunde unserer Gesellschaft, als da wären Pharma- und Energiekonzerne. Doch auch die sollten nicht als Feindbilder herhalten, ihre Macht konnte und kann nur so stark sein, weil der einzelne Mensch sich für so schwach und unfähig hält und in allen Belangen des Lebens seine Entscheidungsgewalt abgibt. Und wir werden so lange bevormundet werden, bis mehr Menschen erkennen, dass sie das eigentlich nicht (mehr) brauchen.
Man hat dir wie vielen Bernds eine ziemliche Last aufgehalst, die Welt durch diese beschlagene Brille zu sehen. Es klingt so läppisch, aber es hängt wesentlich von deiner Einstellung ab. Lass die Gedanken und die Sprüche derer nicht an dich ran, die dir einreden wollen, dass dein Leben irgendwie mangelhaft wäre. Du hast dich einfach wie es eben beim Aufwachsen geschieht, sehr nach außen orientiert und suchst jetzt dort Bestätigung. Praktisch alle suchen sie außen. Sie sind wie der Betrunkene in dem Witz, der seine Schlüssel nachts im Park verloren hat, sie aber unter der Laterne sucht, weil dort Licht ist. Das was du suchst, bist immer du. Vielleicht hast du auch schon Erfahrung mit psychedelischen Substanzen gemacht, wenn nicht, probier es bei Gelegenheit, wenn dich niemand stört und deine Laune dafür geeignet ist, also du nicht akut von irgendetwas besonders gekränkt bist. Du wirst überrascht sein, wie sich deine Welt verwandeln kann. Natürlich kannst du auch mit einfacheren Mitteln, die aber mehr Ausdauer verlangen, dich von deiner Einstellung lösen, aber ich bin dafür, dass der schwere Stein des Anstoßes manchmal mit ungewöhnlicher Hilfe bewegt werden sollte.
Du hast dich zu sehr abhängig gemacht von dem, was diese absurde Gesellschaft erwartet und verlangt, und dabei den Kontakt zu dem verloren, was du selber brauchst und willst.
Was die Beziehungsfrage angeht, empfehle ich dir übrigens die Videos von Peter Frahm auf der Röhre und den Pfosten in diesem Faden: >>51123

Bevor du wieder nach einem Mädel suchst, um die Leere in dir zu bekämpfen, überlege noch einmal: könnte eine Beziehung oder eine Affäre funktionieren, wenn du dich selbst so niedermachst? Bau dich auf, beziehungsweise, finde heraus, wie groß du wirklich bist, dann klappt der Rest von alleine. Natürlich ist das jetzt alles noch ziemlich oberflächlich. Falls du die Bereitschaft hast und genauere Fragen stellst, werde ich dir aber gerne entgegen kommen. Ich hoffe, dass es nicht zu esoterisch, belanglos oder anmaßend klang. Setze alles daran, dich loszumachen von den Erwartungen deines Umfeldes, um wieder in Kontakt zu treten mit deinem Inneren und der Fähigkeit, Freude zu empfinden. Alles Gute, Bernd.

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jasontdsn:#51235

>>51220
Ein handfester Ratschlag, den du ohne weiteres ausprobieren kannst, wäre dies: Läuterung durch Übertreibung. Steigere dich noch viel mehr in deine Stimmung hinein, bis es komisch wird. Bis du selbst über dich lachen musst.
Lies dazu Bücher von Typen, die absolut kein gutes Haar an irgendetwas lassen, dazu zählt zu einem guten Teil Schopenhauer, aber ich rede von Emil Cioran, Fernando Pessoa, Georges Perec und vielleicht auch Marquis de Sade. Die Werke dieser Typen sind auf eine überzogene Weise deprimierend, dass sie tatsächlich eine erstaunliche Wirkung haben können. Wenn ich selbst mal von allem enttäuscht bin, lese ich Cioran, wie er alles bis ins Allerkleinste zerlegt und überall den Haken findet. Ich fühle mich dabei mehr und mehr erleichtert, es ist so, als hätte mir jemand die Last abgenommen, zu leiden oder mich zu beklagen. Besonders dass Cioran so oft über den Selbstmord schreibt, aber doch als alter Mann eines natürlichen Todes gestorben ist. All diese erfrischenden Absurditäten können dir das Leben retten, wenn es durch die gewöhnliche Mittelmäßigkeit gefährdet ist.

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nateschulte:#51236

>>51235
Fernando Pessoa dagegen hat mit seinem Buch der Unruhe auch eine Sammlung von Schriften hinterlassen, die erst in unserer Zeit seinen ganzen Wert offenbart: er zeigt, wie wichtig es sein kann, der Öffentlichkeit total den Rücken zu kehren und die öffentlichen Werte hinter sich zu lassen. Besonders gefällt mir die Stelle, bei der er erklärt, was es für eine hohe Auszeichnung ist, nicht zu wissen, welcher Wochentag ist, welcher Präsident oder Kanzler regiert, ja nicht zu wissen, was in den Nachrichten steht. Desinteresse für die Deprifabrik namens öffentliches Leben praktizieren, wo es nur geht. Nun ja, mich hat es die ein oder andere Krise überstehen lassen, so zu denken, vielleicht könnte es auch etwas für dich sein.

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posterjob:#51237

>>51235
Was ich weniger empfehlen kann, wäre Otto Weiniger, der konsequenteste Frauenhasser. Natürlich hat auch er bestimmte Weisheiten ausgegraben, die der Beschäftigung lohnen, aber sein Hauptwerk Geschlecht und Charakter wird allzu oft zur Rechtfertigung von Feindbildern herbeibemüht. Warum erwähne ich jetzt so viele Philosophen? Weil ich überzeugt bin, dass deine Sorgen eine Frage der Anschauung sind. Und Anschauungen prüft man, indem man philosophiert.

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remiallegre:#51238

>>51226
>>51227
Morgen SS-Bernd,

ich finde mich gar nicht wertlos. Ich kann ein paar Sachen ziemlich gut und es gibt viel wertloserer Menschen. Z.B. Junkies, obwohl diese vielleicht auch nur in Trauer zu den Drogen gegriffen haben.
Oder generell Archlöcher die grundlos rumpöbeln. Egal welche Hautfarbe oder Religion, die gehören ins KZ!
Ich habe übrigens auch Gewaltfantasien und würde gerne als Judge Dredd oder Punisher die Bösen töten und das Leben für die wenigen nicht Archlöcher erträglicher machen. Nein, ich werde nicht Polizist und ich werde jetzt auch keine Bombe bauen...

Ich bin eher mit meinem Leben als mir mir selbst unzufrieden.
Natürlich habe ich einiges selbst zu verantworten, aber ich hasse mich nicht. Oder ich hasse mich und merke es nicht, falls es so etwas gibt.

Mit den besoffenen Fotzen wäre ich wieder glücklich. Das eine mal Sex und Kuscheln mit einer Frau war so unglaublich gut!
Ich hatte das Wochenende gar keine schlechte Laune. Durchgehend gelächelt hab ich.
Jeden Abend alleine im kalten Bett liegen macht doch keinen Spaß.
Und dort bin ich auch neben ihr aufgewacht und das war so schön. Das selbe Gefühl will ich wieder haben. Es war keine Liebe im Spiel. Da bin ich mir sicher. Nur Sympathie. Sie hatte aber kurz darauf jemand anderen. Wer hätte es gedacht.

Ich beneide Menschen, die allein glücklich sind. Ich weiß nicht ob ich mich einsam so gut fühlen würde.

Ach keine Ahnung.

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anjhero:#51239

>>51238
> es gibt viel wertloserer Menschen. Z.B. Junkies, obwohl diese vielleicht auch nur in Trauer zu den Drogen gegriffen haben.

Deinen Selbstwert durch Vergleiche zu stärken ist auch nicht der ideale Weg. Ich bin nicht hier, um über dich zu urteilen, aber mit Verallgemeinerungen machst du dir keine Freunde, selbst wenn du im selben Atemzug die Aussage relativierst. Zumindest schwindet mein Respekt vor Menschen, die um Verständnis bitten und dabei anderen den Anspruch auf Verständnis und Rücksicht absprechen. Sicher, du sprichst von Klischeebildern, ich gehe davon aus, dass du bisher nicht oft die Gelegenheit gehabt haben wirst, mehr über solche Personen zu erfahren, ihr wechselhaftes Leben von der Spitze der Gesellschaft runter in die Gosse und das ganze vielleicht mehrere Male. Du kannst leben wie du willst. Dort, wo du herkommst, ist es vielleicht die Regel, sich für vornehm zu halten, wenn bekannt ist, dass es immer ein noch ärmeres Schwein gibt. Es zeugt aber weder von Charakter noch von Rückgrat. Deine Haltung spiegelt sich in jeder Abneigung wider. Wenn du dich nicht selbst achten kannst, wird dir an anderen, ob es echte Erfahrungen sind oder Klischees, immer nur das Verächtliche auffallen.

> die Bösen töten

Es ist mein Vorsatz, bei allem, was ich in diesem Faden zu lesen bekommen, einfühlsam zu antworten. Aber die Vorstellung die du hast, würde ich ganz vorsichtig als ein wenig unreif bezeichnen. In den VSA würdest du damit wohl perfekt in der Masse untergehen. Hier, wenigstens nehme ich es stark an, hat man die Möglichkeit, irgendwann zu erkennen, das eine Moral von Gut und Böse so gar nicht dem gerecht wird, was wir Leben nennen. Du willst dich für einen guten Zweck einsetzen, das Böse bekämpfen. Vielleicht könntest du dich ja bei der Bundeswehr verpflichten? :3

> Jeden Abend alleine im kalten Bett liegen macht doch keinen Spaß.

Das ist der Grund, warum Menschen, die noch nicht gelernt haben, eine gesunde, auf Achtung und Respekt basierende Beziehung einzugehen, zu Junkies werden. Opiate vermitteln das Gefühl von Geborgenheit, man fühlt sich nicht mehr einsam und der Hunger nach Sex und Bestätigung ist mit einem Mal verflogen und verschwindet in einem rosanen Meer aus Zufriedenheit.
Nun, wenn du wirklich meinst, dass eine Frau dir all das gibt was du brauchst, mache dich attraktiv. Werde jemand, der sich aussuchen kann, welche Frau(en) er abends mit nach Hause nehmen will.

darcystonge Avatar
darcystonge:#51241

>>51235
>>51236
>>51237
Ich schau mal ob ich ein paar Bücher von den genannten Personen auftreiben kann.
Kann es pasieren, dass ich durch solche Bücher noch mehr heruntergezogen werde?

>>51239
Natürlich spreche ich von den schwarzen Schaafen und möchte nicht verallgemeinern. Aber mein Mitleid hält sich bei solchen Personen in grenzen. Die Geschichte hinter einem Kai der Brecher (DüRöhre) ist vermutlich sehr traurig. Sein Verhalten ist dennoch nicht entschuldbar. Ich vergewaltige schließlich auch keine Frauen.

Vorurteile haben auch immer einen Funken wahrheit. In den USA sind die Schwarzen prozentual gesehen krimineller als die Weißen oder die Asiaten. Wie es dazu kommt ist ein anderes Thema. Im Ghetto aufgewachsen usw.
Ungern setze ich mir eine rosa rote Brille auf und ignoriere alle Fakten.

Ich halte mich für einen guten Menschen, weil ich anderen Lebewesen keinen Schaden zufügen möchte. Spinnen in meinem Zimmer und Arschlöcher ausgeschlossen.

Unreif könnte stimmen. Ich war oder bin in allem ein Spätzünder und wie merke ich Reife oder Unreife?

Wie kann man Menschen noch einteilen, wenn nicht in gut und böse?

VSA? Google und Wiki helfen nicht weiter.

Nein, ich hab meinen Zivildienst abgeleistet und das war genug Arbeit für diese Regierung. Die mag ich auch nicht. Immer wird nur gelogen, nichts ist durchdacht und jeder denkt nur an seine zukünftige Position in der Industrie.

Eigentlich halte ich mich für Beziehungstauglich. Soweit ich das ohne Erfahrung beurteilen kann. Zumindest halte ich die Kommunikation als den wichtigsten Bestandteil einer Beziehung.

Gut, dass ich nie mit Drogen angefangen habe. Wenn es mir damit besser ginge, könnte ich vermutlich nicht mehr aufhören. Ein paar Bekannte sind jetzt von Gras auf Pillen umgestiegen. Mal schauen wie es mit ihnen weiter geht.

Frauen aufreißen kann und traue ich mich nicht. Nur wenn ein Gespräch schon im Gange ist, kann ich meine negativen Seiten zurückhalten und scheine recht sympathisch zu wirken.

Irgendwann werd ich schon eine Frau oder Sexbeziehung finden.

umurgdk Avatar
umurgdk:#51242

>>51241
> Kann es pasieren, dass ich durch solche Bücher noch mehr heruntergezogen werde?

Das ist möglich. Wenn das passiert, einfach weiterlesen, bis es lächerlich wird.

> VSA

Die vereinigten Staaten von Amerika

> Vorurteile haben auch immer einen Funken wahrheit. In den USA sind die Schwarzen prozentual gesehen krimineller als die Weißen oder die Asiaten.

Und prozentual gesehen haben die meisten Regierungen etwas davon, wenn Leute aufgrund dieser wertfreien Fakten Menschengruppen ablehnen und dabei nicht merken, dass es eine Ablenkungstaktik ist. Die CIA schmuggelte mehr Drogen als es die einflussreichsten Kartellbosse der Welt tun und taten, sie hat Osama Bin Laden ausgebildet und den IS zu dem gemacht, was er heute ist. Die Geheimdienste und Konzernchefs haben einen bedeutenden, wenn nicht verheerenden Einfluss auf unsere Welt, aber das ist ja nicht schlimm, wir wissen ja dass sie nur ihren Job machen. Währenddessen wird die Öffentlichkeit gelockt mit den Nachrichten von Schießereien und Raubüberfällen, und je tiefer sie im Sumpf der gegenseitigen Verblödung stecken, desto eher nehmen sie das Weltbild an, das mit diesem medialen Feldzug inklusive geliefert wird, das Schwarz-Weiß-Denken, das Gut-Böse-Denken, das dualistische Denken, von dem hauptsächlich die einflussreichen Industriellen und Magnaten profitieren, die damit die Menge gegeneinander aufhetzen, während sie buchstäblich jenseits von Gut und Böse stehen. Die weltweite Propaganda hat im Sinn, die Völker so gründlich wie möglich paranoid zu machen, paranoid gegen ihre Nachbarn und gegen sich selbst, aber niemals gegen die wirklichen Brandstifter.

> Wie kann man Menschen noch einteilen, wenn nicht in gut und böse?

Warum willst du Menschen einteilen? Zumindest die Kategorien Gut und Böse sind so zweifelhaft. Gut und Böse sind moralische Wertungen. Was fängt man denn damit an?
Moral, das heißt Sitten, Gepflogenheiten, Gewohnheiten, Bräuche. Effektiv heißt das, sich anzupassen. In manchen Ländern gilt es als unmoralisch, einem Dieb etwas zu trinken zu geben, unerachtet, aus welcher Not und Verzweiflung der Mensch zum Dieb geworden ist. Als schlecht oder böse gilt in naiven Augen oft schon eine bloße Abweichung von dem gesellschaftlichen Verhaltenskodex, selbst wenn die Abweichung keinen Schaden oder Opfer mit sich zieht.
Die einzige Deutung der Worte Gut und Böse, die ich für praktikabel halte, ist eine ökonomische, bzw eine, die nach der Effizienz fragt. So heißt es nicht mehr Gut und Böse, sondern Nützlich und Unnütz oder Tauglich und Untauglich. Fähig oder unzulänglich.
Das dunkle Böse, das so oft heraufbeschworen wurde, das große Böse, ist oft wie ein Tuch, das über alle Themen geworfen wird, die man besser nicht weiter behandeln sollte.
Wir sind mit Urteilen schnell zur Hand. Bevor wir etwas auch nur ein paar Momente erlebt haben, steht schon fest, was wir darüber denken. Wenn wir die Welt in diese groben Kategorien einteilen, verlieren wir das Wesentliche aus den Augen. Mehr beobachten, weniger urteilen.

> Ich halte mich für einen guten Menschen, weil ich anderen Lebewesen keinen Schaden zufügen möchte.

Vielleicht fährst du ja gut mit dieser Sicht. Aber auch dir selbst solltest du keinen Schaden zufügen.

oskamaya Avatar
oskamaya:#51243

Nicht hart mit dir umgehen oder dir Sorgen machen, was in 10 oder 20 Jahren sein wird oder sein könnte. Gib dir selbst all die Liebe und die Zuwendung, die du vermisst. Du wirst niemanden je so gut kennen lernen wie dich selbst, darum werde dir selbst dein bester Freund, ja, mehr noch als das. Mach dir keine Sorgen, dass du etwas verpasst haben könntest und lass die Gedanken an ein ungewisses Morgen. Lass dich nicht fangen von den Aufrührern, die schlechte Stimmung machen wollen. Was zählt, ist dieser Moment, ob du in diesem Moment zufrieden bist. In diesem Moment kannst du entscheiden, zu fliehen in irgendein gedachtes Morgen oder ein Anderswo, fliehen in Gedanken voller Vorbehalte und Zweifel, oder du lehnst dich langsam in den Moment zurück und beobachtest dich selbst eine Weile. Atme entspannt und tief durch. Beobachte deine Gedanken: interessant, was da alles so im Kopf läuft. Aber Gedanken sind doch auch nur eine Art von Wolken, nur statt im Himmel ziehen sich im Kopf vorüber. So wie wenn du ein Gefühl hast, nicht gezwungen bist, nach dem Gefühl zu handeln, so bist du nicht gezwungen, wegen eines Gedankens dich schlecht zu fühlen oder dein Leben zu beklagen. Du siehst, die Gedanken kommen und gehen. Schöne und traurige, sie fliehen vorüber. Aber Moment, wer ist denn das, der diese Gedanken beobachtet? Das ist dein Bewußtsein, der stille Beobachter von allem. Und es ist immer da, es handelt nicht, es hofft nicht und es fürchtet nicht. Es sorgt sich nicht um ein Morgen und es bereut kein gestern.
Es ist hier. Du bist hier. Und du bist in diesem Moment. Deine Gedanken, Gedanken von Fremden, Wertvorstellungen der Gesellschaft, die dich unruhig machen, du kannst sie beobachten wie das Fließen eines kleinen Baches. Du bist nicht deine Gedanken. Dein wirkliches Selbst liegt dahinter, das ist das wirkliche Leben. Dort, wo keine Hoffen auf ein Morgen oder Zweifeln mit dem Gestern herrscht, sondern nur ein ruhiges Versinken in diesem einen Moment, in dem du glücklich bist und nichts brauchst, wo du dir selbst mehr als genug bist.

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Bernd:#51246

Harro Seelsorge-Bernd, ich muss mir diese Scheisse jetzt einfach mal vom Herzen reden, ich versuche es kurz zu machen:

Bin 87 geboren, Kindheit war relativ normal mit Freundeskreis etc. trotz gestörten Vater - der aber leider immer gestörter war - angefangen zu bröckeln hat es als ich die Sechste im Gymi wiederholen musste, seitdem geht alles bergab, keine Freunde mehr, Mobbingopfer, Vater verhielt sich immer beschissener und hat mir und meiner Familie das Leben zur Hölle gemacht, musste dann direkt von der achten Gymiklasse in die neunte der Realschule, dort war alles noch schlimmer, Vater kümmerte sich um gar nichts mehr, lag nur noch rum, Bernd wurde in der Realschule so gemobbt wie noch nie (war aber zum Teil selbst schuld weil er sich dämlich/sonderbar verhielt) verliebte sich ausgerechnet in die Klassensprecherin die von einem Alphamusel geweitet wurde.

Diese zwei schlimmen Jahre waren endlich vorbei, ging ins Berufskolleg - totaler Nischenberuf (LTA = landwirtschaftl. techn. Assistent absolut wertlos auf dem Arbeitsmarkt) aber habe nichts anderes gefunden und hab die zwei Jahre eben aufgrund Angst vor meinem Vater eben durchgezogen, dieser hat mich und meine Mutter 2006 mal wieder verdroschen, hab die Bolis geholt, haben ihn mit Pfefferpray abgeführt, seitdem ging es ganz zu Ende, kam danach wieder heim, wir haben jeden Tag seinen Hass gespürt, hat sich dann im Frühjahr 2007 als ich mein letztes Jahr am BK absolvierte immer mehr von uns abgekapselt, sich ne Geliebte in meinem Alter geholt, es folgte Scheidungskrebs und Streitereien die meine Mutter Unsummen kosteten, hab mich im Herbst 2007 an ne FH eingeschrieben, den Scheiss nur zwei Semester durchgehalten (Wenn überhaupt, hab dauernd geschwänzt) danach bis zum WS 2008 geneetet, den Fehler gemacht und mich wieder bei ner FH eingeschrieben, dort dasselbe Spiel, bin nun seit 2009 zuhause und neete bis heute vor mich hin.

Habe mich damals bestimmt jede Woche bei allen Firmen beworben die für mich von der Qualifikation her gepasst hätten, Fehlanzeige.

Habe mich dann dazwischen 2011- 2012 um meine Oma gekümmert die dann auch bei uns wohnen musste (konnte nicht mal mehr alleine aufs Klo) und im Herbst 2012 verstorben ist.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#51247

Sonst nur NEET, durchgehend. Bewerbe mich auf alle möglichen Stellen und sogar auf neue alternative Ausbildungsplätze, aber keine Sau will mich. Bin nicht mal fähig einen 400 Eurojob zu akwirieren. Die Einzigen die mich wollen sind die Zeitarbeitsverbrecher, aber die nehmen jeden. Hatte bis jetzt nur eine Stelle als Schwarzarbeiterküchenhilfe von Dez.013 - April. 014 und trage halt noch nebenbei Wochenblätter aus.

Ich kann nicht mehr. Die ganze Sache macht mich fertig. Meine Mutter muss jeden Tag schafen gehen während ich fettes Stück ihr daheim auf der Tasche liege. Drecksvater kümmert sich weder um mich noch um meine Schwester, wir sind ja seine "Feinde" und hat sich ausser durch seinen Anwalt seit damals nicht mehr gemeldet (ausser unheimliche Drohungen per Telefon und nächtliche Stalkereien/Psychoterror)

Ich weiss nicht mehr weiter. Die Arbeitslosigkeit ist nicht mein einziges Problem (bin auch noch fett und habe keinerlei Sozialkontakte, aber hängt imo alles mit dem NEET-tum zusammen) aber wenn die weg wäre würde alles schon besser aussehen. Ich würde meiner Mutter finanziell unter die Arme greifen und hätte auch etwas Geld für mich.

Aber ich kann einfach nichts und schaffe es einfach nicht irgendeine Stelle zu bekommen.

Bewerbe ich mich auf eine Stelle in meinem erlernten Ausibldungsberuf oder etwas Verwandten picken sich die Arbeitgeber die Rosinen raus, diese STellen sind eh rar gesät.Oft kommen die Absagen - wenn überhaupt - erst nach Monaten.

Bewerbe ich mich für eine neue Ausbildungsstelle nehmen die Arbeitnehmer natürlich lieber den 17-19 jährigen großschnützigen Busfahrerbubi als dass sie mir Langzeitarbeitslosen eine Stelle anbieten.

Auf Minijobs bekomme ich gar keine Antwort.

Wie gesagt bleibt nur noch der Zeitarbeitsscheiss, aber dass kann und will ich nicht, auch wenn das evtl die einzige Möglichkeit wäre die Sache etwas zu verändern. Ich habs ja sogar schon ein paarmal probiert. Ich kanns körperlich nicht (habe Probleme zu stehen, Schichtarbeit zerfickt mir den Biorythmus und beschwert mir Kopfeh, laut Fabrikgeräusche und monotone Arbeit treiben mich in den Wahnsinn) und psychisch nicht. Ausserdem haben diese Schweine mich schon mehrere Male "shanghait" wie man so schön sagt, also absolut verarscht.

Was soll ich denn nur machen? Meine Mutter wird immer ungeduldiger, unsere finanzielle Lage immer beschissener, unser Verhältnis immer angespannter. Sie behauptet inzwischen, ich würde mich gar nirgends mehr bewerben weil ich nicht arbeiten will oder würde mich bei Vorstellungsgesprächen absichtlich blöd anstellen, aber das stimmt nicht.

Gehe auch seit diese NEET- Kacke schon besteht regelmäßig zu meinen Freunden vom Amt, die mich wie totalen Dreck behandeln. Werde in Maßnahmen geschickt (die ich eigentlich bleiben lassen könnte da ich eh keine Leistungen bekomme) in Kurse geschickt, von A nach B, nach dem Prinzip: Hoffnungsloser Fall, seit das Problem von jemand anders. Die weigern sich mich umzuschule oder mir auch nur Stellenangebote zu schicken/mich irgendwo zu vermitteln. Behandeln mich wie Dreck.

Ich kann nicht mehr weiter. Dazu kommt dass ich seit letzter Zeit mich wie gelähmt fühle, mich zwar noch regelmäßig bewerbe aber nicht mehr so oft wie früher, habe keine Motivation, fühle mich alt. Suizidgedanken hatte ich schon seit ich 15 bin, werde diese aber nie umsetzen, da erstens zu feige und zweitens würde das die Lage meiner Familie noch verschlimmern.

Auch: War schon bei ehrenamtlichen Helfern etc. die einem angeblich helfen aus der Arbeitslosenfalle zu kommen, die waren sehr nett wissen aber auch keinen Rat.

Ich bin mit meinem LAtein einfach am Ende und muss nächste Woche wieder zum Scheissamt dackeln und mich runterbuttern lassen.

deviljho_ Avatar
deviljho_:#51248

>>51246
Lieber Bernd, danke, dass du von dir erzählst. Wir haben zumindest zwei Gemeinsamkeiten: beide Jahrgang 87 und haben einen Vater mit einer ähnlichen geistigen Absonderlichkeit, meiner ist wie meine Mutter bereits unter der Erde, aber Sorgerechtstreit gab es auch hier, allerdings fand das bei mir etwas früher statt, war darum aber nicht unbedingt entspannender. Von deiner Erzählung her zeigt sich, wie viel du daran setzt, diese ganzen Startschwierigkeiten wettzumachen und die Dinge geregelt zu bekommen. Mit einem Vater, der sich mittendrin gegen die Familie wendet, hast du eine ziemliche Last zu bewältigen. Jetzt wünscht sich deine Mutter vielleicht, entlastet zu werden, indem du ein zweites Einkommen nach Hause bringst. Ich bin davon überzeugt, dass du alles tust, was dir möglich ist und sogar viel mehr versuchst als so manch anderer in deiner Situation. Manch einer hätte sich seinen Pflichten entzogen, auf welche Weise auch immer, aber du möchtest gern den Ansprüchen gerecht werden, egal wie mühsam es ist. Ja, was kann ich dir raten - du wirst das Engagement unserer Arbeitsvermittlungsagentur kennen. Schon allein die übermenschliche Geduld und Toleranz, die man für einen Besuch dort braucht, sollte vergütet werden. :3 Dass es bei 400Euro-Stellen noch nicht geklappt hat, ist schade, aber ich würde es dabei weiter versuchen, auf eBay Kleinanzeigen, wo du sicher schon nachsiehst. Falls es wegen gesundheitlicher Probleme nicht geht, könntest du dich auch erst einmal krank schreiben lassen oder einen Termin beim Amtsarzt beantragen. Dabei kannst du sowohl auf die körperlichen Beschwerden eingehen als auch auf die psychische Belastung, die familiäre Situation und mögliche Diagnosen deines Vaters. Und bevor deine Mutter sich überarbeitet, hat sie mal an eine Kur gedacht? Ja, so etwas klingt immer etwas dekadent, aber nur so lange bis man zur Schonung gezwungen ist. Dir würde ich am liebsten auch verordnen, eine ruhige Kugel zu schieben, denn wenn sich alles querstellt oder die Widerstände sogar zunehmen, würde ich nicht an Arbeit denken (ich bin aber auch aus Zucker).

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#51250

>>51247
Geh zum Psychiater und laß dich krankschreiben (PTBS o. ä.)
Dann stell bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente. Mit dem Bescheid gehst du dann zum Sozialamt und läßt dich in den NEET-Tarif umbuchen und ziehst zu Hause aus.
Dann hast du deine Ruhe.

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#51251

Eine richtige Lösung kann ich dir auch nicht anbieten. Du bist aber alles andere als allein mit deinen Sorgen. Was deinen Vater betrifft, ist er wohl von der Sorte, die auf der Flucht vor sich selbst eine Familie gegründet hat. Er hat vielleicht eine Zeitlang die Sicherheit und die Gemeinsamkeit einer Familie gesucht, doch die wirkliche Reife und Bereitschaft zum Vatersein konnte er noch nicht aufbringen. Wenigstens war es bei meinem Vater so. Er hatte vielleicht das Talent, aber nicht die Geduld und die Ausdauer, dazu kommt noch, dass er ein großes missverstandenes Kind war. Wenn dein Vater euch noch das Leben schwer macht, wirst du sicher noch nicht so versöhnlich darüber denken. Wie dem auch sei, versuche es weiter, aber lass dich nicht endlos weiter vertrösten. Wenn du deine Nerven dafür aufreibst, eine Stelle zu bekommen und der ganze Aufwand bringt noch kein Ergebnis, lass dich nicht in die Enge treiben. Die Idee mit dem 400Eurojob finde ich persönlich besser als die Vollzeit-Ausbeutereien die vom Amt vorgeschlagen werden. Durch einen Besuch beim Amtsarzt könntest du dir das ersparen. Bernd, ich wünsche dir, dass die kommende Zeit etwas mehr nach deinen Wünschen verläuft und wünsche dir auch Gelegenheit für dich, etwas Schönes zu erleben, dass dich den Alltag mal vergessen lässt. Alles Gute!

kurafire Avatar
kurafire:#51267

>>51215
Danke dir, werde ich im Hinterkopf behalten.

mutlu82 Avatar
mutlu82:#51270

Hallo Seelsorgerbernd,

bin 22 und habe das Probem einfach keine Freunde zu finden (geschweige denn GF). Ich bin eigentlich recht selbstbewusst und zufrieden mit mir, doch schaffe es nicht mit anderen Menschen eine tiefere Bindung als Smalltalk zu schaffen. Ich bekomme es einfach nicht hin mal interessante oder tiefgehende Gespräche mit anderen zu führen.

Das Problem habe ich schon länger, da Bernd während seinerr ganzen Pubertät praktisch nur zu Hause vorm PC verbrachte und von anderen nie für Partys und dergleichen beachtet wurde. Benrd bekommt oftmals zu hören, dass er sehr unscheinbar ist (in meinem Abiturjahrbuch habe ich die Wahl zu "Was, der war in meinem Jahrgang?" gewonnen ;_;)

Zur Zeit macht Bernd ein freiwilliges Soziales Jahr in Schottland, welches jetzt seit gut einem Monat läuft, und es taucht wieder das selbe Problem auf, dass ich es nicht schaffe mit den anderen Freiwilligen hier eine Art Freundschaft aufzubauen. Ich habe einfach das Gefühl eine unfassbar langweilige Persönlichkeit zu haben bzw. auch nicht richtig aus mir rauskommen kann und in sozialen Situationen mit Gleichaltrigen immer etwas nervös bin.

sava2500 Avatar
sava2500:#51272

>>51270
Schön von dir zu hören, Bernd. OP hat sich in seiner Pubertät auch die meiste Zeit daheim verschanzt, es kamen hin und wieder mal Einladungen zu irgendwelchen Sachen, aber in der Regel habe ich mich so oft erfolgreich geweigert, bis man mich in Ruhe gelassen hat. Das ist natürlich nicht für jeden etwas. Was sind denn deine Interessen? In meinem Fall war es so, dass mir irgendwann klar wurde, dass in der überschaubaren Gruppe der Leute, die ich im Schulalltag traf, kaum potenzielle Freunde oder Gesprächspartner zu finden waren. Ich habe mich deshalb früh nach außen orientiert und nach einiger Zeit einige wenige Bekanntschaften anschnur gefunden, die mir das gegeben haben, was ich gesucht habe, gemeinsame Interessen, angenehme Umgangsformen und viele Dinge, die ich noch lernen konnte.
Ich glaube jetzt einfach mal nicht, dass du eine langweilige Persönlichkeit hast. Wenn es nicht so richtig hinhauen will, hat es bisschen mit der Chemie noch nicht gestimmt. Außerdem muss ich dich zwischendurch beglückwünschen, wieviele Bernds haben das Problem, keinen Smalltalk führen zu können! Aber Kleinsprech ist genauso wichtig wie ein wirklich gehaltvolles Gespräch, wenn nicht sogar noch viel wichtiger. Das erkläre ich mir so:
Das tiefgehende Gespräch hat seine Betonung auf der Information und der Vertraulichkeit des Inhalts. Oft kommt es vor, dass bei solchen Gespräche lange Beiträge einander abfolgen, sodass es manchmal fast eher wie ein "Monolog zu zweit" wirkt. Solch eine Gesprächsart würde ich mehr den Männern zuordnen - in dem Sinne, dass es Eigenschaft der linken Hirnhälfte ist, auf Inhalte, Fakten, Logik, Information zu achten.
Das kleine Gespräch hingegen hat scheinbar belanglose Themen, die Abfolge der Beiträge ist kurz und telegrammhaft, und es hat etwas weibliches an sich, insofern mehr die Form als der Inhalt von Bedeutung ist: die Kürze, die Art des Sprechens, die Stimmung zählen dabei mehr als bei einem großen Gespräch. Oft wird der Smalltalk abgewertet oder gar für unwichtig erklärt, dabei ist er DAS Schlüsselelement in der menschlichen Verständigung: es geht nämlich dabei hauptsächlich nicht um Informationen, sondern um Austausch von Stimmung und Gefühl. Die Worte sind nur die Stimmungsträger. Eine Stimmung kann man mit jedem noch so belanglosen Thema erzeugen. Das selbe Gespräch über den Verkehr in der Innenstadt kann eine klagende Stimmung, eine lustige, eine peinliche, eine aufbauende oder eine verwirrende und aufregende Stimmung erzeugen.

shesgared Avatar
shesgared:#51273

Im Smalltalk erfährt man vieles, das in einem tiefen Gespräch gar keinen rechten Platz hätte. Dass du Smalltalk betreiben kannst, ist also schon einmal etwas sehr Gutes, und alles weitere kann noch folgen.
Zwei Ratschläge: zum einen pflege deine Interessen. Tu, was dir Spaß macht, aber probiere auch neue Dinge aus. Toll wäre, wenn du alle paar Tage etwas Neues versuchst, was auch immer, Kuchen backen, einen Tanzkurs machen, singen, malen, Gedächtnistraining, schnitzen, Bogenschießen, was auch immer. So hast du auch potenziell mehr Gesprächsthemen und potenziell mehr Gesprächspartner / kommst in die verschiedensten Freundeskreise und Gruppen und kannst überall ganz ungezwungen deine Konversation üben.
Und der andere Ratschlag ist, deinem Smalltalk den Feinschliff zu geben. Zu wissen, wie man interessante Leute anspricht, überleitet zu Dingen oder Themen, die du ansprechen möchtest, aber auch das passende Interesse am Gegenüber zu signalisieren. Ich denke, du wirst schon Übung darin haben. Ein netter Gesprächsanfang ist natürlich immer, auf etwas, das du und dein potenzieller Gesprächspartner beide bemerkt haben, hinzuweisen und es zu kommentieren. Mit einer Bitte um etwas, wie um ein Taschentuch, eine Zigarette, etwas Wasser oder eine Frage nach dem Weg hat man auch gleich eine Verbindung geschaffen. Manchmal muss man dem Gesprächspartner einen Vorschuss geben, damit dieser mehr auf dich eingeht. Zum Beispiel erwähnen, welchen Film man kürzlich gesehen, welches Buch man gelesen hat oder welche Musik man zur Zeit hört und schließt daran eine Frage nach der Meinung darüber an oder etwas ähnliches. So kann man über den Small Talk hinausfinden. Aber: Welche Gesprächsart man führt, ist natürlich auch eine Frage des Ortes. Es passt einfach nicht, beim ersten Treffen einer interessanten Person in der Ubahn gleich die schweren Geschütze auszufahren, dafür - wenn Interesse besteht, bleibt man in Kontakt und macht ein Treffen aus. Ich glaube, dass das alles im Bereich des Möglichen bei dir liegt. :3
Es kann ja aber auch sein, dass es weniger eine Frage der Technik oder der fehlenden Interessen ist. Du machst dir wahrscheinlich einfach zu viele Gedanken darüber, ob man dich langweilig finden könnte. So wie ich das sehe, sind es weniger die außergewöhnlichen Interessen oder Hobbys, die dich interessant machen, sondern deine Ausstrahlung. Du hast das vielleicht schon einmal erlebt: du hörst ein Gespräch mit von einem Typen, der mit einem Mädchen redet. Er verbreitert sich über Belanglosigkeiten, aber die Art, wie er wirkt, hat etwas Anziehendes, denn er wirkt sicher und schafft es, selbst in einer Anekdote über eine totale Kleinigkeit seines Alltags eine sympathische und angenehme Atmosphäre zu erzeugen.
Andersherum gibt es da auch die Leute, die krampfhaft überall von ihren ach so geilen Aktivitäten salbadern, über ihren Snowboard-Urlaub, dem Urlaub in Monaco und damit nur ihre Arroganz raushängen lassen, die wiederum nur ihre Unsicherheit überkleben soll. Ich finde, dass Unsicherheit, die in einem Gespräch zu einem gewissen Grad zugelassen wird - die man vielleicht sogar selbstironisch mal zum Gegenstand einer witzigen Bemerkung macht - kann dich sehr sympathisch wirken lassen.
Ich empfehle dir, dich umzuhören, wo die anderen Freiwilligen ihre Abende verbringen. Sei mal mutig und frage nach, ob man zusammen um die Häuser streifen oder was trinken will. Übrigens bist du sicher nicht der Einzige, der glaubt, er wäre langweilig und würde da nicht hineinpassen, die anderen haben vielleicht nur mehr Glück, angepasst zu wirken. Keiner wird dich verjagen, weil du nicht gerade das aufregendste Leben hast. Manche von ihnen werden vielleicht ganz ähnlich wie du denken. Jetzt stell dir mal vor, wie interessant du wirkst, wenn du die Initiative ergreifst und vorschlägst, gemeinsam in eine Bar zu gehen - nachdem du erfolgreich Small Talk geführt hast.
Ich hoffe, die Tipps wirken nicht zu belanglos. Irgendjemanden zum reden und abhängen wirst du schon finden. Richtige Freunde, je nachdem wie hoch deine Ansprüche sind, findet man naturgemäß etwas seltener. Ich habe da aber ein gutes Gefühl, dass du das hinkriegst. Und wenn du erstmal ein paar Leute kennst, wirst du auch bald ein paar Mädchen kennenlernen.

davidsasda Avatar
davidsasda:#51277

>>51273
Du machst hier gute Arbeit, SS Bernd. Ich würde gern noch meinen Senf dazugeben.

Wenn ich das recht verstehe geht es beim Kleinsprech darum, Gefühle zu vermitteln, wobei es Sinn macht sich etwas fließen zu lassen. Der Durchschnittsbernd ist nun aber meiner Auffassung nach der Meinung, seine Gefühle seien schlecht. Darum lässt er sie auch nicht raus. Wenn er es gar wagen würde es fließen zu lassen, wer weiß was dabei noch rauskommt. Darum können es die meisten Menschen um einen herum auch nicht fassen, was daran so schwer sein soll.

Drum würde ich Sorgenbernd empfehlen, etwas mehr Selbstvertrauen aufzubauen. Deine Gefühle sind was sie sind. Dich gibt es nur als volles Paket. Zeig den Menschen was du bist. Solange du eine Abweisung akzeptierst, ist Stehenlassen wirklich das Schlimmste was passieren kann und das ist ja auch nicht schlimmer als die Situation in der du ohnehin schon bist.

dmackerman Avatar
dmackerman:#51278

>>51273
Du bist der Bernd, den /we/ braucht, aber nicht der, den es verdient. Menschen wie dich sollte es öfter geben.



SS-Bernd, wie kann man im Leben damit handeln hässlich und somit unattraktiv zu sein? Bernd ist mittlerweile 26 Jahre alt und hat immernoch die Statur eines KZ-Häftlings nein Bernd, Krafttraining hat nur im sehr begrenzten Maße funktioniert. Fortschritte haben sich nicht in meer.jpg Muskelmasse dargestellt. So macht das ganze Leben doch keinen Spaß.

otozk Avatar
otozk:#51279

>>51277
Danke für den Beitrag, Bernd. Das Thema Kleinsprech wird oft verkannt oder aber es kommt nicht in Gang, weil hinderliche Erwartungen daran gestellt werden.

> Wenn er es gar wagen würde es fließen zu lassen, wer weiß was dabei noch rauskommt.

Bernd als etwas wunderlicher Außenseiter hat tendenziell sehr eigene Gefühle oder Gedanken, zumindest aus der Sicht der tabubehafteten Öffentlichkeit. Falsch oder schlecht ist darum trotzdem kein Gefühl. Für jede Gefühlsregung gibt es Menschen, mit denen man sich darüber austauschen kann, doch nicht in jedem Gefühl muss man / möchte man schwelgen oder sich darüber austauschen.
Das Klischeebild der Geschlechter stellt Männer immer eher als schweigsam dar, während Frauen jedes Detail und jedes Gefühl in Gesellschaft bereden. Menschen zu finden, die Lockerheit und Offenheit besitzen, um jede Art des Gesprächs mitzumachen, ob über Gefühle oder lustige Fachsimpelei, völlig geschlechterübergreifend, kann immer noch recht schwierig sein.
Deshalb bringt es etwas, sein eigener bester Zuhörer zu werden. Gefühle zu betrachten, nachzudenken und sich Zeit zu nehmen. Wer sich selbst gut kennt, hat prinzipiell auch die Fähigkeit, auf die Bedürfnisse und Empfindungen anderer Menschen einzugehen, anderen zuzuhören und nicht vorschnell zu urteilen.
Die Art, wie man zu seinen eigenen Gefühlen steht, kann zudem wesentlich Einfluss darauf nehmen, wie sehr man mit sich zurecht kommt: oft fühlen sich Menschen allein mit ihren Gefühlen, solange sie nicht vom Gegenteil überzeugt wurden. Dabei würde es schon einen Großteil des Stresses, der Unsicherheit und der Angst nehmen, wenn man davon ausgeht, dass man niemals ganz allein ist.
Die Leute, die ihre Gefühle lieber verdrängen möchten, glauben öfters, die Gefühle seien eine ganz eigenartige Frucht oder Blüte, die ausgerechnet in ihnen wächst und weil kaum jemand einmal darüber spricht, fühlt man sich unbewußt ausgegrenzt.

georgedyjr Avatar
georgedyjr:#51280

Wie wäre es aber, die Sache einmal so zu sehen: jeder Mensch ist in gewisser Weise ein Empfänger und ein Sender für Stimmungen.
Seine Grundeinstellung veranlasst ihn dazu, mehr oder weniger durch äußere Erlebnisse beeinflusst zu werden. Man sagt nicht umsonst, etwas "ziehe einen herunter", und auf dieses Gleichnis bezogen würde das bedeuten, der Mensch als Empfangsgerät, wird auf eine niedrigere Frequenz eingestellt, wo er in Folge dessen mit höherer Wahrscheinlichkeit weitere Eindrücke empfangen kann, die eher negativ sind. Andersherum können positive Eindrücke das Empfangsgerät Mensch höhere Frequenzen empfangen lassen und in Folge dessen ist die Wahrscheinlichkeit höher, weitere angenehme Erlebnisse und Gefühle anzuziehen.
Und jeder Mensch ist ein Empfänger und ein Sender. Unabhängig von Ort und Zeit sind Menschen verbunden durch ihre Einstellung und ihre Stimmung.
Dies kann man durch einen Musik-Vergleich verständlich machen. Sagen wir, jemand pfostiert einen gemeinen Spruch im Internet. Dieser Spruch erzeugt Resonanz: andere die so denken und so fühlen erwidern den Spruch. Es ist so, als würde man einen Ton auf einem Klavier spielen und Gegenstände, die für die Frequenz des Tons empfänglich sind, beginnen mitzuschwingen.
Heute muss sich niemand mehr für seine Gefühle schämen, denn Resonanz, das heißt, Antwort, Bestätigung, Feedback für Gefühle gibt es ohne Ende. Wenn man nicht gerade einen Freund findet, mit dem man über alles sprechen kann, so gibt es doch Musik, Filme, Bilder, Erlebnisse, die genau den Empfindungen entsprechen, die man hat. So kann man spielend leicht seine Gefühle verarbeiten, neue Gefühle kennenlernen und vielleicht sogar seine Einstellung ändern.
Wer sehr niederdrückende Gedanken und Gefühle hat, der ist durch schlechte Erfahrungen dazu gebracht worden, immer die negativen Aspekte zu bemerken. Doch die Wirklichkeit, jenseits von aller menschlicher Interpretation, ist weder ganz weiß noch ganz schwarz. Die Wirklichkeit ist ähnlich wie ein Rohrschach-Fleck, in dem jeder etwas anderes erkennen kann oder wie dieses Bild von der Silhouette eines Reiters: wer den Reiter ankommen sieht, gehört vielleicht eher zur Optimistenfraktion, wer ihn sich entfernen sieht, ist eher Pessimist, doch die Realisten wissen, dass es beides zugleich ist. Es ist deshalb Frage der Einstellung, wie man sich fühlt, das heißt, welche Gefühle und Gedanken man empfängt. Genauso hat man auch die Macht, anderen gute Gefühle zu bescheren, indem man sie von dort abholt, wo sie sind. Man kann in einem Smalltalk mit einem allgemeinen Thema einsteigen, und die Stimmung des Gegenübers annehmen und ihn im Verlaufe des Gesprächs auf die unbeachteten, faszinierenden und aufbauenden Seiten der Sache hinweisen.

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antongenkin:#51281

>>51278
Wer verdient schon, was er verdient? Menschen kriegen monatlich Geld, kaum einer von ihnen verdient es. Manche Menschen verdienen sehr viel und kriegen nichts, höhö.

Erstmal hallo, mein guter Bernd. Wie groß bist du denn und wie schwer / wie leicht? OP ist selbst leicht untergewichtig und schon allein die Tatsache, dass man neue Löcher in den Gürtel machen müsste, kann sehr auf die Nerven gehen. Ein Bekannter von mir allerdings war immer noch ein ganzes Stück dünner. Ich habe öfters von ihm gehört, wie sehr es ihn belastet, dass das ganze Muskelaufbautraining und die Eiweißshakes kaum etwas helfen wollten. Mit dem Training hat er sich gut in Form gebracht, aber ihm war sein Körper immer noch peinlich. Diese Ablehnung seines Körpers ging sogar so weit, dass, als er als Beinahe-Magier in kurzer Abfolge zwei Mädchen kennengelernt hatte, die sehr von ihm angetan waren, doch die Beteuerungen der Mädchen ihm gegenüber, er sähe gut aus, konnte und wollte er einfach nicht glauben. Meine persönliche Einschätzung war und ist, dass er zwar wenig wiegt, aber absolut keinen Grund hat, seinen Körper so abzulehnen und so hart mit sich umzugehen. Mittlerweile glaube ich, dass er sich eben gerade so fühlen will, dass es sein Wunsch ist, sich als Ausgestoßener zu sehen, denn er hat am eigenen Leibe erleben können, dass mehr als ein hübsches Mädchen wirkliches Interesse an ihm hatte und das Gewicht praktisch keine Rolle spielte. Der Beweis war erbracht - er konnte sehen, dass niemand einen Bogen um ihn macht, weil er zu wenig wog, aber er wollte es einfach nicht glauben. Tatsächlich ist er in der Außenseiterrolle, weil er verschlossen und überkritisch ist, gegen sich und gegen andere, was Freundschaften arg auf die Probe stellen kann.
Ich weiß nicht, wie du aussiehst, Bernd, aber ich nehme an, dass auch du die Sache in deiner Selbstwahrnehmung zu einem unüberwindlichen Hindernis aufbaust. Ob man als sympathisch oder attraktiv rüberkommt, ist vorrangig eine Frage der Ausstrahlung. Ausstrahlung ist eine Folge von Zufriedenheit mit sich selbst. Schau dir die Massen von übergewichtigen Frauen an, die sich gegenseitig unterstützen, indem sie Stolz zeigen, so zu sein, wie sie sind. Während Ernährungsexperten und Fitnesstrainer dabei die Augen rollen, ist dieses Verhalten für die Selbstwahrnehmung doch vorteilhaft.

andyisonline Avatar
andyisonline:#51282

Wie viel Kilos du auf den Rippen hast oder nicht, ist nicht ausschlaggebend, aber natürlich kann es belasten, wenn man fürchtet, dass es die Figur ist, durch die man auf andere anziehend wirkt.
Du wirst es mir wahrscheinlich nicht abkaufen, so wie mein Bekannter es auch nach dem zwanzigsten Mal nicht glauben wollte, aber: mit dir ist alles in Ordnung. Natürlich kannst du versuchen, deine Figur durch Sport und Ernährung etwas fülliger zu bekommen, doch das sind letztlich kosmetische Details.
Anziehend wirkt es, wenn Mädchen und Frauen merken, dass du eine Leidenschaft hast, die für dich wichtiger ist als alles andere, wie Wissenschaft, Musik, Kunst, Technik. Bei einem anziehenden Mann ist die Leidenschaft gegenüber seinen eigenen Interessen die Hauptsache, sie stellt sicher, dass er sich sehr gut selbst beschäftigen kann, sich neuen Herausforderungen stellt und sich nicht über eine Beziehung zu einem anderen Menschen definiert. Wenn du dich über deine Interessen und Leidenschaften definierst, wird die Sorge über dein Aussehen allmählich in den Schatten treten, du wirst deinen Körper als Instrument ansehen, mit dem du den Dingen nachgehst, die dich faszinieren.
Ein Mensch der Faszinationen hat, kann im Gegenzug auch selbst faszinieren. Das ist eine geistige Sache, und diese strahlt von dir aus und lässt dich aus der Masse hervorstechen. Das Leuchten in den Augen eines Menschen, sei es aus kindlicher Freude, aus bloßer Zufriedenheit oder aus Selbstsicherheit, ist soviel mächtiger als die wohlgenährteste Sportmodenfigur.
Kümmere dich ruhig regelmäßig um deinen Körper und iss auch mal schön fettig. :3 Aber arbeite mehr noch am Leuchten deiner Augen, finde deine Faszination, finde das, was dich innerlich erfüllt, ob tolle Geschichten, Filme, Theorien, Ideen, Gegenden, Persönlichkeiten, was auch immer. Mädchen suchen, genauso wie Typen, nicht die glattpolierten Fotoladen-Models, sondern jemanden, der ihr inneres Licht erzündet, der sie innerlich bewegt und ihnen das Gefühl gibt, dass man in seiner Gesellschaft wieder ein bisschen das verspielte kreative Kind sein kann, das man überall sonst in unserer Gesellschaft hinter Pflichten und Vorschriften verstecken muss. Darum meine Hausaufgabe an dich: sieh dich um nach inspirierenden Geschichten, so etwas wie Momo von Michael Ende, Jetzt! von Eckhart Tolle oder Gedichte des persischen Dichters Rumi.

http://www.rumiprojekt.de/gedichte.html

jonkspr Avatar
jonkspr:#51283

>>51278
Schonmal mit meer essen versucht? Im KZ war es nicht körperliche Betätigung an der es gemangelt hat.

Im Ernst, Bernd, du wirst meinen, dass du ja schon viel isst, aber das stümmt einfach nicht. Du musst über deinen verkümmerten Appetit hinaus essen, dann wirst du irgendwann zwangsläufig auch zunehmen.

artcalvin Avatar
artcalvin:#51284

>>51159
Mit religösen problemen meint Bernd, dass er eine religion sucht aber von keiner überzeugt ist, gut er wurde Evangelisch getauft, für bernd ist das Christentum aber mittlerweile nur Shuchtelei und Cuckholding. Ja bernd sucht ein Abendteuer, aber A. kriegt er den Arsch nicht hoch, und beim Letzten Mal (Drogenabendteuer) hat es ihn in eine sehr sehr böse Depression gestürzt aber auch sein Leben absolut zum Besseren geändert. B hat bernd jetzt einiges erreicht und möchte es eigentlich nicht verlieren.

Ja bernd hat ein Motivationsproblem und tatsächlich ADS stark diagnostiziert bekommen, sprich er bekommt nix gebacken ohne eine pistole am Kopf oder mittlerweile ganz bewusst selbstgemachten Gehirnfick.

Bernd hat schon versucht alle Moral über Bord zu werfen, was bisher auch ganz gut klappt, nur der eine Leitsatz der Dankbarkeit heißt und den bernd nicht aufgeben will hält ihn oft zurück.
Z.B Bernd will gerne eine anderer Uni wechseln aber er hat schon seinem GF versprochen mit ihr beim Meister zusammenzubleiben.
Bernd überlegt sein GF zu verlassen, aber er fühlt sich ihr verpflichtet weil sie immer für ihn da ist und über 9000 Geschenke für ihn kauft.

Das problem ist das Bernd das bequeme leben manchmal sehr bedrängt, er aber auch weiß welchen Preiß die Freiheit und scheinbare Unabhängigkeit hat.


Idealerweise sieht es so aus:
Bernd hätte eigentlich gerne seine eigene Mine in einem exotischen Land und würde gerne haufenweise Asiamullen vögeln, das wäre Bernds Ding, dabei würde er in seiner Freizeit lesen und saufen, und hätte interessante belesene Bekannte mit denen er tolle gespräche führt.

Aber natürlich ist das quatsch.
Bernd möchte im Alter nicht alleine ohne Nachkommen in einer Sozialbausiedlung vor RTL gammeln Fusel saufen und sowohl Geistig und auch materiell komplett verarmt sein.
Überhaupt hat Bernd eine riesen angst Geistig zu verarmen und seine geistige unabhängigkeit zu verleiern... ich glaube das ist ein großer Punkt .
Danke Berunto

sreejithexp Avatar
sreejithexp:#51285

>>51284
> religösen problemen

Beschäftige dich doch mit christlicher Mystik. Intellektuelle sind ja oft abgestoßen vom Dogmatismus der öffentlichen Religion, wie es mit so vielen Organisationen ist: sie predigen Gehorsam um jeden Preis. Wer aber auf der Suche ist, etwas zu finden, was subjektive Gültigkeit hat, etwas, das sich "richtig anfühlt", der darf sich durch so etwas nicht behindern lassen. Zu diesem Thema gehört auch deine Drogenerfahrung: es heißt, die Religion habe ausgedient, der denkende und wahrheitsliebende Mensch solle sich stattdessen mit Spiritualität befassen. Zur Erklärung:
Religion ist zu leeren Ritualen erkaltete Spiritualität. Spiritualität ist authentisches Seelenleben. Deshalb musst du nicht in Hippiefetzen herumlaufen, Spiritualität ist eine individuelle Sache, viel mehr als es Religion sein kann und sein will.

> Z.B Bernd will gerne eine anderer Uni wechseln aber er hat schon seinem GF versprochen mit ihr beim Meister zusammenzubleiben.
Bernd überlegt sein GF zu verlassen, aber er fühlt sich ihr verpflichtet weil sie immer für ihn da ist und über 9000 Geschenke für ihn kauft.
Das problem ist das Bernd das bequeme leben manchmal sehr bedrängt

Du solltest sehr genau prüfen, ob dir da nicht eine echte Chance entgeht. Welche Zukunft siehst du für dich und dein GF? Will sie dich vielleicht nur an dich binden, damit du sie versorgst? Wenn ich deinen Worten Glauben schenken kann, müsstest du eigentlich etwas verändern. Aber natürlich kenne ich deine Situation nicht wirklich und vielleicht ist die Beziehung ja durchaus etwas mit großem Potenzial. Wäge das gut ab, denn wenn es dir tatsächlich nicht gefällt in diesem bequemen Leben, würdest du nicht nur dir, sondern auch deinem Umfeld einen Gefallen tun, nach deiner inneren Überzeugung zu handeln.
Oder male dir aus, wie es wäre, wenn du entgegen deiner inneren Einstellung nichts ändertest: über die Jahre hinweg könntest du einen Hass auf deine ganze Umwelt entwickeln, weil du dir einredest, jemand hielte dich zurück, dabei bist es nur du selber. Dann schwenkt der Hass auf dich um und künftig lässt du ohne Worte jeden wissen, dass du unzufrieden, unerfüllt und mit einer ungestillten Unruhe im Herzen bist.
Bestimmt übertreibe ich. Aber stelle sicher, dass so etwas bei dir nicht doch passieren könnte.

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#51286

>>51283
Seriöslich? Meinst du, wenn man sich zu etwas zwingt, würde das wirklich positive Effekte haben? Am Ende übergibt man sich doch nur, oder? Habe damit keine Erfahrungen.

mat_stevens Avatar
mat_stevens:#51289

>>51282
Ich werd mir Mühe geben, SS-Bernd.

Dein Bekannter weiß gar nicht wie gut er es hat. Bis jetzt hat mri noch keine Frau ernsthaftes Interesse entgegengebracht.


>>51283
Glaub mir Bernd, es passiert nichts. Bzw wenn, dann wird nur der Bauch einen Hauch dicker. Sehr vorteilhaft bei meinen Streichholzarmen. Ich will ja gar nicht wie ein Modell aussehen, nur eben nicht wie eine Vogelscheuche/Slenderman.

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#51290

>>51120
Seelsorge-Bernd kannst du mir helfen?
Ich schiebe Sachen immer auf. Vor allem im Studium.
Fange zu spät an mit lernen und merke dann dass es knapp wird oder ich es nicht mehr packe.

Ausserdem bin ich faul auch im sozialen.
Bleibe immer öfter am WE zuhause und zocke mit freunden csgo aus der Heimat.


Sport mache ich auch keinen obwohl ein Fitnessstudio schlappe 200m von meiner Wohnung liegt.

Hilf mir mein Leben aktiver zu gestalten und mehr aus mir zu machen.

cat_audi Avatar
cat_audi:#51291

>>51290
Hallo Bernd. Wieso willst du dein Leben denn aktiver gestalten? Was hast du davon? Warum bist du denn an der Uni, wenn du die Sache so nebensächlich behandelst? Faul im Sozialen? Du tust etwas mit deinen Freunden, wie das geschieht ist nebensächlich. Sehe kein Problem.

Frage dich, warum du dich an der Uni eingeschrieben hast. Aus bloßer Ratlosigkeit? Klingt ja so, denn wer studiert, um wirklich Wissen zu erlangen oder die Fähigkeiten zu bekommen, die er sich wünscht, muss sich selbst nicht zwingen, er sieht ein Ziel in der ganzen Sache, das ihn anzieht und so diszipliniert arbeiten lässt.
Vielleicht ist das Studium nichts für dich und du machst es, weil man es dir eingeredet hat? Willst du vielleicht einfach nur NEETen oder lieber eine Ausbildung machen? Das ist alles nicht verwerflich.
OP hat verschiedene Sachen studiert, nichts fertig bekommen und sieht es locker. Einkommen gibt es durch Arbeit in einer Buchhandlung und gelegentliche Lesungen. OP hat keinen großen Freundeskreis, ist am liebsten sogar für sich allein und Sport, obwohl man mich öfters überreden wollte, Leichtathletik zu machen, mache ich auch nicht, was man mir angeblich nicht ansieht. Ich konzentriere mich auf meine Interessen und das strukturiert meinen Tag. Ich lege mir so wenig Pflichten wie möglich auf, ich zwinge mich zu nichts. Wozu? Wenn du dich zwingen musst, zeigt es ja, dass deine Einstellung, deine Mentalität für etwas nicht passt. Etwas anderes wäre es, wenn du bei deinem Studium eine Verpflichtung hast, weil man dich finanziert - das könnte dir schon Feuer unterm Hintern machen, falls dir allerdings das Studium aufgehalst wurde und dir kein Mitspracherecht gewährt wurde, kannst du es genauso gut an die Wand fahren. Das wird dir jetzt sicher nicht helfen, aber Motivationsprobleme kommen meist daher, dass man keine Notwendigkeit oder einen Nutzen in einer Tätigkeit sieht. Suche nach der Notwendigkeit - wenn sie da ist, halte sie dir vor, bei allem was du eigentlich tun solltest und verschiebst. Argumentiere dabei aber nicht mit "Ich sollte, weil man von mir erwartet / weil es sich gehört", du weißt selbst, dass das nicht zieht und du innerhalb der nächsten 10 Minuten wieder zu Ablenkungen wechseln wirst.
Frage dich, was wirklich wichtig ist. Warum du nicht die Füße hochlegst oder irgendetwas tust, was dich von selber motiviert.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#51292

>>51291
>Hallo Bernd. Wieso willst du dein Leben denn aktiver gestalten? Was hast du davon? Warum bist du denn an der Uni, wenn du die Sache so nebensächlich behandelst? Faul im Sozialen? Du tust etwas mit deinen Freunden, wie das geschieht ist nebensächlich

Ich will mein Leben deshalb aktiver gestalten, da ich das Gefühl habe etwas zu verpassen.
Weil ich nach Bestätigung (vor allem weiblicher) und Geborgenheit suche.
Im Endeffekt GF wenn du so willst.
Ich habe hier (Studium) auch ein 2-3 enge Freunde nur mache ich gefühlt zu wenig mit ihnen.
Wenn ich mit meinen Freunden aus meiner Geburtstadt zocke ist das zwar auch schön aber ich habe nicht das Gefühl mich sozial weiterzuentwickeln und neue Leute kennenzu lernen auch wenn ich natürlich was mit ihnen auch mache das mir spaß macht.
Sobald ich zuhause bin mache ich natürlich wasa mit ihnen.

Zum Studium:
Viele lernen hier wie bescheuert und ich mach zu wenig => schlechtes Gewissen => möchte nicht rausgehen weil nichts gelernt heute=> verlauere den Abend => Selbsthass wegen Faulheit.

Ich hab bock auf das Fach und auf das Studium. Wirklich. Nur Fällt es mir trotzdem schwer was zu machen.
Ich weiß, dass ich hier harte Luxusprobleme scheinbar habe, aber ich bin einfach gerade sehr unzufrieden.

to_soham Avatar
to_soham:#51299

>>51289
>Glaub mir Bernd, es passiert nichts. Bzw wenn, dann wird nur der Bauch einen Hauch dicker.
Hier wir gehen. Natürlich merkt man es als Mann vor allem am Bauch. Wenn deine Fresse hässlich ist oder du ein Krüppel bist, hast du einen Grund ob deines Aussehens hier rumzuheulen. KZ- und Fettbernde leugnen aber schon fast Naturgesetze. Was sie eigentlich bejammern (sollten) ist ihre Willensschwäche. Das ist auf /we/ letztlich egal aber wäre zumindest ehrlich.

i3tef Avatar
i3tef:#51304

>>51292
Ich sehe überhaupt kein Problem. Du scheinst größtenteils doch damit zufrieden zu sein, so zu leben wie du es tust. Wenn du nichts wagst, dich nicht aus eigenem Antrieb dazu bringst, Gesellschaft zu suchen, vielleicht ist das Verlangen nach Geborgenheit noch nicht so groß, dass du die Vorteile deiner Komfortzone dafür aufgeben möchtest? Es liegt ganz bei dir.
Was Mädchen angeht, kann ich nur sagen, dass es erst so richtig geklappt hat, als ich schon das Interesse verloren und alle Versuche eingestellt habe. Jahrelang habe ich verschiedene Mädchen, die mich faszinierten, auf ein Podest gestellt. Zu kaum einem dieser Mädchen habe ich über mein oberflächliches, heimliches Anhimmeln auch nur die Versuche unternommen, normalen menschlichen Kontakt aufzubauen. Ich fand es einfach schön, ein Objekt für meine Träumereien zu haben. Mädchen, denen ich dagegen nähergekommen bin, waren dagegen jene, vor denen ich grundsätzlich keine besondere Achtung hatte. Und heutzutage, wo ich zu dem Egoist geworden bin, der ich immer sein sollte, interessiere ich mich am meisten für mich selbst. Lustigerweise hätte ich jetzt bei den Frauen die freie Wahl, aber es interessiert mich einfach nicht mehr. Ich weiß nicht, ob das eine ideale Entwicklung ist, aber ich fühle mich gut dabei. Vielleicht wird es dir ja so ähnlich gehen. Nur eins: es kann sein, dass du trotz guten Aussehens, Geld in der Tasche und einem angenehmem Wesen noch eine Zeit lang überall Enttäuschungen überlebst. Einfach weil du dich mit diesem Gefühl herumschleppst, du würdest etwas verpassen, du wärst nicht gut genug, du müsstest dich beweisen oder verstellen.
Jeder Mensch hat Männliches und Weibliches in sich, und wenn er nicht ausbalanciert ist, dann verspürt er Verlangen danach, wieder in ein inneres Gleichgewicht zu geraten. Viele Menschen denken dabei nicht nach und glauben, ihr Glück liege irgendwo versteckt in einem anderen Menschen. Aber andere Menschen, ja selbst die schönste und sympathischste Frau, die du auch nur treffen kannst, ist schon ein Teil von dir, und wenn du trunken bist vor Verliebtheit, dann ist das das Gefühl, das dir zeigt, dass sie einen Teil deines tiefsten Inneren spiegelt, von dem du nicht wusstest, das er überhaupt dir gehört. Du wirst der Schönheit und dem Versprechen von Geborgenheit versuchen, hinterherzujagen, weil du glaubst, es muss durch einen anderen Mensch geschehen. In Wirklichkeit aber willst du Bestätigung. Und die Bestätigung hast du schon in dir selbst. Du bist gut so, wie du bist. Aber du glaubst, du verpasst etwas, etwas sei nicht in Ordnung mit dir? Du hast deine Zeit, und du hast deine Ewigkeit, und all das gehört dir. Das Gefühl, etwas zu verpassen, kommt es nicht daher, dass du dich mit anderen vergleichst? Warum solltest du dich vergleichen? Du bist in keinem Konkurrenzkampf. Du hast keine Verpflichtung, dich irgendwo mit Pauken und Trompeten anzukündigen und andere zu übertrümpfen. Egal, was du tust, wisse vorher, dass alles mit dir in Ordnung ist. Keine Schuldgefühle, keine Zweifel. Denk an Yoda: Do or do not. There is no try. Verlasse dich auf deine Intution, handle spontan, verlass dich einfach mal auf dich, egal was du tust, und verzeihe es dir ohne großes Aufheben, wenn man etwas nicht nach Plan verlaufen ist.
Du verpasst höchstens etwas, wenn du dich in Zweifeln ergehst, ob du vielleicht etwas verpasst. Du hast alles Recht und alle Macht der Welt, jeden Tag so zu führen und zu genießen, wie du magst. Es ist die Grundlage für alles, was du tust, dir selbst dein bester Freund zu sein. Das heißt besonders, hinter jeder Sache zu stehen, die du tust - ohne großes Überlegen, sondern mit einem heiteren Vertrauen darauf, dass, selbst wenn du mal hinfällst, du immer etwas daraus gewinnen wirst.

VinThomas Avatar
VinThomas:#51306

>>51304
Dankeschön Bernd.
Werde ich beherzigen.
Du weißt echt wie man jemanden aufbaut.

abotap Avatar
abotap:#51311

Hallo Seelsorger-Bernd. Ich weiß nicht wie ich anfangen soll. Ich glaube, dass ich pädophil bin. Ich bin jetzt 24 und studiere Geschichte und Musikwissenschaft. Ich war schon immer eher still und in mich gekehrt und bin ein Einzelkind. Während sich meine Mitschüler schonmal über Pornos unterhielten oder man sich mal traf zum XBox oder Playstation spielen, hat der Gastgeber-Freund auch manchmal von seinen neusten Funden, Pornobildchen und Filme mit erwachsenen Frauen gezeigt, vielleicht war es nicht nur mir unangenehm, aber ich fühlte mich sehr unwohl dabei. Ich war da vielleicht 15 und Gedanken an Sex gab es eigentlich kaum, ich war da wohl nicht so weit. Jetzt mit 24 sehe ich, dass ich wohl niemals so weit sein werde.
Wenn ich sage, dass ich glaube, dass ich pädophil bin, muss ich dazu erwähnen, dass ich an mir kein sexuelles Verlangen feststellen kann. Ich habe so etwas bisher nie erlebt. Kleine Mädchen sind deshalb für mich weniger etwas "Geiles", sondern mehr etwas unheimlich Schönes, und ich möchte einfach gerne in ihrer Nähe sein. In der Uni kommt es gelegentlich vor, dass man mich einlädt um etwas trinken zu gehen, obwohl ich nicht so gerne trinke, glaube ich, dass ich die Gelegenheiten nutzen sollte, wenn man mich schon einlädt. Aber ich komme mir manchmal wie geistig zurückgeblieben vor, wenn ich die Kollegen reden höre. Ich verstehe sexuelle Anspielungen oft nicht und lache darum manchmal einfach, um nicht aufzufallen. Während die anderen irgendwie sehr oft davon sprechen oder darauf anspielen, habe ich solche Gedanken nicht. Als ich langsam herausgefunden habe, wie gehasst Pädophilie ist, habe ich mich noch mehr in mich zurückgezogen. Dabei finde ich kleine Mädchen einfach süß und möchte in ihrer Nähe sein, weil es mir so vorkommt, als könnte sie mich verstehen. Wahrscheinlich liege ich falsch, aber es macht mich einfach traurig zu wissen, dass so jemand wie ich unheilbar krank ist und gefährlich ist für Kinder. Ich habe noch nie ein kleines Mädchen umarmt, geschweige denn geküsst. Ich möchte niemandem schaden oder wehtun, aber immer wenn ich ein schönes Mädchen sehe, wie es auf der Straße tanzend umherläuft und lacht oder vor sich her singt, werde ich so glücklich wie ich es mir nicht vorstellen kann. Ich bin oft sehr niedergeschlagen und die Gedanken daran, mit einem kleinen Mädchen zu kuscheln und bei ihm zu sein fühlt sich gleichzeitig an wie das Allerschönste was es gibt, so als würde es mich auf einen Schlag gesund und glücklich machen, und gleichzeitig macht es mich nur noch depressiver, weil ich weiß, dass man so etwas nicht fühlen darf. Kannst du mir irgendwie helfen, SS-Bernd?

katiemdaly Avatar
katiemdaly:#51312

>>51311
Hallo Bernd, vielen Dank für deine Nachricht. Es gibt wohl kein anderes Thema, das ein größeres Tabu in unserer Gesellschaft darstellt. Das Urteil, pädophil zu sein, lässt Menschen nicht selten verzweifeln, ob sie nun einem kleinen Leben geschadet haben oder ob sie sich bloß selber schaden durch die Sorgen, die dieses Wissen mit sich bringt. Doch trifft der Fall denn ganz sicher auf dich zu, dass du pädophil bist? Es ist auch möglich, dass du dich schon immer als Außenseiter gefühlt hast und jetzt unbewußt für dich entschieden hast, "wenn ich sowieso schon Außenseiter bin, dann aber auch richtig", soll heißen, dass du dich nirgends wirklich gut aufgehoben fühlst und dich in diese Selbstwahrnehmung weiter hineinsteigerst, indem du dich für pädophil hältst. Der Begriff bezeichnet bekanntlich die sexuelle Neigung zu vorpubertären Kindern. Du sagst, sexuelle Neigungen seien dir praktisch gänzlich fremd, also ist die Sache nicht ganz klar. Vielleicht bist du ein ziemlicher Spätzünder und die Gedanken werden sich langsam verlaufen? Viele würden das anders sehen und behaupten, mit 24 ändere sich da nicht mehr viel. Und was die grundsätzliche Mentalität angeht, kann das gut hinkommen. So wie du es beschreibst, klingt es wahrscheinlicher, dass du asexuell bist, also ohne echtes sexuelles Interesse lebst. Nur ein kleiner Bruchteil der Gesellschaft ist asexuell und das Bewußtsein für Menschen mit dieser Besonderheit ist mitunter ziemlich unterentwickelt: unser gesamter Medienapparat funktioniert durch sexuelle Reize - wer nicht auf Kurven und Schmollmund, verführerische Blicke und aufreizende Kleidung anspringt, gilt als seltsam. Es kann eine ziemliche Herausforderung sein, in dieser Gesellschaft, die so ganz andere Wertvorstellungen hat, seinen Weg zu finden. Da braucht es ein verständnisvolles Umfeld und vor allem eine Menge Geduld mit sich selber. Ich habe schon von Männern gehört, die kein Interesse an Sex haben, die aber schon gerne Nähe und eine Beziehung führen würden. Ihr Problem ist, dass Frauen oder auch Männer, die sie treffen, glauben, man würde sich nicht für sie interessieren, weil die sexuelle Komponente fehle. Wenn ein Mädchen sexuelle gar nicht wahrgenommen wird, dann glaubt es meist automatisch, es werde ignoriert, es ist einem egal oder ähnliches - denn immer noch werden junge Frauen auf Sexappeal und Sex reduziert. Wenn sie dann einmal einen Mann treffen, der die Feinfühligkeit besitzt, sich wirklich mit ihnen auseinander zu setzen, verunsichert sie dies, vor allem, weil Sex in ihrem Wertesystem "die" Bestätigung schlechthin ist. Viele asexuelle Männer möchten nicht allein sein, deshalb willigen sie in Sex ein, weil sie eben davon ausgehen, dass Frauen nur glauben, man interessiere sich für sie, wenn es auf der sexuellen Ebene geschieht, die für sie so wichtig ist. Auf lange Sicht kann es aber nicht gut gehen, wenn die Interessen und Wertvorstellungen so weit auseinanderklaffen. Es braucht Verständnis und Menschen mit innerer Reife, um in solch einer Situation richtig zu handeln.
Was deine Faszination für kleine Mädchen angeht, es ist verständlich, so wie Mädchen vergöttert und verwöhnt werden. Aber bei der ganzen Diskussion darüber, wie man mit Pädophilie umzugehen hat, wird oft zu wenig betont, dass alles, was wir begehren, psychologisch einer inneren Sehnsucht entspricht, die wir zu stillen oder anzufachen versuchen.

funwatercat Avatar
funwatercat:#51313

Das ist bei diesem Tabuthema ganz besonders der Fall und heißt konkret: der Mann, der gern in der Nähe von kleinen Mädchen sein würde, sie umarmen möchte und von ihnen träumt, hat Sehnsucht nach seinem eigenen inneren Kind. Ein Mensch, das von Pflichten und Anpassung gegenüber der öffentlichen Moral beeinflusst ist, verliert nicht selten den Draht zu seinem inneren Kind, das heißt, zu seiner ursprünglichen Lebenskraft, Frische, Kreativität, Spontaneität und Freude. Die Distanz zwischen dem eigenen inneren Wesen und der Person, die man in der Öffentlichkeit gibt (Person kommt von persona, was soviel bedeutet wie Maske; wir alle spielen eine Rolle in diesem Stück namens Leben, doch zu wenige sind sich dessen bewußt), kann dabei so groß werden, dass man das Kindliche, das Sorglose, Freudenvolle gar nicht mehr mit sich selbst in Verbindung bringt, sondern es nur noch in anderen Menschen und Ereignissen zu finden meint. Viele Menschen scheinen sich zugunsten der Anpassung und ihres Arbeitslebens sehr gut verbiegen zu können und ihr inneres Kind wird verdrängt, um als Erwachsener ein funktionierendes Einzelteil des Wirtschafts-Mechanismus zu sein. Andere wiederum, die große Sehnsucht haben, feinfühlige Menschen, kreative und rebellische Charaktere, haben ein starkes inneres Kind, das sich nicht so leicht unterdrücken lässt. Während jene Menschen, die ihr inneres Kind bändigen können, der Gesellschaft nutzen, indem sie für Beständigkeit und Ordnung sorgen, sind die Menschen, deren inneres Kind stark ist, jene, die dem Leben ihre Farbe verleihen, die Empfindung und die Lebendigkeit. Einzige Hemmung sind da wirklich die Selbstzweifel.
Zweifel, ob du eine Gefahr werden könntest für andere.
Unsere Gesellschaft ist übersensibilisiert für Vergehen an Kindern, gleichzeitig aber wird den Kindern viel zu wenig zugetraut. Es kommt so oft vor, dass man Kinder viel länger ein süßes Anhängsel sein lässt und es nicht richtig fordert und anerkennt. Welche Eltern würden sich auch eingestehen, dass ihr Kind sie im jungen Alter überflügelt hat? Über solche Dinge denkt man heute nicht nach. Aber unter den vielen Menschen mit Selbstzweifeln gibt es auch welche, die das Potenzial in Kindern sehen können, die sie vorantreiben können und erkennen, was die Kinder gern tun möchten. Ich spreche von Erziehern, allerdings in einem Sinn, wie es heutzutage noch nicht viele Erzieher gibt. Ich glaube, Bernd, dass jede Anziehung die ein Mensch gegenüber jemand oder etwas anderem hat, einen tiefliegenden Grund hat, der dir etwas über dich selbst aussagt. Und dabei kann es auch vorkommen, dass sich diese beide Parteien wirklich etwas zu sagen haben. Eine Faszination, die sich nicht im sexuellen Bereich ergeht oder gar erschöpft, kann ein gutes Anzeichen dafür sein, dass du probeweise mit Kinder arbeiten solltest. Bestimmt gibt es jetzt Bernds, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, dass ich so etwas empfehle. Aber ich meine erkennen zu können, dass dein Gewissen sehr gut funktioniert und du dich nicht in solche Schwierigkeiten bringen lassen wirst, wenn dir jegliche sexuelle Gedanken fremd sind. Das ist freilich nur ein unverbindlicher Vorschlag. Vor allem aber denke daran, dass du kein Fehler bist. An dir ist nichts mißraten, nur weil du anders bist. Es ist wahrscheinlich, dass du gar mehr Empathie und Einfühlungsvermögen als der Großteil des Volks vorzuweisen hast. Unsere Gesellschaft ändert sich. Anforderungen werden sich ändern und auch die Art, wie wir miteinander umgehen werden. Wie wäre es, wenn du dich darin mit einbringst? Vielleicht wird es noch eine Weile dauern, bis gut zurechtkommst. Lass dich nicht unterkriegen. Pass auf dich auf und kümmere dich um dein eigenes inneres Kind, das wird dich schützen vor Selbstzweifeln, sodass du deinen eigenen Weg gehen kannst. Alles Gute.

axel_gillino Avatar
axel_gillino:#51314

Hiermit möchte ich ganz /we/ ein paar weitere Hilfen geben, die ihr für alle Lebenslagen anwenden könnt. Manches klingt theoretisch, während andere Hinweise direkte praktische Anwendung haben. Egal, in welcher Situation ihr euch befindet, diese Tips können euch helfen, zu einem Wohlbefinden zu gelangen, das ihr aus den Augen verloren habt oder bislang nie bewußt erleben konntet. Los geht's:

1. Unsere Gesellschaft basiert auf verschiedenen modernen Mythen. Ein Mythos muss keine Erzählung von Göttern sein, sie ist eine Erklärung für Sachverhalte, die als Wahrheit akzeptiert wird. Ein Mythos an sich ist weder gut noch schlecht, selbst wissenschaftliche Darlegungen haben öfters die Funktion eines Mythos, indem sie behaupten, die Wahrheit vollständig enthüllt zu haben und doch nur als vorläufige Erklärung dienen und unbewußt geglaubt werden. Solch ein Mythos ist einerseits die materialistische Weltsicht. Zugegeben, auf Grundlage des Materialismus sind viele Entdeckungen gemacht worden, aber die Vorstellung, dass das Leben grundsätzlich nichts weiter ist als unintelligente, wahllose Anordnungen von Atomen, hat ihre eigenen Begrenzungen.
Diese Weltsicht ist in alle Bereiche unseres Zusammenlebens vorgedrungen und verarmt uns geistig mit ihrer Einseitigkeit.
Deshalb kann es von bemerkenswertem Nutzen sein, diese Grundannahme, alles, was existiert, sei eine wahllose Anhäufung leblosen Staubs, gelegentlich abzulösen durch die Idee, das allem was ist, Bewußtsein zugrunde liegt - dass Bewußtsein die Basis aller Dinge und Erscheinungen ist.
Welche praktischen Folgen hat diese Annahme? Ganz einfach: so wie du behandelt werden möchtest, behandele auch andere Wesen. Das heißt nicht, dass du jetzt keiner Fliege mehr etwas zuleide tun dürftest, aber gehe einfach mal davon aus, dass du nicht das einzige fühlende, leidende Wesen bist, und dass die Aufmerksamkeit, die du in die Welt hinausschickst und anderen Wesen zuteilkommen lässt, auf verschiedenem Wege zu dir zurückkommt.
Kennt ihr die Geschichte "Einer flog übers Kuckucksnest"? Dort sitzt Randle McMurphy, ein Kleinkrimineller, in einer Nervenheilanstalt und redet öfters mit dem Chief, einem großen, angeblich taubstummen großen Indianer. Alle sagen ihm, der Chief sei taub und stumm, es sei nutzlos, mit ihm zu sprechen. Aber die Offenheit und den Schwung, den Randle McMurphy an den Tag legt, das Vertrauen, das er in den Chief setzt, bringt den Chief letztlich dazu, mit ihm zu reden - er war nie taub und stumm, er hat es nur gespielt, um von den Pflegern und den ignoranten Leuten seine Ruhe zu haben.
Ganz ähnlich ist es mit der Natur, deiner Umgebung, den verschiedensten Wesen, ob Menschen, Pflanzen oder Tieren. Wenn du Vertrauen gibst und Zutrauen schenkst, kommt es auch irgendwann wieder zu dir zurück. Aber Berechnung hilft bei so etwas nicht, betrachte die Sache als ein Spiel, probiere einfach zum Spaß, offen zu sein, spontan, freundlich und motivierend, so wie sich die Gelegenheit bietet. Es kann nicht schaden.

2. Wir sind gehirnfixiert. Denken gilt als unsere größte Errungenschaft. Aber selbst das erstaunlichste Instrument, um Probleme zu lösen, kann Probleme erzeugen, die man ohne es nie gehabt hätte. Es ist das Denken, das uns so oft in Angst, Eifersucht, Panik, Selbsthass und Zweifel treibt. Das Gehirn hat zwei Hälften, und so ist auch unser Denken meistens eine Sache von zwei Hälften, dualistisch, schwarz-weiß, männlich-weiblich, und meist unausgewogen. Was wir aber brauchen, ist kein weiterer Kopfmensch - wir sehen, selbst die intelligentesten Menschen lassen sich ausnutzen und für eine kurzlebige Wirtschaftsstrategie verheizen.

herkulano Avatar
herkulano:#51315

Wir brauchen Herzensmenschen.
Das Herz hat sein eigenes Neuronengeflecht, deshalb kann man auch mit dem Herzen denken und Entscheidungen fällen. Das Herz ist nicht einfach nur eine Pumpe, es ist wirklich das Zentrum unserer Kraft, und es erzeugt das größte Biomagnetfeld in unserem Körper, zigmal stärker als das Magnetfeld des Gehirns.
Vor allem aber: das Gehirn hat zwei Hälften, das Herz aber, obwohl es mehrere Kammern hat, ist eine Einheit. Wir können uns umorientieren, von Menschen, die alles als Konflikt und Problem sehen und sich in Gedanken verrennen - oder aber wir fangen an, mit dem Herzen zu denken. Das Herz ist die Quelle der Intuition, der genialen Entscheidungen ohne großes Grübeln. Vor allem aber produziert das Herz Oxytocin, das körpereigene Kuschelhormon, das für Gefühle von Liebe, Geborgenheit und Frieden zuständig ist.
Wie denkt man mit dem Herz? Es hilft, darauf zu achten, wo sich das Herz "meldet": geht wachsam durch euren Alltag und merkt euch, wo ihr schöne Gefühle im Herzen erlebt. Überlegt, was diese Gefühle ausgelöst hat, denkt darüber nach, schwelgt auch gerne in den Eindrücken und beschwört das Gefühl aktiv herauf, wenn ihr euch einmal kraftlos und allein fühlt. Und immer wenn ihr Zeit und Lust habt, probiert eine ganz einfache, aber sehr wirksame Übung: die Herz-Meditation. Konzentriert euch bei geschlossenen Augen, während ihr langsam und entspannt atmet, auf eure Brust und euer Herz - stellt euch dabei vor, wie mit jedem Einatmen zarte Energie eure Brust erfüllt und sie zum Leuchten bringt, in den Farben Grün, Rosa und einem glitzernden Honiggelb. Wenn ihr ausatmet, stellt euch vor, wie alle Belastung, Stress, Angst und Sorgen in den "Atemzug" nach draußen einsteigen und abfahren, lasse mit jedem Ausatmen gedanklich alle Belastungen fahren, während das Einatmen neue frische Energie bringt.
Diese Übung ist wie ein Gärtnerdienst am Herzen, es wird belebt, in Folge dessen fühlst du dich lebendiger und gesünder, zudem lenkst du Achtsamkeit auf dein Herz und schärfst auf lange Sicht damit deine Intuition: deine Fähigkeit, spontan das Richtige zu tun.

3. Tue etwas nur für dich. Mach dir einen schönen Tag, probiere etwas Neues, geh barfuß, trink einen Milchshake, grüße fremde Leute, verwickele jemanden in ein Gespräch, mach Musik, male etwas oder mache Geschenke. Wenn du jemanden bemerkst, dem es schlechter geht als dir und dir etwas einfällt, mach ihm eine Freude, sei mal verrückt, solange du kein zu großes Chaos anstellst, springe oder tanze beim Laufen, sei erfinderisch!

Für weitere Fragen und Ratschläge empfehle ich dazu die Röhren-Videos von Peter Frahm, Teal Swan und Ralph Smart, einfach mal bei Interesse suchen, da gibt es vieles zu entdecken. :3

Alles Gute miteinander!

snowwrite Avatar
snowwrite:#51317

>>51315
>Es hilft, darauf zu achten, wo sich das Herz "meldet": geht wachsam durch euren Alltag und merkt euch, wo ihr schöne Gefühle im Herzen erlebt
Bei ihr, welche mich nicht haben will. Und jeden Tag sterbe ich ein bisschen mehr.

jrxmember Avatar
jrxmember:#51320

>>51317
Hast du dabei schöne Gefühle, oder findest du es ingeheim nicht irgendwie geil, abgelehnt zu werden? Weil du dich selbst nicht leiden kannst und sie dafür die perfekte Projektionsfläche ist, für die Ablehnung deiner selbst?
Wenn ich von schönen Gefühlen im Herz spreche, dann nicht solche, die gleich ihre Schattenseite in sich führen. Oder: wenn du schon ein Mädchen oder eine Frau nennst, entwerte das Gefühl nicht durch den Umstand, dass sich keine Beziehung oder etwas ähnliches daraus entwickelt. Was zählt, ist das positive Gefühl. Es zeigt dir an, dass du in einem bestimmten Moment eine harmonische Verbindung hast, die aus dir besteht und deinem Erlebnis.
Denkt an die Dichter aller Zeiten, natürlich kennen sie sowohl die Freuden als auch das Leiden einer Sehnsucht. Wenn dir ein Mädchen gefällt, musst du es nicht besitzen, dir einverleiben oder an dich binden. Die Tatsache, dass es in dir eine wunderbare Regung verursacht, kann dich auf so viele Weisen ermutigen. Es zeigt dir, dass du zu Schönheit fähig bist. Die Tatsache, dass du nicht das bekommst, was du gerne hättest, kann dein großes Glück sein: wer weiß, vielleicht wäre die Zeit mit ihr enttäuschend, anstrengend und gar nicht so schön wie das Gefühl, das du hast, solange du sie als Widerspiegelung von etwas Schönem nimmst, in der sie sich dir zeigt, wenn du dich innerlich erfüllt fühlst? Mach es dir nicht schlecht. Wie ich von mir selbst erzählt habe, die Mädchen, die ich angehimmelt habe, und die, denen ich näher gekommen bin, das sind zwei verschiedene Sorten. Die erste Sorte wird dich solange beschäftigen, wie du es unterbewußt verlangst, dich mit Gedanken zu reizen, sie sei so unglaublich viel mehr wert als du und deshalb willst du dich mit dem Eindruck reizen und quälen, dass sie dich nicht bemerkt. Es kann ein wirkliches Bedürfnis sein, die Welt so zu sehen, als würde dir gerade das, was du am sehnlichsten verlangst, entzogen werden. Du suchst dann unbewußt nach Situationen, in denen du dich machtlos und unzulänglich fühlst. Früher oder später wirst du genug davon haben und du kannst es überwinden. Diese Zustände kommen wohl auch daher, dass der heutige junge Mann keine genaue Rolle mehr hat, weder Fisch noch Fleisch, weder Frau noch Mann ist. Weil er in sovielen Situationen von Frauen erzogen worden ist und auch seine Wertemodelle, ohne dass er es sich hätte aussuchen können, daher bezieht, glaubt er mitunter, die Emanzipation müsste soweit gehen, dass die Frau auf ihn zugeht und ihm den Hof macht, so wie es früher die Männer bei den Frauen gemacht haben.
Dabei sind Frauen auf ihre Weise aktiv wie eh und je. Für die unsicheren Typen ist es praktisch psychologische Kriegsführung, die Frauen ausüben. Denn Frauen wollen angesprochen werden, Frauen wollen in der Situation sein, zu wählen. Alles andere wäre selbst für sie zu riskant und gefährlich. Nach wie vor hat der Mann den ersten Schritt zu tun. Wirklich erfolgreich ist aber auch das nur, wenn der Mann ausstrahlt, dass er das Mädchen als normalen Mensch und nicht als strahlende Göttin, verklärte Prinzessin oder Mutterfigur sieht. Solange diese Träumereien geträumt werden, bleibt das Liebesleben imaginär.

ionuss Avatar
ionuss:#51321

>>51320
Dieser Bernd kennt die zwei Sorten - wie du es nennst - auch. Das ist wohl eine ziemlich typische Entwicklung. Aber die zweite Sorte wird doch der ersten in ihrer Intensität stets unterlegen. Es ist Bernd klar, dass das nur eine Illusion ist, bzw. die Person nur eine Projektionsfläche eigener Sehnsucht ist. Aber es ist bei dieser Entwicklung irgendetwas verloren gegangen. Die zweite Sorte scheint die Mühen nicht wert. Kann man sich jemals wieder so begeistern?

Mach mal bitte meer Absätze, SS-Bernd.

ryandownie Avatar
ryandownie:#51322

>>51321

Sagen wir mal platt, wo du bist, ist die Mitte. Du bist begeistert von Mädchen, die dich abservieren, andersherum gibt es auch immer Mädchen, die Interesse an dir haben. Diese zwei Parteien haben wir ja schon benannt. Nun ist es aber so, dass es auch eine Schnittmenge zwischen diesen Parteien gibt. Sie ist je nach Höhe des Anspruchs recht klein. Aber dort sind die Mädchen zu finden, mit denen du gerne zusammen sein möchtest, die dich aber so annehmen wie du bist, und die du gleichzeitig verehren kannst, ohne dich schrecklich erniedrigen zu müssen. Manche nennen das die wahre Liebe, weil sie eine Beziehung auf Augenhöhe ermöglicht. Da diese Schnittmenge verglichen mit den zwei großen Anteilen aller Mädchen äußerst klein ist, brauchst du Geduld.

Aber wenn du die Sache in diesem Rahmen betrachtest, so wie ich das eben grob gezeigt habe, siehst du, dass es auf jeden Fall auch für dich eine Menge von Mädchen gibt, die passen und mit denen du glücklich sein kannst. Damit du die Chancen erhöhst, ist es allerdings praktisch unabdingbar, sich irgendwo in Gesellschaft zu begeben. Natürlich gibt es auch den magischen Fall, dass wenn schon alle Hoffnung verloren scheint, der Mensch auftaucht, der für dich geschaffen scheint.
In jedem Fall verweise ich aber auf die anderen Hinweise in diesem Faden, die sich darauf beziehen, wie man die Zufriedenheit mit sich selbst entdeckt und stärkt.

adhiardana Avatar
adhiardana:#51323

>>51120
Und die endlose Textwand SS-Bernds wächst weiter!
Heute: Weltschmerz - was es uns sagen will.

>> Regen sinkt auf die Stadt,
Und mein Herz steht in Tränen.
Ich weiss nicht, was es hat:
Mein Herz ist voll Sehnen.

Das ruhige Regenklopfen
Auf den Dächern und Gassen.
Leise trommeln die Tropfen:
Verlassen, verlassen!

Warum nur muss ich weinen?
Mein Herz ist am Verscheiden:
Warum? Ich weiss ja keinen
Grund, solchen Gram zu leiden!

Das ist die schlimmste Pein,
So sonder Lieb und Groll
Unendlich traurig sein,
Das Herz von Tränen voll. <<

Paul Verlaine: Regen, übers. von Richard Schaukal



Depression. Die einen ziehen sie sich zu wegen langweiliger monotoner Arbeit, wegen Unfällen und tragischen Schicksalsschlägen, wegen einem Umfeld, das einen emotional erdrückt und die anderen - leiden einfach ohne Grund?
Wir nennen es in der Regel Luxusprobleme, wenn sich ein Mensch, der alles hat, oberflächlich gesund ist und dessen Leben an der Oberfläche gut läuft, depressiv oder suizidal ist. Die Schwierigkeiten solcher Exemplare werden noch verstärkt durch das große Unverständnis ihnen gegenüber, denn natürlich wirkt dieses "Jammern auf hohem Niveau" auf viele weniger glückliche Leute anmaßend und geschmacklos. Dabei ist das Leiden einiger dieser Menschen genauso bemerkenswert wie das der anderen, mit dem Unterschied, dass es zu einem Lebensgefühl wird. Die Melancholie als Grundzustand, als existenzielles Urteil über den Menschen, ein schlechter Scherz?
Besonders dieser Zustand ist es, der Menschen, die oftmals als Künstler bekannt geworden sind, lebenslänglich umtreibt. Tonangebend ist da besonders Rilkes Gedicht "Ernste Stunde":

>> Wer jetzt weint irgendwo in der Welt,
ohne Grund weint in der Welt,
weint über mich.

Wer jetzt lacht irgendwo in der Nacht,
ohne Grund lacht in der Nacht,
lacht mich aus.

Wer jetzt geht irgendwo in der Welt,
ohne Grund geht in der Welt,
geht zu mir.

Wer jetzt stirbt irgendwo in der Welt,
ohne Grund stirbt in der Welt:
sieht mich an. <<

Rilke bleibt nicht stehen bei der Rätselhaftigkeit seines Empfindens. Er erklärt seine Empfindung von Trauer und Wehmut als ein transpersonales Ereignis: "Wer jetzt weint irgendwo in der Welt,
ohne Grund weint in der Welt,
weint über mich", damit gibt Rilke den Zuständen von rätselhafter Trauer und unergründlicher Schwermut eine Bedeutung, er unterstellt eine geheime Verbindung der Menschen auf der ganzen Welt.
Natürlich war Rilke nicht der erste, der eine seelische Verbindung aller Menschen ins Spiel gebracht hat. Der Begriff Weltschmerz kommt im Deutschen erstmals bei Jean Paul, dem bekannten deutschen Autor aus dem Biedermeier zur Sprache, und im 19. Jahrhundert, als alle Welt von der Philosophie Hegels und seinem Weltgeist sprach, da bekannte man sich in Wort und Werk gleichermaßen zu Weltschmerz, wie auch zu Weltfreude (man bedenke nur Beethovens Ode an die Freude nach den Worten Schillers: "Diesen Kuss der ganzen Welt").

ultragex Avatar
ultragex:#51324

Im 20. Jahrhundert dann entwarf der große Psychoanalytiker Carl Gustav Jung seine Theorie vom kollektiven Unbewußten, was erstmals versuchte, die ganzen subjektiven, künstlerischen und poetischen Zustände und Darstellungen des Leidens wissenschaftlich greifbar zu machen.
Die physikalische Untermauerung für die psychologische Idee eines kollektiven Unterbewußten wurde 1952 durch Winfried Otto Schumanns Entdeckung der Schumann-Resonanz physikalisch untermauert: die Schumann-Resonanz ist eine Reihe von stehenden Wellen in der Erdatmosphäre. Das Erstaunliche: durch EEG-Untersuchungen hat sich gezeigt, dass die Schwingungen der Erdatmosphäre praktisch die gleichen Hertz-Zahlen haben wie die Hirnströme des Menschen.
Dies alles weist darauf hin, dass es tatsächlich so etwas wie Weltschmerz gibt und er nicht bloß eine Etikettierung ist für allzu theatralisch-wehleidige Zeitgenossen.
Nun aber wie kommt der Weltschmerz zustande? Woher diese Melancholie, wo das Leben doch mitunter rosig scheint? Es liegt auf der Hand: wir leiden mit der Erde mit. Wenn wir nicht wissen, wieso wir leiden, dann leiden wir mit für die Unbekannten, wir leiden für alle die, die ihr Gefühl unterdrückt haben. Wir glauben, wir würden uns in Selbstmitleid ergehen, aber wir tragen tatsächlich für das Kollektiv mit. Andere, die sich völlig betäubt haben und sich durch Arbeit, Drogen oder verschiedenste andere Ablenkungen vor sich selbst wegrennen, leiden auch, doch sie weigern sich, auf sich selbst einzugehen.
Die feinfühligen Menschen aber, sanftmütige und träumerische Menschen, haben empfindliche Antennen für die verschiedensten Regungen. Und während ein gewöhnlicher Arbeiter vielleicht grob zwischen Freude, Schmerz und Zorn unterscheidet, so hat der Sanftmütige ausgesprochen entwickelte Fähigkeiten, um noch die geringsten Schattierungen und Nuancen von Empfindungen wahrzunehmen.
Schmerz ist grundsätzlich gesprochen eine Art Warnleuchte. Mit Weltschmerz verhält es sich nicht anders. Aber wie geht man gegen die Ursachen von Schmerz vor, die nicht in der eigenen Hand liegen? Es hilft schon, überhaupt zu empfinden und nicht davor wegzurennen. Empfindung ist alles, Empfindung ist die kleinste Einheit der Erfahrung.
Nach der Empfindung kommt die Vergebung. Was auch immer geschieht auf der Welt, lade dir keinen Zorn auf, das schwächt dich. Habe Nachsicht mit deiner Unzulänglichkeit sowie mit der der anderen. Als nächstes kannst du dich kreativ mit deiner Empfindung auseinandersetzen, ob als Tagebuch, Geschichte, Musik oder lediglich in einem Gespräch mit weltoffenen Freunden.
Schmerz will gelöst und überwunden werden. Schmerz ist die Warnleuchte, die um Aufmerksamkeit bittet. Und wenn der Einzelne sich der Lage bewusst ist, kann er seinen nicht unbedeutenden Teil dazu beitragen, die Weltfreude voranzutreiben.

Zum Schluss ein Lied, das manche wohl durch eine ältere Coca Cola-Werbung kennen. Vielleicht ist es für den ein oder anderen zuviel Kitsch, aber ich sehe darin die Botschaft, die auch schon vor 200 Jahren mit einer weltberühmten Ode zum Klingen gebracht wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=0Y6r3JrIOFY

sawalazar Avatar
sawalazar:#51331

Senfzugebbernd nochmal hier

Mir passiert es immer wieder in sozialen Situationen, dass niemand darauf reagiert, wenn Bernd etwas sagt. Das tut Bernds Seele weh, weil es ihm vermittelt, er sei unwichtig.

Zu Hilf, SS-Bernd

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#51332

>>51331
Das kann ja verschiedene Gründe haben. Kannst du vielleicht eine konkrete Situation aus deiner Erinnerung schildern? Es kann sein, dass du über Sachen redest, die andere nicht verstehen oder du redest, einfach, um eine als peinlich empfundene Stille zu überwinden.
Wenn du anderen etwas erzählen willst, kommt man oft nicht drumherum, zuvor Interesse am Gegenüber gezeigt zu haben. Wenn sie sehen, dass du dich für sie interessierst und sie darauf eingehen, sind sie zumindest der Etikette nach veranlasst, auch dir Aufmerksamkeit zu schenken.

suprb Avatar
suprb:#51343

>>51332
hallo SS Bernd

Ich glaube eine konkrete Situation könnte ich nicht nennen. Wenn mir das passende Detail selber aufgefallen wäre, könnte ich ja daran arbeiten.

Mit dem anderen zuhören ist es bei mir so eine Sache. Ich hab kaum genug Empathie für mich selber. Typischer Depribernd. Ich versuche Leute immer mit sowas wie "und was läuft bei dir?" anzufangen. Aber mir kommt es so vor als würden sie mir das nicht abnehmen. Muss man dafür noch unbedingt das Herz aufmachen?

Ich habe auch schon gehört eine gute Übung sei sich selbst zuzuhören. Aber mir kommt es so vor als mache ich keine Fortschritte.

pf_creative Avatar
pf_creative:#51344

Hallo Seelsorge Bernd, Dekadenz Bernd hier
(also:
> Habe jetzt leider keine so gravierenden Probleme.... , Bernd)

Wie ich in dem Post schon erwähnte, habe ich einige Probleme, mit denen ich zwar soweit
ganz gut leben kann, die mich aber trotzdem sehr viel Kraft, Zeit und Lebensqualität kosten.
Zwei davon ist in letzter Zeit schlimmer geworden, deswegen möchte ich sie hier ansprechen:

(Ich bin nicht so der Lüfter von Fließtext, deswegen werde ich in Form von Aufzählungspunkten mit
Unterpunkten erzählen, das finde ich übersichtlicher, ich hoffe das ist okay.)


1. Ich lasse mich sehr leicht verunsichern.
- Aussagen von Menschen verunsichern mich sehr schnell in meinem Selbstbewustsein oder meinen Überzeugungen.
- Was sehr unangenehm ist und mich oft viel Zeit und Kraft kostet.
- Ein Beispiel:
- Ich bin Programmierer, auf meinem Fachgebiet gut, verdiene gut
- Meine Arbeit macht mir auch viel Spaß und gibt mir tatsächlich auch eine Art von Erfüllung(klingt doof, ich weiß)
- Meine Leistung und fachliche Qualifikation war immer etwas worüber ich mich definiert habe.
- Ich habe studiert und gehörte in der Uni immer zu den Besten, in der Arbeit ist es auch so
- All das bedeutet mir sehr viel.
- Dennoch ist letzte Woche etwas passiert was mich sehr verunsichert hat:
- Mein Onkel rief mich an, seine Tochter hat $IT-Problem
- Ich hatte damals auch nicht wirklich Lust wieder umsonst unnütze Arbeit zu machen.
- Dann meinte ich "ja das können 1000 sachen sein, kann ich remote nicht sagen, schon mal gerebootet"
- Dann meinte sie "ja also jetzt sofort kannst du es nicht lösen"
- Dann ich "ohne mir das anzuschauen, nö"
- Dann haben wir uns noch verabschiedet und aufgelegt.
- 5 min später ist mir noch etwas über einen sehr seltenen Fehler der hier aber sehr gut passte eingefallen
- Ich habe nochmal angerufen und meinem Onkel das gesagt
- Er meinte: "Wieso fällt dir das erst jetzt ein, du hast doch Informatik studiert"
- "Wenn ich mit einem Computer problem zu dir komme, dann erwarte ich dass du lösst und nicht so rum-theoretisierst."
- Ich hab dann entgegnet:
- "Naja, ich bin für einen anderen Teilbereich zuständig, ich bin Softwareentwickler für Unix server software"
- "Das was ihr hattet war ein Level 1 Support Problem unter Windows 8, dafür bin ich nicht ausgebildet"
- "Das ist wie wenn du einen fiesen Knochenbruch hast und damit zum Neurologen gehst, der kann dir da auch nicht helfen"
- Er hat mit Medizin foo zu tun, ich dachte mit so einem Vergleich würde er es verstehen.
- Das hat er dann auch eingesehn und gesagt "joa okay" und dann haben wir uns verabschiedet

Und obwohl ich ihn vielleicht sogar überzeugt habe, blieb ich selbst doch verunsichert zurück.
Warum habe ich so versagt? Warum konnte ich das Problem nicht sofort lösen?
Was ist wenn ich garnicht so gut bin wie ich und mein berufliches Umfeld bis jetzt glaubten?
Was ist wenn ich bis jetzt nur glück hatte oder mich gut selbst darstellen konnte?

Natürlich ist das total lächerlich das mich so eine "fachfremde" (Windows Kram) Kleinigkeit so verunsichert,
früher war das auch nicht so schlimm, aber zur Zeit irgendwie schon.

Das Problem ist jetzt auch nicht diese eine Situation, damit werde ich schon zurecht kommen, bekomme
ja auch öfter sehr positives Feedback für meine Arbeit. Sondern das grundsätzliche Problem,
dass ihc mich so leicht verunsichern lasse, das passierte mir in den letzten Wochen mehrmals, vor allem
durch Aussagen von Menschen die älter sind als ich, Gleichaltrige könen mich nicht verunsichern.


2. Ich habe sehr hohe moralische Ansprüche an mich selbst.

Ich bin oft sehr streng mit mir und mache mir sehr viel mehr Gedanken als die meisten meiner Mitmenschen.
Zumindest habe ich diesen Eindruck.
Ich glaube wenn dies anderst wäre, würde mein Leben mehr Spaß machen und angenehm sein.
Ich möchte aber kein schlechter Mensch sein und mich weiter gut fühlen, weil ich ehrlich, diszipliniert, integer
und anständig bin.
Wie löse ich diesen Widerspruch? Oder muss ich damit leben?

(Habe 2. etwas kürzer gemacht weil 1. schon so lang war.)

oscarowusu Avatar
oscarowusu:#51347

Bernds Sexualität ist komisch. Ich hatte schon immer Mühe beim Sex mit anderen Menschen die Erektion zu halten. Alleine passiert das nicht. Teilweise krieg ich sogar eine Erektion beim kuscheln mit Plüschtieren. Auch meien Fantasien sind ziemlich weit ab von der Norm. In meinem Kopf spielt sich kaum etwas anderes ab als Windelfetischismus oder die Vorstellung in der Körper von bestimmten Cartoonfiguren die ich niedlich finde zu schlüpfen, und mit anderen Figuren aus dem dazugehörigen Film/Serie Sex zu haben.

Ich beneide Leute die auf generischen hartkern Porn stehen ;_;

okcoker Avatar
okcoker:#51348

>>51344
Danke, dass du mehr von dir erzählst. Du lässt dich also eher von älteren Menschen verunsichern, was nachvollziehbar ist, wenn man unterstellt, dass Alter und Reife miteinander zusammen hängen. Ich möchte dir zunächst einmal deine Bedenken nehmen, du hättest irgendwie versagt. Es gibt immer Themen, mit denen man sich selbst nach Jahren noch nicht beschäftigt hat, weil das Interesse oder die Notwendigkeit, es zu beherrschen, noch nicht vorhanden war.
Mit jeder Frage zu Bereichen, die dir noch nicht so geläufig sind, kannst du wachsen, wenn du sie als Motivation annimmst. Du hast das Verständnis und die Fähigkeiten und ich denke, bei dem Fall mit deinem Onkel hast du sicher so sachlich und ehrlich geantwortet wie nur möglich. Es ist einfach nicht deine Spezialität, aber du besitzt das Problembewußtsein für das Gebiet. Dein Arzt-Vergleich hat es gut auf den Punkt gebracht.

Ich denke, du kannst auf deine Fähigkeiten vertrauen. Und dass du ehrlich zugibst, dass du nicht allwissend bist, ist eine Charakterstärke. Du hättest ja auch einfach ins Blaue raten können, bloß um in seinen Augen besonders gut dazustehen.
Mit der Verunsicherung ist das schon eine seltsame Sache. Viele kennen das, besonders die Blicke und die Meinung von Älteren scheint mehr zu wiegen. Aber bedenkt man es genau, hängt Alter und Reife nicht so zusammen, wie man gemeinhin annimmt. Respekt sollte jedem Menschen zukommen, aber ein 60jähriger kann auch vollkommen inkompetent, ignorant und eingebildet sein und dennoch Respekt vor seinem Alter verlangen.
Ab einem bestimmten Alter fühlen sich Menschen scheinbar berechtigt, überall mitzureden, alles niederzumachen und überall ihren Senf hinzuzugeben. Du sagst, du denkst sehr viel nach, was ich dir glaube. Aber vielleicht weißt du dann auch, wie etwas so Wunderbares wie das Denken mehr Hindernis als Hilfe ist, wenn man nur noch über mögliche Gefahren oder Probleme nachdenkt. Bau stattdessen hin und wieder ganz bewußt ein paar Gedanken ein, bei denen du darüber nachdenkst, was deine Erfolge waren, was das über dich aussagt und wie du dich dabei gefühlt hast.
Ja und denk zu deiner Erholung hin und wieder darüber nach, dass du Fähigkeiten erworben hast, die zwar ein Haufen von Querulanten kritisieren, aber dir nicht so einfach nachmachen können. Lass die Leute reden.jpg
Denk immer dran: Alter bedeutet nicht Reife oder Kompetenz. Hab Vertrauen in dich, bleibe respektvoll, aber sage dir gelegentlich im Geiste vor, dass es doch ziemlich unwahrscheinlich ist, dass ein Mensch, der meckert oder dich kritisiert, wirklich ganz genau weiß, wovon er da spricht. Mit etwas Geduld und einem höflichen Appell an die Intelligenz des Gegenübers wirst du selbst Leuten, denen du nicht auf der Stelle helfen konntest, gut im Gedächtnis bleiben.

> Ich habe sehr hohe moralische Ansprüche an mich selbst.


Seelsorger-Bernd sieht es mit Moral so: Moral ist der Verhaltenskodex, dem man sich anpasst, um nicht aufzufallen. Moralisch handeln wird zwar gern als "sich gut benehmen" oder "sich vorbildlich verhalten" übersetzt, aber effektiv hat es öfters mehr mit Gehorsam und Anpassung zu tun. Je nach Umfeld wird ein Nachgeben und Anpassen und die Bereitschaft zu Kompromissen oft verlangt. Aber du kannst dich ruhig auch mal etwas trauen und wenn es nicht gerade merklichen Schaden oder eine Beschmutzung des eigenen Rufs mit sich führt, spricht nichts dagegen. Halte dir vor Augen, dass Moral nur ein Verhaltenskodex ist, und der ist in jeder Gruppe von Menschen ein Stückweit anders. Es gibt kollektive Sitten und private Werte, aber du bist nicht böse oder schlecht, wenn du dich einmal nicht danach lebst. Wenn du vermutest, dass deine Erfüllung in etwas liegt, das du mit dem Verhalten, das von dir verlangt wird, nicht vereinbar ist, gehe das Risiko ein und überschreite die Regeln. Wichtig ist, dass du deinen inneren Überzeugungen folgst, wenigstens probehalber.
Also zu deiner Beruhigung: du bist kein schlechter Mensch, wenn du etwas für dich tust. Mehr noch, du musst ja wissen, was dir Spaß macht, was dich begeistert und erfüllt, damit du mit wirklicher Überzeugung tätig sein kannst. Wenn du nicht immer nur Vorgaben erfüllen und Erwartungen entsprechen möchtest, führt kein Weg daran vorbei, die Moral einmal sein zu lassen. Sie ist ja doch nur die Stimme von Eltern, Lehrern und Autoritätsfiguren, die dich für ihre Zwecke an die Leine legen wollen. Finde heraus, womit du dich selbst am besten fühlst, das ist es wert.

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#51349

>>51347
Hallo Bernd, schön von dir zu hören. Nunja, unsere Zeit lässt immer mehr persönlichen Freiraum, warum also solltest du keine ganz eigene Sexualität haben? Und keiner ist dazu verpflichtet, sich unbedingt mit anderen zu vergnügen. Selbst weiß man doch meist am besten, was einem gefällt, dazu fällt auch der Stress weg, für bestimmte Fantasien schief angesehen zu werden.
Deine Sexualität entspricht eben nicht der fingierten Norm. Viele Menschen sind da langweilig und einfallslos, oder sie sind brutal und tierisch, solange sie sich gegenseitig geben, was sie brauchen, ist das okee. Da unsere Gesellschaft Gespräche über sexuelle Vorlieben sowieso im Privaten behandelt und wir uns ja doch Mühe geben, jeden so zu nehmen wie er ist, besonders, wenn er keinem schadet, kannst du unbesorgt sein.
Was kann man nicht alles ausprobieren? Vielleicht würdest du manchen Leuten als komisch erscheinen, ja. Aber wenn du Austausch oder Kontakte für deinen Fetisch suchst, dafür gibt es ja das Internet. Du bist mit keiner Vorliebe völlig allein. Auch wenn du niemanden persönlich kennen solltest, nichts ist zu verrückt, als dass Leute es nicht geil finden würden. :3

_kkga Avatar
_kkga:#51381

Ich, 22 Jahre alt, habe schon seit langer Zeit Depression. Aus einer christlichen Familie stammend, habe ich früh meinen Glauben verloren. Aus Trotz wollte ich nicht 'gut' sein und meine Eltern verlgichen mich mit einem stacheligen Kaktus. In einem Weltbild ohne Gott, fiel es mir schwer einen "Sinn" zu sehen. Ich verfiel in Lethargie un Depression. Was mir jedoch freudvolle Momente verschafft, ist das Lesen guter Literatur. Zunächst ließ ich mich noch von hoffnungsvollen Autoren wie Hesse mitreißen, mittlerweiler kann ich mich eher mit Dostojewski,Houellebeq usw. indentifizieren.
Ich bin soweit, dass ich einfach nur noch da sitzen könnte und nichts tun. Kann mir vielleicht eine Therapie aus der existenziellen Krise helfen?

mr_arcadio Avatar
mr_arcadio:#51382

>>51381
Hallo Bernd. Bei einer Depression kannst du auf jeden Fall eine Therapie versuchen. Aber wenn du selbst bereits so reflektiert bist und deine Depression als existenziell beschreibst, wird es auch deine ganz persönlich Aufgabe sein, eine Bestimmung für dich zu suchen. Bestimmung kann auch sein, sich der Gesellschaft zu verweigern, aber nur wenn es nicht in gegenseitigem Hass und mit der Absicht von Selbstzerstörung geschieht. Ich empfehle dir hierzu das Buch "Ein Mann der schläft" von George Perec.
Schade ist es ja, bei einem christlichen Elternhaus, dass die Eltern nicht verstehen können, dass es normal ist, dass ein Kind seinen eigenen Willen hat. Andererseits ist ein solcher Konflikt mit dem Elternhaus letztlich auch förderlich für deine eigene geistige Unabhängigkeit: egal, was du mal in 10, 20, 30 Jahre tun oder denken wirst, es hat sein Gutes, die alten Werte abzulehnen, denn so macht man sich nicht nur bewußt, wie relativ die verschiedenen Wertbilder sein können, so beginnt man auch die eigene Orientierung. Und es gibt so manche, die hassen das Christentum abgrundtief, nicht allein wegen ihrer Eltern, sondern auch wegen der allgemeinen Verlogenheit, aus der die christliche Kirche oftmals zu bestehen scheint. Das heißt nicht, dass du irgendwann bei deiner Sinnsuche wieder auf das Christentum stoßen und Gefallen daran finden könntest, doch da du Hesse kennst, wirst du dich bestimmt nicht mit einer Monokultur abgeben und stattdessen in die Kulturen, Religionen und Philosophien von Ost und West, von vor tausenden Jahren und die ganz neuen, beachten und den Teil für dich behalten, der deinem Wesen entspricht.

creartinc Avatar
creartinc:#51383

Ach Bernd,
ich sehe für mich wenig Zukunft. Ich studiere zwar erfolgreich, womit ich hinterher gut Geld verdienen kann, aber privat existiere ich einfach kaum.
Ich hatte noch nie GF, und das macht mich sehr fertig. Klar, der Gedanke an Sex geht einem oft durch den Kopf, aber in den letzten Jahren kam die Angst dazu einfach für immer.jpg arreine zu bleiben. Im Alltag habe ich keinen Kontakt mit Frauen, einfache weibliche Kumpaninen habe und hatte ich auch keine. Schüchtern wie Fick bin ich zusätzlich auch noch.
Ich funktioniere einfach nur noch, aber ich fühle mich innerlich zunehmend trauriger und weiß mir einfach nicht zu helfen.
Daher sehe ich keine Zukunft für mich. Zumindest keine fröhliche.
In ein paar Jahren sehe ich mich mit einem großen Auto in die Garage eines schönen Hauses fahren. Ich steige aus, gehe ins Haus, schließe die Tür. Dann bin alleine. Jeden Tag.

Ich weiß nicht einmal ob ich wirklich eine Beziehung wollte, oder überhaupt fähig bin eine zu führen.
Insgeheim macht es mir schwerstens zu schaffen, dass ich als Jugendlicher (und auch nie danach) Romantik, Liebe, Erotik, oder wenigstens den Hauch und Anflug von Intimität erleben "durfte". Schuld daran bin ich alleine. So viel weiß ich. Doch es hilft mir nicht.

Seit Jahren mittlerweile denke ich jeden Abend, wenn ich mich schlafen lege darüber nach und überlege wie ich es z.B einem Psychologen erklären würde und denke drüber nach, was er dann antworten würde. Oder ich denke über das warum nach und wie schlecht meine Aussichten sind. Das gruselige ist: Wenn ich mir dann einrede (und das mach ich oft), dass ich es ohnehin nicht verdient habe und alleine sterben werde, beruhigt es mich - und dann kann ich schlafen.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#51384

>>51383
Willkommen im Club Bernd. Aber wenigstens können wir an einem marmornen Schreibtisch auf KC lauern. Das hat doch auch was.

nasirwd Avatar
nasirwd:#51386

>51382
Das von dir vorgeschlagene Buch sieht vielversprechend aus. Mit dem Christentum habe ich mich versöhnt. Sei es den Gläubigen doch vergönnt zu glauben, wenn sie auf diese Weise ihr Leben besser ertragen. Auch kulturhistorisch hat es sicher seine Berechtigung.Auf Verlogenheit trifft man in allen Bereichen.
In der Gesellschaft finde ich mich immer mehr als Beobachter, denn als aktives Mitglied wieder. Zu denken gibt mir jedoch der Ausspruch von Sloterdijk: "Zur Welt kommen heißt -zur Sprache kommen" Ich denke jeder braucht seine Ausdrucksform, um in Kontakt mit dem (gesellschaftlichen) Leben zu stehen. Eine solche Form vermisse ich noch schmerzlich. Tja, der Vogel kämpft sich aus dem Ei...

Nun zu einer anderen Baustelle: Mit dem Hintergedanken mir ein rationales Weltbild zu schaffen, habe ich mich nach dem Abitur kurzerhand entschlossen eine Naturwissenschaft zu studieren. Ich tauge wohl aber eher weniger zum Wissenschaftler , da meine Gedankengänge zu assoziativ sind. Mir erscheint die für mein Studium einzunehmende geistige Nahrung mittlerweile wie vertrocknet und immer ungenießbarer. Gleich aufgeben wollte ich nicht, denn meine Eltern haben mich immer dazu "ermutigt" weiterzumachen. Zur Zeit schreibe ich die Bachelorarbeit und fange parallel den Master an, da ich in einer fremden Stadt lebend nur so weiter BAFöG erhalten kann, um meine Miete zu bezahlen. Aber mich plagen große Zweifel, mit dieser Laufbahn glücklich werden zu können. Ich habe noch nie für mein Geld gearbeitet, wobei ich bei meiner ständigen Abgeschlagenheit wohl auch wenig als Service-Kraft geeignet sein dürfte.

tusharvikky Avatar
tusharvikky:#51387

>>51386
>Mir erscheint die für mein Studium einzunehmende geistige Nahrung mittlerweile wie vertrocknet und immer ungenießbarer
Das ist normal. Macht die Sache nicht besser, aber jedenfalls liegt es nicht nur an dir. Und grau ist bekanntlich alle Theorie. Es wird besser wenn du aus der Uni raus bist, glaube ich.

ajaxy_ru Avatar
ajaxy_ru:#51388

>>51383
Lieber Bernd, schau dir einmal auf der Röhre Videos von Peter Frahm an, er spricht über Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen und die Täuschung, der so viele Menschen erliegen.

> Wenn ich mir dann einrede (und das mach ich oft), dass ich es ohnehin nicht verdient habe und alleine sterben werde, beruhigt es mich - und dann kann ich schlafen.

Dieses Vorgehen hat Vorteil und Nachteil. Vorteil ist, dass es dich beruhigt, Nachteil ist, dass du glaubst, du wärest weniger wert als andere Menschen. Du kannst es auch neutral sehen und sagen: wenn ich diese unsinnigen Erwartungen der Gesellschaft einfach nicht ernst nehme, dann kann ich endlich aufatmen! Ich kann in Ruhe leben und muss mich nicht abstrampeln für ein Leben, das mir vielleicht gar nicht gefallen würde. Nur weil du vielleicht nicht dem Klischeebild eines angepassten, sozial-normalen Menschen entsprichst, sagt das nichts darüber aus, ob du glücklich und zufrieden sein kannst mit dir.

Unsere Gesellschaft neigt dazu, bestimmte Lebensentwurfe hochzuhalten und mit ihnen Werbung zu treiben, unerachtet, ob sie etwas mit der Wirklichkeit zu tun haben. Es ist so als würde man bewerben: Schweine sind gut! Katzen sind schlecht! Und darum fühlen sich alle, die mehr Fähigkeiten von Katzen haben, falsch, obwohl sie nicht im mindesten weniger fähig wären, sie sind nur anders, sehen die Dinge aus einem anderen Winkel.
Also, du könntest dir gelegentlich Fall vorsagen (nennt sich ja auch affirmatives / autogenes Traning), dass du all diesen falschen Standards nicht entsprechen musst. Daraus folgt aber nicht, dass du weniger wert wärst als jemand anderes. Statt zu fragen: wie komme ich rüber im Vergleich mit anderen? Kannst du fragen: Wie müsste mein Leben aussehen, damit ich mich wohlfühle (und zwar möglichst unabhängig von den Idealen, die unsere Gemeinschaft ungefragt hochhält)? Was kann ich ändern, was kann ich bewegen und bei was sollte ich lernen, Geduld oder Akzeptanz zu entwickeln?

nateschulte Avatar
nateschulte:#51389

>>51120
SS-Bernd hier mit einer Seitenempfehlung, die /we/-Bernd interessieren könnte, wenn er sich nicht wegen Mondsprache angewidert dem Kotzeimer zuwendet:

http://www.dictionaryofobscuresorrows.com/page/2

Viel Spaß beim Schwelgen in obskuren Fühls!

lisovsky Avatar
lisovsky:#51390

>>51389
Ein Auszug:

"
“What was the term for consciously being aware that you’re happy and therefor becoming unhappy?” –Anonymous




kairosclerosis

n. the moment you realize that you’re currently happy—consciously trying to savor the feeling—which prompts your intellect to identify it, pick it apart and put it in context, where it will slowly dissolve until it’s little more than an aftertaste.

Kairosclerosis is from the Greek: kairos, "the opportune moment” + sclerosis, “hardening.” The Ancient Greeks had two words for time, chronos and kairos. Chronos is quantitative and linear—the ticking of the Western clock. Kairos is more qualitative, referring to moments that are indeterminate and sublime, when something special happens, when god speaks or the wind shifts, when a door is left open between one minute and the next.

This definition is why I ain’t writing The Dictionary of Obscure Pleasures. In my experience, moments of joy tend to die on the examination table. Kurt Vonnegut liked to say, “I urge you to please notice when you are happy, and exclaim or murmur or think at some point, ‘If this isn’t nice, I don’t know what is.” I think the opposite is true. Notice when you’re sad, and dive in and wallow and examine it and pick it apart with forceps and calipers. The sadness will lose its vitality and harden over time into something benign and foreign, like an emotional fossil.

For more sadness fossils, read The Dictionary of Obscure Sorrows"

subburam Avatar
subburam:#51391

>>51388
Aber ich weiß nicht, ob ich mich wirklich schon in diesem Aspekt aufgeben möchte. Es geht hier ja nicht um einen rein gesellschaftlichen Aspekt. Die Bedürfnisse sind ur-menschlich und das Nichtausleben hinterlässt - ob nun bewusst gewählt oder unbewusst reingeschlittert - tiefe Spuren.

Mein Leben sieht gut aus, es gibt eigentlich keinen Grund unglücklich zu sein. Es fehlt an nichts - nur eben an der Erfüllung der Libido. Und reibi machen reicht offensichtlich nicht aus.

Selbst wenn ich nicht in der Lage bin eine Beziehung zu führen, so ist das Ausbleiben jeder Erfahrung schmerzhaft. Man sieht so viel jüngere, die ihr (wenn auch vielleicht kurzes) Glück haben. Mein Herz blutet, mein Geist schreit, um es mal kitschig ausdrücken.

ademilter Avatar
ademilter:#51392

>>51391
Wie alt bist du denn, über 25, über 30? Wir sind so beeinflusst von Beobachtung unseres Umfeldes und von Statistiken, dass wir vergessen, dass unser eigener Lebensweg kaum vergleichbar wäre mit dem Großteil der Leute, die wir so um uns herum beobachten.
So ist es jedenfalls oft bei Bernds, die sehr schüchtern sind und sich nicht trauen, andere Menschen anzusprechen, weil sie insgeheim glauben, jeder könnte ein potenzieller bester Freund sein, also müsste man sich überall unglaublich anstrengen und aufpassen. So habe ich auch mal gedacht, doch als mir auffiel, dass ich mir da Gedanken mache, die nichts weiter bewirken, als mich zu deprimieren, konnte ich meine Stimmung etwas heben und es etwas lockerer angehen.
Die Typen, die sehr früh Sex haben, auch wenn Verallgemeinerungen meist daneben gehen, haben oft ein ziemlich kahles Leben nach dieser anfänglichen Euphorie. Wer länger nicht in den Genuß kommt und so Zeit hat, Vorfreude aber auch Unsicherheit anzuhäufen, hat dafür Zeit, sich selbst besser kennenzulernen und zu sehen, dass die Schablone oder der Maßstab, an dem du dich mißt, nicht auf dich zugeschnitten ist. Sobald du dich nach deinen eigenen Maßstäben bewertest, bekommst du ein angenehmeres Gefühl für dich selbst, und je öfter du dich nach deinen eigenen Werten betrachtest (was du erreichen willst, was du kannst, worin du gut bist, was dir gefällt, was du liebst, was du gern tust, wobei du dich richtig gut fühlst, was dich gesund macht), desto mehr Sicherheit wirst du spüren. Selbstbewußtsein ist wie eine Blume, die im Innern blüht, wenn man sich positive Aufmerksamkeit schenkt.

Wir suchen doch alle irgendwie nach Bestätigung. Und viele Paare kommen zustande, weil zwei Bestätigung suchen, sie aber nicht in sich selbst finden können, sondern immer jemand anderen dafür brauchen, der es in dem anderen erkennt. Die wirklich anziehenden Menschen unterscheiden sich von den weniger anziehenden nur darin, dass sie wissen, dass sie es wert sind, geliebt und begehrt zu werden. Sie wirken attraktiv, weil ihre Ausstrahlung zeigt, dass sie mit sich zufrieden sind, und sie ziehen das an, von dem sie selber ganz klar wissen, dass sie es verdienen.
Wenn du dir selber sagst, du verdienst etwas nicht, schiebst du dich mental wieder ein Stück fort von der Erfüllung deines Wunsches. Wenn du es wirklich haben möchtest, sieh zuerst ein, dass es dir zusteht, dass du es verdienst, denn jedem steht Glück und etwas Licht in seinem Leben zu. Damit du Bestätigung von außen anziehst, solltest du sie zuerst in dir zulassen. Damit fängt es an.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#51393

>>51392
Also, du musst keine höheren Kräfte bemühen, aber du kannst der Kraft deiner Gedanken vertrauen.
Oft können wir unsere Gedanken scheinbar nicht kontrollieren, sie fließen einfach, wie eine Antwort auf unsere Umgebung, in uns herum. Wenn dein Umfeld dich allerdings konstant dazu bringt, nur deprimierende Gedanken zu erzeugen, ändere für eine kurze Zeit deinen Aufenthaltsort und beobachte, was sich in deinem Denken verändert: wenn schon bewußtes Um-Denken nicht sofort hilft, kann ein kleiner Ausflug oder eine Veränderung im Alltag zu einer erfreulichen Wandlung führen.
Wenn deine Umgebung, die Art wie du lebst, mit dir selbst zusammenpasst oder gar harmoniert, stellen sich von selbst angenehmere Gedanken ein, je mehr du tust, um dein Leben schöner zu gestalten, desto effizienter wird dein Körper arbeiten (schon eine kleine Zimmerpflanze, kann auch ein Kaktus sein, kann ein Schritt in diese Richtung sein) und deshalb mehr Energie übrig haben und das in seiner Ausstrahlung zeigen.
So signalisiert du, dass du etwas zu geben hast, dass du dich nicht auf Mangel, sondern auf Wohlstand einstellst, du öffnest dich und kannst geben, worauf dir im Gegenzug auch gegeben werden kann. Solange du dich verschließt und nicht einmal glaubst, dass du attraktiv sein könntest, wäre ja auch jedes Mädchen, das Interesse an dir hat, enttäuscht, weil du für ihre Signale nicht empfänglich wärst. Also bringe dich in die richtige Frequenz! :3

ovall Avatar
ovall:#51394

Bernd hat momentan "etwas" Kummer. Ich bin seit meiner Kindheit depressiv und hab erst viel zu spät damit angefangen Antidepressiva zu nehmen (genauer gesagt, erst vor 3 Monaten). Seitdem habe ich nun endlich ein Leben. Ich bin aktiver und glücklicher und habe einfach mehr Spaß im Leben. Das hat sich auch gleich darin widergespiegelt, dass ich eine "Freundin" aus den USA gefunden habe, welche hier für ein Semester studiert hat. Was anfänglich nur als Rumgeficke geplant war hat sich zu mehr entwickelt. Heute sehe ich sie zum letzten mal. Sie wird nachmittags vorbeikommen, wir werden was essen, bisschen Ficki machen, und dann muss sie nachts auch schon wieder gehen. Irgendwie bin ich froh, wenn sie dann wirklich weg ist. Das Abschied nehmen ist irgendwie das schlimmste daran. Aus den Augen aus den Sinn, oder?

Was ich jedoch momentan brauche ist einfach nur etwas Aufmunterung. Bin gerade sehr betrübt und habe bisschen Angst, dass meine Depressionen zurück kehren. Kann mir bitte jemand sagen, dass es ganz normal ist ein paar Tage betrübt zu sein? Dass ich danach wieder besoffen auf irgendwelchen Parteien mit Mädels rummachen werde und nicht mehr traurig im Zimmer sitze?

t1mmen Avatar
t1mmen:#51395

>>51394
Auf keinen Fall ist das normal.

_vojto Avatar
_vojto:#51396

>>51394
> Das Wort Ficki benutzen

Typen wie dich sehen wir hier nicht besonders gerne. Oh Hunt.

kriegs Avatar
kriegs:#51398

>>51393
>>51392
Ich bin 23. Hoffentlich macht mich das jetzt nicht zu einem Fall von "Die Zeit bringt das schon, Kopf hoch". Ich weiß, dass es die Zeit so nicht bringen wird.

Mit allem was du sagst hast du Recht. Mein Verstand sagt mir das. Aber einfach "positiv denken" - wie ich es mal abkürzen will, was du vorschlägst - in mir wehrt sich alles dagegen.
Ich muss dabei nochmal ganz klar herausstellen: Mein Verstand weiß, dass du Recht hast. Mein Verstand würde das nie anzweifeln. Aber dann ist da noch das Lebensgefühl. Ich bin ja sonst ein Mensch der sehr nüchtern Entscheidungen trifft. Ich wäge immer vernunftbasiert ab und entscheide entsprechend.
Das hat mich im positiven (mein Leben nach außen), wie im negativen (mein inneres Leben), an den Punkt gebracht an dem ich mich befinde.
Nach innen habe ich seit Jahren stets klein beigegeben. War zu zögerlich, aber zu lange abgewägt und zu negativ gewichtet. Statt zu handeln - z.B damals in der Schulzeit offensiv auf Mödchen zu zu gehen, statt zu hoffen, dass sich mal zufällig eine Gelegenheit ergibt, sich näher zu kommen - habe ich stets gewartet und gehofft.
Aus Monaten wurden Jahre und aus Hoffnung wurde Hoffnungslosigkeit. Mein Leben hat sich fern von jedem Kontakt mit Frauen entwickelt und es gibt keinen einfachen Weg zurück.

teylorfeliz Avatar
teylorfeliz:#51399

>>51398
Dein Pessimismus ist teilweise eine realistische Abschätzung deiner Chancen aber teilweise auch selbsterfüllende Prophezeiung. Das Warten das du beschreibst ist mMn genau das, was Altbernds später bereuen. Wenn du sicher bist, dass du dich mit deiner jetzigen Situation nie abfinden werden kannst, solltest du besser schon gestern angefangen haben aufzumannen. Es wird nicht besser sondern schlimmer. Siehe >>50622

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#51400

>>51399
Naja.. Es ist aber in meinen Augen (bin nicht der Bernd auf den du antwortest) ziemlich leicht, sich hinterher zu sagen "Ach hätte ich doch" und dabei nur auf die möglichen positiven Resultate zu schauen. Ich für mich weiß, dass ich, auch wenn ich jetzt nochmal 16 sein könnte, wahrscheinlich nicht einfach so GF klären würde. Und selbst wenn, bei meinem damaligen wie auch aktuellen Selbstvertrauen wäre eine Beziehung einfach nur mit größter seelischer Pein für mich verbunden gewesen.

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#51401

bernd hat vor einer woche realisiert das das leben eine einzige tortur ist und es nun nur noch schlimmer werden kann

thinkleft Avatar
thinkleft:#51402

>>51398
SS-Bernd hier. Dein Thema ist bei weitem das in diesem Faden am häufigsten besprochene und schon ganz am Anfang steht ein Beitrag, der die Verbindung Suche nach GF versus Selbstachtung bespricht. Ich glaube, dass das auch für dich (und viele möglicherweise erst noch pfostierende Bernds) zutrifft.
Bestimmt ist es enttäuschend, wenn man seinen Erfolg so stark von Frauen abhängig macht. Aber wie es aussieht - auch wenn ich jetzt anmaßend klinge - verlangst du und die Bernds mit vergleichbaren Fällen insgeheim, dich so zu fühlen wie du es tust. Dass ein Mädchen einen mögen könnte, diese Möglichkeit schiebst du von dir weg, setzt es gleichzeitig aber für dein Wohlbefinden voraus ("wenn ich nur xyz, dann wäre alles in Butter") und so entschuldigen sich alle, dass sie sich elend fühlen, schieben die Verantwortung dafür aber von sich.
Es hat schon etwas, wenn man dagegen einfach sagt, Selbstablehnung ist eben ein Lebensgefühl, Selbsthass eine Art, die Dinge anzugehen, aber dafür volle Verantwortung zu übernehmen. Das gesteht man sich nur selten ein und bleibt stattdessen in dem wohlgepflegten Scheindilemma von Das-Fühl-wenn-kein-GF.

Weiß nicht jeder, der hier angesprochen ist, dass ein Mädchen eben keine Mutter ist, die bedingungslos lieben könnte, sondern selbst ein Mensch mit Bedürfnissen und Schwierigkeiten ist? Wenn euch die Bereitschaft fehlt, euch selbst zu akzeptieren, woher wollt ihr die Kraft und die Fähigkeit nehmen, ein Mädchen in einer Beziehung entsprechend zu behandeln? Projiziert ihr nicht einfach bloß ein Gefühl von Geborgenheit und ein Traumland in eure Angebetete / Frauen allgemein, von dem ihr nicht akzeptieren könnt, dass alle Geboregenheit und alles Glück von euch kommt? Keine Frau, kein Mädchen kann oder will auf ein Podest gestellt werden. Merke: ihr stellt sie im Endeffekt auch auf ein Podest, wenn ihr euch selbst erniedrigt oder für weniger wert erklärt.
Woher kommt dieses Verlangen nach GF, wenn ihr euch selbst so schlecht behandelt, dass man davon ausgehen muss, es fehlt euch gänzlich an der Kraft und der Bereitschaft, selbst Vertrauen und Aufmerksamkeit zu geben? Bevor ihr nicht einseht, dass ihr wie jeder Mensch geben könnt und etwas Liebenswertes an euch habt, sind alle GF-relatierten Sorgen reiner unverschnittener Egoismus, der erst zu Bewusstsein dringen muss.

Im Folgenden verweise ich bei künftigen Beiträgen zu diesem Thema auf passende vorhergehende Texte.

mhwelander Avatar
mhwelander:#51403

>>51402
Wie erkennt man seinen Wert Bernd?

okcoker Avatar
okcoker:#51404

>>51401
Warum, was ist passiert?

ryanmclaughlin Avatar
ryanmclaughlin:#51405

>>51403
Betrachte dich und die Welt ohne die verfälschenden Filter von Erziehung und Propaganda.

sgaurav_baghel Avatar
sgaurav_baghel:#51408

Ich habe heute einfach übelst schlechte Laune, gibt es sowas wie akute Depressionen? Ich bin ein wenig krank und leide ein wenig unter verknallt sein während ich mich total einsam fühle. Ich weiß nicht ob ich Seelsorge benötige, weil es mir vorkommt als könnte ich dagegen nichts machen, ich werde es aussitzen.

liang Avatar
liang:#51413

Gerne, Bernd.

Ich bin berndig, habe zwar Kontakt mit Menschen aber nur beruflich mit halbwegs netten Kollegen (die teilweise anstrengend sein können) und fühle mich dort oft eher geduldet als erwünscht. Nicht im Sinne von "Bernd geh weg", sondern im Sinne davon, dass ich nicht besonders vielen fehlen würde. In der Situation ist es meistens okay, aber ich merke doch, dass ich nicht der bin, auf den alle warten. Muss ich auch nicht, aber etwas mehr Wertschätzung wäre toll.
Dazu fühle ich mich beruflich nicht so wohl, habe das Gefühl bei dem wo ich dran arbeite auf der Stelle zu treten. Mein Chef meint es wäre doch okay und man kommt nicht immer so voran, aber ich bin mein größter Kritiker und erwarte von mir mehr und hätte längst weitere Ziele erreicht haben wollen, die noch nicht so klappen. Das tut auch meiner Motivation nicht immer gut.
Ich suche Psychologen und bin schon an 10 die keine Plätze haben gescheitert. Jedes Mal es weiter probieren wird mühsamer, ich bin auf 2-3 Wartelisten die aber doch ziemlich lang noch brauchen.
Manchmal habe ich das Gefühl mich lieber wieder ganz zurückzuziehen wie früher, statt mich in die Situation mit Menschen zu begeben, die mich am Ende eher frustrieren, weil nicht das erwartete bei herauskommt.

Ich weiß, dass es ausheulen ist, aber dafür ist Seelsorge doch da, oder?

yangpeiyuan Avatar
yangpeiyuan:#51420

Hallo Seelsorgebernd, ich habe mal wieder ein Problem.

Und zwar geht es um meine Schwester.

Drinbevor sei gesagt, dass ich mit meiner Mutter und meiner Schwester alleine lebe.

Meine Mutter arbeitet, ich bin derzeit NEET (muss das aber so schnell wie möglich ändern, sonst sind wir im Arsch) meine Schwester macht ein FSJ und wird danach evtl Erzieherin werden.

Geld ist unser größtes Problem.

Die Sache ist die, dass meine Schwester wie es aussieht in schlechte Gesellschaft geraten ist. Sie wendet sich immer mehr von uns ab.

Leider war meine Schwester auch schon seit dem Kindergarten relativ berndig, hatte aber immer dennoch zumindest ein paar Freunde. Zu den meisten brach der Kontakt ab, vor ein paar Jahren aber gelangte sie in ehrenamtliche Arbeit bei einem Aktionskreis für Behinderte, woe sie auch ihren Freund kennenlernte (zur Info, sie ist jetzt zwanzig) mit dem sie aber nur ein Jahr zusammenblieb.

Dauernd gab es Zoff zwischen den Beiden und wirklich zusammengepasst haben sie nie, ja Bernd selbst mochte den Kerl nicht wirklich da er einer dieser verwöhnten Bonzen-Bubi-Busfahrer, gleichzeitig aber auch etwas seltsam war, aber rückblickend trauert Bernd ihm hinterher, denn zumindest war er kein Assi sondern aus gutem Hause.

Das Problem jetzt ist, dass meine Schwester nun mit Leuten abhängt die wir (meine Mom und ich) zum Großteil nicht mal kennen, sie erzählt uns ja eh nichts darüber.

Leider ordne ich diese Leute der Antifa-Szene zu, meine Schwester war dort schon mal drinnen und ist dann angeblich ausgestiegen, aber ich glaube ihr nicht.

Das Verhätlnis zwischen ihr und meiner Mutter wird immer schlechter, dauernd streiten sie, meine Schwester wird wegen jeder Kleinigkeit sofort stinksauer, ist kritikunfähig und überemfpindlich und lässt sich nichts sagen.

Das Ganze hat sich über die letzten Monate zugespitzt. Dauernd fährt sie zu diesen vermeintlich linksextremen Leuten am Wochenende nach Stuttgart, obwohl Tickets so teuer sind und wir kein Geld haben.

Dort bleibt sie dann oft über Nacht und pennt bei diesen Leute, wahrscheinlich in irgendwelchen verlausten und verqualmten WGs, während sie sich hier zuhause über jede Fruchtfliege/Motte aufregt und ekelt als sei es der Weltuntergang.

Auch vermute ich, dass diese Leute sie gegen meine Mutter und mich aufhetzen, wahrscheinlich sind wir inzwischen in ihren Augen Nazis weil wir das ganze Tuetenweinsspektakel derzeit nicht so gutheissen (sie geht auch verstärkt mit diesen Leuten auf Demos: Gegen Pelze, für Tütenweine, für Genderzeugs etc.)

Am Samstag ging sie gegen 19:00 uhr wieder zu diesen Leuten und kam erst gestern um 23 uhr wieder ohne irgendwie Bescheid zu geben (und hat gestunken wie ne Kneipe)

Heute morgen hat sie dann die heimlich die Bankkarte meiner Mutter mitgenommen, wahrscheinlich aufgestachelt durch die besagten Antifanten, könnte ich mir gut vorstellen.

Sie war mal so ein liebes Mädchen, war zwar schon immer schwierig (Überempfindlich) aber mittlerweile erkenne ich sie nicht mehr wieder. Meine größte Sorge wäre, dass sie sich - insofern dass nicht schon geschah- so einen Typ aus dieser Szene anlacht, sich von ihm schwängern lässt, auszieht und Unterhalt fordert (statt mit uns an einem Strang zu ziehen wo wir doch jeden Cent brauchen) etc.

Am liebsten würde ich mit diesen Typen mal ein Wörtchen wechseln, aber ich weiss ja nicht mal WO die sich immer treffen. Nur eine Person kenne ich, eine alte Schulkameradin meiner Schwester die in unserer Nähe wohnt, früher war meine Schwester mit ihr befreundet, dann nicht mehr und sie hat sich nur über sie lustig gemacht, jetzt sind sie plötzlich wieder ganz dicke.

Bernd, was soll ich tun um meine Schwester von diesen Leuten fernzuhalten? Verbieten kann ich es ja schlecht.

herkulano Avatar
herkulano:#51421

>>51420
Ganz ehrlich, du dramatisierst das schon krass über. Deine Schwester ist alt genug, um auf sich selbst aufzupassen. Deine Geschichte liest sich, als wärt ihr zwei noch Kinder.
Falls du dich wirklich für deine Schwester interessierst, sei halt für sie da, zeig ihr dass sie dir wichtig ist und immer zu dir kommen kann. Aber dir scheint es vielmehr darum zu gehen, dass sie genau so bleibt wie es dir passt und sich nicht weiterentwickelt. Wie kannst du eigentlich über ihre "teuren Bahntickets" urteilen wenn du selbst neetest? Und wie bescheuert musst du sein, um ernsthaft zu glauben, du könntest irgendwie erzwingen dass sie nichts mehr mit "solchen Leuten" zu tun hat? Jeder Versuch treibt sie logischerweise nur noch weiter weg aus dem Kreise eurer Familie. Und grade als Bruder kann man da von dir ein bisschen Verständnis erwarten, Eltern können ja manchmal in dieser Hinsicht nicht so recht aus ihrer Haut.

ps: alerta alerta

sava2500 Avatar
sava2500:#51423

>>51420
>Bernd, was soll ich tun um meine Schwester von diesen Leuten fernzuhalten?

Gar nichts, denn sie ist erwachsen.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#51428

>>51413
SS-Bernd hier. Du hast wahrscheinlich Recht und du bist selbst dein härtester Kritiker. Wenn selbst dein Chef meint, dass deine Arbeit zufriedenstellend ist, würde ich mir keine Sorgen machen. Etwas anderes ist natürlich, wenn du glaubst, dass die Arbeit dir selbst nichts mehr gibt. Deshalb musst du aber nicht alle Zelte abbrechen. Wenn dich der Beruf nicht erfüllt oder auslastet, denke daran, dass man mit deiner Arbeit zufrieden ist und es dich ernährt. Wahrscheinlich machst du dir mehr Gedanken darüber, ob dich die Mitarbeiter akzeptieren, als sie es tun. Natürlich ist es gut, darüber zu reden. Die lange Wartezeit bei Psychotherapeuten ist schon eine lästige Sache, aber du machst dir zumindest die Mühe und scheinst dran zu bleiben.
Wenn dir neben der Arbeit noch genug Raum und Zeit bleibt, dich um deine Interessen zu kümmern, kannst du dich ja, um Kraft und gute Laune zu tanken, dort hinein versenken. Natürlich gibt es da immer die Gefahr, dass man sich in Traumwelten verzieht, weil das echte Leben einen nicht mit der Anerkennung überschüttet, die man gerne hätte. Deshalb wären produktive Tätigkeiten auch besser als nur Serien und Filme zu schauen und dabei zu kiffen - obwohl das in Maßen in Einzelfälken nicht zu verachten ist. Besser noch sind aber Tätigkeiten, bei denen du deine Fähigkeiten weiterbringen kannst, etwas, bei dem du etwas herstellst, egal ob schreiben, programmieren, malen, schnitzen, vielleicht sogar ehrenamtliche Tätigkeiten, was dir gefällt. Du musst damit kein Geld verdienen, es soll nur etwas sein, das dich interessiert und fordert und dein Herz anspricht und dich innerlich erfüllt, wenn es deine Arbeit oder soziale Kontakte nicht schaffen.

Bernd Avatar
Bernd:#51429

>>51420

Hallo Bernd. Ich kann deine Sorge nachvollziehen, dass deine Schwester mit den falschen Leuten herumhängt. Allerdings tut sie das wahrscheinlich, weil sie sich ausprobieren möchte. Du klingst, als würdest du zusammen mit deiner Mutter für die häusliche Ordnung suchen. Es kann sein, dass sich deine Schwester einfach etwas verloren und unverstanden vorkommt.
Oft höre ich, wie die Mädchen in einer Familie früher das Elternhaus verlassen, öfter Streit anzetteln und einfach Abstand suchen, während heutzutage die Jungs kaum noch Interesse daran zu haben scheinen, gegen bestehende Ordnungen zu rebellieren. Beide Verhaltensweisen haben ihre Nachteile: Mädchen kehren meist reumütig und verletzt nach einiger Zeit nach Hause, enttäuscht von einer Beziehung, ihrem Freund, mit dem es schon wieder aus ist und dann arbeiteten sie sich langsam aus dem Tief wieder heraus und beginnen eine Ausbildung oder machen ein Studium. Die Jungs würden selbst mit Freundin oft lieber Spannungen im Elternhaus aushalten / aussitzen, statt auf die Annehmlichkeiten zu verzichten, die das Wohnen bei den Eltern mit sich führt. Besonders die Erziehung allein durch die Mutter führt öfters dazu, dass Jungs es sich gemütlich machen und zu ihrem Vorteil auch dann mal öfters die Meinung der Mutter teilen, um von sich selbst abzulenken.
Damit will ich nicht sagen, dass das genau der Fall bei dir wäre, aber prüfe mal für dich nach, was daran auf dich zutreffen könnte. Deine Schwester will vermutlich einfach mal etwas anderes kennenlernen als das vorhersehbare behütete Leben im Familienalltag. Dazu gehört dann auch ein rücksichtsloses Verhalten, das natürlich Kritik verdient, aber wenn du dich rückhaltlos auf die Seite deiner Mutter stellst, siehst du ja, dass dann auch du etwas für sie darstellst, gegen das sie rebellieren muss.
Bist du denn schon so reif, dass du mit gutem Gewissen sagen kannst, dass das, was sie tut, wirklich vollkommener Unsinn ist? Wahrscheinlich geht sie euch auch mal auf die Nerven mit diesem Verhalten und für euch ist wahrscheinlich auch abzusehen, dass sie irgendwann eine Dummheit begeht, die ihr dann mit ihr ausbaden müsstet.
Ich empfehle dir, den Draht zu ihr wieder zu verstärken, ohne sie gleich belehren zu wollen. Lade sie mal dazu ein, dass ihr zusammen etwas macht, damit ihr Gelegenheit habt, in Ruhe darüber zu sprechen, wie es kommt, dass sie sich so verändert (?) hat. Es wird dir selbst vielleicht auch schwer fallen, dabei nicht mit dem predigenden Zeigefinger ihr ins Wort zu fallen, aber gerade das ist die Aufgabe, die du in der Sache zu bewältigen hast - ihr zuzuhören, wenn sie von sich erzählen möchte, ohne dass du, als wärst du ihr Vater, erzählst, was sie denn eigentlich zu tun hätte. Insgeheim wünscht sie sich vielleicht, dass du auch etwas mehr aus dir herausgehst und nicht der perfekte Sohn bist, sondern als ihr Bruder mehr ein Kumpel sein kannst, mit dem man vielleicht sogar gemeinsam mal eine Dummheit machen kann, die einen zusammenschweißt.
Sicher hat sie noch so einiges zu lernen und ich verstehe auch, dass du als anständiger junger Mann nicht willst, dass deine Mutter unnötig viele Sorgen und Extra-Arbeit wegen ihr hat. Aber zur persönlichen Entwicklung gehört auch, sich auszuprobieren, probeweise eigensinnig und eigenwillig zu sein, und vielleicht hast du da selbst etwas nachzuholen. Alles Gute, Bernd. Tut mir leid, dass es so lange mit der Antwort gedauert hat, aber wenn du magst, kannst du ja, falls es Neuigkeiten gibt, sie dir demnächst wieder hier von der Seele schreiben.

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#51437

>>51428
Ach, irgendwie motivieren mich meine Errungenschaften wenig.
Auf der Arbeit weiß ich, dass ich messbar weniger erreicht habe als ich meine dass mir möglich sein müsste, im Maßstab zu anderen die das gleiche machen auch tatsächlich weniger. Es läuft einfach nicht von der Hand. Drinbevor: Imposter-Syndrom. Immerhin gebe ich mir ja auch Mühe und in dem Feld bin ich bestimmt nicht der unproduktivste, aber die Ergebnisse gefallen mir nicht. Das muss nicht an mir liegen, denn bei manchen Projekten kann es natürlich sein, dass gute Ergebnisse erst spät oder gar nicht kommen, aber irgendwie mal einen deutlichen Erfolg haben würde gut tun.

Irgendwie sind es Luxusprobleme, denn auf der Arbeit ist mir keiner sauer deswegen, ich habe hobbymäßig (IT-Bereich) einige tolle Projekte die auch gut gehen, ich weiß dass ich gerade da was drauf habe. Ich habe Abitur und Studium gut bestanden, andere wären vielleicht ziemlich glücklich über die Vorraussetzungen und die momentanen Lebensumstände.

Aber mir fehlt die Erfüllung, bisherige Erfolge geben mir nicht so viel, obwohl das erreichte sicher eine gute Grundlage ist. Geld macht mich auch nicht glücklich, mir etwas gönnen ist dann und wann nett, aber in Luxus schwimmen würde mir sicher auch weniger geben.
Dafür hätte ich mal gerne endlich ein Leben. Leute, Bekannte, Freunde, Freundin, fröhlichen Umgang mit netten Menschen, es einfach neue kennenzulernen. Alles das was noch nie so richtig geklappt hat. Und dann wird mir nur erklärt "Geht doch", wenn ich erzähle und antworte "ja, ich hatte schonmal Leute auf die ich mich verlassen konnte, ich hatte auch mal eine krebsige Beziehung". Dann höre ich "Guck, steckt doch alles in dir, du musst nur wollen irgendwann kommt das wieder".
Äh ... bis dahin geh ich zugrunde, momentan kommt gar nix, trotz Mühe geben.

Psychologentermin momentan scheinbar frühestens Februar. Bis dahin bin ich doch ganz kaputt.

okcoker Avatar
okcoker:#51441

Bernd ist seit einigen Wochen runter von seinen SSRI, und fühlt nun wie sich sein Gefühlsleben wieder normalisiert. Dies setzt bei Bernd aber auch einen enormen Frust frei, der wohl über die Zeit der Medikation unterdrückt wurde.

Job, Beziehung, Freunde ...ich rege mich ab allem auf, und fühle mich unterdrückt, bzw. dass mir in vielen Bereichen des Lebens mehr zustehen würde, als ich aktuell habe. Quasi eine Explosion des Selbstvertrauens.

Wie damit handeln?

xravil Avatar
xravil:#51442

>>51441
Hallo Bernd. Interessant. Ich hatte beim Absetzen von SSRIs auch verschiedene wechselnde Gefühle und teilweise extremen Tatendrang, aber bevor du dich nun zu etwas hinreißen lässt, womit du auf lange Sicht vielleicht nicht umgehen kannst, beobachte deinen Zustand noch für eine Weile und schau, wie es sich entwickelt. Wenn du meinst, dass du dich zukünftig auf den Selbstvertrauen verlassen kannst, starte erste Versuche und erprobe dich, versuche Dinge, die du dir früher nicht zugetraut hast, bewirbt dich bei anspruchsvolleren Stellen oder für eine Ausbildung oder Studium, von dem du bisher glaubtest, es wäre nichts für dich.
Das ist aber nur eine Möglichkeit. So wenig wie ich möchte, dass jemand länger als nötig unter Medikation stellt, es kann auch sein, dass das Absetzen der SSRIs dich überreizt und du damit Entscheidungen treffen würdest, hinter denen du sonst nie stehen würdest.
Beobachte dich noch etwas genauer, sind diese Eindrücke, die du hast, etwas, das bleiben wird? Oder ist es einfach das Aufflammen des Lebens in dir, das durch die Antidepressiva eingezäunt war?

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#51443

>>51441
Dein Körper hat sich auf die höhere Verfügbarkeit von Serotonin eingestellt und nun mit Wegfallen der SSRIs fehlt dir diese Leichtigkeit und Heiterkeit, mit der alles leicht von der Hand ging. Der Effekt ist mir von vergleichbaren Medikamenten bekannt, wobei es sich bei mir eher in einer grundsätzlichen Sensibilität und Dünnhäutigkeit ausgedrückt hat, in der ich an allem gezweifelt habe, nicht kritikfähig war und sehr schwer im Alltag zurechtgekommen bin.
Es kann also gut sein, dass das, was du erlebst, noch nicht die wirkliche Sprache deiner Körpers ist, sondern immer noch eine Folge des Absetzens. Vielleicht kannst du durch die Ernährung deiner Stimmung etwas aufhelfen: Walnüsse essen, Oliven, Avocados und so etwas, das bringt die Hirnchemie in Gang.

buddhasource Avatar
buddhasource:#51444

>>51442
>>51443

Danke Jungs. Gut möglich, dass es so ist. Ich versuche die Sache wohl etwas ruhiger anzugehen. Obwohl, dass mit dem Job wohl schon nötig ist.

Hätte gestern auch beinahe meine Beziehung bewusst eingesargt.

abdots Avatar
abdots:#51445

Verdammt Bernd. Da hört man mal auf für eine Woche Alkohol zu trinken und schon verbessert sich die Grundstimmung. Und nun kommt der nächste depressive Schub und man kann seine Sorgen nicht ertränken, weil es die folgenden Tage bestimmt wieder schlimmer werden wird.

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bruno_mart:#51493

Hallo SS-Bernd (falls da), hallo andere Bernde.

Mein zentrales Problem ist, dass ich ultraschlecht aufrichtiges Interesse gegenüber anderen Menschen artikulieren kann - möglicherweise weil ich es gar nicht habe. Natürlich ist das auch für den GF-Akquise-Prozess hinderlich, allerdings stört es mich mittlerweile ebenfalls wenn ich mich mit anderen Menschen unterhalte.

Wie äußert sich das konkret? Ich bin eigentlich sozial einigermaßen aktiv wenn man das mal mit dem Archetyp des "keine Freunde keine Kontakte kein nix"-Bernd kontrastiert. Ich bin in sozialen Zirkeln eingebunden und fühle mich da auch wohl, bekomme Lob und positive Rückmeldung für die Arbeit die ich übernehme und habe eigentlich null Probleme mich ganz generell mit Menschen zu unterhalten oder Kleinsprech zu machen.

Jetzt ist es aber so, dass ich sehr häufig entweder über "neutrale" Sachen oder mich selbst rede, aber einfach keine Fragen die den Gesprächspartner selbst betreffen stellen kann. Es ist schwer zu erklären, vielleicht mal ein Beispiel:

Sie: "Ich war letztens im Krankenhaus weil ich mir was gebrochen hatte."

Ich: "Ah, ich habe mir auch mal was gebrochen, damals als blabla"

Eigentlich wären Fragen wie "Oh, wie ist das denn passiert?" "Wie ging es dir denn da?" oder sonst was angebracht, dass Interesse an ihrer Person signalisiert, aber zu sowas muss ich mich wirklich zwingen, ansonsten lenke ich Gespräche sehr oft auf abstrakte Themen ("Krankenhausaufenthalte generell") oder mich selbst. Vielleicht weil ich da die Kontrolle über das Gespräch habe, keine Ahnung.

Ich habe mittlerweile kombiniert, dass mir sowas schon einiges zerschossen hat und dann zum Beispiel Mödchen denken dass ich mich einfach nicht für sie interessiere - woher sollten sie es auch wissen, wenn ich nichts in diese Richtung artikuliere. Bei anderen Menschen wirke ich deswegen wahrscheinlich manchmal kalt, unverbindlich und wenig persönlich.

Beides geht mir zunehmend auf den Sack, was tun?

bnquoctoan Avatar
bnquoctoan:#51494

>>51493
Hallo Bernd,

SS-Bernd kann bestimmt tiefer , als ich, in dich reinsehen.
Ich hingegen würde dir als Ratgeber das Buch "Wie man Freunde gewinnt" empfehlen.

Es soll sehr gut sein und ich wollte es selbst auch mal lesen um mehr über mich und meinen Umgang mit anderen Menschen nachzudenken.

http://www.methode.de/bu/pmb/bucarn01.htm

http://1001erfolgsgeheimnisse.com/2012/12/31/buchtipp-wie-man-freunde-gewinnt/

Ich hab das Buch zuhause auf meinem Laptop und kann es dir morgen Abend (fliege morgen nach Hause) als PDF-Datei geben, falls es dich interessiert.

Im Endeffekt stört dich ja deine Art selbst.
Ändern musst du es ja schliesslich selbst wollen.
Erzwingen kann man ja wenig und der Mensch ist ja bekanntermaßen ein Gewohnheitstier.

Aber vielleicht bringt dir das Buch einen Denkanstoss in die richtige Richtung:)

_vojto Avatar
_vojto:#51495

>>51493
Hallo Bernd. So wie du die Situation beschreibst, scheinst du ein reflektierter Mensch zu sein, der einfach gerne Dinge untersucht und gedanklich betrachtet.
Dass du in Gesprächen das zeigst, ist deshalb doch als ehrlich zu bezeichnen, zumindest würde ich das so sagen.

> Eigentlich wären Fragen wie "Oh, wie ist das denn passiert?" "Wie ging es dir denn da?" oder sonst was angebracht

Das ist eben die langweilige Konvention und ich verstehe, dass es keinen Spaß macht, Gespräche zu führen, die nur eine leere Formspielerei sind. Du glaubst jetzt wahrscheinlich, dass du mit deinem Verhalten als wenig einfühlsam rüberkommst? Aber auf jeden Fall hast du ja das Bewußtsein dafür, was von dir erwartet wird und könntest es tun, deine eigene Persönlichkeit ist bloß stärker.
Das soll nicht heißen, dass deine Persönlichkeit und Einfühlsamkeit keine Schnittmenge aufweisen würden, nein, ich glaube, du bist aufrichtig mit der Art, wie du dich verhältst und bin deshalb vorsichtig, dir ein Patentrezept anzubieten, das dich angepasster erscheinen lässt. Sicher kann es sein, dass du mit deiner Art, obwohl ich sie persönlich sympathisch und frisch finde, ein paar Leute verwirrst oder verschreckst. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlecht? Natürlich kannst du lernen, den besorgten und überherzlichen Menschen zu mimen, aber dann könnte dich irgendwann die Gewißheit stören, dass du ständig eine Maske trägst. Für oberflächliche Kontakte hat das gewiß manchmal Zweck, aber doch nicht beim Finden eines Mädchens, mit dem du eine schöne Zeit verbringen möchtest?
Ich glaube, dass deine Art zu reden ein unbewußter Shittest ist, mit dem du deine Mitmenschen ein wenig prüfst. Letztlich macht das jeder, der nicht ganz auf den Kopf gefallen ist und Schwierigkeiten hat, angemessene Gesprächspartner zu finden. Mit deiner eigenen Art sortiest du Leute aus, die deinem Temperament und deiner Intelligenz so gar nicht entsprechen würden.
Außerdem finde ich es gut, wie du Gespräche führst. Wir haben zu viele Mitmenschen, die jede persönliche Note unterdrücken und nur noch leere Form und rechter Winkel sind, ohne Überraschungen. Du allerdings redest über Themen und Inhalte, diese Ernsthaftigkeit und diesen Qualitätsanspruch erwarten die wenigsten, die ein Gespräch beginnen, dabei ist es für dich sicher wichtig. Und zudem ist es ja auch lustig, Erwartungshaltungen zu brechen. Von einem Mann wird man überdies keine solche dick aufgetragene Mitgefühlsbekundung erwarten, würde ich sagen - Interesse an der Situation des Anderen vermittelst du eben auf deine Art und bist auf diese Weise eigentlich mit dir im Einklang, wenn es nicht mit deinen Vorhaben zusammenstoßen würde.
Ich würde vorerst sagen, dass du nichts an dir zu ändern brauchst und dich nicht für jedes Mädchen verbiegen musst. Im Gegenteil, dass du so bist wie du bist, ist attraktiv, auch wenn es mal wunderlich scheinen mag. Du solltest aber auf Zeichen achten und auf sie reagieren lernen und einfach die Initiative ergreifen, bei Mädchen, die dich interessieren. Wenn sie wirklich etwas für dich ist, wirst du dich bei ihr nicht groß verstellen müssen oder dich zumindest dazu bereit sehen, ihr in deinem Verhalten etwas näher zu kommen.
Diese Antwort ist wahrscheinlich nicht zielführend, vielleicht werde ich noch eine Fortsetzung nachsenden, falls du es wünschst.

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#51502

Ich habe CFS. Ich kann nichts mehr machen, nichtmal einen Film gucken. Zudem glaubt mir das keiner, da in Deutschland kaum einer diese Krankheit kennt. Keine Ahnung, wie ich so weiterleben soll. Ich fühle mich wie der einsamste und unglücklichste Mensch auf der Welt. Schleppe mich von Tag zu Tag ohne wirklich was zu machen.

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#51504

>>51502
Hallo Bernd. Habe erst vor kurzem von jemandem gehört, der auch CFS haben soll und mich darauf darüber informiert. Kurzum, ich bin mir nicht sicher, was ich zu diesem Krankheitsbild sagen soll. Ich kenne von mir selbst, dass ich Phasen durchmache, in denen mir wirklich jede Kraft und jeder Antrieb fehlt und grundsätzlich bin ich einfach jemand, der die Dinge auf seine Art und in seinem Rhythmus erledigen muss, sonst türmt sich der Stress und ich beginne zu blockieren.
Die Person mit CFS, von der ich vor kurzem hörte, war mir derweil etwas suspekt. Er hatte Videos auf der Röhre, die seine Geschichte in rührendem Ton erzählte und eine Fundraising-Seite, um Geld für seine Behandlung zu sammeln. Die ganze Sache erschien mir doch recht zweifelhaft, zumal diese Krankheit (CFS = chronisches Erschöpfungssyndrom) als unheilbar beschrieben wird. Um seriöser zu wirken, ist die selbe Diagnose auch unter dem ominösen Namen Myalgische Enzephalomyelitis bekannt. Ich streite nicht ab, dass ein Mensch an mangelndem Antrieb und Motivation sehr leidet, aber mit in diese Diagnose spielt ein großes psychosomatisches Moment mit hinein.
Nun, abgesehen von diesen Vermutungen, die nun nichts direkt mit dir zu tun haben, würde ich an deiner Stelle hinterfragen, ob du etwas davon hast, dass du diese Diagnose akzeptierst (wer hat die Diagnose gestellt?) - denn sie beinhaltet, dass dein Zustand nicht oder kaum überwunden werden kann. Ich sehe das anders, besonders bei Krankheitsbildern, die höchstwahrscheinlich eine psychologische, geistige Ursache haben, gibt es so einige Möglichkeiten, neue Lebensqualität und Hoffnung zu schöpfen.
Ein allgemeines Wort zwischendurch: Es kommt ja öfters vor, dass Menschen, auch Bernd, ihre Diagnosen in gewisser Weise lieben, insofern sie für Bernd wie eine Entschuldigung oder Rechtfertigung wirken, dass ihm der Weg zu persönlicher Erfüllung, Zufriedenheit und Glück verwehrt bleiben soll. Ob nun bipolare Störung, Sozialphobie, Schizophrenie oder chronisches Erschöpfungssyndrom, eine ärztliche Diagnose ist nur eine von mehreren Deutungen eines Zustandes und einer Persönlichkeit.
Seelsorgerbernd selbst weiß, dass seine Persönlichkeit einen Hang zur Bipolarität und Schizophrenie hat, dass er zuweilen Anflüge von Agoraphobie hat, aber durch Meditation, Atemübungen und erweiterte Bemühungen zur Selbsterkenntnis gelang es ihm, viele der Probleme dieser Zustände im Zaum zu halten.
Mit psychischen (/psychosomatischen) Krankheitsbildern ist es so eine Sache, dass man letztlich jede Persönlichkeit ebensogut als krankhaft beschreiben könnte. Wie kommt das? Nun, als krank wird das bezeichnet, was Störungen verursacht, oder allgemeiner, was von der Norm abweicht. Ein Mensch mit schizoiden Persönlichkeitsanteilen kann unter neurotypischen (Normalos) Menschen sowohl störend als auch günstig auffallen.
Auch wenn ich Leute gerne zu einer Therapie ermutige, wenn sie an den Erfolg der Sache glauben, so möchte ich doch gleichzeitig an die Widersprüchlichkeit psychologischer Diagnosen erinnern, für die jegliche originelle Ausprägung einer Persönlichkeit gleich als Abartigkeit oder Krankheit gilt.

Bernd, kennst du den Spruch: bevor du bei dir eine Depression diagnostizierst, stelle sicher, dass du nicht von totalen Arschlöchern umgeben bist?
Genau das solltest du einmal tun. Und wenn du magst, berichte mir doch etwas von deinem Leben. Wie läuft es in der Familie, was tust du gerne oder hast du mal gern getan? Gibt es Ereignisse, in deinem Leben, die erklären können, warum du unter anhaltender Erschöpfung leidest?

alta1r Avatar
alta1r:#51506

Hier das versprochene Buch, falls ein Bernd Interesse hat.

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#51507

>>51494
kleiner Nachtrag:
pdf wird leider nicht unterstützt von KC.
Wer das Buch haben möchte kann mich per Skype unter bernd.lauert90 anschreiben und ich schicke es ihm/ihr dann darüber.
schönen Abend allen

irsouza Avatar
irsouza:#51510

Na gut, Bernd.
Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich meine Freundin mit meiner Depression angesteckt habe.

herrhaase Avatar
herrhaase:#51511

>>51510
Interessanter Fall. Wie war sie denn früher? Es kann passieren, dass wenn man sich zu sehr über seine eigenen Leiden auslässt, den Partner dabei stark in Mitleidenschaft zieht. Besonders ist das der Fall, wenn man klagt, aber sich nicht helfen lassen will. Viele Mädchen und Frauen haben große Lust zu helfen und freuen sich, ihrem Freund wieder auf die Beine zu helfen. Wenn man ihnen gegenüber aber nur von den Leiden erzählt, aber nichts daran ändern will, also auch keine Hilfe oder Ratschläge annimmt, dann drückt das sehr wahrscheinlich auf die Laune.
Magst du erzählen, wie es dazu gekommen ist? Und hast du eine Ahnung, wie du in die Depression geraten bist?

Wie sieht die Beziehung mit deiner Freundin aus, wenn ich fragen darf? Wie lange geht es schon und wie stehst du selbst dazu? Liebe Grüße, Bernd.

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