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Veröffentlicht am 2015-11-11 09:53:04 in /we/

/we/ 51516: Seelsorge für Bernd

i3tef Avatar
i3tef:#51516

>>51120 Fortsetzung

>>51504

Das ist mein Hauptproblem, es gilt als psychische Störung, bei der man sich etwas einbildet. In Wirklichkeit (so der aktuelle Stand der Forschung) handelt es sich höchstwahrscheinlich um eine Autoimmunkrankheit, bei der der Körper eigene Stoffe angreift, ähnlich multipler Sklerose, aber aufgrund der sofort starken Einschränkung vermutlich schlimmer als multiple Sklerose (bei MS entwickelt sich die Einschränkung über Jahre, bei CFS ist sie plötzlich da). Oft wird CFS durch Impfungen verursacht. Als Beispiel kann ich dir eine Doku aus Dänemark zeigen, bei der einige Mädchen nach der HPV-Impfung CFS entwickelt haben:
https://www.youtube.com/watch?v=GO2i-r39hok
CFS wird in dem Beitrag nicht explizit genannt, aber hier wird es so deklariert (von den Ärzten aus der Doku): http://medcraveonline.com/IJVV/IJVV-01-00003.pdf;
http://www.greenmedinfo.com/blog/hpv-vaccine-linked-nervous-system-disorder-and-autoimmunity

Studie zu Autoimmunhintergrund von CFS:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26399744

In Norwegen läuft grade eine Phase 3 Studie zu einem Krebsmedikament, nachdem in der Phase 2 Studie bereits 2/3 der Patienten eine spürbare Verbesserung bis hin zur vollständigen, bis heute anhaltenden Genesung, erfahren haben.

Aber meine Chancen, jemals wieder gesund zu werden, halte ich für sehr schlecht. Diesen Beitrag zu schreiben war für mich bereits sehr mühsam. Deswegen ist ein erfülltes Leben mit Videospielen, wie ich es mir früher vorstellen konnte, so auch nicht möglich.

shalt0ni Avatar
shalt0ni:#51517

Hast du es schon mit Kiffen probiert?

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#51548

Ich krieg meinen Arsch nicht mehr hoch. Seit rund 2 Jahren finde ich es immmer schwerer, mich noch zu motivieren, etwas zu machen. Das kann Uni/Arbeit sein, aber auch alltägliche Sachen wie der Abwasch, der tagelang stehen bleibt. Ich schlafe enorm wenig und auch wenn ich mir vorgenommen habe, etwas zu machen, brauche ich meistens mehrere Tage, das ganze auch umzusetzen.

Ich fühl mich einfach, als würde ich seit Monaten nur auf der Stelle treten.

shesgared Avatar
shesgared:#51550

>>51548
Hallo Bernd. Im vorigen Faden hatte ich auch schon die eine oder andere Begegnung mit Bernd und Motivationsproblemen. Dort hatte ich den etwas ungewöhnlichen Hinweis geliefert, dass du mal versuchen kannst, dich ganz absichtlich weiter in diese Stimmung hineinsteigern kannst.
Oft wird bei Motivationsproblemen geraten, dass man mal gründlich nachdenken sollte, was einem Spaß macht, für wen man es eigentlich macht und wie man anfängt. Aber wenn du so etwas ausprobierst, wirst du bei der nächsten Gelegenheit wieder alles stehen und liegen lassen.
Deshalb, führe ein Experiment mit dir durch, lasse mal für eine Zeitlang alles schleifen und schau, was passiert. Tu nur das, was dir Spaß macht. Wenn du wirklich an den Aufgaben, die du vor dir herschiebst, das Interesse hast, dass es irgendwann erledigt ist, wird sich so irgendwann in dir etwas regen, ein Impuls, der dich dazu treibt, die Dinge endlich abzuhaken.
Auch: wenn du dich einmal nur um dich kümmerst, befriedigst du damit ja auch Bedürfnisse. Wenn du dich in den verschiedensten Bereichen "gesättigt" hast, könnte es leichter gehen, dass du Kraft und Schwung übrig hast, um endlich die wichtigen Sachen über die Bühne zu bekommen.
Und bedenke, dass du alles für dich tust. Es geschieht in deinem Interesse, wenn es erledigt ist. Denke nur dran, wie gut es sich anfühlt, etwas erledigt zu haben, wie klein die Sache auch war. Halte dir vor Augen, wie frei du dich fühlen wirst mit erledigten Arbeiten.
Und sollte deine Lustlosigkeit und Prokrastination daran hängen, dass die Tätigkeit, die du ausübst, dir gar nicht steht, dann ist diese Erkenntnis allein schon unheimlich wertvoll.

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#51551

Hallo Seelsorgebernd. Ich finde deine Hilfe wirklich sehr schön. ;_;

Es ist in Ordnung, wenn du dich auf meinen Beitrag nicht meldest, weil meine Probleme schon ziemlich 0815 sind und du dazu vermutlich genug Tipps geliefert hast, aber ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mir einfach mal etwas von der Seele zu schreiben.

Die, denen ich von meinem bisherigen Leben erzählen konnte, meinten, ich hatte eine schlimme Kindheit. Ich sehe das nicht so, es gibt genug schlimmere und ich habe irgendwie die Eigenart entwickelt zu denken, dass ich ja nur ich bin und ich mich über nichts beschweren darf.
Als Kind war ich ziemlich glücklich, zumindest lebensfroh, aber mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich schon immer ein Außenseiter war. So richtig ging es dann mit 11 oder 12 Jahren los. Vorher hatte ich immer ein paar Schulkameraden mit denen ich reden konnte. Aber die meisten mieden mich.
Ich wollte schon in diesen jungen Jahren von zuhause weglaufen, aber ich unterwarf mich schon immer allen. Nicht nur meinen Eltern und meinen Lehrern sondern auch allen anderen Menschen. Das ist bis heute so. Ich stelle mich direkt unter alle.
Ich habe schon ziemlich früh Suizidgedanken gehabt, habe immer darauf gewartet, bis ich "erwachsen" bin und ausgezogen. Eigenständigkeit verband ich mit Freiheit und diese mit einem normalen Leben.
Ich bin ausgezogen und habe jetzt schon meinen Heliumtank bereitstehen.
Ich konnte mich endlich in eine Therapie begeben, ich nehme auch Antidepressiva, aber ich bin völlig am Ende.
Ich habe immer versucht mit allem alleine fertig zu werden.
Meine Eltern haben alles, was ich mir damals Hilfe oder Abwechslung gewünscht habe, direkt abgewiesen.
Psychiater und co sind in deren Augen Qualsalber. Die hätten alle ja keine Ahnung und was würde diese sich überhaupt einbilden andere Menschen analysieren zu können.
Mein eigentliches Problem ist nun einfach, dass ich nicht mehr lebensfähig bin. Ich will es auch gar nicht sein. Therapien bringen mir nichts. Die Gedanken, dass es einfach das Beste ist, mich umzubringen, haben sich zu fest in meinem Gehirn verankert.
Ich sperre mich nicht gegen Hilfe, ich nehme jegliche an.
Aber meine Gedanken diesbezüglich sind ein Teufelskreis.
Da ich mich nicht mehr konzentrieren kann, kann ich nichts studieren oder sonst irgendwie beruflich etwas erreichen. Auch keine sozialen Kontakte pflegen. Ganz abgesehen davon, dass ich soziale Kontakte meide. Ich kann das nicht, ich mag das nicht, ich will das auch nicht. Ich würde auch niemals einen geregelten Tagesablauf aufrechterhalten können. Dieser macht mich auch nach kürzester Zeit schon depressiv. ("Diese scheiß Monotonie kotzt mich an. Ich bekomme nicht genug Schlaf.") Deshalb ist auch eine Familiengründung nicht möglich. Ich habe auch keine Interessen. Keinen Spaß. Innerlich bin ich tot.
Warum soll ich also weiterleben? Damit ich einen schlecht bezahlten, weil ich nur simple Tätigkeiten ausführen kann, Beruf ausübe den ich hasse um am Existenzminimun zu leben um gerade meine Rechnungen bezahlen zu können, wo mich doch das ganze Leben überfordert und ankotzt.

freddetastic Avatar
freddetastic:#51552

>>51551
Nicht SeelsorgenBernd hier.

Einer meiner Profs hat mal den schönen Satz gesagt:
"Suizidgedanken eines Menschen enstehen nur aus dem Wunsch, sein Leben anders zu leben."

Du machst eine Therapie. Das ist gut.
Die Antidepressiva hauen zu stark rein, dann solltest du das mit dem Arzt absprechen sie zu reduzieren oder vielleicht ein anderes Präparat zu nehmen.

Man muss nicht studiert haben um glücklich zu werden im Leben.
Wenn du Probleme mit der Konzentration hast, solltest du vielleicht eine Ausbildung machen.
Etwas, wo man zupacken muss und auch mal mit seinen Händen arbeitet.
Kfz-Meschanicker, Krankenpfleger, Maler, wasauchimmer es gibt soviele schöne Berufe.

Du solltest ausserdem mehr von dem machen was dir Spass macht.
Du magst Menschen nicht so sehr?
Dann spiel PC-spiele, ließ Bücher, schau Serien, geh Spazieren, Koche lecker oder Bau Modellflugzeuge.
(Du wirst irgenwelche Interessen haben Bernd, da bin ich mir sicher)

Etwas, was mir ernsthaft hilft ist Meditation.
Setz dich im Schneidersitz hin auf dein Bett oder auf eine bequeme Unterlage und schließ die Augen.
Du versuchst dann an NICHTS zu denken.
An gar nichts.
Du achtest nur auf deinen Atem und versuchst diese ganzen schlimmen Erinnerungen und Sachen einfach "auszuatmen".
Mach das für so 10-15min.
Manchen hilft das sehr.

Geh mit dir nicht so hart ins Gericht.
Manche haben einfach einen schwereren Start als andere ins Leben.
Du kannst für vieles einfach nichts und das ist auch ok.
Such nicht die Schuld bei deinen Eltern.
Das ist jetzt vorbei und "Es lag immer an meinen Eltern" ist jetzt egal.
Es geht dir jetzt gerade so wie es dir geht.

Zum Schluss möchte ich dich loben, dafür dass du uns an deinen Gedanken teil haben lässt.
Du hast nicht viel im Leben und lebst immer noch.
Stell den scheiss Heliumtank weg.
Auch wenn du es nicht wahrhaben willst aber sich umzubringen ist nicht der richtige Weg.
Du willst ein anderes Leben führen, sehe ich ein und habe ich Verständnis für.
Die Suizidgedanken kommen nur aus dem Wunsch das Leben zu ändern und aus der Überforderung mit der jetzigen Situation.

-bring dich nicht um
-stell deine Medikation ein/um
-guck was dich interessiert
-bewirb dich nächstes Jahr auf eine Ausbildung

Ich wünsche dir alles erdenklich Gute Bernd.
Du schaffst das.

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#51553

>>51551
Lieber Bernd, schön, dass du von dir erzählst.
>>51552
Auch danke an dich, Bernd, ich war leider etwas beschäftigt und konnte nicht sofort auf den neuen Pfosten reagieren

>>51551
Wie du von dir erzählst, klingst du ja ziemlich mutlos. Dabei erinnert mich vieles von dem, was du ansprichst, an mich selbst. Mit den Jahren habe ich mich immer mehr als Außenseiter wahrgenommen und reserviert reagiert auf Anforderungen von außen oder mein Umfeld. An Therapien habe ich selbst nie geglaubt und mich versucht, mit mir selbst auseinander zu setzen. Ich habe mich mit der Zeit selbst recht gut kennenlernen können und gemerkt, dass ich eigentlich nur Zeit und Raum brauchte, um mich zu entfalten.
Es ist wirklich kein Wunder, wenn man unglücklich ist, wenn man von Eltern, Lehrern und anderen Leuten aus dem Umfeld immer nur angetrieben oder gar herumgekickt wird. Löse wenn möglich den Kontakt zu all denen, die dich runterziehen, zu deinem eigenen Wohl. Wie >>51552 schreibt, dies hier trifft zu:

> "Suizidgedanken eines Menschen enstehen nur aus dem Wunsch, sein Leben anders zu leben."

Du willst ja nicht zum Spaß abdanken, sondern weil du in der jetzigen Situation die Verbindung zu dir selbst und deiner Lebensfreude aus den Augen verloren hast. Dabei siehst du die Menschen, die dein Leben mitbestimmen, eher als Hindernis an. Bevor du irgendetwas unternimmst, wäre es schön, wenn versuchst, dich selbst noch etwas besser kennenzulernen.
Du verstehst dich als Außenseiter. Dann hast du vielleicht auch gehört, dass Außenseiter öfters einen steinigeren Weg zu gehen haben, einen Pfad, der noch frisch und geheimnisvoll ist und nicht ausgetrampelt und zubetoniert wie die Pfade derer, die keinerlei Einspruch erheben gegenüber Erziehung und Befehlen.
Aber denke daran, dass, nur weil du dich jetzt als Außenseiter verstehst, das nicht heißen muss, dass du nicht glücklich sein kannst. Es heißt auch nicht, dass du dich mit niemandem wirst verstehen können. Es wäre sicher gut, wenn du dich ausprobieren würdest und auch Geschichten über Außenseiter wie Der Steppenwolf oder Vergleichbares liest, damit du sehen kannst, dass es überall Spielraum gibt.
Denke dir nur, das Leben, das du dir wünschst, das Leben, mit dem du glücklich und zufrieden bist, ist möglich. Halte es erst einmal für möglich, so märchenhaft es dir jetzt auch scheinen mag. Und erforsche dich selber, probiere dich aus, tu, was du willst, um dich loszulösen von dem nutzlosen Unsinn von Leuten, die dir ihren Plan vom Leben aufdrängen wollen, wo sie doch gar nicht wissen, was du wirklich brauchst. Alles Gute, lieber Bernd.

melvindidit Avatar
melvindidit:#51555

>>51551
Bernd war als Jungbernd auch Außenseiter. Ich war totunglücklich und habe mich und meine Mangelhaftigkeit beweint. Irgendwann habe ich dann aufgemannt. Was aus mir wurde war jedoch kein Keinbernd, sondern ein Bernd, der mit sich im Reinen ist. Das sind nicht die vielbeschworenen Zauberkräfte, sondern die Erkenntnis, dass man nicht dadurch glücklich wird, dass man so tut, als wäre man so wie alle anderen. Glücklich wird man, indem man erkennt, was man selbst erreichen möchte - man selbst, nicht seine Eltern, Lehrer oder die Werbung - und erkennbare Fortschritte in diese Richtung tut.

Die Schwierigkeit hieran ist zu erkennen, was man wirklich selbst möchte, bzw auf diese Frage mehr als nur gähnende Leere zu finden. Aus Verlegenheit nimmt man dann einfach das, was alle anderen anzustreben scheinen. Doch genau das ist der Fehler, den die meisten machen; es wird die Leere nie vertreiben. Also streng dich an, diese Frage beantworten zu können! Sie entscheidet wortwörtlich über Leben und Tod.

Bernd gehört nicht zu denen die Leuten den Selbstmord ausreden wollen. Ganz im Gegenteil; die ernsthafte Selbstbedrohung mit dem Tod kann einen motivieren aufzumannen. Kleinbernd mochte Märchen sehr gerne, er denkt heute noch oft an die Zeile: "Etwas Besseres als den Tod findest du überall."

wahidanggara Avatar
wahidanggara:#51561

>>51555

> Bernd gehört nicht zu denen die Leuten den Selbstmord ausreden wollen. Ganz im Gegenteil; die ernsthafte Selbstbedrohung mit dem Tod kann einen motivieren aufzumannen. Kleinbernd mochte Märchen sehr gerne, er denkt heute noch oft an die Zeile: "Etwas Besseres als den Tod findest du überall."

Seelsorger-Bernd hätte es nicht besser schreiben können. Besonders der Gedanke über den Selbstmord, gerade wollte ich über genau diese Sache etwas anfügen, dass in diese Richtung geht:
Die Menschen, die schon früh das Unglück erlebt haben und über Selbstmord nachdenken, können daraus den Vorteil ziehen: indem sie die Möglichkeit betrachten, dass, wie schlimm es auch wird, der Selbstmord ist als allerallerletzte Möglichkeit immer da, nicht als Zeichen des Versagens, sondern als letztes Ventil für das größte Unglück - über den Selbstmord nachzudenken, kann befreiend wirken und manchmal ist das Gedankenspiel befreiend, solange man auch bedenkt, dass sich das tatsächliche Ausführen der Tat meist erledigt, weil sich die Situation schon allein durch die Gedankenspielerei abkühlt: die Möglichkeit besteht immer. Aber sobald du Selbstmord begehst, zerstörst du viele Möglichkeiten, die Möglichkeiten auf viele Erlebnisse, auf Besserung, aber auch die Möglichkeit, noch einmal als Ausweg den Selbstmord zu wählen.
Wie ich im vorigen Faden schrieb, gibt es da den Philosophen Cioran, der sagte "Wenn ich nicht die Möglichkeit zum Selbstmord hätte, hätte ich mich schon längst umgebracht". Die Möglichkeit allein kann eine beruhigende, befreiende Wirkung haben, ohne dass man je von ihr Gebrauch machen muss. So auch Cioran: dieser Philosoph, so schwarzmalerisch seine Gedanken auch waren, vielleicht hat es ihn gerade davor abgehalten, Suizid zu begehen, weil er all seinen Pessimismus und seine Gedanken darüber rausgelassen und aufgeschrieben hat.

hibrahimsafak Avatar
hibrahimsafak:#51562

>>51551
> Psychiater und co sind in deren Augen Qualsalber. Die hätten alle ja keine Ahnung und was würde diese sich überhaupt einbilden andere Menschen analysieren zu können.

Dieses Mißtrauen ist nicht unbedingt fehl am Platz. Letztlich kann man jede Persönlichkeit psychologisch als krankhaft darstellen. Als krank gilt, was Leiden schafft, oder was als abnormal (= ungewöhnlich) auffällt. Nach dieser Definition sind die wichtigsten und bemerkenswertesten Menschen dieser Welt krank, weil sie von Dingen träumten, die es noch nicht gab. Es ist wie mit der Geschichte von hässlichen Entlein. Wenn ein kleiner Schwan sich mit Enten vergleicht, wird er immer unglücklich sein. Woher soll er, so jung wie er ist, schon wissen, dass es schon seinen Sinn hat, dass er so anders ist als die anderen?
Du bist niemals allein, so anders du dich auch fühlst, du bist Teil einer Gemeinschaft. Halte durch, lerne dich selbst kennen, nimm es in Zukunft nicht mehr so ernst, wenn dich jemand in eine Rolle drängen will, die dir nicht passt: Enten sind die Regel, Schwäne sind die Ausnahme. Deine Eltern und Lehrer sind einfach befangen in ihren Erwartungshaltungen. Es kann sein, dass du dir deine eigenen Lehrer suchen musst. Der beste Lehrer aber wirst am Ende du dir selbst sein.

rawdiggie Avatar
rawdiggie:#51576

Was zum Fick soll am Suizid denn verkehrt sein?
Hier werden lediglich Ansätze geliefert, die Bernd neue Hoffnung schenken sollen. Wenn Bernd aus seinem bisherigen Leben einzig und allein die Erfahrung, dass eben diese Hoffnung nichts als ein Haufen lebensrettender Selbstbeschiss ist, mitnehmen konnte und mit jeder weiteren Entscheidung für das Leben und folgenden Enttäuschungen ein Stück dieser Hoffnung schwindet, ist das Grillfest nur zu plausibel. Natürlich könnte Berundo-San auch seine leeren Versprechungen an sein Selbst etwas weniger realitätsfremd ausgestalten, was aber keine angemessene Entschädigung für den dafür zu leistenden Aufwand bieten könnte.
Es ist, als hätte man Bernd ein Bein amputiert, für dessen Wiedergewinn er beide Arme opfern, vergeblich kämpfen müsste, was in etwa genauso schmerzhaft wäre, wie das Dasein als Krüppel einfach zu akzeptieren, also den schleichenden Selbstmord des Willensschwachen zu begehen.

Wie kann man das Leben wollen, ohne es gleichzeitig zu verabscheuen und in sich zu ersticken?

Bernd ist traurik ;___;

ggavrilo Avatar
ggavrilo:#51578

>>51576

> Grillfest nur zu plausibel.

Seelsorgerbernd hier. Darin unterscheide ich mich zu Helferbernd aus >>51552 : Natürlich möchte ich jeden Bernd, der in akuter Verzweiflung ist, zunächst einmal versuchen, zu beruhigen, damit er nichts tut, was er bereut. Selbstmord auszureden und ihn dazu zu bringen, "sich normal zu verhalten" hingegen werde ich von niemandem verlangen.
Die Beschäftigung mit der eigenen Person, die Schwierigkeiten, sich und das Leben zu akzeptieren, können sehr oft in einem Nachdenken über den Selbstmord münden. Wobei ich gerne helfen will, ist, solange man sich noch eine Chance gibt, mehr über sich selbst zu lernen. Zu genau diesem Thema habe ich vor kurzem ein Video von Teal Swan entdeckt, das ich Dir, Bernd, und allen Interessierten, wärmstens empfehle:

https://www.youtube.com/watch?v=kWdPXUyMiM8

Teal Swan ist eine junge spirituelle Lehrerin, Coach und Heilerin, die sich vor allem mit den Schattenaspekten der eigenen Person auseinandersetzt, das heißt, den verdrängten Anteilen der eigenen Erfahrung, Empfindung und Wahrnehmung, da diese aus dem Unterbewußten heraus steuern, wie wir uns heute und in diesem Moment fühlen. Genaugenommen ist sie also so eine Art Therapeutin, allerdings mit einem anderen Ansatz, der vorwiegend logisch-analytisch denkende Menschen zunächst etwas abstoßen könnte. Wenn man ihr aber eine Chance gibt, kann man sehen, dass sie selbst unter Quacksalbern und manipulativen Esoterikern gelitten hat, weshalb ihre Art, Wissen und Methoden zu vermitteln, sich merklich davon abgrenzt. Auch predigt sie nicht von einem hohen Roß herunter, sie hat, wie sie in diesem Video anklingen lässt, selbst mehrere schwere Krisen und Traumata aufarbeiten müssen.
In diesem Video erzählt Teal davon, dass, wie schwierig und fürchterlich das Leben für manche sein mag, es einem unterbewußten Wunsch entpringt, dem Wunsch danach, genau die Erfahrungen zu machen, die dieses Leben ermöglicht. Dabei geht sie auch auf die negativen Implikationen dieser Idee ein und zeigt einen Weg, mit diesem Wissen konstruktiv umzugehen.

subburam Avatar
subburam:#51579

>>51578
Falls es Interessierte gibt, die nicht so gut in Mondsprache sind, kann ich auf Wunsch auch ein paar Auszüge daraus ins Deutsche übertragen.
Ich wünsche euch allen einen schönen und angenehmen Tag!

buddhasource Avatar
buddhasource:#51602

>>51511
> Interessanter Fall. Wie war sie denn früher? Es kann passieren, dass wenn man sich zu sehr über seine eigenen Leiden auslässt, den Partner dabei stark in Mitleidenschaft zieht. Besonders ist das der Fall, wenn man klagt, aber sich nicht helfen lassen will. Viele Mädchen und Frauen haben große Lust zu helfen und freuen sich, ihrem Freund wieder auf die Beine zu helfen. Wenn man ihnen gegenüber aber nur von den Leiden erzählt, aber nichts daran ändern will, also auch keine Hilfe oder Ratschläge annimmt, dann drückt das sehr wahrscheinlich auf die Laune.
> Magst du erzählen, wie es dazu gekommen ist? Und hast du eine Ahnung, wie du in die Depression geraten bist?

Ich halte mich mit meinen eigenen Leiden eigentlich zurück. Ich weiß auch gar nicht, ob ich wirklich depressiv bin. Ich finde nur vieles langweilig oder Scheisse oder es ist mir egal, das geht aber schon mein ganzes Leben lang so. Am Anfang, als wir uns kennen gelernt haben, hat sie mir von ihren Freunden und Verwandten erzählt. Die Menschen interessieren mich nicht wirklich und ich hätte nur zuhören können, aber ich habe vieles kommentiert. Auch wenn es kantig klingt, ich habe manchmal das Gefühl, dass ich schlechte Sachen und Zusammenhänge eher bemerke. Sie sagt oft, dass ich weiter denke und recht habe. Ich glaube aber, dass sie mir damit nur gefallen will. Sie sagt aber auch oft, dass ich ihr irgendwas nicht „kaputt machen“ soll.

> Wie sieht die Beziehung mit deiner Freundin aus, wenn ich fragen darf? Wie lange geht es schon und wie stehst du selbst dazu? Liebe Grüße, Bernd.
Wir sind vorläufig in einer Fernbeziehung. Sie findet, ich schenke ihr nicht genug Aufmerksamkeit und Zuneigung. Ersteres bedeutet für sie, dass ich mich grundlos melden soll. Letzteres, dass ich ihr Kuss-Smilies per WhatsApp senden soll. So etwas entspricht aber nicht meiner Natur. Ich überlege mir bessere Dinge, aber das braucht Zeit.

Entschuldige bitte, dass ich mich erst jetzt melde, aber meine erste Antwort ist mit einem "Postlimit erreicht" ins Nirvana gegangen und ich hatte keine Lust, das alles nochmal neu aufzuschreiben.

LG
Lauert

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