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Veröffentlicht am 2016-01-02 00:54:52 in /we/

/we/ 51804: Hallo Bernd. Ich frage mich zur Zeit, ob mein "...

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#51804

Hallo Bernd.

Ich frage mich zur Zeit, ob mein "Hobby" wirklich das Richtige für mich ist. Es geht um's Zeichnen.

Ich zeichne noch nicht lange bzw. nur sehr selten, was wohl der Internetsucht zu verschulden ist. Aber viel schlimmer: ich versage jämmerlichst. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur an fehlender Übung liegt, mittlerweile ziehe ich sogar ein Anti-Talent in Betracht. Wenn mir dann doch mal etwas gelingt - ganz selten kommt es mal vor - freue ich mich aber sehr.
Was mich jedoch zweifeln lässt ist, dass es für mich so anstrengend ist, zu zeichnen. Wenn es wirklich ein passendes Hobby für mich wäre, müste es mir dann nicht durchgehend Spaß machen? Gute Illustratoren berichten fast immer, wie sie als Kinder bereits mit dem Zeichnen anfingen. Und als Kind macht man nichts, was einem keinen Spaß macht.
Ich würde wirklich sehr gerne zeichnen können. Jedoch bin ich mir ob meiner Abmühungen nicht mehr sicher, ob ich es wirklich will oder ob ich mir nur einrede es zu wollen, weil ich die Eigenschaft, gut zeichnen zu können, ganz kühl finde.

Wenn das nun wegfällt, weiß ich allerdings nicht, was ich mir nun als Beschäftigung suchen soll. Mir fällt nichts wirklich Produktives ein, das nicht auch erst sehr mühsam wäre. Bin ich einfach als Hobbyloser Konsument geboren?

carlosgavina Avatar
carlosgavina:#51805

>Ich zeichne noch nicht lange bzw. nur sehr selten
>Aber viel schlimmer: ich versage jämmerlichst
>Was mich jedoch zweifeln lässt ist, dass es für mich so anstrengend ist, zu zeichnen. Wenn es wirklich ein passendes Hobby für mich wäre, müste es mir dann nicht durchgehend Spaß machen?

Hallo OP,
alsooo Bernd hier mag Zeichnen sehr.
Ich höre meist dabei Musik und gehe dann meine Zeichenbücher durch oder Zeichne mal Freihand oder auch mal was ab.

Das größte Glücksgefühl kommt bei mir dann, wenn es fertig ist.
Aber auch der Entstehungsprozess macht mir Spaß (hat was meditatives).
Dabei mache ich auch Fehler, tue mich bei manchen Motiven, Perspektiven etc. schwer.

Ich habe oft gelesen und es hat sich auch bestätigt, dass zum Zeichnen 10% Talent gehören und 90%Prozent ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN!!

Was du gerade hast, ist, dass du zu ungeduldig bist.
Du willst nach 1h schon perfekte Portraits oder wasauchimmer erschaffen.
Du musst halt am Ball bleiben und weiter üben.

Und wenn du deinen eigenen Fortschritt bemerkst, setzt auch immer mehr Spaß dabei ein.

Versuch es weiter OP und besorg dir mal 1-2 gute Bücher zum Zeichnen lernen und schau dir YT-Videos an.

Pfostiere deine Werke hier oder auf /z/.
Viel Erfolg
dein Bernd:3

(PS. falls es dir nach Wochen immer noch keinen Spaß macht ist es echt keine Schande es sein zu lassen.)

vladyn Avatar
vladyn:#51806

>>51805
Danke für die motivierende Antwort, Bernd!

Ungeduldig bin ich wirklich sehr. Ich möchte möglichst schnell möglichst gut werden, weil ich eben nicht schon zeichne, seit ich 13 bin. Würde gerne sehr schnell aufholen.

Also wenn ich frei etwas zeichne und es mir ausnahmsweise mal gefällt, dann macht es auch sehr viel Spaß, der gesamte Prozess. Allerdings ist das selten der Fall. Meist bekomme ich die Perspektive nicht hin oder es sieht sonstwie (z.B. anatomisch, proportional, ...) komisch aus.

Deswegen versuche ich gerade die Grundlagen nachzuholen (aber danke für den tipp mit Büchern und Videos :3), zuerst Perspektive. Das ist dann natürlich sehr sehr trocken und macht weniger Spaß. Aber es muss ja sein, damit das freie Zeichnen besser geht. Aber es ist so mühsam und öde!

murrayswift Avatar
murrayswift:#51807

>>51804

Zeichnen hat eben nicht nur was mit Talent zu tun sonder ist vor allem sehr viel Arbeit. Dieser Bernd hier hatte sogar immer viel Spaß am Zeichnen und dachte er wäre gut bis er mit seinem Design-Studium anfing. Bevor man richtig gut ist sollte man mal mind. 3 Stunden üben am Tag in Betracht ziehen. Aber wie immer: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Also mach einfach mal weiter!

ademilter Avatar
ademilter:#51812

mir ging es lange ähnlich wie dir, OP

Meine Kunst ist allerdings das Klavierspiel. Dazu muss ich sagen, dass ich meine ganze Kinder und Jugendzeit zum Üben gezwungen wurde. Dabei kam allerdings nie etwas herum, was an Lustlosigkeit lag, das Einzige was es erträglich machte, war ein Stück ganz durchzuspielen, was aber kein Üben ist. Stattdessen lernt man dabei gar nichts, da falsche Stellen immer wieder gleich falsch gespielt werden, und sich so einprägen. Das änderte sich erst als ich einem Süßmödchen ein Stück zeigte, das ich einfach toll fand, aber noch nicht wirklich konnte (die Apotheose von Reise) und sie meinte, ich müsse es ihr unbedingt vorspielen, wenn es denn soweit ist.

Es mag Fotzknechterei sein, aber erst ab dann setzte ich mich zum allerersten Mal hin und übte Stellen korrekt, teilweise einen einzigen Takt einen ganzen Abend lang, wie man es eben tun muss. Und das Stück wird tatsächlich gut. Die Überei hält sich sogar noch, obwohl besagtes Süßmödchen diesen Bernd mehrfach abgewiesen hat, da sich die Schinderei lohnt und ich auch fast fertig bin.

Ich weiß nicht wieviel Klavierspielen mit Zeichnen zu tun hat. Aber bei uns gilt, dass Üben erst da anfängt, wo es aufhört Spaß zu machen.

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