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Veröffentlicht am 2016-02-07 16:49:58 in /we/

/we/ 52017: Hallo Bernd, ich bin hier vielleicht nicht richtig abe...

saulihirvi Avatar
saulihirvi:#52017

Hallo Bernd,
ich bin hier vielleicht nicht richtig aber ich weiß nicht wo ich sonst pfostieren könnte hab auch niemandem mit dem ich darüber reden könnte
Worüber ich schreiben wollte ist, dass es mir schwer fällt für die Menschen in meinem Leben Sympathie zu empfinden.
Wann immer etwas passiert ist mein allererster Gedanke reflexartig was dies nun im weiteren Verlauf für mich bedeuten könnte und wo ich aufgrund dessen
eventuell Einbußen zu verschmerzen hätte. Um ehrlich zu sein schäme ich mich dafür, dass ich so denke, aber es ist immer meine erste Reaktion bzw. eigentlich mein erster Gedanke. Ich handle dann meist nicht nach diesem Gedanken, weil ich oftmals denke es wäre asozial, aber mein Kopf sagt mir in derart Situationen meist ich sei ein Idiot und sollte schleunigst das Weite suchen.
Ich erwarte eigentlich von jedem (und allem), dass die Person mich über kurz oder lang über den Tisch ziehen will. Klingelt das Telefon oder brummt das Handy werde ich nervös weil ich schlechte Nachrichten erwarte.
Ich weiß nicht genau wie ich damit umgehen soll. Ich selbst habe versucht, und mache es auch noch immer, mich anderen zu öffnen um so selbst zu lernen, dass die meisten Menschen eigentlich ganz okay.jpg sind und einem nichts böses wollen. Leider erwarte ich meistens das Gegenteil, um dann mein bereits bestehendes negatives Bild verfestigen zu können und mich von der Person zurückzuziehen. Desweiteren ist es einfach unglaublich anstrengend und stressig nicht auf Distanz zu anderen zu gehen, sondern Nähe bzw. Kontakt zulassen.

Dscheiße, hab gerade gemerkt, dass ich zwei Dinge mit dem Pfosten angeschnitten habe. Aber vielleicht hängen sie ja miteinander zusammen.

jeremyworboys Avatar
jeremyworboys:#52018

Kommt mir bekannt vor, Brent.

Klingt nach etwas, was ich als soziale Schwäche bezeichnen würde. Es fällt dir schwer, bei Interaktionen deine eigenen Bedürfnisse zu erfüllen. Es ist als ob man eine leise innere Stimme hat.

So in etwa wie bei Prügeleien, weil man überzeugt ist immer zu falieren. Die Lösung ist dann, soziale Muskeln anzutrainieren.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#52019

>>52018
Also einfach weiter rausgehen, mit Leuten interagieren und hoffen, dass es einerseits nie zu dem großartigen Desaster kommt, sondern man sich an das Miteinander gewöhnt und Andere nicht mehr als Bedrohung wahrnimmt?

sava2500 Avatar
sava2500:#52026

>>52019
Das ist jetzt sehr lainhafter Rat, aber ich befolge derzeit einen Aufhebekunstratgeber.

Darin wird die Sozialangst durch Übungen angegangen, die diese nach und nach lösen.

Versuche dieses einmal: Gehe auf die Straße und rede wildfremde Menschen unter dem Vorwand an, nicht die Zeit zu wissen.

Schritt 2 besteht darin, diese nicht mehr nur nach der Uhrzeit zu fragen sondern zu grüßen. Dabei sollst du dich selbst überwinden, indem du diese im letzten Meter überraschst und relativ laut so tust als ob ihr gute Freunde wärt. Sobald du ihre Hand geschüttelt hast, gehst du weiter als ob nichts war. Eine Aktion von ca 1 Sekunde. Lachs werden nie mehr dieselben sein.

Ich denke, dass du auf die Weise erfahrst, dass auch du eine soziale Interaktion steuern kannst.

albertodebo Avatar
albertodebo:#52029

>>52026
Ich bin mir nicht sicher, ob ich deinen Pfosten korrekt verstanden habe.
Ich habe an sich keine sonderliche Angst vor sozialer Interaktion, so lange diese oberflächlich stattfindet (Kleinsprech, etc.). Da muss ich nichts von mir preisgeben und mich nicht öffnen. Es sind eher Dinge, bei denen ich mich auf andere Menschen verlassen muss bzw. auf sie angewiesen bin. In diesen Fällen erwarte ich meist übers Ohr gehauen zu werden. Allgemein frage ich mich oft nach den Motiven warum eine Person etwas bestimmtes tut, was er oder sie davon hat, wie dies mir schaden könnte. Mir ist bewusst, dass ich realistisch betrachtet völlig unbedeutend bin und sich wohl niemand damit ernsthaft beschäftigen würde mir eins auszuwischen...aber in der Praxis gewinnt nur selten die Vernunft die Oberhand.

garand Avatar
garand:#52032

>>52029
so ausgedrückt könnte ich auch falsch liegen.

Vielleicht musst du nur positiver denken. Wie oft lächelst du?

roybarberuk Avatar
roybarberuk:#52033

>>52032
Relativ selten würde ich sagen, und wurde mir auch schon gesagt.
Bin alles in allem eher vorsichtig, nicht unbedingt negativ, aber misstrauisch.

mrxloka Avatar
mrxloka:#52042

>>52033
Zwing dich mal, das nächste Mal bevor du den Keller verlässt, zu lächeln so stark es geht, muss niemand sehen.

Mir hilft es über den ganzen Tag hinweg.

BrianPurkiss Avatar
BrianPurkiss:#52046

>>52042

Das ist übrigens kein Witz oder Einbildung, es hilft wirklich.

t. anderer Bernd

sawalazar Avatar
sawalazar:#52047

>>52042
>>52046
Werde ich machen. Habe auch schon gehört, dass man so seinen Kopf "überlisten" kann.

Danke Bernds :3

sketi_ndlela Avatar
sketi_ndlela:#52048

>>52047
Sehr gut, Brent. Reportiere beizeiten, ob es half.

Auch dies könnte dir von Nutzen sein:
https://www.ted.com/talks/amy_cuddy_your_body_language_shapes_who_you_are

ademilter Avatar
ademilter:#52060

>>52048
So, habe es in einer für mich ziemlich aufregenden Situation auf die Probe gestellt und es scheint funktioniert zu haben. Ich war nicht sonderlich nervös und habe die Situation "leicht" genommen. Allerdings habe ich mich die meiste Zeit gefühlt als wäre ich wie im Autopilot unterwegs. Ich bin leider nicht so gut mit Worten, deswegen versuche ich es mit einem Beispiel zu umschreiben. Es war als wie wenn ich mit verbundenen Augen durch den Straßenverkehr laufe und hoffe, dass mich kein Auto erwischt, gleichzeitig aber keine große Kontrolle über das Geschehen habe.

tusharvikky Avatar
tusharvikky:#52061

>>52060
>als wie
Peinlicher Fehler ist peinlich

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#52099

Dieser Bernd ist ähnlich gestrickt. Bei nahestehenden Menschen, wie z.B. bei den Eltern, kommt noch dazu, dass jeglicher emotionaler Austausch, sich selbst die kleinste Berührung, sofort unangenehm anfühlt. Bernd hat meist den Gedanken, das sein Gegenüber irgendetwas sexuelles dabei empfindet. Fühlt Ödipus.jpg

Bernd halt :3

antongenkin Avatar
antongenkin:#52106

>>52099
auch dies ist haargenau dasselbe bei mir. Dieser Bernd schiebt die Schuld auf seine eisigen und sozialretardierten Eltern. Ist dies ebenfalls so bei dir?

Psychologenbernd zu Hülf

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