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Veröffentlicht am 2016-03-06 00:36:45 in /we/

/we/ 52117: Bernd hat ein Drogenproblem. Seit drei oder vier Monat...

cboller1 Avatar
cboller1:#52117

Bernd hat ein Drogenproblem.
Seit drei oder vier Monaten konsumiert er nun Heroin. Vorher hat er jahrelang hauptsächlich gekifft und gesoffen, wobei er mit 18/19 schon einmal eine Phase hatte, in der er härtere Drogen genommen hat. Das hat sich damals allerdings infolge eines Umzugs erledigt.

Nun hat Bernd bereits zum dritten Mal einen körperlichen Entzug hinter sich gebracht und ist direkt nach ein paar Tagen wieder rückfällig geworden. Vermutlich wird er es in der kommenden Woche noch einmal versuchen.

Wie aber soll man sicherstellen, dass man im Anschluss wirklich auch clean bleibt?

Das große Problem ist die Leere. Bernd war, wie er bereits gesagt hat, in den letzten Jahren kaum je in der Lage, es nüchtern auszuhalten. Was er durch Drogenkonsum zu kompensieren versucht, sind Einsamkeit, die Sinnlosigkeit seines Daseins, solche Sachen.

Bernd hatte früher große Angst vor fremden Menschen, keine Freunde, ist nicht in die Schule gegangen, weil er sich nicht getraut hat. Ein Teil dieser Angst hat sich in Verachtung besagter Menschen gewandelt. Das hilft natürlich, aber es macht Bernd nicht wirklich glücklicher oder so.

Weiterhin geht Bernd nicht arbeiten. Im Spätsommer will er eine Ausbildung beginnen. Er wird einer der älteren Schüler in der Berufsschule sein. Er interessiert sich nicht sonderlich für diesen Beruf, aber da die Lücke in seinem Lebenslauf groß ist, stellt die Möglichkeit, diese Ausbildung zu machen, eine der wenigen dar, die Bernd noch hat. Dass das nachher schwierig für ihn werden wird, dort regelmäßig hinzugehen, ist klar, aber momentan nicht das Hauptproblem.

Was Bernd wirklich braucht, ist ein Weg, die Zeit bis dahin zu überbrücken, ohne Drogen zu nehmen. Und Bernd hat ganz vergessen, wie das eigentlich funktioniert.

War hier mal jemand bei NA und kann erzählen, wie es dort ist? Wie soll sich Bernd überwinden, hinzugehen? Auch zur zweiten und dritten und vierten Sitzung nachher?
Oder sollte sich Bernd nach einer Tagesklinik umsehen?
Gibt es vielleicht andere Wege, wieder Spaß am Leben und der Nüchternheit zu finden?
Sollte man versuchen, auf legale Drogen (also Psychopharmaka) umzusteigen?

Was macht man den ganzen Tag lang, wenn man nicht zugedröhnt ist und vorm Bildschirm hängen kann?

pakhandrin Avatar
pakhandrin:#52121

Wie kommst du ans Geld fürs H? Ist das nicht teuer so auf Dauer?

Was ich an deiner Stelle tun würde, sobald entzogen:

Radikal und brutal den Standort und die Situation und das Umfeld wechseln. Such dir irgendein aktives Hobby. Radfahren, Wandern, Bergsteigen, Käfer sammeln, irgendwas, was dich rausbringt.

souperphly Avatar
souperphly:#52122

Es gibt nicht sehr viele Menschen die, einmal dauerhaft auf Shore, ohne externe Hilfe davon komplett wieder los kommen. Ist leider Fakt. So wie sich deine Schilderung anhört, Bernd, würde ich erstmal zu einer stationären Entgiftung im KH oder einer Fachklinik raten und danach zu einer Langzeittherapie. Was für Möglichkeiten für Dich in Frage kommen, kannst Du dann mit dem Sozialdiesnt der jeweiligen Klinik klären. Die Langzeittherapie dauert ca. 6 Monate. Die Menschen dort werden Dir möglicherweise bei deinem / deinen Problem/en so behilflich sein können, das sich für Dich eine neue Perspektive ergibt.

cat_audi Avatar
cat_audi:#52125

>>52121
Bernds Eltern haben damals Geld für Bernd gespart, damit er sich ein Auto kaufen kann. Ein Auto braucht er nicht. Er hat nun einen Teil davon abgehoben, seinen Eltern erzählt, er würde planen, in den Urlaub zu fahren. Vorher hat er ein paar Spiele und ähnliche Sachen verkauft.

Bernd kann leider nicht umziehen, da seine Ausbildung hier stattfinden wird. Zumal Bernd überall an Drogen käme, schlimmstenfals könnte er sie im Zwischennetz bestellen.

Bernd schreibt sich übrigens nicht einmal Telefonnummern auf, wenn er irgendwo Drogen kauft, weil es die Beschaffung weitaus schwieriger gestaltet. Er hat sich mit keinem Junkie angefreundet, was allerdings auch bedeutet, dass er eigentlich gar keine wirklichen Freunde hat.

Sich ein Hobby zu suchen, hat Bernd schon länger vor. Bisher hat er allerdings nichts finden können, was ihn wirklichd dauerhaft bei Laune hält. Falls du irgendwelche absurden Vorschläge haben solltest, auf die Bernd vermutlich von selbst noch nicht gekommen ist, immer her damit.

>>52122
Bernd drückt immerhin nicht und konsumiert erst seit 3-4 Monaten regelmäßig Heroin. Das macht das alles etwas weniger dramatisch.
Was die stationäre Behandlung angeht, vor dieser würde Bernd sich lieber drücken, da er nicht möchte, dass seine Eltern davon mitbekämen, was sie aber täten, wäre Bernd nicht per E-Mail erreichbar und daheim, wenn sie ihn besuchen kommen, was sie momentan so alle zwei Wochen tun. Bernd ist außerdem eher introvertiert. In so einer Einrichtung müsste er sich das Zimmer mit einem (wahrscheinlich noch entzügigeren und anstrengenderem) Junkie teilen. Darauf hat Bernd wirklich enorm wenig Lust.

Vielen Dank aber für die Antworten.

grafxiq Avatar
grafxiq:#52126

ehrliche Antwort ? übe Vergeltung - sei so effektv wie möglich - sein politisch . sei Breiwick - und dann geh` nach Valhalla

newbrushes Avatar
newbrushes:#52195

......Nun hat Bernd bereits zum dritten Mal einen körperlichen Entzug hinter sich gebracht und ist direkt nach ein paar Tagen wieder rückfällig geworden. Vermutlich wird er es in der kommenden Woche noch einmal versuchen.....Schreib doch dein eigenes Drehbuch.Dieses Nachplappern der Vermarktung..Ausser Drogensucht hast du nichts und wirst auch nie etwas haben.

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