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Veröffentlicht am 2016-04-04 18:23:43 in /we/

/we/ 52259: Ich verbrauche fast meine ganze Energie darauf nicht in...

alek_djuric Avatar
alek_djuric:#52259

Ich verbrauche fast meine ganze Energie darauf nicht in den Selbsthass abzurutschen. Das kleinste Versagen oder erinnern an meine Minderwertigkeit kann das abrutschen wieder #triggern auch wenn ich mir im Klaren darüber bin, dass es unproduktiv ist, sich über seine Vergangenheit zu ärgern.

Hat hier jemand unter den selben Problemen gelitten und geschafft sie zu überwinden?

antonkudin Avatar
antonkudin:#52261

Man mussu heben gehen, Weiba aufreißen und so. Halt fol krasser Typ sein und so.

mshwery Avatar
mshwery:#52264

>>52259
Bist du ich OP? Kenne es zu gut und Versagen triggert mich auch unglaublich schnell und rutsche sofort in Selbsthass und denke mir dann ständig sowas wie "Ich kann eh nichts...". Ja, meine Vergangenheit ist auch voller Versagen.

grrr_nl Avatar
grrr_nl:#52268

Kurz und knapp: Beschäftige dich mit dir selbst und deinen Problemen. Versuche zu analysieren warum die Dinge so sind wie sie sind, oder warum sie so geworden sind. Versuche Frieden mit deiner Vergangenheit zu schliessen und alle verfügbare Energie in ein erfolgreicheres Leben zu stecken.

So musst du dich nicht mehr hassen.

artcalvin Avatar
artcalvin:#52272

>>52268
>Beschäftige dich mit dir selbst und deinen Problemen. Versuche zu analysieren warum die Dinge so sind wie sie sind, oder warum sie so geworden sind.

Habe ich alles schon. Kann es auch alles begründen. Bringt mir aber nicht viel weil es am Fakt des Versagens nichts ändert.

wtrsld Avatar
wtrsld:#52275

Immer, wenn du dich von deinem früheren versagen runterziehen lässt, versagst du aufs neue.
Dein Glaube an dein Versagen ist dein Versagen.
t.Konfuziusbernd

souperphly Avatar
souperphly:#52302

Ach Bernd, du bist wie ich. Jeder Fehler, der mir unterläuft, verfolgt mich noch jahrelang. Jeder Witz, jede Anspielung, den ich nicht verstanden und jede Peinlichkeit, die ich erlebt habe, verfolgt mich noch Jahre später und jedes Mal, wenn ich irgendwas nicht schaffe, dann nehme ich es unbewusst als Bestätigung meiner Wertlosigkeit auf.

Manchmal fällt mir wieder irgendwas aus der Vergangenheit ein, dann reagiere ich mit heftigem Zucken oder (was mittlerweile auch ein Problem geworden ist) versuche es laut zu unterbinden, indem ich "HÖR AUF" ausrufe. Schlimm ist das, wenns in der Öffentlichkeit passiert, dann wirds halt ein "HAl*husthust*" und ich versuche es so zu kaschieren. Oder ich haue auf Oberflächen drauf/schmeiße Türen zu, um meine plötzlich aufgekommenen negativen Emotionen loszuwerden.

Das Gefühl der Wertlosigkeit mangels Perfektion ist echt beschissen.
Ich kann dir nichtmal einen Tipp geben, wie du es besser machen kannst, ich bin auch noch auf der Suche nach einer perfekten Lösung dafür.

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#52303

Ich habe genau die selbe Symptomatik!

Das faszinierende an der Sache ist aber, dass ich es geschafft hatte, das Ganze abzuwenden. Es war im Kopf tatsächlich nicht mehr präsent, aber irgendwie bin ich dann doch wieder abgerutscht und jetzt beginnt diese ewige Spirale von neuem.

Bernd, ich kann dir nur folgendes mit auf den Weg geben; du brauchst eine Beschäftigung, Ablenkung, du musst Dinge machen, damit dein Kopf nicht ständig Leerlauf hat, weil genau dann kommt der Selbsthass und das Selbstmitleid hoch. UND noch was, außerordentlich wichtiger Punkt: lass dich, wenn du es tatsächlich geschafft hast, niemals wieder fallen. Man muss tagein, tagaus dranbleiben und weitermachen, weil sobald du in alte Muster verfällst kommt die ganze Chose wieder angerollt und man fällt nach einem eher kurzen Zeitraum wieder in seinen Ursprungszustand, nämlich die Vermeidungstaktiken, die Depression.

Mach eine Ausbildung, mach ein Studium, suche dir Arbeit. Falls das alles vorhanden ist und trotzdem ein Gefühl der Wertlosigkeit aufkommt, versuche etwas zu völlig banales zu erlernen, such dir eine triviale Beschäftigung abseits des Rechners.

Mehr fällt mir momentan nicht ein.

Viel Glück!

vladyn Avatar
vladyn:#52306

>>52259
Hey Bernd,

ich kann dieses Gefühl bzw. Diese Gedanken nur zu gut.
Was mir sehr geholfen hat mit meinem selbsthass bzw. der Enttäuschung, die ihc über mich selsbt empfande umzugehen, war zu hinterfragen, was für micht eigentlich Erfolg und Versagen bedeuten. Ich habe dann gemerkt, dass ich eine sehr verzerrte Sicht auf diese Dinge hatte. Wichtig was, was nach außen ist, nicht, wie es mir geht, wie ich andere behandle, ob ich weiß, was ich moralisch vertrete. Vielleciht hilft es dir ja auch, dir diese Fragen zu stellen.

Eine weitere Sache, die mir geholfen hat das zu überwinden, nachdme ich eingesehen habe, dass ich eigentlihc auch objektiv erfolgreich bin und von fast allen gemacoht werde, war mir vorzustellen, ich wäre jemand anders. Diese "andern Person" habe ich dann versucht einzuschätzen, ob ich sie sympathisch finde, mag, für kompetent halte etc. Und tasächlich habe ich alles drei mit "ja" beantworten können. Eventuell könnte das was für dich sein. Vielleciht auch einfahc mla aufschreiben, was du an dir hasst/nicht magst, und ein paar Tage später versuchen darauf zu antworten, so wie du einem Freund antworten würdest.

Warum denkst du, hälst du dich für minderwertig?
Das muss ja irgendeine Art Nutzen haben, sonst würdest du bestimmt nicht über dich denken.

Ich drücke dir die Daumen!

Dein Bernd

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