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Veröffentlicht am 2016-05-02 20:26:32 in /we/

/we/ 52371: Die Reue über meine dummen Entscheidungen in der V...

danro Avatar
danro:#52371

Die Reue über meine dummen Entscheidungen in der Vergangenheit erdrücken mich. Ich weiß, dass es unkonstruktiv ist in diesen Gedanken zu verweilen aber es ist einfach zu viel. Ich war einfach so dumm und faul. Habe die große Menge an Freizeit die ich damals hatte mit Videospielen verschwendet. Ich habe mich körperlich gehen lassen, hörte auf ins Fitnessstudio zu gehen und fing an fast nur noch Dreck zu essen. Habe mich nicht auf die Zukunft vorbereitet und deshalb im Studium versagt.

Also habe ich jetzt mit 24 keinen Abschluss, keine Fähigkeiten, mehrere Tausend Schulden und als krönung noch gesundheitliche Probleme die mich stark einschränken. Mehrfach am Tag wird es mir klar und ich lege mich dann hin und seufze oder schreie ins Kissen. Das schlimme ist eben, dass ich für das Versagen selbst verantwortlich bin und somit Niemand dafür Verständnis haben wird. Ich weiß, dass ich vorwärts gehen muss aber ich fühle mich einfach immer müde und ziellos. Habe an nichts wirklich Freude und bin allein (was mich jetzt nicht so stört) weil mich menschliche Interaktion belastet (besonders mit erfolgreichen gleichaltrigen). Jeder kleine Erfolg verschwindet einfach im Meer von Versagen.

Ich glaube ich müsste in etwas gut werden damit ich wieder Selbstvertrauen und Lebensfreude bekomme aber dafür muss man regelmäßig viel Mühe über eine lange Zeit investieren die mir einfach fehlt.

teylorfeliz Avatar
teylorfeliz:#52372

Ich habe Dich trotzdem lieb, Bernd.
Fange doch im kleinen an Dinge regelmäßig zu tun, das Gefühl von Produktivität wird Dich immer weiter antreiben.
Bedauern hin oder her, verzeihe Dir und akzeptiere deine Schwächen. Du wirst lernen können besser mit ihnen umzugehen aber vermutlich werden sie immer ein Problem bleiben.
Auch: Regelmäßigkeit und Ordnung schaffen kann richtig Spaß machen. Du musst dich ja auch nicht die ganze Zeit beherrschen können, es reicht ja prinzipiell aus sich ab und zu am Riemen zu reißen, Bernd.

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#52374

Siehs mal so, Bernd.
Du wirst noch etwa ein halbes Jahrhundert leben und noch etwa 40 Jahre davon arbeiten, oder solltest es jedenfalls. Das ist eine sehr lange Zeit wenn man sie damit verbringt arm und deprimiert zu sein. Aber je eher du anfängst es besser zu machen, desto mehr von der Zeit kannst du glücklich verbringen.

Deine beschissenen Ernährungsgewohnheiten kannst du heute noch ändern. Mit der Zeitvergeudung kannst du sofort in diesem Moment aufhören. Und mit 24 bist du wirklich noch nicht zu alt für ein Studium oder eine andere Ausbildung.

Also hör heute noch auf mit dem Weini und mach stattdessen was Produktives.

oanacr Avatar
oanacr:#52375

>>52372
>>52374
Ich fühl mich einfach als hätte ich den Start verpasst. Als wäre ich einfach zur Unterdurchschnittlichkeit verdammt. Bin weder kein Nerd der seine Zeit dem Wissen und verbessern seiner Fähigkeiten widmet und auch kein Busfahrer, der durch zwischenmenschliche Beziehungen die Welt erkundet und Lebenserfahrung sammelt.

Ich meine 24 mag nicht soo alt sein aber auch nur wenn man irgendwie schon in Bewegung ist. Bisher habe ich nur von Spätzündern gelesen die wenigstens Freude und/oder Job und/oder Hochschulbschluss hatten. Aber ich bin ein Mannskind. Ich will nicht so sein aber ich fühle mich als ob ich nichts tun könnte, alles fühlt sich so schwer an. Selbst einfache Jobs wie Kassierer im Fast-Food Laden klingen für mich überfordernd.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#52384

>>52375
Geh täglich mal spazieren, und wenns nur einmal um den Block ist, bring Struktur rein. Irgendwas.
Ich kenne Überforderung bei allem was Interaktion da draußen erfordert nur zu gut. Akzeptiere das als Schwäche und suche dir Leute als Freunde in deren Umgebung du dich wohl fühlst. Am besten ist natürlich ein Umfeld dass einem sozial ordentlich in den Arsch tritt wenns mal nicht läuft. Nicht immer angenehm, nutzt aber sehr.
Ohne menschliche Kontakte wären viele in meinen Kreisen - mich eingeschlossen - mindestens einmal zusammengeklappt. Willst du es nicht doch nochmal mit einem Studium probieren? Es muss ja keine Raketenwissenschaft sein, aber vielleicht findest du dort wieder einen Motivationsanker und nette Kontakte. Kannst ja nebenher als Student wo arbeiten gehen, fachliche Arbeit erfordert auch nicht so viel Interaktion wie z.B. Kellnern.
Denke daran: Man kann sich nicht erlauben immer tiefer zu fallen, denn es wird immer schwieriger. Ist leider so, hab ich mir nicht ausgedacht.

Wäge ab: Wie lange wirst du dir rückblickend verzeihen, nicht alles gegeben zu haben um glücklich zu werden? - Nicht im negativen Sinne auffassen sondern als Motivator.

Alles Gute

subburam Avatar
subburam:#52385

>Vergangenheit
Das zentrale Problem des Deutschen: Er beschäftigt zuviel damit.
Die Vergangenheit heißt so, weil sie vergangen ist, sie hat aufgehört zu existieren und ist nur noch fiktiv in deinem Kopf in Form von (verfälschten) Erinnerungen.
Es spielt keine Rolle, ob du gerade zur Welt gekommen bist, oder bereits 24 Sonnenumrundungen existiert hast. Die Konzepte Vergangenheit und Zukunft sind beides menschengemachte Fiktionen, bei der Zukunft ist es nur offensichtlicher.
Die meisten Menschen weigern sich, die Gegenwart, die Realität zu akzeptieren, sie leben mental in einer Blase. Für diejenigen, die das glücklich macht, ist das prima. Du jedoch hast in deinem Kopf eine fiktive Person erschaffen, die keine Schulden hat und ganz viele Erfolge. Anschließend vergleichst du dich mit der Person und bist unglücklich.
Die Person existiert nicht, hat nie existiert und hätte nie existieren können. Akzeptiere erst mal, was du bist (nämlich nicht der Übermensch in deiner Vorstellung).
Hör auf dich mit Gleichaltrigen zu vergleichen! (Was soll das? Bist du noch in der Schule oder was?)
Töte die fiktive Person in deinem Kopf, such dir real existierende Vorbilder und ahme sie nach.

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