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Veröffentlicht am 2016-05-09 23:17:56 in /we/

/we/ 52407: Ich bin in einer komischen Situation. Ich bin mir meine...

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deviljho_:#52407

Ich bin in einer komischen Situation. Ich bin mir meiner Unterdurchschnittlichkeit bewusst. Ich weiß, dass meine Gedanken alle nicht tiefgründig sind weil ich nicht sehr intelligent bin. Ich bin außerdem ein fauler Versager ohne Antrieb etwas großes zu erreichen. Auch fehlen mir die sozialen Fähigkeiten die so wichtig sind um im Leben vorwärts zu kommen. Ich habe, vielleicht durch Konsum von fiktiven Medien, total unrealistische Ziele. Das echte Leben scheint mir so unzufriedenstellend zu sein. z.B. ist es unglaublich, dass die Menscheit es geschafft hat auf den Mond zu landen, aber dann denke ich an all die anderen weit entfernten Planeten die wir so bald nicht erreichen werden und werde traurig. Ich weiß aber auch, dass ich nichts daran ändern kann und meine Gedanken unreif sind, wahrscheinlich weil ich sehr selten mit Menschen rede und kaum Lebenserfahrung habe. Ich will ein Ziel haben aber gleichzeitig fehlt mir jeglicher Fokus.

Was tun? Ich sollte einfach mich mit einem unterdurchschnittlichen Leben abfinden. Aber ich habe diesen undefinierten Drang zur Selbstverwirklichung. Ich habe stoische Texte gelesen und versucht Glück im Inneren zu finden, statt es von äußeren Umständen abhängig zu machen. Zu meditieren, das Ego loszulassen und im Moment zu leben. Aber irgendwie klappt es nicht.

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layerssss:#52409

Nein, Bernd, das klappt auch nicht. Zum Beispiel deswegen, weil alles.jpg um uns herum jedem Einzelnen vorlügt, dass wir alle was Besonderes sind. Dass jeder ein Supertalent hat und irgendwann entdeckt wird. Und die Eltern stecken den Blagen alles in den Arsch und kümmern sich nur genau um das Kind. Dass daraus nur selbstverliebte Narzisten werden, liegt halt auf der Hand. Leider funktioniert die Welt aber nicht wie Games oder Filme, da ist man halt nicht der tolle Held, auf den alle nur gewartet haben, sondern ein Niemand, der auch noch nix kann. Hat ja immer alles bekomben von den Eltern oder in der Schule, Grenzen sind ja autoritär. Ginge ja gar nicht.

Ok, jetzt sind wir zu alt zum verhätschelt werden und missen mit s handeln. Handeln heisst in dem Fall das, was man wahrscheinlich früher als Kind gelernt hat, kleine Schritte, kleine Ziele. So was wie einmal am Tag aufraffen und einen Quadratmeter Zimmer aufräumen. Ne Pißflaschenecke einrichten und sich zwingen, einmal am Tag die auszuleeren, immer zur gleichen Zeit. Irgendwann merkst du, dass du dafür die Disziplin hast und das macht Mut.

Selbstsäge wegen Geschwafel.

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