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Veröffentlicht am 2016-06-22 12:48:11 in /we/

/we/ 52638: Mein Leben ist so verdammt meh. Als würde ich d...

buleswapnil Avatar
buleswapnil:#52638

Mein Leben ist so verdammt meh.

Als würde ich die Probeversion des Lebens spielen.

Irgendwie bin ich einfach behindert. Habe keine Ahnung was ich machen soll. Mache dann nichts und schaue zu wie mein Leben immer schlechter wird.

z.B ging ich studieren habe aber dann kaum Vorlesungen besucht und gelernt. Habe mir eingeredet, dass ich einfach zu Hause lernen kann. Habe aber auch dies nicht getan. Dabei weiß ich doch, dass prokrastination einfach dumm ist. Schließlich muss ich die Klausuren früher oder später alle schreiben. Normalerweise wachen da andere nach einem vermasselten Semester auf. Ich habs noch seit Jahren nicht getan. Jeden Tag fantasiere ich davon wie ich mich ändern werde, habe all diese Ambitionen, dabei weiß ich doch dass ich unterdurchschnittlich bin.

Ich bin einfach zu faul. War ich schon immer. Alles kommt mir so anstrengend vor. Also such ich nach Ausreden. Ich habe all diese Träume die ich weiß ich nie erfüllen werde. Ich schaue einfach anderen beim Leben zu. Dabei wie sie in exotische Länder reisen, eine Tour durch die Welt nur mit einem Fahrrad machen, großartige Dinge erschaffen, Abenteuer und Spaß mit anderen Menschen erleben weil sie keine Arschbürger sind wie ich, all die tollen Dinge die sie besitzen, die schöne Wohnung mit neuster Technik weil sie einen guten Job haben und nicht NEET sind...

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#52640

Kenne das nur zu gut Bernd, aber man beschäftigt sich auch immer mit anderen; mir war es immer wichtig nicht aufzufallen, möglichst normal zu "sein", in dem Falle dann wohl eher zu wirken. Ich habe das schon immer so gemacht, hatte auch zu Schulzeiten nie Probleme, bin immer gut klargekommen mit den Meisten, man war zudem oft im Zwiespalt, die Vernuft auf der einen Seite, die einem von den Eltern eingebläut wurde und dann der jugendliche Erfahrungsdrang, man wollte dreist sein und entgegen allem revoltieren, hat aber nicht erkannt, dass man in dieser Interdimension festhängt. Man hat das eine gemacht und fühlte sich dann schlecht, weil es nicht den Prinzipien der Erzeugerfraktion entsprach, dann gab es aber auch, muss ich zugeben, oft den Kasus, in dem man von einer peinlichen, waghalsigen, $dummen Situation absah und dann plagte einen wiederum der Gedanke "warum hab' ich nicht?". Ganz oft im Falle von weiblichen Bekanntschaften. Man war kurz auf diversen Radarschirmen, ist aber auch genauso schnell wieder verschwunden, man ist ziemlich durchschnittlich, aber das Gefühl sagt einem immer; "du bist ein jämmerliches Würmchen, kannst nichts und bist nichts!"

Jetzt sitze ich hier und flenne schon wieder, vermülle das Netz mit meinem Selbstmitleid. Bernd, es ist alles so mühsam.

m4rio Avatar
m4rio:#52641

Habe mein Studium auch aus dem selben Grund in den Sand gesetzt, ich hab alles aufgeschoben, wollte nicht hingehen, weil ich mir zu schlecht vorkam, aber gleichzeitig dachte, man könnte alle zu Hause alleine durcharbeiten, völlig hirnrissig, aber habe ohnehin nicht viel mehr gemacht als hier rum zu hocken und ab und zu die Wände anzustarren und nach den Gründen zu suchen warum ich wieder so untätig bin. Und natürlich ganz viel geschlafen. Für mich ging es seit Ende der Schulzeit konstant bergab, wo andere richtig mit "Leben" loslegen, da hatte ich mich bereits selbst disqualifiziert. Man ist gut gestartet und dann aus völlig unerfindlichen Gründen auf dem Weg nach unten, vom Gymnasium mit guten Noten, zu krebsigen Krebsschulen, auf Umwegen dann doch zur HSR, dann kurz ins Studentenleben rein, dort dann auch wieder raus. Jetzt auf dem besten Wege Dauer-NEET zu werden. Ich komme mir einfach immer Fehl am Platz vor, habe aber trotzdem immer diese Vorstellungen vom "normalen" Leben, Träume in denen man alles anders macht, das ganze noch mal komplett neu aufzieht, sv_restartround, alles noch mal von Vorne, diesmal richtig. So funktioniert leben aber nicht.

sgaurav_baghel Avatar
sgaurav_baghel:#52643

>>52641
Ja es ist schon lächerlich. Wenn ich in all diesen Jahren, trotz Psychotherapie und Selbsthilfebüchern mich nicht geändert habe wieso sollte ich es jetzt?

Zu Schulzeiten habe ich daran gedacht wie ich theoretisch alles erreichen könnte wenn ich ab den nächsten Tag mich anstrenge. Ich meine was hält mich ab? Ich bin zwar kein Genie aber mit Fleiß könnte ich doch wenigstens einen guten Job bekommen oder? Einen 1.0er Abi und dann Arzt werden. Wäre doch theoretisch möglich oder?

fatihturan Avatar
fatihturan:#52644

Ich fühle mich auch wie ein unerfahrener Trottel der im Netz deswegen immer von anderer verspottet wird wenn er was sagt.

jqueryalmeida Avatar
jqueryalmeida:#52647

>>52638
Bernd, wenn du noch unter 30 bist, dann ist noch lange nichts zu spät, selbst mit Anfang 30 nicht. Man kann das Steuer jederzeit rumreissen, aber das erfordert eines: "MACHEN!"

Keine Ausreden mehr, einfach machen.
Das schlimmste ist der ewige Zirkelschluss der Weinerlichkeit, lass es sein, niemand will das hören, vorallem die ganzen Süßmödchen da draussen, die nehmen sofort Abstand, weil sie noch nie eine solche extrem übertrieben negative Wahrnehmung (Depression) hatten.

melvindidit Avatar
melvindidit:#52662

>>52640
klingt als hättest du immer Angst gehabt alles auf eine Karte zu setzen und etwas zu riskieren. Naja, fühl dich gedrückt Berndi.

>>52638
das anderen beim Leben zuschauen kombt mir sehr bekannt vor. Dir fehlt einfach eine Vision für dein Leben. Wenn du so faul bist, ja, dann ist es eher unrealistisch anzunehmen dass du übermorgen zum Arbeitstier wirst. Aber so wie ich das lese bist du neidisch auf manche Dinge die andere erleben und haben und die dir ganz offensichtlich fehlen. Also arbeite daraufhin dir diese Dinge zu holen Bernd. Ja, das Leben ist oft beschissen. Das Leben scheißt auf dich. Wenn du nicht aufmannst und aktiv danach strebst Dinge zu erreichen, das Leben kümmert es nicht, ob du chronisch fappierend vor deinem Lauerkasten sitzt oder für deine Ausbildung lernst.
Ich werfe mal in den Raum: beginne eine Ausbildung, irgendetwas was dich interessiert. Da kannst du praktisch anpacken, hast soziale Kontakte zu anderen Schafen und verdienst dein eigenes NG.

terryxlife Avatar
terryxlife:#52667

>>52662
Ich weiß, dass ich da nicht wählerisch sein kann aber ich weiß nicht ob mir Besitztümer und Reisen das schafen wert wären. Ich habe mal auf einem Praktikum ein Geschmack davon bekommen und dachte mir nie wieder. Gleichzeitig bin ich aber auch anscheinend nicht klug und ehrgeizig genug für einen Akademikerberuf oder Selbstständigkeit.

Es kommt mir so vor als wäre ich verdammt für immer unglücklich zu sein.

>Dir fehlt einfach eine Vision für dein Leben.

Das habe ich ja auch bemerkt. Aber woher bekomme ich sie? Ich trete einfach auf der Stelle. Es gibt so viele Dinge die ich interessant finde aber gleichzeitig nichts wofür ich mich besonders interessiere. Ich mag Kunst, aber wer nicht und um davon zu Leben braucht man viel Talent was ich nicht habe.

matt3224 Avatar
matt3224:#52816

>>52667

Naja Berndi. Einerseits muss ein Beruf nicht zwangsläufig eine Berufung sein.
Theoretisch kannst du dir auch einen gemütlichen Beruf suchen, der dich relativ sicherstellt, aber nicht überfordert.
Mach die 2 jährige Beamtenlaufbahn, lass dich nicht ärgern, geh um 15 Uhr nach Hause und gönn dir was von dem Geld.

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