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Veröffentlicht am 2016-07-10 11:18:01 in /we/

/we/ 52739: Hallo /we/, dieser Bernd klagt über ein eher be...

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rangafangs:#52739

Hallo /we/,

dieser Bernd klagt über ein eher berndytpisches Problem, und zwar wird es vermutlich auf mangelndes Selbstbewusstsein herauslaufen.
Für Bernd ist es okay, dass er eher der zurückhaltende und ruhige Typ ist, aber das geringe Selbstbewusstsein stört bzw. hindert ihn in zwei Bereichen deutlich.
Vermutlich ist es einfacher diese mit einem Beispiel zu beschreiben:
Bernd hat oftmals das Gefühl er würde seine Mitmenschen nerven und ihnen auf die Nerven gehen. Z.b. benötigt Bernd etwas (z.B. eine Information) von jemanden.
Bernd geht zu dessen Büro und fragt die Person. Nachdem Bernd das Büro wieder verlassen hat, fällt ihm ein er wollte noch etwas anderes fragen (er hat dies vorher noch nicht gewusst und wieder vergessen, sondern es ist ihm erst nach Verlassen des Büros klar geworden). Nun hadert Bernd mit sich selbst, ob er nochmals zu dieser Person gehen soll, da er nun glaubt wenn er schon wieder etwas fragen würde, würde er die andere Person nerven. Im Prinzip denkt Bernd immer er würde anderen mit seinen Anliegen die Zeit stehlen.
Desweiteren fällt es Bernd schwer die Reaktionen anderer korrekt zu deuten, und interpretiert sie meistens negativ im Sinne, dass jemand wütend auf Bernd ist.
Ein einfaches Beispiel: Bernd begegnet jemandem auf dem Gang und grüßt. Die Person hatte vielleicht, aus welchen Gründen auch immer, einen schlechten Morgen und brummt nur etwas zurück. Bernds erste Schlussfolgerung ist, dass er, Bernd, etwas falsch gemacht hat und die Person der er auf dem Gang begegnet ist über ihn verärgert ist.

Alles in allem führt dies dazu, dass Bernd oft mit sich selbst kämpfen muss auf andere zuzugehen wenn er etwas benötigt und somit viel Zeit braucht um gewisse Tätigkeiten durchzuführen, "ich will da jetzt nicht nachfragen, sonst ist er bestimmt sauer wenn ich schon wieder störe".

yesmeck Avatar
yesmeck:#52741

Tja Bernd, ich kann dir nur einen Rat geben: manne endlich auf. ob du andere nervst sollte dir irgendwann egal sein, denn du brauchst nun mal Information xy. Da du kein schlechter Kerl bist fragst du wahrscheinlich eh sehr nett. Wenn jemand genervt reagiert hat das nichts mit dir als Person zu tun. Nicht dein Problem wenn jemand scheiße drauf ist.

kriegs Avatar
kriegs:#52742

Um Selbstvertrauen aufzubauen, ist am besten, einfach die Situationen, die man so wenig mag, immer in Angriff zu nehmen. Also GEH nochmal fragen! Entwickele eine "Mir-egal-Stimmung", dich dürfen andere nicht so stark tangieren (im normalen Alltags-Miteinander).
>Bernds erste Schlussfolgerung ist, dass er, Bernd, etwas falsch gemacht hat und die Person der er auf dem Gang begegnet ist über ihn verärgert ist.
Geht den meisten so, deswegen hassen sich so viele, die in einer Schicht arbeiten. Einer fängt mit dem Gedanken an und brütet und brütet, steigert sich weiter rein.
Sprich solche Sachen am besten wie ein Autist einfach offen an, das kennen viele Leute nicht, und reagieren dann relativ offen.

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#52743

>>52741
>>52742
Ja, es ist ziemlich weinerlich.
Aber macht euch das nichts aus, solche Situationen. Ich finde es ziemlich frustrierend, dass sie immer wiederkehren. Oder gehört das einfach dazu und man gewöhnt sich mit der Zeit daran?

iqbalperkasa Avatar
iqbalperkasa:#52744

>>52743
Was anderes als Gewöhnung gibt es nicht.

zackeeler Avatar
zackeeler:#52746

>>52743
letzteres, man gewöhnt sich mit der Zeit dran, und dann hört es auf einen zu tangieren, zumindest bei mir so.
Ich kenne das schon auch was du beschreibst. Aber wie gesagt, das hat was mit Selbstvertrauen zu tun.
Am besten du hörst nächstes mal eine Runde Cannibal Corpse bevor du fragen gehst. Dann Brust raus, drauf scheißen und fragen gehen.

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#52756

>>52744
>>52746
Bernd hat es heute versucht. Beim ersten Mal geschwitzt wie ein Schwein und nervös gewesen, beim zweiten Mal ging es dann.

subtik Avatar
subtik:#52771

>>52739>>52739
Bist du denn neu im Büro?
Hatte genau dasselbe Problem wie du, war anfangs fast unerträglich. Hat sich aber innerhalb von ca 6 Monaten sehr reduziert, jetzt nach einem Jahr macht mir das keine Sorgen mehr. Gewöhnung tritt hier ja auch nicht nur bei dir ein, auch deine Kollegen gewöhnen sich an dich als Mensch und sind vielleicht weniger reserviert, als man es anfangs "Neuen" gegenüber ist (wenn auch unbewusst).
Die 6 Monate solltest du natürlich nicht als Richtwert nehmen, würde mal sagen ich bin auch nur mittelgradig berndhindert, könnte also sein das du auch länger brauchst, oder es bei dir schneller geht.
Irgendwann weißt du einfach, ob du störst oder nicht und es wird unnötig, dabei zu schätzen.
> fällt es Bernd schwer die Reaktionen anderer korrekt zu deuten
Hier musst du genau differenzieren. Wenn dir jemand entgegengrummelt, ist es vollkommen richtig, das als negative Reaktion aufzunehmen. Du bist also vollkommen in der Lage, Reaktionen korrekt wahrzunehmen - der Fehler liegt dann nur in der Interpretation bzw. darin, es auf dich selbst zu beziehen.
Dieses Problem ist leider etwas tiefgreifender. Aber auch hier wird alles leichter, wenn du Kollegen kennenlernst - wenn Kollege Grummelbart sich im Laufe eines Arbeitstages doch mal als hervorragender Ansprechpartner entpuppt, wirst du sein nächstes Grummeln schon deutlich weniger negativ deuten und assoziieren. Das wichtigste für dich ist also im Betrieb: Lauern, lernen und so viel Interagieren wie du ertragen kannst :3

adhiardana Avatar
adhiardana:#52772

>>52771
Ja, bin erst seit ein paar Wochen dabei und kenne die Eigenarten der einzelnen Personen noch nicht.
>Lauern, lernen und so viel Interagieren wie du ertragen kannst
Gesagt getan, auch nachdem mir die anderen Bernds hier dazu geraten haben. Ich habe versucht möglichst freundlich und friedlich aufzutreten und
es hat mich teilweiße überrascht, dass mein Gegenüber sich dann meist auch extrem freundlich und zuvorkommend verhalten hat, auch wenn ich wohl etwas
chaotisch und hektisch aufgetreten bin.
An sich weiß ich, dass ich mich mit Übung an so etwas gewöhnen kann und solche Interaktionen zu genau diesem Zeitpunkt an tausend Orten stattfinden (interessanterweise habe ich mit dem halten von Vorträgen über mein Themengebiet kaum Probleme), leider, vor allem wenn ich schon ein wenig unter Stress stehe, gibt mein Hirn einen Fick darauf und ich werde so nervös, dass ich mir teils nicht merken kann was mein Gegenüber sagt oder ich vergesse was ich sagen wollte.
>der Fehler liegt dann nur in der Interpretation bzw. darin, es auf dich selbst zu beziehen
Ich versuche mittlerweile in so einem Fall der Person nochmals zu begegnen um zu sehen wie sie dann reagiert. Dann weiß ich, wie du gesagt hast, dass es nicht an mir lag sondern einen völlig anderen Grund hat.
Naja, scheint als müsste man soziale Interaktion ebenfalls lernen und täglich üben.

wtrsld Avatar
wtrsld:#52773

>>52772
Zurückblickend würde ich es so beschreiben, wie wenn sich ein Fahranfänger bei einer seiner ersten Fahrstunden ins Auto setzt: es gibt sehr vieles zu beachten, zig Eindrücke die gleichzeitig auf ihn wirken und mehrere Dinge auf die er sich gleichzeitig konzentrieren muss. Nach einem ähnliches Muster verhält es sich wenn ich mit jemandem interagiere den ich noch nicht so gut kenne bzw. an den ich mich nicht völlig gewöhnt habe, und dann gehen wohl einige Nuancen des Gesprächs unter und ich kann das Gesamtbild nicht mehr richtig interpretieren und in einen korrekten Zusammenhang setzen.

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