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Veröffentlicht am 2016-10-06 22:40:54 in /we/

/we/ 53264: Beginn einer Herbstdepression

emileboudeling Avatar
emileboudeling:#53264

Vorweg: Ich schreibe dies nur, um es mir von der Seele zu schreiben und damit wird mir wohl alleine schon sehr gut geholfen sein.

Es ist aber nun einmal wieder die Zeit gekommen im Jahr, in der es früher dunkel wird, es viel regnet, die Blätter braun werden und der Himmel voller grauer Wolken hängt. Diese Jahreszeit ist für Bernd schon immer die schlimmste Saison im Jahr gewesen. Schon als 15 jähriger Kleinbernd machte mir der Übergang von Sommer zu Winter sehr zu schaffen.

Vor ein paar Jahren hatte ich eine echte Depression, für die ich sogar Tabletten nehmen musste. Ich hatte jedoch das große Glück, dass sich ein Mädchen meiner angenommen hat und ich somit glücklicher war. Die Medikamente setzte ich dann ab um sie ficken zu können. Leider wurde sie nicht meine Freundin, aber ich habe danach sowieso ein Auslandsjahr eingelegt. Das war auch eine sehr gute Zeit.

Mittlerweile bin ich wieder einige Zeit wieder zurück in Deutschland, auch wenn ich wegen des Studiums in eine neue Stadt gezogen bin. Hier bin ich sehr glücklich, habe nette Freunde gefunden, mit denen ich regelmäßig Spaß und auch Unfug mache.

Trotzdem verschwende ich noch sehr viel Zeit hier auf krautchan und weiß mit mir nichts anzufangen. Wenn das Wetter ist wie dieser Tage, es also windig und kalt ist und man somit nicht wirklich rausgehen kann, fühle mich jedoch immer schlecht und bekommen den blues. Es ist genau das Gefühl, wie wenn meine Depression wieder ausbrechen würde.

Das macht mir Angst und besorgt mich sehr. Aktuell kommt noch dazu, dass noch immer Semesterferien sind und ich mich somit selbst beschäftigen muss. Wenngleich es auch viel besser geht als früher, als ich wirklich stundenlang nur vor krautchan abhing und keine Freunde hatte, habe ich immer noch eine schwere Zeit damit mich selbst zu beschäftigen. Ich versuche immer zu lesen. Ich habe diverse Bücher aus der Bib ausgeliehen über Themen, die mich interessieren. Immer öfters kann ich mich nicht konzentrieren wenn ich lese. Die Gedanken schweifen ab, es geht einfach nicht in den Kopf rein, was ich gerade gelesen habe. Das ist natürlich nur ein Auswuchs meiner verminderten Aufmerksamkeit durch ständiges F5-drücken auf krautchan.

Das Gitarre spielen macht mir nach Jahren immer noch sehr große Freude, auch wenn es sehr anstrengend ist neue Lieder zu lernen...

Ich habe jetzt eine Anwendung für meinen Browser installiert, mit der ich krautchan blocken kann. Ich habe es jetzt Morgens bis 21:00 Uhr gesperrt. Ich bin gespannt, was ich daraus machen werde.

malgordon Avatar
malgordon:#53283

>>53264
Ärgerlich Bernd, geht mir sehr ähnlich.
Mir hilft raußgehen trotz des Windes manchmal, mit kratzigem Wollpulli ist das Wetter auch nicht so dramatisch und es fühlt sich gut an, danach wieder reinzukommen, sich Tee zu kochen und Netflix zu gucken.
Irgendwie ist fast alles besser als mehr als 30 Minuten auf kc zu chillen, also gute Entscheidung, dieser Block.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#53284

>>53264

Dem kann ich nur zustimmen.
Früher fand ich diese Zeit immer toll, als ich im Gymnasium war, heiße Schokolade trinken konnte und mich auf Zuhause gefreut habe, weil ich dort immer mit meinen Freunden das wunderbare Guildwars spielen konnte.

Mittlerweile ist alles trostlos - einzig die Eishockeysaison bereitet mir noch Freude.

thomweerd Avatar
thomweerd:#53294

Mich hat es auch gerade ganz gewaltig erwischt.
Das Übliche eben. Kusslose Jungfrau mit 24. Das ist mir unangenehm, peinlich, ich glaube ich habe etwas verpasst und die Einsamkeit nagt letztlich auch ungemein an mir.

Das wirklich Schlimme: Für alle berechtigten Fragen, die man darauf stellen kann Warum machst du dann nichts? Warum änderst du nichts? Warum versuchst du es nicht? Warum hast du es nicht versucht?, gibt es keine Antwort, beziehungsweise, ich kann einzig der kritischen Natur der Fragen zustimmen.

Aber mir fehlt jegliche Kraft, Energie und letztlich auch jeder Ansatz etwas an meiner Situation zu ändern. Insgeheim habe ich resigniert.

Während im Sommer mir die Sonne Kraft und Energie verliehen hat, mich wenigstens nicht beschissen zu fühlen, so haucht mir jetzt das graue Trist jedes bisschen Freude weg.
Seit zwei Tagen bin ich in jeder gedanklich freien Minute nur am Grübeln und komme einfach nicht darauf, was mit mir falsch ist. Ich weiß ja nicht einmal, ob sich vor den Hintergrund meiner Einsamkeit nicht eine Art Depression entwickelt hat, die ich nur aufgrund der zeitlichen Abfolge der Einsamkeit zuordne, aber in Wahrheit die Depression schon lange nicht mehr mit der Einsamkeit steht oder fällt.

Was vor 5-6 Jahren mit Verstimmungen und düsteren Gedanken begonnen hat, hat sich nun zu einem großen Haufen Scheiße gesammelt. Ich hab mich ja versucht abzulenken. Habe Mein Abitur gemacht, habe studiert, hab mich versucht auf mein sonst eigentlich wirklich gutes Leben (Familie, Freunde, Zukunft, Geld und Dach überm Kopf vorhanden) zu konzentrieren. Aber es hat mich gnadenlos eingeholt und drückt mir jetzt die Lebensfreude ab.
Ich stehe vor einer riesigen Wand an schlechten Gedanken und negativen Emotionen und vermag nicht ihre Struktur und schon gar keinen Ausweg zu erkennen, als weiter zu resignieren, bis mein Verlangen nach Zweisamkeit erstickt ist.

Tja und nun stehen sie hier. Meine Gedanken. Besser fühle ich mich jetzt nur unwesentlich. Morgen früh wache ich wieder auf, wie aus einem bösen Traum und frage mich, warum ich am Abend zuvor so schlecht drauf war. Dann gehe ich arbeiten, komme heim und der Kreislauf beginnt von vorne. Was soll ich tun?

eloisem Avatar
eloisem:#53295

>>53294
>Was soll ich tun?

Mache einen längeren Urlaub und reise durch Südost-Asien oder Indien?

ah_lice Avatar
ah_lice:#53305

>>53295

Kann diesem Vorschlag nur zustimmen. Eine der besten Sachen die man machen kann!

starburst1977 Avatar
starburst1977:#53306

>>53294
Was du machen kannst? IRGENDWAS. Was die anderen sagen. Geh mal weg. Hau ab. Oder mach Therapie. Nichts tun wirds auf jeden Fall nicht besser machen.

melvindidit Avatar
melvindidit:#53308

>>53295
>>53305
>>53306
Und durch einen Urlaub lösen sich meine Probleme? Ist ja nicht so, dass ich in den Jahren nicht mal in Urlaub gewesen wäre. Hat mir auch geholfen, die Stimmung aufzuhellen. Aber jeder Urlaub hat ein Ende und dann bin ich immer noch das gleiche Häuflein Elend, das mit leeren Blick durch die Straßen schlurft.

>Oder mach Therapie
Mit dem Gedanken spiele ich schon länger. Doch ich habe Angst davor.

devankoshal Avatar
devankoshal:#53310

>>53308
Ja, dann hab halt weiter Angst vor allem und jedem. Dann lass es halt.

guischmitt Avatar
guischmitt:#53316

klingt immer scheiße, weil es auch nicht für alle das richtige ist, aber mir hilft sport. ich hab was zu tun und körperlich geht es mir dadurch auch besser (mehr energie). der sport sollte allerdings spaß machen, sonst kannst es gleich vergessen.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#53336

>>53308

Du sollst ja mehrere Wochen reisen und in Hostels schlafen in den Mehrzimmerbettern und dich mit den Mithostelmenschen unterhalten, besaufen, feiern gehen, ein Stückchen reisen...

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