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Veröffentlicht am 2016-12-21 06:22:44 in /we/

/we/ 53548: Wie entwickle ich eine positive/produktive Einstellung?...

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adriancogliano:#53548

Wie entwickle ich eine positive/produktive Einstellung?

Die beste Einstellung scheint mir zu sein, dass man allein sein Schicksal bestimmt und man deshalb nie nach Ausreden suchen sollte.

Es macht mir zwar logisch sinn aber ich bin einfach so ein Weichei. Schon der leichteste Diskomfort bringt mich dazu, dass ich nichts mehr produktives tun kann. Das Problem dabei ist, dass ich fast ständig im Diskomfort bin: Müdigkeit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen. Ich weiß nicht ob ich den Schmerz/Diskomfort stärker als andere spüre oder es mir nur einbilde (wo wäre da der Unterschied sowieso?).

Desweiteren kann ich nicht aufhören mich selbst zu bemitleiden und mich schlecht zu fühlen weil ich nicht so geistig und gesundheitlich fit bin wie andere. Konzentrieren fällt mir sehr schwer während andere davon berichten wie leicht es Ihnen fällt. Sozialisation ist für mich eine Qual während andere daran Spaß haben. Wissenschaftliche Artikel scheinen es mir zu bestätigen wie viel nicht in unserer Kontrolle liegt: Gene, das Umfeld in dem man aufgewachsen ist und wenn es einem mal schlecht geht wirds nur schlechter und es ist schwer da rauszukommen. Deshalb fällt es mir schwer diese Einstellung, dass alles in meiner Kontrolle ist zu adaptieren. Ich sehe mein Leben durch meine Gesundheit, Mangel an sozialen Fähigkeiten stark beschränkt was mich demotiviert weil es unmöglich scheint für mich ambitionierte Ziele zu erreichen. Ich fühle mich wie ein Untermensch der nur dank des guten Willens anderer Lebt. Das ist nicht sehr vertrauenerweckend.

wahidanggara Avatar
wahidanggara:#53551

>Konzentrieren fällt mir sehr schwer während andere davon berichten wie leicht es Ihnen fällt.

Andere Berichten viel Scheiße, das meiste ist Angeberei.

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#53557

orlanda owen auf youtube hilft dir

kazukichi_0914 Avatar
kazukichi_0914:#53559

Das Grundlegende Problem ist: Wenn du wirklich so krank bist, wie du schreibst, dann bist du quasi halb-behindert. Als Blinder würdest du Dir keine Vorwürfe machen, dass du keine ambitionierten Ziele verfolgst. Verlangt ja auch keiner von Dir.

Wenn du die Einstellung, behindert zu sein, einnimmst, bleibst du zwar unmotiviert, aber Dir bleibt der Vergleich mit anderen erspart. (Zumindest von deiner Seite, andere erkennen deine Behinderung nicht und denken "ist der faul, der muss sich nur mal zusammenreissen".)

Wenn du dich nicht als Behindert ansiehst, als jemand der sein Schicksal bestimmt, dann folgt daraus automatisch, dass du deine aktuelle Situation selbst gewählt hast und du daran schuld bist. Jeder andere hat es doch auch hingekriegt, nur du nicht.
Und so lange du so krank bist, kannst du nur verlieren, weil du kannst nie mit den gesunden mithalten. Selbstwertgefühl kabutt.

Aber: wenn du dich als behindert siehst, obwohl du es gar nicht bist, dann machst du es mit deinem Selbstmitleid nur noch schlimmer und setzt dich per "angelernter Hilflosigkeit" auf einem Lebensstandard unter deinem Potential fest.

Du solltest also dir erstmal Klarheit über deinen Gesundheitszustand verschaffen.
Geh zu ein paar guten Hausärzten und lass dich mal richtig durchchecken.

craighenneberry Avatar
craighenneberry:#53560

> Es macht mir zwar logisch sinn aber ich bin einfach so ein Weichei. Schon der leichteste Diskomfort bringt mich dazu, dass ich nichts mehr produktives tun kann.
Diesbezüglich hat Bernd extrem viel aus seiner Zeit als Wehrpflichtiger mitgenommen. Da war Bernd nämlich dazu gezwungen, die Zähne zusammen zu beißen und nie aufzugeben.

> Konzentrieren fällt mir sehr schwer während andere davon berichten wie leicht es Ihnen fällt.
Konzentrieren auf was? Höchst stimulierende Tätigkeiten (e.g. Computerspiele, im Zwischennetz lauern) machen mich unfähig, mich auf langweiligere Tätigkeiten (e.g. lernen) zu konzentrieren. Während seiner erfolgreichsten Studienjahre hat Bernd beispielsweise sämtliche Computerspiele deinstalliert und alle interessanten Webseiten im Browser blockiert.

> Sozialisation ist für mich eine Qual während andere daran Spaß haben.
Diese Tatsache quälte Bernd schon im Alter von 15. Zehn Jahre später quält sie mich immer noch.
Ich habe mich damit abgefunden und versuche soziale Events wie Parties weitgehend zu vermeiden. Ist halt so. Dafür spart Bernd viel Zeit. Durch die Akzeptanz dessen, das Bernd anders verkabelt ist, verläuft sein Leben nun deutlich entspannter, da ein gewisser Leistungsdruck bezüglich sozialem Kontakt abfällt. Das Einzige, das Bernd wirklich vermisste, war der Kontakt mit Frauen. Allerdings gibt es auch viele Frauen, die sehr introvertiert sind und solche Partner suchen. Introvertiertheit und erfülltes Sexualleben schließen einander nicht aus.

Ebenfalls positiv Auswirken kann sich:
- Gesunde Ernährung
- Sport: Für Ausdauertraining ist Bernd einfach zu faul, aber ergeht hin und wieder Gewichte heben oder zum Mannschaftssport. Ein Männerkörper ist nicht dafür gemacht, am Schreibtisch zu verkauern.

Wie bereits von einem anderen Bernd erwähnt, kann dein Versagen auch das Resultat beispielsweise eines Nährstoffmangels oder einer Schilddrüsenunterfunktion sein. Rede mal mit dem Hausarzt. Im schlimmsten Fall bist du psychisch krank (v.A. depressiv) und dir nicht darüber im klaren.

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