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Veröffentlicht am 2017-05-16 00:39:01 in /we/

/we/ 53809: Bernd ist nun 20, zauberer in ausbildung und depressiv ...

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mauriolg:#53809

Bernd ist nun 20, zauberer in ausbildung und depressiv (eigendiagnose, bisher). Nun hatte er letztens eine Panikattacke, war dannach noch 2 wochen angeschlagen (mehr gestresst als sonst, ängstlich). Zum Beispiel habe ich nachdem ich eine Tasse scharzen Tee getrunken hab durch den Koffein wieder einen schweißausbruch bekommen und konnte mich nur mit Atemübung beruhigen.

Jetzt, 1 monat nach der Panikattacke geht es mir eigentlich ganz gut, nur bin ich immernoch sehr melanchonisch. Die selbstmordgedanken sind natürlich seit dem vorfall gestiegen, jetzt bin ich langsam weniger am träumen / selbstbemitleiden und mehr am planen.

Das kommt unter anderem dadurch, dass ich sehr paranoid bin und psyschiater etc. nicht traue. Ich hatte bisher kein gespräch in dieser Richtung, aber nun bin ich immer mehr am überlegen ob ich dem ganzen den nicht einen Versuch geben sollte.

Vorallem habe ich einfach Angst, dass mir irgendwelche Medikamente verschrieben werden die mich im Bestfall nach 2 Jahren einname noch mehr vorkorksen / abhängig von der Pille machen.

Um das ganze in zwei Fragen abzurunden:

Hat hier schonmal ein Bernd posetive Erfahrung mit professioneller Hilfe gemacht?
Ist jemand evtl. schon aus einer Depression rausgekommen (ohne den einfachsten Ausweg) und möchte darüber berichten?

bild unrelatiert, hatte nichts passendes

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#53810

>>53809
>Hat hier schonmal ein Bernd posetive Erfahrung mit professioneller Hilfe gemacht?

Ich denke schon das es hilft.
Andererseits bin ich jetzt schon in meiner zweiten Langzeittherapie.
Wirkliche Verbesserungen konnte ich nur durch persönliche Veränderungen und Errungenschaften wie z.B. den Junggesellen erreichen.
Dies war aber andererseits erst durch die Therapie möglich.

Zusätzlich habe ich fast 5 Jahre lang Sertralin 50-200mg genommen.
Das hat auch geholfen bis ich es eben nicht mehr gebraucht habe.

>Ist jemand evtl. schon aus einer Depression rausgekommen (ohne den einfachsten Ausweg) und möchte darüber berichten?

Meine jetzige Therapeutin meint sie würde mich nicht mehr als depressiv ansehen, im Umkehrschluss bedeutet das natürlich, dass es nur noch meine Lebensumstände sind die dafür sorgen, dass ich mich scheiße fühle.

Mein Persönlicher Rat wäre, es zu versuchen und eine Therapie zu oder zumindest ein Erstgespräch anzufangen.

mauriolg Avatar
mauriolg:#53836

> Hat hier schonmal ein Bernd posetive Erfahrung mit professioneller Hilfe gemacht?
Ja.
Die häufigste und heute übliche Therapie form ist die kognitive Verhaltensform. Und auch nur darüber
kann ich etwas erzählen.

Bei dieser Therapie geht es vereinfacht darum.

1. Zu verstehen welche Modelle von der Welt, welche zentralen Überzeugungen du hast.
Und die davon zu identifizieren die dich unglücklich machen.
Beispiele dafür wären.
"Ich bin dumm". "Niemand kann mich wirklich leiden". usw.

2. Diese Modelle und Überzeugungen zu überprüfen und evtl. auch zu ändern.
Beispiel für "ich bin dumm"
T: Warum denken sie das?
P: Weil ich xy damals nicht konnte und z hat gesagt ich wäre dumm
T: Und was ist mit all den Sachen die sie schon können und verstehen
P: Die sind nicht wichtig
T: Warum sind die nicht wichtig? Wenn man es vernünftig bewertet sind doch alle Ereignisse gleich relevant.
usw.
Es geht sozusagen darum dich dazuzubringen deine Ungesunden ansichten zu überdenken und zu relativieren.

Dieser Prozess geht natürlich nicht von heute auf morgen. Gerade wenn bei einem Thema die
Narbe/Meinung sehr festgefahren ist. Das erfordert einiges an Zeit und arbeit und Therapeuten haben meistens
eine Engelsgeduld, weil sie teilweise sehr sanft die Patienten zu Themen führen müssen.
Es kann aber, wenn du bereit bist 1-2 Jahre Jede woche 1h zu investieren wirklich etwas ändern.


> Ist jemand evtl. schon aus einer Depression rausgekommen (ohne den einfachsten Ausweg) und möchte darüber berichten?
Ja. Siehe oben. Hatte vor vielen Jahern einmal eine schwere depression und sonst
mehrmals eine leichte. Psdchotherapie hat geholfen genauso wie es geholfen hat an den lebensumständen etwas zu ändern
die Bernd depressiv machten.

suprb Avatar
suprb:#53841

>>53836
>>53810
dake für die antworten, habe nächste woche einen termin

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