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Veröffentlicht am 2017-07-22 01:52:04 in /we/

/we/ 53930: Todessehnsucht? Sinnsuche?

silv3rgvn Avatar
silv3rgvn:#53930

Hallo Bernd,

wärst du gerne ein Held?
Ich eigentlich schon; zumindest in dem Sinne, mal jemandem tatsächlich geholfen zu haben.

Ich habe hin und wieder bis öfters Fantasien, dass ich meine Freundin vor Museln beschütze, meine ausländischen Freunde gegen Glatzen verteidige usw.
Dies entspringt aber noch meinem tiefliegenden Gewaltpotential. Ich denke, ich will mich eigentlich nur mal richtig kloppen und jemanden kaputthauen (als ich noch Kampfsport machte, hatte ich diese Gedanken nicht).
Gerade heute Abend dachte ich aber über etwas nach, worüber ich nicht gerne nachdenke - mich zu opfern. Ich stellte mir vor, wie ich bei Freunden mit kleinen Kindern bin. Ein Kind läuft auf die Straße, ich kriegs mit, renne zum Kind, kann es noch fassen und mit einem Schwinger aus dem Gefahrenbereich befördern. Ich selbst zerschelle an der Front eines LKWs. Und ich dachte so bei mir "Das wär doch ein schönes Ende, einmal was Sinnvolles getan. Und vielleicht erinnert man sich an mich als jemand, der was Gutes gemacht hat.".
Ich hatte auch schon solche Gedanken mit Amokläufen und einmal kam ich, warum auch immer, darauf, dass irgendwo ein Tiger aus einem Zoo ausgebrochen sei und ich mit der Bestie auf Leben und Tod kämpfe, während sich die Anderen in Sicherheit bringen. Ich musste dann auch an den Chester denken. Musikmillionär mit großer Familie, einfach Schluss gemacht. Ob er wohl mit "gutem" Gewissen hatte abtreten können? Wenn ich mich jetzt weghängen würde, was hätte ich dann vorzuweisen? Einen Haufen Scheiße, würde ich sagen.
Ich weiß auch garnicht mehr, seit wann ich solche Fantasien habe. Als Jugendlicher vermutlich noch nicht, aber seit gut zehn Jahren auf jeden Fall schon.
Gibt es dafür eine Bezeichnung? Kennt das noch jemand? Ich weiß, es sind nur Gedanken, aber es sind unangenehme, abnormale Gedanken, die sich einem aufdrängen aus dem Nichts.

polarity Avatar
polarity:#53933

Du bist auf der Suche nach Anerkennung von Außen. Hast du dich schon selbst anerkannt? Durch das Opfern bzw. den Tod kannst du dich nicht anerkennen und die Anerkennung der Anderen bekommst du dann auch nicht mehr mit, was hast DU also davon?

>Das wär doch ein schönes Ende, einmal was Sinnvolles getan. Und vielleicht erinnert man sich an mich als jemand, der was Gutes gemacht hat.
>Wenn ich mich jetzt weghängen würde, was hätte ich dann vorzuweisen? Einen Haufen Scheiße, würde ich sagen.

Ist das wirklich wahr? Hast du rein gar nichts vorzuweisen? Hast du noch nie etwas Sinnvolles getan? Denke auch an die kleinen Dinge in deinem Leben. Fange an dich selbst dafür anzuerkennen. Lobe dich selber und sei dir dafür dankbar.
Das sind alles Glaubenssätze, die du dir irgendwann eingeredet und dann auch geglaubt hast. Versuche sie umzukehren und damit aufzulösen. Es sind nur Gedanken, sie lassen sich ändern.

mefahad Avatar
mefahad:#53936

Ich glaube da fehlt ein gewisser Sinn im Leben. Was glaubst du warum Kriege früher so beliebt waren. Jeder dachte, man könne sein sinnloses Leben für das größere Wohl aufopfern, und stürmte hals über Kopf in den Tod.

Es ist schwierig Sinn zu finden, aber vielleicht kannst du sowas ja im Kleinen machen. Nehme dich eines Tiers aus dem Heim an oder helfe Leuten auf einfache Art und weise.

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