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Veröffentlicht am 2017-10-08 05:32:02 in /we/

/we/ 54048: Zukunft

terpimost Avatar
terpimost:#54048

Entschuldigung für stilistisch suboptimale Zusammenhänge, bin gerade alles andere als nüchtern. Ist allerdings der einzige Zustand, in dem ich es fertig bringe, um Hilfe zu fragen. Habe vergleichbare Posts bereits ca. zehn Mal verfasst, ohne sie jemals abzuschicken. Vielleicht wird es ja diesmal was.

Werde zeitnah ein Masterstudium (MINT, 1,x-Schnitt) abgeschlossen haben.
Bin dazu mit Minimalaufwand gekommen. Den Großteil meines Lebens habe ich vor dem PC vergammelt.
Grund für diese Flucht hinter den PC war massives Mobbing ab der Grundschule. Hier kamen auch erstmals Grillgedanken auf, die bis heute mehr oder weniger lückenlos präsent waren. Heute ist zur Flucht hinter den PC die Flucht in den Rausch gekommen. Keine bestimmte Substanz, es geht einige Zeit ohne, aber irgendwann geht es nicht mehr und ich schieße mich wieder jeden Abend (Tag über nicht, da ist mir nüchtern sogar lieber) ab.
Das Mobbing ging bis etwa Mitte der Schulzeit. Übrig geblieben ist ein sozial komplett verkrüppelter Klischeebernd.
In den letzten Jahren habe ich mich damit einigermaßen arrangiert. Sehe keinerlei Mehrwert im Leben, im Tod aber meistens auch nicht. Zumindest solange es keine Rückschläge, egal welcher Intensität, gibt.

Das Problem ist jetzt die Veränderung. Ich müsste mich bewerben, um meine Lebenszeit an irgendwelche Juden zu verkaufen. Nur will ich das nicht. Ich will weiterhin nichts tun. Geld ist mir einigermaßen egal, komme seit Jahren mit unter 100NG im Monat zurecht.
Nur scheinen mich sämtliche sozialen Normen dazu zu zwingen. Eltern machen Druck, will sie nicht enttäuschen, Bekannte kriegen ihr Leben auf die Reihe usw. Habe auch rein garnichts gegen die Fachrichtung des Studiums; im Gegenteil, es ist im Prinzip das einzige, das mir Spaß macht. Nur will ich nichts machen _müssen_.
Wünsche mir schon fast unheilbaren Krebs oder Ähnliches, das würde gut als Entschuldigung gegenüber der Familie und Gesellschaft taugen.

Wofür leben bzw. wofür Zukunft?
Auf die Frage höre ich oft: Familie, also Frau und Kinder. Wie oben erwähnt wurde in der Schule mein Verlangen nach sozialen Kontakten vollständig zerstört. Ich denke nicht, dass ich zu Lieben in der Lage wäre. Wäre wahrscheinlich auch nicht einmal möglich, würde ich mich darum bemühen. Bis zur abgeschlossenen Zaubererlehre ist es nicht mehr weit hin.

Für Besitz? Macht zwar kurzzeitig glücklich, wird aber sehr schnell langweilig.

Nur für die schon bestehende Familie? Noch am ehesten. Ohne die hätte ich den Grill vermutlich schon angeworfen. Aber dann müsste ich den Großteil meines Lebens mit Dingen verbringen, die ich nicht tun will (müsste ich das? Einen Hartz-Lebensstil würden sie definitiv nicht gutheißen. Also ja?) Ist das zu altruistisch? Oder doch zu egoistisch, nur die eigenen Interessen zu berücksichtigen?


Ach dscheiße Bernd, wieso muss das Leben nur so mühsam sein.

iamglimy Avatar
iamglimy:#54050

Hallo Bernd,

wenn es dich mit Ende 20 immer noch mitnimmt/beschäftigt, in der Schule gemobbt worden zu sein, solltest du als ersten Schritt mMn dir Hilfe suchen, darüber hinweg zu kommen. Familie (derzeitige und evtl eigene, zukünftige) scheint dir ja nicht komplett am Allerwertesten vorbei zu gehen, das ist also ein Ansatzpunkt für einen Sinn im Leben, den du ja suchst.
Das Leben ist zu schade und traurig, um es alleine zu bewältigen.

Viel Glück und alles Gute,
dein Bernd

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#54060

Ja, so sind Kinder nun einmal. Hat wenig mit dir zu tun. Schlimmstenfalls waren sie neidisch oder so. Du hast Glück, dass du es geschafft hast, die Schule und noch dazu ein erfolgreich dein Studium zu beenden, da werden die Leute dich hierzulande nämlich direkt ein ganzes Stück netter behandeln.
Du musst dich nicht verkaufen, wenn das, was du tust, dir Freude bereitet.
Natürlich kannst du machen, was du willst.
Ich würde es aber wenigstens erst einmal ausprobieren, das mit der Arbeit. Du langweilst dich doch zu Tode, sitzt du den ganzen Tag zuhause. Und wenn du mit den Drogen nicht aufpasst, geht das auch ganz schnell schief.
Außerdem glaube ich nicht, dass dein Verlangen nach sozialen Kontakten völlig zerstört worden ist, liegt dir noch was an deiner Familie und Altruismus und bittest hier um Rat.
Professionelle Hilfe kannst du dir ebenfalls immer suchen gehen.

polarity Avatar
polarity:#54064

Ich schätze das Leben. Damit meine ich im Moment nicht mein Leben, sondern die schönen Seiten, in der Natur sein, gutes Essen, manch favorisierte Dinge, was immer einem etwas Freude bereitet. Ich will mal einen großen Garten haben, noch lieber einen Wald. Deshalb stehe ich morgens überhaupt auf ;_;

t.räumer

garand Avatar
garand:#54065

>>54050
Habe das Thema Mobbing tatsächlich nicht als so zentral angesehen. Wenn ich drüber nachdenke stimmt es aber wohl doch, dass es mich noch ziemlich beschäftigt. Aber keine Ahnung, was ich dagegen tun soll. Habe vor kurzem erstmals mit meinem Vater darüber gesprochen. Außer einem Mehr an Niedergeschlagenheit hat das nichts gebracht. Von daher denke ich auch nicht, dass es etwas bringen würde, mit einem wildfremden Menschen darüber zu sprechen. Würde ich auch eher nicht wollen. Bzw. habe ich vor ca. zehn Jahren tatsächlich schon einmal gemacht. Das einzige Ergebnis davon war ein Rezept für Antidepressiva und Benzos.
Nur mit den Benzos konnte ich etwas anfangen. Diese unglaublich angenehme Ruhe im Kopf ist glaube ich das beste Gefühl das es gibt. Traue mich nur fast nie, welche zu nehmen, da Bernd ja immer so tolle Schauergeschichten über den Entzug verbreitet.

>>54060
Das mit dem nett behandeln ist schon ewig kein Problem mehr. Komme mit Kommilitonen etc. gut aus. Nur wenn sich mehr als ein Gelegenheitskontakt einstellen solle, blocke ich mehr oder weniger un(ter)bewusst ab. Erfinde bei Einladungen zu irgendetwas Ausreden, melde mich nicht mehr.
Die paar Mal, wo ich sowas versucht habe, bereute ich es ziemlich und wünschte mir wieder vorm PC zu sitzen.

Langweile habe ich nicht. Mit elf oder zwölf kenne ich das noch, nicht wissen was man zuhause tun sollte, jetzt nicht mehr. Entweder Serien, Animu, Filme schauen, Foren lesen, was aus der Dampf-Bibliothek spielen, oder wenn der Computer nicht an ist lesen, schlafen, kochen. Deshalb wahrscheinlich auch meine Vorbehalte gegenüber Arbeit. Ich genieße meine Freizeit schon ziemlich. Der einzige und leider nicht unbedeutende Dämpfer ist hier immer der Gedanke, ja noch x und y erledigen zu müssen. Auch wenn x erst in zwei Jahren und y in fünf fällig ist.

Die Einstellung zu Arbeit sehe ich oft auch wie du geschrieben hast, es einmal versuchen. Dann kommt wieder eine Depriphase und Strick, Helium und Konsorten erscheinen plötzlich so viel besser als jegliche noch so gute Arbeit.

>>54064
Wenn die negativen Dinge nur nicht ihren übertrieben großen Schatten über all die positiven werfen würden. Bild relatiert, eine Szene aus Welcome to the N.H.K wo genau das thematisiert wird.

mhwelander Avatar
mhwelander:#54068

>>54065
>Wenn die negativen Dinge nur nicht ihren übertrieben großen Schatten über all die positiven werfen würden.
So bekämpfe er die Schatten.

Triff deine Entscheidung, entweder Grill oder die unbequeme Alternative. Falls du dich für die Alternative entscheiden solltest ist es ratsam, sich seiner Ziele bewusst zu werden. Hier tickt für Männer die biologische Uhr, bis auf einige wenige Ausnahmen bekommt man schließlich nichts geschenkt. Du kannst dich glücklich schätzen denn du hast das "white male privilege", Intelligenz, und nichts auf diesem Strafplaneten ist realer als die Diskriminierung der Dummen.

Da wir das mit dem Potenzial nun geklärt hätten gilt es, eine gründliche Risikoabwägung bezüglich des Erreichens seiner Ziele vorzunehmen. Dass du bald noch einen weiteren Lappen dein Eigen nennst, in einem Bereich, der dir Freude bereitet, ist eine gute Ausgangsbasis. Falls du den legalen Weg einschlagen willst kommst du als Arbeitnehmer meißt nicht sehr weit, bzw. da dir deine Freizeit/Freiheit wichtig ist, ist die finanzielle Unabhängigkeit unabdingbar, je nach Anspruch aber auch so erreichbar. Der Mensch springt nur so hoch er muss, die meißten kommen nicht auf die Idee, die Latte höher zu legen.

Die soziale Norm, die dich zwingt aufzumannen, ist auch die reale Norm, man muss sich versorgen können. Dir bietet sich zudem noch eine Gelegenheit die nicht viele Menschen haben, deine Intelligenz mit Wissen und Erfahrung zu ergänzen und so die Weltherrsc erfolgreich zu werden. Bewirb dich und werde dafür bezahlt, dein Wissen zu mehren. Verbessere stetig deine Erfolgsaussichten, mehr kannst du auch gar nicht tun. Ich würde jetzt in den Zellhaufen Bernd investieren, Bild relatiert :3

Nach jetzigem Kenntnisstand stirbt jeder einmal, bereite dir den Weg dahin so zügig so angenehm wie möglich, danach wartet nichts mehr. Unabhängigkeit bedeutet die Abwesenheit von ebenjenen Zwängen die das tägliche, das eigentliche Leben, so erschweren, kämpfe dafür Bernd. Und ein paar Drogen sind nicht so schlümm, man ist ja auch nur Tier.

t.räuealist

enriquemmorgan Avatar
enriquemmorgan:#54070

>>54065
Habe das mal in einem Buch zum Thema Suizid gelesen, das sei bei den meisten Leuten so, es müsse erst noch xyz eintreten und dann würden sie ihrer Meinung nach wirklich ihr Leben beenden müssen. Überlege dir doch stattdessen mal, was für Alternativen dir außerdem bleiben. Dass du z. B. auch wieder mit dem Arbeiten aufhören oder einen anderen Job ausprobieren könntest und so weiter.

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