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Veröffentlicht am 2016-10-06 23:59:24 in /a/

/a/ 115890: Macross Delta

urbanjahvier Avatar
urbanjahvier:#115890

Bernd, nach vielen Anläufen habe ich meine Idol-Phobie überwunden und Macross Delta gesehen. Und jetzt am Ende, erinnere ich mich effektiv an kein einziges Lied. Im Grunde könnte ich nicht einmal die Melodien in meinem Kopf summen. Während ich wohl niemals 0-G Love, Do You Remember Love, Planet Dance, Holy Lonely Light, Lion oder Aimo aus meinem Gedächtnis verlieren werden, weiß ich auch nach über 20 Folgen keine einzige Zeile oder gar Melodie aus Macross Delta. Verdammte Hacke, ich erinnere mich mehr an dieses mythische Gesinge aus Zero! (Und das war Kacke!)

Im Grunde, wird das beste Lied in Folge 11 gespielt, als die Kinder REMEMBER 16 spielten. Und nach über 15 Jahren kenne ich den verdammten Text immer noch auswendig und konnte direkt mit singen. Diese 20 Sekunden REMEMBER 16 hatten mehr Seele, mehr Herz und mehr Emotionen als alle anderen Lieder (von Delta) zusammen.

Ich habe nur Angst, dass aus mir nicht der objektive Hartkern-Otaku, sondern der subjektive Nostalgie-Otaku spricht. Was wenn die Animu-Jugend wirklich Macross Delta in Erinnerung behält? Was wenn die nächste Generation von Hartkern-Otakus nicht "Ore no uta kike!" Schreit, sondern ein "W" mit Händen (mit lackierten Fingernägeln) bildet?

Bernd, ich sorge mich :'(

tube_man Avatar
tube_man:#115891

>>115890
Entweder Idole sind ernstes Geschäft und man singt eben wirklich gegen das Ende der Galaxie im gitarrengesteuerten Mech an oder haben richtig gute Lieder mit genug Anhängern, dass man Spaß drumrum haben kann. https://youtu.be/DDTnuLN2Jl4

Außerdem zerstören zu viel Rumgemische, Effekte und wubwub ansonsten einprägsame Melodien. So viele Openings, die ab 1:30 nur noch schlecht waren.
Der Ost von Aquarion Evol ist immer noch schön, gerade weil es mal keine Popmusik war.

Im Kern bräuchte Macross für den Anspruch bei jeder neuen Staffel die besten Lieder auf mehreren Planeten und keinen Sounddirector mit Nebenjob einer Plattenfirma.
Balladen und Rock können Gewicht auf Melodie, Wiedererkennung oder Bedeutung legen, aber Popmusik doch das genau Gegenteil dazu.

adewaleolaore Avatar
adewaleolaore:#115893

Delta braucht ein paar Folgen, um auf Betriebstemperatur zu kommen, erlebt mit Folge 11 seinen Höhepunkt, sinkt dann immer weiter ab und erreicht seinen Tiefpunkt mit dem vollkommen überstürzten Ende, das keinen keinen richtigen Abschluss bietet und ist eine nach den Hype-induzierenden letzten Folgen von Frontier, Aquarion EVOL und AKB0048 eine herbe Enttäuschung darstellt.
Die Insert Songs der ersten Serienhälfte sind aber super, das Album lief und läuft bei mir rauf und runter.
In der zweiten Serienhälfte kam in der Richtung leider gar nichts nach. Und ikenai borderline wird trotz Status als bester Insert Song zu wenig gespielt.

>Was wenn die nächste Generation von Hartkern-Otakus nicht "Ore no uta kike!" Schreit, sondern ein "W" mit Händen (mit lackierten Fingernägeln) bildet?
Mit einer schier unglaublichen Anzahl von komplettierten Animus auf dem Buckel prognostiziert dieser Animuexperte hier, dass Delta das gleiche Schicksal wie Macross II ereilen wird.
Ja, man kennt es und ja, es gehört irgendwie dazu. In Auf- und Erzählungen zum Franchise wird es trotzdem gerne vergessen.
Du musst dir in der Hinsicht also nicht den Kopf zerbrechen und kannst die gewonnene Denkkraft dafür aufwenden zu überlegen, was du beim Nekki'schen Schlachtruf falsch gemacht hast.

>>115891
>Der Ost von Aquarion Evol ist immer noch schön, gerade weil es mal keine Popmusik war.
Haben wir das gleiche EVOL gesehen?

https://www.youtube.com/watch?v=B7YPvCw3hPc
https://www.youtube.com/watch?v=2xRPJaftK2w
https://www.youtube.com/watch?v=aamrhV70-4k
https://www.youtube.com/watch?v=43t0KIAvsSU
https://www.youtube.com/watch?v=Zr4Or5BOZNU

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#115894

Bernd, erklär mir Makros.
Ich erwartete eine Mechaserie wie Gundam, aber warum singen die da?
Das irritiert mich ganz extrem.

anass_hassouni Avatar
anass_hassouni:#115895

>>115894
Erstens sind die Mechas mehr Jet-inspiriert und zweitens geht es bei Macross immer um Hippiekram wie Liebe, Verständnis, Musik und Weed.

ionuss Avatar
ionuss:#115907

>>115895
> [..] und zweitens geht es bei Macross immer um Hippiekram wie Liebe, Verständnis, Musik und Weed.

Offensichtlich haben wir beide zwei unterschiedliche Serien gesehen. In Macross geht es um oberflächliche objektifizierung von Menschen, der Glorifizierung von Krieg, und der absoluten Befürwortung eines neo liberalen Kapitalismus.

Gerade letzteres wird häufig als "Hippiekram" missverstanden. Die Macross Serie sagt klar, dass das staatliche Militär unfähig, dumm, langsam und korrupt ist. Im Gegenzug sind private Sicherheitsfirmen bürgernah, hilfsbereit, agil, moralisch in Ordnung und verfügen über bessere Ausstattung. Selbst ausgebildete Kampfpiloten werden in der Regel schlechter als zivile Piloten dargestellt.

Wir dürfen auch nie vergessen, dass die "Anti-Kriegs"-Anhängen eine große Minderheit im Macross Universum sind. Sicher gehören einige Hauptcharaktere dieser Minderheit hat, der Großteil der Bevölkerung empfindet jedoch (nicht zuletzt wegen der Romantisierung des Militärs) Konflikte als weniger schlimm. Selbst wenn die Bevölkerung selber betroffen ist, reicht häufig etwas Musik aus, damit diese nicht darüber nachdenkt, politisch etwas zu bewegen. Selbst nach der Zerstörung ganzer Sektoren gibt es weder politisch noch von der Bevölkerung aus Kurseinlenkungen.

Jeder Plant und jede Flotten hat gleichzeitig ihr eigenes Militär und ihre eigenen Sicherheitsunternehmen. Die Bevölkerung hat eine außerordentlich gute Beziehung (insbesondere zu letzterem). Eine Front gegen diese Militarisierung gibt es jedoch nicht. Die konstante "Angst" vor dem "bösen" Ungeheuer aus dem Weltraum bzw. dem "bösen" Aliens der anderen Planeten sorgt für eine massiv hohe Toleranz gegenüber Gräueltaten.

Im Grunde hat die Regierung das Konzept "Brot und Spiele" perfekt umgesetzt (in Macross). Es gibt Brot (Musik) und Spiele (Kriege). Hier hilft es auch nicht, dass ein nicht geringer Teil der Bevölkerung aus Zentradi besteht, die ihr Lebzeiten nichts anderes gelernt haben, als den Befehlen anderer zu folgen und den Konflikt (insb. Krieg) zu suchen und zu führen. Die Zentradi fanden eine Balance mithilfe des Brotes. Die Menschen wiederum sind durch Konflikte und Propaganda dazu übergegangen alles (wirklich alles) unter der Flagge "Sicherheit" mitzumachen.

abotap Avatar
abotap:#115909

>>115907
>objektifizierung von Menschen, der Glorifizierung von Krieg, und der absoluten Befürwortung eines neo liberalen Kapitalismus.


kritisiert Makros das ganze dann wenigstens, oder ist die Serie nur eine dindunuffing Jubelperserprogagandascheisse wie Gate+ es für die JDF war?

Anarchokapitalistische Selbstbeweihräucherung nöchte ich mir dann doch eher sparen.