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Veröffentlicht am 2016-11-09 16:27:13 in /d/

/d/ 88934: Bernd hat seit einer Woche kein Heroin konsumiert. Wie ...

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grantrobinson:#88934

Bernd hat seit einer Woche kein Heroin konsumiert. Wie sinnvoll ist es da, stattdessen zu kiffen, zu saufen und Benzos zu fressen? Insbesondere dann, verträgt man eigentlich weder Alkohol noch Gras.
Bernd hat durchaus über einen längeren Zeitraum getrunken und auch schon monatelang gekifft. Da es nicht so aussieht, als könnte Bernd die Leere ertragen, fragt er sich nun, was er machen soll, ob es lohnt, die Sucht zu verlagern, obwohl das ja nicht einmal eine Garantie dafür ist, dass er nicht auch wieder mit dem H anfängt. In Behandlung ist Bernd nicht... könnten Psychopharmaka das Problem vlt lösen? Bernd will nie wieder rückfällig werden, aber die Entzugserscheinungen lassen langsam nach und bald wird er auch wieder Geld haben und dazu keinen Lebensinhalt. Bernd befürchtet, bald kommen die Suizidgedanken wieder dazu und dann wird er keinen Grund mehr dazu sehen, nicht wieder Drogen zu nehmen. Was tun

doronmalki Avatar
doronmalki:#88936

>>88934

Hört sich nach einem Teufelskreis an. Du leidest doch. Nutze den daraus resultierenden Druck. Lass Hero aus dir raus. Heute noch im Deutschlandkulturradio berichte darüber gehört. Das ist kein Spaß. Geh zum Arzt, weil akutes Problem. Berndi, ich glaube an dich!

jajodia_saket Avatar
jajodia_saket:#88937

>>88934
>könnten Psychopharmaka das Problem vlt lösen?
Besprich das mit einem Psychiater. Lösen lassen sich solche Probleme eher mit Psychotherapie, aber evtl. kann dir eine Pharmatherapie es erleichtern, die Probleme anzugehen. Ich persönlich fand Johanniskraut ganz okay, wirkt bei mittelstarken Depris vergleichbar gut wie SSRI aber hat weniger Nebenwirkungen.
Aber auch abgesehen von den Medis: Grade wenn du Angst hast, das deine Depression schlimmer werden und du wieder Suizidgedanken kriegen könntest, kann es gut sein, schon vorher mal bei nem Psychodoc gewesen zu sein, dem du dich dann leichter öffnen kannst und der deinen Fall schon in Grundzügen kennt.
>Wie sinnvoll ist es da, stattdessen zu kiffen, zu saufen und Benzos zu fressen?
In dieser Reihenfolge?
Geht so, schlimm und katastrophal.
Kiffen ist nicht so schlimm, aber bindet dich weiter ans kriminelle Drogenmilieu. Du wirst dadurch zwingend mit Leuten in Kontakt bleiben, die auch zu anderem (wenn auch nicht unbedingt H) Zugang haben.
Natürlich gibt es immer Mittel und Wege alle Drogen die man will zu kriegen, aber ein Darknetkauf oder das Aufwärmen eines alten Dealerkontaktes sind nichts was man aus einem spontanen Affekt raus macht, da hat man vorher Gelegenheit sich das nochmal zu überlegen.

Alkohol wird dich eher von der Wirkung her weiterhin komplett betäubt, nutzlos und depressiv halten. Außerdem schwächt er extrem die Willenskraft.

Bei den Benzos hast du vermutlich ebenso den Schwarzmarkt. Außerdem machen die bekanntlich ziemlich abhängig und so richtig Spass ja auch nur im riskanten Mischkonsum.

Also wenn du einfach irgendwas einschmeißen willst (kenne die Mentalität von mir selbst) sind Psychopillen wohl noch die beste Wahl weil sie in einem geregelten Kontext stehen und dir helfen können.

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#88981

>>88937

In welcher Form hast du das Johanniskraut zu dir genommen (Kapseln, Pur zu einem Tee verarbeitet) ?

Wie genau hat es auf dich gewirkt ?

woodydotmx Avatar
woodydotmx:#88986

>>88981
Kapseln, ich hab Hypericum Stada genommen. Welche Marke ist eigentlich egal, aber es sollte eine apothekenpflichtige Variante mit Extrakt drin sein. Die Präparate aus dem Drogeriemarkt enthalten einfach nur Johanniskraut und sind somit um ein vielfaches unterdosiert.
Die Wirkung war bei mir antriebssteigernd nach einigen Wochen. Nicht so, das es stark auffällig war, aber hab dann schon gemerkt das zum Beispiel das Aufstehen nicht mehr ganz so ein Kraftakt wie zuvor war. Ich hab im Zeitraum der Einnahme dann auch endlich mal gebacken gekriegt, mir einen Therapeuten zu suchen, was ich vorher eine Weile vor mir hergeschoben habe. Obs jetzt daran lag und zu welchen Anteilen kann ich natürlich nicht festmachen.

Andere Beispiele fallen mir da schwer ein weils eher subtile Dinge sind die einem auch erst mit etwas Abstand überhaupt auffallen, außerdem wirkt es halt auch keine Wunder und hilft beispielsweise bei Ängsten überhaupt nicht.
Auch solltest du dich über die Nebenwirkungen informieren. Nur weil es pflanzlich ist heißt das nicht, das Johanniskraut gesund ist oder frei von Nebenwirkungen.

tusharvikky Avatar
tusharvikky:#88987

Bernd hat es auf seinen Entzügen immer so gehalten, Benzos so kurz wie möglich, ein paar tage zum effektiven Affen, wenn überhaupt. Dann Alkohol (eher Bier statt Schnaos) etwa 2-3 Wochen max bis der schlimmste Affe aus dem Kopf ist und dann eigentlich nur noch gekifft. Mach allerdings nicht den Fehler in die Lethargie zu rutschen, such dir so schnell wie mögliche eine beschäftigung. Dieser Bend hat nach dem Entzug eben etwa ein dreiviertel Jahr exzessiv gekifft und erst vor zwei Wochen aufgehöhrt täglich zu kiffen. Sonst gabs eben saufi...
Allerdings ist Gras hier echt dass kleinste übel und ich weis wie hart und ekelhaft dass in den ersten Wochen sein kann. Ich wünsch dir nur das beste! Du schaffst das! Eigentlich bist du schon über den Berg jetzt kommt nur noch der lange abstieg, genies ihn, du hast einen der höchsten Berge überhaupt beklommen :3