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Veröffentlicht am 2017-11-08 13:38:29 in /d/

/d/ 92365: Wie lange dauert es, nimmt man regelmäßig Be...

starburst1977 Avatar
starburst1977:#92365

Wie lange dauert es, nimmt man regelmäßig Benzodiazepine, bis man so körperlich abhängig ist, dass man am Entzug draufgehen kann?
Bernd hatte kürzlich zum ersten Mal Krämpfe in den Beinen, vorher waren es meist eher Zuckungen und Schlaflosigkeit.
Bernd versucht, das Zeug auszuschleichen, was ihm aber weniger gut gelingt. Außerdem hat er erst vor so rund 8 Wochen wieder mit dem Konsum angefangen, davor hatte er ein oder zwei Monate nichts genommen, war damals noch mit zwei Nächten ohne Schlaf und ein paar Zuckungen weggekommen. Aber die Krämpfe haben ihm jetzt wirklich Angst gemacht. Nun gibt es aber sicherlich noch einen Unterschied zwischen Krämpfen und besagten Krampfanfällen, an denen man sterben kann?
Wie sollte Bernd weiter vorgehen?
Ein stationärer Entzug wäre dabei das letzte, was Bernd machen wollte.
Bis vor ein paar Tagen kam Bernd mit 10-15mg Valium am Abend aus, die letzten drei Tage hat er recht hohe Dosen Rivotril zu sich genommen und dazu noch getrunken.
Hilft Lyrica gegen die Krämpfe?
Gibt es irgendwelche Schlafmittel, die man nehmen könnte, die möglichst nur apothekenpflichtig sind? Schlafsterne und DPH sollen bei Krämpfen ja eher kontraproduktiv sein, Baldrian bringt Bernd nichts.

judzhin_miles Avatar
judzhin_miles:#92366

Bernd ist seit ca. 2 Jahren abhängig von Benzos und will den Konsum auch langsam beenden. Er nimmt momentan zur Beruhigung und zum Durchschlafen 50 mg Quetiapin retard. Nicht hilfreich bei Krämpfen, aber es hilft ihm, den Benzokonsum wesentlich herunterzufahren...

kosmar Avatar
kosmar:#92367

Baclofen! Hilft auch bei Suchtdruck.

chatyrko Avatar
chatyrko:#92388

Stoß, weil beides rezeptpflichtig. Und Neuroleptika stehen auch sowieso nicht zur Debatte.
Bis zu wie viel mg sagen wir mal Diazepam sollte man runterdosiert haben, bevor man auf 0 geht? Damit das möglichst schnell, dennoch ohne größere Gefahren, vorbeigeht.
Und kann Bernd dann irgendwann in ein paar Jahren vielleicht wieder Alkohol trinken, ohne am nächsten Tag wieder Zuckungen zu haben? (Die Freuden des Missbrauchs und der Wege, die man wählt, um damit umzugehen :3)

ripplemdk Avatar
ripplemdk:#92435

Bei Benzosucht am besten beim Arzt melden und ne ordentliche Therapie und Ausschleichen machen.

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#92440

>>92388
Wie genau meinst du das mit Zuckungen? Ich konsumiere Benzos an und für sich nur hin und wieder, aber mir fällt in letzter Zeit beim Alkoholkonsum auf, dass ich davon recht hippelig werde und mich psychisch recht daneben fühle (allerdings alles direkt während des Konsums) - kann das im Zusammenhang stehen?

kiwiupover Avatar
kiwiupover:#92442

Krämpfe sind keine Krampfanfälle und von 15 mg Diaz zu entziehen ist ein Kinderspiel. Ein Krampfanfall ist ein epileptischer Anfall, wenn du so einen hast dann verlierst du das Bewusstsein und alle Muskeln tun dir hinterher weh. Von ein paar Krämpfen bis dahin ist es aber ein weiter Weg.

Dass man wegen so einer Kinderkacke nicht stationär entziehen will kann ich verstehen, aber wenn du es allein nicht schaffst dann muss das halt so gehn. Was du auf keinen Fall zun solltest, ist mit irgendwelchen anderen GABAergen Substanzen wie z.B. Baclofen oder Pregabalin rumzumachen von denen du dann ebenfalls süchtig wirst. Vom Ausschleichen rate ich ebenfalls ab, denn wenn das bie dir funktionieren würde, hättest du es bereits gemacht und müsstest nicht solche Fragen stellen.

Wenn du wegen des Entzugs (irrationale) Angst vor Krampfanfällen hast, versuch ein Rezept für Levetiracetam (Kepra) zu bekommen, frag bei der Drogenberatung nach einem Arzt der sich mit der Thematik auskennt und der verschreibt das mit ein bisschen Glück. Der stationäre Entzug ist durchaus empfehlenswert, der Entzug ist in dieser geschützten, geregelten Umgebung viel leichter zu ertragen.

Wobei das bei dir nicht nötig ist. Drück einfach die Diaz in die Tonne und beiß die Zähne zusammen. Wenn du das nicht schaffst, musst du halt auf die Station für ne Woche. Alles andere bringt nichts.

stayuber Avatar
stayuber:#92443

>>92442
Habe nach den ersten zwei Krämpfen nachgeworfen, weiß ja nicht, was da noch gekommen wäre.
Mit den Diaz ist es halt so, dass die eine recht hohe HWZ haben und wenn man da 15mg von am Tag nimmt, heißt das nicht, dass man nur 15mg im System hat, vorher habe ich länger eine oder zwei Rivos am Abend eingenommen, das wären dann eher so 70mg Valium...
Habe ich die letzten Tage blöderweise auch wieder getan.
Das mit dem Ausschleichen habe ich noch nicht ernsthaft versucht. Ärztin meinte aber, 25% die Woche sein normal. Ich weiß jetzt nur nich, bei wie viel mg ich auf 0 gehen sollte.
Lustig, dass du es sagst, habe die letzten vier Tage Lyrica genommen, gerade eben so rund 700mg eingenommen.
>>92440
Dass du dich daneben fühlst, wenn du Benzos nimmst, ist normal. Man soll das halt nicht regelmäßig über einen längeren Zeitraum einnehmen, da sich sonst eine Toleranz bildet und man abhängig wird.
Mit Zuckungen meine ich Zuckungen. Insbesondere meine Beine Zucken, teilweise sehr heftig sogar, als wolle ich irgendwen tottreten, insbesondere dann, wenn ich mich abends hinlege.

remiallegre Avatar
remiallegre:#92445

>>92443
zucken*

to_soham Avatar
to_soham:#92447

>>92443
> vorher habe ich länger eine oder zwei Rivos am Abend eingenommen, das wären dann eher so 70mg Valium
Hm, wie kommst du auf die Nummer bw. was meinst du damit? Clonazepam ist ja fast ausschließlich antikonvulsiv, willst du damit sagen, dass die krampflösende Wirkung von 4 mg Clonazepam der von 70mg Diazepam entspricht?

Auf alle Fälle würde ich mir deswegen keine Sorgen machen. Wenn 15 mg Diazepam täglich ausreichen, um entzugsfrei zu sein, dann ist das der Maßstab für deine Benzo-Toleranz. Dass du die vergangenen Tage mit Pregabalin über die Stränge geschlagen hast ist zwar ärgerlich, aber so schnell wächst die Toleranz nicht. Davon kannst du durchaus kalt entziehen, ohne dass du ernsthafte körperliche Komplikationen befürchten musst würde ich sagen.

Der Grund warum ich vom Ausschleichen abgeraten habe, ist, dass dir wahrscheinlich die Disziplin dazu fehlt. Ich nehme mal an, dass der Grund, warum du überhaupt in dieser Situation gelandet bist, dein Mangel an Disziplin ist; du hast die Mittel nicht sparsam und periodisch eingesetzt wie man das tun sollte, sondern damit übertrieben obwohl du genau wusstest, wo das hin führt. Für Otto-Normalpatienten, die die Beruhigungsmittel aufgrund legitimer Indikationen nehmen, keinen Zugang zum Schwarzmarkt haben und sich an die Anweisungen ihrer Ärzte halten mag Ausschleichen eine gute Lösung sein. Bei jemandem wie du, der bereits gegen die Regeln verstossen hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass es während des Ausschleichen zu Rückfällen in die Sucht kommt.

> Insbesondere meine Beine Zucken, teilweise sehr heftig sogar, als wolle ich irgendwen tottreten, insbesondere dann, wenn ich mich abends hinlege.
Ist das Zucken unwillkürlich? Oder hast du so ein schlechtes, rastloses Gefühl in den Beinen dass du trittst einfach weil du das Stillhalten nicht aushältst? Das wäre dann nämlich Restless Leg Syndrome, was mit deinem Benzokonsum bzw. -Entzug nicht viel zu tun hat.

markolschesky Avatar
markolschesky:#92462

>>92447
In diesen Umrechnungstabellen steht immer, die Wirkung von 0,5mg Clonazepam würde der von 10mg Diazepam entsprechen.
Was die Menge angeht, teilweise habe ich dazu noch getrunken, ich bin mir dieser inzwischen also gar nicht mehr sicher und werde das heute mal genauer beobachten. Auch gehe ich hoffentlich die Tage zum Arzt, vorausgesetzt, ich kann mich dazu überwinden, so etwas fällt mir immer recht schwer.

Tatsache ist aber, ich schlafe den halben Tag, wenn nicht länger, was das Leben irgendwie arg langweilig macht.

RLS hatte ich bei Heroinentzugsversuchen schon öfter, es ist ein Zucken, es ist recht stark und wenn ich liege, dann habe ich es teils alle zwei Minuten. Habe es auch nicht ausschließlich in den Beinen, aber dort am meisten.
Wegen der Krämpfe war ich halt so verunsichert, dass ich direkt nachgelegt habe. Hatte diese Entzugserscheinungen ja zum ersten Mal und es waren auch zwei oder drei Krämpfe innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums.

Und hast du oder hat jemand anders vielleicht noch eine Idee, was man gegen die Schlaflosigkeit tun könnte?

canapud Avatar
canapud:#92463

>>92462
*bzw. dass es drei- bis viermal so stark wäre, deshalb 70mg und nicht 80mg...

hammedk Avatar
hammedk:#92464

>>92463
Und wieso schlafe ich dann so dermaßen gut davon ein und meine Ängste nimmt es mir auch...?

ryandownie Avatar
ryandownie:#92465

>>92464
Habe ohne Witz schon halbe Heroinentzüge damit verschlafen, so gut hat das Zeug mal bei mir gewirkt, weshalb ich ja auch damit angefangen habe ursprünglich...