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Veröffentlicht am 2016-09-14 08:48:58 in /fb/

/fb/ 97941: Vorstellungsgespräch-Frage

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#97941

Hallo /fb/-Bernds, ich hoffe, eure große Erfahrung kann mir helfen.

Ich habe ein Vorstellungsgespräch in einer Firma. Nun haben die natürlich meinen Lebenslauf vorliegen, der aussagt, dass ich lange studiert habe, ohne einen Abschluss gemacht zu haben. Nebenbei, auch das steht in meinem Lebenslauf, habe ich natürlich meinen Lebensunterhalt durch Arbeit selbst verdient und sogar noch ein wenig freiberuflich hinzuverdient.
Nun zermartere ich mir meinen Kopf, wie ich das am besten und schlüssigsten erklären kann, das Studium nicht zu einem Abschluss gebracht zu haben. Es sind ja immerhin ein paar Jahre.

Außerdem, mal am Rande: Wenn man einen Abschluss gemacht hat, würde man das doch normalerweise dazuschreiben und das Abschlusszeugnis bzw. die Urkunde in Kopie mitsenden, oder? Also, die denken doch jetzt nicht, dass ich fertig bin... oder?

Ich hoffe, jemand weiss da Rat. Danke im Voraus. Übliche Währung.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#97943

Achso, Nachtrag:
Das Studium hat NICHTS mit der Tätigkeit zu tun, das ist eher im Bereich meiner abgeschlossenen Berufsausbildung, die ich vorher machte. Denke mal, das ist noch eine wichtige Info zum Einschätzen der Sachlage.

Danke.

i3tef Avatar
i3tef:#97944

Ich hatte ein ähnliches Problem. 20 Semester aber mit Abschluss, Nebentätigkeit etwas studiumsrelevant. Ich hab davon gefaselt dass die Uni sehr theoretisch ist und mir das Praktische lieber war. War die freiberufliche Tätigkeit relevant für die Stelle?

Außerdem: Doppelbelastung wegen Arbeit und Studium. Da scheitern viele dran und ist eigentlich nichts verwerfliches.

Die lange Studiumsdauer ist übrigens nicht komplett negativ, immerhin hast du so lange durchgehalten. Wenn du das geschickt formulierst, auch beim Grund für den Abbruch, kannst du da möglicherweise noch was positives rausholen.

areus Avatar
areus:#97945

> Wenn man einen Abschluss gemacht hat, würde man das doch normalerweise dazuschreiben und das Abschlusszeugnis bzw. die Urkunde in Kopie mitsenden, oder?
Ja, definitiv. Man führt ja alles auf was man gemacht hat und kann. Wenn dort zB als Fremdsprachen English und Japanisch steht ist indirekt auch klar dass man kein Französisch oder Chinesisch kann.

> Also, die denken doch jetzt nicht, dass ich fertig bin... oder?
Wenn sie keine totalen Idioten sind nicht. Vor allem bei so langem Studium schaut man vermutlich extra nach.

> Nun zermartere ich mir meinen Kopf, wie ich das am besten und schlüssigsten erklären kann, das Studium nicht zu einem Abschluss gebracht zu haben.
Was war denn der Grund? Meist ist es das Beste man bleibt bei der Wahrheit und formuliert das ganze dann halt etwas positiver bzw lässt was weg. Dieser Bernd würde zum Beispiel angeben dass es persönliche Gründe/private Probleme waren, weil das nicht so negativ klingt wie Depressionen.

jqueryalmeida Avatar
jqueryalmeida:#97946

>>97945
P.S.: Wenn das Studium eh nichts mit dem Job zu tun hat, dann könnte Bernd sagen dass das Studium zwar interessant war aber er keine Perspektive gesehen hat und längerfristig doch in dem Beruf für den er sich beworben hat tätig sein wollte.

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#97947

Danke schonmal für eure Antworten.

>>97944
Relevant nicht direkt, außer sehr stark charakterbildend und so. Auf jeden Fall positiv, da im sozialen-medizinischen Bereich.

>>97946
Das stimmt soweit sogar alles. Depressionen waren es nicht, es war wirklich so, dass ich im Studium merkte, dass dieses Fach und eigentlich der gesamte Bereich zurecht vorurteilbehaftet ist. Zumindest merkte ich aber, dass ich da nicht hingehöre. Außerdem entfalte ich mich in einem Struktursetting besser, das wurde mir auch klar.

Vielen Dank, Helferbernds.

_kkga Avatar
_kkga:#97948

Würde es auf die Bologna-Reform schieben, die das Studieren unmenschlich gestaltet hat. U.a. war dein Problem, dass durch die straffe Einteilung die Studenten, die neben dem Studium arbeiten müssen, arg benachteiligt werden.
Ferer hast du am Ende mehr mit inhaltlichen Streitigkeiten als mit dem eigentlichen Studium verbringen dürfen weil das ganze System noch nicht ausgereift ist.
Vielen Studenten gehts so - du zauberst eine Statistik hervor aus der man lesen kann.

Wenn du jetzt noch auf einen triffst, der in den 80/90ern studiert hat, wird er sich die Tränen aus dem Gesicht wischen und dich einstellen. Vertraulich erzählt er dir dann, dass man damals zum Spaß 18 Semester Backgammon studiert hat, weils eh scheissegal war.

scottgallant Avatar
scottgallant:#97949

>>97947
Was hast du denn studiert?

lightory Avatar
lightory:#97952

>Wenn man einen Abschluss gemacht hat, würde man das doch normalerweise dazuschreiben und das Abschlusszeugnis bzw. die Urkunde in Kopie mitsenden, oder? Also, die denken doch jetzt nicht, dass ich fertig bin... oder?

Sag einfach, du seist Jurist. Vielleicht geht ja dann jeder davon aus, dass du einen Abschluss hast.