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Veröffentlicht am 2014-03-25 19:22:30 in /fe/

/fe/ 1593: Bernd, ich bin schon zu blöd für die richtige...

davidbaldie Avatar
davidbaldie:#1593

Bernd, ich bin schon zu blöd für die richtige Pflege meines Fahrrads.

Letztens stand da ein simpler Schlauchwechsel an, und schlussendlich ging dann auch alles gut. Nach einer Stunde an verzweifeltem drücken und pressen mit blutigen Fingern. An wirklich tiefgreifende Reparaturen traue ich mich dagegen bis heute nicht, also einstellen/wechseln der Bremsen und Schaltung oder dem montieren irgendwelchen Zubehörs bspw. Nun fahre ich sehr gerne Fahrrad und würde auch eine richtige Tour wagen, solange aber jeder zweite Handgriff daneben geht, ist das zu Riskant.

Wie kann man möglichst sicher dieses Problem überwinden? Als typischer Bernd stehen mir zu wenig soziale Kontakte zur Verfügung, außerdem sind die bislang gesehenen Filmchen nur selten eine Hilfe gewesen. Bitte verratet mir doch ein paar eurer Tipps.

nasirwd Avatar
nasirwd:#1594

>>1593
Ich habe mir einfach mein altes Radel genommen und alles daran repariert. Auch wenn es schmerzhaft und mühseelig war, hat es sich gelohnt diese Zeit zu investieren, denn heute repariere ich meinen gesammten Fuhrpark.

Trau dich erst mal an die alten Teile, immer und immer wieder. Durch übung lernst du welche Handgriffe richtig und welche Arbeitsabläufe sinnvoll sind.

Viel glück!

p_kosov Avatar
p_kosov:#1595

Naja, such dir halt mal was aus was Arbeit bedarf, z.B. Schaltung einstellen oder Bremsen einstellen, dann mach Fotos! und stell sie ein. Danach kann Bernd dir Youtube-Videos und Hersteller-Anleitungen verlinken und dir Hilfestellung bei Anleitungslücken und spontan auftretenden Problemen geben.

Ich hab auch schon 3 Seiten Zentrieranleitung ins Brett getippt, kriegen wir schon.

Nur nicht aufgeben, mit Schrauberhänden wird man nicht geboren, das ist Übungssache.

dutchnadia Avatar
dutchnadia:#1600

>>1594
Dies. Lernen beim machen.
Dieser Bernd wollte heute seine Kette kürzen. Jetzt ist die Kette unbrauchbar und der Ketten-Nieter hinüber. Dafür weiß Bernd das nächste Mal, wie es nicht geht.
Ein Bastelrad ist hier natürlich von Vorteil...

likewings Avatar
likewings:#1603

Bernd wollte neulich genau so einen Pfosten schreiben, prokrastinierte aber wieder mal. OP spricht mir aus der Seele.

Es kotzt Bernd einfach unfassbar an, an seinem Fahrrad rumzufuchteln. Er kann einen Schlauch wechseln, ja, aber auch das ist für Bernd schon ein großer Akt und eine kleine Feier wert. Alles andere ist für Bernd Hexenwerk und überlässt er dem Fahrradhandel seines Vertrauens. Bernds Hände sind einfach zu allem unfähig was in Komplexität übers Fappieren hinaus geht. Und das ist einfach scheiße, da Bernd unheimlich gern und unheimlich viel Rad fährt - locker so um die 8000-10000 Kilometer im Jahr. Aber wenn er einen Platten hat, steht er auf dem Schlauch höhö.

Und da Bernd es hasst, handwerklich irgendwo rumzuwerkeln, lernt er es natürlich auch nie. Es ist ein Teufelskreis. Warum ist Bernd nur so unfähig.

adammarsbar Avatar
adammarsbar:#1686

>>1603
Ich kenne das Fühl. Bernds Vater wollte immer das er bei kleinen Repeaturen zuschaut und lernt aber Bernd blieb lieber im Zimmer und hat Diablo2 gespielt ;_;

starburst1977 Avatar
starburst1977:#1840

Dafür sollte man unterwegs immer dabeihaben (neben Schlauch und Pumpe):

1. Montagehandschuhe (die dünnen, grauen Dinger, welche es immer wieder mal bei Aldi gibt). Mit diesen an den Händen kann man viel meer Kraft auf den Reifen ausüben, um ihn über das Felgenhorn zu würgen, ohne sich dabei die zarten Fingerchen schmutzig/kapott zu machen.

2. Stabile Reifenheber, 2 Stück

3. Die Erfahrung, wie man es richtig macht (zuhause üben!)

Protipps:

Laufrad aus/einbauen: Meist trifft es das Hinterrad, bei diesem dann zuerst die Kette auf ein kleines Ritzel schalten und sich merken, welches es war (z.B. zweites von rechts). Später, beim Wiedereinsetzen des Laufrades, darauf achten, dass die Kette auch wieder auf diesem Ritzel aufliegt, bevor man das Rad in die Ausfallenden zieht!
Die Bremse öffnen, damit der Reifen hindurchpasst.
Den Schnellspanner öffnen, dessen Schraube rechts festhalten und den Schnellspannhebel links ein paar mal um die Achse drehen, um noch etwas meer Spielraum um die Ausfallenden zu schaffen. Dabei das Laufrad zwischen die Knie klemmen, damit das ganze Rad nicht umfällt!
Das Rad hinten an einer Strebe anheben, den Schaltwerkskäfig etwas nach hinten ziehen und schon fällt in der Regel das Rad heraus, evtl. etwas rütteln.

Beim Wiedereinsetzen des Laufrades wieder den Schaltwerkskäfig nach hinten ziehen, damit man die Kette auf dem richtigen Ritzel aufliegen lassen kann. Das Rad an einer Strebe festhalten und das Laufrad bis Anschlag nach hinten in die Ausfallenden ziehen. Mit Blick auf die Abstände zwischen den Kettenstreben und Reifen prüfen, ob es gerade sitzt. Schnellspanner-Schraube zudrehen, bis das Umlegen des Hebels etwas Kraft erfordert. Bremse wieder schliessen.

Reifen: den bekombt man leicht herunter, indem man einen Reifenheber unter dem Felgenhorn an der Felge entlang herumzieht, während man die zuerst hochgehebelte Stelle des Reifens mit der anderen Hand fixiert, um sie daran zu hindern, wieder über das Felgenhorn zu rutschen.
Und NUR EINE Seite des Reifens über die Felge ziehen, die andere Seite des Reifens in der Felge belassen. Nun den Schlauch herausziehen.
Den Reifen innen und aussen auf Perforation durch Fremdkörper untersuchen und diese ggf. herauspulen, sonst hat man gleich wieder einen Platten.

Den neuen Schlauch zuerst mit dem Ventil in die Felge stecken, dann ein kleines bisschen Luft reinpumpen, nur so dass er nicht meer schlaff ist und man ihn einfacher in den Reifen legen kann. Evtl. wieder Luft entweichen lassen.

Um den Reifen wieder in die Felge hineinzubekommen, hebelt man mit 2 Reifenhebern gleichzeitig zuerst ein Stück hinein, zieht einen Reifenheber rechts und den anderen links am Felgenhorn entlang, bis es zu schwer wird. Nun packt man das Laufrad mit beiden Händen an entgegengesetzten Stellen des Reifens, drückt es vor sich auf den Boden, wobei der Bereich des Reifens, der noch nicht über die Felge gezogen werden konnte, unten am Boden ist, und zerrt den Reifen rechts und links kräftig nach unten. Dann rutscht man mit beiden Händen ein Stück weiter runter und zerrt noch mal nach unten und evtl. wiederholt man dieses ein paar mal, wobei man den Reifen gleichzeitig auch etwas quer zur Felge hin und her walkt. Das Ergebnis dieses Gezerres sollte sein, dass man schliesslich mit den Daumen beider Hände das letzte Stück Reifen nach unten über das Felgenhorn drücken kann. Für einen Reifenheber ist nun kein Platz meer und der Reifen würde an anderer Stelle wieder herunterspringen, wenn man ihn an dieser Stelle rüberhebeln wollte.

Wie schwer dieser letzte Kraftakt vonstatten geht, hängt nicht nur von der Güte der Vorarbeit ab, sondern leider auch von Typ und Beschaffenheit des Materials.

salleedesign Avatar
salleedesign:#1841

>>1603
Wenn du wirklich zehntausend Kilometer im Jahr fährst, wer wechselt dir denn 2 mal die Kette und einmal die Ritzel? Und eventuell den Reifen hinten?

madhan4uu Avatar
madhan4uu:#1843

>>1841
Wird alles dem Fahrradhändler des Vertrauens überlassen. Bernd hat keine Ahnung, wie er Ritzel wechselt oder Kette spannt, obwohl das bei seinem Eingangrad vermutlich sogar recht simpel sein wird. Bei großen Touren hofft Bernd einfach, dass alles glatt läuft; bisher hatte er Glück.

Beim nächsten Platten zumindest wird Bernd versuchen, es mithilfe von
>>1840
selbst anzupacken, ohne vorher rangierzuquittieren.

bluesix Avatar
bluesix:#1845

dfw platter reifen

>gehe 30 min zum nächsten Rad-Laden
>Kein 28" Schlauch mit Autoventil von Schwalbe mehr , nur noch mit anderen Ventilen.
>Scheißladen
>Okay, dann eben zwei von Continental
>Laufe 30 min nach Hause
>Merke du hast zwei mal Dunlop-Ventil gekauft
>Pumpe passt nur auf Auto- und Sclaverand-Ventil

Ich hasse mich. ;_;

_kkga Avatar
_kkga:#1851

>>1845
Pumpen die auf Sclaverand passen, funktionieren oft auch auf Dunlop-Ventilen.

_kkga Avatar
_kkga:#1908

Protipp von einem Vielfahrer gegen Plattfuß: Pannenschutzbänder aus Polyurethan zwischen Schlauch und Reifen legen.
Die erhöhen zwar etwas den Rollwiderstand, sind aber praktisch undurchdringlich für spitze/scharfkantige Fremdkörper und schützen so äußerst zuverlässig den Schlauch.
Sie sind billig und halten - nach Bernds Erfahrung! - mindestens 2 Jahrzehnte.

http://www.jofablog.de/2009/05/pannenschutz-anti-platt-im-praxistest/

artheft_ua Avatar
artheft_ua:#1912

>Dieser Bernd wollte heute seine Kette kürzen. Jetzt ist die Kette unbrauchbar und der Ketten-Nieter hinüber.

Ich hab ja schon viel scheiße gebaut, aber was du frabrizierst treibt selbst mir Tränen in die Augen. Naja, mehr Glück beim nächsten Mal.

bobwassermann Avatar
bobwassermann:#1913

>>1908

Oder einfach anständige Mäntel kaufen und nicht immer das billigste vom billigsten. Soll wohl auch helfen. Bernd fährt seit knapp drei Jahren die GP 4season von Conti und hat bis jetzt nicht einen Platten gehabt.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#1916

>>1913
> einfach anständige Mäntel kaufen
Kombt sehr viel teurer als Pannenschutzband.
Und halten tun die auch nicht, was ihr Preis verspricht.
Wer >9000 KM im Jahr fährt, der hat auch mit Conti Grand Prix alle naslang Platten, je nachdem, wie stark er diesen abnutzen lässt.
Mit eingelegten Pannenschutzbändern kann man einen Reifen wirklich fahren, bis das Gummi ganz runter ist und die Karkasse zum Vorschein kombt. Das spart auf Dauer einiges an NG und lästiger Arbeit.

kurafire Avatar
kurafire:#1918

>>1916
>Mit eingelegten Pannenschutzbändern kann man einen Reifen wirklich fahren, bis das Gummi ganz runter ist und die Karkasse zum Vorschein kombt. Das spart auf Dauer einiges an NG und lästiger Arbeit.

Hilft dir aber herzlich wenig auf nassem Kopfsteinpflaster, vereisten Gehwegen oder Bahnschienen. Dann doch lieber anständige Mäntel mit passender Gummimischung. Mit offenliegender Karkasse möchte ich dann doch lieber keine 40+ km/h fahren. Das mag für Cityräder gerade noch in Frage kommen, beim Rennrad wohl eher nicht.

jeremyworboys Avatar
jeremyworboys:#1919

>>1918
Sobald an itgendeiner Stelle Gewebe sichtbar wird, tauscht Bernd den Reifen auch aus. Aber nicht vorher. Da ist die Lauffläche auch schon so weit runter, dass spitze Partikel leicht bis zum Schlauch durchdringen würden, hätte Bernd nicht das Pannenschutzband drin. Gerade die leichten, schmalen Rennreifen bieten von Haus aus keinen guten Pannenschutz und verschleissen schnell. Geringes Gewicht, niedriger Rollwiderstand, gute Haftungseigenschaften und vielleicht auch eine vom Hersteller gewünschte Kurzlebigkeit (Glühbirnen-Syndrom) stehen dem Pannenschutz entgegen. Die PU-Bänder wiegen eigentlich wenig, erhöhen aber spürbar den Rollwiderstand. Im Training spielt das keine große Rolle und im WK fährt Bernd ohnehin andere, viel schnellere Laufräder (Karbonfelge mit Schlauchreifen).