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Veröffentlicht am 2014-04-21 15:31:49 in /fe/

/fe/ 1691: Bernd, ich fahre ziemlich ungern mit Helm. Irgendw...

itskawsar Avatar
itskawsar:#1691

Bernd, ich fahre ziemlich ungern mit Helm. Irgendwie ist mir das unbequem und ich habe das Gefühl es schränkt beim Fahren irgendwie meine "Freiheit" ein.

Allerdings hatte ich schon Situationen die sehr knapp waren und wo ich fast einen Helm gebraucht hätte. Außerdem kommt es auch schonmal vor, dass ich 40 kmh und mehr in der Stadt fahre (und sich Autofahrer denken, sie könnten mal prompt vor mir auf der Radlerspur halten).

Wie siehst du das, Bernd? Trägst du immer einen Helm?

peterlandt Avatar
peterlandt:#1693

Ein Blick in die Niederlande reicht mir, um festzustellen, dass ich keinen Helm brauche. Lieber verlasse ich mich auf mein Verkehrsgespür, welches mir schon viel öfter geholfen hat als es ein Helm je könnte.

adhiardana Avatar
adhiardana:#1694

>>1693
In den Niederlanden fährt auch kaum jemand über 25km/h.
Und die Autofahrer sind dort die Minderheiten.
Dein Argument ist Invalid.

>>1691
Suche dir einen Helm der dir gemütlich sitzt oder benutze Heißkleber.

chrisvanderkooi Avatar
chrisvanderkooi:#1695

https://www.youtube.com/watch?v=07o-TASvIxY

karalek Avatar
karalek:#1696

Ich trage aus guten Gründen keinen Helm. Es gibt keine seriöse Studie, die einen tatsächlichen Nutzen handelsüblicher Fahrradhelme nachweisen kann. Es gibt keine Crashtests mit Fahrradhelmen unter realistischen Bedingungen. Die "Prüf"normen für Radhelme (Aufprall in gerader Linie bei 20km/h, ohne Berücksichtigung, dass an dem "Kopf" realiter noch ein Körper dranhängt) sind ein schlechter Witz.

Wesentlich effektiver ist es, sich typische Unfallrisiken bewusst zu machen und seine Fahrweise daran auszurichten. Kurz: §1 StVO beachten. Sichtbar sein (Radwege, speziell wenn sie von der Fahrbahn aus schlecht einsehbar sind meiden, stattdessen Fahrbahn nutzen, Bremsen, Beleuchtung und Reflektoren instand halten, kein Geisterradeln!). Situationsgerecht angepasste Geschwindigkeit, insbesondere im dichten Stadtverkehr. Je nach Geschwindigkeit 1-1,5m Sicherheitsabstand zu parkenden Autos, deren Türen sich plötzlich öffnen könnten. So fahren, dass man für andere Verkehrsteilnehmer berechenbar ist (kein Slalom durch wartende KFZ oder Fußgänger, rote Ampeln, Einbahnstrassen und Vorfahrtsregeln beachten, Abbiegen durch Einordnen oder Handzeichen signalisieren). Besondere Vorsicht bei Kastenwagen und LKW, die zum Abbiegen die Radverkehrsführung queren. Gerade dabei passieren nämlich die Unfälle, bei denen Radfahrer schwer verletzt werden. Ein Helm hift dir nullkommagarnichts, wenn du vom Anhänger eines LKWs überollt wirst. Die Beachtung grundlegender Verkehrsregeln und des toten Winkels kann aber helfen, gar nicht erst in diese Situation zu kommen.

Ansonsten ist Radfahren statistisch weniger gefährlich als jede andere Fortbewegungsart. PKWs haben zwar mehr Sicherheitseinrichtungen, bringen aber auch höhere Risiken mit sich. Insofern: Gelassen bleiben.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#1697

Rein sicherheitstechnisch wäre ein Motorrad-Integralhelm für Fahrradfahrer durchaus angebracht. Der würde auch einen erheblichen Sicherheitsgewinn bringen. Die 50gr Styropor die sich die Leute sonst so auf die Rübe kleben allerdings nicht.

adammarsbar Avatar
adammarsbar:#1698

>>1697
Ja , nee, is klar. Schonmal darüber nachgedacht, dass man sich auf dem Motorrad körperlich nicht bewegt? Und Kühlung durch starken Fahrtwind hat? Mit einem Moped-Integralhelm auf dem Fahrrad wäre man nach 3-400m nur noch eingeschränkt zurechnungsfähig und nach einem Kilometer würde man mit Hitzschlag vom Rad kippen. Toller Sicherheitsgewinn.

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#1699

Ein Helm fängt Stöße ab (verformt sich dabei) und kann auch Abschürfungen verhindern, je nachdem, wie Unfallbernd auf die Fahrbahn aufkommt.
Klar ist so ein Fahrradhelm kein Rundumschutz, auch mit Helm gibt es diverse Möglichkeiten bei einem Unfall zu sterben bzw verletzt zu werden. Bernd trägt regelmäßig Helm, findet es aber gut, dass es keine Pflicht ist.

illyzoren Avatar
illyzoren:#1700

>>1699
Ein Helm vergrössert aber auch das Kopfvolumen. Sprich: er fängt teilweise Stösse ab, die den Kopf ohne Helm gar nicht erreicht hätten. Darüber hinaus kann ein Helm durch sein Volumen Verletzungen des Genicks und der Kinnpartie verschlimmern (Stichworte: Hebelwirkung und Rotationsbeschleunigung).

linux29 Avatar
linux29:#1701

>>1698
> und nach einem Kilometer würde man mit Hitzschlag vom Rad kippen.
Aber du hättest dann zumindest einen prima Helm auf, der den Aufschlag dann abfängt!

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#1702

>>1698
>>>1697
>Ja , nee, is klar. Schonmal darüber nachgedacht, dass man sich auf dem Motorrad körperlich nicht bewegt?

Lach. Du hast noch nie n Rennmopped so richtig durch die Kurven geprügelt. Das ist Schwerstarbeit. Im Sommer läuft dir da die Suppe aus jeder Ritze, auch weil wegen Lederkombi die Null atmungsaktiv ist, im Gegensatz zu typischer Radfahrerkleidung.

>Und Kühlung durch starken Fahrtwind hat?

Sommer, Stau, enge Kurven mit niedriger Geschwindigkeit, kennste?

>Mit einem Moped-Integralhelm auf dem Fahrrad wäre man nach 3-400m nur noch eingeschränkt zurechnungsfähig und nach einem Kilometer würde man mit Hitzschlag vom Rad kippen.

https://www.youtube.com/watch?v=SXd8Ho2ji6M

Okay, war schon vor Fahrtantritt eingeschränkt zurechnungsfähig.

>Toller Sicherheitsgewinn.

Das war nur eine hypothetische Feststellung, da selbstverständlich Niemand außer Autistenbernd es ernsthaft in Betracht zieht, das Jemand mit einem Integralhelm Fahrrad fährt.
Dadurch sollte veranschaulicht werden, welches Kaliber an Helmkonstruktion für einen echten Schutz nötig wäre.

marciotoledo Avatar
marciotoledo:#1703

Nachdem Bernd einen Unfall von einem Freund gesehen hat, der ohne Helm tödlich verlaufen wäre, fährt Bernd nur noch mit Helm.

Tip: Testen bis dir einer gut passt.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#1704

>>1703
Bernd hat auch einen Bekannten, der einen Unfall nur wegen seines Helmes überlebt hat. Dieser ist nun "nur" schwerst behindert. Deshalb nicht sicher, ob Helme gutfindend oder nicht.

ultragex Avatar
ultragex:#1705

>>1704
Lieber Tot als Schwerstbehindert.

Dieser Bernd achtet zu genau auf den Straßenverkehr als dass er angefahren wird.
Auch gute Reifen und Bremsen sind ein Muss.

Bernd Avatar
Bernd:#1706

Bernd Fährt ohne Helm.

25 kmh werden selten erreicht, meistens wird in einem Tempo gefahren das nicht schnell aber immernoch schneller als gehen ist.

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#1709

>>1705
>Dieser Bernd achtet zu genau auf den Straßenverkehr als dass er angefahren wird.

Hast Du Dir mal die Definition von "Unfall" durchgelesen?

keyuri85 Avatar
keyuri85:#1710

>>1696
All jenes. Aus §1 StVO folgt besonders, dass man nur dann >>1691
>40 km/h und mehr in der Stadt
fährt, wenn es die Verkehrslage und der Weg gestatten (also recht selten).

Wer darauf nicht achtet und das Potenzial eines Rennrads voll ausnutzt, wird im Ernstfall auch von einem Fahrradhelm nicht gerettet. (Implizierend, dass die Grenze, ab der man nicht mehr versuchen sollte, Zeitdruck mit Körperleistung zu kompensieren, eher durch die äußeren Umstände als durch die eigene Leistungsfähigkeit bestimmt wird. Und dass man zwar Rennräder auf der Straße fahren kann, aber keine Radrennen.)

>>1697
>Motorrad-Integralhelm für Fahrradfahrer
Wie gut funktioniert damit der Schulterblick?

linux29 Avatar
linux29:#1711

Ich glaube, viele verstehen hier den Sinn eines Fahrradhelmes falsch. Wenn ich von einem Lastwagen überrollt werde oder bei einem PKW durch die Frontscheibe fliege, hilft der Fahrradhelm natürlich eher weniger. Ich denke dafür ist er aber auch nicht gedacht.

Der Helm ist gedacht, bei Stürzen zu schützen. Wenn ich über nasses Kopfsteinpflaster fahre und in der Kurve ausrutsche und mein Kopf auf den Boden klatscht stehen meine Chancen mit Helm ganz einfach besser als ohne. Da kann ich noch soviel Rücksicht auf den Verkehr nehmen.

Helm trage ich trotzdem nicht.

shesgared Avatar
shesgared:#1712

>>1711
> Wenn ich über nasses Kopfsteinpflaster fahre und in der Kurve ausrutsche
... schürfe ich mir alle Extremitäten sowie den Oberkörper auf, bevor ich mit dem Kopf auch nur in die Nähe des Asphalts komme.

smenov Avatar
smenov:#1715

Und was sagt Bernd zu Skater- oder Snowboardhelmen zum Fahrradfahren?
Meine Liste:
+Sie halten den Kopf schlanker und liegen besser an.
+Sie decken mehr Fläche am Kopf ab.
+Sie haben kürzere hervorstehende Kanten, im Unfallfall ist die Wahrscheinlichkeit und die Wirkung als Hebel also geringer.
+Sie verrutschen beim Unfall weniger, weil sie nicht nur aufgesetzt sind, sondern den Kopf umschließen.
+bessere Schale und mehr Polster
-Die Belüftung ist weniger gut.
-Die Stromlinie ist schlechter.
-Sie sind schwerer.

Natürlich gilt auch für die, dass sie keine Lebensversicherung darstellen, und die gebotene Vorsicht nicht ersetzen können. Trotzdem ist Fehlen menschlich, und wenn mal was schief läuft ist es besser, zusätzlichen Schutz zu haben.

Es gibt außerdem ja auch noch Fahrrad-Crosshelme. Die bieten nochmal mehr Schutz, allerdings im normalen Fahrradbetrieb dürfte dieses Mehr nicht ins Gewicht fallen. Außerdem sind sie nochmals schwerer und schlechter belüftet, weswegen sie meiner Meinung nach für den Normalgebrauch unsinnig sind.

oskamaya Avatar
oskamaya:#1716

>>1715
>Skater- oder Snowboardhelme zum Fahrradfahren
>-Die Belüftung ist weniger gut.
>-Sie sind schwerer
>Fahrrad-Crosshelme nochmals schwerer und schlechter belüftet

Du hast doch schon selbst die korrekte Schlussfolgerung gezogen:
>für den Normalgebrauch unsinnig

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#1717

>>1716
Der Schluss galt nur für die Crosshelme. Skaterhelme wiegen nicht wirklich viel und sind auch ausreichend belüftet, nur nicht so optimal wie Fahrradhelme.

joshkennedy Avatar
joshkennedy:#1718

Ich lass das mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=SPMprLKH5Po

keremk Avatar
keremk:#1723

Die wenigsten Unfälle auf dem Rad betreffen wirklich den Kopf. Und selbst dann ist es selten eine gerade Linie, mit der der Kopf auf den gepolsterten Teil fällt - dazu ist das Abrollen deutlich erschwert.
Ich fahre ohne Helm, dafür mit gewisser Vorsicht. In Zukunft werde ich auch den Tipp beherzigen, einen Meter Abstand vom Bordstein zu halten. So halten auch die Autos entsprechenden Abstand und rauschen nicht einfach vorbei. So die Theorie...
Mein Sohn fährt mit Helm, aber ich zwinge ihn nicht dazu. Bei der Fahrradprüfung der Schule durften nur Kinder mit Helm mitfahren. So lange er sich damit sicherer fühlt - bitteschön.

Ich habe auch mal gelesen, dass das Tragen eines Helms für Autofahrer einen gewaltigen Sicherheitsgewinn darstellen würde, aber das wird sich vermutlich nicht durchsetzen..

Noch eine interessante Idee: Generelles 30er Tempolimit in Städten! http://www.taz.de/!119980/

zackeeler Avatar
zackeeler:#1724

>>1723
>Generelles 30er Tempolimit in Städten!
Halte ich bis auf wenige ausnahmen (große, übersichtliche Hauptverkehrsstraßen) für einen sehr sinnvollen Vorschlag, der bei entsprechender Ampeltaktung etc. nebenbei auch dazu beitragen könnte, den Verkehr flüssiger zu gestalten.

curiousonaut Avatar
curiousonaut:#1807

:(