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Veröffentlicht am 2015-06-13 19:29:1 in /fe/

/fe/ 2688: Gewicht des Fahrrads wirklich so entscheidend?

tereshenkov Avatar
tereshenkov:#2688

Dieser Bernd hat seit 3 Jahren ein Trekkingrad vom Discounter für 179 NG. Made in Germany vom Hersteller MIFA. Mit dem Rad ist Bernd eigentlich ganz zufrieden. Die Anbauteile sind alle von Shimano. Als "Extras" sind ein Nabendynamo, eine StVZO-Lichtanlage mit Standlicht, eine Federgabel, eine gefederte Sattelstange, ein Flaschenhalter und Alufelgen mit unplattbaren Reifen verbaut. Die Schaltung geht nach anfänglicher Feinjustierung präzise. Bei diesem Preis kann man wohl wirklich nicht meckern. Das Teil hat bis jetzt 5.000 km ohne Probleme durchgehalten, obwohl immer wieder von solchen Billigrädern abgeraten wird. Liegt wohl auch daran, dass Bernd kein Fettbernd ist. Das einzige Manko ist jedoch das Gewicht, welches ca. 17 kg beträgt. Positiv ist wiederum, dass niemand so ein Fahrrad jemals klauen würde, da überall immer über 9000 teurere Fahrräder rumstehen.

Da Bernd in eine hügelige Gegend umgezogen ist, stellt er sich nun die Frage, ob sich die Anschaffung eines leichteren Rads lohnt und ob dies in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht. Ab welcher Gewichtseinsparung merkt man bergauf wirklich einen Unterschied?

Auch haben viele leichte Räder ja aus Gewichtsgründen keinen Gepäckträger. Man müsste dann immer alles im Rucksack transportieren. Macht dass bei einem Alltagsrad auf Dauer Sinn?

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#2692

>Die Anbauteile sind alle von Shimano.

Shimano bietet mehrere Gruppen in allen Preisstufen an. Von Plasikschrott für Baumarkträder bis Edelcarbon ist da alles dabei. Shimano als Hersteller sagt daher gar nichts aus.

>eine Federgabel

Gute Federgabeln sind teurer als das ganze Rad. Viele Fahrer ziehen im unteren Preissegment Starrgabeln vor.

>Das Teil hat bis jetzt 5.000 km ohne Probleme durchgehalten, obwohl immer wieder von solchen Billigrädern abgeraten wird.

Das Problem liegt in der Lebensdauer. Bei einem hochwertigen Rad geht hier und da mal etwas kaputt, man kauft ein Ersatzteil und alles ist wieder in Ordnung. Bei billigen Rädern desintegriert jede einzelne Komponente nach ein paar Jahren und es lohnt sich nicht, Ersatzteile reinzustecken. Die Lebensdauer der Komponenten ist halt sehr knapp bemessen damit der Preis zustande kommt.

>Da Bernd in eine hügelige Gegend umgezogen ist, stellt er sich nun die Frage, ob sich die Anschaffung eines leichteren Rads lohnt und ob dies in einem sinnvollen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht. Ab welcher Gewichtseinsparung merkt man bergauf wirklich einen Unterschied?

Gewicht ist nicht das Problem. Ich bin mit meinem Rennrad und 20kg Rucksack viel schneller unterwegs, als mit meinem MTB. Dabei wiegt das MTB nur 5kg mehr als das Rennrad.

- Lagerreibung
- Rollwiderstand der Reifen durch
--Profil - weniger Profil = weniger Rollwiderstand
--Reifendruck - höherer Druck = weniger Rollwiderstand
--Reifendurchmesser - höherer Durchmesser = weniger Rollwiderstand
- Rahmengeometrie - bessere Krafteinleitung, bessere Aerodynamik durch tiefere Körperhaltung
- geringere Reibung in der Schaltung durch präziser verarbeitete Komponenten

Das Rad wiegt einen Bruchteil von dem, was du wiegst. Natürlich spürt man das Gewicht etwas, aber es ist nicht der Haupteinflusspunkt. Gerade bei Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden z.B. spielt das Gewicht keine messbare Rolle.

Da du am Berg fast nur gegen dein eigenes Gewicht kämpfst, und Aerodynamik keine große Rolle spielt, ist da die Krafteinleitung am wichtigsten. Stimmt die Rahmengröße? Ist deine Sattelstütze auf die richtige Höhe eingestellt? Stimmt dein Reifendruck?

oaktreemedia Avatar
oaktreemedia:#2695

>>2692
>Rennrad mit Rucksack

Ist das auf Dauer bequem? Was für einen Rucksack nutzt du?

thierrymeier_ Avatar
thierrymeier_:#2702

>>2695
>>>2692
>>Rennrad mit Rucksack

>Ist das auf Dauer bequem? Was für einen Rucksack nutzt du?

Es geht. Wenn man einen guten Rucksack mit richtigem Hüftgurt hat, der das Gewicht auf die Hüfte statt auf die Schultern verschiebt, merkt man das Gewicht eigentlich kaum.

http://www.eberlestock.com/Halftrack%20Backpack.htm

Bei 10-15kg sehr bequem, ab 20kg wird es dann langsam leidlich.

Hab damit jahrelang meine Einkäufe gemacht, 6-8km zum nächsten Supermarkt.

Rennrad sollte dann halt kein Ultraleichtbau sein.