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Veröffentlicht am 2016-10-19 15:44:15 in /fe/

/fe/ 3791: Habe mir ein Trekking-Rad mit 54er-Rahmen gekauft. Lei...

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#3791

Habe mir ein Trekking-Rad mit 54er-Rahmen gekauft.
Leider ist mein Oberkörper zu lang dafür.
Lenker ist bereits komplett nach vorbe geklappt, doch der Abstand ist immer noch zu kurz.

Überlege mir nun einen größeren Rahmen (56er/58er) zu kaufen und zu montieren. Ist das schwer, muss man da auf irgendwas achten beim Kauf oder ist das One-Size-Fits-All?

Bin 1,83 m mit einer Schrittlänge von 82 cm. Sitzriese also.

alek_djuric Avatar
alek_djuric:#3792

Wie lang ist der Vorbau? Gibt welche bis 135mm, damit müsste es dann eigentlich einigermaßen passen.

keremk Avatar
keremk:#3793

>>3792
Vorbau ist 110 mm lang. Die zusätzlichen 2,5 cm wären wohl nicht schlecht, aber das Gewicht des Lenkers liegt jetzt schon ungünstig über dem Vorderrad und würde sich dadurch noch mehr in die Richtung verschieben, was die Steuerung natürlich negativ beeinflusst und das Rad ja auch ausbremst.

michigangraham Avatar
michigangraham:#3794

>>3793 Den Schwerpunkt weiter nach vorne zu verlagern bremst das Rad nicht aus. Die Steuerung wird auch nicht schlechter, die geänderte Geometrie kann sich am Anfang aber ungewohnt anfühlen.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#3795

>>3794
Ist das so? Intuitiv würde ich sagen, dass durch den Druck auf oder vor der Radachse, die mögliche Geschwindigkeit abgebremst wird.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#3796

>>3795
Nö. Du gehst aber bei einer unerwarteten Vollbremsung am Abhang leichter per Purzelbaum über den Lenker. Ein etwas nach vorne gekröpfter Lenker kann übrigens auch noch 'nen cm bringen. Aber ehrlich gesagt sehe ich bei Deinen Maßen mit einem 54er Rahmen wenig Aussicht auf Erfolg. Ich bin 182, 89er Schrittlänge, lange Arme, und schinde auf meinem 58,5er-Rahmen (britischer Klassiker) mit allen Mitteln cm nach vorne raus. Und trotzdem isser mir noch 1-2cm zu kurz.

aleclarsoniv Avatar
aleclarsoniv:#3797

>>3796
Mein altes Fahrrad hatte einen 56er Rahmen und war in der Hinsicht perfekt. Habe mich beim Neukauf einzig daran gehalten, dass zwischen Schritt und Oberrohr genügend Platz vorhanden ist. 58er war z.B. zu hoch und 56er nicht vorhanden.
Aber wie im Eröffnungspost beschrieben, frage ich mich, ob ich "einfach" einen größeren Rahmen kaufen und den alten damit ersetzen kann (oder es lieber machen lasse).

jonkspr Avatar
jonkspr:#3798

>ob ich "einfach" einen größeren Rahmen kaufen und den alten damit ersetzen kann
Ja, kannst du schon machen. Bedenke dabei, dass es für den Durchmesser des Sitzrohres keine Standardmaße gibt, d.h. es kann gut sein dass der neue Rahmen einen anderen Durchmesser hat. Dadurch würde dann evtl. ein neuer Umwerfer und eine neue Sattelstütze fällig.

Wenn du ausreichend Zeit hast, würde ich dir empfehlen, den Umbau selbst vorzunehmen - man lernt einiges dabei. Für Steuersatz und Innenlager brauchst du Spezialwerkzeug, welches aber oft nicht mehr kostet als Montage dieser Teile, d.h. schon ab der 2. Benutzung amortisiert.

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#3819

>>3791
> doch der Abstand ist immer noch zu kurz
Protipp: Schieb doch mal deinen Sattel stückweise nach hinten.
Dann wird nicht nur der Abstand größer, sondern auch dein Gewicht ist auf dem Rad besser verteilt und nicht zu weit vorne.
Nicht vergessen: wenn man den Sattel horizontal nach hinten verschiebt, muss man die Sattelhöhe vertikal entsprechend verringern, so dass der Abstand der Satteloberseite zur Tretlagermitte gleich bleibt und nicht etwa größer wird.
Also erst mit einem Maßband ausmessen und notieren.

kimcool Avatar
kimcool:#3825

>>3819
Dann geht aber das Knielot flöten und die Pedaltritte laufen nicht mehr rund.

mactopus Avatar
mactopus:#3826

>>3825
> das Knielot
Das ist ja gerade die Frage, ob die Kante der Kniescheibe tatsächlich schon senkrecht über der Pedalachse steht - bei exakt horizontaler Kurbelstellung.
Sowas kann man ohne Hilfsmittel, wie z.B. einem Heimtrainer, in dem man das Rad fixiert und/oder einer zweiten Person, welche dabei hilft, nicht zuverlässig mit Senklot ermitteln und mit bloßen Auge schon gar nicht.
Möglich, ja, aber Bernd bezweifelt dies, weil bei 1,83 cm Körperhöhe und Schrittlänge 82 cm ein 54er-Rahmen eigentlich genug Reichweite nach vorn bieten sollte - mit passendem Vorbau. Die Geometrie des Rahmens, der Winkel des Vorbaus, neben der Länge, und die Form des Lenkers, also die Griffoptionen, spielen natürlich auch eine Rolle. Ein 130er-Vorbau ist übrigens unproblematisch, er führt per se nicht dazu, dass das Gewicht sich nach vorn verlagert, weil man dazu auch den Sattel und mit ihm die Körpermitte nach vorn schieben müsste. Ein längerer Vorbau führt allerdings dazu, dass Lenkbewegungen über einen längeren Hebel auf das Gabelrohr übertragen werden. Die Lenkung büßt dadurch geringfügig an Agilität ein, das Rad lässt sich dadurch aber auch leichter in der Spur halten.

suprb Avatar
suprb:#3827

>>3796
> Du gehst aber bei einer unerwarteten Vollbremsung am Abhang leichter per Purzelbaum über den Lenker
Soweit die Theorie. Hier mal etwas Praxis:
1. Vollbremsungen sind nicht gänzlich unerwartet, denn man selbst leitet sie ein.
2. Vollbremsungen - v.a. bergab - sind sinnlos, denn man verliert die Kontrolle über das Rad
3. Man bremst nicht nur mit der vorderen Bremse, bergab schon gar nicht.
4. Bei steilen Abhängen sitzt man von vornherein nicht im Sattel, sondern steht in den Pedalen und verlagert den Körperschwerpunkt weit nach hinten, den Hintern hinter den Sattel.

mhwelander Avatar
mhwelander:#3828

>>3827
>3. Man bremst nicht nur mit der vorderen Bremse, bergab schon gar nicht.

Was für ein Unsinn. Wenn Jemand seine Bremse vernünftig dosieren kann, und eine "Vollbremsung" einleitet, dann verlagert er 100% des Gewichts auf das Vorderrad. Das Hinterrad hat dann nur noch pro forma Bodenkontakt und kann keine Bremskräfte mehr erbringen. Daher kann nur das Vorderrad überhaupt eine Bremsleistung erbringen, die in dem Fall 100% der Gesamtbremsleistung entspricht.

Maximale Bremsleistung bei einem Zweirad mit kräftig ausgelegter Bremsanlage wird immer zu 100% durch das Vorderrad erbracht.

edobene Avatar
edobene:#3830

>>3828
Bernd bestreitet doch mit keinem Wort, dass die vordere Bremse aus physikalischen Gründen den größeren Teil einer Gesamtbremsleistung erbringen kann, nur dass es eben sinnlos ist, diese in einer Vollbremsung auch einzusetzen. Sowas machen Anfänger, die in Panik geraten. Sie verlieren dann nahezu immer die Kontrolle über das Rad.
Davon also abgesehen: bei jeder dosierten Verzögerung ist der tatsächliche Bedarf an Bremsleistung durch die vordere Bremse geringer und das Risiko des Wegrutschens/Blockierens des Vorderrads geringer, wenn die hintere Bremse bereits einen Teil der Verzögerung erbringt. Gerade weil die Wirkung der vorderen Bremse größer ist, betätigt man sie dabei grundsätzlich weniger stark, als die hintere. So bleibt das Rad in der Spur und man fliegt nicht über den Lenker.

iamkarna Avatar
iamkarna:#3832

>>3830
Da fragt man sich schon wieder ob man auf das inkonsistente Gebrabbel überhaupt eingehen soll, wenn die logische Erklärungskette einen Posten weiter oben offensichtlich nicht verstanden wurde.

Bernd bremst ausschließlich mit der Vorderbremse, und hält sich mit der Hinterradbremse überhaupt nur bremsbereit, für den Fall das die vordere Bremse versagt (in dem Fall ist man gefickt, weil höchstens 30% Bremskraft möglich). Mit der Vorderradbremse wird dann kontrolliert so stark gebremst, das 98% des Gewichts auf dem Vorderrad liegen, und das Hinterrad gerade so noch Bodenkontakt hat. Dies ist für Zweiräder die effizienteste Bremsmethode. Jede Bremsmethode die die Hinterradbremse nutzt, liefert weniger Bremsleistung und somit einen längeren Bremsweg.

gojeanyn Avatar
gojeanyn:#3833

>>3832
> Bernd bremst ausschließlich mit der Vorderbremse
Viel Glück bei deinem ersten Versuch!

falvarad Avatar
falvarad:#3838

>>3832
Das kannst du schon so machen, aber nur wenn das Vorderrad beste Bodenhaftung hat. Würde ich an deiner Stelle nicht auf einer glatten Straße versuchen.
Protip: Mit einem wegrutschenden Hinterrad kommt man noch einigermaßen klar, wenn dagegen das Vorderrad wegrutscht landet man fast immer auf der Fresse.

dmackerman Avatar
dmackerman:#3839

>>3832
>Physik ist inkonsistentes Gebrabbel. Ich bin fol kühl

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#3854

>>3838
Aber das Vorderrad rutscht wesentlich schwerer weg, weil da beim Bremsen das meiste Gewicht drauf lastet.

antonkudin Avatar
antonkudin:#3855

>>3854
LOL