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Veröffentlicht am 2016-07-02 19:10:0 in /k/

/k/ 21289: Autorenfaden

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vj_demien:#21289

In diesem Faden geht es um kreatives schreiben. Ob Romane, Kurzgeschichten, Lyrik oder Liedtexte. Alles geht, nichts muss.

Dieser /k/reative schreibt gerade ein Buch. Es geht um Schuldgefühle, Einsamkeit und den letzten Menschen auf Erden.
Im allgemeinen ist es sehr stark an "Die Wand" angelehnt. Nicht der ganze Feministenkack, oder das Überleben von der Natur, sondern die Einsamkeit und das Reflektieren von dem was man vor dem Ereigniss mit seinem Leben angefangen hat, im vergleich zu dem woraus das Leben jetzt besteht.
Im allgemeinen besteht die Geschichte daraus, dass ein Mann allein in einem Bunker eingelschossen wird und über ihm die Atombomben die Welt in Asche verwandeln. Er hat Essen und Wasser für ein Jahr, der Luftfilter hat eine Garantie für zwei Jahre.
In den ersten paar Monaten läuft alles in ordnung, zwar geht es dem Mann nicht gut, aber auch nicht besonders schlecht. Dennoch rutscht er langsam in den Wahnsinn ab. Er kann nicht mit der Einsamkeit umgehen und verliert den Verstand. Nach einer auch für den Mann unbestimmbaren Zeit fängt er sich wieder. Er sieht auf alles zurück was er in seinem Wahnsinn angerichtet hat, was er in seinem Leben vor dem Krieg getan hat und was er nicht getan hat. Das was ihn aus dem Wahnsinn befreit hat, war der Tod seines Hundes Fifi, welcher eigentlich der Handtaschenköter seiner Frau war.
Der Mann beschließt den Hund draußen zu begraben, ein gewagtes Unterfangen, denn er hat seit dem die Bomben vielen den Bunker nicht verlassen.
Er szieht sich drei dicke Jacken an, setzt sich eine Gasmaske auf, klebt alle öffnungen mit Klebeband ab, und verlässt den Bunker mit seinem toten Freund im Arm.
Er verscharrt den Hund in der Asche der Menschheit und totaler Finsterniss. Erst als er vom Grab aufsteht bemerkt er in der Distanz wie durch die Wolkendecke des nuklearen Winters ein Lichschein auf etwas fällt, was so aussieht wie eine Siedlung. Er beschließt, den Bunker hinter sich zu lassen. Hier endet die Geschichte.

Ich habe jedoch ein großes Problem: Aus welcher Perpektive soll ich das Buch schreiben? Die Tagebuchperspektive hat es mir sehr angetan, da sie einen tieferen Einblick in die Gefühlslage des Protagonisten erlaubt. Aber ich möchte auch nicht einfach mehrere Monate des totalen Wahninns auslassen, weil er kein Tagebuch geführt hat. Der nachträgliche Bericht wie in "Die Wand" ist ziemlich kacke. So kann man keine rechte Spannung aufbauen, da der Protagonist nicht plötzlich sterben kann und alles bereits weiß. Zudem können Formulierungen wie "Er war ein toller Hund" andere Aspekte der Spannung verraten.
Die einfache Ich-Perspektive ist aber auch blöde, da ich dann ständig Gedankengänge und innere Monologe hätte. Ganze Kapitel in denen nichts geschieht als innerer Monolog und an deren Ende dann steht "Es verstrichen noch zwei Monate bis mir die Lösung einviel" sind halt langweilig.
Eine "über die Schulter" Perspektive finde ich zwar ganz nett, jedoch kommt es nicht gut ganze Wochen mit "Einige Tage vergingen ereignislos" zu umschiffen. Da der Leser, genau wie der Protagonist, keine Ahnung von der Außenwelt haben sollte, wäre auch der "Gotterzähler" doof.
Ich habe schon ein paar erste Schreibversuche gewagt, aber immer wenn ich es schaffe ein Kapitel zu schreiben, fällt mir auf, dass das Nächste in einer anderen Perspektive besser zu lesen aber auch einfacher zu schreiben wäre.
Kann mir da irgendwer unter die Arme greifen? Von einer Mischung der Perspektiven halte ich nichts, da der Leser sich immer wieder an einen geänderten Fluss gewöhnen müsste, was mir gar nicht passt.

grafxiq Avatar
grafxiq:#21398

Konzept klingt von vornherein Kacke. Is also völlig egal, was für ne Perspektive. Schreib einfachn bisschen durcheinander und wenns fertig is, legs weg.

EASY

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#21424

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