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Veröffentlicht am 2013-09-16 14:06:53 in /keller/

/keller/ 4043: Ich bin nun seit fast fünf Jahren NEET und mu...

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#4043

Ich bin nun seit fast fünf Jahren NEET und musste in dieser Zeit, gezwungenermaßen, zwei Mal eine Arbeitsstelle antreten. Ich werde weiterneeten, aber trotzdem interessieren mich, falls vorhanden, Erfahrungen zu dieser Thematik.

Bei diesen beiden Versuchen ist mir aufgefallen, dass man nach einer längeren Zeit des Nichtstuns weder Antrieb noch Motivation zur Eingliederung in die Schafsherde hat. Ich brach beide Stellen bereits nach kurzer Zeit wieder ab, da ich ständig an die guten Zeiten während des NEETtums erinnert wurde. Man hatte ja nur das Wochenende. Was bleibt einem schon nach einem Arbeitstag? Man kommt nach Hause, macht sich was zu essen, zockiert und lauert ein wenig und muss sich dann schon wieder hinlegen, da man morgens früh raus muss. Und dann muss man sich auch noch aus dem Bett quälen. Man lebt nur für das Wochende.

Je länger man diesen Trott durchzieht, desto mehr hasst man seine Arbeit. Während man sich in die U-Bahn quält, könnte man ebensogut im Bett liegen. Diesen Gedanken hatte ich immer wieder. Dazu kommt dann noch Stress, nervige Kollegen und dämliche Arbeitsaufgaben.

Wie siehts bei dir aus, Bernd? Warst du bereits in ähnlichen Situationen und kannst daher die Gedanken nachvollziehen?

keyuri85 Avatar
keyuri85:#4046

Kann mir das nur annährend vorstellen, da Bernd noch überhaupt noch gar nie gearbeitet hat. Bernd stellt sich die Durchschnittsmaloche immer ein wenig so wie Schule vor, nur spezialisierter, eintöniger und dreimal so beschissen.
Bernd ist und bleibt ein Taugenichts und Tunichtgut und stellt sich das, was du beschreibst als absolutes Horrorszenario vor. Und man stelle sich mal vor, die meisten Leute ziehen das ihr ganzes Leben lang bis zur Rente durch. Das ist doch vollkommen irrsinnig.

Ausnahme: Bernd könnte sich vorstellen, einer Tätigkeit nachzugehen, die ihm wirklich uneingeschränkt Spaß macht und zumindest halbwegs vernünftig entlohnt wird. Aber wer kann schon von sich behaupten, so eine Arbeit zu haben? Der Durchschnittsbürger sicher nicht, und Bernd erst recht nicht. Für Wichsen Zocken Animu bezahlt Bernd ja keiner.

Als Bundestagsabgeordneter scheint man's allerdings ziemlich angenehm zu haben, wenn man sich mal die Sektion "Pflichten" hier anschaut:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mitglied_des_Deutschen_Bundestages#Rechte_und_Pflichten

Das käme der Bezeichnung "Traumjob" wohl am ehesten hin.
Der Blick in die Tabelle "Sozialer Hintergrund" verrät jedoch: Arbeitslose haben's da schwer. Also Bernd, bleib bei deinen Leisten und lauer weiter vor dich hin.

tjisousa Avatar
tjisousa:#4060

>Ausnahme: Bernd könnte sich vorstellen, einer Tätigkeit nachzugehen, die ihm wirklich uneingeschränkt Spaß macht und zumindest halbwegs vernünftig entlohnt wird.
So dachte ich damals ebenfalls. Dieser Bernd arbeitet mit 3D-Programmen und fand in dieser Branche eine gut entlohnte Anstellung. Nach drei Monaten habe ich gekündigt, da ich mit dem Arbeitsdruck und den Kollegen nicht handeln konnte. Diese waren nämlich leider allesamt Hüfsterschuchteln. Lag wohl auch daran, dass dieses Büro seinen Schwerpunkt in Architekturvisualisierungen hatte. Im Spielebereich wird das vermutlich anders aussehen.

Zu Hause kann ich mich stundenlang mit 3D-Programmen beschäftigen, auf der Arbeit aber nicht.

kennyadr Avatar
kennyadr:#4066

Bernd bekommt Grillgedanken, wenn er realisiert, dass er eine Tätigkeit für die nächsten 40 Jahre ausüben soll. Sich nur von Wochenende zu Wochenende zu hangeln, um Kummer und Sorgen in Alkohol zu ertränken. Wenn man dann alt und gebrechlich ist, kriegt man seine Freizeit. In unseren Fall bestimmt nicht mal mit einer Rente, die ein halbwegs schönes Leben ermöglichen könnte.
Darum lenke ich mich den ganzen Tag von meinen Gedanken ab - mit Videospielen, Serien schauen, fappieren, lesen und schlafen.
Die Abkürzung zu nehmen wird aber immer verlockender.

saulihirvi Avatar
saulihirvi:#4068

>>4066
Welche Abkürzung meinst du?

Franz hat nun zwei Jahre „studiert“ – im vorletzten Semester eine Prüfung gemacht, dann beschlossen dass er nicht mit all dem Stress und Lernzwang handeln kann und das letzte Semester dann höchstens 10 Stunden mit der Uni verbracht.
Jetzt hat er seinen Anspruch auf Familienbeihilfe (bei Bernd heißt das BAFÖG, glaubt er) verwirkt und muss sich nun auch sorgen, wie er sich langfristig Essen und Wohnung sowie die gelegentlich nötigen Elektronikhochdatierungen leisten kann.

Gestern hatte er einen Schnuppertag bei seiner Tante, die im Sozialamt arbeitet und Anträge auf Mindestsicherung prüft. Franz würde da wohl genommen werden, weil schlau, schnell und Matura, doch die Arbeitskollegen wirken alle wie Schafe. Allerdings ist es eine einfache Tätigkeit, für die man nicht gar so viel unnützes Wissen anhäufen muss wie beim Studium.
Bevor Franz auf der Straße landet, macht er das aber. Oder er geht zum Arbeitsamt und meldet sich als arbeitssuchend, nur um dann in jeder Stelle als unbrauchbar weil arrogant abgewiesen zu werden. Ist vielleicht noch besser, als täglich mit geistiger Unterschicht acht Stunden verbringen zu müssen.

Wie geht es Bernd mit den Arbeitsamtpflichten? Oder wird er noch komplett von seiner Familie gestützt?

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#4071

Wie heissen Schweizer hier, wenn Bernd deutsch ist und Franz österreichisch?

alta1r Avatar
alta1r:#4072

>>4068
>Welche Abkürzung meinst du?

Ich dachte, das hätte man aus dem Kontext entnehmen können. Bild relatiert.

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#4074

>>4068
>we kehr for you.jpg
Dies gab mir Krebs. Oh Junge, ich kann meinen Hass auf Denglisch gar nicht beschreiben.

ripplemdk Avatar
ripplemdk:#4076

Bernd hatte nach seiner verkackten schulischen Ausbildung ein halbes Jahr Maßnahme und dann ein halbes Jahr gar nichts.
Das war die beste Zeit seines Lebens.
Auch wenn er sich wegen Hotel Mutti dumme Äußerungen seiner Eltern anhören musste,
es war so schön. Bernd lebt nachts. Das wurde ihm so richtig bewusst.
Er wurde kreativ, konnte nachts trinken etc.
Er schaute viel Animu, machte viel Musik, lauerte, zockierte, ging Party machen
Es war zwanglos.
Bernd weiß aber, dass dieser Lebensstil nur ging, weil Bernd der Mittelschicht entstammt.
Bernd kennt einen Hartzer mit psychischen Problemen, der kann, wenn überhaupt, ein paar mal im Jahr feiern gehen.
Der kann sich kein gutes Bier leisten, keine guten Mahlzeiten.
Daher hat sich Bernd überwunden und die höhere Handelsschule abgeschlossen, danach die FO Wirtschaft.
Jetzt ist er im zweiten Jahr. Klar ist, Bernd ist eher kreativ, chaotisch, prokrastinierend und links/rechts/sonstwas.
Also kein BWLer. Doch was kann man mit FO Wirtschaft schon machen? Bernd will nicht studieren, da ihn Gruppenarbeiten,
die Leute allgemein, das furchtbare Niveau der Erwachsenen unter 25 einfach nur aufregen.
Aber er wird eine Ausbildung brauchen, um später einen lohnenden Teilzeitberuf auszuführen.
Arbeiten ist nicht so schlimm, wenn es nur ein paar Stunden sind und man arreine arbeiten kann.
Das sucht Bernd. Es muss möglich sein.

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#4079

>>4076
>ging Party machen
Es ist /keller/ hier.

splashing75 Avatar
splashing75:#4080

>>4079
Verzeihung, das hätte ich nicht erwähnen sollen.
Es war natürlich einfach nur arreine vor sich hintanzen und später frustriert gehen.
Und ich werde mich nicht dafür entschuldigen,
dass ich kein Hiki, sondern "nur" Sozialphobiker bin, der sich auch arreine mal in der Außenwelt beschäftigen kann.
Das soll mich nicht besser darstellen, es ist wie es ist.

gmourier Avatar
gmourier:#4081

>>4080
Dann kannst du ja nach /we/ gehen.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#4082

>>4046
>Ausnahme: Bernd könnte sich vorstellen, einer Tätigkeit nachzugehen, die ihm wirklich uneingeschränkt Spaß macht und zumindest halbwegs vernünftig entlohnt wird. Aber wer kann schon von sich behaupten, so eine Arbeit zu haben?
Wenn einen die Arbeit in einem Maße erfüllt, dass man sich morgens tatsächlich auf sie freut und sie also attraktiver erscheint als das alternative NEETen, dann muss sie meiner Meinung nach nicht unbedingt gut entlohnt werden. Als Erzieher wird man zwar beispielsweise unverschämt schlecht bezahlt, aber Lolibernd weiß, dass sein Alltag in diesem Beruf ein besserer ist, als der Alttag, der aus dem üblichen Lauern besteht.

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#4083

Lösung: Auswandern und Aussteigen
oder
Hartzen mit Schwarzarbeit nebenbei

samscouto Avatar
samscouto:#4084

>>4083
Fürs Auswandern braucht man aber Startkapital.

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#4091

>>4060
Wenn du gut mit 3D-Programmen umgehen kannst, dann versuch dich doch in dem Bereich selbstständig zu machen. Am besten in sowas wie Architektur, was du schon mal gemacht hast. Oder irgendwas mit Produktdesign. Aufträge kann man über das Internetz bekommen, ohne viel persönlichen Kontakt, und du kannst alles von zu Hause machen. Eventuell kannst du sogar Födergelder vom Amt/der KfW einstreichen. Du musst ja nicht so viel machen, für einen Keller-Lebensstil reicht ja auch wenig Geld. Dann kannst du quasi dein Hobby zum Beruf machen und musst trotzdem deinen Keller nicht verlassen und nur geringfügig mit anderen Menschen, hauptsächlich per E-Mail, kommunizieren.

remiallegre Avatar
remiallegre:#4097

OP, meine einzige Arbeitserfahrung (fast 6 Monate) war genauso wie deine.
Habe die ganze Zeit nur daran gedacht wie schön das NEETen war. Dazu kam noch die Sozialphobie von Bernd.

smenov Avatar
smenov:#4145

>>4068
So ein gemütlicher Beamtenjob wäre mein Traum. Aber ohne jegliche Berufserfahrung und einer dreijährigen Lücke bekommt man auch dort nur schwer was. Und Kontakte hat Bernd sowieso keine.

oscarowusu Avatar
oscarowusu:#4146

>>4145
Nächste Woche fange ich übrigens in einem CallCenter an. Ist das Beste was ich bekommen konnte, trotz HAK-Matura. Naja, wenigstens sind es "nur" 30 Stunden die Woche. Aber der Gedanke wildfremde Leute um Spenden anzubetteln ist schon irgendwie unangenehm. Mal sehen wie lange ich es aushalte. Den letzten Job(Verpacker) habe ich nach 3 Tagen geschmissen.

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#4147

>>4146
>CallCenter

Dscheiße Bernd, ich täte mich erschießen. Wie viel verdienst du da? Ist Hartz IV denn keine Option, oder wurdest du vom Arbeitsamt etwa dazu verdonnert?

mhwelander Avatar
mhwelander:#4148

>>4147
Da es ja nur eine niedere Teilzeitbeschäftigung ist, bekomme ich nur etwa 1000€ brutto. Das einzig Gute an dem Job ist, dass er praktisch um die Ecke liegt und ich dort auch zu Fuß hin kann. Ansonsten hätte ich darauf geschissen. Aber wahrscheinlich werde ich es dort eh nicht lange aushalten. Mal sehen.

Ich habe keinerlei Anspruch auf irgendeine Form von Unterstützung da ich noch nie länger als ein paar Tage gearbeitet habe. Dem AMS(österr. Arbeitsamt) ist es also scheissegal was ich mache. Ich könnte bei meinen Eltern weiterNEETen aber ich habe da einfach keinen Bock mehr drauf. Ich sehe ein, dass sich was ändern muss aber es ist so verdammt schwer...
Vielleicht werde ich ja nächstes Jahr ein Studium anfangen. Mit 29. Immer noch besser als meine jetzige Situation oder die nächsten 30+ Jahre Drecksjobs zu machen.

Ansonsten ist grillengehen eine echte Option. Aber andererseits will ich das meinen Eltern nicht antun. Egal wie man es dreht und wendet, es ist einfach beschissen.

doronmalki Avatar
doronmalki:#4149

>>4148
>Ostmarkbernd

Dachte ich mir im Nachhinein schon, da kein Deutscher vom "Matura" spricht. Nahm aber bisher immer an, die österreichische Grundsicherung sei dem deutschen Modell ähnlich.
Was geschieht denn zum Beispiel mit einer Person, die zum Studieren auszieht, dann aber das Studium abbricht und keine Stelle findet? Ist er dann tatsächlich gezwungen, zurück zu den Eltern zu ziehen, weil er keine Sozialhilfe erhält?

>1000€ brutto
Das entspricht ja fast Bernds verfügbarem Hartzgeld. Mein Beileid. Hoffe, dass es irgendwann besser für dich wird.

nelshd Avatar
nelshd:#4185

>>4043
Bernd hier hat nach fast zwei Jahren NEETZeit nun sein Public Management-Studium begonnen, was nichts anderes ist als ein duales Studium für die Beamtenlaufbahn im gehobenen Dienst.

Das Ganze beginnt mit einem sechsmonatigen Einführungspraktikum in der Gemeinde deiner Wahl (Bernd nahm einfach seinen Wohnort ins Visier, da er da schon mal ne Woche als Schulraktikant verbrachte), anschließend ein Jahr Studium, dann wieder ein Jahr Praktikum und anschließend das Abschlussstudium. Momentan sitze ich in einem sechswöchigen Grundlagenlehrgang im örtlichen Landratsamt, bei dem ich morgens um 8 antanzen und um 12 wieder nach Hause gehen darf. Während des gesamten Studienzeitraums erhalte ich Beamtenanwärterbezüge in Höhe von rund 1090€ brutto (bleiben so 1.050 netto übrig).

Wenn ich mit dem Studium fertig bin, habe ich vor mir eine kleine Gemeinde zu suchen in der ich arbeiten kann ohne großen Stress zu haben. Karriere ist mir persönlich nicht wichtig, ich gebe keinen Fick drauf ob ich nun Vorgesetzter im Regierungspräsidium bin. Ich hab lieber meine Ruhe.

Falls Bernd kein Abitur hat, kann er auch den Weg über den mittleren Dienst gehen und anschließend dieses Studium für den gehobenen Dienst machen, zumindest sitzen ein paar Leute im Lehrgang die diesen Weg genommen haben.

Insgesamt ist Bernd bis jetzt ganz zufrieden, ich habe auf dem Rathaus nie wirklich Stress gehabt (klar, als Praktikant rennt man halt manchmal etwas mehr rum, aber z. B. als Urlaubsvertretung für einen anderen Beamten hatte ich die ruhigste Zeit meines Lebens außerhalb meines Zimmers), nach 16 Uhr (bzw. immer dann wenn der Publikumsverkehr nicht mehr ins Rathaus darf) surfe ich eigentlich nur noch mit meinem Schlaufon (das ich mir Dank des ersten Gehalts nun leisten konnte) im Zwischennetz oder Spiele NDS-Spiele auf dem Emulator um auf meine 41 Stunden pro Woche die man als Beamter arbeiten muss zu kommen. Würde es aber nicht empfehlen, falls du keine Lust auf das Lesen von Gesetzestexten hast oder richtig gut verdienen willst. Da Bernd keine hohen Standards hat, ist ihm das Geld aber mehr als genug. Vor allem nach der NEETZeit kommt es einem wie ein Riesenvermögen vor.

Aber um ganz ehrlich zu sein wünsche ich mir mein NEETen manchmal wieder zurück, hauptsächlich wenn morgens der Wecker klingelt. Da ich aber das gesamte Wochenende und Freitagnachmittag nichts zu tun habe, gleicht sich das sogar wieder etwas aus. Es ist auf jeden Fall besser als das Informatikstudium, welches ich auch machen wollte.

bighanddesign Avatar
bighanddesign:#4222

>>4185
>Es ist auf jeden Fall besser als das Informatikstudium, welches ich auch machen wollte.
Dieser Bernd ist nun zum 3. Mal im 1. Semester seines Informatikstudiums. Ihm war von Anfang an klar, dass er da nur Erfolg haben kann, wenn er sich 30 Stunden in der Woche oder mehr voll reinhängt, und darauf hat er einfach keine Lust.
Ist das bei deinem Studium besser? In anderen Worten, kann man da auch mit 1-2 Tagen lernen wie in der Schule alle Prüfungen bestehen?

keremk Avatar
keremk:#4242

>>4222
Kann ich noch nichts zu sagen, mein Studium beginnt erst im März 2014. Beim Einführungslehrgang ist es zwar so, der gehört jetzt aber auch nicht wirklich zum Studium.


Was noch wichtig ist: Beim Studium herrscht Anwesenheitspflicht, ohne Attest vom Arzt kannst du also nicht zu Hause bleiben wenn du mal keine Lust haben solltest.


Allerdings erhältst du auch Geld dafür, ist also nachvollziehbar.

kiwiupover Avatar
kiwiupover:#4255

Dieser Bernd hat nach mehreren gescheiterten Studierversuchen sein Erspartes zusammengekratzt und mit dem Börsenhandel begonnen. Nach unendlich langen Monaten des Fersagens hat sich der Erfolg langsam eingestellt. Nun ist er kein NEET mehr, ohne sich in die Schafsherde eingliedern zu müssen und lebt sehr komfortabel als Hikki.

kuldarkalvik Avatar
kuldarkalvik:#4257

>>4255
Sicher, sicher. Ohne 50k geht beim Boersenhandel nicht viel. Riecht nach Werbung/Spam.

Chakintosh Avatar
Chakintosh:#4260

>>4257
Das stimmt nur, wenn man den Trading-Apologeten in den deutschsprachigen Medien glaubt (die übrigens so gut wie alle mit Beträgen zwischen 1k und 10k angefangen haben) und sich an ihre Empfehlungen hält (der sie selbst nicht gefolgt sind), die sie größtenteils aus den Büchern von Van Tharp raubkopiert übernommen haben. Schaut man sich die Arbeiten von Ralph Vince (Mathematiker mit Schwerpunkt Portfoliomanagement) an, sieht man schnell das es auch anders gehen kann.

Besagter Bernd hat erstmal die Börsenbücher gelesen, die in der Uni-Bibliothek zu finden waren. Dann hat er Demo-Accounts von CFD Brokern genutzt (die nur um die 14 Tage gültig waren), danach Demo-Forex-Accounts mit der Metatradersoftware (weil meistens zeitlich unbegrenzt), und letztendlich Excel mit kopierten Aktienkurslisten von Yahoo. Erst als nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr der Grill rief fing er mit seinen 3k bei einem halbwegs seriösen CFD Broker mit ETF-Derivaten wie z.B. auf den DAX an zu spielen, um dann nach vier Monaten trotz vorsichtigen agierens beinahe Pleite zu gehen. Nach einer weiteren Weile des lesens und übens kam Satori. Bernd hat sich einen neuen -- sehr ausführlichen -- Handelsplan nach eigenen Bedürfnissen, Lebensstil und Berndprämissen erstellt, der u.a. nur noch das Handeln auf Basis des Tagesschlusskurses mit Aktienderivaten vorsah. Zwei Jahre später wechselte er dann von seinem CFD Broker zu einem klassischen Depot bei einer seriösen Wertpapierhandelsbank, wo er dem gleichen Spiel nun kreditfinanziert nachgeht.

Funktioniert gut, wenn man sich fest an seinen (über die letzten zwei Jahre hinweg) ausgefeilten Handelsplan klammert und außerdem klar macht mit suma summarum 20 Semestern Studiererfahrung ohne irgendeine nennenswerte Berufsqualifikation für den Arbeitsmarkt eine Persona non grata zu sein. Erst recht für die wenigen, noch übrigen, Hikki Jobs. Allerdings war der Lernprozess schon harte Arbeit, und gemessen am Aufwand für den Handelsplan hätte man auch eine Bachelorthesis schreiben können, selbstverständlich unter der Voraussetzung die Module durchzustehen.

anjhero Avatar
anjhero:#4261

>>4260
Danke fuer die umfangreiche Antwort. So in etwa stelle ich mir das vor. Viel Vorbereitung und Verluste sind kaum zu vermeiden aber wenn man hartnaeckig ist und ein paar jahre warten kann, dann kann man Erfolge einfahren. Was verdienst du monatlich ungefaehr?

alagoon Avatar
alagoon:#4264

>>4261
>>Was verdienst du monatlich ungefaehr?
Ach, Bernd! Ohne Spass am Spiel wird man kein Market-Wizard. Da hast Du aber noch einen langen Weg vor dir.

Was ich monatlich verdiene ist noch schwer zu sagen. Da ich noch nicht in allen Börsenzyklen gehandelt habe und mein Handelsstil keine monatlichen Cashgewinne vorsieht lassen sich noch keine aussagekräftigen Monatsrenditen berechnen. Durchschnittlich habe ich in den letzten 2,5 Jahren etwa 2k im Monat erwirtschaftet, im letzten Halbjahr fast 4k/Monat. Bis vor 2 Monaten habe ich alles noch ohne Entnahme gehebelt reinvestiert, mittlerweile muss ich meinen niedrigen Lebensunterhalt mit den Einnahmen bestreiten. Es besteht durchaus der Plan, monatlich fünfstellig zu Punkten, viel mehr wird allerdings auch nicht möglich sein. Schließlich muss ja ein Polster für schlechte Zeiten sowie der Rente angelegt werden.