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Veröffentlicht am 2014-10-15 19:42:29 in /keller/

/keller/ 6406: Wie wurdest du zum Hikki/NEET?

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#6406

Bernd, ich habe eine Frage, die mir schon lange auf dem Herzen brennt: Wie wurdest du zum Hikki/Neet? Was ist deine ganz persönliche Geschichte, die dazu geführt hat, dass du bist, was du gerade bist?

Ich kann mir das immer ganz schwer vorstellen, dass man einfach den ganzen Tag daheim hockt. Nachdem man seinem Schulabschluss hat, wird man doch von den Eltern quasi immer dazu gedrängt, irgendwas weiterführendes zu machen. Ich bezweifele, dass sie einfach ganz ruhig dagehockt sind und sagten: "Okay, dann bleibste halt daheim, lol."

Wie oft gibt es Ärger mit Mutti und Vati, weil du Hikki/Neet bist?

Wie machst du das mit Krankenversicherung und dem Amt? Meines wissens nach hat man erst unabhängigen Anspruch auf Hartz IV, wenn man 25 ist, davor sind die Eltern für einem zuständig?

Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?

Helf mir doch bitte mal, diese ganzen Sachen, die damit zusammen hängen, näher zu verstehen.

mat_stevens Avatar
mat_stevens:#6408

Bin mit 19 nach einem miserablen Fachabi von zuhause ausgezogen weil ich es da nicht ausgehalten habe, wollte weg, egal wohin. Hab mich dann für ein Wirschaftsinformatik Studium eingeschrieben weil das NC frei war. Wohnung gesucht, umgezogen, im Studium kolossal verkackt und dann innerhalb von paar Monaten zum Hikki geworden. Währenddessen 2 Jahre von Bafög und 1 Jahr von der KFW gelebt, seit 2 Monaten nun bin ich NEET.

Mal sehen wie es weitergeht, bin niemand der dauerhaft neeten kann, ich brauch vernünftiges Geld. Auf der anderen Seite schaff ichs nichtmal meine Wohnung halbwegs ordentlich zu halten, von daher krieg ich in den nächsten Wochen hoffentlich meinen Arsch hoch, was ich nicht für sonderlich wahrscheinlich halte. Hab mich einfach zu tief in dieses Loch gegraben, das ärgerliche ist, dass ich weiß, dass ich im Endeffekt alleine Schuld dran bin. Das Amt erzählt mir zwar was von meinen psychischen Problemen und
will mir wirklich helfen, aber irgendwann findet man sich mit der Misere ab in der man lebt und dann ist es schwer diese Lethargie zu brechen. Würde mich nicht wundern wenn ich mich früher oder später auf die Schienen lege.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?
Nein, hatte ich aber seit ich 16 war oder so nicht mehr wirklich, hege eigentlich nur regelmäßigen Kontakt zu Leuten die ich irgendwie gebrauchen kann.

Ich beneide Leute mit Geld, soll jetzt aber keine Missgunst sein. Ich lese oft von Personen die nach dem ersten verkackten Studium ein zweites anfangen, Eltern bezahlen es ja. Ohne diese Option kann so ein versautes Studium einen schnell ficken. Will hier aber gar nicht rumheulen, wie gesagt, bin ja selbst Schuld und könnte im Endeffekt ja auch einfach auf dem Bau oder im Callcenter arbeiten. Für was anständiges würde mich mit dem Fachabi wohl eh niemand einstellen, aber so ist das wenn man die Schule nicht ernst nimmt als Unteralter bzw. es nichtmal versucht sich zu bewerben.

mrxloka Avatar
mrxloka:#6410

NEET hier.
In den letzten Schuljahren wurde alles immer schwerer.
Dann durch's Abi gefallen und mehrere Monate Krise gehabt.
Dann Ausbildung angefangen und im nächsten Jahr abgebrochen.
Wieder Krise, diesmal mit medizinischen Untersuchungen.
Depression anberaumt.
Mehrere Monate nichts getan außer Playstation zocken und Mangas lesen.
Dann auf drängen von Mama Praktikum angefangen.
Nach ein paar Wochen rausgeflogen.
Wieder längere Zeit nur rumgehangen, dann schlieslich eigene Wohnung.
Und Internet.
Arbeitslos gemeldet und diverse Maßnahmen mitgemacht. Damit wegen Krankheit und totalem Mangel an Motivation auch nichts erreicht.
Diverse Untersuchungen durch Amtsärzte. Ergebniss: Abreitsunfähig. Dauerhaft.
Dann Jahre lang nur rumgehangen, gelesen, gelauert und gelangweilt.
Ein oder zwei Versuche, doch noch was auf die Reihe zu kriegen ... gescheitert.
Versuche in Richtung GF aufgegeben. Alle weiteren Planungen eingestellt.
Freunde immer seltener gesehen und wurden auch immer weniger.
Werde wohl NEET und Single bleiben, wenn kein Wunder geschieht.

doooon Avatar
doooon:#6411

Bernd begann nach einem recht guten Abitur eine Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung bei Dachser. Eigentlich ein recht guter Beruf, in dem man später auch gutes Geld verdient. Viele ehemalige Kollegen waren oft von der Firma aus im Ausland. Asien, Nord- und Südamerika, Russland, Europa. Ziel war eigentlich, nach der Ausbildung direkt noch ein Studium dranzuhängen. Naja, Berndstyle wurde daraus natürlich nichts. Vorgesetzter war ein dummer Hurrenson, Kollegen teilweise ganz oke, teilweise nicht. Irgendwann hatte Bernd dann keine Lust mehr und brach die Ausbildung ab. Im Nachhinein gesehen eine ziemlich schlechte Entscheidung, naja. Seitdem, abgesehen von einem kurzen 400NG-Job, durchgehend NEET.

>Wie oft gibt es Ärger mit Mutti und Vati, weil du Hikki/Neet bist?
Wohne bei meiner Mutter, Vater schon seit Jahren tot. Natürlich kommt regelmäßig "Hurr, such dir endlich eine Ausbildung oder wenigstens einen Job!" Mal schauen, wie lange sie meine Apathie noch duldet. Werde im Fall der Fälle wohl Hartz oder so beantragen, mal sehen. Studium wäre auch eine Möglichkeit, die ich aber vermutlich nicht wahrnehmen werde. Im schlimmsten Fall wird halt der Grill angeworfen.

>Wie machst du das mit Krankenversicherung und dem Amt?
Beziehe momentan nur Kindergeld und bin innerhalb der Familienversicherung versichert.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?
Nö. Der letzte regelmäßige Kontakt wurde vor Jahren eingestellt. War mir letztendlich zu mühsam.

soyeljuaco Avatar
soyeljuaco:#6412

Meine Verachtung für Anstrengung, vor allem langzeitige Bemühung setzte im Alter von ungefähr 14 Jahren ein. Mit 16 erreichte ich ein nie dagewesenses Niveau der Apathie und Indifferenz. Dank meines Verstandes gelang es mir trotz Nichts-Tuns und unzähligen Fehlstunden mein Abitur zu bekommen. Allerdings wusste ich nicht was ich danach machen möchte. So bin ich einfach zu Hause geblieben.
>Eltern
Stress mit den Eltern gibt es fast täglich. Ständig fordert man mich auf etwas zu machen. Such dir ein Praktikum, ne Ausbildung, guck mal das könnte dir Spaß machen. Aber ich will nicht. Aus Angst zu versagen. Weil ich faul bin. Weil ich einfach nichts tun will.
>Freunde
Hatte mal einen Freund. Kontakt brach ab als er wegzog. Ich glaub damals war ich 15, und es war mir nicht die Mühe wert den Kontakt zu erhalten. Mit Klassenkameraden hatte ich wenig zutun, eigentlich nichts.
>Krankenversicherung
Keine Ahnung.

Und jetzt will ich deine Geschichte hören. Oder zumindest deine Motivation für diese Fragerei erfahren.

sawalazar Avatar
sawalazar:#6413

Mensch, ich bin wirklich einer der wenigen Versagerbernds die nur Hauptschule erreicht haben. Die meisten Bernds haben Abitur oder wenigstens Realschule gemacht. Wenns danach geht bin ich wirklich der größste Versager hier. ._.

langate Avatar
langate:#6414

>>6413
Ach Bernd, das ist jetzt Quatsch.
Dass ich mein Abitur mit sagenhaften 3,1 abschloss, war auch nur Glück bei meiner Faulheit und Dummheit.
Wenn ich mir überlege, dass ich selbst in den mündlichen Prüfungen versagte. 6 Punkte in Gemeinschaftskunde und 5 Punkte in Physik. Dabei waren beide Themen die ich zog recht einfach und ich hätte normalerweise locker das doppelte schaffen müssen. Wie eigentlich fast alle anderen auch. Aber Bernd war mal wieder so aufgeregt, dass er nur Stuss redete.
Habe aber auch sonst in den letzten 1-2 Jahren der Sek-II ziemlich versagt. Religion sogar im letzen Halbjahr nur 4 Punkte. Hauptsache kantig sein und nie aufpassen, sauber Bernd. Oder gar nicht zum Kunstunterricht gehen und lieber lauern. Dass die schlechten Noten alle mit in den Abiturschnitt eingehen ist ja egal, wird schon werden :);)

keyuri85 Avatar
keyuri85:#6415

Ich habe einen Komputer bekommen, war der Grundstein, danach ging alles abwärts/aufwärts, wie man es sehen will.

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#6416

>>6414
Lieber ein nicht ganz so gutes Abitur als Hauptschulkrebs. Ich würde gerne mit dir tauschen. Weil ich nur Hauptschule habe ist einer der Gründe wieso niemand mich will und deswegen ewig NEET bin.

ah_lice Avatar
ah_lice:#6418

Ich wurde von 68ern zum Opfer erzogen.

vikashpathak18 Avatar
vikashpathak18:#6419

Ich bin nicht verantwortlich für mein Versagen. Die schuld ist meinen Eltern, Lehrern, der Gesellschaft, Linken, Museln und Juden zu suchen.

Im dritten Reich wäre ich ein berühmter Mullenweiter geworden.

enjoythetau Avatar
enjoythetau:#6421

>Und jetzt will ich deine Geschichte hören. Oder zumindest deine Motivation für diese Fragerei erfahren.

OP hat diesen Sommer mit 24 Jahren sein Abitur nachgeholt und ist vor wenigen Wochen ins Ausland gegangen um dort rumzureisen, seinen Horizont zu erweitern, fremde Kulturen kennenzulernen, usw usf. Nun hat Bernd aber sehr großes Heimweh, hat bisher nur im Hotel Mama gewohnt, und ist am Überlegen wieder heim zu fliegen und bis zum Anfang des nächsten Winteresmesters zu neeten...

Die mentale Grundvoraussetzung fürs neeten hat Bernd auf jeden Fall. Bernd weiß nicht so wirklich worin er gut ist, hat kaum Freunde (2 Stück hat er), denkt zu viel nach, sozialbehindert, wurde schon wegen Depression behandelt inklusive Antidepressiva, usw usf...

Ach, gerade ists halt ziemlich doof. Der Himmel ist grauer als die Berliner Mauer vor ihrem Fall. Es ist windig wie sau, regnet und ich habe hier niemanden...

kimcool Avatar
kimcool:#6422

Brönt bestand stilecht Bernd als Jahrgangsschlechtester mit Ach und Krach sein Abi jenseits des Dreierschnitts und fing danach ein NC-freies Studium in einem anderen Bundesland an, um in den Genuss des Bafögs zu kommen. Dass Bernd später mal arbeitslos werden will, ahnte er schon auf dem Gymnasium.

Jedenfalls studierte Bernd die ersten drei Semester mit sehr guten Leistungen vor sich hin und versuchte das Studentenleben so gut es geht zu vermeiden. Soziale Kontakte wurden nicht geknüpft. Viele Vorlesungen hielt Bernd für Gemüse und wurden dementsprechend geschwänzt. Im vierten Semester dann der Schreck: Ein Gruppenprojekt - mit Mödchen. Darauf hatte Bernd keinen Bock und brach das Studium ab. Spätestens im nächsten Semester, in dem ein Pflichtpraktikum anstand, hätte er sowieso Schluss gemacht, daher fiel ihm die Entscheidung relativ leicht. Bernd ist schließlich weder zum Sozialisieren noch zum Arbeiten zur Uni gegangen.

Danach ging's schnurstracks zum Arbeitsamt. Hartzbernd bezieht nun schon seit über drei Jahren Leistungen. Eltern sind natürlich schon enttäuscht, dass ihr einziger Sohn ein Taugenichts und Tunichtgut ist, aber sie haben sich inzwischen damit abgefunden, dass Bernd es nie zu etwas im Leben bringen wird.

>Meines wissens nach hat man erst unabhängigen Anspruch auf Hartz IV, wenn man 25 ist
Dieses Gerücht hält sich hartnäckig, ist allerdings Schwachsinn.

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#6423

Auch dieser Bernd möchte seine traurige Geschichte erzählen.

Mein Versagen beruht zu 99% auf den familären Umständen, in denen ich aufwuchs. Meine alleinerziehende Mutter war Zeit meines Lebens Alkoholikerin, die zwar ihre Arbeit immer behalten konnte, sich aber sonst total gehen lies. Sich und das Haus. Es verdreckte alles immer mehr und Kleinbernd konnte somit niemals Freunde zu sich nach Hause einladen. Ich hatte über meine gesamte Kindheit immer Freunde, auch gute Freunde, gehabt. Doch der Scham ob meiner Mutter und des Hauses und den ganzen Umständen wurde mit den Jahren immer schlimmer, so dass Freundschaften quasi einfroren oder ziemlich oberflächlich blieben. Mit 14 bekam ich dann einen PC, mit dem ich den Großteil meiner Freizeit verbrachte. So vergingen die Jugendjahre mit Videospielen und Internetpornographie, während die meisten anderen Erfahrungen in Sachen Parteien, Liebe etc. machten. Die Wut und der Schmerz darüber wurden immer schlimmer, so dass es oft Streit zu Hause gab. Nach dem Abi und Zivildienst wollte ich nur noch weg und hab mich für einen für mich eher ungeeigneten Studiengang in einer Großstadt eingeschrieben. Dort hatte ich meine erste eigene Wohnung und das erste mal DSL. Das erste Jahr hab ich das Studium noch ernsthaft verfolgt und die meisten Prüfungen auch bestanden, aber spätestens im dritten Semester war es für mich deutlich, dass dies nichts für mich war. Freundschaften und Bekanntschaften hatte ich zwar geknüpft, aber dummerweise zu eher unkombatiblen Leuten, womit es auch wieder ziemlich oberflächlich blieb. Im dritten Semester fiel ich dann auch wieder in eine fiese Depression (die erste hatte ich noch als Zivi), die mich dazu veranlas, mich abzukapseln und nur noch zu Hause vor meinem PC die Zeit zu verbringen. Spätestens dann wurde ich so richtig onlinesüchtig. Irgendwie blieb ich dann noch fast 2 Jahre eingeschrieben, ohne weiter zur Uni zu gehen, lebte von BAFöG und Ersparnissen, musste dann aber irgendwann mich exmatrikulieren, Hartz beantragen und umziehen. Seitdem lebe ich in einer kleinen Wohnung und neete vor mich hin. Ein paar Maßnahmen wurden besucht, viele Monate ohne Hartz-Bezug überstanden und keinerlei ernsthafte Schritte in Richtung Ausbildung oder Arbeit getan. Im Frühjahr diesen Jahres, mittlerweile vollwertiger Zauberer, bekam ich die schlimmste Depression, die ich jemals erleben durfte. Die Grillgedanken waren so stark, dass ich mich zu einem Psychiater mühte und seitdem mit Antidepressiva in Behandlung bin. Nun wirds wahrscheinlich irgendwann in Richtung Sozialhilfe gehen. Die letzten Tage, speziell seit Heute, gehts mir aber wieder schlechter und die Grillgedanken drängen sich wieder auf.

>Wie oft gibt es Ärger mit Mutti und Vati, weil du Hikki/Neet bist?
Ich wohne alleine weit weg von ihnen. Natürlich ist niemand mit meiner Situation zufrieden, aber ich muss mir das nicht jeden Tag anhören.

>Wie machst du das mit Krankenversicherung und dem Amt?
Übernimmt das Amt.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?
Nein. Wie gesagt hatte ich früher eh schon nur noch oberflächliche Freundschaften. Seit ca. 9 Jahren aber auch diese nicht mehr. Nur online, aber auch dort habe ich niemanden meine Geschichte erzählt.

>>6419
Auch wenns wohl nicht ganz ernst von dir gemeint war, aber ich denke wirklich dass es mir und meiner Familie im Dritten Reich deutlich besser gehen würde. Es ist natürlich nur hypothetisch, aber ich glaube dass meine Mutter sich dort nicht zur Alkoholikerin entwickelt hätte. Ihre Eltern wurden nach dem Krieg aus Pommern vertrieben und siedelten in ein Gebiet, in dem es keinerlei Verwandtschaft gab. Ich denke Kontakt zu Verwandten, die in der gleichen Region oder gar gleichen Ort leben, hätte ihr damals geholfen. Mein Opa war schon vor meiner Geburt tot, meine Oma wurde senil, Freunde hatte sie wohl nicht. Die Sippschaft meines Vaters sowie er selbst lebte weiter weg. So konnte niemand diese Entwicklung verhindern.

>>6422
Ich hätte auch ein Gruppenprojekt absolvieren müssen. Der Gedanke daran war der absolute Horror, weil ich die Person nicht kannte und es mich thematisch total überfordert hätte. Es war letztendlich auch ein Grund für mich, nicht mehr zur Uni zu gehen.

vj_demien Avatar
vj_demien:#6430

>>6414
>Hauptsache kantig sein und nie aufpassen, sauber Bernd. Oder gar nicht zum Kunstunterricht gehen und lieber lauern.
So habe ich es auch gehandhabt. Bis zum heutigen Tage habe ich es nicht bereuht. Ich erinnere mich noch an unzählige Unterredungen mit Lehrekräften von wegen "Bernd, so wirst du dein Abitur nicht bestehen. Mach deinen Rechner aus und komm öfter in den Unterricht". Ich hab's all den Zweiflern gezeigt und einen überdurchschnittlichen Schnitt erzielt. Und bin arbeitslos und befinde mich in meiner Zaubererausbildung[/spoiler]

karsh Avatar
karsh:#6449

>Wie wurdest du zum Hikki/Neet? Was ist deine ganz persönliche Geschichte, die dazu geführt hat, dass du bist, was du gerade bist?

Eigentlich ziemlich uninteressante Geschichte.

Hatte eine Arbeit gefunden und dort einen Tag lang gearbeitet. Fand den Tag so scheiße, dass ich mich direkt am nächsten Tag krankschreiben lassen hab, wurde daraufhin natürlich direkt gekündigt.
Beim Jobcenter hab ich dann direkt beim ersten Termin gesagt, dass ich psychisch für jegliche Arbeit ungeeignet bin.

Das Jobcenter hat mir dann erst mal einen Termin beim Gesundheitsamt gegeben, beim Gesundheitsamt habe ich dann einen Termin für den Amtsarzt bekommen.
Der Amtsarzt hat mich ohne großes hin und her für 6 Monate krank geschrieben.
Nach 6 Monaten bin ich wieder beim Amtsarzt aufgetaucht und wurde wieder 6 Monate krankgeschrieben, das Jobcenter hat mir dann nahegelegt einen Rentenantrag zu stellen. Auf diesem Weg bin ich dann in die Grundsicherung beim Sozialamt bekommen.

>Ich kann mir das immer ganz schwer vorstellen, dass man einfach den ganzen Tag daheim hockt.

Je nach Mensch ist das sehr schwer oder sehr leicht.

>Ich bezweifele, dass sie einfach ganz ruhig dagehockt sind und sagten: "Okay, dann bleibste halt daheim, lol."

Bei mir war es aber nicht wirklich anders.
Meine Eltern haben schon immer gewusst, dass ich nie ein "normales Leben" führen werde. Von daher war das auch wohl keine große Überraschung oder Enttäuschung für sie. Außerdem bin ja offiziell Krank und arbeitsunfähig.
Habe aber noch immer guten Kontakt zu meinen Eltern.

>Wie machst du das mit Krankenversicherung und dem Amt? Meines wissens nach hat man erst unabhängigen Anspruch auf Hartz IV, wenn man 25 ist, davor sind die Eltern für einem zuständig?

Das ist Quatsch.

Mit 25 darf man nur nicht von Zuhause ausziehen, mit dem Ziel ALG2 Leistungen zu empfangen. (Außer das Amt erteilt eine Erlaubnis, zum Beispiel bei Härtefällen)
In dem Fall zahlt das Amt dann nicht die Miete und man bekommt nur einen herabgesetzten ALG 2 Satz. (Um die 250€ glaub ich)

Wenn man bereits ausgezogen ist und erst dann einen ALG2 Antrag stellt, bekommt auch unter 25 Jahren den vollen HIV Satz (391 €) + Miete.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?

Ja sind aber auch alle HIV-Empfänger. Mit "normalen Menschen" habe ich nichts zu tun.

gmourier Avatar
gmourier:#6450

>>6449

Du lebst meinen Traum :3 Wäre auch gern arbeitsunfähig, wie macht man denn sowas? Einfach nur sagen 'ich fühl mich psychisch nicht fähig zu arbeiten' wird wohl nicht funktionieren, klingt zu einfach.

murrayswift Avatar
murrayswift:#6452

>Wäre auch gern arbeitsunfähig, wie macht man denn sowas? Einfach nur sagen 'ich fühl mich psychisch nicht fähig zu arbeiten' wird wohl nicht funktionieren, klingt zu einfach.

Man muss beim Jobcenter eben sagen, dass man psychisch krank ist und deshalb Probleme haben wird eine Arbeit auszuführen, und man erst Hilfe brauch.
Wenn der Sachbearbeiter es genauer wissen will, erzählt man halt von seiner Sozialen Phobie, Angst-/Panikstörungen, schweren Depressionen, Psychose, Persönlichkeitsstörung oder was man sonst hat oder meint zu haben hat.
Natürlich muss man beim SB nicht ins Detail gehen, erleichtert die Sache aber meist.

Am besten sollte man das beim ersten richtigen Termin erwähnen, bei welchem es um die berufliche Zukunft und die EGV geht.
Normalerweise wird der SB dann einen zum Gesundheitsamt weitervermitteln oder direkt zum Amtsarzt.

Danach muss man die Leute beim Gesundheitsamt bzw. den Amtsarzt davon überzeugen, wie schlecht es einem geht, man aber was ändern will, dafür aber Zeit brauch. Wenn man einigermaßen überzeugend rüberkommt, wird man normalerweise ohne Probleme für 6 Monate freigestellt.
Es ist natürlich immer gut, wenn man schon vorher in der Richtung auffällig war, zum Beispiel schon beim Psychiater war oder so etwas beim Hausarzt erwähnt hat, ein muss ist das aber normalerweise nicht, man kann auch einfach sagen, dass man bisher alles in sich reingefressen hat und man jetzt erst bemerkt hat, dass es einfach zu viel geworden ist und immer schlimmer wird.

In den 6 Monaten sollte man dann wirklich so viel Hilfe wie möglich in Anspruch nehmen, damit man dann in 6 Monaten so viel wie möglich beim Amtsarzt vorlegen kann. Damit man glaubwürdig rüberkommt und direkt noch mal für 6 Monate freigestellt wird. Normalerweise ist auch klar, dass man nach 6 Monaten die Probleme nicht viel besser geworden sind, vor allem da man in manchen Gegenden erst nach 2 - 4 Monaten einen Therapieplatz bei einem Therapeuten bekommt. Schneller kommt man nur in eine Klinik und in Selbsthilfegruppen etc.

Natürlich kann man auch in den 6 Monaten gar nichts machen und beim nächsten Termin einfach sagen, dass es einem einfach so schlecht ging, das man sich zu nichts aufraffen konnte. Wahrscheinlich werden die Leute aber dann etwas ungemütlicher und dich härter rannehmen.

Na auf jeden Fall bekommt man beim Amtsarzt immer nur 6 Monate und muss dann nach 6 Monaten immer wieder antanzen, außer die Ämter sind der Meinung das echt gar nichts mehr bei dir geht und du in die Rente musst bzw. für immer in die Grundsicherung beim Sozialamt.
Je nach Fall und Kommune kann es sein das man bereits sehr schnell in die Grundsicherung geschickt wird. (Nach 6 Monaten bis 2 Jahren)
Angeblich gibt es aber auch Leute die dürfen sich schon seit über 10 Jahren ihre 6 Monate abholen.

PS:

Wenn dein Sachbearbeiter beim Jobcenter ein riesiges Arschloch ist und meint du könntest arbeiten und solltest dich mal nicht so anstellen.
Kannst du auch einen schriftlichen Antrag auf Prüfung deiner Erwerbsfähigkeit stellen, dann müssen die handeln.
Ich weiß zwar nicht wie gut das ankommt wenn man selbst solch einen Antrag stellt, aber wenn man erklärt, dass der SB ein Arschloch ist und da nicht helfen wollte, werden die das wohl schon hinnehmen müssen.

Sonst gibt es dann noch die Möglichkeit zu irgendeinem Hilfsverein in der Stadt zu gehen, die dann vermitteln, ist aber natürlich nicht jedermanns Sache.

Oder man hat einen guten Arzt der einen jedes mal bei Terminen vom Jobcenter krankschreibt, dann kommt man auch automatisch irgendwann zum Amtsarzt.

yangpeiyuan Avatar
yangpeiyuan:#6453

>>6452

Danke Bernd, vielleicht werde ich das mal nächstes Jahr versuchen. Fühlt zwar ein wenig schlecht sich endgültig "aufzugeben" aber dann hab ich wenigstens meine Ruhe.

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#6457

>Bernd, ich habe eine Frage, die mir schon lange auf dem Herzen brennt: Wie wurdest du zum Hikki/Neet? Was ist deine ganz persönliche Geschichte, die dazu geführt hat, dass du bist, was du gerade bist?
Ach, bis zu Arschbürger-Bernds Geburt lief eigentlich alles ganz prima, dann wurde Bernds Mami an den Wehentropf angeschlossen und dort für ein paar Minuten zu lange "vergessen". Dummerweise überlebte Bernd diese Schlamperei, also wurden anschließend alle Akten frisiert, obwohl Bernd sogar auf die Intensivstation kam. Wenig später ging sein Papi grillen. Ein paar Jahre verbrachte Bernd dann als Möngi-Gemüse lernte dann wieder Erwarten doch noch Sprechen (So im Alter von 3-4) und wurde regulär eingeschult.

Nach zwei Jahren wurde Bernd dann von der Grundschule genommen, weil er angeblich fol hochbegabt sei und durfte dann ab Klasse 3 Mondsprache lernen. Nach weiteren zwei Jahren kam er auf ein Gumminasium, flog dort aber nach zwei weiteren Jahren wieder raus. Das war eine konzertierte Racheaktion einer Lehrerfotze, der ein Schüler aus der Parallelklasse einen ziemlich bösen Streich gespielt hatte und es dann so aussehen ließ, als wäre es Bernd gewesen.

Dann kam Bernd in die Mobbinghölle Haubtschule. Genau, "hochbegabt" lachz Dort war Bernd dann die Hälfte der Zeit nicht anwesend, weil sowieso schon alles vorher dran war. Nach zwei weiteren Jahren blieb Bernd dann einfach komplett zu Hause, weil so mühsam, und lauerte nur noch am PC. Ein paar Jahre später mit 18 flog Bernd zu Hause raus und beantragte Sozialhilfe (prä-Hartz). Damit war sein NEET-Dasein fixiert.

Danach folgten noch diverse Geplänkel mit Amtsärzten und Rentenversicherungsgutachtern. Bernds zerficktes Gehirn arbeitet nämlich äußerst merkwürdig. So ist zum Beispiel der Teil für Schlafen und Hunger zerfickt, weshalb Bernd immer Schlafmangel hat und ein dünner Lauch ist, der auch nicht richtig gewachsen ist, weil er zu wenig gegessen hat.

>Ich kann mir das immer ganz schwer vorstellen, dass man einfach den ganzen Tag daheim hockt. Nachdem man seinem Schulabschluss hat, wird man doch von den Eltern quasi immer dazu gedrängt, irgendwas weiterführendes zu machen. Ich bezweifele, dass sie einfach ganz ruhig dagehockt sind und sagten: "Okay, dann bleibste halt daheim, lol."
Man wird vor die Tür gesetzt, so ein Fach ist das. ;-)

>Wie oft gibt es Ärger mit Mutti und Vati, weil du Hikki/Neet bist?
Es gab früher immer Gejammer von Mama weil kein GF und keine Abendschule und wasauchimmer, aber das ist inzwischen auch vorbei. Bernd ist nun jenseits der 30.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?
Seit alle bei Gesichtsbuch sind, nicht meer.

stevenfabre Avatar
stevenfabre:#6458

>Wie wurdest du zum Hikki/Neet? Was ist deine ganz persönliche Geschichte, die dazu geführt hat, dass du bist, was du gerade bist?

Ich möchte keine größere Geschichte daraus machen. Es ist eben so. Sinn dort hineinzubringen, schadet nur meiner geistigen Restgesundheit.

>Ich kann mir das immer ganz schwer vorstellen, dass man einfach den ganzen Tag daheim hockt. Nachdem man seinem Schulabschluss hat, wird man doch von den Eltern quasi immer dazu gedrängt, irgendwas weiterführendes zu machen. Ich bezweifele, dass sie einfach ganz ruhig dagehockt sind und sagten: "Okay, dann bleibste halt daheim, lol."

Ich bekomme einfach keinen Job. Gelegentlich mache ich Gelegenheitsjobs, aber eben nichts Richtiges. Nach ein paar Wochen sitze ich wieder zuhause im Zimmer, auch wenn ich gut gearbeitet habe. Es gibt eben keinen längerfristigen Bedarf an Bernd. In der Schule lief es für mich hervorragend, an der Uni war ich zwar etwas langsam, aber wenigstens sehr gut. Hat aber nie für einen Job gereicht, wahrscheinlich habe ich das Netzwerken zu sehr vernachlässigt.

>Wie oft gibt es Ärger mit Mutti und Vati, weil du Hikki/Neet bist?

Ungefähr alle sieben Tage, einmal im Monat etwas intensiver. Ich besuche aber recht viele Maßnahmen und Jobmessen und so weiter, das beruhigt sie dann für ein paar Tage.

>Wie machst du das mit Krankenversicherung und dem Amt? Meines wissens nach hat man erst unabhängigen Anspruch auf Hartz IV, wenn man 25 ist, davor sind die Eltern für einem zuständig?

Bin über 25, aber meine Eltern schämen sich so für mich, dass sie mir die Ausgaben finanzieren, die das Amt sonst übernehmen würde. Im Gegenzug beziehe ich keine Leistungen vom Amt und erspare meiner Familie die Schmach.

>Hast du noch Freunde, die du regelmäßig siehst?

Ja, aber da hat sich auch vieles verändert. Von den Freunden aus dem Studium sind kaum noch welche übrig. Ich habe noch so drei, vier Freunde. Ich gebe mir große Mühe, die nicht zu verlieren, aber als NEET kann man natürlich keine großen Sprünge machen und gemeinsame Urlaube und ähnliches fallen eben flach. Für Discoabende oder Kneipenbesuche machen wir es so, dass ich das Auto fahre und dafür ein paar alkoholfreie Getränke ausgegeben bekomme.

herkulano Avatar
herkulano:#6459

>>6458
>Discoabende
Dafür gehörst du prinzipiell panniert, aber mich würde vorher noch interessieren was für ein Müllstudium du abgeschlossen hast, dass du keinen vernünftigen Beruf kriegst.

cboller1 Avatar
cboller1:#6460

>>6459
Discoabend ist, was Bernd draus macht. Sprich: nichts.

Das Müllstudium war geisteswissenschaftlich. Geschichte, Politik, Germanistik. Damals noch Magisterstudium.

iamkarna Avatar
iamkarna:#6463

-realschuhle
-beschissene ausbildung angefangen
-fachabitur nicht bestanden
-bei der bundeswehr verpflichtet und nach 3 monaten wieder abgebrochen ( habe aber trotzdem noch weitere 9 monate das gehalt von 1,6k bezogen, das war der grundstein fuer mein neet-vermoegen und um bis 25 ruhe zu haben )
-guenstige wohnung gemietet und sparsam von meinem "vermoegen" gelebt, ab und zu bei burgerkoenig gearbeitet
-mit 25 h4 beantragt
-wieder 3 monate im ausbildungsberuf gearbeitet wurde aber wieder schnell gekuendigt da nicht sozial kompatibel mit den kollegen
-dank /keller/-bernd studie bei parexel gemacht und 3k eingestrichen
-finanziell geht es mir gut und ich kann meine fuehls mit alk und mdma vergessend machen

jrxmember Avatar
jrxmember:#7130

stößli

canapud Avatar
canapud:#7135

Dieser Bernd hier war schon immer psychisch angeschlagen und ist seit 2011 arbeitslos.

Amt kann mich nirgends vermitteln also von einer Therapie in die nächste. Zzt. Tagesklinik

Geld gibt es schon lange nicht mehr vom Amt, macht alles das Sozialamt. Bin für 1 Jahr komplett aus dem "ALG II Bezug" rausgenommen worden.

Keine Freunde, keine Lust auf Kontakte. Ist ein einsames, miserables Leben aber man hat es sich ja selbst ausgesucht oder den Arsch nicht hochbekommen.

Werde jetzt anfangen mich zu betrinken und wünsche mir einfach nur, dass morgen einfach das Licht aus ist.

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#7154

>>7135
Wow, du musst ja vollgepumpt sein mit Medikamenten. Alle 2 Wochen paar Tage in der Klinik oder wie?

Aber irgendeine Sklavenarbeit hätte dich auch psychisch ausgelaugt und kaputt gemacht.

pjnes Avatar
pjnes:#8772

Bernd hatte damals seine Schulkarriere auf dem Gymnasium abgebrochen, weil Depressionen zu stark und nicht mehr aus dem Bett gekommen. Das lag daran, dass ich mein ganzes Leben blind gewesen bin und nicht gesehen habe, wie mich jeder hasst und ich eigentlich keine Freunde habe. Das, gepaart mit meiner "ersten großen Liebe", die mir auf recht schmerzhafte Art zu verstehen gab, ich solle mich verpissen, löste bei mir eine Depression aus, die ich bis heute nicht überwunden habe. Meine Abschlussprüfung schrieb ich trotzdem extern, also praktisch bin ich nicht mehr zur Schule gegangen und einfach nur an den Prüfungstagen und das war's.
Danach folgte eine Zeit von Nichtstun, geplagt von Suizidgedanken und einer lähmenden Depression.
Irgendwann jedoch hasste ich mich so sehr selbst, dass ich anfing, mein Äußeres aufzubessern, denn ich hatte immer noch Hoffnung auf GF. Ich nahm ab, ging heben, kaufte ordentliche Klamotten und bemühte mich um mein Gesicht und meine Haare. Eines nachts kam ich dann auf den Gedanken, dass ich als Kind ja mal zur Polizei wollte. Ich sah mir also die Voraussetzungen und Tests an und dachte mir, dass das eigentlich machbar ist. Monate später war es dann soweit, ich hatte alles geschafft und war dabei. Ich zog in eine Stadt Hunderte Kilometer entfernt in meine erste, eigene Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt stand es gut um meine Depression. Es lief alles nach Plan und deshalb war es schwer für mich, mich scheisse zu fühlen. Ich war zuversichtlich und ich hatte so große Hoffnungen.
Und dann begann die Ausbildung und damit auch mein Zerfall. Ich hatte keine Freunde, die Lehrer hatten mich auf dem Kieker, man legte mir Steine in den Weg und ich beging ständig Fehler. Ich vermisste meine Heimatstadt unendlich und ich hasste es hier. Ich kam überhaupt nicht klar, alleine zu wohnen und ernährte mich nur von TK-Essen. Ich war unzählige Male im Büro des Zugführers wegen Dingen, die ich verbockt habe. Erschwerend kam hinzu, dass ich durch eine Krankheit über ein Jahr keinen Sport machen konnte. Ich wurde fett, ich hab in einem Jahr 40 Kg zugenommen. Ich passte nicht einmal mehr in meine Uniform und musste sie umtauschen lassen. Aufgrund meiner Fehlzeiten wurde ich dann auch nicht in das 2. Ausbildungsjahr gelassen und ich musste von 0 anfangen. Neue Zug- und Gruppenführung, gleiches Spiel. Man kannte mich bereits, weshalb ich dort von Anfang an keine Chance hatte. Letztendlich schmiss man mich wegen meiner 40 Kg Übergewicht und meiner Krankheit raus, nachdem ich fast 2 Jahre in Ausbildung war.
Jetzt bin ich hier, NEET und immer noch völlig am Boden zerstört ob meines immensen Versagens. Ich kann niemanden auch nur in die Augen sehen. Einen anderen Beruf will ich nicht machen, weil alles scheisse ist im Gegensatz zur Polizei.
Meine Depressionen sind stärker denn je und ich lebe ein Leben wie in Welcome To The NHK.

Eigentlich warte ich nur noch darauf, bis ich die Schnauze voll hab, dann geh ich grillen.
Ich hab einige Details weggelassen, sonst würde das den Rahmen sprengen.

_vojto Avatar
_vojto:#8775

>>6414
Das Fühl, wenn man seinen alten Pfosten liest.

Ach, Dscheiße.

VinThomas Avatar
VinThomas:#8777

>>8772
Ach komm, alles ist besser als die Bullen. Lass den Kopf nicht hängen, Bernd!

funwatercat Avatar
funwatercat:#8778

>>8772
Jetzt mal Echtsprech Bernd. Mach bitte ein Therapie, geh zum Psychiater und lass dir für den Anfang Antidepressiva verschreiben. Klar was bei dir gelaufen ist die letzten Jahre ist Scheiße, aber dein Leben muss doch nicht für immer im Eimer sein. Abnehmen kann man immer und ich wette mit dir, dass du falsch liegst, wenn du sagst dass die jeder hasst, weil du nämlich bestimmt ein netter Kerl bist :3 Auch gibts 100% eine Alternative zur Polizei. Vllt sogar einfach bei der Bunderpolizei?

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#8779

Menschen.

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clubb3rry:#8781

>>8777
Für dich vielleicht. ;_;
Ich hatte ja schon mehrere Praktika auf den Dienststellen während der Ausbildung. Da habe ich den ganz normalen Dienstbetrieb mitgemacht in Uniform und habe Einsätze mitgemacht. Und daher weiß ich, dass Polizei für mich das beste war. Trotzdem danke.

>>8778
Eine andere Behörde würde mich nicht nehmen, weil ich ja schon mal bei der Polizei entlassen wurde. Und wenn ich tatsächlich zum Psychiater gehen würde, könnte ich noch weniger wieder zur Polizei, weil psychische Sachen zur Dienstuntauglichkeit führen. Und Sicherheitsdienst finde ich genauso blöd wie alle anderen Berufe.
Aber dennoch danke.

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scottgallant:#8783

>>8781
>Und wenn ich tatsächlich zum Psychiater gehen würde, könnte ich noch weniger wieder zur Polizei, weil psychische Sachen zur Dienstuntauglichkeit führen

Ja erstens ist die Polizei ja eh keine Option meer und zweitens hat der doch eine ärztliche Schweigeplicht. Also tu es Bernd.

Mit Depression wirkt alles.jpg Scheiße und man kann nicht klar denken.

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malgordon:#8784

>>8781
>Eine andere Behörde würde mich nicht nehmen, weil ich ja schon mal bei der Polizei entlassen wurde

Auch nicht die Bundeswehr und die Feldjäger? Außerdem kannst du dich doch auch dank EU im Ausland bei der Polizei bewerben, bspw. bei den Schluchtenscheißern.

dwardt Avatar
dwardt:#8785

>>8783
Man muss seine Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Auch wird man explizit nach solchen Behandlungen gefragt. Unwahrheitsgemäße Aussagen führen zum Ausschluss des Bewerbungsverfahrens. Aber selbst wenn wir diesen eklatanten Punkt außer Acht lassen, steht immer noch meine damalige Entlassung im Weg. Die werden meine Personalakte anfordern und generell werden sie einem mit nichtweißer Weste nicht sehr positiv gesinnt sein. Jede Polizeibehörde hat unglaublich viele Bewerber. Da nehmen die lieber jemanden, der nicht vorbelastet ist.

Grundsätzlich lehne ich die Idee einer Neubewerbung nicht ab. Kann ja nicht schaden und einen Versuch ist es wert.
Ich muss nur erstmal alles andere in den Griff kriegen und das ist nicht leicht, weil immer überfordert.

>>8784
Bundeswehr würde gehen. Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Das, oder die Französische Fremdenlegion. Aber wie gesagt, mit dem Angriff Steiners wird das alles wieder in Ordnung komben...

Ausländische Polizei habe ich auch schon überlegt. Das wäre aber auch unrealistisch, weil die ja auch wissen würden, ob ich mal bei der Polizei war und dann ist ja das gleiche Spiel wieder.

Ansonsten würde ich furchtbar gerne in den USA leben und vielleicht beim NYPD arbeiten, beispielsweise. Die kurze Ausbildung von 6 Monaten würde sogar ich schaffen, ohne mir Schnitzer zu leisten.

Man muss dazu sagen, dass ich eigentlich kein schlechter Schüler war. Meine fachlichen Noten waren durchschnittlich, in manchen Fächern sogar überdurchschnittlich. Nur hatte ich halt Pech wegen der Krankheit und meiner Tollpatschigkeit.

mactopus Avatar
mactopus:#8786

>Grundsätzlich lehne ich die Idee einer Neubewerbung nicht ab. Kann ja nicht schaden und einen Versuch ist es wert.
>Ich muss nur erstmal alles andere in den Griff kriegen und das ist nicht leicht, weil immer überfordert.

Ich würde es dir auch ans Herz legen, nochmal eine Neubewerbung zuversuchen, immerhin gibt es in Deutschland 16 Länderpolizeibehörden, eine Bundespolizei, dazu noch die Bundeswehr mit ihren Feldjägern und Behörden die in eine ähnliche Richtung gehen wie bspw. der Zoll (ist das eigentlich auch eine Option für dich?), außerdem noch die ganzen Polizeibehörden im EU-Ausland. Irgendwo wirst du da sicher nochmal unterkommen, wenn du dich wieder gerafft hast.

Wohnst du immernoch alleine? Würde es dir vielleicht helfen, wenn du vorrübergehend wieder nach Hause ziehst?


Auch: Probiere mal 5-HTP Kapseln, die sollen gut bei Depressionen helfen.

salleedesign Avatar
salleedesign:#8822

Bernd hat nach seinem schlechten Schulabschluss das Leben aufgeben.