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Veröffentlicht am 2015-07-13 17:50:51 in /keller/

/keller/ 7614: "Richtig" bewerben bei sinnlosen Vermittlungsvorschlägen

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#7614

Dieser Hatz4-Erstantrags-Bernd hat von seinem netten Arbeitsplatzzentrum-Sachbearbeiter ein paar Vermittlungsvorschläge mit Rechtsbelehung (also mit Bewerbungspflicht) in die Hand gedrückt bekommen. Zum Glück konnte Bernd durch seriöses Auftreten eine Sinnlosmaßnahme oder sonstige Schikanen vermeiden. Ihm wurde auch noch keine Eingliederungsvereinbarung in die Hand gedrückt. Er soll sich lediglich auf die Stellen bewerben und wird dann in ein paar Wochen/Monaten wieder eingeladen, falls er bis dahin noch keine Stelle gefunden hat. Das ist wohl eine ziemlich wohlwollende Behandlung, wenn man die Berichte anderer Hatzbernds so liest.

Bernd fühlt sich für sämtliche Tätigkeiten natürlich extrem überqualifiziert, denn er wird ob seines abgebrochenen Studiums und seiner in den Sand gesetzten (aber immerhin 8 Jahre erfolgreich betriebenen und Steuern abgeführt habenden) Firma als "ungelernt" angesehen. Also hat der Sachbearbeiter ihm solche tollen Sachen wie Regalauffüller, Küchenhilfe in Schnellfressen-Gaststätte, Lagerhelfer, Bildrelatiert etc. rausgesucht, wofür man üblicherweise nur abgebrochene Hauptschule braucht. Bernd hat aber immerhin bayrisches Abitur mit 1,x und diverse berndtypische Fähigkeiten wie gute Informatik etc. Bernds Ziel ist eigentlich, sein Studium wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen, um dann standesgemäß zu schafen. Nur leider ist Bernd für BAföG zu alt. Bernd würde evtl. in Fernstudium + Hatz + digitaler Schwarzarbeit einen Weg sehen.

Nun fragt sich Bernd, wie er der Forderung des Arbeitsplatzzentrums nachkommt, aber gleichzeitig möglichst eine Absagequote von 100 % erzeugt, ohne dass man ihm ein sanktionsbewehrtes Verschulden nachweisen kann. Also man soll erkennen, dass Bernd sich bei der Bewerbung irgendwie Mühe gegeben hat, aber den Arbeitgeber trotzdem nicht von sich überzeugen konnte.

Wie vorgehen?

jpotts18 Avatar
jpotts18:#7617

>Das ist wohl eine ziemlich wohlwollende Behandlung...

Nein, wohl eher Standard. Meistens lassen die einen im ersten Jahr in Ruhe.

>Also hat der Sachbearbeiter ihm solche tollen Sachen wie Regalauffüller, Küchenhilfe in
>Schnellfressen-Gaststätte, Lagerhelfer, Bildrelatiert etc. rausgesucht, wofür man
>üblicherweise nur abgebrochene Hauptschule braucht.

Das Beste wäre hier eine "sehr gute Bewerbung" zu schreiben. Achte besonders auf
Rechtschreibung und Grammatik, benutze einige Fremdwörter, betone zusätzlich im
Anschreiben: bayrisches Abitur mit 1,x sowie deine Informatikkenntnisse.
Das Ganze darf ruhig etwas pretiös klingen, denn je mehr du dich im Anschreiben und
vor allem im Lebenslauf als "Kopfarbeiter" präsentierst, um so besser. Im Lebeslauf
solltest du versuchen sämtliche deiner Kenntnisse und Fähigkeiten unterzubringen
inklusive aller Zeugnisse und Zertifikate. Dafür aber so unwesentliche Sachen wie Führerschein, eigener PKW, Erfahrung im Bereich,... rausstreichen.
Nach Erhalt des VV hast du drei Tage Zeit, um deine Bewerbung abzuschicken. Nimm dir die
Zeit. Bewirb dich grundsätzlich nur schriftlich und lass dir die Kosten erstatten.

>Bernds Ziel ist eigentlich, sein Studium wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu
>bringen, um dann standesgemäß zu schafen.

Warum holst du dir nicht einfach einen Bildungsgutschein? Ist zwar kein Studium aber
gerade im Bereich Informatik kann man bei entsprechenden Bildungsträgern schon einige
brauchbare Zertifikate von MS oder vom LPI abstauben.
Zudem entgehst du so Maßnahmen, wie Bewerbungstraining, MS-Office Kurs und mit Lamas
spazieren gehen, in denen du nur deine Zeit totschlägst. Weiterhin fällst du damit aus
der Arbeitslosenstatistik heraus und bist somit für das Arbeitsplatzzentrum unsichtbar.
Danach hast du dann wieder ein Jahr Ruhe.

antongenkin Avatar
antongenkin:#7620

Gibt es eigentlich irgendeine Kommunikation zwischen dem Arbeitgeber und dem Sachbearbeiter über den Inhalt der Bewerbung? Kann ich mir wegen Datenschutz eigentlich nicht vorstellen.

So könnte man doch direkt reinschreiben, dass man eigentlich keine Lust auf den angebotenen Dschob hat und sich nur bewirbt, weil man dazu verpflichtet ist. Freundlicherweise tut man gleich einen frankierten Rückumschlag für die Absage mit rein.

ryanmclaughlin Avatar
ryanmclaughlin:#7621

Im Normal wird das Amt einen Nachweis dafür verlangen, dass du dich beworben hast. Manche geben sich damit zufriedenen wenn du ihnen regelmäßig eine Liste gibst wo und worauf du dich beworben hast und wie der aktuelle Stand ist. Manche wollen aber auch Kopien deiner Bewerbungsanschreiben sehen, besonders bei häufigen Absagen wie du sie anstrebst.

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#7623

>>7621
>Kopien deiner Bewerbungsanschreiben

Es reicht, die Absagen in Kopie einzureichen. Hat auch nur den Sinn, dass man die 5 NG pro Bewerbung überwiesen kriegt. Das JC will halt bei dem Erstattungsantrag einen Nachweis sehen, dass du dich auch wirklich beworben hast. Du könntest dich ja auch unabhängig von Vermittlungsvorschlägen beworben haben und das JC um 200 NG betrügen wollen.

Die Arbeitgeber bekommen vom JC einen Meldebogen bei jedem ausgegebenen Vermittlungsvorschlag zugeschickt. Da müssen sie dann angeben, ob die Bewerbung von Herrn sowieso fristgemäß eingegangen ist. Es gibt eine 30%ige Sanktion, wenn der Arbeitgeber meldet, dass eine Bewerbung nicht eingegangen ist. Daher Pflichtbewerbungen immer als Einschreiben schicken, dann hat man für den Fall der Fälle einen Nachweis. Vermittlungsvorschläge sind oft absichtlich unpassend (Minijob in 50 km Entfernung und solche Scherze), damit man sich nicht bewirbt und eine Sanktion kassiert.

evandrix Avatar
evandrix:#7624

>>7620
>So könnte man doch direkt reinschreiben, dass man eigentlich keine Lust auf den angebotenen Dschob hat

Das schreibt man geschickt zwischen den Zeilen:

>Sollten Sie schon eine Putzhilfe gefunden haben, so würde ich mich auch über eine andere, meinen Qualifikationen und Interessen besser entsprechende Tätigkeit in Ihrer Firma freuen, wie z.B. guter Informatiker.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#7625

>>7623

>Da müssen können sie dann angeben, ob die Bewerbung von Herrn sowieso fristgemäß eingegangen ist.

Die Rückmeldequote der Arbeitgeber liegt bei ca. 10 %.

>Daher Pflichtbewerbungen immer als Einschreiben schicken,...

Das halte ich für sehr übertrieben. Du kannst zwar damit beweisen, dass etwas versendet wurde, aber über den
Inhalt gibt eine Einschreibenquittung keine Auskunft. Grundsätzlich reicht als Nachweis das Bewerbungsanschreiben aus.
Die Quittung von der Post sollte man dennoch aufbewahren.

irsouza Avatar
irsouza:#7628

>>7625
>als Nachweis das Bewerbungsanschreiben

Dann wäre es doch kluk, die Bewerbungsschreiben gar nicht abzuschicken, sondern nur für seine Unterlagen auszudrucken.

yassiryahya Avatar
yassiryahya:#7629

>>7628

Theoretisch schon. Allerdings gerät man in Erklärungsnot, wenn zu viele Schreiben nicht ankommen. Für den Verlust von zwei bis drei Anschreiben
kann man durchaus noch die Post oder eine falsche interne Weiterleitung beim Arbeitgeber verantwortlich machen aber bei 10 nimmt dir das keiner
mehr ab.

BrianPurkiss Avatar
BrianPurkiss:#7631

Bezüglich der Bewerbungskosten möchte Bernd noch anmerken, dass man, sobald man deren Erstattung beim Arbeitszentrum beantragt, dieses dazu
berechtigt beim Arbeitgeber nachzuforschen.
Wenn du dich auf eine Stelle außerhalb der Vermittlungsvorschläge bewirbst, dann stelle keinen Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten, dann
darf, wegen des Datenschutzes auch nicht nachgeprüft werden.

suribbles Avatar
suribbles:#7636

>>7631
Könnte man auch die Erstattung beantragen, aber Bewerbungen immer nur als Epost rausschicken?

Zahlt das Amt eigentlich für einen Drucker wenn Bernd keinen hat, aber einen bräuchte für die nervigen Bewerbungen?

joemdesign Avatar
joemdesign:#7638

>>7636

Die 5 NG gibt es pro nachgewiesener Bewerbung, egal auf welchem Weg. Soll ja auch ein Anreiz für den Arbeitslosen sein, sich möglichst viel zu bewerben. Allerdings ist die Erstattung auf 260 NG (?) pro Jahr begrenzt, was 52 Bewerbungen (eine pro Woche) entspricht.

chanpory Avatar
chanpory:#7642

>>7638
Wohl nicht meer, mein SB hat definitiv gesagt (Beistand war dabei) ist nicht.

p_kosov Avatar
p_kosov:#7646

>>7638
Im Umkehrschluss hieße das ja dass man nur 52 Bewerbungen im Jahr schreiben muss wenn man danach die Kosten für Briefmarke, Umschlag und Fotos nicht mehr erstattet bekommt oder?

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#7651

>>7646

Ja so ist es. Wenn in der (nicht freiwillig unterschriebenen, sonder per Verwaltungsakt zwangsweise verordneten) EGV mehr als eine Bewerbung pro Woche verlangt wird, ist dies mit guten Chancen gerichtlich angreifbar. Es sei denn, das Arbeitsplatzzentrum verplichtet sich in der EGV zur Erstattung der tatsächlichen Kosten über den gesetzlichen Erstattungsanspruch hinaus.

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#7652

>>7636
>Zahlt das Amt eigentlich für einen Drucker wenn Bernd keinen hat, aber einen bräuchte für die nervigen Bewerbungen?
Du kannst dich doch handschriftlich bewerben. :3
(So ist Bernd 1999 mit seinen "Vermittlungsvorschlägen" umgegangen, bevor sich in die Erwerbsunfähigkeit verabschiedete.)

jamesmbickerton Avatar
jamesmbickerton:#7674

>>7652
>Erwerbsunfähigkeit

Wie hast du das hinbekomben?

fluidbrush Avatar
fluidbrush:#7680

>>7674
1. jahrelange psychiatrische Krankschreibung wegen Berndhinderung
2. Amtsarzt
3. Gutachten von der Rentenversicherung

keremk Avatar
keremk:#7681

>>7680
Wie hast du die Krankschreibung bekomben?

t. Neuschuchtek in Sachen Hartz und Erwerbsunfähigkeit

solid_color Avatar
solid_color:#7684

>>7681
>psychiatrische Krankschreibung

Psychiater.

t. Anderer Bernd

karsh Avatar
karsh:#9440

Muss auf Seite 1

mandalareopens Avatar
mandalareopens:#9441

>"Richtig" bewerben

sementiy Avatar
sementiy:#9450

>>7680
Gut gemacht! Wieviel Ng bekommt Bernd denn pro Monat?

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#9451

>>9450
Schau mal aufs Datum.

bobwassermann Avatar
bobwassermann:#9452

>>7614
Habe den Rest des Fadens nicht gelesen, aber Bernd hat sich damals einfach auf andere anstatt der vorgeschlagenen Stellen beworben und auf Rückfrage eben mit "ich sehe mich nicht in diesen Berufen weil $Grund1, $Grund2 und $Grund3, dafür gefallen mir die Stellen, auf die ich mich beworben habe, viel besser wegen $Grund[4,..,n]". Da Bernd ja seriös, professionell, freundlich und auch willig beim Amt auftritt, sollte das, außer bei Sachbearbeiterin Frau Sandfotzki, schon klargehen. Das sind auch immerhin nur Menschen und die mögen es auch, wenn Bernd Eigeninitiative zeigt und nicht nur die Hand aufhält wie Hartz4-Klaus. Allerdings sollte Bernd dann auch mindestens eine Anzahl Bewerbungen verschickt haben, wie er Vorschläge bekomben hat.

umurgdk Avatar
umurgdk:#9466

Das Fühl wenn Klage gegen Jobcenter gewinnend.

mhwelander Avatar
mhwelander:#9472

>>7614
> Bernds Ziel ist eigentlich, sein Studium wieder aufzunehmen und zum Abschluss zu bringen, um dann standesgemäß zu schafen. Nur leider ist Bernd für BAföG zu alt.
Bundesbildungskredit.
verschiedenste Stipendien
Sozialretardiertheit beim Arzt nachweisen lassen und entsprechend von Töpfen gefördert werden.

Sei doch nicht so unbeholfen du toller 1er Abiturient.

t. 19.Semester

wiljanslofstra Avatar
wiljanslofstra:#9477

>>9472
>Sozialretardiertheit beim Arzt nachweisen lassen und entsprechend von Töpfen gefördert werden.
Wie heißt sowas auf Beamtendeutsch?
Bernd hat schon einen Termin zur Autismusablärung weil er jetzt zum dritten mal die erstsemesterkurse machen muss, aber die ist bis auf anderhalbjahre ausgebucht.

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#9485

Mach einfach 2 Sätze Bewerbungen. Satz A ist grammatikalisch einwandfrei, die gibt Bernd beim Jobcenter ab für die Kostenerstattung. Satz B wird subtil mit Fehlern gespickt und soll von der Optik eher meh wirken, die schickt er dann zum Arbeitgeber. Beispiele hierfür: Eselsohren, fagessene Zeugnisse, gebrauchte Mappen und natürlich Rechtschreibfehler. Besonders gern werden Bewerbungen aussortiert wenn der Name des Personalers falsch geschrieben wurde oder gar der vom Unternehmen. :3

wiljanslofstra Avatar
wiljanslofstra:#9493

>>9472
Aus was für Töpfen bekommt man das Studium finanziert, wenn man sozialretardiert ist? Ich brauche dringlichst weitere Informationen.