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Veröffentlicht am 2017-01-24 10:31:48 in /keller/

/keller/ 9577: Bernd, ich brauche mal ehrliche Hilfe. Ich bin 24 un...

marshallchen_ Avatar
marshallchen_:#9577

Bernd, ich brauche mal ehrliche Hilfe.

Ich bin 24 und Schüler. Ich war noch nie in meinem Leben arbeiten und habe auch keine Ausbildung gemacht. Ich war mein leben lang nur in der Schule.
Nun wird das aber nicht mehr lange gut gehen.

Ich habe eine Vorgeschichte psychischer Krankheiten, die bis 2008 zurückgeht, wo ich das erste mal stationär in Behandlung war.

Würde ich nun auch bei diesem letzten Versuch, einen höheren Schulabschluss zu erreichen, scheitern, wäre der nächste Schritt wohl die Behindertenwerkstatt.

Aber das schaffe ich nicht, Bernd. Da gehe ich nach 2 Tagen grillen. Ich bekomme jetzt schon Panikzustände bei dem Gedanken daran.

Also werde ich wohl versuchen, mich als komplett Arbeitsunfähig einstufen lassen.
Jetzt aber zu meiner Frage: Welches Amt wäre für mich zuständig? Erst mal das Arbeitsamt oder doch gleich das Sozialamt?
Kann ich ohne Amt irgendwie herausfinden, welche Gelder in welcher Höhe mir zustehen?

Ich würde ja tatsächlich lieber einem Beruf nachgehen, in dem ich eine geregelte 40-Stunden Woche habe und ich so gut verdiene, dass ich mir zumindest eine kleine 2-Zimmer Wohnung und ein Auto für kleine Fahrten wie zur Schafstelle und zum Einkaufen leisten kann. Das schaffe ich aber wirklich nicht. Aus welchem Grund auch immer. Und naja, das alles zu halten, wird mit einer Teilzeitstelle nicht drin sein. Und vor allem mit meinem Realschulabschluss, der zwar erweitert, aber dennoch nicht sonderlich gut ist.

;_____; Hilfe, Bernd?

bassamology Avatar
bassamology:#9578

auf was für eine schule gehst du denn und was ist der angestrebte schulabschluss?

wenn dir abitur zu stressig und realschule nicht gut genug ist kann ich dir fachhochschulreife empfehlen. das hab ich auch gemacht und obwohl ich faul und dumm bin hatte ich am ende einen schnitt von 1,6.
mit fachhochschulreife kannst du dich auch auf die "guten" ausbildungen bewerben, also bankkaufmann, fachinformatiker, beamter im gehobenen dienst... und wenn du willst sogar einiges studieren. eigentlich fast alles außer lehramt, medizin, jura und so scheiß, aber das brauchst du ja nicht unbedingt.

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#9579

ach ja und 24 ist definitiv noch zu jung um einen auf mongo zu machen, das kannst du mit 40 immer noch.

versuch einfach am ball zu bleiben, mach immer irgendwas dass dich irgendwie weiterbringt und bleib in deinem geregelten tagesablauf mit morgens aufstehen, irgendwo hinfahren, aufmerksam sein, lernen, mit anderen leuten reden... so verkalkst du nicht schon frühzeitig.

mach nur nicht den fehler und fang an daheim rumzugammeln mit nem kasten bier und einer bong. wenn du mal versumpft bist ist es viel schwieriger was aus deinem leben zu machen, das weiß ich aus erfahrung

also: immer schön am ball bleiben und die flinte nicht ins korn werfen. ach ja und die menschen die im jobcenter arbeiten sind die letzten drecksäcke, mit denen willst du gar nichts zu tun haben. versuch das auf alle fälle zu vermeiden. die bilden aber aus. und nehmen auch leute die normalerweise ihren lebenslauf verkackt haben. weil das keiner machen will aber viele leute benötigt werden. vielleicht wäre das ja was für dich *zwinker*

ryanjohnson_me Avatar
ryanjohnson_me:#9581

Ich bin bereits an einer FOS, zum zweiten Mal.
Beim ersten Mal (das war so 2011) habe ich die 11. Klasse zwei mal nicht geschafft, weil mir mehrere hundert Stunden beim Praktikum fehlten. Im Moment drohe ich aus den gleichen Gründen erneut zu scheitern.

Das Problem ist gar nicht mal, dass ich zu faul bin. Schule zB macht mir sogar meist vom Prinzip her Spaß. Ich leide an einer Sozialphobie und Agoraphobie, gelegentlich kommen depressive Episoden dazu. Als wäre das nicht genug, leide ich an chronischen Schmerzen, die mich geschätzt alle 3 Wochen so aus der Bahn werfen, dass ich tatsächlich nicht viel außerhalb der eigenen 4 Wände machen kann.


Ich bin mittlerweile an dem Punkt angekommen, an dem ich denke, dass ich niemals wirklich selbstständig für meinen Lebensunterhalt sorgen können werde. Ich bin im Schnitt an 2 von 5 Tagen in der Woche nicht in der Lage (aus physischen oder psychischen Gründen), zur Schule oder arbeiten zu gehen.

Ich habe bereits mehrere Hilfen in Anspruch genommen; Psychiater, Psychotherapeut, Psychiatrie, Tagesklinik, Jugendamt. Ich habe auch alle Möglichkeiten der Ausbildung ausgeschöpft; Fachoberschule, Fernschule, noch mal FOS.
Es wird wohl nun auf die Behindertenwerkstatt hinauslaufen, weil da nun mal nicht mehr viel ist.

Ich will dieses Leben nicht. Ich würde, wie gesagt, liebend gern arbeiten. Nach so langer Zeit und so vielen gescheiterten Versuchen bin ich aber nun an dem Punkt, an dem ich glaube, was mir viele seit langem erzählen: Ich bin austherapiert.

Und bevor ich für einen Hungerlohn zwischen tatsächlichen Mongos Kugelschreiber zusammenschraube, nur um im Endeffekt ohnehin Geld vom Amt zu brauchen, nehme ich lieber nur das Geld und teile mir meinen Tag selbst ein.

cboller1 Avatar
cboller1:#9582

fernschule

/problem

itskawsar Avatar
itskawsar:#9583

>>9581
Hast du denn irgendwelche Hobbies oder Interessen? Vielleicht lässt sich ja etwas finden, mit dem du dir selbstständig ein paar Groschen verdienen kannst. Als freier Mitarbeiter irgendwelcher IT-Firmen etwa hast du gut Chancen von daheim aus arbeiten zu können. Das ist nicht das was du willst, doch immerhin ließe sich so ein würdevolles Leben führen, ohne sich bei jedem kleinen Luxus grämen zu müssen.

rcass Avatar
rcass:#9584

>>9582
Lerne inzu lesen:
>Ich habe auch alle Möglichkeiten der Ausbildung ausgeschöpft; Fachoberschule, Fernschule, noch mal FOS.

>>9583
Ich denke, dass mir da für so gut wie alles die Qualifikation fehlt. Ich kann halbwegs gut mit Fotoladen und Premiere umgehen, aber halt nicht gut genug um mich damit wirklich selbstständig zu machen.

Am ehesten könne ich mir eben noch vorstellen, irgendwo in Teilzeit zu arbeiten. Aber ungelernt gibt's da eben nur grottige Angebote...