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Veröffentlicht am 2014-06-08 22:47:46 in /l/

/l/ 21299: digitale Zeitungsabos

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kiwiupover:#21299

Ist es den Bernadetten und den Bernds schon mal aufgefallen, wie sich die altehrwürdigen Zeitungsverlage an ihr Geschäftsmodell "Zeitung auf Papier zu drucken und dem Abonennten in den Briefkasten stecken" festhalten? Hier mal ein Beispiel einer schwäbischen Provinzjournaille. Ein Vollabonent für die Zeitung in den Briefkasten gibt es für 29,10 NG. Will der Leser zur Zeitung auf Papier, die Ausgabe auch für sein Tablet, dann darf er noch mal 6NG dazuzahlen. Wobei sich die Frage stellt, wer braucht beide Formen einer Ausgabe?
Dann gibt es die E-Zeitung mit Tablet für 18NG, was auf dem ersten Blick sehr modern und günstig aussieht, aber der fette Stern (*) hinter dem Angebot und das kleingedruckte zeigen dann das Arschbürgertum. Die E-Zeitung und das Tablet für 18NG gibt es nur, wenn man bereits ein Papierabo für 29,10NG in Monat hat. Gut ein Tablett ist dabei, das lässt sich der Verlag aber auch fürstlich vergüten, denn es wird noch eine Zuzahlung von 49NG bis 229NG je nach Tablettmodell fällig.
Für Neuabonennten gibt es eine "nur E-Zeitung", welches mit 24,90NG einen sehr selbstbewussten Preis hat, wenn man berücksichtigt das der manuelle Druck und Vetrieb zu 100% wegfällt. Wie man erkennen kann, stemmt sich die Verlagsleitung preislich gegen das digitale Zeitalter und ich brauche kein Prophet sein, wenn sich die Leute nicht zu radikalen Einschnitten durchringen können, gibt es diesen Verlag in 10 Jahren nicht mehr. Irgendwer erkennt die Lücke und vertreibt eine kostengünstigere regionale E-Zeitung und dann bleibt von Traditionszeitung nur noch die Erinnerung.

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mactopus:#21300

>>21299
> wer braucht beide Formen einer Ausgabe?
Für unterwegs und/oder wenn man nicht in einem Singlehaushalt lebt.
Die Taz hat übrigens ein interessantes Abomodell im Angebot: Montag bis Freitag digital und am Wochenende eine gedruckte Ausgabe. Komisch, dass da andere Zeitungsverlage noch nicht draufgekommen sind.

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thehacker:#21305

Ist doch nicht nur auf dem Zeitungsmarkt so. Die Verlage verticken ja auch ihre elektronischen Bücher zu absurden Preise und behaupten dann, dass E-Bücher nicht sonderlich beliebt wären. Der Deutsche liest halt doch lieber ein richtiges Buch... jaja
Und dann gibt es da ja auch noch das Problem, dass ich meine E-Bücher nicht weiterverkaufen kann.
Ach ja, und vergriffene Bücher werden natürlich auch nicht als E-Bücher herausgebracht, sondern man darf darauf hoffen sie sich völlig überteuert bei Ebucht oder Amazon kaufen zu können. Das ist ein riesiger Haufen Scheiße, den die Verlage da produzieren. Die sind halt geistig noch nicht im 21. Jh. angekommen. Meinetwegen dürfen die alle sterben gehen mit ihrer Buchpreisbindung und den anderen antiquierten Ideen.

keremk Avatar
keremk:#21343

Ist das nicht eher ein Thema für /ng/?