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Veröffentlicht am 2014-08-10 15:58:52 in /l/

/l/ 21655: Gedichte

ritapetrilli87 Avatar
ritapetrilli87:#21655

Rainer Maria Rilke
Der Gefangene

I
Meine Hand hat nur noch eine
Gebärde, mit der sie verscheucht;
auf die alten Steine
fällt es aus Felsen feucht.

Ich höre nur dieses Klopfen
und mein Herz hält Schritt
mit dem Gehen der Tropfen
und vergeht damit.

Tropften sie doch schneller,
käme doch wieder ein Tier.
Irgendwo war es heller –.
Aber was wissen wir.

II
Denk dir, das was jetzt Himmel ist und Wind,
Luft deinem Mund und deinem Auge Helle,
das würde Stein bis um die kleine Stelle
an der dein Herz und deine Hände sind.

Und was jetzt in dir morgen heißt und: dann
und: späterhin und nächstes Jahr und weiter –
das würde wund in dir und voller Eiter
und schwäre nur und bräche nicht mehr an.

Und das was war, das wäre irre und
raste in dir herum, den lieben Mund
der niemals lachte, schäumend von Gelächter.

Und das was Gott war, wäre nur dein Wächter
und stopfte boshaft in das letzte Loch
ein schmutziges Auge. Und du lebtest doch.

anjhero Avatar
anjhero:#21663

>>21655

Danke, das gefällt mir.

creartinc Avatar
creartinc:#21664

Nikolaus Lenau - Der Hagestolz

Ich hab kein Weib, ich hab kein Kind
In meiner öden Stube,
Hier tönts nicht: »Guten Morgen!« lind,
Hier tobt kein muntrer Bube.

Und auch kein treuer Hund mir naht,
Mit schmeichelndem Gewedel;
Der Rauch nur ist mein Kamerad,
Und dort der Totenschädel.

In Ringlein blau der Rauch verweht;
Des Hirnes leerer Tiegel
Dort auf dem Schrank am Spiegel steht,
Ein fortgesetzter Spiegel.

Ich habe weislich mir gepflanzt
Den Freund auf die Kommode,
Vor allzu heißem Wunsch verschanzt
Hab ich mich mit dem Tode.

Den Rauch betrachtend, Rad an Rad,
Und dort den bleichen Knochen,
Hat noch ein dritter Kamerad
Wildkalt in mir gesprochen:

Was ist es auch, was tut es auch,
Daß Weib und Kind dir fehle,
Bald wird ja doch, wie dieser Rauch,
Verblasen deine Seele!

Die Schädelpfeif hat auch geraucht,
Als drin das Leben brannte,
Als noch der Raucher drein gehaucht,
Der große Unbekannte.

Einst Wolken blies der alte Pan
Aus diesen schlechten Scherben;
Nun hat ers Pfeiflein abgetan,
Die Menschen heißens Sterben.

Der Schädel dort, so häßlich itzt,
So kahl und hohl zur Stunde,
War einst, wer weiß, wie schön geschnitzt,
Als Pan ihn hielt am Munde.

Das Bild am Kopf ist abgewischt;
Wars dumm, wars ein gescheites,
Es wird nicht wieder aufgefrischt,
's ist einerlei nun beides.

Und ob es Glück, ob Unglück hieß,
Ob Kummer oder Segen,
Was Pan hier in die Lüfte blies,
Ist wenig dran gelegen.

Vom Rauche, den der Wind vertrieb,
Vom Feuer, windverschlungen,
Nichts als ein Bild erhalten blieb
In Pans Erinnerungen. –

Das Lebensglück ist nicht geglückt,
Die Menschen mirs zertraten,
Nun will ich, in mich selbst gedrückt,
Auch einen Hund entraten.

Wenn sie mich unbeweint zuletzt,
Weib-, kinderlos, verscharren,
Ich zünde meinen Knaster jetzt,
Dem Rauche nachzustarren.

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#21665

Friedrich Rückert
Parabel

Der Sultan läßt den Mewlana
Zum Thronsaal führen, ihn zu fragen:
Du rühmst dich sondrer Weisheit ja,
So sollst du mir nun Antwort sagen.

In vier verschiedne Sekten teilt
Sich alles Volk der Muselmanen;
So sage nun mir unverweilt,
Wer geht davon auf rechten Bahnen?

Auf welchem der vier Pfade mag
Der Staub zum Thron des Herrn gelangen?
Ich zweifelte bis diesen Tag,
Nun laß Gewißheit mich empfangen.

Der Sultan sprach's und harrte stumm;
Der Mewlana, erst sah er schweigend
Im Thronsaal sich des Sultans um,
Dann sprach er, sich vor ihm verneigend:

Du, dessen Thron das Ebenbild
Des Throns der Himmel ist auf Erden,
Mich schirme deiner Gnade Schild;
So soll dir meine Antwort werden:

Du thronest hier in einem Saal,
Zu dem geöffnet sind vier Thüren;
Und deinen Thron sieht allzumal,
Wen du durch eine lässest führen.

Daß ich des Weges nicht geirrt,
Des mußte mir dein Bote frommen;
Und nun weiß ich, vom Glanz verwirrt,
Nicht, welches Wegs ich bin gekommen.

bluesix Avatar
bluesix:#21672

Hölderlin
Das Erinnern

Viel, viel sind meiner Tage
Durch Sünd entweiht gesunken hinab.
O, großer Richter, frage
Nicht wie, o lasse ihr Grab
Erbarmende Vergessenheit,
Laß, Vater der Barmherzigkeit,
Das Blut des Sohns es decken.


Ach wenig sind der Tage
Mit Frömmigkeit gekrönt entflohn,
Sie sinds, mein Engel, trage
Sie vor des Ewigen Thron,
Laß schimmern die geringe Zahl,
Daß einsten mich des Richters Wahl
Zu seinen Frommen zähle.

freddetastic Avatar
freddetastic:#21678

>>21664

Zwar ziemlich kantig, aber trotzdem toll.

puzik Avatar
puzik:#21679

Bertolt Brecht - Terzinen über die Liebe

Sieh jene Kraniche in großem Bogen!
Die Wolken, welche ihnen beigegeben
Zogen mit ihnen schon, als sie entflogen

Aus einem Leben in ein andres Leben.
In gleicher Höhe und mit gleicher Eile
Scheinen sie alle beide nur daneben.

Daß also keines länger hier verweile
Daß so der Kranich mit der Wolke teile
Den schönen Himmel, den sie kurz befliegen

Und keines andres sehe als das Wiegen
Des andern in dem Wind, den beide spüren
Die jetzt im Fluge beieinander liegen.

So mag der Wind sie in das Nichts entführen;
Wenn sie nur nicht vergehen und sich bleiben
So lange kann sie beide nichts berühren

So lange kann man sie von jedem Ort vertreiben
Wo Regen drohen oder Schüsse schallen.
So unter Sonn und Monds wenig verschiedenen Scheiben

Fliegen sie hin, einander ganz verfallen.

Wohin, ihr?
Nirgendhin.

Von wem entfernt?
Von allen.

Ihr fragt, wie lange sind sie schon beisammen?
Seit kurzem.
Und wann werden sie sich trennen?
Bald.
So scheint die Liebe Liebenden ein Halt.

marciotoledo Avatar
marciotoledo:#21680

Ernst Jandl

Falamaleikum
falamaleitum
falnamaleutum
fallnamalsooovielleutum
wennabereinmalderkrieglanggenugausist
sindallewiederda.
oder fehlteiner?

malgordon Avatar
malgordon:#21681

>>21680
Daran erinnere ich mich noch aus dem Deutschunterricht. Vielleicht finde ich es nur deswegen schlecht.

Überlegen:

ERNST JANDL – FRANZ HOCHEDLINGER-GASSE

wo gehen ich
liegen spucken
wursten von hunden
saufenkotz

ich denken müssen
in mund nehmen
aufschlecken schlucken
denken müssen nicht wollen

iamsteffen Avatar
iamsteffen:#21682

Hölderlin
An eine Rose

Ewig trägt im Mutterschoße,
Süße Königin der Flur!
Dich und mich die stille, große,
Allbelebende Natur;
Röschen! unser Schmuck veraltet,
Stürm' entblättern dich und mich,
Doch der ewge Keim entfaltet
Bald zu neuer Blüte sich.

buleswapnil Avatar
buleswapnil:#21689

Die Beiden

Sie trug den Becher in der Hand -
Ihr Kinn und Mund glich seinem Rand -,
So leicht und sicher war ihr Gang,
Kein Tropfen aus dem Becher sprang.

So leicht und fest war seine Hand:
Er ritt auf einem jungen Pferde,
Und mit nachlässiger Gebärde
Erzwang er, dass es zitternd stand.

Jedoch, wenn er aus ihrer Hand
Den leichten Becher nehmen sollte,
So war es beiden allzu schwer:
Denn beide bebten sie so sehr,
Dass keine Hand die andre fand
Und dunkler Wein am Boden rollte.

- Hugo von Hofmannsthal

mrzero158 Avatar
mrzero158:#21692

RATINGER HOF, ZETTBEH (3)

»o nacht! ich nahm schon
flugbenzin ..«

nachtperformance, leberschäden,
schrille klausur
HIER KÖNNEN SIE
ANITA BERBER/VALESKA GERT BESICHTIGEN
MEINE HERRN .. KANN ABER INS AUGE GEHN
stimmts outfit? das ist dein auftritt!
schummrige westkurve (»um entscheidende
millimeter geschlagen«)
gekeckerte -fetzen
»süße öhrchen«, ohrläppchen metallverschraubt
beschädigtes leder, monturen, blitze
beschläge, fischgrät im parallel-
geschiebe; sich überschlagendes, -lapp
endes keckern (»gestern dä lappn wech«);
unser sprachfraß echt junkfood, echt
verderbliche ware, »süße öhrchen«, wir
stülpen unsere mäuler um JETZT mit der
(kühlschrank)nase flügeln (yachtinstinkt,
»paar lines gezogn«); nebenbei erklärter
maßen blitzkrieg/blickfick (JETZT LÄC
HELN!); havarierte augenpaare (schwer
geädert), »man sieht sich«, kiesel im
geschiebe, man sieht nichts aber: über
gabe/rüberreichen von telefonnummern
(JETZT LECKEN!)
DAS HAARREGISTER: bei
steiler fülle, grannig gestylt, hoch
gesprühter edelwust, fiftyfifty,
gesperberte fönung, cherokeegerädert,
barbieverpuppung, teddysteiff, »sekthell
ihr busch«, weekend-allonge, Yves-Klein-blau,
pechschwanz, schläfenraster, freigelegte
schädeldecke, »um entscheidende millimeter
geschlagen!«
(von der kette
gelassen; bereit, zeitig, zum sprung;
zum absprung bereit, die jungens: paar
kanaken plattmachn, gefletschte pupillen,
panzerglasig; vollgestopft mit guten
pillen werden sie dann unter vorrückende
tanks gejagt, »haste ma ne mark für taxi«);
gerädert, bei steiler fülle, OP-bläue,
pechschwanz, schädelraster, ums ganze
haarregister laberschäden; sicherheit ja
die einzige ja: UM FÜNF WIRD HIER
DAS LICHT ANGEHN .. DAS VOLLE LICHT ..
AUFTRITT VON PHANTOMSCHMERZEN .. UND
ANGST DAS KALTE LAKEN

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#21693

Begräbnis einer alten Bettlerin
Nikolaus Lenau

Vier Männer dort, in schwarzem Kleid,
Die tragen auf der Bahre,
Lastträger, ohne Lust und Leid,
Des Todes kalte Ware.

Sie eilen mit dem toten Leib
Hinaus zum Ort der Ruhe.
Schlaf wohl, du armes Bettelweib,
In deiner morschen Truhe!

Dir folgt kein Mensch zum Glockenklang
Mit weinenden Gebärden;
Die Not nur blieb dir treu, solang
Von dir noch was auf Erden.

Dir gab der Menschen schnöder Geiz
Ein Leichentuch zerfetzet,
Hat ein verstümmelt Christuskreuz
Dir auf den Sarg gesetzet;

Doch kränkt dich nicht der bittre Spott
In deinem tiefen Frieden,
Daß man selbst einen schlechtem Gott
Dir auf den Weg beschieden.

Einst blühtest du im Jugendglanz,
Vom ganzen Dorf gepriesen
Die schönste Maid am Erntetanz,
Dort unten auf der Wiesen.

Folgt keiner dir der Bursche nach,
Die dort mit dir gesprungen?
Wohl längst die muntre Fiedel brach,
Die dort so hell geklungen!

Lenau du alter Melancholiker!

kosmar Avatar
kosmar:#21694

>>21693
;_;

chrisvanderkooi Avatar
chrisvanderkooi:#21695

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den anderen,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allem ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

Hermann Hesse

vj_demien Avatar
vj_demien:#21696

Georg Trakl - Menschliches Elend

Die Uhr, die vor der Sonne fünfe schlägt –
Einsame Menschen packt ein dunkles Grausen,
Im Abendgarten kahle Bäume sausen.
Des Toten Antlitz sich am Fenster regt.

Vielleicht, daß diese Stunde stille steht.
Vor trüben Augen blaue Bilder gaukeln
Im Takt der Schiffe, die am Flusse schaukeln.
Am Kai ein Schwesternzug vorüberweht.

Im Hasel spielen Mädchen blaß und blind,
Wie Liebende, die sich im Schlaf umschlingen.
Vielleicht, daß um ein Aas dort Fliegen singen,
Vielleicht auch weint im Mutterschoß ein Kind.

Aus Händen sinken Astern blau und rot,
Des Jünglings Mund entgleitet fremd und weise;
Und Lider flattern angstverwirrt und leise;
Durch Fieberschwärze weht ein Duft von Brot.

Es scheint, man hört auch gräßliches Geschrei;
Gebeine durch verfallne Mauern schimmern.
Ein böses Herz lacht laut in schönen Zimmern;
An einem Träumer läuft ein Hund vorbei.

Ein leerer Sarg im Dunkel sich verliert.
Dem Mörder will ein Raum sich bleich erhellen,
Indes Laternen nachts im Sturm zerschellen.
Des Edlen weiße Schläfe Lorbeer ziert.

subburam Avatar
subburam:#21699

Gottfried Benn
Negerbraut

Dann lag auf Kissen dunklen Bluts gebettet
der blonde Nacken einer weißen Frau.
Die Sonne wütete in ihrem Haar
und leckte ihr die hellen Schenkel lang
und kniete um die bräunlicheren Brüste,
noch unentstellt durch Laster und Geburt.
Ein Nigger neben ihr: durch Pferdehufschlag
Augen und Stirn zerfetzt. Der bohrte
zwei Zehen seines schmutzigen linken Fußes
ins Innere ihres kleinen weißen Ohrs.
Sie aber lag und schlief wie eine Braut:
am Saume ihres Glücks der ersten Liebe
und wie vorm Aulbruch vieler Himmelfahrten
des jungen warmen Blutes.
Bis man ihr
das Messer in die weiße Kehle senkte
und einen Purpurschurz aus totem Blut
ihr um die Hüften warf.

pjnes Avatar
pjnes:#21705

Fanny zu Reventlow

Über die weißen Kissen
hingeflossen das Blut,
der Lebensnerv zerrissen,
verloschen der Sinne Glut.

Vom Bett herabgesunken
hängt schlaff die linke Hand.
Noch hält die rechte die Waffe
mit starrem Griff umspannt.

Draußen singen die Vögel,
flutet das Sonnenlicht,
drinnen flackert die Kerze
verlöschend im fahlen Licht.

Ein aufgeschlagnes Gebetbuch,
drin suchte er seine Qual
gestern abend zu lindern,
vergebens zum letzten Mal.

Eine rote Hyazinthe,
die er am Tage noch trug,
liegt nun verwelkt und vertrocknet
über dem finstern Buch.

Es ist vom Krach der Pistole,
niemand im Hause erwacht.
Im Blut liegt der blinde Knabe,
ins Hirn geschossen und lacht.

Es lacht, wie einst im Leben,
noch jetzt, sein bleicher Mund –
ein krankes Kinderlachen –
er war ja nie gesund.

vj_demien Avatar
vj_demien:#21708

Hugo von Hofmannsthal
Siehst du die Stadt?

Siehst du die Stadt, wie sie da drüben ruht,
Sich flüsternd schmieget in das Kleid der Nacht?
Es gießt der Mond der Silberseide Flut
Auf sie herab in zauberischer Pracht.

Der laue Nachtwind weht ihr Atmen her,
So geisterhaft, verlöschend leisen Klang:
Sie weint im Traum, sie atmet tief und schwer,
Sie lispelt, rätselvoll, verlockend bang . . .

Die dunkle Stadt, sie schläft im Herzen mein
Mit Glanz und Glut, mit qualvoll bunter Pracht:
Doch schmeichelnd schwebt um dich ihr Widerschein,
Gedämpft zum Flüstern, gleitend durch die Nacht.

sementiy Avatar
sementiy:#21711

Für Mein Neger
*rülps*
joa des is a bayrische redewendung
kehrt zu unsam wortschatz
do hob i a liad gschrim für mein neger
des lied hoast für mein neger
und die erschte strophe hob i für oan gschriam
der arbeit in münchen im kreisverwaltungsreferat

er is oiwai der depp gwen für olle leid
in da schui homs bloß verarscht die ganze zeit
koan freind hot a kappt a streber is a gwend
und mit am dirndl do host en gonz seltn gseng
er hot a lehre ogfangt aber die hot er nid gschafft
wemmas genau nimmt hot er's zu gonix bracht
an hund hot a ghabt und den hota dressiert
der hot genauso wie er
vor seinen vodan parriert

heit hota an tangsslip o
an joint in da bappen
sei olde flackt im schatten und strickt
er sauft an lädschig morschen tee zum frühstück
hot a sechzehnjährigs negerdirndl gfickt
er flackt am strand in da sunna
seid zwei wocha is a do
und jeden dag is a zua
wos a dahoam nid is des is a do
hey neger putz ma dschua
mh
hey neger putz ma dschua

irgendwann hot a gheirat und zwei kinder gmacht
er hots mit liebe erzogn
er hots sies hibong wieras braucht
sei oide hot er jede woch holbat erschlong
er hot die nochmaulerei einfach nid vertrang
in die partei is a ganga
ja da is er wer gwen
do kommas hirn abscholten da braucht ma bloß guat redn
hascha an die wand
geisel angmacht
hota gschrian in seim suff
und bloß saudumm glacht

heit hota an tangsslip o
an joint in da bappen
sei olde flackt im schatten und strickt
er sauft an lädschig morschen tee zum frühstück
hot a sechzehnjährigs negerdirndl gfickt
er flackt am strand in da sunna
seid zwei wocha is a do
und jeden dag is a zua
wos a dahoam ned is des is a do
hey neger putz ma dschua
mh
hey neger putz ma dschua

er hot sich bei der bundeswehr
verpflicht für zwölf johr
er hot gsuffa wie a loch
aber mit seine kurzen hoar
hota oiwai sauber ausgschaugt
seine olden warn stoiz
in seim schedel war scheiße
außenrum bloß holz
er hot gwusst dass er a depp is
und es schlimmste an der sach
er hot sich nid a mol bemüht dass er was anderst macht
und jetzt flackt er do am strand
macht oan auf coolen typ
er benimmt sie wie a sau
er is a deitscha tourist

er hot an tangsslip o
an joint in da bappen
sei olde flackt im schatten und strickt
sauft an lädischig morschen tee zum frühstück
hot a sechzehnjährigs negerdirndl gfickt
er flackt am strand in da sunna
seid zwei wocha is a do
und jeden dog is a zua
wos a dahoam ned is des is a do
hey neger putz ma dschua
mh
hey neger putz ma dschua

jo aber massa sogt da neger du host ja turnschua o!holts maul und putz sonst fangst a bor!!

- Hans Söllner

ryanmclaughlin Avatar
ryanmclaughlin:#21713

Rainer Maria Rilke
Das Kloster

Im Dämmerdustgeschwel
ist schon die Stadt zerronnen,
hoch steht das Haus der Nonnen
des Ordens von Karmel.

Der Abend hüpft hangab
vorbei mit Feuergarben
und windet tausend Farben
um jeden Fensterstab.

Er schmückt das düstre Haus
umsonst mit Lichtgeglänze:
So sehen frische Kränze
auf Leichensteinen aus.

subburam Avatar
subburam:#21718

Alfred Lichtenstein
Der Lackschuh

Der Dichter dachte:
Ach was, ich hab den Plunder satt!
Die Dirnen, das Theater und den Stadtmond,
Die Oberhemden, Straßen und Gerüche,
Die Nächte und die Kutscher und die Fenster,
Das Lachen, die Laternen und die Morde –
Den ganzen Dreck hab ich nun wirklich satt,
Beim Teufel!
Mag werden, was da will ... mir ist es gleich:
Der Lackschuh drückt mich. Und ich zieh ihn aus

Die Leute mögen sich verwundert wenden.
Nur schade ists um meinen seidnen Strumpf ...

arashmanteghi Avatar
arashmanteghi:#21725

Dr Schwobaseckel

So kann´s geh...

Heut hab i scho dr ganze Dag
a komischs, uguats Gfühl.
Mir geht´s so recht em Ranza rum -
wia Wasserorgelschpiel.
Schier kottrich isch mr´s, richtich blöd
und bleich sind meine Wanga -
schpucka hab i no net gmüasst,
i werd mi wieder fanga.

Doch plötzlich drängt mi´s auf dr Klo,
i glaub, jetzt wird mr übel.
I schrei no schnell nach meiner Frau,
dass sie mir langt dr Kübel.
Bloß, als sie mr dr Oimer bringt,
da bin i ganz scheniert
und sag: "Bring gschwind a frische Hos - i hab umdischponiert."

trickyolddog Avatar
trickyolddog:#21731

Hugo von Hofmannsthal
Für mich...

Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche,
Mein Auge adelt mirs zum Zauberreiche:
Es singt der Sturm sein grollend Lied für mich,
Für mich erglüht die Rose, rauscht die Eiche.
Die Sonne spielt auf goldnem Frauenhaar
Für mich – und Mondlicht auf dem stillen Teiche.
Die Seele les ich aus dem stummen Blick,
Und zu mir spricht die Stirn, die schweigend bleiche.
Zum Traume sag ich. »Bleib bei mir, sei wahr!«
Und zu der Wirklichkeit: »Sei Traum, entweiche!«
Das Wort, das Andern Scheidemünze ist,
Mir ists der Bilderquell, der flimmernd reiche.
Was ich erkenne. ist mein Eigentum,
Und lieblich locket, was ich nicht erreiche.
Der Rausch ist süß, den Geistertrank entflammt,
Und süß ist die Erschlaffung auch, die weiche.
So tiefe Welten tun sich oft mir auf,
Daß ich drein glanzgeblendet, zögernd schleiche,
Und einen goldnen Reigen schlingt um mich
Das längst Gewohnte, das alltäglich Gleiche.

donjain Avatar
donjain:#21737

Stefan George - Das Zeitgedicht

Ihr meiner zeit genossen kanntet schon
Bemasset schon und schaltet mich - ihr fehltet.
Als ihr in lärm und wüster gier des lebens
Mit plumpem tritt und rohem finger ranntet:
Da galt ich für den salbentrunknen prinzen
Der sanft geschaukelt seine takte zählte
In schlanker anmut oder kühler würde ·
In blasser erdenferner festlichkeit.

Von einer ganzen jugend rauhen werken
Ihr rietet nichts von qualen durch den sturm
Nach höchstem first · von fährlich blutigen träumen.
>lm bund noch diesen freund!< und nicht nur lechzend
Nach tat war der empörer eingedrungen
Mit dolch und fackel in des feindes haus..
Ihr kundige las't kein schauern · las't kein lächeln ·
Wart blind für was in dünnem Schleier schlief.

Der pfeifer zog euch dann zum wunderberge
Mit schmeichelnden verliebten tönen · wies euch
So fremde schätze dass euch allgemach
Die welt verdross die unlängst man noch pries.
Nun da schon einige arkadisch säuseln
Und schmächtig prunken: greift er die fanfare ·
Verlezt das morsche fleisch mit seinen sporen
Und schmetternd führt er wieder ins gedräng.

Da greise dies als mannheit schielend loben
Erseufzt ihr: solche hoheit stieg herab!
Gesang verklärter wolken ward zum schrei!..
Ihr sehet wechsel · doch ich tat das gleiche.
Und der heut eifernde posaune bläst
Und flüssig feuer schleudert weiss dass morgen
Leicht alle schönheit kraft und grösse steigt
Aus eines knaben stillem flötenlied.

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#21742

Die Kammern der Verdammten

In Eisenstiefeln schleppt die Kreatur
Sich mühevoll durch kalte, feuchte Gänge
Behäbig öffnet sich ein mächt´ges Tor
Der Dunkelheit entweichen Schreckensklänge

Erleuchtet wird der Weg zu den Verließen
Sie wankt vorbei an unzähligen Zellen
Gepeinigten, bedauernswerten Wesen
Bestimmt dazu, sie allesamt zu quälen

Nur spärlich schenken Fackeln dünnes Licht
Den Gittern, Ketten, Folterinstrumenten
Gestank, Verwesung schlagen in´s Gesicht
Verfaulte hängen drohend von den Wänden

Das Ungetüm stampft schwerfällig voran
Entriegelt träge eine Eisentür
Dahinter schnaubt ein schwer versehrter Mann
In Ketten liegend wie ein wildes Tier

Er wimmert, kniet im Dreck, brutal entstellt
Der Knochen tritt an mancher Stell´ zutage
Die meiste Haut wurd´ ihm vom Leib geschält
Erbleicht blickt er nach oben: „Gnade, Gnade!“

Die stachelige Peitsche schnellt hernieder
In´s Fleische des Verfluchten, der gequält
Sich windet, schreit, erbricht und immer wieder
Verzweifelt bettelt und um Gnade fleht

Doch Hieb um Hieb zerschneidet Haut und Sehnen
Der Eiter platzt und spritzt aus tiefen Wunden
Aus aufgeriss´nen Augen flüchten Tränen
Nach jedem Schlag erzittert er geschunden

Erstarrt bald, all sein Leiden sinkt hinab
Im eig´nen Blut, das aus den Rissen sprudelt
Der lang ersehnte Tod führt ihn zum Grab
An diesem Ort, der schwer mit Sünd´ besudelt

An dieser Stätte roher Grausamkeit
Die Hass und Zorn ernährt und stetig schürt
Die Peitsche schlängelt aus dem toten Leib
Folgt stets der Hand des Monsters, die sie führt

Sein kaltes Auge mustert die Verdammten
Hat bald ein neues Opfer sich erwählt
Die Willkür speit ihr Gift auf den Zerschrammten
Aus dessen Narben zäh der Eiter quillt

Das Scheusal lacht und drischt mit voller Wucht
Erbarmungslos auf den Zerschnitt´nen ein
Reißt in den Rücken eine tiefe Schlucht
Aus seinem Bauche quellen Innerei´n

Er bäumt sich wütend auf ein letztes Mal
Und spuckt dem Folterknecht in´s Angesicht
Dies ist das Ende seiner langen Qual
Durch einen Hieb, der sein Genicke bricht

Er stirbt und niemand wird ihn je betrauern
Welch ein bedeutungsloser, kleiner Tod!
Mit Blut geschrieben steht dort an den Mauern:
„Oh Vater, wo bist du an diesem Ort?“

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#21744

Der Panther

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist von Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
ihm ist als ob es tausend stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf –. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

- Rainer Maria Rilke

chatyrko Avatar
chatyrko:#21745

This Be The Verse

They fuck you up, your mum and dad.
They may not mean to, but they do.
They fill you with the faults they had
And add some extra, just for you.

But they were fucked up in their turn
By fools in old-style hats and coats,
Who half the time were soppy-stern
And half at one another's throats.

Man hands on misery to man.
It deepens like a coastal shelf.
Get out as early as you can,
And don't have any kids yourself.

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#21746

Franz Grillparzer
Licht und Schatten

Schwarz ihre Brauen,
Weiß ihre Brust,
Klein mein Vertrauen,
Groß doch die Lust.

Schwatzhaft mit Blicken,
Schweigend den Zung,
Alt das Mißglücken,
Wunsch immer jung;

Arm, was ich brachte,
Reich meine Lieb;
Warm, was ich dachte,
Kalt, was ich schrieb.

guischmitt Avatar
guischmitt:#21756

Rilke
Sieben Gedichte III

Mit unsern Blicken schließen wir den Kreis,
dass weiß in ihm wirre Spannung schmölze.
Schon richtet dein unwissendes Geheiß
die Säule auf in meinem Schamgehölze.

Von dir gestiftet steht des Gottes Bild
am leisen Kreuzweg unter meinem Kleide;
mein ganzer Körper heißt nach ihm. Wir beide
sind wie ein Gau darin sein Zauber gilt.

Doch Hain zu sein und Himmel um die Herme
das ist an dir. Gieb nach. Damit
der freie Gott inmitten seiner Schwärme
aus der entzückt zerstörten Säule tritt.

millinet Avatar
millinet:#21758

Andreas Gryphius
Es ist alles eitel


Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden.
Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein:
Wo jetzt noch Städte stehn, wird eine Wiese sein,
Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzt noch prächtig blüht, soll bald zertreten werden.
Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch’ und Bein,
Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein.
Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muss wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch, bestehn?
Ach! Was ist alles dies, was wir für köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind;
Als eine Wiesenblum’, die man nicht wieder find’t.
Noch will, was ewig ist, kein einzig Mensch betrachte

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ultragex:#21762

>>21742
Ist das Gedicht von dir geschrieben? Könnte von einem meiner Freunde stammen, der mag's auch gerne mal makaber. Gefällt mir gut.
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Eduard Mörike
Erstes Liebeslied eines Mädchens

Was im Netze? Schau einmal!
Aber ich bin bange;
Greif ich einen süßen Aal?
Greif ich eine Schlange?

Lieb ist blinde
Fischerin;
Sagt dem Kinde,
Wo greifts hin?

Schon schnellt mirs in Händen!
Ach Jammer! o Lust!
Mit Schmiegen und Wenden
Mir schlüpfts an die Brust.

Es beißt sich, o Wunder!
Mir keck durch die Haut,
Schießt’s Herze hinunter!
O Liebe, mir graut!

Was tun, was beginnen?
Das schaurige Ding,
Es schnalzet da drinnen,
Es legt sich im Ring.

Gift muß ich haben!
Hier schleicht es herum,
Tut wonniglich graben
Und bringt mich noch um!

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alagoon:#21763

>>21756

Der freie Gott trat inmitten seiner Schwärme aus meiner entzückt zerstörten Säule.

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robergd:#21769

Lichtenstein - Der Sohn

Mutter, halte mich nicht,
Mutter, dein Streicheln tut weh,
Sieh durch mein Gesicht,
Wie ich glüh und vergeh.

Gib den letzten Kuß. Laß mich frei.
Schick mir Gebete nach.
Daß ich dein Leben zerbrach,
Mutter, verzeih.

exevil Avatar
exevil:#21792

>>21763
:B Jetzt hast du mir das Gedicht kaputtgemacht ;_;

robergd Avatar
robergd:#21857

Wir haben viel füreinander gefühlt,
Und dennoch uns gar vortrefflich vertragen.
Wir haben oft "Mann und Frau" gespielt,
Und dennoch uns nicht gerauft und geschlagen
Wir haben zusammen gejauchzt und gescherzt,
Und zärtlich uns geküßt und geherzt.
Wir haben am Ende, aus kindischer Lust,
"Verstecken" gespielt in Wäldern und Gründen,
Und haben uns so zu verstecken gewußt,
Daß wir uns nimmermehr wiederfinden.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#21859

>>21857

Das ist wirklich von Heine? Ist ja schreklich!

(so zumindest meine bescheidene Meinung)

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#21860

>>21859
Ja, wirklich. Mir gefällt's, kann man nichts machen.

eloisem Avatar
eloisem:#21882

Ludwig Tieck - Melancholie

Schwarz war die Nacht und dunkle Sterne brannten
Durch Wolkenschleier matt und bleich,
Die Flur durchstrich das Geisterreich,
Als feindlich sich die Parzen abwärts wandten
Und zornge Götter mich ins Leben sandten.

Die Eule sang mir grause Wiegenlieder
Und schrie mir durch die stille Ruh
Ein gräßliches: Willkommen! zu.
Der bleiche Gram und Jammer sanken nieder
Und grüßten mich als längst gekannte Brüder.

Da sprach der Gram in banger Geisterstunde:
Du bist zu Qualen eingeweiht,
Ein Ziel des Schicksals Grausamkeit,
Die Bogen sind gespannt, und jede Stunde
Schlägt grausam dir stets neue blutge Wunde.

Dich werden alle Menschenfreuden fliehen,
Dich spricht kein Wesen freundlich an,
Du gehst die wüste Felsenbahn,
Wo Klippen drohn, wo keine Blumen blühen,
Der Sonne Strahlen heiß und heißer glühen.

Die Liebe, die der Schöpfung All durchklingt,
Der Schirm in Jammer und Leiden,
Die Blüte aller Menschenfreuden,
Die unser Herz zum höchsten Himmel schwingt,
Wo Durst aus selgem Born Erquicken trinkt,

Die Liebe sei dir auf ewig versagt.
Das Tor ist hinter dir geschlossen,
Auf der Verzweiflung wilden Rossen
Wirst du durchs öde Leben hingejagt,
Wo keine Freude dir zu folgen wagt.

Dann sinkst du in die ewge Nacht zurück,
Sieh tausend Elend’ auf dich zielen,
Im Schmerz dein Dasein nur zu fühlen!
Ja, erst im ausgelöschten Todesblick
Begrüßt voll Mitleid dich das erste Glück.

jrxmember Avatar
jrxmember:#21883

>>21882
Warum war Ludwig so traurig?

yangpeiyuan Avatar
yangpeiyuan:#21884

>>21883
Meister der Fühls, von den Fühls gemeistert.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#21885

Welche Dichter sollte ich noch unbedingt auf meine Leseliste schreiben?

Arnim, Achim von

Benn, Gottfried
Borchert, Wolfgang
Brentano, Clemens

von Chamisso, Adelbert

Droste-Hülshoff, Annette von

von Eichendorff, Joseph

Friedrich Rückert

Gellert, Christian F
Gottsched, Johann Christoph
Goethe, Wolfgang
Grillparzer, Franz

Heym, Georg
van Hoddis, Jakob
von Hoffmannswaldau, Christian Hoffmann
von Hofmannsthal, Hugo
Hölderlin, Friedrich

Lenau, Nikolaus
Lichtenstein, Alfred
Lohenstein, Daniel Casper

Mörike, Eduard
Müller, Wilhelm

Novalis

Opitz, Martin

Rilke, Rainer-Maria

Schlegel, August Wilhelm
Schlegel, Friedrich

Tieck, Ludwig

Uhland, Ludwig

Wieland, Christoph Martin

davidsasda Avatar
davidsasda:#21886

>>21885
Hans Arp und Hugo Ball

nicoleglynn Avatar
nicoleglynn:#21887

>>21885
Heine, Hesse, Brecht, Nietzsche, Strittmatter, Ringelnatz, Celan

newbrushes Avatar
newbrushes:#21888

>>21886
>>21887

super danke!

ntfblog Avatar
ntfblog:#21889

Bild relatiert.

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#21890

bin ich ihrer würdig, werte freunde der nacht?

Fernab von Heimat, Haus und Kind,
ein Ritter um sein Leben ringt.
Ein Drache, Gottes' Ungeheuer,
kreischt und speit mit rotem Feuer.
Des Ritters' Rüstung, einst von Schimmer, nun verrußt, verformt für immer.
Doch standhaft bleibt und trotz er Flammen,
versucht den Stahl ins Fleisch zu rammen.
Verzweifelt hält er seinen Schild,
sein Schrei ist tief, ist stark, ist wild.
Schnellen Schrittes weicht er aus,
stapft durch Kohlen, Schutt und Rauch.
Welch Furcht fließt da in dicken Perlen,
herab von pochend blauen Schläfen.
Nicht zu achten auf den Schmerz,
zu zielen auf das schwere Herz.
Der Streich, der Stich, er tötet nicht,
stattdessen nur ein weißes Licht.
Die Finger tasten nach der Brust,
das Gleichgewicht wird zum Verlust.
Des Drachens Dorn in seinem Fleisch,
plötzlich wird die Seele leicht.
Die Rüstung quietscht, der Knochen knackt,
als er auf die Knie sackt.
Und von des Dämons scharfen Zähnen,
strömt Heldenblut in dunkle Seen.

mshwery Avatar
mshwery:#21891

>>21890
Was treibst du denn auf /lit/, Berndi? :3

peterlandt Avatar
peterlandt:#21893

Man zieht heraus die Schwärme
der viel gewund'nen Därme.
Gereinigt von dem Kot,
kommt Wurst rein - für auf's Brot.


Ich grinste übrigens.

greenbes Avatar
greenbes:#21894

>>21891
ich weiß doch auch nicht wohin mit mir

emilioiantorno Avatar
emilioiantorno:#21895

>>21894

mattsapii Avatar
mattsapii:#21896

ich hoffe unter euch erlesenen protagonisten ist jemand dabei der wie ich dem einfachen reim frönt:


Hinderliche Schüchternheit,
Zeit die alle Wunden heilt,
bringt nichts als kranke Einsamkeit,
du seit Kindheit treues Leid.

Dir zu schreiben diese Zeilen,
mit dir die Gefühle teile,
sie zu schicken über Meilen,
irgendwie bei dir verweilen.

Kein Wort vermag dir zu verraten,
was Gedanken mit dir taten.
Meine Hand um deine Hüfte,
Lippen fanden deine Brüste.

Weg war all die Schüchternheit,
innerlich war ich bereit,
dich bis zum Äußersten zu lieben,
alle Tage, die uns blieben.<



ich lebe gut als bauer, denn ich lebe grlücklich

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#21897

>>21896
Im Vergleich zum Drachengedicht eindeutig eine Steigerung. Weiter so.

Konkrete Meinungen wie immer nur auf konkrete Anfragen.

chris_frees Avatar
chris_frees:#21898

keine frau auf dieser welt,
weiß so gut was mir gefällt.
ich denke und du sprichst es aus,
bei dir fühl ich mich zu haus'.

ich liebe deine art zu lächeln,
strahlen, wie aus einem märchen.
blicke die mich fest ergreifen,
meine pflicht als mann mir heißen.

eine reise fängt nun an,
lippen hauchen knie an.
dein süßer duft von weiblichkeit,
verrät meine willkommenheit.

langsam, sanft und voller liebe,
befriedige ich deine triebe.
deine hand greift meine haare,
in dir tritt das tier zu tage.

du presst meinen kopf mit kraft,
in richtung deiner leidenschaft.
und schmeckst wie ein erdbeerfeld,
oh weib, das mich in atem hält.


als zurückhaltung gewichen,
bewegungen sich angeglichen,
ineinander fest verschlungen,
sanftes stöhnen deiner lungen.

du flüsterst leise in mein ohr,
mein augenblick steht kurz bevor.
da entbrennt in mir ein sturm,
ich spring vom allerhöchsten turm.

und das donnern meiner lenden,
blitze, die die augen blenden.
harter stoß nach langem fliegen,
ich bleibe einfach auf dir liegen.

dann die altbekannte ruhe,
geheimnisvoll wie eine truhe.

du fährst mit deinem zarten finger,
über meine tauben glieder.

und wach ich auf nach langer nacht,
schweißbedeckt und ganz erschlafft.
und seh ich deinen mädchenkörper,
weiß ich tausend neue wörter.

denn es macht dann keine mühe,
dir zu sagen was ich fühle.

mein leben liebste, lass ich dir,
teil es bitte nur mit mir.


entschuldigt die zeilenumbrüche, ich war schon immer sehr faul.
nichtsdestotrotz: jemand mit erfahrungen/kenntnissen bezüglich literatur außerhalb des autodidaktischen usus mit einer ehrlichen meinung zu meinem schaffen anwesend ?

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#21899

>>21898
>außerhalb des autodidaktischen usus mit einer ehrlichen meinung

du überschätzt da glaube ich deine kunst. das gedicht ist schwach in jeder hinsicht, das erkennt auch dummbernd.
es ist äußerst fades liebesgeschwurbel, pubertär und uninspiriert. nicht eine originelle oder gut geklaute zeile...
was gefällt dir an dem gedicht?

strikewan Avatar
strikewan:#21900

>>21885
Stefan George