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Veröffentlicht am 2014-11-18 23:13:35 in /l/

/l/ 22089: Muh Autismus dringt durch

dwardt Avatar
dwardt:#22089

Ich denke, dieser Faden kommt ihr immer wieder mal rein, aber egal: Wie sortiert Bernd sein Bücherregal? Bisher stopft Bernd einfach alles in seine Regale, so wie er es gerade gelesen hab und gibt keinen Fick auf Ordnung. Wobei die Menge der Bücher die letzten Jahre so zugenommen hat, dass eine Ordnung schon sinnvoll wäre. Folgende Arten fallen mir grad spotan ein:

[Thema]/[Autor]/[Titel]
>Philosophie/Platon/Politeia
>Dramen/Schiller/die Räuber
>Belletristik/Kafka/Der Process
>Literatur des Barock/Gryphius/Absurda Comica
>Englisch/King/The Shining
Problem: oftmals das Thema. So wird z. B. Camus' Belletristik von seinen philosophischen Werken getrennt, seine Dramen von seinen Romanen(siehe Beispiel 2), oder Bücher von Autoren die man in zwei Sprachen besitzt etc.

[Autor]/[Titel]
>Schiller/die Räuber
Problem von oben gelöst, aber irgenwie unschön, wenn ein Biologie Sachbuch neben Faust und wiederum daneben ein Bildband mit Kunst im Jugendstil steht.

[Verlag o. Größe]/[Autor]/[Titel]
Bücher sind (wahrscheinlicherweise) gleich groß, aber es werden Autoren getrennt.

[Farbe]/[Autor]/[Titel]
hahaowow.jpg solche Menschen existieren. Bild verwandt.

Wie geht (Autisten-)Bernd an dieses Problem ran? :3

arnel_lenteria Avatar
arnel_lenteria:#22090

>>22089

Nach Größe muss Bernd eh sortieren, da er sich den andernfalls freigelassenen Raum aus Gründen des allgemeinen Platzmangels nicht leisten kann. Des Weiteren gesteht er, dass er als Zehnalter auch einmal zur Farbenfraktion gehörte. Später sortierte er nach Autor. Dabei teilte er dann irgendwann seine Bücher auf zwei Schränke auf, von denen der eine für Epik, Lyrik und Dramentexte bestimmt war, der andere für Sachbücher. Die Bücher des ersten Schranks wurden zudem nach der Sprache der Originalsausgabe sortiert. Innerhalb dieser Sprachensegmente wurde weiterhin nach Autoren sortiert.

Heute sortiert Bernd nur noch nach Verlagen und dann nach dem Erscheinungsjahr der Erstauflage. Da Bernd eh hauptsächlich Taschenbücher besitzt, lässt sich das meist ganz leicht ermitteln an der Nummer, die auf den Rücken gedruckt ist.

Wenn dich daran stört, dass im Suhrkamp-Block auf einmal ein Focault-Text neben einer Handke-Erzählung steht, dann werde einfach zum Anhänger der Dekonstruktion und erkläre folglich, dass wissenschaftliche Texte auch nur Texte der Fiktion sind, eine räumliche Trennung also gar keinen Sinn ergibt.

Bild höchstens Faden- nicht aber Pfosten-relatiert.

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#22091

>hahaowow.jpg solche Menschen existieren. Bild verwandt.
Dies hier. Warum? Ganze Raumästhetik wird sonst zerfickt. Bücherregal steht zentral und ist DER Blickfang. Moderne Klicki-Bunti-Paperback-Scheiße macht alles noch schlimmer. Sortieren nach Farbe ist der einzige Ausweg.

Ich weiß, wo meine Bücher stehen, ich hab sie ja gelesen, und außer mir benutzt niemand mein Regal.

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#22092

Bernds Ordnungssystem heißt Entropie. Du hast doch höchsten 2000-3000 Bücher. Die kann man locker noch überblicken. Wer Bücher sortiert ist ein kleinkarierter Busfahrer, der Wert auf die Meinung anderer Menschen legt. Bild verwandt. Eins von Bernds Bücherregalen. So muss es aussehen. Und dann noch überall Bücherstapel in der Wohnung.

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#22093

>Bücher nicht nach Seitenzahl sortieren
Plebs.

chrstnerode Avatar
chrstnerode:#22094

>>22092
Brufaust. Bücherstapel sind beste Stapel. Ausserdem mag ich Bücher, denen man ansieht, das sie dem Besitzer gefallen. Total zerlesen, abgegriffene Seiten, gerne auch der eine oder andere Fleck.

Bücher sind Leben, Bücher sind Liebe!

romanbulah Avatar
romanbulah:#22095

>>22094
>Bücher mehrfach lesen
Warum?

grafxiq Avatar
grafxiq:#22096

>>22092
So sieht mein Regal im Moment auch aus. Das bringt aber so Unruhe in den Raum. ._.

superoutman Avatar
superoutman:#22097

>>22095
Das ist doch nicht dein Ernst?

sindresorhus Avatar
sindresorhus:#22098

>>22092

>Wer Bücher sortiert ist ein kleinkarierter Busfahrer, der Wert auf die Meinung anderer Menschen legt.

fatihturan Avatar
fatihturan:#22099

>>22097
Bernd liest nur Gesichts-, Politik- und Sachbücher und kennt nach dem ersten Lesen den Inhalt und hat das Wissen verwertet.

Lest ihr zur "Unterhaltung"?

eloisem Avatar
eloisem:#22100

>>22099
*Geschichts-

kiwiupover Avatar
kiwiupover:#22101

Seit dem letzten Umzug herrscht das folgende Schema:
[Kategorie]/[Autor]/[Titel]
Die Kategorien fasse ich aber weniger differenziert auf, als OP es vorschlug. So ist Kant ein direkter Nachbar Kafkas, da ich Belletristik, Dramen, Philosophie und auch Fremdsprachiges derselben Gattungen als eine Sortierkategorie auffasse
Die weiteren Kategorien sind:
-Wissenschaftliche Literatur
-Sachbücher
-Manga
-"Lustige" Bücher wie der Bro-Code oder Unnützes Wissen Es waren Geschenke
Tada! Das Problem mit Faust und dem Biologie-Sachbuch ist gelöst!

>>22092
Sie, mein Herr, benützen ihre Bücher nicht in wissenschaftlicher Art. Der wirklich schnelle Zugriff ist unabdingbar.

joeymurdah Avatar
joeymurdah:#22102

Du provozierst besser, Bernd.
Hier ein Fazit von meiner "DIALEKTIK – ÜBERWINDUNG ODER FORM VON SCHEIN UND IRRTUM?":

De gustibus non est disputandum. So meinten die Römer, jedoch sehen die beiden Philosophen Platon und Nietzsche das anders. Ersterer scheint in seiner Position nicht nur in der Kunst, sondern auch um das Wissen um das Seiende demontiert. Doch nur weil wir nicht um das Seiende wissen können, heißt das nicht zwingend, dass es sich beim Sein um einen Irrtum handelt. Aus Seiendem als Platons These und Schein als Nietzsches Antithese entsteht als dialektische Synthese ein Bewusstsein des Scheins, das uns die Hoffnung ¬auf eine offenere und abenteuerlichere Welt gibt, die nicht in ihren Begriffskonstruktionen erstarrt, dessen Abenteuer nicht nur wie der intuitive Mensch per Gelegenheit oder dionysischen Rausch erlebt werden, sondern im vollem Bewusstsein und dadurch auch aus den Fehlern gelernt werden kann. Der Kunst kann, wenn sie philosophische Inhalte vermittelt, dabei eine bedeutsame Rolle einnehmen. Massentauglich begleitet sie uns auf dem Weg zu diesem Bewusstsein und unterhält gleichzeitig auf affektiver Weise. Das ist eine Überwindung.

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#22103

>>22099
Gesichtsbücher passt schon zu dir. :^)

katiemdaly Avatar
katiemdaly:#22104

>>22102
Wenn jemand philosophische Inhalte vermitteln will, dann soll er sie möglichst knapp und prägnant darstellen. Ansonsten liegt der Verdacht nahe, dass eine dünne Theorie mit Metaphysik und Schwärmerei aufgewertet und bedeutungsschwanger mystifiziert werden soll.

naupintos Avatar
naupintos:#22105

>>22092
>Bücher einfach irgendwohin werfen und grob behandeln
Ich verleihe Ihnen hiermit den Orden für unterschichtiges Verhalten.

1markiz Avatar
1markiz:#22106

>>22099
Unterhaltung ist also schlecht? Und Kafka, der meiner Meinung nach, ebenfalls sehr philosophische Konzepte vermittelte, darf nicht gelesen werden, weil er es eben als unterhalterische Belletristik verfasste? Du benutzt also Bücher nur im Faktenwissen auswendig zu lernen? Dies wäre die unverschämte Gegenfrage. Nunja, wenn du Kant oder gar mathematische Formelsammlung einmal durchlesen kannst und dir alles sofort merken kannst und dir alles klar ist, dann nicht schlecht. Auch Faust einmal lesen und alle Verse im Gedächnis behalten, das ist ein Talent, achja so einen Schund liest du ja nicht.

>>22101
Sachbücher (oder wissenschaftliche Literatur) trennst du von der Belletristik, aber Philosophie ist dann Belletristik und keine wissenschaftliche Literatur?

>>22102
Mehr Hegelei kann ein so kurzer Text gar nicht beinhalten.

chrstnerode Avatar
chrstnerode:#22107

>>22106
Bernd besitzt Goethes Faust und Goethes gesammelte Werke.

Meine Aussage bezog sich auf Fantasieromane, Schnulzen und andere leichte Kost. Dieser Bernd besitzt eine große Sammlung an Erzählen, Sagen und Märchen. Das ist Kulturgut. 50 Schatten von grau hingegen ist Müll.

adhiardana Avatar
adhiardana:#22112

>>22107

Ich hoffe für dich, dass du dich nicht gerade gegen "leichte Kost" an sich gewandt hast. Einige der größten literarischen Leistungen der Menschheitsgeschichte sind "leichte Kost". Die Kunst besteht ja gerade darin, etwas zu produzieren, was trotz seines großen Nährwertgehalts nicht schwer zu verdauen ist. Nur Masochisten* werden dem widersprechen.

*Masochisten, die glauben, ihr Leiden würde ihnen Mitgliedschaft in elitären Kreisen verschaffen. Masochisten, die glauben, ihr Leiden wäre genügender Ersatz für ihr mangelhaftes Verständnis des Gelesenen.