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Veröffentlicht am 2016-01-23 20:52:07 in /l/

/l/ 24090: Warum haben die Deutschen ihn so gern?...

funwatercat Avatar
funwatercat:#24090

Warum haben die Deutschen ihn so gern?

syntetyc Avatar
syntetyc:#24091

Ist halt sehr undeutsch und eignet sich als Projektionsfläche für allerlei Sehnsüchte.

Bernd Avatar
Bernd:#24092

>>24091
>halt sehr undeutsch
>Mitglied beim "Amerikadeutschen Bund"
wähle eins.

franciscoamk Avatar
franciscoamk:#24093

Saufen und trotzdem Erfolg bei Weibern haben.

Spaß beisetzen: Warum wurde er den deutschen lit.Narren so aufgenötigt? 2001 Verlag Frankfurt.

mhwelander Avatar
mhwelander:#24094

>>24092
Bernd findet leider nichts dazu.

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#24095

Bernd fand ihn als Jungbernd ganz kühl, weil er den Jungbernd direkt ansprach. Schnaos trinken und seine Bücher lesen gehörten einfach zusammen. So beliebt ist er aber gar nicht mal. Verglichen mit SS-Günni, Kafka (!) und Co. Nur ein kleiner Kreis von berndigen Außenseitern und natürlich Hüpfstern mag ihn. Jedenfalls sind mir jetzt nicht Unmengen an Jüngern übern Weg gelaufen in meinem Leben.
Bernd hätte jedenfalls gerne mal einen Korn mit ihm getrunken. Er, Heino Jaeger, Arno Schmidt und Bernd um genau zu sein. Schön 'nen Skat kloppen und fortlaufend Herrngedeck.

cyril_gaillard Avatar
cyril_gaillard:#24097

Bukowski und seine Außenseiter-Suff-Ästhetik mit Hang zu Sex, Gewalt und genereller Abgefucktheit als Reaktion des Individuums auf die es umgebende Gesellschaft, weckt halt bestimmte Sympathien, wenn man die Fühls und Gedankengänge nachvollziehen kann. In Konsequenz lebt ja kaum niemand diese Anti-Haltung, deshalb gewinnt sie eine gewisse Romantik. Nüchtern (höhö) betrachtet war Bukowski bzw. waren seine Charaktere natürlich häufig Arschlöcher, die diese Gesellschaft eben so produziert. Er entfernet nur den Deckmantel, mit dem sich andere umgeben und übt deshalb eine Faszination aus. Ähnlich wie psychisch zerfickte Penner, die einen am Samstagmorgen in der U-Bahn vollquatschen, nur eben intelligenter und mit literarischem Wert.

>>24095
>mit Heino Jaeger und Bukowski saufen
Stabil! Kartenspiele sind aber leider nicht meins.

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#24098

Seine Geschichten haben mir durch schwere Zeiten geholfen, teilweise einfach nur wegen "ey, da gibt vielleicht Leute, denen es schlechter geht".
Ein Arsch, aber eigentlich ein guter Kerl, der die Dinge halt so nimmt wie sie sind, weil er an dem ganzen Kacksystem eh nix ändern kann und halt einfach versucht, locker zu leben.

coreyhaggard Avatar
coreyhaggard:#24100

Sex verkauft immer, besonders leicht wenn die Wichsvorlage als Literatur verkleidet daherkommt.

Ein weiterer Bestseller damals war die Autobiographie: Ich bin so wild nach deinem Erbeermund, vom Kiski.
Damit holt er noch nach seinem Tod die Heuchler aus den Löchern:
>in einer erweiterte Neuauflage von 1991 seien die entsprechenden Passagen jedoch „entfernt bzw. abgemildert“ worden. Eine 15-Jährige habe Kinski vergewaltigt und den Fernseher lauter gestellt, „weil sie so laut schreit“. Auch vor seiner jüngeren Schwester Inge habe er nicht halt gemacht. Eine andere Minderjährige habe er „in Anwesenheit ihrer siebzehnjährigen Schwester“ entjungfert.
>Inzwischen werden Stimmen laut, [] Kinski vom Boulevard der Stars am Potsdamer Platz in Berlin verschwinden zu lassen. Dazu sagte der Geschäftsführer der Deutschen Filmakademie, Alfred Holighaus: „Die Jury wird sich schnell zusammensetzen und über das Thema sprechen. Wenn ich die Berichte lese, wird mir schlecht. Und wenn die Berichte stimmen, dann würde ich mich über dem Stern übergeben. Und ich glaube nicht, dass sich die Tochter so etwas ausdenkt.“

Warum auch? Weiss jeder der Kinskis Eskapaden verfolgte, was in dem Buch stand.
Alfred Holighaus, geboren 1959 in Dillenburg in Hessen, studierte zunächst in Tübingen und Berlin Theologie. Parallel sammelte er erste Erfahrungen im Kultur- und Filmjournalismus.1981 begann er als freier Mitarbeiter beim Berliner Stadtmagazin TIP, wo er zwischen 1986 und 1995 als Redaktionsleiter tätig war.

Bernd würde gern mal bei dem einbrechen und den Bücherschrank fotografieren, dann sähe der Alf sich vielleicht genötigt, auf seinen eigenen Bücherschrank zu erbrechen.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#24102

>>24100
>sex sells

Problem, Sittenwächter?

Sex steht bei Bukowski auch gar nicht besonders im Vordergrund, so weit ich mich erinnere. Hab aber auch nicht allzuviel von ihm gelesen. Als Wichsvorlagenempfehlung vielleicht eher Henry Miller.

mugukamil Avatar
mugukamil:#24103

>>24102
Problem?
Frag das den Heuchler von der Filmakademie. Der kann mir alles erzählen, aber nicht dass er als Berufsleser, vorgestern zum erstenmal von Kinskis Kapriolen hörte. Ein Kafkiker wie er auf KC beschreiben wird. Das sind die Vorkübler der Gutmenschen.

m4rio Avatar
m4rio:#24104

>>24100
Redest du grad über Bukowski?
Scheinst ja nicht wirklich was von ihm gelesen zu haben, oder ein Puritaner zu sein.
Beschreibungen, die über "sie hatte einen prallen Arsch und war ziemlich gut im Bett" hinausgehen, wirst du bei Bukowski eher nicht finden. Erinnere mich dann noch an eine Stelle, wo er schreibt, dass er aus ihr rausschrumpft. Das ist dann aber auch das pornografischste, dass ich je bei ihm gefunden habe.

safrankov Avatar
safrankov:#24114

>>24104
Aus "Das Liebesleben der Hyäne" von Charles Bukowski.

"Aber es wird nicht gefickt", sagte sie. "Schon gut, ich laß deine Muschi in Ruhe."
Sie zog sich aus und kroch ins Bett. Ich zog mich aus und ging ins Badezimmer. Als ich mit einer Dose Vaseline wieder herauskam, sah sie mir mißtrauisch entgegen.
"Was soll denn das werden?"
"Immer mit der Ruhe, Baby. Kein Grund zur Aufgregung."
Ich rieb mir den Schwanz mit Vaseline ein, knipste das Licht aus und legte mich zu ihr.
"Dreh dich zur Seite", sagte ich.
Ich griff unter ihr durch und spielte mit der einen Titte, und dann langte ich außen herum und spielte mit der anderen. Es tat gut, so dazuliegen, mit meinem Gesicht in ihrem Haar. Ich bekam einen Steifen und ihn zwischen ihre Arschbacken. Ich sie an der Hüfte, drückte ihren Arsch hart an mich, und mein Schwanz ging rein. "Oooooooooh", sagte sie.
Ich begann zu schieben. Er ging ein bißchen weiter rein. Ihre Arschbacken waren groß und weich. Ich kam in Fahrt und begann zu schwitzen. Dann wälzte ich sie auf den Bauch und drückte ihn tiefer rein. Es wurde enger. Ich machte einen unbeherrschten Stoß, und sie schrie. "Verdammt!" sagte ich. "Nicht so laut!" Ich kriegte ihn noch weiter rein. Das klemmte unglaublich da unten. Ich kam mir vor, als würde ich einen Gartenschlauch pimpern. Ich begann zu rammeln, spürte plötzlich ein heftiges Stechen und Brennen in der Seite, aber ich machte weiter. Dann röhrte ich wie ein Wahnsinniger, und es kam mir.
Ich blieb auf ihr liegen und verschnaufte. Das Seitenstechen war unerträglich. Sie weinte. "Verdammt, was hast du denn?" sagte ich. "Ich hab doch deine Muschi geschont, oder nicht?"
Ich wälzte mich herunter.
Am Morgen sagte Mercedes sehr wenig. Sie zog sich an und machte sich auf den Weg zu ihrem Job.
Naja, dachte ich. Da geht wieder eine.

scottgallant Avatar
scottgallant:#24133

>>24097
Danke, das ist eigentlich sehr Informativ. Insofern erinnert Bukowski mich ein bißchen von Donald Goines.

kershmallow Avatar
kershmallow:#24141

>>24114
Das ist auch sein schlechtester Roman wie ich finde. Schau doch einmal in "Das schlimmste kommt noch" rein. Meiner Meinung nach sein bester Roman. Ich war ein großer Lüfter von ihm und bin es zu einem gewissen Grad noch immer. Man muss einfach nur ein paar Zeilen lesen und sein unverwechselbarer Stil hüllt einen sofort wieder in eine wohlige, alkohol getränkte, Wärme ein. Ich denke sein Beliebtheitsgrad ist lange nicht mehr so groß wie er es einmal war allerdings kenne ich schon einige Leute, die ihn auch sehr gerne lesen. Warum ihn die Deutschen so mögen? Zu einem Teil ist sicher sein Übersetzer Carl Weissner daran schuld und zum anderen wohl auch die schon erwähnte Antihaltung. Gerade Ende der 60er Anfang der 70er hat das einfach gut gepasst. Heute wäre er wohl nicht mehr so erfolgreich. Zur Antihaltung noch eine lustige Anekdote: Er hat eine Zeit lang behauptet oder so getan als würde er mit den Nazis sympathisieren nur um anders/anti zu sein. Von sich selbst sagt er ja immer, er wäre nicht politisch interessiert/motiviert aber in vielen Geschichten kann man schon einen pollitischen Unterton herauslesen. Er war ganz sicher auch ein Arschloch, da muss man sich nur mal die Bukowskitapes anschaun (gibts in der Duröhre) wo er dann bei einem Interview seine zukünftige Frau von der Couch tritt, auf der anderen Seite war er aber ein sehr sensibler, emotionaler Mensch denke ich. Ich habe auch 2 Biographien gelesen und den Briefkontakt mit seinem Onkel (aus Andernach) wo man eine ganz andere Seite von ihm kennen lernt.
Kurz nochmal zu Sex sells. Er hat ja ziemlich lange für den Hustler (glaub ich) geschrieben ganz einfach um Geld zu verdienen somit stimmt das natürlich schon auch aber ihn darauf zu beschränken ist ehrlichgestanden etwas engstirnig. Da muss man nur einmal ein paar seiner Gedichte lesen, die hier komischerweise noch gar nicht erwähnt wurden.


The History Of One Tough Motherfucker

he came to the door one night wet thin beaten and
terrorized
a white cross-eyed tailless cat
I took him in and fed him and he stayed
grew to trust me until a friend drove up the driveway
and ran him over
I took what was left to a vet who said,"not much
chance…give him these pills…his backbone
is crushed, but is was crushed before and somehow
mended, if he lives he'll never walk, look at
these x-rays, he's been shot, look here, the pellets
are still there…also, he once had a tail, somebody
cut it off…"
I took the cat back, it was a hot summer, one of the
hottest in decades, I put him on the bathroom
floor, gave him water and pills, he wouldn't eat, he
wouldn't touch the water, I dipped my finger into it
and wet his mouth and I talked to him, I didn't go any-
where, I put in a lot of bathroom time and talked to
him and gently touched him and he looked back at
me with those pale blue crossed eyes and as the days went
by he made his first move
dragging himself forward by his front legs
(the rear ones wouldn't work)
he made it to the litter box
crawled over and in,
it was like the trumpet of possible victory
blowing in that bathroom and into the city, I
related to that cat-I'd had it bad, not that
bad but bad enough
one morning he got up, stood up, fell back down and
just looked at me.
"you can make it," I said to him.
he kept trying, getting up falling down, finally
he walked a few steps, he was like a drunk, the
rear legs just didn't want to do it and he fell again, rested,
then got up.
you know the rest: now he's better than ever, cross-eyed
almost toothless, but the grace is back, and that look in
his eyes never left…
and now sometimes I'm interviewed, they want to hear about
life and literature and I get drunk and hold up my cross-eyed,
shot, runover de-tailed cat and I say,"look, look
at this!"
but they don't understand, they say something like,"you
say you've been influenced by Celine?"
"no," I hold the cat up,"by what happens, by
things like this, by this, by this!"
I shake the cat, hold him up in
the smoky and drunken light, he's relaxed he knows…
it's then that the interviews end
although I am proud sometimes when I see the pictures
later and there I am and there is the cat and we are photo-
graphed together.
he too knows it's bullshit but that somehow it all helps.

oder Bluebird: Elfe wegen zu viele Zeichen http://allpoetry.com/poem/8509539-Bluebird-by-Charles-Bukowski


Cheers.

subburam Avatar
subburam:#24144

>>24141
Ich stimme dir zu, in allen Punkten.
Wollte nur mal kurz widersprechen, was die Sex-Beschreibungen angeht :3