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Veröffentlicht am 2017-01-12 18:52:24 in /l/

/l/ 25011: Zeitgenössische Reiseliteratur, nicht nur.

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keyuri85:#25011

Warum soll es nicht mal irgendwo einen Schneider gegeben haben, der sieben Fliegen auf einen Streich erschlug? Und der hinterher den Eindruck erweckte, daß dies sieben Menschen gewesen seien? Was unterscheidet diese kleine Übertreibung eines wahren Sachverhalts von einer großen Übertreibung, die sich etwa "6 Millionen Fliegen" auf den Gürtel schreibt? Quantitativ einiges, qualitativ nichts: Beides sind Märchen, denn was da steht ist weder für den Schneider noch für die Fliegen lebensnotwendig. Wenn nun aber ein bestimmtes Fliegenvolk hinginge und diese Aussage (Dikigoros formuliert das ganz bewußt so vorsichtig, denn er weiß ja nicht, ob es 7 oder 6 Millionen Fliegen waren, und nachzählen - oder auch nur das Ansinnen, nachzuzählen - könnte womöglich strafbar sein) alleine auf sich bezöge, um für alle Zeiten von allen Schneidern der Welt "Wiedergutmachung" einzuklagen, dann - hätten wir es mit einer Sage zu tun. Entschuldigt die Anspielung, liebe jüdische Leser; Ihr mögt sie für geschmacklos halten und nicht verstehen, daß andere Leute Eure Abzocke mit dem Shoa-business für ebenso geschmacklos halten; aber richtig ans Eingemachte geht es doch erst, wenn jemand Eure wirklich lebensnotwendigen Lügen, pardon Sagen, in Frage stellt, wie jener unverschämte Kämal Salibi, der meint (wie schon andere vor ihm), daß Moses & Co. gar nicht von Ägypten nach Palästina zogen, sondern daß das "Gelobte Land" Eurer Vorfahren vielmehr in der yemenitischen Wüste lag. Wenn er Recht hätte, was wäre dann mit Eurem "historischen" Anspruch auf das heutige Israel? Aber keine Angst, die Bibel ist - um in ihrer eigenen Sprache zu bleiben - ein Towuhabohu, in das selbst Dikigoros sich nicht zutraut, Licht zu bringen. (Ihr wollt dennoch wissen, was er persönlich glaubt? Nun, das ist eigentlich ganz unerheblich, denn da kommt es einzig und allein darauf an, was die Juden glauben, und deshalb kann er hier nur kurz wieder geben, welchen Glauben welcher Juden er für zutreffend hält. Die Bibel - immer verstanden als das Alte Testament -, ist ein Sammelsurium, in dem zwischen dem aus Babylon geklauten Schöpfungs-Mythos und allerlei historischen Reminiszenzen eine Nationalsage steht, über die Sigmund Freud in "Der Mann Moses" alles geschrieben hat, was man dazu schreiben kann - und nur als Jude schreiben darf -; Ihr könnt es ja mal nachlesen. Und auf den Vergleich mit dem tapferen Schneiderlein und seinen 7 Fliegen ist Dikigoros durch die Lektüre von Walter Laqueur gekommen, der in der Einleitung von "The Terrible Secret" schreiben durfte: "Der Daily Telegraph meldete im März 1916, daß die Österreicher und die Bulgaren 700.000 Serben vergast hätten. Vermutlich erinnerten sich manche Leser an diese Horrormeldungen, als der Daily Telegraph als erste Zeitung im Juni 1942 berichtete, 700.000 Juden seien vergast worden. Als der Krieg zuende war, stellte sich bald heraus, daß fast alle diese Nachrichten entweder erfunden oder stark übertrieben waren..." Und im selben Kapitel beschreibt er, wie die Sache mit den Konzentrationslagern zum ersten Mal in die Presse kam, nämlich nach der "Befreiung" der Insassen von Bergen-Belsen, obwohl das gar kein Vernichtungs-, sondern ein Krankenlager gewesen war - bevor die Alliierten dort deutsche Kriegsgefangene unter- und umbrachten. Aber das nur am Rande; über die Lebenslügen der Alliierten, ihre sagenhaften Kreuzzüge des 20. Jahrhunderts gegen den deutschen Imperialismus und Faschismus, von dem sie die Welt befreien mußten, schreibt Dikigoros an anderer Stelle.)

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sgaurav_baghel Avatar
sgaurav_baghel:#25013

Glaube das mit "Kanaan war eigentlich im Jemen" hab ich bei Däniken mal gelesen. War intrisant!

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stayuber:#25014

Gerade Kafka gelesen. Zeitlos

robergd Avatar
robergd:#25117

liebe Leser, um Euch gleich einen kleinen Vorgeschmack auf Dikigoros' Hobby, die Geschichte der deutschen Sprache zu geben: "mailen" kommt vom Altgotischen "mailjan", schriftlich melden - nicht vom altfranzösischen "mail", wie man bisweilen lesen kann, denn das bedeutete Hammer, oder von "malle", denn das bedeutete Koffer. Deshalb findet Dikigoros es ziemlich albern, wenn ausgerechnet einige selbst ernannte Retter der deutschen Sprache das schöne germanische "E-Mail" durch das welsche "E-Post" oder "E-Brief" ersetzen wollen. Beides sind Fremdwörter aus dem Küchen-Latein: "Post" bezeichnete ursprünglich den Pfosten, an den der Meldereiter sein Pferd band, und "Brief" eine kurze Nachricht - ein "langer Brief" ist also ein Widerspruch in sich! Und wer will da "Links" durch "Verweise" ersetzen? Man kann unartigen Schülern einen Verweis erteilen, oder einen Spieler des Feldes verweisen; aber "Link" kommt von "lenken", und genau das soll er tun: den Leser auf andere Webseiten lenken. Jawohl, Webseiten. "Web", liebe Deutschtümler, kommt von "weben", einem guten, alten germanischen Wort. Es gibt keinen wie auch immer gearteten Grund, es durch "Netz" zu ersetzen, ein Wort romanischen Ursprungs - vom Lateinischen "necto", ich fessele, verknote, oder "nexus", verknotet, verknüpft - wir wollen doch keine Knoten in den Gedankenfluß bringen, sondern vielmehr Verbindungen herstellen! À propos Knoten: Das norddeutsche Wort für Haarknoten ist "Dutt", und die englische Form davon lautet "dot" - warum sollte das bei der Beschreibung von Internet-Adressen ersetzt werden durch "Punkt", eine kaum aussprechbare Verkürzung des lateinischen "punctum"?

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stushona:#25120

>>25117

Unzusammenhängender Hinweis: Das Wort Krawatte kommt von Kroate.