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Veröffentlicht am 2015-01-06 20:41:32 in /n/

/n/ 6091: Pilzzucht

herrhaase Avatar
herrhaase:#6091

Hat Bernd schon mal (Speise)Pilze erfolgreich gezüchtet?
Wenn ja, was für Arten und ist es sehr aufwendig Pilze zu züchten?

souuf Avatar
souuf:#6092

>>6091
Hab keine Erfahrung aus erster Hand, aber zumindest für Austernpilze gibt es so Boxen mit Pilzkulturen und Substrat, die man nur regelmäßig mit Wasser versorgen muss um essbare Pilze zu ernten.

Und für Psilocybin-Pilze gibt es ja auch diese Growboxen.

Kannst dich hier mal umschauen:

http://www.pilzgarten.info/pilzausderflasche.htm

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polarity:#6095

Ja diese Sets kenne ich.
wobei ich eher meinte die Zucht von Anfang an. Also das Impfen des Substrats mit Sporen usw.

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snowshade:#6096

>>6095
Dafür gibt es doch bestimmt auch Anleitungen und Einkaufsmöglichkeiten in den Weiten des Internets? Falls du tatsächlich anfängst wäre ein Berichterstattungsfaden schön. :3

Alternativ könntest du versuchen einen Pilzsachverständigen in deiner Nähe zu finden, der sich nicht nur mit Ess-/Genießbarkeit und Toxikologie, sondern auch mit eigener Zucht auskennt und dir eine kleine Einführung gibt oder dich weitervermittelt.

http://www.dgfm-ev.de/taxonomy/term/25

velagapati Avatar
velagapati:#6097

Was ich bisher herausgefunden habe ist folgendes:

1. Sporenabdruck erzeugen. Dazu entsprechende Pilze kaufen und den Stamm kurz vor dem Hut abschneiden. Dann den Hut auf eine Sterile Unterlage legen.
2. Nach einer gewissen Zeit sollten sich die Sporen auf der Unterlage niederlassen. Diese müssen dann auf einen Nährboden, meist Agar-Agar in einer Petrischale, übertragen werden.
3. Wenn man steril gearbeitet hat und kein Schimmel sich auf dem Nährboden breit gemacht hat, und man den Pilz wachsen sieht folgt das Impfen des Substrats. Dazu wird ein Teil des Pilzes aus den Petrischalen entnommen und dem Substrat (je nach Pilz z.B. gekochter Weizen im Glas) beigegeben.
4. Wenn sich wieder kein Schimmel breit gemacht hat, dann wird nachdem das Subtsrat gut durchwachsen ist wieder "umgetopft" in Kompost oder ähnliches. Hängt auch wieder von der Pilzart ab.
5. Gewinn.

Allgemein ist wohl die Herausforderung dabei, so steril zu arbeiten dass kein Schimmel entstehen kann. Beispielsweise müssen die Petrischalen mit dem Nährboden sterilisiert werden. Die meisten Leute verwenden dazu wohl einen einen Schnellkochtopf mit etwas Wasser. Der Wasserdampf wird dann über 100°C (120°C?) heiß. Bei diesen Temperaturen geht wohl alles kaputt.

Auch: wieso sind Petrischalen aus Glas so teuer?

350d Avatar
350d:#6098

>>6097
>wieso sind Petrischalen aus Glas so teuer?
Weil welche aus Plastik billiger zu produzieren und in der Praxis der Standard sind und man die Dinger in aller Regel entsorgt und nicht wiederverwendet, vermute ich.
Was du willst sind autoklavierbare Petrischalen, ob aus Glas oder nicht dürfte dabei für deine Zwecke prinzipiell egal sein; Gläserne haben in deinem Fall höchstens den Vorteil, dass sie robuster sind und sich deshalb besser reinigen und nochmals verwenden lassen.

Der Schnellkochtopf übernimmt hier in der Tat die Funktion eines Autoklaven, d.h. aufgrund des Drucks erreicht der Wasserdampf darin Temperaturen > 100°C und bei ~120°C gehen dann z.B. auch Sporen von Bakterien ein.

Zwei kleine Tipps:
1. Die Seite mit dem Nährboden möglichst nach Oben richten (sprich die Petrischalen auf den Deckel legen), gerade bei der Lagerung in der Wachstumsphase usw., so vermeidest du unnötigen Ärgernisse mit Kondenswasser am Deckel.
2. Die Flamme eines Bunsenbrenners/Gaskochers beim Überimpfen auf den Nährboden bzw. später das Substrat in die Nähe der Petrischale bringen, damit reduzierst du unerwünschten Einflug von allerhand Zeugs aus der Luft.
Vermutlich kommt es bei einem kleinen Teil der Agar-Platten dennoch vor.

Wachsen die Pilze, die du im Auge hast, bei Raumtemperatur oder brauchst du einen Brutschrank? Womit überimpfst du da, Draht/Impföse? Womit gießt du die Platten (oder kaufst du vorgegossene)?

Falls du 'ne Anleitung für Agar-Agar bräuchtest könnte ich dir was raussuchen, findet sich vermutlich aber genug im Internet; evtl. gibt es ja sogar pilzspezifische Mischungsverhältnisse.

LG

BTA-Bernd

itsracine Avatar
itsracine:#6099

Ist das zufällig die Seite, die du hergenommen hast OP?

http://de.wikibooks.org/wiki/Pilzzucht/_Zucht_mit_Petrischalen

Da steht ja schon alles, was ich ausgeführt habe, inkl. Agarmischungen... ( ̄ω ̄;)

itskawsar Avatar
itskawsar:#6100

Spiele auch mit dem Gedanken bei Zeiten die Pilzzucht auszuprobieren, nachdem ich in diesem Herbst die ersten Male Pilze suchen gegangen bin.
Habe ich bisher folgende, glaube ich ganz gute, Video-Tutorials gefunden:

https://www.youtube.com/user/Pilzonkel67/videos

romanbulah Avatar
romanbulah:#6102

>>6091
>ist es sehr aufwendig Pilze zu züchten?
Für einige Speisepilze (Stockschwämmchen/Nameko und Champignons) kann Bernd im Gartenhandel/ Gartenversand Pilzbrut kaufen. Die Pilzbrut wird auf einen nassen Strohballen geimpft und dieser bewächst dann. Bernd erntete so schon einmal 5-6 Kilo Pilze. Growboxen für Zauberpilze waren etwa das gleiche aber 10 mal kleiner in Abmass und Ertrag.

Als die Gesetzeslage noch unklar war, hat dieser Bernd Zauberpilze aus Sporenabdrücken gezogen. Das grosse Problem ist die verkeimte Umgebungsluft. Ohne improvisierten Reinraum (Arbeitskiste mit Alkoholathmosphäre und zwei Eingriffen) war Arbeiten mit Petrischalen zwecklos. Bernd wählte die damals gängige Vermiculitmethode mit sterillisierten Marmeladengläsern. Im Glas war zur Hälfte eine Vermicilithmehlwassermischung und oben bis zum Deckel reines Vermiculith. Im Deckel waren 4 abgeklebte Löcher.
Dann wurde im Wasserbad 1 Stunde sterilisiert. Der Sporenabdruck wurde in abgekochtem Wasser aufgenommen und in eine Spritze gezogen. Die Kanüle wurde jedes Mal mit Feuer sterilisiert und die erkalteten Gläser durch die Tesaabdeckung und die Vermiculithschicht beimpft. So hat Bernd nie Schimmelprobleme gehabt. Waren die Gläser durchgewachsen, wurden sie in Blumenerde verteilt und nach einigen Tagen konnte geerntet werden.

justinrhee Avatar
justinrhee:#6147

Eine Impfbox, zum arbeiten mit Petrischalen und nachfolgendem beimpfen von roggengefüllten Weckgläsern, ist recht einfach herzustellen. Bernds bestand damals aus Fichtenlatten, Rigips und jeder Menge Frischhaltefolie.
Die Zimmerkontinamation lässt sich mit vorherigem abregnen lassen einigermaßen bekämpfen. Also, Fenster und Türen zu, Pumpsprüher mit Wasser füllen und circa eine Stunde vor Impfbeginn damit beginnen, Wassernebel Richtung Decke zu sprühen.

Allgemein ist es gar nicht so schwer, man muss nur die wichtigen Arbeitsschritte einhalten.

emmakardaras Avatar
emmakardaras:#6153

Krasse Sache, hört sich spannend, aber leider auch sehr aufwändig an.

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vj_demien:#6164

Schampignons wachsen aber nicht auf Holz. Sie wachsen auf zweimal durchgenudelter Kuhscheise.

Das ganze ist langwierig und dreckig und eklig.
Warum man dies anstreben sollte falls man nicht zuviel zweimal durchgenudelte Kuscheise hat oder zuviel Holz ist unklar. Wenn man das Zeug auch kaufen oder wild sammeln kann.

Weil man denkt da kombt Zauber raus aus Pilz zum Beispiel. oder als Hobby oder als Beweis von Konzept. Aber wirtschaftlich ist es eher nicht.