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Veröffentlicht am 2016-03-14 17:06:3 in /ng/

/ng/ 7579: Was will Draghi?

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#7579

Hallo Bernd,

kannst Du mir in einfachen Worten erklären warum Draghi soviel Geld in die Länder wirft? Wo geht dieses Geld hin? Was genau wird mit der Politik derzeit bezweckt?

Ich höre nur immer "Wirtschaft ankurbeln" aber erstens scheint es ja nicht zu klappen und zweitens wie genau sollte das aussehen?

Und wie schon gesagt ich verstehe nicht wo ist das ganze Geld?

keremk Avatar
keremk:#7585

>>7579
Der Mann ist schlicht Patriot.

doronmalki Avatar
doronmalki:#7598

Offiziell: Wirtschaft ankurbeln = Geld "haben" ist für Banken teuer, also sollen diese es "verleihen" = Konsum / Nachfrage steigt, Investitionen werden vorgenommen.

Wirklichkeit: Wir haben Finanzierung durch die Notenpresse. Schon lange. Und alle wissen es. Ziel sind zweierlei: Zusammenbrechen Südeuropas und damit des der Zwangswährung Euro verhindern (für Deutschland sowieso, da mal wieder "von oben" für gut befunden; für viele anderen Länder einfach eine Fessel) und den Anschein der Kontrolle bewahren (= Probleme auf morgen vertagen).

Es lässt sich nämlich mit den wirtschaftlichen Fakten nicht mehr Gutmensch spielen (nicht gut), die gegenwärtige Ausgabenpolitik annähernd nicht aufrecht erhalten und letztendlich der Zusammenbruch des tollen Experiments EU nicht verhindern.

georgedyjr Avatar
georgedyjr:#7611

Und jetzt mal ohne Verschwörung:

Durch den niedrigen Leitzins sollen Banken zu mehr Risikobereitschaft gezwungen werden. Man will dafür sorgen, dass Unternehmen leichter an Kredite kommen um das Wachstum zu fördern.

Europa ist im Schnitt recht Risikoscheu, siehe u.a. Venture Capital. Das führt dazu, dass vielversprechende Jungunternehmen nach VSA auswandern oder gleich dort gegründet werden. Typischer Brain Drain. Um sich vorzustellen wie schlimm das ist muss man sich nur mal überlegen welche Maßnahmen man treffen müsste um Unternehmen von den VSA in ein europäisches Land zu locken.

Es ist kein Zufall, dass Unternehmen die ganze Märkte umkrempeln fast ausschließlich aus den VSA kommen (Google, Uber, Tesla, Facebook,...). In den VSA wird eine Kultur des Scheiterns gepflegt, bei uns kannst du im schlimmsten Fall gerade mal bei McDonalds arbeiten wenn du deine Firma in den Sand gesetzt hast, während es dort als Vorteil gesehen wird wenn du um Kapital für dein drittes Startup suchst weil du schon 2 Mal aus deinen Fehlern lernen konntest.

Außerdem schürt der aktuelle Trend zum Sparen Angst vor einer Deflation, deswegen will die EZB die Inflation ankurbeln, der Leitzins ist da eines der wenigen halbwegs geeigneten Mittel.

areus Avatar
areus:#7612

>>7611
>Verschwörung

najaweiste.jpeg
Das ist jetzt keine Aluhut-Geschichte gewesen, sondern ziemlich offensichtlich. Klar, in den Massenmedien und im VWL-Grundstudium kann man noch wunderbar darüber diskutieren, aber die (mangelnde) Effektivität, das Draghi-Show Gehabe und die augenscheinliche Verzweiflung der Notenbank, in die das Volk ungefragt seine Zukunft gelegt hat, ist ja für jeden klar ersichtlich. Wenn man komplett gegensätzliche Erfordernisse unter einen Hut bringen will, weil man auf die lustige Idee gekommen ist, dem "europäischen Volk" von oben herab eine gemeinsame Währung zu geben, weil es dann schon irgendwie zusammenwachsen werde (ob es will oder nicht), kommt eben sowas dabei raus. Man hat ja bewusst die Währungsregulierungsintrumente aufgegeben, die man noch hatte, bevor der Euro ins Leben gerufen wurde (und ganz bewusst wird nicht mehr vom Ecu geredet, denn dann müsste man ja eingestehen, dass ihn niemand wollte).

>Durch den niedrigen Leitzins sollen Banken zu mehr Risikobereitschaft gezwungen werden. Man will dafür sorgen, dass Unternehmen leichter an Kredite kommen um das Wachstum zu fördern.

Richtig. So die offizielle Parteilinie. Und sicherlich auch der Wunsch. Stattdessen hält die EZB mittlerweile (als nettem Nebeneffekt) nicht nur beträchtliche Anteile von Staats-, sondern auch von Unternehmensschuldtiteln. Und das ist Finanzierung durch die Notenpresse.

Die Banken, die gerade aus einer Blase und durch mehrere Stress Tests gekommen sind, werden einen Teufel tun Kredite zu vergeben, nur weil ein italienischer Wicht sich in den Medien feiern lässt.

>Es ist kein Zufall, dass Unternehmen die ganze Märkte umkrempeln fast ausschließlich aus den VSA kommen

Vollkommen richtig. Und die EZB scheitert damit jetzt seit Jahren.

>Außerdem schürt der aktuelle Trend zum Sparen Angst vor einer Deflation, deswegen will die EZB die Inflation ankurbeln, der Leitzins ist da eines der wenigen halbwegs geeigneten Mittel.

Sehe ich anders. Die Zeiten sind längst vorbei. Das Pulver ist verschossen. Der Kern der *Theorie* ist ja, dass Investitionen aufgeschoben werden, weil die Preise ja noch sinken könnten. Das ist Theorie. Einige Investitionen sind aber nicht aufschiebbar. Und diejenigen, die es sind, schiebe ich nicht auf, weil ich denke, ich spare 2,50 €, sondern weil ich der Meinung bin, die Politik ist unfähig, kann kein wirtschaftlich stabiles Umfeld gewährleisten und wird von einer emotional-denkenden Überzeugungstäterin mit Personenkult und sehr, sehr wenig Kompetenz gelenkt. Aber klar, Deflation böse. Wir rechnen uns die seit über 10 Jahren schön, aber bekämpft werden muss sie mit allen Mitteln - auf Kosten von Infrastruktur, Sparern und zukünftigen Generationen.

shoaib253 Avatar
shoaib253:#7618

ich vermute der hauptgrund sind in erster linie die staatsanleihen bzw deren refinanzierung und ein gewisser globaler abwertungswettbewerb.



bei normalen/realistischen zinsen kaemen doch selbst die grossen wie italien oder sogar frankreich nicht mal meer ueberhaupt in paktnaehe(sie schaffen es ja schon so nicht). da wuerde ein grossteil der jaehrlichen steuereinnahmen/haushaltsbudget nur fuer die refinanzierung verbraucht mit den darauf folgenden noch staerkeren verwerfungen. von griechenland usw brauchen wir gar nicht erst reden,.......


der zweite zielpunkt ist vermutlich den euro im verhaeltnis zum usd,yen,renminbi etc zu druecken um europaeische exporte/dienstleistungen billiger zu machen bzw um zumindest mit den anderen gleichzuziehen. da alle abwerten funktioniert die ganze sache auch nur ganz bedingt bzw eigentlich ueberhaupt nicht. evtl leichter vorteil zur usa bzw die sind die einzigen die etwas weniger "konkurrenzfaehig" werden. deren inet/softwareprodukte/soerenunterhaltungsindustrie sind aber eh alternativlos und werden hier so oder so gekauft. die deutschen karren dafuer dann halt in den usa. wuerd mich nichtmal wundern wenns da nicht schon irgendwelche geheimvertraege auf zentralbankebene gibt(handel usa/de hat dieses jahr sogar den handel fr/de knapp ueberholt. ich weiss zwar nicht was die ganzen amis von uns kaufen (selbst da schon wieder ungleichgewicht...de hat meer in usa exportiert als von usa importiert) aber vermutlich sind es wirklich die auddos(obwohl die ja selber welche haben und toyota da auch gut positioniert sein sollte))....

das hauptproblem an der sache: selbst wenn die abwertung super toll funktionieren wuerde, wuerde dennoch wieder de exportieren und die anderen eu-staaten hinten dran haengen da bmw halt nicht mal einfach nach griechenland zieht und unsere lohnkosten im vergleich zu frankreich und italien sicher auch nicht so viel ausmachen, dass sich eine verlagerung lohnt und konkurrenzfaehiger werden deren produkte ja hoechstens wenn unsere eben teurer werden und der frei gewordene platz nicht von jemand ex-eu eingenommen wird.
die grosse frage wird wohl eh china. wenn die ploetzlich keine autos meer kaufen weil "omgz its happening" wird es reinhauen. wie die lage dort wirklich ist weiss aber kein mensch, is eh alles zensur. die haben schon ne groessere zivile bezahlschreiberarmee als wir ueberhaupt soldaten. fraglich is auch ob indien das neue china werden koennte bzw inwieweit es ersetzbar ist. da hab ich dann aber doch eher genauso zweifel wie bei china selbst. massives hochruesten wie die ursel(und damit wohl viele, arreine wuerd die sich mit so nem scheiss wohl nicht vortrauen) es will kann natuerlich auch ne menge auffangen(usa und russland sind zwar die zwei groessten aber glaub eu+uk insgesamt is sogar in dem bereich noch groesser. irgendwie traurig wenn das stimmt....sollte man fast mal nachschauen). is natuerlich extremste ng verschwendung und dann auch noch im nukularzeitalter wo es eh kein klassischen krieg zwischen den buendnissen geben kann sondern zwingend immer nur stellvertreter/putsch oder eingriffe bei bzw zwischen staaten ohne nukular bzw nukularfaehigen verbuendeten. einfach ne 100m hohe mauer um europa bauen waere da sogar noch sinnvoller. die ganze sache mit dem wachstum brauch man eh nicht zwingend, zumindest wenn man nicht auf so bescheurte ideen kombt und sich millionen fremde ins land holt. haetten wir hier in de wie manche eu-nachbarn "jungedarbeitslosigkeit" mit 40% oder normale mit 20% waere hoechstens noch darueber diskutiert worden ob erst merkel oder siggi ins gas wandert.

stayuber Avatar
stayuber:#7619

achso...das wichtigste noch: der eine teil europas geht von mindestens 2% inflation pro jahr als ziel aus und der andere von hoechstens/im schlimmsten fall 2% als obergrenze. das dumme is, dass es eigentlich nur ein interenes problem ist aber es irgendwie keine vernuenftige loesung gibt. eur als ganzes steht vermutlich gar nicht so abgefuckt da(tuetenweindrama ausgenommen). draghi will natuerlich nicht schuld sein am auseinanderbrechen, kann man irgendwie schon verstehen..........er hat die fehlanhaeufungen von schulden und vertragsbrueche (nur manche)als auch unser lohndumping ja nicht zu verantworten. das problem is, dass wohl insbesondere mit dem elan den merkel an den tag legt eher noch weniger gehen wird als bisher. der beschlossene 160k tuetenweintransfer ist in gewisser weise ein anzeichen fuer ein "zombie-modus" der eu. sie koennen sachen beschliessen, vertraege machen, sich einigen usw aber in echt wird nichts umgesetzt oder eingehalten. statt einigung und fortschritt nur noch eine huelse von politikern und beamten die selbst die kleineren probleme nur noch aufschieben und bei den grossen komplett handlungsunfaehigkeit zeigen. dat mergel schiesst mit den tuetenweinen natuerlich den hauptgewinn indem das problem so riessig wurde, dass die kleinen staaten von sich aus aktiv eingriffen. (falls sie das problem nicht geloest bekomben und griechenland unrettbar ueberrant wird bin ich mir sicher, dass spaetestens ab dann jedes weitere land seine grenze mit militaer und komplettem lockdown ala trumpf schuetzen wird)

funwatercat Avatar
funwatercat:#7623

>>7612
Sehr schön geschrieben, Bernd. Wir sind da weitestgehend einer Meinung. Mit Verschwörung meinte ich lediglich die Zivilisationsuntergangsszenarien die auf /ng/ so gerne gepostet werden.
Ich denke auch nicht, dass die niedrigen Leitzinsen wirklich etwas bringen werden. Allerdings heißt das nicht, dass wir jetzt alle für den Zusammenbruch vorbereitet sein sollten. Japan hat ja auch seit Ewigkeiten das gleiche Problem und trotzdem scheint der durchschnittliche Lebensstandard dort nicht so anders zu sein wie hier. Meine Vermutung wäre weiterhin langsames Wachstum, geringfügig sinkende Reallöhne und ansonsten keine großen Änderungen was Lebensstandards oder Zustand der Wirtschaft angeht.

Als Anlagestrategie scheint es mir dadurch empfehlenswert hauptsächlich in VSA anzulegen, da die einfach alles was es weltweit so an Innovation gibt anziehen und dadurch langfristig das größte Wachstumspotential haben. Einzige Ausnahme scheint China zu sein, und dort investieren scheint mir kompliziert und riskant. Wie siehst du das?

kamal_chaneman Avatar
kamal_chaneman:#7625

>>7623
>Sehr schön geschrieben, Bernd. Wir sind da weitestgehend einer Meinung.

Danke. Ich möchte das Kompliment übrigens gerne zurückgeben und freue mich, dass /ng/ immer noch gewissermaßen eine Perle ist, auf der man interessante und würdige Diskussionspartner findet.

>Meine Vermutung wäre weiterhin langsames Wachstum, geringfügig sinkende Reallöhne und ansonsten keine großen Änderungen was Lebensstandards oder Zustand der Wirtschaft angeht.

Das sehe ich ähnlich, nur negativer eingefärbt. Meine Einschätzung ist ebenfalls, dass die unmittelbaren Auswirkungen real relativ gering ausfallen werden - was natürlich nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass wir eine individuelle Entwertung über die vergangenen 10 Jahre gesehen haben, die nur aufgefangen worden ist. Wer früher 5.000 DM netto zur Verfügung hatte, befand sich in einer sehr komfortablen Lage und hat auch wirklich die Möglichkeit gehabt sein Leben derart zu gestalten, wie er es möchte (ein für den Kapitalismus im Klassenkampf immer wieder angeführtes Kriterium - damals nannten wir das noch "Freiheit"). Dem entsprang ein Leben, wie ich es aus meiner Kindheit kannte: Mutter konnte (aber musste nicht) ihren Dschob aufgeben, es gab die Möglichkeit 2+ Kinder im (gehobenen) Mittelstand gut und vernünftig groß zu ziehen, einschließlich Urlaub, Auslandsaufenthalten der Kinder, etc. 2.500 € netto reichen dafür heutzutage nicht mal annähernd aus. Selbst das doppelte Gehalt (mal die Angestellten-Situation vorausgesetzt) ist netto mehr als traurig und ich fordere jeden heraus, mal mit einem Gehaltsrechner zu spielen. (Scharping hatte recht - wir sind alle Besserverdienende. Nachdem wir im Zweifel 5-10 Jahre in das Studium investiert haben.)

Wir haben also eine Realentwertung des Lebensstandards. Und die setzt sich auch finanziell fort.

>Als Anlagestrategie scheint es mir dadurch empfehlenswert hauptsächlich in VSA anzulegen, da die einfach alles was es weltweit so an Innovation gibt anziehen und dadurch langfristig das größte Wachstumspotential haben.

Sehe ich ähnlich und handhabe es auch so. Wobei das Problem da kurzfristig ist, dass wir uns in einem Quasi-Währungskrieg befinden und der gerne mal alles, was man sinnvoll und mit vernünftigem Risikoansatz erwirtschaften kann, auffrisst. Aber ja, ich habe hinsichtlich Wachstumswerten auch einen ordentlichen Teil Richtung VSA im Portfolio. Nächster Unsicherheitsfaktor ist natürlich die steuerliche Situation - ich rechne da mit Rückschritten.

>Einzige Ausnahme scheint China zu sein, und dort investieren scheint mir kompliziert und riskant. Wie siehst du das?

Jein. Kompliziert bis unmöglich, ja. Riskant definitiv. Aber da ich das nicht nur privat und zum Spaß mache und entsprechend Risikoanalyse nachzuhalten habe, würde ich das mit Singapur Mitte der 90er vergleichen. Und zwar hartkern - Vollverlust ist immer drin. Dem chinesischen Staat ist zuzutrauen, dass er ein Unternehmen, das aus seiner Sicht nicht systemrelevant ist, von heute auf morgen plattmacht. Und ich meine das nicht im amerikanischen Risikorahmen, wo das auch immer eine Möglichkeit ist.

Es wird sich die Spirale aber immer mehr beschleunigen und der Michel bekommt auch nicht mit, dass ihm substanziell und auf Generationen Werte geraubt werden. Real- und Wertinflation stehen in keinem Verhältnis. Greifen die Inflationsziele der EZB, bricht auf einmal Panik aus, denn das deckt sich einfach nicht mit der Finanzplanung - sowohl institutionell, als auch privat (okay, da gilt eh "weitermachen" als Prinzip). Spaßig wird zu sehen, wie die Politik versuchen wird zu kaschieren, dass die Kosten der Tetras auf kommunaler Ebene (die voll im Wahljahr durchschlagen werden) auch mal irgendwie umgelegt werden müssen - und das klappt nur im Aufschwung.

albertaugustin Avatar
albertaugustin:#7628

Ich würde gerne wissen, wie viel Geld die dummen Sparer (Sparbuch) im letzten Jahrzehnt im Durchschnitt verloren haben.

guischmitt Avatar
guischmitt:#7630

Die Negativzinsen werden momentan nicht direkt an die Kleinanleger weitergegeben.
Die Banken versuchen das indirekt durch höhere Gebühren auf jegliche Transaktionen.

Aber ich bin mir sicher, dass die Bankenverbände Druck machen auf Schäuble, Merkel&Co.

Sie sollen das Bargeld abschaffen. Die Obergrenze ist erst der Anfang.

Wenn Bargeld dann nicht mehr legal ist, dann können die Banken die Negativzinsen direkt weitergeben.

eduardostuart Avatar
eduardostuart:#7631

>>7628
Na ja, wenn du dir mal die Inflationsrate der letzten Jahre anschaust, dann muss man wirklich kaum Zinsen erwirtschaften um das Auszugleichen.

Das Sparbuch war nach der Wirtschaftskrise wenigsten noch komplett da, einige Depots wurden da aber dezimiert.

dwardt Avatar
dwardt:#7632

>>7628
Das kannst du dir selber beantworten, wenn du dir mal die Warenkörbe des Statistischen Bundesamtes ansiehst und dann hinterfragst, ob die "reale" Inflation mit dem übereinstimmt, was du am Monatsende auf dem Konto hast. Und ich sage bewusst nicht "im Supermarkt". Mach mal eine (auch rückblickende) Finanzplanung. Dann nimm dabei die Inspektionskosten für deinen Dildo aufgrund von übermäßiger Nutzung und andere Sondereffekte raus (positiv wie negativ) und dann vergleichst du das mit dem Vorjahr. Wenn du lustig bist, kannst du das auch noch um Energiekosten bereinigen. Dabei werden dir zwei Sachen auffallen: wir leben im Sozialismus, denn die Steuerlast, die hier akzeptiert wird ist höher als in der DDR 1.0 und die offizielle Inflation ist für den Mittelstandsbürger lächerlich abwegig und nichtssagend.

>>7631
>Das Sparbuch war nach der Wirtschaftskrise wenigsten noch komplett da, einige Depots wurden da aber dezimiert.

Und einige Depots weisen eine Verdreifachung mit konservativen Anlagen auf. Kann man sich alles schönreden. Aber da man ja jetzt "privat vorsorgen muss", d.h. seine Rentenversicherungsbeiträge als weitgehend wertlos abschreiben kann, ist "Werterhalt" in einer Phantasiewährung sowieso ein interessantes Konstrukt.

sokaniwaal Avatar
sokaniwaal:#7633

Siehe IS-LM modell