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Veröffentlicht am 2014-03-07 15:58:2 in /ph/

/ph/ 10149: Hallo Ste/ph/an. In letzter Zeit ist mir vermeh...

shesgared Avatar
shesgared:#10149

Hallo Ste/ph/an.

In letzter Zeit ist mir vermehrt aufgefallen, dass es einige Konflikte wegen Vergleichen und Argumenten gab.

In diesem Thema würde ich gern mit euch über einige Dinge sprechen. Die Kernfragen sind:

- Kann ein Vergleich etwas belegen oder nur weiter erörtern?
- Ab wann ist ein Argument eine gültige Begründung?

Ich finde diese Dinge diskussionswürdig, möchte aber noch keine eigenen Antworten geben. Tatsächlich habe ich spontan auch noch keine gute, also noch ein Grund dazu, keinen Bullshit zu schreiben.

Ich hoffe auf gute Antworten.

joshuapekera Avatar
joshuapekera:#10163

>- Kann ein Vergleich etwas belegen oder nur weiter erörtern?

Ein Vergleich kann auf etwas hinweisen oder etwas bestärken. Wenn ich für ein Objekt X Verhalten Y behaupte, lässt sich dies durchaus dadurch bekräftigen, dass ein ähnliches Objekt Y Verhalten Y zeigt. Wichtiger, weil weniger trivial, werden Vergleiche dann, wenn man damit auf fundamentale oder doch relevante Gebrechen eines Gedankens/einer Theorie hinweisen kann. In den meisten Fällen werden damit dann schlicht Widersprüche zu ähnlich gelagerten Sachverhalten aufgezeigt.

>- Ab wann ist ein Argument eine gültige Begründung?

Man kann ein Argument hundertmal vortragen - wenn eine andere Person die Annahme nicht nötig hat, wird sie doch auf dem alten Standpunkt beharren. Insofern gilt für die Praxis, dass ein Argument auch erst dann gültig wird. Auf rein theoretischer Ebene ist ein Argument in 2 Fällen zu betrachten.

1. Ein Argument steht konkurrenzlos im Raum UND ist plausibel. Dann ist es 'gültig', bis es falsifiziert oder schlicht unplausibel geworden ist.

2. Ein Argument ist plausibel, aber nicht konkurrenzlos. Dann entscheidet A die (mitunter aus praktischen Erwägungen eingenommene) Perspektive über die Gültigkeit oder B ein Abwägungsprozess. Bei B wird es dann entscheidend sein, welchem Argument mehr Nutzen oder größere Plausibilität zugesprochen wird. Ist das erfolgt, greift wieder 1.

guischmitt Avatar
guischmitt:#10167

Vergleiche sind ganz gut zur Bestärkung, ich würde aber nicht versuchen eine Argumentation darauf aufzubauen. Das Ziehen von Parallelen führt im Alltag nur so und so weit, irgendwann ist deren Kraft aufgebraucht und die Analogie ausgereizt. Kann man sehr oft ad absurdum führen. Am besten kommt man ohne aus, wie ich finde; das erfordert jedoch viel Präzision.

Die Gültigkeit von Argumenten würde ich nicht vom Gegenüber abhängig machen. Das könnte zum Bild des Schachspielens mit einer Taube ausarten.

Stattdessen: Gültig ist eine Argumentation dann, wenn alle Schritte logisch aus den Prämissen folgen, die wir hier zwar nie explizit angeben, die man aber immer irgendwo hat.

Das lässt sich so aber natürlich einfach sagen. Je weiter man sich von der reinen Logik entfernt, desto weniger sicher kann man sein, ob ein Schluss wirklich gültig ist.

Wäre es so einfach, wäre das Board ja auch überflüssig.

agromov Avatar
agromov:#10168

Vergleich sind ein Mittel der Verdeutlichung, als Argument kann man sie nie einsetzen. Wenn jemand versucht, mit einem Vergleich irgendetwas zu beweisen, am besten 360° umdrehen und weg gehen.