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Veröffentlicht am 2014-05-20 23:50:56 in /ph/

/ph/ 10526: Selbstjustiz

mfacchinello Avatar
mfacchinello:#10526

Auf wunsch eines Bernds:

Was hält Bernd von Selbstjustiz?

Findet er es in jedem Fall ablehnungswürdig, oder sollte es eines jeden Recht sein? Oder ist Selbstjustiz nur dann legitim, wenn die Polizei ihrem übertragenen Gewaltmonopol und somit ihrer Verantwortung nicht mehr gerecht wird?

Was haltet ihr von Milizen und Bürgerwehr?

subtik Avatar
subtik:#10529

>Was hält Bernd von Selbstjustiz?
Finde ich sehr gut.
Ich bin auch dafür dad man Einbrecher erschießen dürfte, auch dann wenn sie sich bereits ohne Beute auf der Flucht befinden.
Begründung:
Wer woanders einbricht hat sein Leben zwar nicht unbedingt verwirkt, aber sich zivilisationstechnisch schon einmal ein paar Stufen runter manoeuvriert.
Im Ergennis landet man dann irgendwo zwischen Tier und Biohybride.
Also zählt für diese Leute auch nicht mehr die körperliche Unversehrtheit des Grundgesetzte.

Desweiteren verhindert man mit einem Erschießen des Einbrechers die Gefahr das er woanders noch mal tätig wird und die Gesellschaft für einen eventuellen Gefängnisaufenthalt aufkommen muss.
Man handelt also präventiv
Auch ist ein toter Einbrecher ein Mensch weniger was der massiven Bevölkerungszahl gut tut.
Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

Auch ist vorteilhaft das durch Selbtjustiz die Bevölkerung wieder ans Töten gewöhnt wird.
Ansonsten wird es bei den kommenden großen Umwälzungen so Ablaufen wie im "Heerlager der Heiligen": Nicht ein Schuss wird fallen!

ionuss Avatar
ionuss:#10530

Finde Selbstjustiz nicht so prickelnd, weil viele Leute relativ behinderte Vorstellungen von Gerechtigkeit haben.

Und behindert meine ich so. Selbstjustiz kennt ihr übrigens von Ehrenmorden usw.

Mit anderen Worten:
>>10529
Musel detektiert.

adhiardana Avatar
adhiardana:#10534

>>10526
>Oder ist Selbstjustiz nur dann legitim, wenn die Polizei ihrem übertragenen Gewaltmonopol und somit ihrer Verantwortung nicht mehr gerecht wird?

Selbst dann nicht. In diesen Fall muss die Situation geschaffen werden, dass die Polizei ihren Aufgaben wieder nachkommen kann.

>>10529
>Leute relativ behinderte Vorstellungen von Gerechtigkeit haben.

Dies. Siehe "Hurr durr, Kinderficker! An den Eiern aufhängen und sterben lassen!"

Finde persönlich aber auch Steuerhinterziehung viel schlimmer, weil dort der ganzen Gesellschaft geschadet wird, und nicht nur einzelnen Personen...

samscouto Avatar
samscouto:#10535

Gewalt ist generell abzulehnen. Der Verbrecher muss zwar bestraft werden, allerdings abhängig von seinen Motiven. Ein reicher der zum spaß klaut ist ein schlechter Mensch. Ein Armer, der Überleben will nicht umbedingt.

newbrushes Avatar
newbrushes:#10536

>>10535

Gut und schlecht sind bürgerliche Kategorien...

Wenn ein wohlhabender Mensch klaut, ist er nicht ein zwingend ein böser Mensch, vielmehr sucht er Nervenkitzel und einen Ausweg aus seiner Langeweile.

cat_audi Avatar
cat_audi:#10537

Selbstjustiz ist bis zu einem gewissen Grad moralisch vertretbar. Wenn dir jemand dein Eigentum stiehlt, ist es vollkommen in Ordnung, diesem jemand das Gesicht neu zu ordnen und sich sein Eigentum zurückzunehmen. Allerdings muss man darauf achten, dass die Strafe angemessen bleibt. Wenn man jemanden krankenhausreif schlägt, nur weil er einem ständig das Laub über den Zaun wirft, ist das nicht mehr im Rahmen. Leider gibt es zu viele Menschen, die bei jeder Kleinigkeit ausrasten und emotional werden, und deswegen muss es weiterhin Gesetze geben, ebenso wie Gerichte, die diese Gesetze anwenden.

remiallegre Avatar
remiallegre:#10538

>>10536
Kantig.

uxdiogenes Avatar
uxdiogenes:#10539

>>10536
Dann sollte er ihn aber nicht darin suchen anderen Menschen zu schaden. Klaut der Reiche bei einem anderen Reichen kommt wohl niemand zu schaden.

silv3rgvn Avatar
silv3rgvn:#10540

>>10539
>Ich finde Reiche haben weniger Persönlichkeitsrechte
Meint dieser Neger das ernst?

kennyadr Avatar
kennyadr:#10543

Absolut gerechtfertigt, gerade in Zeiten in welchen der Staat Resozialisierung als wichtiger erachtet als das Bedürfnis der Opfers nach Vergeltung. Wenn ein Jugendlicher ein paar SOzialstunden aufgebrummt bekommt wenn er jemanden lebensgefährlich Verprügelt o.Ä. unterminiert dies das Vertrauen in den Rechtsstaat. Ich halte es bei nachgewiesener Schuld für absolut richtig Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#10549

Für die Gesellschaft Nachteilhaft, für mich selbst befriedigend.
Wenn jemand meine Mutter töten würde, und ich hätte die Chance zur Selbstjustiz, so würde ich sie nutzen. Da nutzt auch kein Philosophieren darüber, es sind meine niederen Triebe, und diese würde ich befriedigen.

mrxloka Avatar
mrxloka:#10553

>>10549
>Jemand tötet deine Mutter
>Töte ihn
>Seine Mutter tötet dich
>Dein Bruder tötet seine Mutter

Und deswegen hat sich die Zivilisation durchgesetzt; alle anderen haben ein Messer im Bauch.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#10557

>>10553
Ich bin doch kein Idiot, mir sind diese Probleme bekant, aber ich lebe halt in einer Gesellschaft, und hier wird mich niemand töten, wenn ich jemanden aus Rache töte.

kurafire Avatar
kurafire:#10562

https://www.youtube.com/watch?v=D1ffpDI3kLo

sunshinedgirl Avatar
sunshinedgirl:#10563

>>10553
Ich gebe keinen Fick. Wenn jemand meine Mutter tötet, und ich könnte ihn töten, dann würde ich es machen. Wenn es sein muss töte ich auch vorher seine Mutter, seinen Vater, seine ganze Familie.
Nun könnten wir philosophieren warum es so ist, aber vermutlich weil es eine gute Entschuldigung zum morden wäre.
Ich würde versuchen nicht erwischt zu werden, aber falls doch wird jeder verstehen warum ich es gemacht habe.

saarabpreet Avatar
saarabpreet:#10564

>>10563
Und sowas nennt sich Internet-Elite. Schonmal vom Konzept Vergebung gehört?

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#10567

>>10564
> Und sowas nennt sich Internet-Elite. Schonmal vom Konzept Vergebung gehört?

Natürlich Bernd, ich bin aber kein Mensch der so lebt wie er philosophiert.
Ich würde keine Befriedigung finden in Vergebung, oder vielleicht würde ich es, aber es ist mir egal, ich würde die Rache wählen.
Sicher es ist primitiv, und falsch, aber ich kehre immer noch nicht.

craigelimeliah Avatar
craigelimeliah:#10568

>>10567
Leute die ihre Überzeugungen nicht in ihre Taten übergehen lassen gibt es schon genug. Warum willst du eine der Maden sein, die große Töne spucken und für das, was sie ihre Philosophie nennen, nicht den Mut besitzen, es in die Tat umzusetzen?
Es scheinen hier immer wieder Exemplare hereinzuschneien, die den Begriff Philosophie für ein Synonym für Schwafelei und willkürliches Meinen halten. Es geht aber um Erkenntnis, und die Meinung ist dabei nur ein Schritt, die Meinung bringt die These, die Untersuchung derselben die Gegenthese.
Wenn man nicht seiner Überzeugung gemäß handelt, kann man das verschieden beurteilen: entweder zeugt diese Haltung von Feigheit und Unaufrichtigkeit, oder aber man erachtet seine Überzeugung für nicht wertvoll oder unausgereift.
Dass man sich nicht seiner "Philosophie" gemäß verhält, wenn man Selbstjustiz predigt, zeugt von Zweifel gegenüber dem Mehrwert dieser Haltung. Das ist wohl eine gesunde Form des Zweifelns, im Sinne einer inneren Stimme, die dir gleichzeitig Raum lässt zu Gedanken, die sich über die Moral hinwegsetzen können, und andererseits im Sinne der Vernunft spricht, die dich abhält, nach einem unausgegorenen Konzept zu handeln.

bnquoctoan Avatar
bnquoctoan:#10569

Selbstjustiz widerspricht dem kategorischen Imperativ.

jpotts18 Avatar
jpotts18:#10570

>>10568
Weil es die echte Welt ist. Ich bin gegen die Todesstrafe würde aber trotzdem jemanden töten wenn er meine Mutter tötet, ich bin gegen Korruption, würde die 2 Millionen aber trotzdem annehmen als Politiker.
Ich spucke keine großen Töne, ich sage ich weiß es würde der Gesellschaft schaden, so wie die meisten hier, und doch würde ich es tun, genau so wie Raubkopieren bestimmten Leuten schadet, aber hey, so lange es nicht jeder macht.
Und nun kommst du mit:
> Würde jeder so denken wie du wäre die Welt ein schlechter Ort

Natürlich, bestreite ich nicht.

Aber jeder würde gerne den Mörder seiner Mutter töten, genau deshalb entscheiden auch nicht die Betroffenen was die Strafe wird, sondern ein Gericht, und dies ist auch gut so.
Genau so wird auch Selbstjustiz nicht geduldet, und hart bestraft, und damit kann ich leben.
Schon verwunderlich für einen Bernd der wahrscheinlich die ganze Zeit zuhause sitzt und dann so was schreiben:

> Warum willst du eine der Maden sein, die große Töne spucken und für das, was sie ihre Philosophie nennen, nicht den Mut besitzen, es in die Tat umzusetzen?

Die meisten hier haben nicht mal die Chance etwas falsch zu machen, da sie nie zu solchen Gelegenheiten kommen, also warum so was schreiben?
Bist du besser als ich in dieser Hinsicht, nur weil du glaubst du würdest in der Theorie etwas anderes machen?

Und dann dieses ganze Gutmenschengerede von:
> Wer so was macht ist feige

Es geht nicht um Feigheit, um Mut, um Ehre, es geht einfach um die niederen Triebe, ich befriedige meine Rachsucht, und ich kehre nicht ob es falsch ist, oder so empfunden wird, ich würde trotzdem so handeln.

surajitkayal Avatar
surajitkayal:#10571

>>10570
>Es geht nicht um Feigheit, um Mut, um Ehre, es geht einfach um die niederen Triebe, ich befriedige meine Rachsucht, und ich kehre nicht ob es falsch ist, oder so empfunden wird, ich würde trotzdem so handeln.

Ist es wirklich ein Grundbedürfnis des Menschen, sich zu rächen? Sind friedliebende und vergebende Menschen dann geistig schwach oder ein Fehler der Natur? Reflektiert man über die Rachsucht, sieht man doch, dass sie weder den Schmerz bekämpfen noch den Verlust rückgängig machen kann - stattdessen folgt man damit reaktionär seiner Unruhe und erzeugt neues Leiden. Der Ausweg aus dem Kreis ist die Vergebung, und je absurder die Idee von Vergebung einem Menschen erscheint, umso mehr hat er sie nötig.

cheezonbread Avatar
cheezonbread:#10572

>>10571
> Ist es wirklich ein Grundbedürfnis des Menschen, sich zu rächen?

Ja ist es, da wir aber in einer Zivilisation leben haben die meisten dies abgelegt, nennt sich Fortschritt. Viele Menschen überwinden sich sicher dazu dem Täter zu vergeben, ist auch sehr nobel von ihnen.
Ich nicht.

> Sind friedliebende und vergebende Menschen dann geistig schwach oder ein Fehler der Natur?

Wie gesagt, nennt sich Fortschritt. Der Mensch ist anpassungsfähig, mehr als die meisten Tiere, weshalb bei vielen sicher Ehre auch keine Rolle spielt, und sie würden sich mit niemanden prügeln, weil ihr Stolz verletzt wurde.
Da sie sich angepasst haben, und wissen sie gehen dafür ins Gefängnis, oder weil es Heute nicht mehr angesehen ist, und es zu ihren Werten gehört.
Dies mit Intelligenz zu verknüpfen würde ich nicht tun.

> Reflektiert man über die Rachsucht, sieht man doch, dass sie weder den Schmerz bekämpfen noch den Verlust rückgängig machen kann

Steile These, halte ich aber für unwahrscheinlich, es hilft beim Schmerz, für manche Menschen.
Es wird in der Evolution aber schon seinen Platz gehabt haben warum wir so sind, nicht unbedingt bei Mütter töten, aber vielleicht um seinen Platz in der Rangordnung festzulegen, sich nicht alles gefallen zu lassen.

Die meisten Menschen verüben Rache, nicht auf diesem Niveau, aber auf kleinerem.
> Der hat über mich gelästert, jetzt verbreite ich ein Gerücht über ihn

Wäre dies kein Problem der Menschen würden z.b Religionen auch nicht versuchen dies als Todsünde darzustellen.
Da die Menschen eben so sind. Aber der Mensch ist wie gesagt anpassungsfähig, immerhin laufen wir auch nicht alle rum und vergewaltigen Frauen.

> stattdessen folgt man damit reaktionär seiner Unruhe und erzeugt neues Leiden.

Mich interessiert anderes Leid nicht, denn wenn ich es nicht an mich ranlasse, und es keine negativen Gefühle für mich erzeugt, ist es auch bedeutungslos.
Ich wiege da eher ab inwieweit dies negative Folgen für mich haben könnte, wenn ich z.b jemanden die Arme breche weil er mir Geld schuldet. Ich würde ihm nicht die Arme brechen weil ich Empathie für ihn habe, oder wegen meiner Überzeugung oder Prinzipien, viel mehr aus anderen Gründen.
Z.b wegen der folgenden Strafe, wegen Rache seiner Familie oder Freunde, oder weil er vielleicht stärker ist als ich, und ich keine Waffe habe.

Wenn jemand meine Mutter tötet, und ich habe die Chance ihn zu töten, dann würde ich dieses Risiko in Gefangenschaft zu gehen in Kauf nehmen, aber versuchen dafür keine negativen Konsequenzen zu erhalten.


> Der Ausweg aus dem Kreis ist die Vergebung

Es gibt kein Kreis, die Welt funktioniert nicht so. Dafür ist sie viel zu chaotisch. Wenn du jemanden verprügelst weil er dich beleidigt hat folgen darauf nicht immer die selben Reaktionen, nicht alles kommt auf dich zurück, so etwas wie Karma existiert nicht, und es ist nicht alles Synchron.
Sicher ist eine Gesellschaft in der Ehre sehr wichtig ist, und man Menschen aus Rache tötet negativ für die Menschen darin.

> und je absurder die Idee von Vergebung einem Menschen erscheint, umso mehr hat er sie nötig.

Schon wieder so ein Satz mit nicht sehr vielem Inhalt. Wieso sollte er sie nötig haben? Man kann argumentieren Selbstjustiz ist für eine Gesellschaft negativ, aber was soll ich mit diesem Satz anfangen?

aiiaiiaii Avatar
aiiaiiaii:#10573

>>10572


> Mich interessiert anderes Leid nicht

> > und je absurder die Idee von Vergebung einem Menschen erscheint, umso mehr hat er sie nötig.

> Schon wieder so ein Satz mit nicht sehr vielem Inhalt. Wieso sollte er sie nötig haben? Man kann argumentieren Selbstjustiz ist für eine Gesellschaft negativ, aber was soll ich mit diesem Satz anfangen?

Es ist eben nicht allein der Fortschritt, von Selbstjustiz Abstand zu nehmen, sondern auch die Einstellung in sich abzulegen. Dass dich anderes Leiden nicht interessiert, ist nicht schlimm, aber letztendlich sind wir durch unsere Handlungen alle untereinander verbunden, und eine unachtsame Geste kann über viele Zwischenstationen anwachsen zu großem Hass. Es ist die Einstellung, die zählt, und eine freundliche Geste, die scheinbar unbedeutend ist, kann heilsam sein und zum Wohle Vieler beitragen. Das Leid Anderer nicht an sich heranzulassen ist nicht verwerflich, aber wenn man tut, als würde der Rest der Welt einen nichts angehen, versperrt man sich nicht allein gegen das Schädliche, sondern auch gegen das Angenehme. Mitgefühl hat nichts damit zu tun, sich ganz für andere aufzuopfern, sondern einfach mehr Teil des Ganzen zu sein. Es hat auch damit etwas zu tun, wie ernst man sich selbst nimmt. Selbstjustiz kommt daher, dass man sich selbst zu ernst nimmt. Aber wer sein Ansehen und seine Ehre verteidigen will, der schafft das höchstens in den Augen des dreckigsten Abschaums durch Tod, blutige Vergeltung, Rufschändung oder Intrigen.
Die Kunst ist es, sich von der Ungerechtigkeit nicht anstecken zu lassen, so verführerisch es sein mag. Und das bedeutet nicht bloß, von Rache abzusehen, sondern gar nicht erst den Gedanken an Rache aufkommen zu lassen.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Aber wer wäre nicht von Hass und Zorn zerfressen, wenn ihm seine Mutter ermordet worden wäre?
Dazu kann man sagen, dass nichts, wovon der Mensch profitiert, sein Eigentum ist. Er denkt aber insgeheim so über viele Sachen, die ihm gut tun und ihm helfen zu leben. Natürlich trauert der Mensch über den Tod geliebter Personen, aber er tut dies zu einem bedeutenden Teil aus lebenspraktischen Gründen. Wie könnte man nicht Hass auf den hegen, der einem durch einen Mord möglicherweise das gesamte Lebensfundament zerstört? Dann wiederum aber kann man denken: trauere ich denn wirklich um meine Mutter, oder tue ich mir vielmehr nur selber Leid, dass mein Leben jetzt nicht mehr so reibungslos verläuft? Sind es nicht alles egoistische Gründe die mich zur Rache treiben?
Was wäre, wenn ich mich nicht nur als Sein für mich selbst, sondern als ein Sein für Alle sehen würde? Wie sähe das aus, wenn man seinen Geist und sein Herz vollkommen ignorieren täte und nur auf den tierischen Reflex aufspränge, der zu Hass und Zerstörung aufruft?
Es ist gerade die Kunst und die Fähigkeit des Menschen, sich über all das Ruhelose zu erheben.
Aber ja, natürlich sehe auch ich das Problem, das so schön beschrieben wird durch den Spruch: Der Klügere gibt so lange nach, bis er der Dümmere ist. Aber man darf bedenken, dass alle die durch Hass handeln in der Regel nicht genug Gelegenheit hatten, sich zu besinnen, dass sie Getriebene und Verzweifelte sind und in den seltensten Fällen Menschen, die aus bloßer Lust Zerstörung bewirken und Rache anfachen wollen.

oskamaya Avatar
oskamaya:#10574

>>10573
Schon wieder viel Geschwafel ohne viel Sinn dahinter.

> Selbstjustiz kommt daher, dass man sich selbst zu ernst nimmt.

Hier hörte ich auf zu lesen. Küchenpsychologie kann ich nicht sehr leiden, vor allem solche Sätze.
Jeder Mensch mit großen Autos hat natürlich auch einen kleinen Schwanz, und alle die gegen Schuchteln sind sind selbst Schuchteln.
Guten Tag.

m_kalibry Avatar
m_kalibry:#10575

Eher doof, weil die wenigsten Menschen einer absoluten selbstbegründeten Moral (lies: kategorischer Imperativ oder hypothetische damit kompatible Verwandte) folgen, heißt tausend Leute und tausend verschiedene Vorstellungen davon, was legal ist. Generell kann man dem Großteil der Bevölkerung nicht zutrauen, überhaupt ein konsistentes Weltbild zu haben.

Praktikabel sind höchstens solche Dinge wie Notwehr, die wir auch schon länger kodifiziert haben.

splashing75 Avatar
splashing75:#10577

https://www.youtube.com/watch?v=_PUE8fYxjq8

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#10578

>>10575
Interessiert nicht. Wenn jemand z.b deinen Sohn vergewaltigen würde, und du hättest die Chance ihn ohne Strafe zu töten, würdest du es auch machen.
Würdest du dem widersprechen, dann weiß ich auch nicht was mit dir los ist, vermutlich so tief in deiner Ideologie drin, du kannst einfach nicht nein sagen, und belügst dich lieber selbst.

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#10579

>>10578
Das kommt darauf an, wie du sozialisiert bist und welche Werrte du vertrittst. Aber ja, ich glaube auch, dass die überwiegende Mehrzahl der Menschen in einer solchen Situation zu Selbstjustiz greifen würden. Das macht es aber noch lange nich richtig.

dmackerman Avatar
dmackerman:#10580

>>10579
> Das macht es aber noch lange nich richtig.

Von welchem Standpunkt aus gesehen? Es wäre mir auch egal ob es richtig ist, ich würde es trotzdem machen.

clementc Avatar
clementc:#10581

Vergebe Anderen nicht weil sie es verdienen, sondern weil du Frieden verdienst.

Ich hingegen tausche diesen gerne ein für Rache, auch wenn dies eher negativ für mich ist.

marciotoledo Avatar
marciotoledo:#10582

>>10578
> Interessiert nicht. Wenn jemand z.b deinen Sohn vergewaltigen würde, und du hättest die Chance ihn ohne Strafe zu töten, würdest du es auch machen.
Nö das ist Tierdenke und du versuchst mich zu manipulieren mit "denk doch einer an die Kinder!". Erstens ist Vergewaltigung nicht schlimmer als Tod (feministischer Mythos), zweitens bringt es meinem Sohn nichts wenn sein Vergewaltiger tot ist, drittens ist Auge-um-Auge eine arg überholte Vorstellung von Gerechtigkeit. Der Fokus sollte darauf liegen, zu verhindern dass der Täter noch mehr Leid verursacht (dazu gibt es viele Ansätze und nur einer davon ist die Todesstrafe), und psychologische Narbenbildung bei meinem Sohn zu vermeiden.
Ich würde wahrscheinlich im Affekt trotzdem mit der Gewindestange auf den Typen losgehen, aber eine nach den meisten, wenn nicht sogar allen, konsistenten moralischen Maßstäben sonderlich rechtfertigbare Handlung ist das nicht.

giuliusa Avatar
giuliusa:#10583

>>10582
Wie kann denn der Tod, als gefühls- und wahrnehmungsloser (Nicht-)Zustand das Schlimmste sein? Das wird jetzt spannend.

n1ght_coder Avatar
n1ght_coder:#10584

>>10582
Ist dieser Bernd dieser Isidor oder wie der heißt?

Scheint mir als hätte er ein paar Hirnfehler.

raquelwilson Avatar
raquelwilson:#10585

>>10584
Nein, isidor ist 1. eine eklige Namensschuchtel, benutzt 2. meist recht geschmackvolle Bilder und greift 3. permanent auf halb-esoterischen Quatsch zurück, während er mit Namen um sich werfend abschweift.

vladyn Avatar
vladyn:#10586

>>10526
Selbstjustiz ist doch einfach völlig natürlich.

markgamzy Avatar
markgamzy:#10588

Es ist vorschnell zu sagen "Vergewaltigung ist schlimmer als Tod" oder andersherum, weil das Opfer das selbst zu entscheiden hat. Suizid als Ausweg aus unglücklichen Situationen wäre nicht populär, wenn es jeder als "das Schlimmste" empfinden würde zu sterben; offensichtlich kann man hier aus verschiedenen Sichten argumentieren, die Empfindung des Betroffenen ist jedoch individuell.

Darüber hinaus wird "Selbstjustiz" und "Fortschritt" hier oft als Gegensatzpaar genannt. Das ist vorschnell. Eine Gesellschaft, die Selbstjustiz praktiziert, würde sie auch wieder als Fortschritt bezeichnen und über ihre Ahnen lachen, die auf die Polizei gewartet haben.

Hat "Ich würde jeden töten, der mich schief anschaut"-Bernd eigentlich schon mal Selbstjustiz betrieben oder sitzt er auch nur im Keller und gibt sich gewaltbereit im Internet?

andina Avatar
andina:#10590

>>10588
> Es ist vorschnell zu sagen "Vergewaltigung ist schlimmer als Tod" oder andersherum

Ist es nicht. Alles ist schlimmer als Tod, fertig. Da muss man gar nicht diskutieren.

ninjad3m0 Avatar
ninjad3m0:#10591

>>10588
> die Empfindung des Betroffenen ist jedoch individuell.

Nein, jeder empfindet es gleich, nämlich gar nicht.

> Darüber hinaus wird "Selbstjustiz" und "Fortschritt" hier oft als Gegensatzpaar genannt. Das ist vorschnell. Eine Gesellschaft, die Selbstjustiz praktiziert, würde sie auch wieder als Fortschritt bezeichnen und über ihre Ahnen lachen, die auf die Polizei gewartet haben.

Nein. Wir haben diese Regeln, da Selbstjustiz in einer fortschrittlichen Zivilisation eben nicht funktioniert.

Auch in 100 Jahren werden wir nicht alle Selbstjustiz betreiben.

> Hat "Ich würde jeden töten, der mich schief anschaut"-Bernd eigentlich schon mal Selbstjustiz betrieben oder sitzt er auch nur im Keller und gibt sich gewaltbereit im Internet?

So wie die meisten, natürlich.

aluisio_azevedo Avatar
aluisio_azevedo:#10592

>Nein, jeder empfindet es gleich, nämlich gar nicht.
Aus der Perspektive des Lebenden natürlich. Es fühlt sich schon ganz schön bescheuert an, dass ich das auch noch sagen muss.
In deinem Sinne ist der Tod auch besser als sich den Fuß an der Bettkante anzuschlagen. Spielst du den Advocatus Ravioli oder so?
Denn ich glaube nicht, dass ihr bereits gegrillt habt - so überzeugt könnt ihr also gar nicht sein.

>Nein. Wir haben diese Regeln, da Selbstjustiz in einer fortschrittlichen Zivilisation eben nicht funktioniert.
Die Abwesenheit eines Beispiels bedeutet nicht die Zwangsläufigkeit der Unmöglichkeit. Soziale Sanktionierung ist ohnehin noch ein großes Ding. Ein paar Tote hier und da würden die Gesellschaft nicht vernichten. Und es würde wohl nicht zu ausufernden Feindschaften können - sogar die meisten Soldaten auf dem Schlachtfeld schießen daneben, da wird nicht plötzlich jeder jeden umlegen.

herrhaase Avatar
herrhaase:#10594

>>10592
> Spielst du den Advocatus Ravioli oder so?

Was?

> Denn ich glaube nicht, dass ihr bereits gegrillt habt - so überzeugt könnt ihr also gar nicht sein.

So wie die meisten Menschen habe auch ich einen Überlebenstrieb, was genau willst du damit aussagen?
Es ist nach dem Sterben auch egal wie qualvoll es war zu sterben, aber trotzdem würde ich beim Suizid kein Mittel nehmen was mir unglaubliche Schmerzen verursacht.

> da wird nicht plötzlich jeder jeden umlegen.

Habe ich nie behauptet, aber so wie wir in 100 Jahren wahrscheinlich keine Schuchteln aufhängen falls wir uns nicht zurück entwickeln, so werden wir auch keine Selbstjustiz betreiben, im Rahmen des Gesetzes.

xspirits Avatar
xspirits:#10595

>>10592
>Denn ich glaube nicht, dass ihr bereits gegrillt habt - so überzeugt könnt ihr also gar nicht sein.

Du gingst gerade voll verzögert. Es ist ein Unterschied, ob man vor dem Sterben Angst hat - oder vor dem Tod.

smenov Avatar
smenov:#10597

Implizierst du gerade, dass ein Mörder dem Opfer Tod hinzufügt, aber nicht das Sterben? Denn darüber reden wir hier noch, das war der Ausgangspunkt. Oh Junge.
Wortklauberei war noch nie so stark.

Außerdem gibt es Möglichkeiten sein Bewusstsein vor dem Sterben auszuschalten. Du bekommst gar nichts mit. Es ist wie Einschlafen. Du sagst, was nicht wahrgenommen wird, ist nicht schlimm. Viel Spaß.

olgary Avatar
olgary:#10598

>>10597
Es geht noch immer darum, dass der Tod nicht das Schlimmste ist, weil er schlicht der absolute Empfindungsnullpunkt ist. Wer an einem Mord etwas Schlimmes finden will, muss das Leid vor dem Tod als die schlimmste Sache in Betracht nehmen. Um mehr ging es nicht.

antonyryndya Avatar
antonyryndya:#10599

>>10597
Es kann sich ja jeder Philosoph nennen wenn er will, aber ich glaube /ph/ ist nicht der richtige Platz für dich.
Du scheinst überhaupt nichts zu verstehen, wobei jeder andere sofort weiß was gemeint ist.


> Außerdem gibt es Möglichkeiten sein Bewusstsein vor dem Sterben auszuschalten. Du bekommst gar nichts mit. Es ist wie Einschlafen. Du sagst, was nicht wahrgenommen wird, ist nicht schlimm. Viel Spaß.

Ja gibt es, und jetzt? Was genau willst du damit sagen? Ist ja toll, so will ich auch mal sterben.

mutlu82 Avatar
mutlu82:#10601

>>10599
Das heißt du sollst grillen gehen. Jesus, seid ihr schwer von Begriff. Wir waren hier:
>Wie kann denn der Tod, als gefühls- und wahrnehmungsloser (Nicht-)Zustand das Schlimmste sein? Das wird jetzt spannend.
Als Antwort darauf, um die Schwere von Verbrechen zu bewerten.
Ihr behauptet immer wieder, der Tod sei "besser", führt nur das Sterben als Problem an. Dieses jedoch müsst ihr nicht mitbekommen.

Wenn ihr jetzt noch weiterlebt, messt ihr dem Leben offenbar eine Qualität zu. Entweder seid ihr inkonsistent oder inkonsequent. Sucht es euch aus.

Noch mehr Hinweise kann ich nun wirklich nicht geben. Meditiert notfalls darüber.

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#10602

>>10601
Danke, dass du mit diesem Beitrag deine Dummheit noch einmal unterstreichst.

>Wenn ihr jetzt noch weiterlebt, messt ihr dem Leben offenbar eine Qualität zu.

Man hat nun einmal auch Mitmenschen, die zurückblieben und denen man so etwas nicht antun mag, da man weiß, dass sie dann leidend zurückbleiben. - Natürlich wirst du jetzt wieder etwas Pseudotiefsinniges bringen, aber gib dir wenigstens etwas mehr Mühe.

Shriiiiimp Avatar
Shriiiiimp:#10603

>>10602
Nachtrag: Den Kern der Sache hast du übrigens noch immer nicht verstanden. Ob ich dem Leben eine Qualität zuspreche oder nicht, ändert an der Sache gar nichts. Passt aber wunderbar zu deiner Oberflächlichkeit.

ayalacw Avatar
ayalacw:#10604

>>10601
> Wenn ihr jetzt noch weiterlebt, messt ihr dem Leben offenbar eine Qualität zu. Entweder seid ihr inkonsistent oder inkonsequent. Sucht es euch aus.

Wovon zum Fick redest du? Der Mensch hat immer noch einen Überlebenstrieb, der sich über Tausende von Jahren entwickelt hat, da man sich eben nicht einfach so tötet, was ist dies für eine beschissene Logik?