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Veröffentlicht am 2014-07-07 02:14:50 in /ph/

/ph/ 10868: Isidors fliegender Teppich

alagoon Avatar
alagoon:#10868

http://youtu.be/eIJnJUFacSg

Dies ist ein Experiment in Erinnerung.
Wie sehr kannst du dich darauf einlassen, die Welt wieder zu erleben wie du es als Kind getan hast?
Die Vernunft ist unser großer Verbündeter. Aber er ist auch gleichzeitig ein alter grauer Advokat, und er zerredet letztlich alles Schöne. Nicht dass wir nicht eben dies brauchen, den scharfen Zweiflergeist, um nicht an jedem Genuß hängenzubleiben wie eine Fliege an einem Zuckerfleck, aber wieviel größer ist das Leben im ursprünglichen Geist des Kindes. Das Kind in uns will tanzen, spielen, singen, lachen, träumen. Und vor allem will das Kind sich wundern und erforschen. Und das ist die reine Philosophie. Durch das Spiel mit den Dingen ihr Geheimnis erfahren - und nicht angstvoll zurückschrecken, wenn einmal etwas geschieht, das man vorher nicht erwartet hat.
Ich lade euch ein auf den Ritt auf dem fliegenden Teppich, eure Kindheit neu zu erleben. Wer auch immer sich seit Jahren darum bemüht, ein klares Bild von der Welt zu bekommen, dem sei bescheiden nahegelegt: das wirkliche Verstehen geschieht erst dann, wenn man es wieder angeht als wäre man gerade erst dabei, sehen zu lernen. Es gibt diese zweite Kindheit, die unser Zeitalter nicht allein ermöglicht, sondern nahelegt. Und es liegt eine Wahrheit in den Märchen und Erzählungen, wie es die Romantiker beschrieben, die weit über jedes Formeldenken hinausreicht: eine tiefmenschliche Weisheit, die intuitiv verstanden werden will.
Es ist eben das Spiel und der Traum, in dem uns am klarsten über die Architektur des Daseins Auskunft gegeben ist. Die Zeichen sind da, und jeder ist dazu eingeladen, sie für sich zu entschlüsseln.

http://youtu.be/QSEM3wLcgnY

keremk Avatar
keremk:#10872

http://www.listenonrepeat.com/watch/?v=xor8f2dxcAQ

Die Formulierung "die weit über jedes Formeldenken hinausreicht" ist unglücklich, wenn es darum geht, Wahrheit zu erlangen - im kindlichen Spiele wird viel erfahren, jedoch nicht alles.

Das Formeldenken - Logik, Naturwissenschaften - erfährt ganz andere Wahrheiten, als dies in der Romantik möglich wäre; zur Struktur des Seins, dem Verhältnis der Dinge zueinander, all der Außenwelt und was man in ihr wirken kann, wie sie in sich wirkt. Kurz: Zur Beschaffenheit dessen, das man Realität schimpfen kann.

Das kindliche Spiel darüber zu stellen ist von daher - wenn es um Wahrheiten geht - zunächst falsch. Das Spiel damit verbinden: Hierzu gibt es Schnittpunkte. Was sind empirische Wissenschaften, wenn nicht ein intelligentes Spiel? Was hat Konrad Zuse getan, wenn nicht mit Bauklötzen hantiert?

Dieses "erwachsene Spiel" sollte keinen Gegensatz zum "kindlichen Spiel" darstellen, ist eine Weiterführung dessen, wenn wir in die Realität greifen wollen.

Wenn dieses erwachsene Spiel allzu kalt und grau wird, ist dies womöglich kein Problem des Spiels, sondern eine Facette der Realität. Wichtig ist nur, darüber hinaus nicht die Menschlichkeit zu vergessen; und ich denke, dies ist ein Punkt, an dem im Kontext deines Beitrags eher anzusetzen lohnt: Nicht das Klären der Welt, sondern das Klären des Selbst.

thinkleft Avatar
thinkleft:#10873

IDF: Namensschuchtelei, Vulgär-Nietzscheanismus und vermutlich noch ein kleiner - oder doch eher großer? - Funken verklärter Nostalgie.

Würde wieder sägen.

leelkennedy Avatar
leelkennedy:#10874

>Vulgär-Nietzscheanismus
Was ist das denn jetzt wieder?

lisakey1986 Avatar
lisakey1986:#10875

>>10872
>Was sind empirische Wissenschaften, wenn nicht ein intelligentes Spiel? Was hat Konrad Zuse getan, wenn nicht mit Bauklötzen hantiert?

Dieses "erwachsene Spiel" sollte keinen Gegensatz zum "kindlichen Spiel" darstellen, ist eine Weiterführung dessen, wenn wir in die Realität greifen wollen.

Klingt gut, damit kann man arbeiten.

iamglimy Avatar
iamglimy:#10876

>>10873
>Vulgär-Nietzscheanismus

Oder eben authentischer Isidorismus.

murrayswift Avatar
murrayswift:#10881

>>10868

>http://youtu.be/QSEM3wLcgnY

Höhepunkt bei 7:33:

>Diese Figur wurde als Butterbrotfigur bezeichnet.

:DDD

iamkeithmason Avatar
iamkeithmason:#10898

>>10868
"Ich vergebe Dir das gern, denn Dein Herz ist immer zu bewegt, und es ist in der That wahr, was Du häufiger von Dir sagst, Du seiest wie eine Wöchnerin, und wenn man in solchen Umständen ist, dann ist's kein Wunder, wenn man etwas anders als andre Menschen ist."

--- Sören Kierkegaard: Entweder Oder - Das Gleichgewicht des Ästhetischen und Ethischen in der Entwickelung der Persönlichkeit

"Schwanger sein heißt, guter Hoffnung sein und Hoffen heißt, die Möglichkeit des Guten erwarten."

--- Sören Kierkegaard

"Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können."

--- Friedrich Nietzsche


Der menschliche Geist hat einen weiblichen und einen männlichen Anteil, einen schöpferischen und einen untersuchenden Anteil, einen fühlenden, genießenden und einen beobachtenden, reflektierenden. Beide Anteile müssen miteinander in Dialog treten und sich gegenseitig durchdringen. Man kann den einen Anteil des Geistes auch als väterlich, den anderen als mütterlich bezeichnen.
Der Geist aber lebt nicht in einem ständigen Hin und Her zweier Perspektiven, sondern ist darum bemüht, sich selbst zu entfalten. Und dies geschieht durch das Kindliche im Geist, das in der Kindheit selbst frei war aber durch Erziehung von den väterlichen und mütterlichen Anteilen überstimmt worden ist. Die Kraft des Kindlichen aber ist die Vervollständigung des Menschen, und wenn der menschliche Geist Dinge sowohl aus einem männlichen als auch aus einem weiblichen Blickwinkel kennt und versteht, so kann er seine inneren Konflikte überwinden und die Kraft und Konzentration völlig auf die eigene Entfaltung verwenden.
Gerade darum geht es, wie im Gleichnis vom Sämann liegen wir als Samen auf der Erde. Und der Erfolg ist es, ganz aufzublühen und zu wachsen, seinem Geist alle Wünsche zu erfüllen, auch wenn sie wie die Wünsche einer Wöchnerin klingen mögen. Die Sehnsucht des Menschen ist rational betrachtet nichts weiter als der Drang, sich alle Dinge geistig einzuverleiben, mit denen man insgeheim eine tiefe Verbundenheit fühlt. Die Sehnsucht ist der Plan von Herz und Geist, den man erfüllt, wenn man sich fallen lässt.
Wir tragen schwer an einem tanzenden Stern und es zieht uns zu Boden, doch wir können lernen, darauf zu horchen, was das Neue, das durch uns entsteht, verlangt.

chatyrko Avatar
chatyrko:#10900

>>10868
All dies zielt auf eine Methodisierung der Romantik ab: innere und äußere Wachsamkeit, genaues Beobachten von Gefühl, Gedanke und der Beziehung zwischen beiden, das ist ein Aspekt zur Emanzipation des Geistes, zum Hervorbringen des tanzenden Sterns - eine praktische Ästhetik, die auf die schrittweise Bewußtwerdung des eigenen Geistes im Kontext der Romantik abzielt.
Romantik, das ist Leben im Jetzt, das ist Ekstase, das ist Aufgehen im Gefühl und des Menschen Dialog mit der Sehnsucht. Es ist kein unbekannter Zustand, es ist das reine Kindliche, das sich mit der Kraft eines erwachsenen (sowohl väterlich als auch mütterlich bewußten) Geistes zu exaktem (poetischen) Ausdruck bringt.

Begriffe des Romantischen

Sehnsucht: Sehnsucht ist wie Alice, die dich durch das Land hinter den Spiegeln führen will. Höre auf sie, versperre dich nicht dagegen. Seiner Sehnsucht nachzugeben, im Sturm zu tanzen ist der Weg zur Ruhe.

Heimweh: Sehnsucht, die sich in vertraute Kleider hüllt.

Gefühl: Gefühl ist das Lebendige in deinem Körper. Wenn ein Gefühl bewußt wird, bildet es einen Gedanken. Ein Gedanke ist ein repräsentiertes Gefühl, aber ein Gefühl kann auch ein repräsentierter Gedanke sein.

Schwelgerei: romantische Ekstase. Der Beobachter "hängt" an seiner Beobachtung, er fällt aus sich hinaus und in die Betrachtung hinein. Selbstversenkung und Selbstüberschreitung.

Schönheit: manifestierte Freude

Freude: Schönheit in Bewegung

Das Lebendige: das eigentliche Rätsel. Es zeigt sich am deutlichsten beim Singen, Tanzen, Lachen, Spielen, Träumen.

pakhandrin Avatar
pakhandrin:#10902

Diese Seiten als männlich und weiblich zu deklarieren ist nicht nur etwas anachronistisch - man gewinnt nichts durch diese Bezeichnungen, allenfalls das Missverständnis, dass sie mit dem tatsächlichen Geschlecht zu tun haben könnten.

>Schönheit: manifestierte Freude
>Freude: Schönheit in Bewegung

Und das dürfte auch kein sonderlich hilfreicher Weg zur Begriffsbildung sein.

Nur eine kurze negative Kritik - genauer darauf einzugehen fehlt mir im Moment die Zeit, wie mir gerade ein Blick auf die Uhr offenbart.

areus Avatar
areus:#10903

>>10902
Nett, dass jemand so um mein Gewäsch bedacht ist. Danke dafür.

>Und das dürfte auch kein sonderlich hilfreicher Weg zur Begriffsbildung sein.

Gut erkannt, x erklärt y, y erklärt x, das ist natürlich keine Erklärung. Um die Sache weiter zu unterfüttern, kann man für Freude die Definition Spinozas einsetzen (Freude ist des Menschen Übergang von geringerer zu größerer Vollkommenheit). Freude ist der Weg zur Erhabenheit. Freude erlebt man durch die Schönheit und die Schönheit ist das Lebendige, die elegante Lösung. Aber du siehst, wie ich ins Blaue hineinschwafele. Es geht mir weniger um eine sachlich orientierte Erörterung eines Themas, sondern um das Heraufbeschwören der Erinnerung jedes Einzelnen an die Dinge, die ihm geholfen haben, so zu sein, wie er gerne sein will.

remiallegre Avatar
remiallegre:#10904

>>10903
>sondern um das Heraufbeschwören der Erinnerung jedes Einzelnen an die Dinge, die ihm geholfen haben, so zu sein, wie er gerne sein will.

"Du, Bernd, erinnere dich mal daran, was dir geholfen hat, zu werden, der du sein willst."

Fertig. Und dafür dieses ganze Geschwafel.

Am schlimmsten ist ja das hier:

>(Freude ist des Menschen Übergang von geringerer zu größerer Vollkommenheit)

Hältst du so einen Käse ernsthaft (!) für plausibel?

cboller1 Avatar
cboller1:#10905

>>10904
>Hältst du so einen Käse ernsthaft (!) für plausibel?

Gerade das ist ein wörtliches Zitat aus Spinozas Ethik, darin erstmalig die Affekte, die menschlichen Emotionen als Zeichensprache des menschlichen Innenlebens beschrieben und geordnet wurden.
Ich halte diesen Käse ernsthaft für plausibel, ja.

vickyshits Avatar
vickyshits:#10906

>>10905
>darin erstmalig die Affekte, die menschlichen Emotionen als Zeichensprache des menschlichen Innenlebens beschrieben und geordnet wurden

Tut nichts zur Sache. Und das weißt du auch.

>Ich halte diesen Käse ernsthaft für plausibel, ja.

Und wie benennst du dann die alltäglichen Freuden (eines Kindes über ein Spielzeug etc.). Ist das alles Teil einer Vervollkommnung? Das ist elitäres Gewichse. So sehr mir Spinoza auch in manchen Zügen sympathisch ist ... Auf so etwas kommen nur Ratiozentriker - also auf solche Überhöhungen eines simplen Gefühls.

donjain Avatar
donjain:#10907

>>10906
Nachtrag: Aber mit solchen Überhöhungen befindest du dich ja dann in bester Gesellschaft.

xspirits Avatar
xspirits:#10908

>>10906
>solche Überhöhungen eines simplen Gefühls.

Nicht um eine Überhöhung, sondern um eine Erkenntnis über das Gefühl geht es. Der Mensch ist nicht seine Gefühle, aber seine Gefühle sind wie eine innere Karte, die interaktiv ist. Die Gefühle zu beobachten ist vielleicht der wichtigste Teil zur Selbsterkenntnis. Sich richtig deuten zu lernen und zu den Gefühlen klare Gedanken entwickeln.
Auch muss man nichts überhöhen. Es gibt nichts Übernatürliches, die Natur schließt alles, was wir für transzendent halten, in sich ein. Es gibt nichts Über-Natürliches, nur ein intensiv-Natürliches, ein Mehr an Realität, ein Mehr an Sein.
Man kann übrigens daran, wie schnell jemand etwas als übernatürlich abtut ablesen, wie wenig ihm die Natur vertraut ist. Das was übernatürlich scheint, ist immer ein und die selbe Natur, nur der Geist ist noch nicht hell genug, um den Zusammenhang zu begreifen.

Ein Gefühl ist nicht bloß simpel. Das Gefühl ist das Lebendige in uns und wer hat je entschlüsselt, woher diese Funke kommt, woraus er besteht? Es mag sein, dass Menschen ihre Gefühle für simpel halten, weil sie ja vielleicht wirklich nur simple oder dumpfe Gefühle haben. Aber es gibt genug Menschen, die sehen, dass Philosophie betreiben wie schon immer das Verstehen der Welt und das Verstehen des Selbst als Motivation besitzt.
Es geht mir nicht um eine Verklärung der Begriffe, auch wenn es so anmutet. Ich denke nur, dass in unserer Gegenwart das Bewußtsein intensiv auf das wirklich Menschliche und das wirklich Geiste gelegt werden sollte. Viele Dinge, die ich zu überhöhen scheine, sind vielleicht einfach nur durch die Geschichte erniedrigt worden und ich will sie lediglich wieder zu ihrem gebührlichen Ansehen zurückführen. Dazu gehört die Ästhetik der Romantik. Die Romantik ist keine Epoche, sie ist ein Programm. Sie ist eine Aufforderung zur Grenzüberschreitung. Man gebe seiner Sehnsucht nach.

steynviljoen Avatar
steynviljoen:#10909

>>10908
Du hast jetzt wieder eine Menge geschwafelt, aber beantwortet hast du meine Frage nicht:

>Und wie benennst du dann die alltäglichen Freuden (eines Kindes über ein Spielzeug etc.)?

Spätestens dann merkst du, dass Freuden nichts, aber auch wirklich gar nichts mit "Vervollkommnung" zu tun haben. Das sind befriedigte Bedürfnisse, wegfallende Nöte, komplett gebündelte Sinne etc.

Übrigens finde ich es witzig, dass ausgerechnet du hier psychologische Töne anschlägst. Habe dich nicht nur einmal auf dein widerpsychologisches Denken hingewiesen.

ma_tiax Avatar
ma_tiax:#10910

>>10909
> zu tun haben [müssen].

cbracco Avatar
cbracco:#10911

>>10909
>befriedigte Bedürfnisse

Gerade diese befriedigten Bedürfnisse sind es, die dem Menschen helfen, "vollständig zu werden", das heißt, sich seiner Fähigkeiten ganz bewußt zu werden und seine Ideen, das Kindliche, die schöpferische Kraft durch sich fließen zu lassen. Damit bin ich wieder angelangt bei den Zitaten Kierkegaards in >>10898 : Der fragende Mensch ist in gewisser Weise wie eine Wöchnerin, eine Schwangere, deren Bedürfnisse eigenartig sein können, denen man aber nachzugeben hat zur Hervorbringung des Sterns, des emanzipierten Geistes.

andyisonline Avatar
andyisonline:#10912

>>10909
>widerpsychologisches Denken

Kann Bernd erklären, was er damit meint?

artcalvin Avatar
artcalvin:#10913

>>10911
Du hast noch immer nicht begriffen. Es geht nicht darum, dass es das AUCH sein kann. Es geht mir darum, dass das NICHT der wesentliche Charakter der Freude ist.

>Gerade diese befriedigten Bedürfnisse sind es, die dem Menschen helfen, "vollständig zu werden"

Nein. Wenn du hier Leiden einsetzt, wird es treffender.

>>10912
Am extremsten äußert sich das dann, wenn Herr Isidor (Warum kannst du deine Namensschuchtelei eigentlich nicht endlich lassen?) ANDERE konsequent psychologisch deutet, aber sich dann weigert, seine eigenes Phantasieren mal auf seine Nöte zurückzuführen. Hat er auch nach mehrmaliger Nachfrage maximal folgenlos mal betrieben. Man will ihm ja nicht einmal einen klugen Kopf abstreiten, aber ein redliches Denken.

cmzhang Avatar
cmzhang:#10914

>>10913
>Es geht mir darum, dass das NICHT der wesentliche Charakter der Freude ist.

Darum ging es also. Nun, Wesen, Charakter, das sind bei Gefühlen wieder metaphysische Gegenstände. Das Wesen der Freude? Das ist ein Wissen, das verrückt macht. Freude hat sein eigenes Wesen, aber Freude als emotionales Ereignis kann sehr dankbar im Sinne Spinozas betrachtet werden.

Man entzaubert mit dem Rationalismus nicht die Romantik. Romantik und Rationalismus verhalten sich wie eine Feier zu ihrer Planung.

matt3224 Avatar
matt3224:#10915

Die Vervollständigung des Menschen, von der ihr hier sprecht, ist eine bedeutungslose Phrase.

Freude, Leid, erfüllte Bedürfnisse - und weiter? Ist jemand kein vollständiger Mensch, wenn er hungrig ist? (Oder ist er es gerade dann?) Das ist wirklich völlig willkürlich.

giuliusa Avatar
giuliusa:#10918

>>10915
>meint, mit etwas Selbstverständlichem etwas Bedeutungsvolles sagen zu können

Danke auch.

>>10914
Stell dich bitte nicht absichtlich dumm. Du hast doch hier, unter Berufung auf Spinoza, Freude definieren wollen. Und dann störst dich daran, wenn ich Charakter im Sinne von 'meistens' verwende ...

aleclarsoniv Avatar
aleclarsoniv:#10920

>>10918
Ihr zirkeltet so viel darum, dass mir schien, ihr würdet hier Dinge voraussetzen, die so gar nicht klar definiert (oder sinnvoll) sind; und von daher ein Schritt zurück und die Klärung eines Begriffes eher zielführend sein könnten.

Nicht?
Oh, dann halt Selbstsäge.

adriancogliano Avatar
adriancogliano:#10921

Soll das also so eine art praktische Ästhetik auf Grundlage der Romantik werden? So im Sinne von Joseph Beuys' "Jeder ist ein Künstler" soll auch jeder die Welt wie ein Künstler, das heißt wie ein "erwachsenes Kind" sehen können? Etwas in der Richtung?

oanacr Avatar
oanacr:#10922

Der Erfolg unserer Evolution liegt in unserer langen Kindheit.Dieses Erfogsrezept vererben wir oder nicht.Es gibt nichts Neues,egal wie wir das Resultat der Kindheit leben.Die erfahrene Freude und Leid sind Bedürfnisse zur Menschwerdung .

nelshd Avatar
nelshd:#10923

>>10922
>Leid ist ein Bedürfnis

remiallegre Avatar
remiallegre:#10930

>>10923 ok besser Bedingung oder?

to_soham Avatar
to_soham:#10931

>>10921
Wir wolln nicht länger in der Nacht verweilen
Wir wolln den Schein des Tags auf uns empfangen
Die Narbe die uns schmerzte wird uns heilen
Wenn wir erst an das hohe Licht gelangen.

--- Friedrich van Zadelhoff

Eine romantische Ästhetik für das Alltagsleben, ja, so ist es gedacht. Und Joseph Beuys hat in der Hinsicht beispiellos vorgearbeitet. Es ging ihm nicht darum, die Menschen alle zu Picassos auszubilden, sondern das ästhetische Verständnis eines Künstlers für alle Menschen zugänglich zu machen. Eine Pädagogik des Feinsinns sozusagen.
Rationalismus und Romantik waren niemals einander unzugängliche Fronten. Romantik und Rationalismus sind wie Systole und Diastole der Geistesgeschichte, sie bedingen einander. Es gilt allein, die Brücke zwischen beiden aufzuzeigen. Es geht um eine Erziehung des neuen Menschen.

thinkleft Avatar
thinkleft:#10932

>>10931
>Eine romantische Ästhetik für das Alltagsleben, ja, so ist es gedacht.
>Es geht um eine Erziehung des neuen Menschen.

Das wirst du garantiert von /ph/ aus erreichen. Man spürt schon, wie es um sich greift.

p_kosov Avatar
p_kosov:#10937

>>10932
Vielleicht trotzdem effektiver als einen auf Zarathustra zu machen und vor der Herde zu predigen. Hier könnte es zumindest so einige Bernds geben, die dem Gedanken folgen können und etwas Gehaltvolles darin entdecken werden, so nebulös es jetzt auch noch anmuten mag.

kurafire Avatar
kurafire:#10938

>>10937
Wer nimmt denn bitte schon Zarathustra zum Vorbild? Nietzsches Zarathustra ist eine Geschichte des Scheiterns. Vom ersten Dorf bis zum Eselsfest. Mehr Antilehre als Lehre.

andychipster Avatar
andychipster:#11036

isidor, hast du zufällig mal "Oblomow" von Gontscharow gelesen? "Oblomows Traum", in welchem die Kindheit des Protagonisten beschrieben wird, erinnerte mich an dich und deine Beschwörung des Romantischen:

>Aber ebenso gut ist Oblomow eine Märchenfigur. Das großartige Kapitel "Oblomows Traum" schildert seine Herkunftswelt: ein geschichtsenthobenes, von Krisen und Konflikten verschontes Schlaraffenland hinter den sieben Bergen, bestimmt von uralten Gewohnheiten, Aberglauben und reichlichen Mahlzeiten - ein Land, in dem der Mittagsschlaf den gesellschaftlichen Mittelpunkt bildet.

http://www.deutschlandradiokultur.de/und-so-etwas-nennt-sich-leben.950.de.html?dram:article_id=208024

Und das wird dann in Kontrast gesetzt zu dem rationalem, protestantischem und strengem Elternhaus des besten Freunds Oblomows und Halbdeutschen Stolz.

Nun ja, ich denke, du würdest es mit Gewinn lesen.

murrayswift Avatar
murrayswift:#11037

>>11036
Oblomow ist mir bekannt, der Inhalt seines Traums ist größtenteils mit dem Wort Nostalgie zu beschreiben. Eine romantische Ästhetik bedient natürlich die "Herzenswünsche", die Suche nach Geborgenheit, nach dem Geheimnisvollen, nach dem Wunder im Alltäglichen, aber nicht im Sinne der romantischen Karikatur, dass man als Schwärmer ungebremst in den Abgrund reitet. Schon Novalis, der wichtigste Autor der Frühromantik in Deutschland neben Tieck und den Schlegel-Brüdern, sah die Romantik niemals ohne den ausgleichenden Kontrast des Rationalismus.
Es mutet eigenartig an, aber Fichte, Schelling, Hegel, die großen deutschen Idealisten, waren neben Kant besonders von Spinoza beeinflusst, neben Descartes, Leibniz und Wolff der wichtigste Vertreter des Rationalismus. Idealismus und Romantik sind bei weitem nicht austauschbare Synonyme, aber ihre Begriffe besitzen wesentliche Schnittmengen.
Sehen wir es so: die Romantik wäre nicht denkbar gewesen ohne die vorhergehende "Epoche der Vernunft". Beide Epochen wiederum strebten in verschiedene Extreme, gleichsam zeigen sie zwei große Bedürfnisse des modernen Menschen:
Das Verlangen, die Dinge zu verstehen, Prinzipien zu erkennen, Wissenschaft zu betreiben, Kontrolle über sich und die Natur zu erlangen und das Verlangen nach Genuß, nach Leben, nach Geheimnis und Rausch, Erlebnis und Abenteuer.
Wie Glauben und Vernunft sich gegenseitig in Wirklichkeit zuspielen, so tun es auch Romantik und Rationalismus.
Der Rationalismus ist das sezierte Leben, die Romantik ist, das Leben in seiner Wirkung zu erfahren. Rationalismus ist der Drang zu verstehen, die Abläufe und Funktionsweisen zu verstehen, Romantik ist der Drang nach dem Fremden und die Lust an dem Unerklärlichen. Das eine bedroht nicht das andere, es bedingt einander. Je mehr man versteht, desto mehr leidet man, aber desto mehr kann man auch genießen. Je mehr man leidet, desto mehr hat man den Drang zu verstehen und seiner Welt Herr zu werden. Wenn man beide Tendenzen des menschlichen Handelns in einer Ästhetik vereint, eröffnet man das Feld für Diskussionen, Untersuchungen, Vergleiche, vor allem aber für mehr geistige Freiheit. Alle Menschen werden Brüder, ihr wisst schon.

areus Avatar
areus:#11038

>>11037
Ich lachte. Der erste Satz hat Bezug zum zitierten Pfosten; danach folgt kontextloses Geblubber. Konntest wieder 2 Tage mit keinem reden und jetzt fällt das eimerweise aus dir raus?

ryhanhassan Avatar
ryhanhassan:#11039

>>11038
Ich weiß ja nicht, was anderen so eimerweise rausfällt, aber wenn man es lesen kann und nicht riechen muss, seis drum.

Bernd Avatar
Bernd:#11040

>>11038
Einen Gedanken weiterführen - kennste?

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#11041

>>11040
Du hast Recht, dann will ich es einmal versuchen.
Gontscharows Roman stellt zwei Lebensentwürfe vor, das beschauliche und das tätige Leben, verkörpert durch Oblomow und Stolz. Das Resumee der Charakterentwicklung zeigt gegen Ende einen mehr oder weniger entgeisterten Stolz, der Oblomows Weltsicht nicht wesentlich zu verändern in der Lage war. Ja, man könnte sagen, dass Oblomow und Stolz Annäherungen an die Idee des Rational-Romantischen liefern, allerdings sind beide Charaktere wie These und Gegenthese, aus denen die Synthese zu ziehen immer die Aufgabe des Einzelnen ist. Und auch ein Begriff wie romantischer Rationalismus oder rationalistische Romantik sind durchweg nur Annäherungen, um ein eigentlich sehr einfaches Konzept des Erlebens zu kennzeichnen.

markolschesky Avatar
markolschesky:#11042

>>11041
>Du hast Recht, dann will ich es einmal versuchen.
Ich denke, du hast meine Aussage falsch zugewiesen. Nur ein Hinweis. Deshalb auch Selbstsäge.

atariboy Avatar
atariboy:#11043

>>11040
Meinten Sie zufällig "dasselbe zum gefühlten zehnten Mal wiederholen"? Das liest sich hier langsam so, wie sich eine Schallplatte mit Sprung anhört.

dmackerman Avatar
dmackerman:#11044

Es gibt Dinge, die muss man wie ein Leier-Lied wiederholen, damit man beginnt, darauf zu achten.

albertodebo Avatar
albertodebo:#11045

>>11044
Das gilt nur leider nicht für deine bodenlose Schwärmerei. So ein Fach ist das.

emmakardaras Avatar
emmakardaras:#11071

>>11043

Ich finde es wunderbar, dass isidor seine Ideen hier mehr als einmal niedergeschrieben hat, und tatsächlich glaube ich auch behaupten zu dürfen, dass ich bisher jede dieser Wiederholungen mit erneutem Gewinn gelesen habe. Es ist doch so, dass ein Gedanke, mit dem man in 10 verschiedenen Situationen konfrontiert wird, auch 10 verschiedene Eindrücke bei einem hinterlässt. Jedes Mal ist nämlich der persönliche Kontext des Konsumenten ein anderer, abhängig davon, was man gerade gefühlt / gelesen / gedacht hat. Der Gedanke mag immer der gleiche sein und er mag immer ein ähnliches Gewand tragen, aber doch ist nie die Bühne, die er betritt, die selbe.

Ich habe mittlerweile beispielsweise begonnen, Focaults "Wahnsinn und Gesellschaft" zu lesen und isdors Gedanken fügen sich nun interessant in den Vergleich zwischen dem tragischen und dem kritischen Verständnis von Wahnsinn ein.

ayalacw Avatar
ayalacw:#11083

>>10868
"Denn wir leben auf einem Blauen Planeten
Der sich um einen Feuerball dreht
Mit 'nem Mond der die Meere bewegt
Und du glaubst nicht an Wunder
Und du glaubst nicht an Wunder
Und ein Schmetterling schlägt seine Flügel
Die ganze Erdkugel bebt
Wir haben überlebt
Und du glaubst nicht an Wunder
Und du glaubst nicht an Wunder"

--- Marteria: Welt der Wunder

Philosophie, das bedeutet die Liebe zur Weisheit. Für wen ist die Philosophie? Für alle Menschen, die sich wundern. Was ist ein Wunder? Ein Wunder kann für jeden etwas anderes sein, jeder wundert sich über andere Dinge, jeder lernt das Geheimnis hinter den Dingen auf seine eigene Weise kennen. Und während manche Menschen es für wundersam halten, dass es in manchen Ländern schneit, so wundern sich andere über gar nichts mehr. Sie haben die Welt gedanklich entschlüsselt, aber es lässt sie alles kalt. Sie wollen die Welt allein verstehen und sezieren sie mit scharfen Messern, bis in all dem verbissenen Suchen nach den Wirkmechanismen einer Erscheinung alles Leben aus der Sache verfliegt.
Es gibt viele Menschen, die der Logik die höchste Macht in ihrem Denken zusprechen, ist sie ja schließlich ein verlässliches Mittel, die Dinge in ihren Zusammenhängen darzulegen. Aber die Treue zur Logik offenbart Einseitigkeit: die Absurditäten des wirklichen Lebens werden vielleicht durch einen Witz, kaum aber durch einen formal einwandfreien Syllogismus angemessen dargestellt.
Ein völlig seiner Verrücktheit verfallener Mensch ist eine bekümmernde Erscheinung, ein völlig der Logik verschriebener Mensch dagegen mit seiner Stock-im-Arsch-Mentalität in der Regel nur belächelnswert, da ihm die Komik seiner Starrhalsigkeit selbst nicht auffällt. Wenn man sagt, Philosophie sei die Liebe zur Weisheit, kann man die Definition auch einmal völlig gegen den Strich lesen und es verstehen als:
"Philosophie ist die Liebe, die sich auf den Weg zur Weisheit macht." Die Liebe ist die mütterliche Gabe, das blinde Vertrauen, die Fähigkeit zur Vergebung. Die Weisheit ist die väterliche Gabe, das Urteil, die Entscheidung. Liebe und Weisheit wollen sich im Menschen vereinen, und das geschieht in seinem Herzen. Das dunkle Emotionale will nicht unwahrgenommen im Körper versinken, jedes Gefühl drängt dazu, im Geist als Gedanke reflektiert zu werden. Wessen weibliche Seite im Denken und Fühlen unterversorgt dahinsiecht, dessen Gedanken werden von Starrheit und Dogmatismus, fehlender Einsicht und Unerbittlichkeit geprägt sein. Wer auf väterlicher Seite im Denken unterversorgt ist, der wird allzu sentimental und zu sehr von seinen Gefühlen und Affekten gelenkt sein.
Der Mensch ist dazu angehalten, zum einen beide Seinsweisen in sich zu entdecken und dann ihre gegenseitige Durchdringung anzustreben. Wem das Gefühl fehlt, dessen Gedanken sind dürr und trocken. Wem der Gedanke fehlt, dessen Gefühle sind wild und unberechenbar.
Ein Wunder ist, worüber man sich wundert. Man lasse das Wunder zu.

"Was würde umfassende Bildung ohne Liebe tun? Sich aufblähen. Was Liebe ohne umfassende Bildung? Sich verirren."

--- Bernard von Clairvaux

gmourier Avatar
gmourier:#11098

>>10868
https://www.youtube.com/watch?v=B_X12iSbAaw

Wenn wir vom Romantischen und dem Rationalen sprechen, das sich im Herz des Menschen vereinen will, tun wir gut daran, eine Person vorzustellen, die als richtungsweisend für die Möglichkeiten der Vereinigung dieser Sichtweisen angeführt werden kann. Diese Person ist Nikola Tesla, ein kroatischer Erfinder, der die Welt rational, auf wissenschaftlichem Wege, als Physiker und Mathematiker, und andererseits romantisch, durch Literatur und seine Faszination für das Geheimnis, betrachtete. Dass er niemals Vorbehalte gegen eine der Seiten gehegt hat, sondern beide als Konstituenten menschlichen Lebens verstand, ist als einer der Gründe für seinen Schöpfergeist und Erfolg anzuführen. Er sah ein, dass die grundlegendsten Formeln und wissenschaftlichen Erkenntnisse sich in der Tiefe treffen mit den Inhalten der erlesensten Gedichte und Musikstücke. So kommt es, dass eine Erinnerung an ein Gedicht zeitnah mit der Idee zu einer genialen Erfindung geschieht:

"One afternoon, which is ever present in my recollection, I was enjoying a walk with my friend in the city park and reciting poetry. At that age I knew entire books by heart, word for word. One of these was Goethe's Faust. The sun was just setting and reminded me of a glorious passage:


The idea came like a flash of lightning and in an instant the truth was revealed …
Sie rückt und weicht, der Tag ist überlebt,
Dort eilt sie hin und fördert neues Leben.
O! daß kein Flügel mich vom Boden hebt,
Ihr nach und immer nach zu streben!
Ein schöner Traum, indessen sie entweicht.
Ach! zu des Geistes Flügeln wird so leicht
Kein körperlicher Flügel sich gesellen!

As I uttered these inspiring words the idea came like a flash of lightning and in an instant the truth was revealed. I drew with a stick on the sand the diagram shown six years later in my address before the American Institute of Electrical Engineers, and my companion understood them perfectly. The images I saw were wonderfully sharp and clear and had the solidity of metal and stone, so much so that I told him, "See my motor here; watch me reverse it." I cannot begin to describe my emotions. Pygmalion seeing his statue come to life could not have been more deeply moved. A thousand secrets of nature which I might have stumbled upon accidentally, I would have given for that one which I had wrested from her against all odds and at the peril of my existence ..."

--- Tesla in seinen Notizen zur Erfindung des Induktionsmotors.

Auch zeigt sich, wie der Dialog von romantischer und rationaler Perspektive, der Dialog von Wahnsinn und Vernunft nicht allein gute Lösungen begünstigt, sondern dieselben auch mit viel weniger Aufwand zutage zu fordern imstande ist. Wenn Hoch und Tief sich treffen, entstehen Gewitter. Es fliegen die Funken. Wenn Wahnsinn und Vernunft miteinander interagieren, formen sie das Schöpferisch-Lebendige. Dann liegt der Mensch nicht mehr mit sich selbst im Kampf, sondern die Institutionen seines Denkens stimulieren sich gegenseitig.

"If Edison had a needle to find in a haystack, he would proceed at once with the diligence of the bee to examine straw after straw until he found the object of his search. ... I was a sorry witness of such doings, knowing that a little theory and calculation would have saved him ninety per cent of his labor."

--- Tesla in den New York Times (19 October 1931)

Und ich hoffe man verzeiht mir mein Zusammentragen fremder Federn, aber andere haben die Einseitigkeit menschlichen Strebens doch schon so viel treffender in Worte gefasst. Ich präsentiere es nur, und wer es nicht schon aus Breaking Bad kennt, dem sei zum Abschluss folgendes Gedicht nahegelegt:

"Als den gelehrten Astronomen ich hörte,

Als die Beweise, die Zahlen in langen Reihen er vor mir entwickelt’,

Als die Tabellen und Diagramme er mir zeigte,

sie zu addieren, zu teilen und zu messen,

Als den Astronomen ich hörte,

der seinen Vortrag hielt unter großem Applaus,

Wie bald wurde ich da so sonderbar müde und krank,

Bis ich mich erhob aus dem Saale mich schlich und einsam wanderte

Hinaus in die feuchte, mystische Nacht,

wo von Zeit zu Zeit ich den Blick still hob nach den Sternen.

- Walt Whitman"