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Veröffentlicht am 2014-08-28 07:00:00 in /ph/

/ph/ 11241: Das alltägliche Nachgeben der niederen Triebe

tjisousa Avatar
tjisousa:#11241

Wie Kant einst meinte, dass Selbstbefriedigung mit Selbstmord auf eine Sündenstufe zu stellen, so möchte ich auf philosophischem Wege diese Lust verlieren, jeden Tag bei mir selbst Hand anzulegen um ein "reiner" Mensch zu werden.

Gibt es dazu noch andere Fachliteratur (außer Kant)?

tereshenkov Avatar
tereshenkov:#11242

Karl Marx hat einmal gesagt:
>"Philosophie und Studium der wirklichen Welt verhalten sich zueinander wie Onanie und Geschlechtsliebe."
Keine Ahnung ob dir das weiterhilft, ich wollte es aber an dieser Stelle einmal loswerden. :3

Bernd Avatar
Bernd:#11245

Von Philosophen kenne ich sonst nichts, aber dies hier ist lustig:

http://de.wikipedia.org/wiki/Daoistische_Sexualpraktiken#M.C3.A4nnliche_Kontrolle_der_Ejakulation

Falls tl;dr:
>Es gibt verschiedene vorgeschriebene daoistische Verfahren, um die Ejakulation zu kontrollieren. Um die Ejakulation zu vermeiden, kann ein Mann zwei Dinge tun: Er kann seinen Penis unmittelbar vor dem Orgasmus herausziehen. [...] Das zweite Verfahren benutzt Druck auf den Damm, was eine in die Blase zurückgehende Ejakulation bewirkt. Die Daoisten glaubten, dass der Samen durch dieses Verfahren in ihren Kopf steige und sie so „ernähre“. [...]

murrayswift Avatar
murrayswift:#11248

Ich glaube was OP meint ist weniger die unterdrückung der Ejakulation an sich sondern eher des unterdrücken des Verlangens danach. Dabei in Richtung asiatischer Philosophie zu schielen scheint mir aber trotzdem ein guter Ansatz zu sein. Mit Meditation müsste sich doch was machen lassen?

Die europäisch/abendländische Kultur würde da wohl eher mit Stacheldraht am Sack aufwarten um die unreinen Gedanken auszumerzen.

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#11250

Die Frage ist doch eher, ob man solche Gedanken einfach unreflektiert übernehmen und damit eine höchst ungesunde Beziehung zu seinem eigenem Körper aufbauen soll? Allgemein finde ich ja, man sollte sich nicht in Krieg mit seinem Körper begeben, sondern versuchen ihn ins Gleichgewicht zu bekommen.

Außerdem, ist die Frage ja auch: Wie kam Kant zu dieser Aussage? War Kant nur ein hinterlistiger Christ?


OP trollt doch eh nur.

andina Avatar
andina:#11256

>>11250
Naja, Kant betrachtete die Moral ja meiner Erkenntnis ja als verpflichtend, was ich nicht unbedingt so sehe, aber er sah es wie im Titel schon erwähnt, als niederen Trieb, dem nur das "Tier" nachgeben sollte.

Ob er Christ war oder nicht, spielt daher keine Rolle für mich.

Auch: Bisher hab ich es nicht mehr getan, ein Erfolg.

tmstrada Avatar
tmstrada:#11274

>>11256

Warte mal noch 2 Tage, bis du wirklich gamprig wirst. Auf einmal fangen Mädchen, die vorher nicht einmal mit dem Arsch angesehen hättest, an ziemlich fickbar auszusehen.

curiousonaut Avatar
curiousonaut:#11343

>>11241
So sieht es also aus, wenn ein Hab-gewichst-Faden metaphysisch sublimiert wird.
Wenn man nicht gerade im Kloster lebt, sollte man sich nicht für die Selbstbefleckung schämen. Es ist eine natürliche Körperfunktion, insofern sollte man sie weder verklären noch unterdrücken. Zügelung ist in Ordnung, aber seine Sexualität zu verneinen ist auch gleichzeitig eine Verneinung der eigenen Lebenskraft.

syntetyc Avatar
syntetyc:#11344

>>11343
Ich werde immer als Esoteriker bezeichnet, darum gebe ich heute doch einfach mal konkreten Anlass dafür. Die Sexualität, der Geschlechtstrieb sind in den Keimdrüsen des Menschen beheimatet, in der Chakrenlehre wird dies mit dem zweiten Chakra, dem Sakralchakra identifiziert. Dieses Zentrum ist im Körper sowohl für das Ego als auch für Sexualität und Kreativität zuständig. Wenn man Lust verspürt, so verspürt man sie besonders an dieser Stelle. Nun ist es tatsächlich möglich, diesen Trieb zu sublimieren, das heißt, in andere Wege zu leiten. Einige Menschen die Erfahrungen mit tantrischen Übungen gesammelt haben, erzählen davon, wie sich ihre Samenflüssigkeit verringert - alles durch Meditation und Lenkung der inneren Kräfte.
Kaum eine andere Drüse im Körper kann solch eine feurige Kraft entwickeln wie das Sakralchakra, gleichzeitig aber sind deshalb auch viele Menschen ihrem Geschlechtstrieb ausgeliefert. Um seinen Trieb zu sublimieren, das heißt, für seine geistigen Fähigkeiten nutzbar zu machen, ist Meditation, das heißt Selbstversenkung unabdingbar. Es geht darum, die Kraft, die andernfalls explosionsartig durch einen Orgasmus nach außen gerichtet wird, in die oberen Energiezentren zu lenken.
Man stelle sich die unteren Drüsenkomplexe des menschlichen Körpers wie das Netzteil eines Computers vor, während die oberen Zentren die Prozessoren sind. Beides muss sich verbinden, die Energien müssen fließen (uuh yeah hokospokus, da steht ihr doch drauf), damit der Mensch sein volles Potenzial entfalten kann.
Es hilft allerdings nichts, einen Trieb zu unterdrücken. Viel eher sollte man seine Triebe kennenlernen, sie untersuchen, ausleben und erst dann methodisch den inneren Ausgleich anstreben.
Versuchungen jeder Art, wie Oscar Wilde sagt, sind etwas Schätzenswertes. Wer weiß, wann sie wiederkommen? Sie sind eine emotionale und geistige Herausforderung und können das innere Feuer antreiben, Kreativität und Aktivität bestärken. Sex ist ein Grundbedürfnis des Menschen und solange man das Bedürfnis ausleben kann, besteht kein Problem. Wenn man allerdings eine Idee im Geist ausbrütet und sich ihr ganz widmen will, ihr verhelfen will zur Geburt, so empfiehlt es sich, die Einsamkeit aufzusuchen, ausgestattet mit nur dem Nötigsten, um sich zu sammeln und die vormals sexuelle Energie in geistige Energie umzuformen.

xarax Avatar
xarax:#11346

Insofern waren die "Hab gewichst. x)"-Fäden wahrscheinlich der Gipfel der /phil/osophie; nicht mehr wurde hier in all den Diskussionen erreicht, nicht mehr wird auf diesem Board je erreicht werden als die Proklamation der Erfüllung dieses Grundbedürfnisses zur Findung inneren Ausgleichs und eines Gleichgewichts, das sonst seines Gleichen sucht.

Ehret den großen Onan.

urbanjahvier Avatar
urbanjahvier:#11347

>>11346
Ja. Die Zukunft ist /r/

krdesigndotit Avatar
krdesigndotit:#11353

>>11347
Das verdirbt mir jetzt irgendwie den Spaß daran.

eloisem Avatar
eloisem:#11385

Dieser Bernd hat noch nie in seinem Leben masturbiert.

Bin ich der Heiland?

fatihturan Avatar
fatihturan:#11387

Wenn es dir hilft einen klaren Kopf zu halten, dann ist es gut.
Doch ab einem Zeitpunkt musst du auch in eine Mulle ejakulieren.

safrankov Avatar
safrankov:#11395

>>11385
Würd mich freuen, aber irgendwie glaub ich nicht dran. Bin wohl zu oft enttäuscht worden.

lightory Avatar
lightory:#11432

>>11241
Der Sexualtrieb ist auf keinen Fall ein niederer Trieb, diese Einordnung erfolgt nur in bestehenden Systemen.
Unanzweifelbar hingegen ist der Sexualtrieb ein fundamentaler Trieb des menschlichen Daseins, ohne wirklich sehr gravierende Gründe (z.B. wenn du Magier der weissen Magie werden willst) würde ich dem nie entsagen.
Pornos hingegen sind schädlich für deine Dopaminausschüttung und für noch viel mehr.
Weniger Pornos, mehr masturbieren.

Kant ist ein bekannter Name, dem man viel Gehör schenkt, aber eben auch nur weil er bekannt ist.

millinet Avatar
millinet:#11434

>>11432
>Kant ist ein bekannter Name, aber eben auch nur weil er bekannt ist.
>Kant ist ein bekanter Name, aber eben auch nur weil er bekant ist.

Korigiert.

RussellBishop Avatar
RussellBishop:#11437

>>11432
>>11434
*hust*
Der gute Mann ist so wichtig, dass es in der Moralphilosophie ein Präkantium und ein Postkantium gibt. So zeitaltermäßig.

chatyrko Avatar
chatyrko:#11438

>>11437
Fixierung auf Personen ist nicht ok. Insbesondere in einem Feld, das nach Weisheit strebt. Macht aber nichts: Philosophie heutzutage ist ohnehin eine leere Hülle. Alle Derivate, die zu etwas nutze waren, haben sich ohnehin schon in eigene Wissenschaften abgespalten.

polarity Avatar
polarity:#11439

>>11438
>Alle Derivate, die zu etwas nutze waren, haben sich ohnehin schon in eigene Wissenschaften abgespalten.

Auf eine überzeugende Begründung für diesen oft gebrauchten und abgenutzten Topos wartet man bis heute.

robinlayfield Avatar
robinlayfield:#11440

>>11438
>Alle Derivate, die zu etwas nutze waren, haben sich ohnehin schon in eigene Wissenschaften abgespalten.

Jo, wie mit der Philosophie, genauso ist es ja mit Müttern. Wenn sie Kinder in die Welt setzen, werden sie leere nutzlose Hüllen.

trueblood_33 Avatar
trueblood_33:#11441

>>11439
Welche (lebens-)praktische Leistung vollbringt die Philosophie denn noch?
>>11440
Vergleich ad absurdum. Appell an die Menschlichkeit, wo es doch um Konstrukte geht. Du behältst also nach der Lieferung auch den Karton.

ovall Avatar
ovall:#11442

>>11441
>Welche (lebens-)praktische Leistung vollbringt die Philosophie denn noch?

Das ist schon immer der Vorwurf gegenüber Philosophie gewesen, sie sei nicht lebenspraktisch. Philosophie hat sich nie mit Leistungen beschäftigt, sondern mit Fragen. Die großen Systeme der Philosophie sind nicht ihre Leistungen, es sind die Fragen, die ihnen zugrunde liegen. Aus einem kindlichen Fragen wurde methodisches Fragen, aber die Philosophie ist insgeheim der Motor jeder Forschung. Die Wissenschaft trägt die Einzelergebnisse zusammen, die Philosophie führt sie wieder zusammen.

>
Vergleich ad absurdum. Appell an die Menschlichkeit, wo es doch um Konstrukte geht. Du behältst also nach der Lieferung auch den Karton.

Ich glaube, unsere beiden Vergleiche werden dem nicht gerecht. Philosophie ist mehr so etwas wie die Betrachtung des Ganzen von den verschiedensten Standpunkten aus. Jede Wissenschaft neigt mehr oder weniger dazu, die Welt durch sich allein erklären zu wollen, sodass es Vorbehalte zwischen den einzelnen Disziplinen geben kann. Insofern ähneln die Wissenschaften schon den Kindern und Philosophie mehr wie Vater und Mutter zugleich. Philosophie kann im Durcheinander der empirischen Fakten wieder den Sinn für das Wunderbare und das Unerklärliche schüren.
Denkt an die ersten Menschen, sie waren Philosophen wenn sie fragten, warum nachts die Sterne leuchten. Wenn sie es sich mit Experimenten erklären wollten, dann waren es Wissenschaftler, wenn sie sich zur Erklärung eine bunte Geschichte einfallen ließen, waren es Künstler. Aber die Philosophie steht am Anfang und am Ende, und ohne ihre Leitung, ohne die Faszination und das Wunder, das uns Fragen stellen lässt, sind alle Wissenschaften nichts weiter als chaotische Zettelkästen.

Chakintosh Avatar
Chakintosh:#11443

>>11442
>Das ist schon immer der Vorwurf gegenüber Philosophie gewesen, sie sei nicht lebenspraktisch. Philosophie hat sich nie mit Leistungen beschäftigt, sondern mit Fragen. Die großen Systeme der Philosophie sind nicht ihre Leistungen, es sind die Fragen, die ihnen zugrunde liegen. Aus einem kindlichen Fragen wurde methodisches Fragen, aber die Philosophie ist insgeheim der Motor jeder Forschung. Die Wissenschaft trägt die Einzelergebnisse zusammen, die Philosophie führt sie wieder zusammen.
Das, was die Dinge zusammenführt, ist eher interdisziplinäre Arbeit. Aber gut: Wenn man das wissenschaftliche Arbeiten an sich als Philosophie verbucht, ist sie natürlich Kern jeder Wissenschaft und noch höchst lebendig. In dem Fall war der Unterschied unserer Position mehr ein Unterschied des Begriffs.
>Philosophie hat sich nie mit Leistungen beschäftigt, sondern mit Fragen.
In meinem Begriff von Philosophie sind ihr die Fragen nur ausgegangen; nicht, dass es keine mehr gäbe, sie sind nur abgewandert.

Aber hey, Begriffe halt. Sag Bescheid, wenn ich mich irre, aber ich denke, wir verstehen, was der jeweils andere meint.

sreejithexp Avatar
sreejithexp:#11445

>>11441
Der Tod der Philosophie wurde schon oft verkündet, daher habe ich gesagt, er sei mittlerweile ein abgenutzter Gemeinplatz geworden, so wie der Tod der Kunst, der Tod der Epen und so weiter. Ich habe gesagt, dass eine überzeugende Begründung dafür fehlt, da natürlich jeder, der so etwas sagt, eine sehr bestimmte Idee davon hat, wie Philosophie zu sein hätte, ein Ideal, das er aber verschweigt. Das Einverständnis mit dem Topos ist dann das Einverständnis derjenigen, die aus welchen individuellen, idiosynkratischen Gründen auch immer der Meinung sind, der Zustand der Philosophie, der Kunst usw. sei aus notwendigen, historischen Gründen miserabel. Die Formel Aber ich denke, wir verstehen, was der jeweils andere meint zielt auf diesen nebulösen commonsense der je individuell Unzufriedenen. Immerhin weiß ich jetzt soviel von deinem Ideal, als dass Philosophie lebenspraktisch sein soll. Seit >>11443 weiß ich auch, dass ihr die richtigen Fragen ausgegangen sind. Das sind aber immer noch sehr vage Erwartungen an die Philosophie, in denen sich auch die Verschiedensten wieder entdecken können. Interessant wäre für mich einmal die wirklich konkrete Benennung, wo denn der "lebendige Geist" heute arbeitet, wohin die Idee der Philosophie "abgewandert" ist - um so auch eine hinreichend konkrete Bestimmung dieser Idee zu haben. Mir geht es dabei nicht darum, eine Idee schlecht zu machen, aber darum, einverständige Ideen nicht immer vorauszusetzen, sondern zuallererst einmal individuelle zu artikulieren. Natürlich ist das riskanter und aufwändiger, als diesen Schritt einfach zu überspringen. Es erscheint mir aber als redlicher und konsequenter.

iamsteffen Avatar
iamsteffen:#11629

Manche und sogenannte Philosophen haben irgenwann einen Scheiss von sich gegeben.Ich kann dann kaum noch zu ihnen finden.