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Veröffentlicht am 2014-09-19 12:29:06 in /ph/

/ph/ 11391: Erhöhung der Aktivität

stuartlcrawford Avatar
stuartlcrawford:#11391

Hallo!
Bernd ist beim Durchstöbern des Weltennetzes auf diesen hochkarätigen und vielversprechenden Platzes des Austauches von Meinungen gestoßen.
Bernd ist also ein neues Fagott. Allerdings findet es Bernd etwas verstörend, dass es diesem Platz an Aktualität mangelt.
Bernd möchte deshalb mit einem Thema beginnen, zu dem jeder etwas beitragen kann weil er es täglich erlebt.
Warum mangelt es den Kindern/der Adoleszenz heute an Respekt gegenüber älteren Menschen?

Bernd denkt, dass die Kinder heute zu verwöhnt sind bzw. zu viel Luxus haben. Sie wissen die Arbeit, die ihre Eltern leisten, nicht mehr zu schätzen und haben keine Achtung mehr davor.

Sobald dieser Einstieg geschafft ist würde sich Bernd aber gerne über antike Philosophen unterhalten (Platon, Aristoteles, Sokrates, Diogenes Laertius usw.)

bluesix Avatar
bluesix:#11393

„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“
- Sokrates

Aber natürlich kann ich auch gleich eine kleine Sammlung verlinken:
http://www.little-idiot.de/teambuilding/JugendvonHeute.pdf

Es ist also viel weniger eine Eigenschaft der Gegenwart und womöglich noch weniger eine Eigenschaft der Jugend; feststellen lässt sich nur, dass sich für erwachsen haltende Menschen jüngere entsprechend denunzieren.

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#11394

>>11393
Auch wenn es stimmt, dass der antijugendliche Affekt Erwachsener so etwas wie eine geschichtliche Universalie zu sein scheint, wäre das Interessante dennoch, erstmal zu erweisen, dass dieser Affekt unbegründet ist. Dass er begründet ist, ist nämlich ebenso im Bereich des Möglichen.
>>11391
Hallo Neufagott. Redest du jetzt von Kindern oder von Adoleszenten? Und was meinst du mit >nicht mehr
Wann war es denn deiner Meinung nach mal ok? Ich persönlich finde die Sozialisationsbedingungen heutzutage auch recht ungünstig bzw. risikoreich - ziemlich viel unterhaltungsindustrielle Vergnatzung und ökonomische Anpassungszwänge. Trotzdem sehe ich nicht, inwiefern den Heranwachsenden ausgerechnet Achtung vor der Arbeit der Eltern fehlen sollte. Jugendstudien zeigen, dass die Nachwachsenden leistungswilliger und ökonomisch angepasster sind als die Generationen vorher - http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/interview-mit-jugendforscher-zur-gen-y-13148663.html

nehemiasec Avatar
nehemiasec:#11400

>>11393
>>11394

Das eigentlich Lustike an der Sache ist doch, dass OP seinem Faden ausdrücklich die Aufgabe gegeben hat, diesem Platz Aktualität zu verschaffen. Und dann fährt er als Geschütze ausgerechnet die Themen mit den längsten Bärten auf.

i_ganin Avatar
i_ganin:#11435

>>11391
>Warum mangelt es den Kindern/der Adoleszenz heute an Respekt gegenüber älteren Menschen?

Respekt bekommt man nicht durch sein Alter erteilt, Respekt erwirbt man sich. Es gibt zahlreiche Trottel, die glauben, nur weil sie die 60 hinter sich gelegt haben, würde ihrer Stimme mehr Bedeutung zufallen.
Die Dreistigkeit der Jugend ist geradezu notwendig. Warum sollte man sich mit Wertesystemen vergangener Generationen abfinden, warum soll man als Musterschüler einer verkommenden Lehre glänzen?
Ein Mensch kann einen langen grauen Bart tragen und trotzig sein wie ein verzogenes Kind. Es gibt aber auch an Jahren sehr junge Menschen, die besonnener sein können als irgendeine sogenannte alte Elite.
Es geht nicht um das Alter, es geht um die Reife. Reife erwirbt jeder nach seinem Wuchs entsprechend früher oder später.
Wie oft man auch auf diesem Planeten die Sonne umrundet hat, man erwirbt damit nicht automatisch Respekt.

>Bernd denkt, dass die Kinder heute zu verwöhnt sind

Auch diese Beobachtung findet sich durch alle Zeitalter wieder. Ist es nicht eher eine Form von Missgunst, die neue Generation für ihre Annehmlichkeiten zu rügen? Das ist doch gerade das Glück der Jugend, das man nicht unentwegt die Bedingungen für seinen Wohlstand und seine Sorglosigkeit zu hinterfragen hat.
Was den Begriff Luxus angeht, so beinhaltet dieser in jeder Epoche andere Objekte. Für manche war ein Kamm Luxus, für andere war es elektrisches Licht, für viele ist heutzutage sauberes Trinkwasser ein Luxus. Luxus ist ein so relativer Begriff, dass er sich bei näherer Betrachtung nahezu in Luft auflöst. Was heutzutage noch als Luxus, als entbehrliche Spielerei betrachtet wird, wird in einiger Zeit unhinterfragter integrativer Bestandteil des Alltags sein.

keyuri85 Avatar
keyuri85:#11446

>>11435
>Was heutzutage noch als Luxus, als entbehrliche Spielerei betrachtet wird, wird in einiger Zeit unhinterfragter integrativer Bestandteil des Alltags sein.

Oder es wird zu Dingen, die man aufgrund diverser Faktoren, garnicht mehr im Alltag benutzt oder wozu nur noch sehr wenige Leute Zugriff haben. Wer Heute eine eigene Kuh hält, wird meist als verrückt oder zurückgeblieben abgestempelt, früher hätte man dafür gemordet. Sauberes Wasser könnte schon in naher Zukunft nicht mehr alltäglich sein.

umurgdk Avatar
umurgdk:#11472

>>11435

hm aber einem dummen 60 jährigen vertraue ich eher als einem dummen 16 jährigen. reife durch alter

degandhi024 Avatar
degandhi024:#11474

>>11472
Dann kann dich sicher auch ein Schauspieler behandeln, der einen Arztkittel angezogen hat. Ich würde vorsichtig behaupten, dass das auf ein noch recht unhinterfragtes Verhältnis gegenüber Autoritäten schließen lässt.

"Es gibt Leute, die glauben, alles wäre vernünftig, was man mit einem ernsthaften Gesicht tut." - G.C. Lichtenberg

vovkasolovev Avatar
vovkasolovev:#11546

War schon immer so.Mit dem Alter aendert sich der Point of view und nicht der Sachverhalt.

bassamology Avatar
bassamology:#11550

Keine Ahnung, warum man ältere Leute höher schätzen würde. Was ich so beobachte, lässt mehr bereits auf geistigen Verfall schließen, der so um die 50 oder 60 einsetzt. Im Supermarkt werde ich nur von älteren Leuten überholt oder angerempelt, ältere Leute können sich am Bus nicht richtig anstellen und drängeln so, dass auch keiner mehr aussteigen kann, wenn ich Streit habe, dann nur, weil ältere Leute frech zu mir werden; ältere Leute halten mit dem Fahrrad auf einen zu, wenn sie denken, dass man die Straßenseite nicht benutzen soll, kurzum: Ältere Leute neigen dazu sich überlegen zu fühlen und kommen damit, weil u.a. Bernd hier sich so gerne unterordnet, oft auch noch durch und fühlen sich bestätigt. Ältere Leute blockieren die politische und gesellschaftliche Entwicklung. Ältere Leute können nichts Neues mehr lernen und weigern sich oft sogar vehement gegen jeden Fortschritt.

Ältere Leute sind wieder kindische Narren. Natürlich nicht alle.

suribbles Avatar
suribbles:#11562

Ich bin auch der Überzeugung dass mit dem Alter nicht die Weisheit kommt. Nicht zwangsläufig, leider.
Einen Grundrespekt habe ich vor Alten aber schon, weil sie schon viel erlebt haben, viele Lebensprüfungen durchschritten haben.
Je nachdem weitet sich dieser Grundrespekt dann aus auf Achtung und Bewunderung oder eben die nüchterne Erkenntnis dass mit dem Alter auch gar nichts kommen kann außer eben Falten und Gebrechlichkeit.

ma_tiax Avatar
ma_tiax:#11566

Dummer Mensch + Alter = dumm, aber geübt
Schlauer Mensch + Alter = schlau und geübt

nelshd Avatar
nelshd:#11573

>>11566
>Dummer Mensch + Alter = dumm, aber geübt
Geübt worin? In der Praktizierung ihrer Dummheit? Die Annahme, dass man irgendetwas dazulernt, kann ich nicht bestätigen. Ich kenne ältere Menschen, die sich offenbar völlig lernresistent gaben und zusätzlich noch mehr das Vergessen umsetzten.

Das Alter als Indikator für irgendwas taugt einfach nicht; zumindest nicht nach allem, was ich je erlebt habe. Eine Statistik wäre natürlich schön, aber ich kann hier nur aus meinem Erfahrungsschatz berichten. Knappe logische Herleitungen sind in einem derart komplexen Feld auch völlig vermessen. Es ist zum Mäusemelken!

creartinc Avatar
creartinc:#11587

>>11435
Schnoddrigkeit, Aggressivität und sogar Ideologiebildung sind probate Strategien juveniler Wunschverteidigung gegen die Erwartungen der bereits etablierten Institutionen. Will meinen, in grob geschätzten 67,21% der Konfliktsituationen zwischen den Generationen zieht es dem Jugendlichen einfach den Stecker, weil er nicht nachgeben will. Anerkennenswürdige Gründe für die Rebellion werden dann nachher erfunden. Trotzdem oft sympathisch.

lanceguyatt Avatar
lanceguyatt:#11613

>>11587
Und Bernd glaubt, das sei bei alten Menschen anders?
Weit gefehlt.

mattsapii Avatar
mattsapii:#11616

>>11613
Doch, schon. Bernd behauptet nicht, dass ältere Menschen die Ritter vom reinen Geiste sind. Er behauptet aber, dass die oben genannten Verhaltensmuster durchaus etwas mit Adoleszenz zu tun haben un daher an Jugendlichen oft beobachtet werden können. Ist ja auch klar, wenn man sich die Lebensphase der Adoleszenz anguckt: Ein biographischer Abschnitt voller Enttäuschungen. Individuelle Ideen werden erstmals in der Gesellschaft erprobt - und in der Regel kollidieren die Erwartungen. Da braucht es psychologische Schutzmechanismen. Wer einmal sehenden Auges durch ein Klassenzimmer gelaufen ist, dem wird das kein Geheimnis sein.

rcass Avatar
rcass:#11617

>>11616
Bei dem was ich hier lese, muss ich an das Zitat denken: "Das Schlimmste an der Jugend ist, dass man nicht mehr dazugehört".

falvarad Avatar
falvarad:#11618

>>11617
Ab wann gehört man nicht mehr dazu?

hota_v Avatar
hota_v:#11621

>>11618
Sobald man darüber nachdenkt, was das Schlimmste an der Jugend ist. :3