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Veröffentlicht am 2014-12-25 14:21:10 in /ph/

/ph/ 11718: Hallo Bernd, Ich würde gerne meine Philosophische...

anjhero Avatar
anjhero:#11718

Hallo Bernd,
Ich würde gerne meine Philosophischen Gedanken mit dir teilen, da ich eine kompetente Rückmeldung brauche.

Wenn ich anfange zu Philosophieren dann bedeutet dies, Schlüsse zu ziehen und Dinge zu analysieren. Dementsprechend fängt meine Philosophie mit den Fehler an, die einem dabei passieren können. Wenn ich es vernünftig durchführen möchte muss ich mir bewusst werden, welche Arten von Fehlern auftreten können, um sie anschließend besser vermeiden zu können.
Diese Fehler lassen sich grob Unterteilen:
-Problem der Generalisierung
-Problem der Sprache
-Problem des Bewusstsein
Dabei hängen die unterschiedlichen Kategorien voneinander ab, so sind dies alles folgen des menschlichen Denkens. Auf Fehler in der Logik möchte ich nicht eingehen, da sich diese mit am einfachsten finden lassen. (wobei die Lösungen z.B. in Stochastik manchmal unintuitiv sein können)
Dabei bin ich der Ansicht, das sich Philosophie als Klärung der Gedanken schnell zu dem Gegenteil, einer Verzettelung führen kann, wenn Fehler begangen werden.

Generalisierung
Während des ganzen Lebens kommen wir ständig in Situationen in denen wir die Realität durch Modelle abbilden und so Sachverhalten vereinfachen und besser verstehen können.
Dabei muss man sich jedoch Bewusst werden das hierbei Informationen verloren gehen.
Dies kann dazu führen das manche Seiten eines Problems nicht weiter beachtet werden.
Aus diesen Gründen sollte man sich z.B. bewusst sein, das es sich bei Kategorien um unscharfe Mengen handelt und das wir Dinge nicht exakt wissen, sondern sie nur für wahrscheinlich halten.

Sprache
Jedem der sich ein wenig mit Philosophie beschäftigt hat wird die Problematik der normalen Sprache bewusst sein. Die Sprache beeinflusst Gedankengänge und ermöglicht Konstruktionen, die in der reinen Logik nicht möglich sind.
Unter den selben Begriffen verbergen sich viele unterschiedliche Definitionen die von anderen Menschen und in anderen Kontexten ganz unterschiedlich aufgefasst werden können.
Hinzu kommen dann noch die mehreren Ebenen der Sprache, z.b. kann unterschwellig durch die Wortwahl eine Stellung zu einem Thema genommen werden.
Dies kann zu verschiedenen Formen von Missverständnissen führen.
Dementsprechend ist es Ratsam sich noch einmal Zeit zu nehmen und durch den Kopf gehen zu lassen:
-Was ist mit den Wörtern die ich lese/verwende gemeint?

Bewusstsein
Als Mensch ist man nicht Objektiv, sondern Subjektiv. Jeder wird schon einmal Situationen erlebt haben in denen er sich im Nachhinein eingeredet hat, ein Geschehen sei anders abgelaufen, weil er unter diesen Umständen besser dastehen würde. Aus diesem Grund muss man sich selbst immer als eine Gefahr wahrnehmen, welche in der Lage ist die Realität zu verzerren und Emotionen mit einzubringen, wo keine benötigt werden.
Außerdem bildet man sich seinen eigenen Standpunkt über einen Zeitraum und hat nicht immer alle Argumente für verschiedene Positionen im Kopf.
Dies führt dazu das wir auch uns selbst gegenüber kritisch bleiben müssen.

Nachwort
Nach diesen Überlegungen bin ich zu der Schlussfolgerung gelangt, das wenn ich die Sprache verwende, ich nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss. Natürlich sollte man sich bemühen präzise Worte zu wählen, aber wirklich exakt wird es nie werden. Dies gilt ebenfalls für das Lesen von fremden Texten.
Nach diesen ursprünglichen Überlegungen stellt sich natürlich die Frage, in wie weit ich überhaupt von all den Sachen ausgehen darf wie ich es im Text oben erwähnt habe. Ich denke es ist offensichtlich das jeder der diese philosophischen Gedanken liest nicht bei Null anfängt, sondern mir bereits in vielen Punkten zustimmen muss, damit es für ihr Sinn ergibt.
(Angefangen von Logik über die Verwendung der Sprache etc.)
Wenn man dies also zulässt bin ich nicht mehr weit entfernt von einer modernen Wissenschaftlichen Weltsicht, welche die meisten Menschen heute haben, ohne sich intensiv mit Philosophie zu beschäftigen.

stushona Avatar
stushona:#11719

Immer locker bleiben.Denken soll doch Spass machen.Wenn du generalisieren musst und gleichzeitig sprachlich nicht mitteilen kannst....dann geh
doch Bier holen.

slaterjohn Avatar
slaterjohn:#11724

Aber wenn du deine Checkliste befolgst - die übrigens sehr plausibel ist -, wieso landest du dann wieder am Anfang? ("moderne wissenschaftliche Weltsicht, die Ottonormalbürger ohnehin hat") Oder war es anders gemeint?

alexradsby Avatar
alexradsby:#11725

>>11718
>Wenn man dies also zulässt bin ich nicht mehr weit entfernt von einer modernen Wissenschaftlichen Weltsicht, welche die meisten Menschen heute haben, ohne sich intensiv mit Philosophie zu beschäftigen.

Das mag alles daran liegen das du Probleme beschreibst die durch Geisteswissenschaften (e.g Sprachwissenschaften) behandelt werden ohne den Bezug zur Philosophie zu beschreiben. Das ist auch gar nicht der Kern der allg. Philosophie wie du sie zu suchen scheinst. Vielleicht liegt das Problem der Sache darin das du dir genauer darüber Gedanken machen solltest was du erreichen willst. Planlos geht man schnell in der Gedankenwelt verloren OP.

joe_black Avatar
joe_black:#11726

>>11719
Ich bleib schon locker, da musst du dir keine sorgen machen.
Für mich sind das nur Punkte die ich versuche im Hinterkopf zu behalten um die üblichen Fehler zu umgehen.

>>11724
Ich lande damit nicht am Anfang. Bei manchen Dingen habe ich meine Meinung geändert, bei manchen ist sie gleich geblieben.
Die frage ist nur: Warum habe ich so eine Liste noch nirgendwo Entdeckt? Sie ist für mich das Resultat meiner Auseinandersetzung mit Philosophie.
Wenn jeder diese Liste in der Schule lernen würde und dann an ein paar Texten übt, hat man dann nicht das wichtigste gesagt?
Hängt der Rest nicht von persönlichen Erfahrungen und den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen ab?

>>11725
>Das mag alles daran liegen das du Probleme beschreibst die durch Geisteswissenschaften (e.g Sprachwissenschaften) behandelt werden ohne den Bezug zur Philosophie zu beschreiben.
Für mich sind das die fundamentalen Probleme mit denen man beginnen sollte, wenn man von Grund auf versucht sich die Welt zu erklären.
Insbesondere wenn man Philosophie als die Klärung der Gedanken bezeichnet ist der Zusammenhang doch eindeutig.

>Das ist auch gar nicht der Kern der allg. Philosophie wie du sie zu suchen scheinst.
Nicht? Ein wenig frech formuliert: Ich habe den Eindruck mit der Philosophie fertig zu sein.
Natürlich könnte man sich noch in sehr spezielle Themen vertiefen, aber das ist dann wie Raketenwissenschaft.
Wenn man sich dafür interessiert kann man das gerne tun, die Relevanz für den Alltag ist jedoch nur sehr gering.
Die historischen Philosophen sind demnach auch nur von Bedeutung, wenn man sich für die geschichtliche Entwicklung der Philosophie interessiert.

andyisonline Avatar
andyisonline:#11727

>>11726
>>11724
Die Liste gibt es schon, aber wohl immer differenziert in die Richtung "Raketenwissenschaft", wie du es ausdrückst. Ich finde auch, dass dein Ansatz für den Schulunterricht ziemlich praktisch wäre, allerdings benennst du eigentlich bloß elementare Regeln, aber nicht die gegenständlichen Interessen philosophischen Denkens. Ein Philosoph mit deiner Liste ist also wie einer, der sich Wanderschuhe, Rucksack und Karte gekauft hat, aber der Weg - das Interessante - liegt noch vor ihm. Im Schulunterricht sollten meiner Meinung neben diesen basalen Kompetenzen noch ein paar inhaltliche Auseinandersetzungen stattfinden.

tjisousa Avatar
tjisousa:#11728

>>11727
Nachtrag/Korrektur: Da deine Liste ein Beispiel dafür ist, wie sich das Denken selbst gegenständlich werden kann, müsste man zwar einige inhaltliche Aspekte ergänzen. (Ich denke z.B. an Ethik, Staatsphilosophie, Geschichtsphilosophie ...) Aber man könnte deine Liste ansonsten beibehalten. Plausibel?

mandalareopens Avatar
mandalareopens:#11729

>>11726
>Ich habe den Eindruck mit der Philosophie fertig zu sein.
Nimm an dieser Stelle mal bitte eine Änderung der Thematik an. Angenommen dein Stand des Denkens und der Zwischenmenschlichen Kommunikation, wie du sie im OP beschrieben hast, ist der Stand den du der Menschheit zutraust und welchen du als 'abschließend' siehst, ist nicht das Ende sondern nur ein Zustand.
Gut Erklären lässt sich das gerade auf den von dir angesprochenen Blickwinkel auf die antiken Philosophen. Warum wir uns mit Ihnen beschäftigen sollten? Nicht um Fragen zu klären die wir nicht auch selbst klären könnten, den das wäre durchaus auch an aktuellen Grundsätzen möglich, eher ist das Motiv dahinter den Geist der Zeit zu verstehen und damit geschichtliche Zusammenhänge beschreiben zu können.
Nun zu deinem Punkt und das ist auch der Grund warum du nicht am Ende bist, deine Aufgeführten Punkte werden bis heute nicht von allen Menschen erkannt, es gibt also Platz nach unten. Wenn es Platz nach unten gibt beweise bitte das es keinen Platz nach oben gibt.
Dieser Beweis ist bei aller Liebe das Ende welches du, nach grober Einschätzung, suchst.
Das du weitere Themen als zu speziell Erachtest ist dabei allein Gegenstand deines Geistes und nicht als allgemeine Weltsicht zu betrachten.

clementc Avatar
clementc:#11743

>>11727
>allerdings benennst du eigentlich bloß elementare Regeln, aber nicht die gegenständlichen Interessen philosophischen Denkens.
Auf welche Interessen spielst du an?
Werden die eigentlichen Gebiete nicht von den Wissenschaften ausgefüllt? Von Psychologie,Mathe,Physik,...?
Und was übrig bleibt ist der Alltag, wo man nicht versucht tief in die Materie einzusteigen.

>>11729
Wie ich das jetzt lese würde es dafür sprechen die Liste noch zu verfeinern.
Sollte ich einen wesentlichen Punkt vergessen haben dann bitte ich darum ihn mir aufzuzeigen.
Damit ist jetzt keinenfalls gemeint das ich sie für unfehlbar halte, im Gegenteil, etwas hinzufügen zu können wäre eine große Bereicherung für mich.

nerrsoft Avatar
nerrsoft:#11749

>>11743
>Wie ich das jetzt lese würde es dafür sprechen die Liste noch zu verfeinern.
Du suchst nach Argumenten zu erklären das wir uns nicht effektiv austauschen können und nennst deine Argumente Fehler der Sprache etc.. Dabei solltest du dich an dieser Stelle erst einmal fragen ob du hier von Fehler sprechen solltest. Ist es falsch wenn aus einem anderen Wortverständnis ein anderer Zusammenhang bildet als den du im Kopf hattest?
Das Problem welches ich z.Z bei dir sehe ist deine starke Tendenz zur Generalisierung von Menschen und Denkmustern.

rangafangs Avatar
rangafangs:#11750

Basis Wissen zur Psychologie. Wenn du das verstehst, dann verstehst du die Problematik des Unverständnisses und das Hochgefühl des Verständnisses.

Es wird all deine Fragen beantworten. Es ist alles gut so wie es ist und es ist nur ein Moment der Trennung die wir hier erleben.

Ich kann dir das wirklich nur wärmstens empfehlen, was du daraus macht ist deine Sache. Wichtig ist auf jeden Fall dass du dich selber besser kennen lernst, denn erst dann kannst du auch besser andere Menschen verstehen. Glaube nicht fälschlicherweise dass du dich schon gut genug verstehst, dies tut nahezu keiner von uns. Aber daran zu arbeiten wird dir den Weg zeigen.

Früher oder später wirst du sowieso Erfahren wovon ich spreche. Da gibt es kein drumherum.

irsouza Avatar
irsouza:#11751

>>11750
Bild war zu groß. Es ging mir um die 7 Todsünden als Basis Grundlage der Psychologie.