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Veröffentlicht am 2015-03-31 23:36:40 in /ph/

/ph/ 11841: Kann man seine Zeit verschwenden? Ist es Zeitverschwen...

thehacker Avatar
thehacker:#11841

Kann man seine Zeit verschwenden?
Ist es Zeitverschwendung zu dösen?
Ist es Zeitverschwendung zu arbeiten?
Gibt es in unterschiedlichen Lebensstatien ideale Zeitnutzung (Kind=spiel Jugend bis Anfang 30=Rebellion und Sexualität, Abenteuerlust 40=???)
Oder muss es eine Balance geben, um seine Zeit am besten zu nutzen, in Anbetracht der Tatsache, dass Menschen relativ kurz leben, und schon mit spätestens 40 der große Spaß vorbei ist!?

Wer nutzt seine Zeit besser? Thomas Middelhoff, Adam, ein Familienvater, Bernd oder Charlie Sheen?

zackeeler Avatar
zackeeler:#11842

>>11841
> Kann man seine Zeit verschwenden?

Ja, durch Arbeit, an deren Nutzen man nicht glaubt. Wenn du irgendwo für eine Handvoll Euros mehr etwas tust, wozu du dich gezwungen fühlst, weil es dich weder erfreut noch dich geistig weiterbringt.
Viele verschwenden ihre Zeit damit, etwas zu scheinen, was sie nicht sind. Sie freuen sich, wenn sie sich so sehr verbiegen konnten, um dem Ideal eines tüchtigen Bürgers zu entsprechen - darüber vergessen sie, dass Tüchtigkeit allein nichts ist, wenn man für Menschen arbeitet, deren Sichtweise man nicht teilt.

Wenn der Mensch sich heutzutage für jeden außerplanmäßigen Genuss schuldig fühlt, dann ist er der kleinkarierten Moral der Dienstleister zum Opfer gefallen.
Nicht wenige Menschen glauben, sie könnten ihr ganzes Leben planen: hier lerne ich, dann arbeite ich und dort werde ich verdammt noch mal Spaß haben! Wichtig ist es, Spontaneität zu entwickeln und die Möglichkeiten des Augenblicks zu vergegenwärtigen. Das entspricht natürlich nicht dem Primat von Wachstum und Produktivität, dafür aber dem Bild von einem menschlichen Leben.
Du schreibst als Beispiel, für ein Kind sei es die ideale Zeitnutzung zu spielen. Ich würde es mit Schiller ausdrücken, dass der Mensch sein ganzes Leben lang spielt, oder er verliert seine Menschlichkeit. Worin die Spiele bestehen und was für Spielzeuge das sind, kann er ganz selbst entscheiden. Spiel kann man sehr weit fassen, als die gesamte Palette ungezwungenen spontanen menschlichen Ausdrucks, Freizeitgestaltung nach eigenem Belieben, Kunst, aber auch Sport, Kochen, alles was schöpferisch ist und erhebend wirkt, was aber keinem Profitdenken oder einem Zweck dient. Spielen ist Zweck an sich, wie der Mensch selbst auch Zweck an sich ist.

Der nutzt seine Zeit gut, der einsieht, dass er niemals alle möglichen Erfahrungen in einem kleinen Menschenleben machen kann und sich trotzdem gut fühlt für das bisschen Freude, das ihm sein Mittagsschläfchen, sein Spaziergang durch den Wald oder die netten Gesten gegenüber seinen Mitmenschen bereitet.

Der nutzt seine Zeit am besten, wer versteht, dass Zeit nur ein Angebot ist, das man ablehnen kann. Zeit ist eine gesellschaftliche Übereinkunft, welche die Welt unter einem Raster betrachtet. Aber versuche das Experiment, räume alle Uhren weg - und verbringe mal einen Tag in der Ewigkeit.

amboy00 Avatar
amboy00:#11843

>>11842
Zeitverschwendung besteht nicht allein in der Arbeit, die du beschreibst. Auch, die Jugend damit zuzubringen, zu lauern, kann Zeitverschwendung sein, obwohl das gar nichts mit Arbeit zu tun hat, sofern es einen, wie du bereits erwähntest, nicht erfreut oder geistig weiterbringt. Zeitverschwendung ist meiner Auffassung nach jegliche Aktivität, die weder mittelbar noch unmittelbar Freude, Genuss oder einen Fortschritt im Streben nach diesen oder ganz anderen Dingen mit sich bringt.
In der Realität ist es schließlich so, dass man nun einmal nicht immer spielen kann und dafür meistens sogar noch einen Preis zahlen muss. So wird es notwendig, für das Spiel zu arbeiten. Die Arbeit ist aber keine Zeitverschwendung, solange sie einen im Streben nach seinen Zielen voranbringt, obwohl sie einen weder erfreut, noch direkt weiterbringt. Verschwendung wäre sie tatsächlich erst, wenn sie nichts zur Verwirklichung der eigenen Ziele beiträgt oder sie gar verhindert.
Wer dem Ideal des tüchtigen Bürgers entsprechen möchte, betreibt meiner Ansicht nach auch keine Zeitverschwendung, denn wenn es ihn zufrieden stellt und er darin sein Glück sieht, ist es für ihn doch vollkommen in Ordnung. Vielleicht möchte man selbst nicht unbedingt seine Zeit damit verbringen, aber in der Perspektive dieses Menschen handelt es sich keineswegs um Zeitverschwendung. Vielleicht würde er es als verschwendete Zeit sehen, wenn er im Nachhinein betrachtet, womit er sein Leben verbracht hat, und seine Perspektive längst geändert hat. Was Zeitverschwendung ist und was nicht, ist also auch davon abhängig, was man selbst als sinnvoll und erfüllend erachtet, was die eigenen Ziele sind und welche Umwege man dafür zu gehen bereit ist.

Auch: Charlie Sheen

yehudab Avatar
yehudab:#11844

>>11841
Dem 'Schriftstellerphilosophen' Genazino zufolge bleibt dem Menschen in der heutigen Situation nichts als "souveräne Zeitverschwendung" (Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman). Doch offensichtlich steckt in dieser Diagnose ein rhetorischer Twist. Denn wenn der beste Zeitgebrauch "souveräne Zeitverschwendung" ist, wird ihm das nämliche Etikett nicht mehr so richtig gerecht. "Zeitverschwendung" im eigentlichen Sinne des Wortes ist dann 'unsouveräne' Zeitnutzung, während die sinnvolle Zeitnutzung der souveräne Gebrauch der Zeit im 'realistischen' Bewusstsein ihres Möglichkeitsgehalts ist. 'Realistisch' aber heißt nicht, dass man sich niedrige Ziele steckt. Es heißt bloß, dass man souverän beim Stecken dieser Ziele ist und die gesellschaftliche Entfremdung nicht das eigene Bewusstsein bestimmen und die eigenen Ambitionen festlegen lässt. In der Entfremdung befindet sich der Mensch zum Beispiel, wenn er kein Bewusstsein davon hat, dass der öffentliche Starkult, die Warenästhetik der Pornographie und der Mode, die perfekte deutsche mittelständische Patchworkfamilie, die im Vorabend- und Abendprogramm allgegenwärtig ist sowie die diskursiv vorherrschenden Modelle der Lebensalter- und Lebensabschnitte genau dies sind: Modelle, Muster und Zeichen, die souverän zur Zeitverschwendung genutzt aber auch verworfen werden können. Bemitleidenswert ist bloß der 'Unsouveräne', der gar kein Bewusstsein davon hat, wie verschwenderisch er mit seinem grandiosen Überfluss an Lebenszeit eigentlich umgeht.

alv Avatar
alv:#11845

>>11844
> Bemitleidenswert ist bloß der 'Unsouveräne', der gar kein Bewusstsein davon hat, wie verschwenderisch er mit seinem grandiosen Überfluss an Lebenszeit eigentlich umgeht.

Das erinnert mich an Sören Kierkegaards Werk Die Krankheit zum Tode, in der es diese Krankheit festlegt als die Verzweiflung, die alle Menschen umfasst. Es gibt allerdings drei Arten dieser Krankheit, und die erste Art (nicht zu wissen, dass man verzweifelt ist) ist analog zu sehen zur Unwissenheit, ein Zeitverschwender zu sein.
Der Vergleich mag zuerst holprig wirken, aber wie wir mit unserer Zeit umgehen ist ebenso eine existenzielle Frage wie die nach unserer In-die-Welt-Geworfenheit. Es ist die eigene Entscheidung, auf die es hinauslaufen soll, die Betonung des Individuums in den Massen der ferngesteuerten Blinden, die den Unterschied macht.
Nach Kierkegaard ist jeder Mensch verzweifelt. Verzweiflung, das ist das Leiden des Menschen über seine Doppelnatur, dass er endlich (zeitlich) sowie unendlich ist. Es gibt aber Spielraum zur Entwicklung. Der Einzelne kann sich seine prekäre Lage zu Bewußtsein führen. Er wird dann erschrecken über sich selbst und seine Rolle im Leben und sich ablehnen, aber er kann einen gesunden Trotz entwickeln, um sich selbst in seiner Verzweiflung letztlich doch zu akzeptieren.
Dies sind existenzielle Entscheidungen, genauso wie die Frage nach der eigenen Zeitgestaltung. Vor allem steht die Bewußtwerdung, was man mit seiner Zeit anfangen soll vor dem Hintergrund, dass man als Mensch Sehnsüchte hat, welche in dieser Welt vielleicht niemals erfüllt werden können.

mj_berthelsen Avatar
mj_berthelsen:#11852

>>11845
>Betonung des Individuums in den Massen der ferngesteuerten Blinden
Was braucht es dazu, um eine solche Entscheidung treffen zu können. Es scheint mir so, als reiche dafür genug Selbst-Bewusstsein, also ein Riecher dafür, was man selbst eigentlich möchte, und genug Vertrauen in sich selbst, um sich dabei nicht an der Gesellschaft orientieren zu müssen.
Ob man bekommt was man will, das hängt doch in der Überflussgesellschaft in erster Linie von einem starken Willen ab, wenn auch nicht nur.
Und davon, wie sehr man seine eigenen Bedürfnisse vor die der anderen stellt, und vor dem Urteil anderer Personen.

matt3224 Avatar
matt3224:#11853

>>11852
> ein Riecher dafür, was man selbst eigentlich möchte, und genug Vertrauen in sich selbst, um sich dabei nicht an der Gesellschaft orientieren zu müssen.

Das sagt sich so leicht, besonders wenn man (un)glücklicherweise von seinem Leben nicht dazu herausgefordert wird, gegen die Welt für seine Existenz einzustehen. Sein eigener Umgang mit Zeit scheint unproblematisch, aber sehen wir uns nur an, welches Schreckensbild noch immer über Müßiggang verbreitet wird. Die Zeit ist, was man daraus macht, während uns eingeredet wird, Zeit sei Geld.
Zeit aber ist alles, wozu man sich traut.

vicivadeline Avatar
vicivadeline:#11856

>>11845
Mal wieder interessant. Aber ich glaube, ich werde Kierkegaard doch nicht so schnell lesen. Bei ihm scheint das Alles ja auf eine 'Erlösung' durch den christlichen Glauben hinauszulaufen. Da bin ich vorerst nicht für zu haben.

tmstrada Avatar
tmstrada:#11857

>>11856
Der Erlösungsgedanke ist wesentlich christlich, aber bei Kierkegaard läuft es nicht wie bei einem evangelikalen Prediger aus den USA. Er ist gerade deshalb so lesenswert, weil er die Kirche verachtete und ihr zu recht vorwarf, dass ihre Art, wie sie mit der eigentlich ziemlich bemerkenswerten Philosophie des Christentums umgehe, erbärmlich.
Kierkegaard führt vor Augen, warum die Idee des Christentums überhaupt anziehend wirken kann: sie sieht die Menschen als gleich an und nimmt sich ganz besonders der Leidenden, Ausgestoßenen und Verbannten an. Im Kern der Philosophie Jesu liegt die Anarchie, denn letztlich förderte er den Mut zum Individualismus und zur Selbstverwaltung - was die Kirche daraus gemacht hat, darf nicht mit dem eigentlichen Projekt verwechselt werden.
Kierkegaard war ein Dandy, viele würden ihn einen arroganten zynischen Schnösel nennen, der nicht viel weiter tat, als zu neeten, seine Spießbürgermitmenschen zu provozieren und hin und wieder etwas im Selbstverlag zu veröffentlichen. Man meint, dass eine exzentrische Gestalt wie Kierkegaard eine fromme religiöse Idee nicht vermitteln könnte,
- aber gerade er ist dafür wie geschaffen. Das Christentum ist in den Grundzügen seiner Philosophie ein Aufbegehren durch Subversion, ein Triumph durch Sanftmut und ein Fortschritt durch Vergebung. Wenn wir Nietzsches Zarathustra lesen, so kann uns das scheinbar paradoxe Wesen der einzelnen Ideen die ur-christlichen Gedanken nahebringen, wie der Gedanke, dass der Verkünder der Wahrheit auch verleugnet werden muss, denn einem Propheten zu folgen ist nicht die Treue, die ein wahrhaft Suchender braucht. Ein wahrhaft Suchender muss allen Lehren ungehorsam werden, und diese Rebellion, so paradox sie klingt - das hat Kierkegaard aus der durch die Kirche vereiterten und verfälschten christlichen Lehre herausgeschält - ist eine christliche Idee.

Was Kierkegaard tut: er bringt das durch die Kirche abgehobene Christentum wieder auf den Boden der Tatsachen, mit sich selbst als Anschauungsmaterial. Das heißt:
1.) Christentum hat nicht so viel mit Frömmigkeit zu tun, sondern mit Eigeninitiative. Existenzielle Fragen stellen sich jedem, und jeder Mensch ist ein Verhältnis von Endlichkeit zu Unendlichkeit, er ist in die Welt geworfen und muss Stellung nehmen zur Verzweiflung des Seins.
2.)Während die Kirche Jahrhunderte lang alles dafür tat, die Person Jesu zu vergöttlichen und aus der Reichweite des Menschen zu entfernen, so hat Kierkegaard gezeigt, dass die angeblich göttlichen Qualitäten Jesu letztlich jedem Menschen offenstehen: wir sollen nicht anbeten, sondern uns soweit dem Göttlichen selbst nähern, wir sollen uns nicht verlassen auf einen intergalaktischen Heilsbringer, sondern den Heilsbringer in uns selber erwecken. Gemäß dem Spruch:
"Gott wurde Mensch, auf dass der Mensch Gott werde."
Gott bedeutet hierbei auch nichts Unbekanntes, Überirdisches, sondern bezeichnet die höchstmögliche Qualität des Lebens, das größtmögliche entfaltete Potential. Gott ist der logos, das ewige Gesetz und das Gebot von Liebe, Frieden, Sanftmut, Vergebung, vor allem aber das Streben nach Weisheit. Wer diese Qualitäten in sich anspricht, der ist auf dem richtigen Weg, auch oder gerade, wenn ihm der Weg versperrt oder erschwert wird.
Kierkegaard brachte die Person Jesu wieder auf den Boden der Tatsachen und zeigt damit, wie man mit Verzweiflung und Angst im Leben jedes Einzelnen umgehen kann.
3.) Kierkegaard ist eine Art Eulenspiegel. Und Eulenspiegel wiederum ist auch nur eine Art Sokrates - ein unbequemer Querulant für die einen, ein Clown, aber in Wirklichkeit die aufrichtigste Form des Philosophen überhaupt. Philosophie findet eben nicht in den Hörsälen statt, nicht in verschmökerten Schreibstuben, sondern in der Konfrontation mit dem echten Leben, im Gespräch mit Menschen. Diese Konfrontation hat er auf sich genommen, voller Mut und Ironie. Wie Sokrates und Jesus nahm er eine paradoxe Erzieherrolle an, um die Menschen herauszufordern und ihre Überzeugungen zu überprüfen. Das hat ihn unbeliebt gemacht - ein Mensch der nach seinen Überzeugungen lebt und aufrichtig ist, was könnte es unbequemeres geben?

Fazit: Kierkegaard schafft es, eine scheinbar tote Philosophie von ihrer religiösen, dogmatischen Verfälschung zu befreien und schafft es, sein Leben ganz danach auszurichten. Ein brillanter Denker, der gut unterhalten und Dinge in einem ungewohnten Licht präsentieren kann, wie man es nicht für möglich hält.

joshhemsley Avatar
joshhemsley:#11860

>>11857

Danke.

mshwery Avatar
mshwery:#11861

Mach dir keine Gedanken um Zeit, irgendwann kommt deine bestimmt.

Du musst nur "aufwachen" und du wirst verstehen, dass du nicht einen Moment deines Lebens verschwendet hast.

canapud Avatar
canapud:#11873

Ich habe was interessantes gefunden
Bild relatiert

orkuncaylar Avatar
orkuncaylar:#11874

>>11873
Ob die Zeit nun so kostbar ist und sich ganz so verhält wie in diesem motivierenden Text, ist aber auch fraglich. Ich glaube man fängt an, Zeit zu schätzen, wenn man sie nicht mehr als Menge betrachtet, sondern als sich immer erneuernde Gelegenheit.

bagawarman Avatar
bagawarman:#11878

>>11874
Dazu habe ich mal eine Radiosendung gehört, in dem das Konzept Zeit dem Konzept des Moments oder der günstigen Gelegenheit gegenübergestellt wurde. Die Gegensatzpaare wurden mit den griechichen Worten dafür benannt, Zeit entspricht Chronos und die günstige Gelegenheit nennt sich im Griechischen Kairos.
Es ist für ein erfülltes Leben anscheinend vorteilhafter, sein Leben als sich stetig erneuernden Kairos zu sehen. Man kann die Gelegenheiten des eigenen Lebens nicht verschwenden, sie kommen immer wieder und bieten sich an, in vielfacher Form, aber sie sind immer da - betrachten wir unser Leben durch die Brille des Chronos, so haben wir ein drängendes und graues Bild von gemessener Zeit, die abläuft, so wie unsere Herzschläge gezählt sind und jeder Zeitverlust uns weiter in Bedrängnis und Verzweiflung versetzt. Die Sicht des Kairos mag für den gewöhnlichen Dienstleister mal wieder paradox klingen, aber sie ist vorteilhaft, weil sie das Leben nicht als Guthaben versteht, das man verspielen kann, sondern als Chance, die man immer ergreifen kann.

strikewan Avatar
strikewan:#11879

>>11878
Damit tritt die Verbindung von des Themas Zeitnutzung und Existenzphilosophie klar hervor: für das Lebewesen ist Zeit effektiv nichts weiter als Gelegenheit. Für kapitalistische Strukturen mag immer noch die Gleichung Zeit ist Geld entsprechen, aber betrachten wir die Stellen dieser Gleichung: Zeit ist leer, wenn sie nicht empfunden wird, wenn sie nicht als Moment gelebt wird. Und Geld ist nur eine Leerstelle, die dich auch nicht lehren kann, dein Leben intensiver wahrzunehmen. Mehr Geld bedeutet nur, die Möglichkeit haben, so lange wie möglich vor existenziellen Entscheidungen wegzurudern.
Zeit für den Menschen ist Gelegenheit, ist Moment. Die Gelegenheit ist der Moment, in dem die Entscheidung des Menschen stattfindet, der existenzielle Akt. Der Moment ist jetzt und die Entscheidung ist ein geistiger Akt, der zu großen Teilen determiniert ist, der aber tatsächlich einen Funken in sich trägt von der Idee wirklicher Freiheit, die existiert trotz aller Determinismen.