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Veröffentlicht am 2015-04-05 14:59:20 in /ph/

/ph/ 11867: Hallo Bernd! ich habe eine These aufzustellen: Im...

haydn_woods Avatar
haydn_woods:#11867

Hallo Bernd!

ich habe eine These aufzustellen:

Im Alter geht die Zeit schneller rum, liegt es daran dass wir die meisten Dinge schonmal erlebt haben? Und wir somit die "Abläufe" schon kennen und es somit es nix neues ist weil der "erste-mal-eindruck" fehlt wie bei einem jungen Gehirn?


Oier ZeitBrent

mbilderbach Avatar
mbilderbach:#11868

Deine Körpertemperatur nimmt vom kindesalter bis ins hohecAlter um ca. 1Grad uu das wirkt sich auf das zeit empfinden aus man sagt die ersten 18 Jahre sind gefühlt solange wie der Rest von 18 bis 80 .... WEISSTE Bescheid

keyuri85 Avatar
keyuri85:#11872

>>11867
Ich würde sagen, da hast du Recht. Neurochemisch kann man es damit erklären, dass die Aktivität im Locus Ceruleus abnimmt, das ist der Ort im Hirn, der besonders dann Signale empfängt und aussendet, wenn man etwas Neues erlebt, in diesem Zusammenhang ist der Neurotransmitter Noradrenalin zu nennen, der Aufmerksamkeit und Interesse beeinflusst. Bei der Einnahme von LSD kann man auch erhöhte Aktivität in diesem Hirnareal feststellen und das subjektive Empfinden verändert sich auf LSD insofern, dass altbekannte Dinge auf einmal wieder wunderbar scheinen, geheimnisvoll, schön, frisch und neu - als wäre man wieder ein Kind, das neugierig ist und lacht, weil es immer wieder etwas zu erleben gibt.
Routine und Alltag, Gewöhnung und Eintönigkeit können den Menschen dagegen verschließen für die Feinheiten, Schönheiten, für den Geschmack eines einzelnen Tages - so schaltet er ab und das Leben wird ausgestauscht gegen einen Mechanismus des bloßen Funktionierens und darüber können Jahre vergehen wie Tage.
Deine These ist also ziemlich zutreffend. Wichtig ist jetzt, was man damit machen will. Es gibt Menschen, die ihre Routine lieben, andere quält es, dass sie soviel Zeit verlieren und sie innerlich verkümmern.
Die Möglichkeit zu Abenteuern sollte es immer geben. Abenteuer können schon sein, einmal einen anderen Weg zum Einkaufen zu laufen als normal, das wichtigste ist, seine selbstgesteckten und auferlegten Grenzen zu überschreiten und zu durchbrechen.
Ein Kind zu sein ist eben auch keine Frage des Alters, sondern wie sehr man sein inneres Kind zulässt. Kindsein bedeutet mühelose Genialität, Spontaneität, Neugier und Forscherdrang. Das Kind im Menschen ist der wahre Funke, der uns antreibt, das Göttliche, das was einen Menschen faszinierend macht, selbst wenn er schon längst nicht mehr aussieht wie ein Kind. Das innere Kind kann aber niemals sterben, es ist wie eine Wüstenrose - wenn Wasser auf sie fällt, entfaltet sie sich wieder, egal wie lange sie unter der Trockenheit leiden musste. Und so kann auch das Kind im Menschen immer wieder auferstehen und erwachen.