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Veröffentlicht am 2015-11-24 01:05:41 in /ph/

/ph/ 13316: Vielleicht ist es in der Tat am Besten allen Menschen D...

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tweet_john:#13316

Vielleicht ist es in der Tat am Besten allen Menschen Drogen zu verpassen, damit sie glücklich werden, wie in Brave New World. Aber was ist dann noch der Sinn des Lebens? Ist Trauer, Freude, Schmerz und Liebe nicht gerase sinngebend? Oder entscheidet sich die Frage dadurch, ob wir nun auf der Glücklichen, gar der "geilen" Seite des Lebens stehen, oder im Dreck müssen, vegitierend und verkümmernd?
Wenn es doch für einige Menschen etwas weniger Trauer und Schmerz geben würde. Du siehst es nicht, du hörst es nicht. Aber es ist da. Es gibt Menschen die Leiden Höllenqualen. Psychisch, körperlich. Trauer, Verbitterung, Verzweiflung. Zu gerne schauen wir weg, weil wir selber gesund und fröhlich bleiben müssen. Aber es existiert.

meisso_jarno Avatar
meisso_jarno:#13317

>Aber was ist dann noch der Sinn des Lebens?
"Der Sinn des Lebens" wurde doch schon diverse Male als Syntaxfehler entlarvt. Die Formulierung ist genauso stichhaltig wie "Die Gurke der Abstraktion".

Experiment:
https://en.wikipedia.org/wiki/Rat_Park

Experiment als Comic, falls man Bilder lieber mag als Text:
http://www.stuartmcmillen.com/comics_en/rat-park/#page-1

Ansonsten sind sogar Ratten clever genug Realitätsflucht zu überwinden, wenn sie zumindest etwas Halt haben.

davidcazalis Avatar
davidcazalis:#13318

>>13317
>"Der Sinn des Lebens" wurde doch schon diverse Male als Syntaxfehler entlarvt. Die Formulierung ist genauso stichhaltig wie "Die Gurke der Abstraktion".
Leseempfehlung? :3
t. keine-ahnung-haber

shesgared Avatar
shesgared:#13321

>>13316
Kurz: Egal, ob man selbst keinen Sinn in seinem Leben findet, die Erfahrung, Einsicht und Erkenntnis, die man in seinem Leben macht, ist am ehesten das, was objektiv als sein Sinn und Zweck betrachten werden kann.

Lang: Wenn es einen Sinn gibt, dann verschwindet der nicht dadurch, dass ein Mensch Drogen nimmt und / oder leidet.
Was ich noch am ehesten gelten lassen kann zu der Frage eines allgemeinen Lebenssinns ist die Sicht, dass alle Lebewesen leben, um Erfahrung zu sammeln und sich weiterzuentwickeln.
Das Sein vollzieht sich selbst nach und wandelt sich vom Unbewußten zum Bewußten. Und der Sinn jedes Lebens besteht darin, aus der speziellen Geschichte, die sein Leben ist, Erkentnisse zu gewinnen und bei ausreichender Einsicht vom bloßen Zuschauer zum Mitgestalter zu werden.

Vielleicht hat OP mal davon gehört, dass Wissen und Fähigkeiten, sobald nur ein Mensch oder Tier auf der Welt über sie verfügt, es in Folge dessen für alle anderen leichter wird, diese Erkenntnisse anzueignen. Zu dieser Erkenntnis kamen Forscher, die in einem Versuch mit Ratten bestimmte Tricks einübten. Ohne dass die Ratten in anderen Labors etwas von den Ratten gewusst hätten, die diese Tricks erlernt haben, fiel es ihnen auf seltsame Weise leichter, diese Fähigkeiten zu erlernen.
Für den Menschen bedeutet das: seine Erkenntnis, die er durch sein Leben gewinnt, hat Bedeutung. Auch wenn er als Unbekannter in einem fremden Land stirbt, sein Leben kann wie eine Art Rechenprozess gesehen werden, der untrennbar mit der Summe des gesamten Rechenprozesses namens Universums verbunden ist.
Jedes Leben ist der Wunsch nach Erfahrung, ist wie ein Kinogang oder wie das Aufschlagen und Lesen eines Buches: am Ende steht die Erkenntnis, und egal, ob man Bücher darüber schreibt, sich darüber direkt austauscht oder nicht, die Erkenntnis trägt zum kollektiven Wissen und Bewußtsein bei.
Ich könnte zur Erklärung, wie so etwas überhaupt geschehen kann, auch den theoretischen Unterbau darlegen, halte aber erstmal meine Klappe, weil es wohl wie für gewöhnlich als Schwachsinn betitelt werden würde.

iamkarna Avatar
iamkarna:#13323

>>13318
Sinn wird von einer übergeordneten Instanz zugewiesen. Du gibst einem Hammer einen Sinn; eine Vorrichtung allgemein kann Sinn ergeben; Handlungen können sinnvoll sein, wenn sie ein bestimmes Ziel erreichen.

Nach dem Sinn des Lebens zu fragen hat keine sinnhafte Antwort, da jede nur dogmatisch ein Prinzip hervorhebt, das aber völlig willkürlich gewählt werden kann.

Ach ja, ignoriere isidor. Nicht mal er liest seine Beiträge. Aber heißes Mädel.

adhiardana Avatar
adhiardana:#13324

Gute Gefühle zu haben ist toll.

kennyadr Avatar
kennyadr:#13326

>>13316
Du gehst von der Prämisse aus, dass alle Menschen unbedingt gesund und wohlhabend sein wollen. Würde man die Formulierung so stehen lassen, gäbe es wohl keine Einwände, aber betrachte die Schattenseiten. In vielen Fällen ist Wohlstand mit Pflichten verbunden, und wer gesund ist, von dem wird mehr verlangt als von einem schwächlichen, kränklichen Menschen.
Schön, gesund und reich zu sein scheint vordergründig erstrebenswert, auf den zweiten Blick ist alles Schöne, Gesunde und Reiche ständig in der Gefahr, ausgebeutet und ausgenutzt zu werden.
Ein gutes Leben kann auch bedeuten, in einer gewissen Harmonie mit seinem Umfeld zu leben, auch wenn das bedeuten mag, dass man weder besonders reich, noch ansehnlich, gesund oder beliebt ist.
Dagegen würde das Auftreten einer schönen, reichen und gesunden Person in den Reihen einer in sich stabilen, aber vergleichsweise ärmlichen und elenden Gesellschaft den Frieden stören und die innere Balance gefährden.
Das ist sicher einer der stärksten Gründe für Unzufriedenheit: das Vergleichen. Wie oft wurden vorbildliche oder außergewöhnliche Menschen ermordet oder geopfert. Das sind Handlungen, welche die innere Balance einer Gesellschaft sicherstellen sollen.
Beim Mann aus Nazareth wird es vielleicht auch so ein Fall gewesen sein. Ein Mensch, der mit seinen Talenten und seiner Ausstrahlung nicht hinterm Berg hält und die Menschen verwirrt, so als wäre Isaac Newton in eine prähistorische Siedlung gekommen: die Tatsache, dass es um Klassen reichere, gesündere, schönere, glücklichere Menschen gibt, könnte als Anreiz dienen, meist aber entfacht es nur Zorn und erzeugt Unmut.
OP macht sich doch eigentlich gar keine Gedanken über einen Lebenssinn, sondern fragt nur danach, wie man gut lebt. Das ist einfach: kümmere dich nicht um fremde Maßstäbe, finde heraus, was dir Spaß macht und bleib dabei.