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Veröffentlicht am 2015-12-27 15:49:17 in /ph/

/ph/ 13477: Will Bernd wissen warum ich mich für Philosophie i...

kiwiupover Avatar
kiwiupover:#13477

Will Bernd wissen warum ich mich für Philosophie interessiere? Nein? Ich erzähle es euch trotzdem. Weil sie einfach ist. Ja, Philosophie ist leicht. Jeder ist ein Philosoph aber nicht jeder ist ein Physiker. Ich kann von 0 auf 100 die höchsten Abhandlungen verstehen die jemals Menschen erdacht haben. Mit kleiner Interpretation vielleicht... Das kitzelt meinen Narzissmus, ich kann mich zum Erleuchteten Kraft eigener Arroganz erklären und niemand kann mir etwas anderes beweisen. Philosophie ist die leichteste, einfachste und unanstrengenste aller Tätigkeiten.

Ich habe das Wort Wissenschaft bewusst vermieden denn Klug schnacken oder Klugschnacks verwalten ist keine Wissenschaft sondern eine Tätigkeit. Sogar eine unproduktive und impotente. Eure Zukunftsaussicht Taxischein ist verdient.

thehacker Avatar
thehacker:#13480

Aus dem gleichen Grunde erfreut sich Zen derzeit so großer Popularität.

Das Maß an Logik/Mathematik, das Philosophen während ihres ganzen Studiums lernen, entspricht übrigens nicht mal einem Monat eines Mathematikstudiums. Ich kann nur empfehlen mal eine Veranstaltung wie "Logik für Philosophen" o.ä. zu besuchen. Auch, wenn man keine Ahnung von irgendwas hat, wird man im Mittel mehr verstehen als das übrige Publikum.

t. auch nur ingenieur

nicoleglynn Avatar
nicoleglynn:#13481

>>13477
Da wirst du Recht haben. Im Regelfall und in vielen Ausnahmen ist die universitäre Philosophie ein Witz, und nichtuniversitäre Philosophie wird zum überwiegenden Teil von drogensüchtigen geisteskranken Schwurblern praktiziert.
Aber Philosophie ist eben auch etwas ganz anderes als normale Studiengänge: wer eine philosophische Ader hat, der steht immer etwas außerhalb des wirklichen Weltgeschehens. Nur wer außerhalb steht, kann die Dinge aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Deshalb sind viele Philosophen Lebemänner, die sich bestenfalls auch noch musikalisch oder künstlerisch betätigen.
Für jene, die dafür geboren sind, ist es natürlich irgendwie leicht, aber es braucht auch den Blick des Philosophen, um Gedanken wertschätzen zu können, die von allzu bodenständigen Leuten für bloßen narzisstischen Rotz gehalten werden.
Philosophie und Kunst, auch wenn sie den Anspruch haben, frei zu sein, also Zweck an sich zu sein, erfüllen die Aufgabe, das Bewusstsein des Menschen zu formen, zu beurteilen und zu untersuchen. Sie sind der Spiegel des menschlichen Geistes und sie bringen die unterschiedlichsten Wissensgebiete in einen übergeordneten Diskurs zusammen. Das geschieht weder in der Mathematik, noch in der Physik.
Und doch haben sie alle ihre Daseinsberechtigung.
Es ist gut erklärt durch die kleine Geschichte, die Alan Watts in einer Vorlesung erzählt:
Die Teile des Körpers fragten sich: was tut eigentlich der Magen? Wir müssen den ganzen Tag schuften, doch er bekommt die ganze Zeit nur Essen in sich hineingestopft! Dieser faule Sack!
Eines Tages geschah es, dass der Magen seinen Dienst versagte. Und erst dann wurde den Körperteilen klar, dass der Magen wie jedes Körperteil seine ganz eigene Aufgabe hat, für die er perfekt ist.

im_jsmith Avatar
im_jsmith:#13482

>>13480
Klar ist der Anteil von Logik in der Philosophie nicht annähernd so reichhaltig und komplex wie in der Mathematik. Aber das als Bewertung für die Disziplin der Philosophie anzuführen, wäre, wie sich zu ärgern, dass eine Salami nicht nach Ananas schmeckt. Beide Disziplinen haben andere Zielsetzungen, andere Prioritäten und ganz allgemein eine unterschiedliche Praxis.

bassamology Avatar
bassamology:#13485

>>13482
Ich mache mich nur darüber lustig, dass Philosophen in der Regel nicht mal Logikgrundlagen verstehen, sonst nichts.

>>13481
>hur philosophen haben einfach mehr durchblick aber das versteht man nur als philosoph &D
Na ja, auf diesem Brett wirst du damit durchkommen. Es kommt ja sogar der /r/-Vogel mit seiner Sülze durch. Dein Vergleich ist übrigens kacke, der Magen hat eine Funktion, Philosophen nicht. Benutz keine Vergleiche, um dich zu erhöhen.


Bleib doch einfach bei uns, OP. Es braucht hier Leute, die per Wasserwerfer das Kreisgewichse unterbrechen. Dringend!

kimcool Avatar
kimcool:#13492

Gerade dass Philosophie sich nicht auf einen Nutzen reduzieren lässt, ist der Grund, warum ich sie so gern habe.
Das ganze Dasein hat keinen Zweck, es ist ein kaleidoskopisches Mandala, was sich in musikalischen Rhythmen ständig erneuert, eine sinnlose, aber hübsche Spielerei, ein Traum, ein Tanz, ein Lied, ein irres Lachen.
Spielen tut man aus keinem Zweck, und doch sind durch das zwanglose Kombinieren von Dingen schon so einige bemerkenswerte Dinge entstanden.
Träumen geschieht aus keinem Grund, es ist das Leben selbst.

murrayswift Avatar
murrayswift:#13493

Wer käme auf die Idee, zu sagen, der Dirigent wäre der beste, der mit seiner Musik am schnellsten zum Schluss kommt? Und wer käme auf die Idee zu sagen, ein Tanz hätte den Zweck, an einer bestimmten Stelle im Raum anzugelangen?
Das Dasein ist Musik, ein dramatisches Etwas. Was machen Künstler, Philosophen und Weise? Sie leisten keinen Widerstand gegen das Leben. Sie spielen.
Sie wehren sich nicht gegen widerstrebende Empfindungen oder absurde Gedanken

tusharvikky Avatar
tusharvikky:#13494

Sie leisten keinen Widerstand dagegen, wie das Leben in ihnen wirkt.
Schau dich in der Natur um. Hat irgendein Wesen, irgend ein Ding ein Ziel vor Augen? Nein. Alles ist zweckloses Spiel, ein Reigen von Bildern, Farben

sava2500 Avatar
sava2500:#13495

Tönen, Formen, Mustern, Gedanken, Gefühlen.
Warum wachsen Blumen? Was haben die ganzen Tiere davon, sich hin und herzubewegen und sich zu vermehren?
Was ist der Zweck eines Steins, eines Ozeans, eines Grashalms? Was ist der Zweck eines Träumers?
Doch wir Menschen müssen ernsthaft sein! Dieser Undiszipliniertheit müssen wir etwas entgegensetzen, Ordnung, Zweck, Sinn, rechte Winkel, denn das Chaos macht uns Angst, da könnten wir ja gleich in unserer eigenen Scheiße schlafen, nicht wahr?

judzhin_miles Avatar
judzhin_miles:#13496

Nutzen ist wie Ordnung eine sehr relative Angelegenheit. Besonders eine sehr begrenzte Angelegenheit.
Das Spiel hingegen ist absolut.
Wie viel es zu lachen gibt, wenn man Menschen beobachtet, die von der Nützlichkeit und Wichtigkeit ihres Lebens überzeugt sind! Wie unterhaltsam sind doch die Menschen, die nur das Nützliche schätzen und so ernsthaft sind! Sie spielen eines der komischsten Spiele und merken es nicht einmal.
Ein Philosoph ist eine so nutzlose Sache wie ein Kinderlachen, ein Universum oder eine Kaffeetasse, die den Griff innen hat. Ein Philosoph ist so nützlich wie ein Blatt am Baum. Aber das Schöne ist, dass er um seine Nutzlosigkeit weiß und das beruhigt ihn und macht ihn glücklich, denn das heißt, er ist genau richtig in diesem Dasein aus Spiel und Tanz.
Und ihm zur Unterhaltung wurde der ernsthafte, nutzenorientierte Mensch auf die Bühne geschickt, mit dem absurdesten aller Spiele. Er ist wie jemand, der mit dem Hintern in der Klobrille hängengeblieben ist: ein unfreiwillig komischer Anblick, weil er nicht einmal weiß, dass auch ein Spiel spielt, Teil des sinnlosen grossen Theaters ist - ob er will oder nicht.
Und es ist okay, zu spielen. Das ist das einzige, was wir wirklich mit Sicherheit sagen können. Denn es ist auf jeder Zoomstufe dieses Daseins zu beobachten.
Nur das Spiel der Menschen ist noch ein Stück wilder, indem es sich selbst verleugnet. Großes Kino!

exevil Avatar
exevil:#13497

>>13496
Mag alles ganz witzig sein so lange man keine Kinder durchfüttern muss. Denn dafür arbeiten sogar Tiere ernsthaft.

t. Dachdecker

thomasgeisen Avatar
thomasgeisen:#13499

>>13492
>>13493
>>13494
>>13495
>>13496
Klingt für mich eher nach den Künsten denn nach der Philosophie. Und dann wiederum, die Künste haben sehr wohl ihren Nutzen; sie wollen bewegen, zu etwas anstacheln, inspirieren, berühren, überzeugen, etwas sagen oder darstellen; sie sind ein sehr kommunikatives Medium. Auch dies lässt sich in ein intentionales Schema rücken. Auch du willst mit deinen Beiträgen etwas erreichen, und sei es auch nur dich beim Schreiben zu amüsieren.

Spätestens seit des Existenzialismus ist eigentlich auch recht verbreitet, dass all dies ein Spiel ist, oder zumindest kann ich nicht so abgehoben sein wie du und behaupten, dass nur Philosophen die Welt durchblicken. Aber statt ständig nur am Seitenrand zu stehen und darüber zu lachen, gibt es die, die es spielen - spielen wollen oder müssen. Als Deutscher hast du den Luxus, dass dir quasi alles zufällt, wenn du dich nur minimal bemühst und einen Zettel ausfüllst; ein Großteil der Welt hat es anders und muss spielen, um nicht zu leiden. Das fängt schon in Osteuropa an. Insofern kommst du echt dekadent rüber; und wenn nur genug Leute einstimmen und die Nutzlosigkeit kultivieren, kann es wieder so kommen, dass auch hier die Wahl zwischen Spielen und Sterben wieder populär wird. Und das würde ich gern vermeiden, da ich zuweilen auch gern am Rande stehe - aber es ist ein Luxus ohnegleichen. Der Mann in der Tonne wäre in freier Wildbahn verhungert, da er nicht mit Werkzeugen umzugehen wusste.

PS: Blätter am Baum haben einen Nutzen.

n_tassone Avatar
n_tassone:#13500

>>13497
War der Zeugungsakt denn auch ein nutzenorientiertes Tun? Jede Sache, die Freude macht, erfordert auch Aufmerksamkeit und Einsatz. Wenn du ein Kind versorgen musst, denkst du wahrscheinlich nicht daran, dass das, was du tust, irgendetwas anderes als eine ernste Sache sein könnte. Und doch, Menschen sterben und werden geboren, Zweck, Nutzen und Bestimmung ergeben sich aus der Erziehung und den damit vermittelten Wertvorstellungen.

marcusgorillius Avatar
marcusgorillius:#13502

>>13500
>Zweck, Nutzen und Bestimmung ergeben sich aus der Erziehung und den damit vermittelten Wertvorstellungen.
Oder unmittelbar daraus, dass wir ungern verhungern und erfrieren. Es fällt dir wirklich schwer, die grundlegenden Dinge zu sehen.

Hübsche Doppels btw.

polarity Avatar
polarity:#13503

>>13499
Sicher kann es nicht schaden, Ernsthaftigkeit zu kennen. Aber der einzelne Mensch sollte zumindest wissen, dass in letzter Instanz alles egal ist. Und diese Einsicht hat befreienden Charakter, weil sie all denen, die ihren Zweck im Leben nicht gefunden haben, Absolution erteilt, weil dem Leben eben keine Checkliste von Pflichten anhaftet, die es unbedingt zu erledigen gilt.
Ja, tatsächlich verfolge ich einen Zweck, wenn ich dies hier schreibe. Ich möchte daran erinnern, dass sich der Wert einer Sache nicht allein durch seinen Nutzen definiert. Philosophie ist mehr Lebensart als Disziplin und steht zur Mathematik oder Physik in keinem Konkurrenzverhältnis.
So wie es unterschiedliche Typen von Menschen gibt, so gibt es unterschiedliche Arten, das Leben und die Dinge zu betrachten.
Deshalb hast du gemäß deinem Ansatz genauso Recht, wenn du dem Blatt einen Sinn zusprichst.

mwarkentin Avatar
mwarkentin:#13504

>>13503
>Aber der einzelne Mensch sollte zumindest wissen, dass in letzter Instanz alles egal ist.
Ist so auch nicht richtig. Was soll die letzte Instanz überhaupt sein? Setzt Gleichgültigkeit nicht eine Bewertung voraus? Wer bewertet dann in letzter Instanz? Kleinlich viel? :3 Ist aber wichtig, dass du selbst verstehst, was du da eigentlich predigen willst. Du versuchst Dinge aufzulösen, die gar nicht da sind, und dass Wert gemacht ist, ist auch jedem ab 12 irgendwo bewusst.

>Deshalb hast du gemäß deinem Ansatz genauso Recht, wenn du dem Blatt einen Sinn zusprichst.
Oh, das habe ich nicht. Ich sprach von einem Nutzen, und um es zu präzisieren, hinsichtlich des Überlebens im Winter natürlich.

>Philosophie ist mehr Lebensart als Disziplin
Philosophie ist definitiv keine Lebensart. Zecke zu sein ist zum Beispiel eine, aber Philosophie ist keine, weil Philosophie keine Art des Lebens bevorzugt oder unmittelbar produziert, tatsächlich sogar stark voneinander abweichende Lebensarten hervorbringen kann.

Man bekommt das Gefühl, dass du dich hier eigentlich nur mit dem Begriff "Philosoph" schmücken willst.

heikopaiko Avatar
heikopaiko:#13506

Oh, ich halte mich nicht für einen Philosophen. Ich bin Geschichtenerzähler und Sänger. Ich kann ja nicht einmal richtig argumentieren. Verstehe auch nichts von Logik.

turkutuuli Avatar
turkutuuli:#13509

>>13507
Ich gebe wie Dachdeckerbernd nur Auskunft über mich, zumal es in meinem Fall auch schon bekannt sein dürfte.

vigobronx Avatar
vigobronx:#13512

>>13509
Ich bin nur enttäuscht, weil ich eine Diskussion erwartet habe und "Oh es ist nun mal meine Meinung, ich bin Sänger!" bekam.

sgaurav_baghel Avatar
sgaurav_baghel:#13513

>>13512
Mir kam es vor, als wolltest du einfach Recht behalten und da möchte ich nicht dazwischenfunken. Von mir wirst du immer nur die selbe Leier hören, zum Diskutieren ist mir eigentlich schon dein Eröffnungspfosten zu entschlossen.
Wenn du davon so überzeugt bist, wird es so sein und alle anderen sind röchelnde schweißtriefende Idioten.

mrxloka Avatar
mrxloka:#13514

Sagmal wie talkst du hier eigentlich, OP?

garethbjenkins Avatar
garethbjenkins:#13516

>>13513
>Eröffnungspfosten
Bin nicht OP.

alta1r Avatar
alta1r:#13517

>>13516
Wie wäre es, wenn du das das nächste Mal rechtzeitig anmerkst? Das Namensfeld ist auf diesem Unterbrett nicht ohne Grund da. Es hat den Zweck, dass man beim Antworten den Überblick behält, mit wem man redet.

johnriordan Avatar
johnriordan:#13518

Noch einmal so klar wie es mein Geschwurbel zulässt: ja, OP, du hast Recht, Philosophie ist einfach. Es ist die Beschäftigung mit Ideen, Begriffen und Weltbildern, Kritik und Spekulation. Jede Beschäftigung lässt es zu, dass man sie philosophisch betrachten kann. Für viele ist Philosophie nur ein Synonym für das eigene Weltbild und die Kritik von Weltbildern.
Philosophie zu studieren ist keine Herausforderung. Wer nicht von eigenen Gedanken und Vorstellungen abgelenkt ist und die Themen und Module so nüchtern behandelt wie das Thema jedes x-beliebigen anderen Studiengangs, wird schnell einen Abschluss oder Diplom in der Tasche haben.
Es gibt aber eine Herausforderung: da Philosophie eine so simple und grundlegende Sache ist, kann man einen draufsetzen und sich darum bemühen, Weltbilder zu finden, die etwas Neues in Spiel bringen, die mehr Freiheit, Verständnis und Versöhnung von Gegensätzen ermöglichen.
Wie Hechtbernd mal schrieb, hat fast jeder die Philosophie, die als Symptom seine eigene Natur, seine Erfahrungen und Wünsche widerspiegelt

joshjoshmatson Avatar
joshjoshmatson:#13519

Vieles daran kann Kompensation und Selbstschutz sein, mit vielem davon offenbart man aber sich selbst.
Wer sich philosophisch beschäftigt, hat den Anspruch, zwischenmenschliche Beziehungen über das rein Nützliche hinaus zu erheben. Ja, das ist nur meine Meinung, genauso wie ich dem Zweckfreien und Absichtslosen zuerkenne, dass es von allgemeinerer Natur ist als das Absichtsvolle und Bestimmte. Vielleicht ist das dekadent, letztlich habe ich damit aber nur den Anspruch, mir gegenüber und meiner Einsicht gegenüber aufrichtig zu sein. Wie der Informatiker seine Philosophie hat und der Dachdecker und Konditor auch, so hat der Sänger die seine, und die ähnelt der Philosophie der Kunst im allgemeinen: dass das Dasein hunderttausende Zwecke kennt und dass ihm schon unzählige Sinne und Bestimmungen zugeschrieben worden sind, dass aber das freie Spiel allem Anschein nach eine bedeutende Rolle spielt, die sich sowohl im Drehen und Vergehen der Sternennebel wie auch in den Tonfiguren eines Liedes bemerkbar macht.
Deshalb ist meine Philosophie eine Ästhetik des Spiels, und sie ist ein Ergebnis von einem Leben, in welchem ich die tiefsten und einprägsamsten Erfahrungen gesammelt habe durch Erlebnisse, die sich keinem Zweck oder Nutzen unterordnen

clubb3rry Avatar
clubb3rry:#13520

lassen, das heißt, bei welchen der durch Zweckdenken abgedeckte Teil immer der unwesentliche war.
Ich verstehe und sehe es ein, wenn die meisten Bernds es anders sehen, besonders wenn sie Einwände dagegen vorbringen, dass selbst Philosophie nur (im besten Fall) eine musikalische Sinnlosigkeit sein soll.
Vielleicht wäre es aber verständlicher, wenn ich sage, dass ich zu Philosophie nicht nur Popper, Russel oder Kant zähle, sondern auch Neruda, Rumi, Novalis und Percy Shelley. So, fertig.

vladarbatov Avatar
vladarbatov:#13521

>>13517
Ist doch völlig egal, weil es um die Postinhalte geht. Ich finde "Ich antworte dir jetzt nicht, weil du am Themenstart kacke warst." auch nicht sonderlich valide.

Ich lege mir trotzdem mal testweise einen Namen zu, falls es irgendwem hilft.

to_soham Avatar
to_soham:#13553

Um dem Faden noch eine Chance zu geben, würde ich nochmal auf den Eingangsbeitrag zurückkommen.
Also zum einen sagst du, dass du dich für Philosophie interessierst, eben weil sie eine einfache Tätigkeit ist

commoncentssss Avatar
commoncentssss:#13554

>>13553
Und dann setzt du noch einen kantigen Schluss hinzu, indem du den (offenbar Philosophiestudenten mit der Illusion, auf dem Arbeitsmarkt später begehrt zu sein) Interessierten eine aus deiner Sicht unattraktive Arbeitsaussicht prophezeihst

artcalvin Avatar
artcalvin:#13555

Das ist schon etwas verwunderlich, denn zum einen fasst du zwar gut zusammen, an welch unwesentlichen Aspekten du deine persönliche Freude an Philosophie festmachst und haust dann zum Schluss auf den von dir selbst errichteten Strohmann (das Klischee des Philosophiestudenten), ohne dass ich daran nun erkennen könnte, ob du eine Widerlegung, Bestätigung oder Diskussion deiner Haltung suchst.
Ich kann nur sagen, dass Philosophie durchaus eine Tätigkeit ist

davidtoltesy Avatar
davidtoltesy:#13556

nicht jedoch eine banale oder nichtige. Das Wesen der Philosophie findet im lebendigen schöpferischen und freien Denken statt, und die Werke der Philosophie stellen dabei nur die Spitze des Eisbergs dar.
Was die Berufsaussichten angeht, halte ich das für eine unbedeutende Äußerung: wer Geld verdienen muss, wird akzeptieren müssen, dass mit reden und Vorträgen in der Regel nicht viel zu holen ist. Schon allein Philosophie in seinem eigenen Verständnis eine große Bedeutung zuzuschreiben, lässt es von einem bloßen Studienfach zu einer Leidenschaft werden. Woher das Geld zum Leben kommt, ist von diesem Mindset her eine zweitrangige Frage. Allerdings würde ich dir zustimmen, dass die Leute lästig sind, die sich beklagen, dass sie als Philosophieprofessor keine Stelle bekommen. Zudem wüsste ich nicht, warum Taxifahrer immer als so schlechte Aussicht dargestellt wird: man arbeitet im trockenen, ist in einer arbeitssituation, welche ruhige Gespräche mit allen Arten von Menschen ermöglicht und damit auch Zeit lässt, um verschiedenste Anregungen aus allen Richtungen aufzuschnappen.

souperphly Avatar
souperphly:#13557

Mir scheint, dass du Philosophie als Disziplin eher als eine Art verunglückter Literaturwissenschaft auffasst. Wenn man den akademischen Betrieb und sein fortlaufendes Glasperlenspiel betrachtet, könnte man glauben, dass es darum geht. Das sehe ich nun wieder als einen unwesentlichen Zipfel (nicht Gipfel) des Ganzen. Die bedeutenden Denker waren keine Verwalter von Wissen oder Archivare, wie es die rein akademisch ausgebildeten "Philosophen" sind, zudem hat sich die Philosophie der bedeutenden Denker entweder parallel zu ihrem wissenschaftlichen und / oder künstlerischen Lebensweg entwickelt, als eine Art kultivierter Selbstbetrachtung, oder aber das schriftliche Werk der Denker lag gar nicht in ihren Interesse und sie versuchten, Philosophie möglichst in der Rede und im Gespräch unter vier oder mehr Augen zu praktizieren wie es bei Sokrates oder Jesus von Nazareth der Fall war. So fertig.

strikewan Avatar
strikewan:#13558

OP ist sicher schon weg und war doch offensichtlich nur ein Troll. Ich finde außerdem gar nicht, dass Philosophie eine Vollzeitbeschäftigung sein muss; Philosophie betreibt doch im Grunde jeder Mensch, es geht nur nicht jeder damit hausieren oder weiß es überhaupt. Klar, man kann das in verschiedenen Intensitäten und auf verschiedene Weisen tun, mit verschiedensten Ergebnissen, auch naiven; aber sei's drum?

Philosophie ähnelt dem Kochen; jeder kann es, jeder tut es, für beides gibt es Schulen, die Faulen lassen liefern.

>Zudem wüsste ich nicht, warum Taxifahrer immer als so schlechte Aussicht dargestellt wird: man arbeitet im trockenen, ist in einer arbeitssituation, welche ruhige Gespräche mit allen Arten von Menschen ermöglicht und damit auch Zeit lässt, um verschiedenste Anregungen aus allen Richtungen aufzuschnappen.
Na ja, das ist eine brachiale Romantisierung. Für Taxifahrer gelten in Deutschland keine Gesetze. Sie schieben üblicherweise 12-Stunden-Schichten, werden unter Mindestlohn bezahlt und müssen sich mit vielen Kunden plagen, die nicht zahlen wollen; ganz geschweige davon, dass viele kotznah betrunken sind und stinken. Ähnelte es dem, was du beschreibst, wäre es sicher ganz hübsch, aber so kann man froh sein, wenn man weitgehend kundenfrei nur Medizin irgendwo abholen oder jemandem eine Ladung Wodka kaufen soll.